3. »Die Seele des Menschen strebe, das Göttliche in sich zu behalten.«

Der erste Kommentar sagt sehr dürftig, die Seele könne des Göttlichen nicht

voll sein, ohne zuvor die irdischen Gelüste abgelegt zu haben.

Psellos bemerkt:

»Die Seele heilige sich zu einem Gefäße, in welchem die Gottheit ihre

Wohnung nehme. Dies geschieht, wenn sie erleuchtet ist, in einem Zustand

also, dem ein heiliger Wandel, eine Verachtung alles Irdischen vorhergehen

muß.«

Plethon endlich sagt:

»Obgleich die Seele mit dem Leib verbunden ist, so vergesse sie doch ihren

himmlischen Ursprung nicht, beklage sich aber auch nicht, daß ihr der

schmutzige Leib zur Hülle gegeben wurde, ebenso wenig als sie auf die

himmlischen Güter und göttlichen Eigenschaften stolz sein darf, mit welchen

sie der Vater so reichlich bedachte.«

Aphorismus elf in allen drei Fassungen lautet der Reihenfolge nach:

1. »Weil die Seele ein durchsichtiges Feuer ist, so bleibt sie unsterblich

und die Herrin des Lebens.«

2. »Weil die Seele ein leuchtendes Feuer ist, darum ist sie unsterblich und

Herrin des Lebens.«

Der Occultismus des Altertums · 第 104 / 155 题