Râtes schol man helfen mit

Yedem man, der sein begert,

Ist sein sache rates werd. 15

Tuot dann einer, daz er schol,

Dem schullen wir mit hellen wol

Und ym geben also bald

Unsern gunst und unsern gewalt.

So mügen wir auch wirchen mit 20

Einem, phligt er guotter sitt,

Und schafft es wol ze rechten stunden.

Doch sein wir sein nit gepunden,

Wen die hilfe haben wil

Mü und auch der zerung vil, 25

Er war dann, daz der selbig man

Uns ein soleyichs hiet getan

Oder tätt von herczen gern,

Wolten wir sein nicht enbern.

Die täding schol man doch versten, 30

Ob sich das dinch mag so vergen,

Daz wir auch weder er noch leben

Müssin mit der hilfe geben,

Ald daz äyner nicht da pey

Wolt der pfaffhayt werden frey, 35

Oder ob das helfen wär

Unsern freunden nicht ze swar,

Den schüllen wir missevallen nicht,

Sam die tugent uns vergicht.

Warind aber paydeu täyl 40

Unser freunt ze geleichem häyl,

So schüllen wir daz schaiden

Zwüschen inen payden.

Mag mans dann nicht untersten,

So schol man zua dem ermern gen 45

Und in schirmen, hat er recht.

Secht das duncht mich alles schleht. #47c

Seyn sie aber bayd geleich,

An iren willen gar ze reich,

So lassen wir seu also rüg,

Bis seu selber werden müd; 5

Und was ich von den freunden sprich,

Daz macht du merken hinter sich

Von den veinten nâch der welt,

Die die sel verkauft um gelt.

Also wisst, daz ist mein rat, 10

Daz wir senden ieso drat

Mit ir potschaft unser zwen,

Die mit worten untersten

Schüllen gütleich, ob seu mugen,

Yren streyt mit ganczer tugend; 15

Und ob ir tading nicht enklek,

So lâssen wir die spreuwersek

Vechtens werden ubervol,

Ob es euch gevellet wol.

*** Der herczog von Venedy sprach: 20

Besser red noch nie geschach.

Dar zuo sagt der potestat

Von Padaw: Daz ist mein rât.

Von Prâg der schepfer warend drey,

Die sprachen all: Daz sey, daz sey! 25

Also ward yeso ze hand

Ir erber potschaft hin gesant

Gen Lappenhausen zuo dem rât.

Ir täydinch huobens an vil drât

Umb den frid ze reden do. 30

Des geantwürt in also:

Sagt den ewern von den steten,

Wir haben seu umb hilf gepetten

Und nicht umb frid ze machen,

Dar umb wir in den sachen 35

Zuo allen heiligen sweren,

Yr gepeit auch nicht ze eren.

** Die botten hin was scholtens sagen!

Seu möchten vor gwisset haben,

Daz ein gpaur vil selten tät, 40

Wes man in mit züchten pät,

Dem daz haubet grosser gar,

So man in gebitten gtar,

Und tuot allaine, daz er muos. 45

Gewalt der ist sein rechteu buoss.

Daz war dem Höseller ze swär

Und gedâcht, wie besser wär #47d

Ym, auf frömder erde leben,

Dann da haym des todes phlegen.

Des macht er haymleich sich dar von,

Sam noch die weisen sein gewon. 5

*** Die andern santen yeso hin

Zuo den dorffen in dem sin,

Daz man in ze hilfe chäm.

Daz erste dorff was Narrenhäym,

Do hiettens mangen ohäym inn. 10

Daz ander dorff hiess in der Chrinn.

Seu santen hin züm weyler,

Den hiess man Rupfengeyler,

Gen Torenhofen in dem tal

Zuo iren freünden uber al, 15

Gen Leusaw unterm Höperg,

Da sassen herren und auch twerg,

Vil nach da pey auf grunen wisen

Sassen reken und auch risen.

Da hietens umb und umb gesant, 20

Dar zuo in der hayden land,

** Die Juden und die Chriechen

Hielten sey für siechen

*** Und für nunnen zuo der geschicht,

Darum so wolten seu ir nicht. 25

Des dauchten sich die häxen gmät.

We, wie schier seu waren beräyt!

