3. »Weil sie ein lichtes Feuer ist und unsterblich . . . .«

Die drei Kommentatoren sagen:

1. »Das Irdische ist das Vergängliche, das Geistige das Unvergängliche. Nur

des letzteren können wir verlustig gehen, und deshalb ist die Seele die

Herrin des Lebens, d. h. des ewigen Lebens.«

2. »Die Seele ist immateriell, stofflos, daher unvergänglich, weil sie

nicht aus auflösbaren Stoffen zusammengesetzt ist. Sie nimmt nichts von der

Finsterniß an, weil sie keinen Körper hat; sie ist also eitel Licht.«

3. »Unter dem Feuer sind die geistigen Fähigkeiten verstanden, mit welchen

die Seele des Menschen begabt ist.«

Bei Plethon folgt nun als zwölfter, bei Psellos als achtzehnter ein kurzer

Aphorismus, der in der ersten Fassung fehlt:

»Suche das Paradies!«

Plethon sagt kommentierend nur, daß unter Paradies der lichtumflossene

Aufenthalt der reinen Seelen zu verstehen sei; Psellos dagegen äußert sich

folgendermaßen:

»Die Chaldäer verstehen unter Paradies den Chorus von sämmtlichen

Eigenschaften der Gottheit, welche ihn als besondere Personificationen

umgeben.[228] Dem Unwürdigen wehrt ein feuriges Schwert. Daselbst findet

man alle Tugenden, welche den Menschen gottähnlich machen.«

Der zwölfte Aphorismus der ersten Fassung, bei Psellos der siebzehnte und

bei Plethon der dreizehnte hat dieser Reihenfolge nach folgenden Wortlaut:

Der Occultismus des Altertums · 第 105 / 155 题