Der Heilmagnetismus bei den alten Ägyptern.[286]

Auf der auf der Pariser Nationalbibliothek befindlichen sogen.

Bentrosch-Stele von dreitausendjährigem Alter wird die glückliche Heilung

der besessenen Tochter eines mesopotamischen Fürsten erzählt, und es kann

nicht der mindeste Zweifel obwalten, daß die Heilung durch Hypnotismus und

Heilmagnetismus geschah.

Der Text der Bentrosch-Stele lautet nach der Übersetzung des Professor Dr.

Lauth in München[287]:

»Siehe, es befand sich Se. Majestät in Nahar gemäß seiner alljährlichen

Gepflogenheit. Die Großen jedes Fremdlandes zogen als Gebückte, als

Friedfertige mit Opfergaben vor die Geistigkeit Sr. Majestät von den

äußersten Hinterländern her. Sie brachten ihre Tribute an Gold, Silber,

Lapis Lazuli, Kupfer und allen Holzarten des heiligen Landes auf ihren

Rücken; ein jeglicher suchte seinen Nebenmann zu überbieten. Da ließ auch

der Fürst des Landes Buchtan herbeigebracht werden seine Tribute und gab

ihm seine älteste Tochter an der Spitze derselben, indem er anrief Se.

Majestät und das Leben erbat von demselben. Es war dies ein schönes Weib,

überaus geschätzt von Sr. Majestät über Alles. Sofort schrieb man ihren

Titel als königliche Hauptfrau mit dem Namen Ranofru 'Sonne der

Schönheiten'. Nachdem Se. Majestät der König nach Ägypten gelangt war,

vollbrachte er ihr alle Ceremonien, die einer königlichen Hauptfrau

gebühren.«

»Im Jahre 15 am 22. Payni[288] geschah es nun, daß sich Se. Majestät in der

Stadt Theben befand, der siegreichen, der Gebieterin der Städte,

beschäftigt mit Lobpreisungen des Vaters Amun, des Herrn der Throne beider

Welten, an seinem schönen Panegyrienfeste im südlichen Apt, seinem

Lieblingssitze von Anfang. Da kam man zu sagen Sr. Majestät: 'Es ist ein

Bote des Fürsten von Buchtan da, gekommen mit zahlreichen Geschenken für

die Königsfrau', und sofort wurde dieser vor Se. Majestät gebracht mit den

Geschenken. Alsdann sprach er, den Boden küssend vor Sr. Majestät: 'Preis

Dir, Du Sonne der neun Völker! Gestatte uns zu leben bei Dir! Ich komme zu

Dir, o Großkönig, mein Gebieter, in Betreff der Bentrosch, deiner jüngern

Schwester von Seiten der Königsfrau Ranofru. Ein Übel ist eingedrungen in

ihre Glieder. Möge darum abreisen lassen Deine Majestät einen

Sachverständigen, um sie zu besehen.' Sofort sprach Se. Majestät: 'Bringet

mir die Schreiber des Hierogrammatenhauses und die Gelehrten der

Geheimnisse des Adytum!' Sie wurden auf der Stelle herbeigeführt. Da sprach

Se. Majestät: 'Warum hat man Euch rufen lassen? Damit ihr höret dieses

Wort: Sofort liefert mir einen Künstler in seinem Herzen, einen Schreiber

(Operateur) mit seinen Fingern aus Eurem Kreise.' Nachdem nun der

Basilicogrammate Thotemhebi vor Se. Majestät getreten war, befahl ihm Se.

Majestät, daß er ausziehe gen Buchtan mit diesem Boten. Als nun aber

gelangt war der Sachverständige gen Buchtan, traf er die Bentrosch im

Zustande einer von einem Dämon Besessenen, und fand sich selbst zu schwach,

um mit demselben zu kämpfen. Da sandte der Fürst von Buchtan wiederum einen

Boten an Se. Majestät mit den Worten: 'O Großkönig, mein Herr, es möge

befehlen Se. Majestät, daß gebracht werde der Gott Chonsu selber.'[289] Es

ereignete sich nun, daß Se. Majestät im Jahre 26 im Monate Pachon[290] zur

Zeit der Amunspanegyrie im Innern von Theben sich befand. Da trat Se.

Majestät wieder vor Chonsu nofer hotep[291] mit den Worten: 'O gütiger

Herr, ich bin wieder vor dir in Betreff der Tochter des Königs von

Buchtan.' Sofort wurde gebracht Chonsu nofer hotep zu Chonsu p-ari

secher[292], dem großen Gott, welcher vertreibt die Unholde. Alsdann sprach

Se. Majestät vor Chonsu nofer hotep: 'O du gütiger Herr, wenn du doch

wendetest dein Antlitz gen Chonsu p-ari secher, welcher vertreibt die

Unholde, damit er ziehe gen Buchtan.' Zunickung, große, große. Alsdann

sprach der König: 'Gieb deinen Segen mit ihm, damit ich ziehen mache Se.