Yecleicheu sass auf ein gäyss

Und flog da her, daz ich nicht wäyss,

Weder tiefel in ir wär 30

In einem phät, daz was nicht swär,

Dar an ir gemaynes zaychen was

Pelsabuken chrumbe nas.

Ze Lappenhausen fuorens ein

Mit langen pürsten von dem sweyn 35

Und mit püchsen vol mit salb,

Das mustens haben allenthalb.

Daz wissten nu vil wol die twerg

Gesessen in dem Höperg

Und wollen mit den häxen nicht 40

Wesen ze der selben geschicht,

Wen seu mäynten sey nicht wol.

Des warens auch der sinnen vol

Und yeder mit seym mantel veh #48

Ward sieh seczent auf ein reh,

Die, sprungen höh den häxen zdracz

Bis gen Nyssingen an placz.

Die wâppen fuort man in vil gâch 5

Auf hohen chämeltyeren nach,

Ir zaychen was ein chronter löw

Mit einem spruch: Mir niemant tröw!

Vor inen farnder leuten vil

Mit pfeyffen und mit saytenspil 10

Dönten sunderleichen wol.

Die freunt seu machten fröden vol

Hie mit und auch die risen her.

Yder fuort ein ysen sper

Und mit ir ein chläynet schon, 15

Daz was ein drake also hön.

Des drâtten seu in siben schritten

Gen Lappenhausen bis enmitten

Auf den plan, des was man fro.

Daz sâhent so die reken do, 20

Den die risen truogend hass,

Und bedachten sich auch bass

Ze Nyssingen ze varen ein.

Secht, daz geschach und scholt auch sein!

Iecleichs swert waz lang und präyt, 25

Dar an des stahels vil geläyt.

Daz seu do fuorten zuo eym schein,

Daz was einer maget bild so vein.

Die häyden wisten auch vil wol,

** Mit we der man sich rechen schol. 30

Und do sey hieten so gehört,

Wie der Cristan minn zerstört

Was, des wurden seu vil fro

Und sprachen gen enander so:

Veint mit veinten temmen schol 35

Ein man, der sich wil rechen wol.

*** Des zoh ir her ein michel dyet

Bis in Lappenhauser gepyet,

Etleich ze fuoss, die andern ze röss,

Mit iren krölen und irm geschöss, 40

Mit einem sternen sampt dem man.

Der wappen wurdens selten an.

Wes scholten do die Sweyczer warten?

Mit iren geschliffenn helmparten

Cham ir her ein michel täyl #48b

Nur den Nyssingern ze häyl.

Etleich do ze fuosse giengend,

Die andern auf den sätteln hiengend,

Seu waren frays und dar zuo ubel, 5

Ir paner hiet einn melchkübell

Von dem dorff ze Aurach,

Daz allweg für die andern prach;

Narrenhäymer auch da hin,

Gen Lappenhausen stuond ir sin 10

Mit iren oren von dem esel.

Der dauchtens sich nicht wenig edel,

Hakken truogen seu ze wer,

Die schluogen fast und heuwen ser;

Torenhofner auch hin zuo, 15

Den zagel fuortens von der kuo

Und kamer her gegangen

Mit eim und dreissig mannen,

Iecleicher mit seinem stab,

Mit dem er grosse peullen gab. 20

Fünfzig waren chomen dar

Von Narrenhayme sunderbar.

Der hayden tausent was und me

Chömen auf der Cristan we;

Ir haubtman hiess her Mägeron, 25

Gewappent all mit leder schon.

Der risen warend siben:

Den ersten hiess man Sigen,

Den andern namp man Egg,

Der dritte was der Wegg, 30

Der vierd Golyas was genant,

Dem fünften sprach man Ruolant,

Neymprecht und her schön Syren

Warend do die lesten zwen.

Hächel zaubermaysterein 35

Hiet der fäygen fräwelein

Einlfhündert gzöhet dar.

Da was der Lappenhausner schar

Zwelff und dreu hundert,

So gerad, daz mich des wundert, 40

Was seu hyetin gessen.

Seu waren unvermessen

Yeder mit seinr lanczen hie,

Ze ross und ze fuoss, ich waiss nicht wie,

Also daz ir uber al 45

Warend da nach meiner zal

Zway tausent streyt frey #48c

Und fünf hundert auch da pey.

** Die ander dörffer koment nicht

Und sprachent, daz zuo der geschicht

Besser wär ein luogen zuo, 5

Rüwecleichen spat und fruo,

Also schlaffent pey der want,

Dann selber spilen mit der hand.

