Er antwortete: »Ich will nicht sagen darum, dieweil teils Offizierer
selbst mitmachen, sondern es geschiehet, weils die Soldaten nicht
mehr lassen wollen, ja, auch nicht lassen können. Dann wer sich dem
Spielen einmal ergeben, der wird nach und nach, er gewinne oder
verspiele, so verpicht darauf, daß er's weniger lassen kann als den
natürlichen Schlaf. Man siehet etliche die ganze Nacht durch und durch
raßlen und vor das beste Essen und Trinken hineinspielen und sollten
sie auch ohn Hemd davongehen. Es ist zu unterschiedlichen Malen bei
Leib- und Lebensstrafe verboten und auf Befehl der Generalität durch
Rumormeister, Profosen, Henker und Steckenknechte mit gewaffneter Hand
offentlich und mit Gewalt verwehret worden, aber das half alles nichts.
Also daß man, der Heimlichkeit zu wehren, das Spielen wieder offentlich
erlauben und gar diesen eigenen Platz darzu widmen mußte, damit die
Hauptwacht bei der Hand wäre. Ich versichere dich, ~Simplici~, daß ich
willens bin, von dieser Materi ein ganz Buch zu schreiben, sobald ich
wieder bei den Meinigen zur Ruhe komme. Da will ich den Verlust der
edlen Zeit beschreiben, die man mit Spielen unnütz verbringet, nicht
weniger will ich die grausamen Flüche, mit welchen man Gott lästert,
und die Scheltworte erzählen, mit denen einer den andern antastet,
viel schröckliche Exempel und Historien einbringen, die sich bei,
mit und in dem Spielen zutragen. Und will nicht vergessen der Duell
und Totschläge, des Geizes, Zorns, Neides, Eifers, der Falschheit,
des Betrugs und Diebstahls und beides: der Würfel- und Kartenspieler
unsinnige Torheiten mit ihren lebendigen Farben abmalen und vor
Augen stellen, daß jeder Leser ein solch Abscheuen vor dem Spielen
gewinnen soll, als wann er Säumilch gesoffen hätte, welche man den
Spielsüchtigen wider solche ihre Krankheit unwissend eingibt.«