Heiligkeit gen Buchtan, um zu erlösen die Tochter des Fürsten von Buchtan.'

Zunickung des Hauptes, große, große, von Seiten des Chonsu nofer hotep.

Sofort machte er den Segen viermal über den Chonsu p-ari secher. Es befahl

dann Se. Majestät, daß man ausziehen mache Chonsu p-ari secher auf einer

großen Barke mit fünf Schifflein, einem Wagen und zahlreichen Pferden

rechts und links. Als nun gelangt war dieser Gott gen Buchtan in einer

Dauer von 1 Jahr 5 Monaten, siehe da kam der Fürst von Buchtan mit seinen

Soldaten und Edeln entgegen dem Chonsu p-ari secher, dem Planausführenden.

Derselbe that sich auf seinen Bauch, indem er sprach: 'Du kommst zu uns, du

läßt dich bei uns nieder nach der Weisung des Königs Vesu-ma-Ra

sotep-en-Ra.'«

»Sofort begab sich dieser Gott[293] zu dem Ort, wo Bentrosch sich aufhielt.

Alsdann machte er den Segen über die Tochter des Fürsten von Buchtan: gut

ward sie augenblicklich. Hierauf sprach der Dämon, der mit ihr war, vor

Chonsu p-ari secher[294]: 'Komme in Frieden, großer Gott, welcher vertreibt

die Unholde: Deine Stadt ist Buchtan, deine Sklaven sind seine Bewohner;

auch ich bin dein Sklave: ich werde fortgehen zu dem Ort, von dem ich

ausgezogen bin, um zu befriedigen dein Herz in Betreff dessen, weshalb du

gekommen bist. Nun möge Deine Heiligkeit befehlen, daß man begehe einen

Festtag mit mir und dem Fürsten von Buchtan.' Sofort nickte dieser Gott

gegen seinen Propheten mit den Worten: 'Lasse veranstalten den Fürsten von

Buchtan ein Speiseopfer vor diesem Dämon.' Während nun Chonsu p-ari secher

dies mit dem Dämon verhandelte, stand der Fürst mit seinen Soldaten dabei,

sich gar sehr fürchtend. Indessen veranstaltete er ein großes Opfer vor

Chonsu p-ari secher und vor diesem Dämon; der Fürst von Buchtan hielt ein

Freudenfest für sie. Hierauf ging der Dämon in Frieden an den Ort, den er

liebte, auf Befehl des Chonsu p-ari secher.«

»Da war der Fürst von Buchtan aufjubelnd über alle Maßen sowie jede Person,

welche in Buchtan war. Alsdann überlegte er in seinem Herzen, indem er bei

sich sprach: 'Es könnte werden dieser Gott eine Gabe für Buchtan; ich werde

ihn nicht heimziehen lassen nach Ägypten.' So blieb derselbe 3 Jahre 9

Monate in Buchtan. Da lag der Fürst von Buchtan einstmals auf seinem Bette

und sah träumend, wie dieser Gott herausging aus seinem Hause, in Gestalt

eines Goldsperbers aufschwebend himmelwärts gen Chemi. Nachdem er vor

Entsetzen aufgewacht war, sagte er sofort zu den Theodulen des Chonsu p-ari

secher: 'Dieser Gott, welcher bei uns weilt, will gen Chemi ziehen. Lasse

also seinen Wagen fahren gen Chemi.' Alsdann ließ der Fürst von Buchtan

fortziehen diesen Gott gen Chemi, indem er ihm mitgab Geschenke, viele von

allen guten Dingen, Soldaten und zahlreiche Pferde; sie gelangten in

Frieden nach Theben. Alsdann ging Chonsu p-ari secher zum Tempel des Chonsu

nofer hotep, und er legte die Geschenke, die ihm der Fürst von Buchtan

gegeben hatte, an allen guten Dingen, vor Chonsu nofer hotep; er that

nichts in sein eigenes Haus. Es gelangte Chonsu p-ari secher zu seinem

Hause in Frieden im Jahre 33 am 19. Mechir[295] des Königs von Ober- und

Unterägypten Vesu-ma-Ra sotep-en-Ra, der dieses Denkmal geschaffen hat.

Möge er Leben spenden gleich dem Sonnengott immerdar.«

Soweit der Text der Bentrosch-Stele.

Festzuhalten ist, daß Chonsu Heilgott ist, welcher durch geistige,

magische Kraft heilt.