*** Doch so ward in zuo gesant

Von Indertrinn dem teuffen land 10

Ein alter man und dar zuo gra;

Nicht mer so vand man ir auch da.

Der wolt auch sein ze ritter worden,

Also wol gefiel ym der orden.

Des ward verworfen er ze stuond. 15

Sym, was schol uns der schebig hund?

Sprachen seu, ker wider häym!

Du pist den jungen ungenäm.

Des war auch chömen her Galvan

Ein ritter werd von Montalban, 20

Lanczelott und her Tristan,

Stolff und ander herren gmäyn.

Do muosten seu ir schlosse retten

Und andreu güter von den steten.

Her Rüggel doch von Elrpach, 25

Den man nie derligen sach,

Hiet ze streyten ym derkorn,

Da was er dannacht ungeporn.

Des waren chömen in der zeit

Den Nyssingern zuo irem streyt 30

Mäczendorffer ungebetten,

Die sach man grimmelechen tretten,

Sam die zieren fiessen

Mit baslern und auch spiessen.

Yeder auf seim wappenroch 35

Fuort einn ygel auf eim stok.

Seu wâren chomen umb ein sach,

Die vor hundert jaren gschach.

Daz was ein schad und ein verratten,

Daz die Lappenhauser taten 40

Iren vordren umb ein stro;

Daz wolten die erst rechen so.

Der andern dörffern kainer cham,

Dan von Leybingen ein man

Vil jägerleichen mit eim horn, #48d

Er hiet der veinten tod gesworn.

Ein rostigs panczer truog er an,

Ein fuorggen auch, da mit der man

Gab, so er wolt rüren sich, 5

Wunden drey in einem stich.

Mäczendorffer der was vil

Und, sam ich euch es sagen wil,

Wol auf neun und sibenczig do.

Daz wurden eben achczig so. 10

Der Sweiczer was auf hundert knecht

Dannocht zwänczich, daz macht recht

Zwirent hundert, alz ein har.

Do was der reken sunderbar

Vier alläin, die nenn ich dir. 15

Es was der Perner, glaub es mir,

Und sein mäyster Hiltprant,

Dyetleib von Steyrland

Und der werd Wolffdyetreich.

Secht, do was der twergen gleich 20

Tausent neunczig und auch ächt.

Nu secht vil eben, waz daz macht!

Der von Nyssingen man hiess

Rechter harscher sechczig spiess

Reiten auf den placz da her, 25

Da zeller man ze yedem sper

Dreu phert beräytet wol,

Sam ein lancze haben schol.

Secht, do hiet ein man gesehen

Ze hundert malen dreyzehen 30

Und sechzig erbrer uber al.

Der andern warent ane zal

Ze päyden taylen komen dar

Von sakman und preganten schar,

Von schüczen und schiltknechten, 35

** Die hulfend auch ze fechten.

*** Die geste wurden schone enphangen

Von den frauwen und den mannen.

Man hiess in allen ze drinken geben.

Wes scholten seu do fürbas phlegen? 40

Der wein in zuo den stirnen schluog,

Des wuostens auf vil ungefuog

Und wolten ze der selben stund

Die veint erwürgen sam die hund.

Trun daz wär leycht do getan! #49

Da zugen seu die alten von,

** Die Nyssinger mit grossem schall.

Her zuo, ir herren, schreuwens all;

Seyt ze streyten nicht ze gäch! 5

Wir schüllen haben ein gespräch

Und auch kumen uber äyn,

Was uns sey ze tuon gemayn.

Des waren seu gehorsam do.

Strudel machet sich aufhin so 10

Uber sich bis auf ein tach.

Er huob sein rede an und sprach:

Hört, ir herren arm und reich,

Chläin und gröss und all geleich,

Got der alleu ding tuot 15

Uns ze hayl und auch ze guot,

Geyt dem sünder oft ein pein

An dem leib und an dem seyn,

Daz er sich dest e beker,

Dar umb so wisst, es ist mein ler, 20

Daz wir alle Cristan gemäyn

Peychtig werdin gancz und räyn.

Das pin ich nicht ze sagen worden,

Dar wir die veinde schullen bsorgen,

Die so löss sein und so zag, 25

So böss und narrisch alle tag.

