LINCHEN: Ach, 's is man gut -- dass -- Papa da is! -- Ich hatte schon --
solche Angst! -- (Lächelnd.) Horch mal -- wie er schnarcht! -- Wie 'ne
Säge, was? Du -- weinst ja, Tönchen?? ...
TONI: Ich?! Ach nein?
LINCHEN: Du! -- Du! -- Er is wohl wieder -- betrunken??
TONI: O nein! Ich dachte gar, mein Liebchen!
LINCHEN: Will er auch -- Mama -- nicht schlagen?
TONI: Nein! I bewahre, mein Herzchen!
LINCHEN: Ach nein! -- Das -- thut er auch nicht! -- Er macht immer --
blos so! -- Nicht wahr?
TONI: Freilich! Aber, schlafe wieder ein, mein Linchen!
LINCHEN (unruhig): Ach nein! -- Ich kann gar nicht schlafen! -- Ich bin
ganz -- munter, Du! -- Du! -- Ist bald Morgen? -- Kann ich bald --
aufstehn, Tönchen?
TONI: Nein, Herzchen! Noch nicht!
LINCHEN: Ach! -- Du! -- Du!
TONI (besorgt): Was -- was ist Dir denn, mein Herzchen?!
(Bückt sich zu ihr und fährt dann unwillkürlich wieder in die Höhe.)
LINCHEN: Ach! -- Nichts! ... Du! ...
TONI (sie gespannt, ängstlich beobachtend): Ja?
LINCHEN (sehr unruhig): Wo -- is denn -- Mamachen?
TONI (mit bebender Stimme): Warte! Ich rufe sie!
LINCHEN (hastig): Ja! -- Ja! ... (Toni will gehen.) Du! -- Tönchen! --
Die L -- Lampe -- brennt ja -- so trübe ...
TONI (wendet sich erschrocken um): Aber -- n ... nein -- liebes
Mäuschen?! ... Sie -- ist ja -- ganz hell ...? ... (Steht da, wie
erstarrt.)
LINCHEN (wie vorhin): Schraub -- doch -- hoch! ... Es wird ja -- ganz --
dunkel ...
TONI (mit unterdrücktem Entsetzen): Kind! ... (Wird leichenblass.
Schraubt mit zitternden Fingern an der Lampe. Wendet sich dann mit
wankenden Knieen zur Flurthür und öffnet sie. Vorsichtige Schritte.)
FRAU SELICKE (zur Thür herein): Ist er denn ...
LINCHEN (ängstlich, bang, angestrengt): Ma--ma--chen ...
FRAU SELICKE (aufhorchend): Ja? -- Mein -- Kind?! ...
TONI (bebend): Mutter! -- Komm! -- Schnell! -- Er schläft! -- Komm! --
Linchen ... ich weiss nicht ...