Wir sehen aus der Erzählung, daß die Schwägerin eines ägyptischen Königs --

es ist Ramses XII. gemeint -- erkrankt, resp. besessen ist. Da die Kunst

der einheimischen Ärzte nicht geholfen zu haben scheint, so wurde eine

Gesandtschaft abgeschickt, um einen der in hohem Rufe stehenden ägyptischen

Ärzte herbeizuholen. Ramses läßt sich darauf einen geeigneten Mann

bezeichnen, einen -- wie Prof. Dr. Lauth übersetzt -- »Künstler in seinem

Herzen, einen Schreiber (Operateur) mit seinen Fingern.« -- Setzt man nun

die Kenntnis des Heilmagnetismus und Hypnotismus bei den Ägyptern voraus,

wozu sich die Berechtigung bald ergeben wird, so wird man die Stelle anders

übersetzen müssen. Deshalb übersetzt auch der französische Ägyptologe

Vicomte de Rougé: »Ein Mann mit intelligentem Herzen, ein Meister mit

geschickten Fingern.« -- Allein nach Lambert ist auch dies nicht ganz

richtig, insofern »Herz« für »Wille« gebraucht wird, und er sagt

deshalb[296]:

»Es hat also nach dieser Analyse alle Berechtigung, wenn ich den Befehl des

Pharao so verstehe, daß ihm ein Mann bezeichnet werde, der 'Herr seines

Willens und Meister seiner Finger' sei. Bei der letzteren Eigenschaft ist

jedoch weniger an einen Operateur, als an einen tüchtigen Hypnotiseur und

Magnetiseur zu denken, weil ein solcher sowohl mit seiner Hand als mit

seinem Willen arbeiten muß.«

Der erwählte ägyptische Hypnotiseur, der älteste, dessen Namen bekannt

wurde, hieß Thotemhebi. Als derselbe nach Buchtan kam, gewahrte er, daß

Bentrosch besessen war, und versuchte sie ohne Erfolg zu heilen. Es

vergingen elf Jahre, ohne daß die Leidende gesund wurde, worauf deren Vater

abermals eine Gesandtschaft nach Ägypten schickte mit der Bitte, man möge

doch einen Gott nach Buchtan schicken. Wie sich aus dem Zusammenhang klar

ergiebt, wird hier »Gott« euphemistisch für einen Priester der oberen

hierarchischen Stufen gebraucht. Der Pharao begiebt sich also nach dem

Tempel des Chonsu und bittet den Chonsu nofer hotep, welcher offenbar als

Oberpriester zu betrachten ist, er möge den Chonsu p-ari secher, einem

unter diesem stehenden Priester, seinen Segen oder seine Kraft mitteilen.

Dies wird gewährt, und der Chonsu nofer hotep macht die segnende

Bestreichung -- +sa+ -- viermal. Für dieselbe wird folgende Hieroglyphe

gebraucht:

[Illustration: Hieroglyphe]

Darauf wird der Chonsu p-ari secher nach Buchtan geleitet, wo er die

besessene Bentrosch durch eine segnende Bestreichung heilt, die mit

folgender Hieroglyphe bezeichnet wird:

[Illustration: Hieroglyphe]

Über die Bedeutung dieser Segen lasse ich nun Lambert selbst sprechen:

»Was sind nun diese verschiedenen Segen? Ich denke, ich werde keinem

Widerspruch begegnen, wenn ich dieselbe für mesmerische Bestreichungen, und

ihre verschiedenen, durch die beiden Hieroglyphen deutlich dargestellten

Formen für die Schemata halte, nach denen die Striche geführt wurden. Der

Segen ist ja in seiner ursprünglichen Wesenheit wohl nichts Anderes als ein

Ausströmenlassen einer Kraft aus seinen Händen.«

»Der einfachere +sa+-Strich (No. 2) wurde ausgeführt, indem die segnende

Gottheit oder der Arzt in der durch die Hieroglyphe gekennzeichneten Art

über den Hinterkopf nach den Schultern zu strich, nicht einmal, sondern

wiederholt und mit beiden Händen. So spricht die Göttin Muth zu Ramses III.

auf einer Abbildung, die sich in Lepsius +Denkmälern (III. 21.)+

veröffentlicht findet: 'Ich strecke aus meine beiden Arme, um zu machen die

+sa+-Striche hinter deinem Haupte.' An beiden Seiten des +sa+-Zeichens

sehen wir Knoten oder Verdickungen. Jedenfalls bezeichnen diese die

Stellen, wo der Streichende einen Halt in der Bewegung zu machen oder einen

besondern Nachdruck auszuüben hatte. Das Gleiche ist an jener Stelle der

Fall, wo die Linie des Striches in der Gegend des Genickes sich selbst

schneidet. Aus der ganzen Führung des Striches scheint hervorzugehen, daß

sich an dieser Stelle des Genickes die Kraft der Streichungen concentriren

soll. Warum aber gerade dort? Die Kabbalisten lehren, daß ein kleiner

Knochen des Halses, Luz genannt, 'unverweslich' sei, in ihn versenkte sich

die Schattengestalt des Nephesch bei dem Verstorbenen, und aus beiden werde

der Auferstehungsleib am Ende der Tage gebildet. Dieser Luz der Kabbala ist

aber identisch mit dem Uls der ägyptischen Lehre, welcher da liegt, wo das

Rückgrat vom Hinterhaupt nach den Schultern eine Einbiegung macht. (Luz

heißt im Hebräischen wie Uls im Altägyptischen Einbiegung oder Krümmung.)