Ich sprich es nur alläyn umb das,

Daz wir got behagin bäs,

Won ist er mit uns alläin,

Niemand zeucht uns umb die päyn. 30

Dar nach schullen wir auch all

Fröleich essen und mit schall

Prot und fläysch von einem swein,

Dar zuo trinken roten wein,

Daz git uns chraft und dar zuo macht. 35

Nach dem schol man gen der nacht

Ziehen auss hin auf hin auf daz veld

Ze richten hütten auf und zelt.

Da schullen wir auch all beleyben,

Die nacht vil rüwechleich vertreyben, 40

Doch mit guoter wart und feur,

Bis an den liechten tag geheur.

Dar nach so mach sich ieder man

Auf und leg sein härnäsch an #49b

Und segen sich, er sauff ein äy

Dreu ald viereu oder zway

Mit einem glass von guotem wein.

Das hilft ym zuo den nöten sein. 5

Des mach er sich ye so hin an

Zuo seinem rechten haubtman,

Der hie fünfe schullen sein.

Der erste sey her Laureyn

Ein künich lobesam und werd, 10

Gewaltig über alle perg.

Der ander ist her Dyetreich

Von Pern, dem nie kayn man geleich

Ward an tugend und an macht.

Des haben auch die reken acht, 15

Doch sein seu all so wol getan,

Daz yeder möcht ein haubetman

Uber all die welt gesein.

Das sprich ich auf die treuwe mein.

Der dritte haubtman ist geräyt 20

Der fräydigest der cristenhait,

Er ist ein fiess vil wol derkant,

Her Paggenzan von Sweiczerland,

Der von Aurach hie mein herren

Hat gefüret so von verren. 25

Der vierde haübtman ist der stark

Von Mäczendorffe auf der march,

Der des streytens gar vil phligt

Und in allen angesigt.

Der von Leybingen der sey 30

Sein selbers herr ein degen frey,

So pin auch dirr purger hie

Haubt und mäyster, got wiss wie!

Gar unwirdig ich sein pin,

Sam mich dünkt in meinem sin. 35

So muoss meim nefen auch glingen,

Der ist der best von Nyssingen

Und is gehaissen Füliczan.

Des rüm ich nicht, er ghört mich an.

Man mag es sehen an seiner tât, 40

Was der man ym herezen hat.

*** Der ist von uns dar zuo derwelt,

Ist, daz es euch auch gevelt,

Daz er durch ewer nucz und er

Fürer sey und weis daz her #49c

Mit unserm paner an daz zil,

Da man des morgens streyten wil,

Won er der strâssenkunst ist vol.

Seu sprachent all: Daz gefelt uns wol. 5

Wer schol aver pilleich haben

Den vorstreyt? Daz schült ir uns sagen?

Trun, des antwurt Strudel do,

Unser ordnung sey also!

Hie sind cristan, twerg und reken, 10

Die schüllen sich ze velde streken,

Ze ross und fuosse gancz und gar

Sunderleich auf fünf schar,

Alz vil, sam auch der haubtleut.

Dar zuo wisst, sam ich euchs beteut, 15

Der veinten gsind daz ist gschaiden

In häxen, risen und in häyden,

Dar zuo habens cristan her

Wol auf sechse schar und mer.

Nu sagt mir an, daz wisst ir bas, 20

Wen habt es allermäyst in hass,

Dem schult ir auch des streytes geben.

Das ghört dar zuo und fügt euch eben.

Ich wäyss wol, am ze aller zeit

Der Sweyczer ist der vorstreyt 25

Von iren alten rechten,

Wann seu mit cristan vechten.

Der twergen gwonhäyt wayss ich

Noch der helden, so man vicht.

Seu sein aller eren vol, 30

Got geb was in fügi wol!

Der rede wurdens alle fro.

Des sprachen do die twerg also:

Kayn häxe noch kayn unhold

Ward uns nie mit trüwen holt. 35

Nu dar, so macht euch an den streyt,

Wan sen chöment welher zeit,

Sprach do Strudel an der vart.

Der reken täyl auch schreyent ward:

Die risen maynen wir nicht wol, 40

Won seu sind aller bösshäyt vol.

Der schult ir mich gepeyten,

Bis daz seu werden streyten,

Antwurt Strudel ze der stuond.

