III.

Mein freuntlichen willigen dienst wist allczeit beuor herczen liebster

herr. das ir wol möcht[57] vnd wol ging das wer mir ein grosse frauͤd

vnd las euch wissen wie etlich zu kastelrutt geredt haben vnd euch

darczu v̈bel geflucht haben wie ir alle kümernuß vnd jrrsal die yeczunt

in dem land sey vnd das man für Triendt geczogen sei vnd das man dem

prettlein gefangen hab vnd das sein genommen hab vnd des geleichen dem

Gerhart auch Mer haben si gesprochen es sey nyemant als schuldig an

den sachen das man her Tibolten[58] nicht verschriben hab dann ir vnd

wa ir jn gehindern möcht das tät ir gern vnd sei das euch die sach zu

gutem gedeyhen werd das nem si ymmer wunder vnd hoffen ir sult hinfür

in dem Rat nymer beleiben So werd es nicht acht tag darnach gesten[59]

wenn ir aus dem Rat kombt man werd newer märe jnne wie es euch ergen

werd Auch hat her Tibolt geredt E er euch richten well lassen v̈ber

seine pawläut[60] als dann die brief aus weysent. E well ers der

herschafft oder der lantschafft v̈ber geben zu lösen vnd pitt euch

herczen liebster herr ir welt euch in allen sachen für sehen damit das

euch kayn Smachait noch schad wider var wan (_denn_) ir euch wol dürfft

für zesehen lieber her getraut dem Gufidawner nicht wann (_denn_) er

vnd der Tunner vnd her Tibolt ain ding ist Auch las ich euch wissen wie

man geredt hat ir habt laider der schintl zu vil auf dem dach[61] wer

aber dasselb nicht So wolt man wol ainen weg treffen damit das ir die

läut pei ainer geleichen liesset peleiben tut als wol herczen liebster

herr wert ir lenger in dem Rat peleiben So schickt nach mir das wil

ich jm mer vmb euch verdienen wann ich doch von euch nicht sein wil es

sei da oder anderswa lieber herr ich hab vernommen wie mein herr von

Brichsen an Meran nicht kommen sei nu han ich wol verstanden an seinen

gnaden Möcht ir zu jm nicht komen das ir euch mit jm vnderrett hiet

von der brief wegen wenn jm dann der Rat darumb verschrib das er euch

die brief antworten sol des will er also willig sein zu tun auf ewr

versorgnüss lieber herr möcht ir mit dem jösen gereden das er herwider

käm oder vmb ainen andern frumen knecht damit das ir (_eur_) versorgt

wert des pedörfften wir wol auf dem haus Auch las ich euch wissen das

ich zwen ochsen kaufft han vmb 10 ducaten vnd j [Pfund] vnd hat der

pasayer die viiij ducaten daran aus gericht Auch will der probst noch

der hawß das smalcz nicht haben welt irs aber dem größ kopf geben der

wils gern nemen 1 [Pfund] vmb viiij fierer vnd nicht höcher. Doch maynt

der fräl er wolts zu Tramyn gar wol an werden wolt ir ims geben vnd was

ewr wolgefallen sey das lat mich in geschrift her wider wissen vmb das

vnd vmb ander sach wie es euch ergee oder wie ir mügt pei (_durch_)

dem Geyr vnd schickt mir den zu stund her wider wann (_da_) ich sein

nicht enpern mag zu dem haus vnd wais nicht anders oder es stond wol zu

hawenstein Damit so phleg eur der allmächtig got. Geben zu Hawenstain

am freitag nach gots leichnams tag Anno domini xlv.

Dem Edlen Strengen Ritter Margret von wolkenstain.

herrn Oswalt von wolkenstain

meinem lieben gemaheln etc.

Original auf Papier.

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, 27. Band, 1880 Organ des Germanischen Museums · 第 44 / 173 题