Es würde zu weit führen, diesen Uls und seinen ganzen Kultus in der Stadt

Mendes, wo die Rückgratreliquie des Osiris aufbewahrt wurde, hier zu

besprechen. Ich wollte hier nur darauf hinweisen, warum bei dem Akte jenes

+sa+-Striches der Nachdruck auf die hintere Halspartie verlegt wurde, und

die Ursache hiervon liegt wohl unzweifelhaft, daß dort eine günstige Stelle

zum Erwecken gewisser transscendentaler Kräfte des Menschen gesehen wurde.

Vielfache Textstellen bezeugen, daß bei der +sa+-Bestreichung die Absicht

war, inneres Leben zu erwecken.«

»Die andere -- complicirtere -- Bestreichung (No. 1), welche vom Nofer

hotep an dem Ari-secher ausgeführt wird, erstreckte sich vermuthlich über

den ganzen Körper, ob aber über die Vorder- oder Rückseite desselben, ist

fraglich.«

[Illustration: Hieroglyphe]

»Es kommen nun unter den Hieroglyphen noch mehrfache Zeichen vor, die

solche Knoten vorstellen, und jedenfalls als ähnliche Manipulationen wie

die +sa+-Striche zu verstehen sind. Ein solches Zeichen ist +rod+, was

'festmachen' bedeutet. Das dürfte wohl ein Strich gewesen sein, um die

Unbeweglichkeit der Extremitäten zu bewirken. Ist dies der Fall, dann

geschah diese Action nicht durch einfache gerade Striche, wie bei unsern

Hypnotiseuren, sondern es wurde, z. B. um den linken Arm 'festzumachen',

wohl an der rechten Schulter begonnen, von da eine über den Rumpf gehende

Schleife gezogen, die an der linken Schulter endigte, und dann von hier aus

ein gerader Strich über den Arm mit einem Halt am Ellenbogengelenk nach den

Fingerspitzen zu ausgeführt.«

»Daß der Chonsu nofer hotep die Bestreichung viermal machte, scheint einen

ganz besondern Grund zu haben. Es entspricht dies den Bezeichnungen, die in

Verbindung mit dem +sa+-Zeichen No. 1 vorkommen, nämlich +tos-sa+, 'den

Einfluß herbeiführen', +tu-sa+, 'den Einfluß mittheilen', +meh-sa+, 'den

Einfluß vermehren', und +sotep-sa+, 'den Einfluß fixiren'. Es hat also wohl

jede der vier Bestreichungen ihren bestimmten Zweck: die Wirkung wird

herbeigeführt, mitgetheilt, vermehrt und fixirt.«

»Nicht ohne Bedeutung ist es, daß der Gott Thot, der später zum Hermes

Trismegistos geworden ist, den Beinamen +Sa+ führt. Thot ist ein Gott der

Heilkunde, der Ibis ist ihm heilig. Thot ist auch ein Gott der Erkenntniß

und zwar besonders der transscendentalen Erkenntniß, und es hat alle

Wahrscheinlichkeit für sich, daß er seinen Beinamen +Sa+ deswegen führte,

weil in der Hypnose, die ja, wie wir jetzt wissen, durch einen Act, der

+Sa+ heißt, herbeigeführt wird, die innere transscendentale Erkenntniß

aufgeht. Demnach ist es Gott Thot, welcher in der Hypnose nach der Meinung

der Aegypter das innere Schauen und besonders auch als Heilgott die

Heilverordnungen eingiebt. -- Thot wird vielfach mit Chonsu identificirt

und scheint in seiner medicinischen Eigenschaft als Mondgott mit Chonsu

nofer hotep vollständig dieselbe Person zu sein. Ich möchte hierzu auch an

den Einfluß des Mondes auf Schlafende erinnern.«

Soweit Herr Franz Lambert. Ich möchte noch hinzufügen, daß auch die

bekannten Hände der Isis, welche nach Apulejus bei Prozessionen

umhergetragen wurden (auf einen Stab gesteckte linke Hände, deren Daumen

und zwei erste Finger ausgestreckt, deren drei letzte aber eingeschlagen

sind), auf Erzeugung von Hypnose und Somnambulismus hinzudeuten scheinen.

Drittes Kapitel.

Die eigentliche magische Heilkunde der Ägypter.