Die Sweyczer ruften aus dem mund: 45

So wisst, wir seigin cristan leut

Und lust uns wol der häyden heut. #49d

So nemps auch hin, sprach Struodel do.

Doch so rât ich euch also,

Daz yecleicher ein segen hab

Und sneid die payn den kaczern ab. 5

Mäczendorffer auch hin zuo:

So wisst, wir hassent spat und fruo

Lappenhauser, daz ist war.

** Do sprach Strudel offenbar:

Die schullen werden uns ze täyl, 10

Seu sind uns umb käin gelte väyl.

Doch so mag ich also sprechen:

Wolt es euch an inen rechen,

So greyfft dte Narrenhäymer an,

Won es spricht der weise man: 15

Wer die diener füret hin,

Der fürt den herren sampt mit in.

Mäczendorffer sprachent do:

Das selbig schult es tuon also,

Sam ir von uns halten welt. 20

Daz haben wir für recht gezelt.

Strudel der hiet weisen muot.

Daz wär vil pilleich und auch guot,

Sprach er, so ist ir ze vil,

Dar umb man euch nicht lassen wil 25

So verderben, noch enschol;

Won wir wissen alle wol,

Wer euch schlügi auf den tod,

Der prächt uns in die selben not.

Des liessen seu sich auch benügen. 30

*** Fülzan der ward sich rügen

Und sprach: Vil lieber vetter mein,

Daz du sälich müssist sein!

Du sprichst: Ich schül das paner tragen

Und dem her den wege sagen. 35

Ghört daz nicht eim haubtmann aff,

Dem das gesind ist undertan?

** Nayn du, sprach her Strudel do,

Du pists der panermayster so

Und hast ze schaffen anders nicht, 40

Dann den sturmfan, so man vicht,

Tragen vestecleich hin an

Hoh embor, so bist ein man.

Und tracht, daz nicht kerst wider

Oder daz mans truk da nider! 45

Da geit man dir auch hilffen zuo, #50

Die dein gaument spat und fruo.

Ein anders ghört einm haubtman an,

Der schol des ersten sein ein man

Frey des gemütes unerzäyt, 5

Daz er ze trösten sey berayt

Das ander volk und pring auch an

Mit heczen, so er beste kan,

Won der fröd in ym nicht hât,

Der tröst die andren gar ze spât. 10

Daz ander ist, daz er schol sein

Listig in den sinnen sein,

Daz er sich halt recht sam der man,

Der schaffzagel spilen kan,

Mit greyffen an und hüten sich 15

Vor schaden nemen, merkst du mich?

Dar umb so tuo des ersten das

Ze frides zeit, daz fügt ym bas,

Und hayss sein gsinde tag und nacht

Uben sich in ritterschaft 20

Mit stechenn und turnieren

Und anderm jubilieren,

Won der ungelert den gelerten

Mag so wenig uberherten,

Sam der bloss mag einen man, 25

Der ganczen härnesch füret an.

Dar umb des ersten künnen schol

Yecleicher vil sunder wol

Schon und sauberleichen reyten,

Auf und ab zder tenchen seyten 30

Sicz der man an underlâss,

Dar zuo sey der stegräyff mâss,

Daz sich so einer müg derheben

In dem sattel, daz man legen

Möcht ein kugel unter in. 35

Die payne schol man streken hin

Und die knie doch zemen haben,

Die sporn nicht gen dem phärde tragen,

Den zaume hab in seiner gewalt,

Sicz aufrecht in schlechter gstalt. 40

Der dann mit dem sper wil reyten,

Der trachti daz zder andern seyten

Der stegräyff umb ein halbeu spang

Für den andern stegräyff hang!

Smukt er sich ein tayl hin an, 45

Dest minr man ym geschaden kan.

Des ersten schol er stapfen hin, #50b

Darnach bald, daz ist der sin,

Und wil er treffen alle zeit,

So nem den lauffe nit ze weyt!

Pey frid so schol man wappen chauffen, 5

Der nicht enwelle nakent lauffen

Vor dem veinde an der zeit,

So derhaben ist der streyt.

In den selben sachen

Der haubtman schol auch wachen, 10

Nicht enschlaffen, daz ist recht.