Die magische Heilkunde der Ägypter knüpft, wenn in ihr auch uralte

Tempelgeheimnisse des Thot enthalten sein mögen, im Wesentlichen an den

mythischen Hermes Trismegistos[297] an und entstammt somit einer

verhältnismäßig späten Zeit. Über ihren Ursprung heißt es im hermetischen

Asklepius:

»+Quoniam ergo proavi nostri multum errabant, contra rationem Deorum

increduli et non animadvertentes ad cultum religionemque divinam,

invenerunt artem, qua Deos efficerent, cui inventae adjunxerunt virtutem de

mundi natura convenientem, eamque miscentes, et quoniam animas facere non

poterant, evocantes animas Daemonum vel Angelorum, eas indiderunt

imaginibus suis divinisque mysteriis, per quas sola idola et benefaciendi

et maleficiendi vires habere potuissent. Avus tuus, o Asclepi, medicinae

primus inventor, cui templum consecratum est in monte Lybiae circa littus

Crocodilorum, in quo ejus jacet mundanus homo, id est corpus; reliquus

enim, vel potius totus, si est homo totus in sensu vitae melior, remeavit

in coelum, omnia etiam nunc adjumenta hominibus praestans infirmis numine

suo, quae ante solebat Medicinae arte praebere. Hermes, cujus nomen mihi

avitum est, sibi cognomen patrium consistens omnes mortales undique

venientes adjuvat atque conservat.+«

»+Constat, o Asclepi, de herbis, lapidibus et de aromatibus vim

divinitatis naturalem in se habentibus, et propter hanc causam sacrificiis

frequentibus oblectantur numina hymnis quoque et laudibus dulcissimisque

sonis in modum coelestis harmoniae, concinnantibus, ut illud, quod est

coelesti usu et frequentatione illectum in idola, possit laetum humanitas

patiens longe durare per tempora; sic Deorum autor est homo. Et ne putes

fortuitos effectus esse terrenorum Deorum, o Asclepi, Dii coelestes

inhabitant summa coelestia unusquisque per ordinem, quem accepit complens

atque custodiens. Hi vero nostri sigillatim quaedam curantes, quaedam

praevidentes, quaedam hortibus et divinatione praedicentes, his pro mado

subvenientes humanis, quasi amica cognatione auxiliantur.+«

Mit diesen Worten des mythischen Hermes Trismegistos stimmt der spätere

Neuplatoniker Proklos (412-485 n. Chr.) völlig überein, wenn er sich

folgendermaßen ausspricht:

»Und wenn uns auch der Verstand an sich selbst gleichsam als Gott

erscheint, und die Seele von Urbeginn verständig ist, so sind doch die

obersten Dämonen höher geartet, sie stehen den Göttern am nächsten, sind

gleichförmig und göttlich. Die zweite auf diese folgende Dämonenclasse ist

ebenfalls des Intellects theilhaftig; sie stehen den himmlischen

Aufsteigungen und Absteigungen vor und überbringen und offenbaren die

göttlichen Befehle allen Dingen. Die dritte Dämonenclasse ist jene, welche

die Befehle der göttlichen Seelen überbringt und das Band zwischen diesen

und den niedern Dingen bildet. Die vierte überbringt die wirkenden Kräfte

aller Naturen auf die erzeugten Dinge, flößt den Einzelnen Leben ein,

schafft Ordnung, Regel und Wirkung. Die fünfte ist gewissermaßen körperlich

und schafft das Äußere der Körper. -- Die meisten von ihnen beschäftigen

sich mit der Materie und überbringen herabsteigend die Kräfte der

himmlischen Materie der irdischen, verbinden beide, bewachen das Irdische

sodann und bringen die Verschiedenheit der Formen hervor.«

Nach diesen Grundsätzen wurden göttliche Wesen konstruiert, welche den

einzelnen Krankheiten vorstanden, und man richtete an dieselben Gebete,

Hymnen und Beschwörungen, damit sich ihr Zorn besänftige, und sie die

verlorene Gesundheit wieder verliehen. Also ganz dieselbe primitive

Anschauung, wie wir sie schon bei den Akkadern fanden, und der wir noch

heute bei den Indianern, Negern &c. begegnen.

Die Ägypter betrachten die Welt als _ein_ großes Lebewesen, in welchem

alles in wechselseitiger Verbindung stehe, das von einer beständigen

Sympathie durchströmt und durch _eine_ Kraft zu _einem_ Leben vereinigt

werde.[298] Deshalb suchte man nach Kräften die wechselseitigen Beziehungen

und Wirkungen der Dinge zu erforschen, was bei den Krankheiten, da man von

dem Grundsatz: +similia similibus+ ausging, zu der von Paracelsus

aufgefrischten Lehre von den Signaturen führte. D. h. man schloß aus der

Ähnlichkeit irgend eines Teils einer Pflanze, eines Tiers oder Minerals mit

irgend einem Glied des menschlichen Körpers, daß ersterer Heilkräfte gegen

die Krankheiten des letzteren besitzen müsse. So galt als gegen

Hauptkrankheiten und Epilepsie besonders wirksam die Päonienknospe, ferner

der Mohn, die Wallnuß, Muskatnuß, Meerzwiebel, der Lerchenschwamm &c. Gegen

Augenkrankheiten wurden Augentrost, Habichtskraut, Skabiosen usw.

angewendet; gegen Zahnleiden die Zahnwurz, Granatapfelkerne, Zirbelnüsse,

die Knöllchen des Feigwarzenkrautes &c., gegen Ohrenleiden die Blätter von

der Haselwurz, dem Löffelkraut und der Wassermünze. Dieselben sollten auch

gegen Nasenleiden dienen, weil zwischen Ohr und Nase eine besondere --

wahrscheinlich aus der Beobachtung der Katarrhe geschlossene --

Verwandtschaft bestehe. Für die Kehle galt als heilsam das Wintergrün, der

Hirschschwamm und der Zimmt. Für die Lunge war das Lungenkraut signiert;

für das Herz die Citrone, der Pfirsich, die Brechnuß und Anthora; für die

Leber Äpfel, eine -- nicht genannte -- Moosart, Birkenschwamm, Eicheln und

das Leberkraut; für die Milz das Scolopendrium, die Hirschzunge,

Mauerraute, das Milzkraut; für den Magen die Blätter des Alpenveilchens,

Ingwer, Galgant; für die Gedärme eine nicht näher genannte Windenart,

Calmus, Zimmt; für die Blase die Judenkirsche, Staphisagria, der

Nachtschatten; für die Geschlechtsteile die Wurzeln aller Orchisarten; für

die Gebärmutter die Hohlwurz; für die Nieren der Portulac und das

Alpenveilchen; für die Gelenke die Datteln; für die Hände die jetzt +Palma

Christi+ genannte Orchideenwurzel.

In ähnlicher Weise wandte man in späterer Zeit in Ägypten den +humores

peccantes+ der Galen'schen Humoralpathologie ähnlich gefärbte Pflanzensäfte

zur Austreibung der Ersteren an. So gegen die gelbe Galle Kümmel, Crocus,

Aloe, Senna, Wermut, Koloquinte, Rhicinus, Rhabarber. Gegen die schwarze

Galle allerlei Pflanzen mit dunkelgefärbten Blüten, wie Smilax, rote Melde,

Ochsenzunge &c. Gegen überflüssige phlegmatische Feuchtigkeiten Pflanzen

mit Milchsaft oder weißen Blüten, weiße Schwämme, wie Lerchenschwamm &c.

Gegen die sogenannte rote Galle wurden Pflanzenstoffe von rotem Aussehen,

rote Blüten, rote Säfte usw. angewendet, wie rotes Sandelholz, Rotkohl,

Alkannawurzel &c.

Der Grundsatz: +similia similibus+ durchzog die ganze Arznei. So wandte man

z. B. gegen den Stein einige zubereitete Steinarten, menschliche

Blasensteine, die steinigen Concremente in gewissen Fischaugen &c. an;

gegen Wunden brauchte man scheinbar von der Natur durchlöcherte Kräuter wie

das Johanniskraut. Giftige Schlangen, Spinnen, Scorpione wurden zubereitet,

um als Gegengift zu dienen. Gegen allzulebhaften Geschlechtstrieb wandte

man Pflanzen an, welche nach alter Anschauung keine Frucht hervorbrachten,

wie Salat, Sadebaum, Weide. Umgekehrt suchte man durch saftstrotzende

Pflanzenteile -- wie Orchideenwurzeln -- oder durch den Genuß geiler Tiere,

wie des Sperlings und des Skinks die daniederliegende Zeugungskraft zu

heben. Das Fleisch gefräßiger Tiere, wie des Wolfs oder des Karpfens genoß

man zur Hebung des Appetits, während der Genuß des Fleisches intelligenter

Tiere Intelligenz, das träger Trägheit hervorrufen sollte. Endlich wandte

man sich durch hervorragende Leistungen auszeichnende Körperteile gewisser

Tiere gegen Leiden der entsprechenden menschlichen Körperteile an, wie

z. B. Fuchslunge gegen Lungenschwindsucht.

Erscheint uns nun auch bei der Lehre von den Signaturen das Meiste nicht

mehr haltbar und barock, so läßt sich jedoch keineswegs in Abrede stellen,

daß dem Ganzen ein großer und richtiger Gedanke zu Grund liegt, welcher der

Vater der Homöopathie ist; und erinnert es nicht an die Impfung und

Serumtherapie, wenn die Ägypter aus giftigen Tieren Gegengifte bereiteten?

Wie allbekannt, nahm man einen Gestirneinfluß auf alles Irdische und

mithin auch auf die menschlichen Glieder und Pflanzen an, wobei die Ägypter

(doch wohl erst der alexandrinischen Zeit?) nach Ebn Esra besonders die

zwölf Zeichen des Tierkreises als maßgebend betrachteten. Auf diese Art

entstand eine astrale Botanik und eine astral-botanische Heilkunde, bei

welcher die vier Grade der alten Grundeigenschaften der Dinge: warm und

trocken, warm und feucht, kalt und trocken, kalt und feucht, besondere

Berücksichtigung fanden. Ebn Esra giebt von dieser Lehre folgende

Grundzüge[299]:

»Der Widder ist ein männliches, feuriges, warmes und trockenes, das

menschliche Haupt beherrschendes Zeichen. Die ihm unterworfenen Pflanzen

sind warm und trocken in vier Graden.