Er schol die ritter und die knecht

Nicht so füren gar verwegen,

Des gesindes leben muoss er phlegen

Und zühen sich ze velde so, 15

Da man haber vind und stro,

Holcz und wasser, des ist not,

Daz die phärd nicht liegen tod,

Noch der mensche gepresten hab,

Daz er an creften neme ab. 20

Das wasser, das man trinken schol,

Schol man vor credenczen wol

Und auch die frömden speys da pey,

Wil man wesen giftes frey.

In chaym wald schol er beleyben 25

Noch pey mos die nacht vertreyben,

Dar zuo schol er speher haben,

Die ym tägleich mügin sagen

Der veinten willen und ir macht.

Secht, daz geyt die besten craft. 30

Und ist der veinten gar ze vil,

So wisst, daz ich ym raten wil,

Das er häymleich seu derschleych,

Wil er werden siges reich.

Oder mag daz nicht gesein, 35

So tuo noch nach der lere meyn

Und warti ir en sölcher stat,

Da ers am ertreich bessers hab.

Sein seu krencher oder geleich,

So mag ein haubtmann gmütes reich 40

Freyleich lassen lauffen dar,

Schlahen, rumpeln in die schar.

Doch sag ich, ob eins geschäch,

Das man an dem lesten säch

Anders nichczit, dann den tod, 45

So mag er fliehen in der not. #50c

Daz ist der aller beste streyt,

Den man da vindet ze der zeyt.

Der seu aver haben wolt

Ze gevangen, sam man billeich scholt, 5

Doch ân toten, so rât ich,

Daz yeder geb ze gefangen sich

Lieber, dann ym werd gesant

Hasenswancz ze seiner schand,

Sunderleichen, daz er werd 10

Uberhaben das auf erd.

So schol er sich ze streyten heben

Mit dem rossvolk auf die eben,

Mit dem fuossfolk auf die perg,

Daz ym der obertayle werd. 15

Ist daz gpirgig sey daz land,

Die schüczen schik er doch ze land

Hin für die andren, daz ist guot.

Das geschoss den ersten schaden tuot.

Dur zuo so schol er auch die schar 20

Zemen halten fest und gar,

Und die die krenchsten müssen sein,

Die machin sich enmitt hin ein.

Niemand für den andern lâss

Tretten hin, daz ist die mâss. 25

Ist das lande alles eben,

So scholt du nach den schüczen legen

Die reyter, die die langen sper

Rennen durch die veinde her,

Dar nâch die mit den swerten, 30

Daz seu die helm zerserten.

Die zfuossen seygin auch da pey,

Ob ein reyter gefallen sey

Aus dem sattel und dar nider,

Das seu ym helffin wider. 35

Der veinten phärt seu schüllen stechen

Und der gfallner drüssel brechen,

Ringen, schlahen, dar zuo würgen,

Daz ander fuossvolk nider mürden.

Und ob der sige wär dergangen, 40

So nemin seu daz überig zgfangen.

Ist es aber alles gepirggig,

So hab daz obertäyl vil wirdig

Die schüczen für die reyter ab,

Die phert seu pinden zuo dem hag 45

Und schiessin mit den lanczen dar, #50d

Daz ir die veinde werdin gewar

Die schüllen seu auch überdringen,

So mag in dester bas gelingen.

Und ob in got daz glük verhengt, 5

Daz man die veinde schindt und pfendt,

So schol der haubtman taylen hin

Yedem man nach rechtem gewin.

Ze allen zeiten gehört dar zuo,

Daz der haubtman spât und fruo 10

Sehen schol zuo seinem gesind,

Ob er dehäinen chriege vind

Unter inn, daz er daz pring

Ze äynem suon, mit dem geding,

Daz der schuldig gepessert sey, 15

So bleybt daz volke schanden frey.

Won chäyn chrieg das land so siert,

Dann der zwüchschen freunden gpirt.

Do sprach Paggenzan der man:

We, wie wench ich rechtens kan! 20

Iich wayss vil chläine, waz die gschrift

Singet, saget oder stift!

Des antwürt Strudel do und sprach:

Dar umb nempt euch kayn ungemach!

Nach ewer gwonhäit halt daz gricht 25

Und acht vil wench der ander gschrift!

Tuot sam euch gewissen ist!

Secht, daz ist die beste list!

Von Mäczendorff der haubtman

Huob ein andren frag do an: 30

Sagt mir, was ist ewer rât,

Ob mir einr gelihen hat

Phärt ald härnesch ze dem streyt,

Das verleur ich ze der zeyt,

Muoss ich es icht wider geben? 35

Nayn du, sprach do Strudel eben,

Won er wisset vor hin wol,

Das der streyt ist scadens vol.