Im ersten Grad stehen: der rothe Beifuß, die Betonica Cichorie, die

Dürrwurz, der Traubenhollunder, die Münze, der Huflattig und Ehrenpreis.

Diese Pflanzen sind nach dem in die Hundstage fallenden Vollmond zu

sammeln.

Dem zweiten Grad gehören an: der Spargel, das Johanniskraut, die

Schafgarbe, der Wegebreit, die Päonie. Zu sammeln sind sie, wenn sich Sonne

und Mond im Krebs befinden.

Dem dritten Grad gehören an: der Lerchenschwamm, Kellerhals, die

Coloquinthe, der Enzian, Liguster, Rhicinus, Hollunder. Sie sind Ende Juli

und Anfang August[300] zu sammeln.

Dem vierten Grad gehören an: die weiße Nießwurz, der Majoran, der weiße

Andorn, die Kresse, der Rosmarin. Sie sind theils im April, theils im

September zu sammeln.

Der Stier ist ein weibliches, kaltes, trockenes und irdisches Zeichen; ihm

ist Hals und Gurgel unterthan. Die ihm angehörigen Pflanzen sind kalt und

trocken.

Dem ersten Grad gehören an: das Milzkraut, Cathera(?), der Gamander, Epheu,

die Lilienwurzel, Narcisse, das Engelsüß, die Rose, der Baldrian, das

Veilchen. Dieselben erweichen die Geschwülste des Halses und der Milz.

Dem zweiten Grad gehören an: das Venushaar, die Judenkirsche, die Aklei,

die Eiche und Eichenmistel. Diese Pflanzen sind Wundkräuter.

Dem dritten Grad gehören an: die Ochsen- und Hundszunge, das

Carduibenedictenkraut, der Wasserhanf, die Klette, die Doste, Petersilie,

der Sanikel, die Braunwurz, Tormentill und das Kreuzkraut. Alle sind

Wundkräuter.

Dem vierten Grad gehören an: das Mausöhrchen, Schöllkraut, die Esche,

Malve, das Lungenkraut und die Scabiose.

Die Zwillinge sind ein männliches, luftiges, warmes und feuchtes Zeichen,

dem die Schultern unterworfen sind. Die ihm zugehörigen Pflanzen sind warm

und feucht.

Dem ersten Grad gehören an: der Anis, Althästrauch, Boretsch, Fenchel,

Ysop, die Prunelle und Mauerraute.

Dem zweiten Grad: das Farrnkraut, die Linde und Rübe.

Dem dritten Grad: die Vogelmiere, Aronswurz, der Macis, Sauerklee und die

Taubnessel.

Dem vierten Grad: der Sauerampfer, die Camille, das Mutterkraut, der

Rhabarber.

Der Krebs ist ein weibliches, wässeriges, kaltes und feuchtes Zeichen, dem

Brust, Lunge, Rippen und Zwerchfell unterthan sind. Die ihm angehörigen

Pflanzen sind kalt und feucht.

Dem ersten Grad gehören an: der Kohl, die Kardendistel, die Bohnen, die

Rapunzel, die Weinreben und die Braunwurz.

Dem zweiten Grad: der Erdbeerstrauch, die Tanne, die Zirbelnüsse, der

Nachtschatten, die Terebinthe und Mistel.

Dem dritten Grad: die Binse, die Brunnenkresse, der Petersiliensamen,

Portulac, die Weide, der Steinbrech und Mauerpfeffer.

Dem vierten Grad: die Muscheln[301], die weiße Coralle, der Krystall, die

Perlmutter, die Wasserrose, die Krebsaugen, der Vitriol.

Der Löwe ist ein männliches, feuriges, warmes und trockenes Zeichen,

welchem Herz und Magen unterthan sind. Die ihm zugeschriebenen Pflanzen

sind warm und trocken.

Dem ersten Grad gehören an: das Basilicum, der Crocus, die Cypresse,

Gewürznelke, der Ysop, Lavendel, Wegerich, Sonnenthau und Thymian.

Dem zweiten Grad: die Angelica, das Zweiblatt, die Kornblume, der Galgant,

Enzian und Teufelsabbiß.

Dem dritten Grad: die Hundscamille, Pastinakwurz, Münze, Gartenkresse, das

Flöhkraut, die Ranunkel und Brennnessel.

Dem vierten Grad: die Birke, der Buchsbaum und Lorbeer.

Die Pflanzen des ersten Grades müssen gesammelt werden, wenn die Sonne in

den Fischen, der Mond im Krebs ist; die des zweiten Grades: zu Anfang Mai

vor Sonnenaufgang oder zu Ende August; die des dritten Grades, wenn die

Sonne im Löwen und der Mond in der Jungfrau, oder wenn die Sonne im Stier

und der Mond in den Zwillingen sich befinden, vor Sonnenaufgang; die des

vierten Grades, wenn die Sonne in den Fischen und der Mond im Wassermann

steht.

Die Jungfrau ist ein weibliches, irdisches, kaltes und trockenes Zeichen,

dem der Bauch, die Leber und Eingeweide unterthan sind. Die ihr

zugeschriebenen Pflanzen sind kalt und trocken.

Dem ersten Grad gehören an: die Berberitze, Cichorie, der spitze Wegerich,

die Birne und der wilde Salbei.

Dem zweiten Grad: der Mangold, die Hagebutten, die Mispel, das

Salomonssiegel.

Dem dritten Grad: die Osterluzei und Dürrwurz.

Dem vierten Grad: das Tausendgüldenkraut, die Schlangenzunge, die Schlehe

und Schlangenwurz.

Die Wage ist ein männliches, luftiges, warmes und feuchtes Zeichen, welches

den Nieren und der Blase vorsteht. Ihr werden folgende warme und feuchte

Pflanzen zugeschrieben:

Dem ersten Grad gehören an: das Gänseblümchen, der Bärwurz, der Bocksbart.

Dem zweiten Grad: der Lauch, Türkenbund und das Eisenkraut.

Dem dritten Grad: das Löwenmaul, der Beifuß.

Dem vierten Grad: der Lachenknoblauch, Hühnerdarm, die Haselnuß und

Mauerraute.

Der Scorpion ist ein weibliches, wässeriges, kaltes und feuchtes Zeichen,

welches den Genitalien vorsteht. Ihm werden folgende kalte und feuchte

Pflanzen zugeschrieben:

Dem ersten Grad gehören an: das Kreuzkraut, der Weißdorn, die Vogelbeere.

Dem zweiten Grad: die Esche, der Apfelbaum, die Pflaume.

Dem dritten Grad: die Erbse und das Seifenkraut.

Dem vierten Grad: die Melde, das Bingelkraut und die Narcisse.

Der Schütze ist ein männliches, feuriges, warmes und trockenes Zeichen,

welchem die Lenden und Schenkel unterthan sind. Ihm werden folgende

Pflanzen zugeschrieben:

Dem ersten Grad gehören an: die Zwiebel, der Rettig, der Sesam und die

Königskerze.

Dem zweiten Grad: der Lauch, das Liebstöckel.

Dem dritten Grad: die Haselwurz, das Curcume, der Gundermann, die

Maulbeere.

Dem vierten Grad: die Eselsgurke, Wolfsmilch und Waldrebe.

Der Steinbock ist ein weibliches, irdisches, kaltes und trockenes Zeichen,

welches den Knieen und Sehnen vorsteht. Ihm gehören folgende Pflanzen an:

Dem ersten Grad: die Ringelblume, Schwarzkirsche, der Alant, die Maul- und

Heidelbeere.

Dem zweiten Grad: das Scharlachkraut, das Wollkraut.

Dem dritten Grad: der Wasserschwertel, das Täschelkraut, der Kürbis und die

Disteln.

Dem vierten Grad: die Nießwurz, das Bilsenkraut, die Mandragora, der

Sturmhut, der Nachtschatten und das Läusekraut.

Der Wassermann ist ein männliches, luftiges, warmes und feuchtes Zeichen,

welches den Schienbeinen vorsteht. Ihm gehören folgende Pflanzen an:

Dem ersten Grad: die Möhre, die Feige, der Steinklee und die Sanikel.

Dem zweiten Grad: der Kümmel, die Flachsseide, die Rosenwurz, das

Mauerkraut.

Dem dritten Grad: die Odermennige, das Mäuseöhrchen, die Gerste, der

Steinbrech.

Dem vierten Grad: das Herzgespann und die Mispel.

Die Fische sind ein weibliches, wässeriges, kaltes und feuchtes Zeichen,

welches den Füßen vorsteht. Ihm gehören folgende Pflanzen an:

Dem ersten Grad: Die Buche, die Osterluzei, das Kraut, die Myrobalanen und

Rüben.

Dem zweiten Grad: Die Artischocke, die Kornblume, das Stächaskraut.

Dem dritten Grad: der Schwarzkümmel und Mohn.

Dem vierten Grad: der Schierling, das Bilsenkraut, der Sturmhut und

Nachtschatten.«

Wir dürfen Ebn Esra wohl unbedenklich glauben, daß das eben geschilderte

astrologisch-botanische System den Ägyptern der alexandrinischen Zeit

entstammt; allein, was uns hier vorliegt -- ich habe Ebn Esras Originalwerk

nicht auftreiben können[302] -- ist offenbar die Bearbeitung desselben

durch einen deutschen Arzt des 16. Jahrhunderts. Es kam indessen auch nur

auf eine Darstellung des Systems und der Methode an.

Viertes Kapitel.

Der Occultismus des Altertums · 第 114 / 155 题