Won vier gemochten nie derstreyten

So vil, daz einer hiet ze reyten 40

Mit got und mit dem rechten.

Den nucze hat daz vechten,

Dar umb daz rechte sich verficht,

Er wolt dirs geben, leyhen nicht,

Es sey dann daz er gedinget hab, 45

Ym sein schäden ze nemen ab. #51

Laureyn der lag an der lâg

Und tet dem Strudel auch ein frâg:

Weyser mäyster, sagt uns an,

Wie tuon wir dem gefangen man? 5

Strudel hiet geantwürt do,

Des wolt er Laureynn eren so,

Und sprach: Die frâg ist hoher mär,

Meinen sinnen gar ze swar.

Dar umb so muoss ich suochen 10

Äyn antwurt an den buochen.

Des cham er pey einr weil her umb

Und sprach: Es ist mir noch ze chrumb

Do, sam ich derkennen chan.

Ich vind daz all gvangen man 15

Mag man temmen ze der geschicht,

Ob man sich für wârs versicht,

Daz ir leben schaden tät,

Yr verhayssen nicht wär stät,

Es war dann, daz in offem streyt 20

Versichert war des mannes leyb,

Der süst ein böswicht nicht enwär,

Den schol man lassen ane swär.

Daz guot daz hat er doch verlorn,

Ym wär dann auch dafür gesworn. 25

Doch so ist des kaysers recht,

Daz sein gevangen äygen chnecht

Werden, so er selber vicht

Nach der alten pücher gericht.

Einn hürrensun den schol man vahen, 30

Wie man mag, und dar zuo gahen

Und würgen ym den drüssel ab,

Wie wol man ym verhaissen hab,

Mocht er an versichern nicht

Gevangen werden; ob er spricht: 35

Halten mir die rechte mein!

Dar zuo schol ym geantwurt sein:

Wie macht daz recht nu ruffen an

Und hast so oft da wider getan?

Dein recht daz ist ein galgenstrik, 40

Der dich pey deinem hals verschlik!

Hie pey mügt es wissen wol,

Wie man Lappenhauser schol

Richten aus in sölher not,

Won ir fröd ist unser tod. 45

Die frömden schol man lassen gen,

Daz ir auch mügt dest bas besten.

Her Dyetreich da von Perne #51b

Der wolt auch horen gerne,

Wie es umb die gevangen wär,

Den daz leysten daucht ze swär.

Do sprach der Strudel ye so drat: 5

Daz ist nicht die mynste frag.

Hie schol man trachten pey,

Ob ein man gevangen sey

Von bösen leuten umb sein hab.

So mag er wol nach rechter sag 10

Prechen an dem läysten so,

Wie vil er hiet verhaissen do.

Won niemant von seinr missetät

Gewinnen schol, das sag ich drat.

So ist der sitt in offem streyt, 15

Ob ein man gevangen leyt

Und sich wil derbitten aus

Haym ze faren in sein haus,

Dar zuo auch versprechen wil

Sich antwürten ze einem zil, 20

Daz er vil billeich laysten schol,

Er war dann, daz er wissti wol,

Daz er des laystens müsse sterben

Oder an eim lid verderben,

Und hiet ein andrer joch versprochen, 25

Das schol beleiben ungerochen.

Dar nach so chament etleich leut

Von Nyssingen in alter heut

Und sprachent zuo dem Strudel do:

Wir habent recht, die sprechent so, 30

Daz alter nicht gepunden ist

Zuo dem streyt dehayner frist.

Dar umb wir bitent euch ze stett,

Daz ir uns streytens uberhebt.

Strudel in die red verwarff. 35

Die alten sind, der ich bedarff,

Sprach er zuo den greysen do,

Wär ir vil, das tät mich fro.

Ich wäyss wol, das des streytes macht

Ist nicht allain an leybes craft, 40

An gemüte, pfärden und an eysen.

Der beste tayl leit an den weisen,

Die mit einer zunge chläin

Schlahent durch die veint gemäyn.

Doch so schol man merken das 45

Von den alten, die vil bas

Dar zuo chumin, dann die jungen, #51c

Von den andern sey euch gsungen,

Daz vor sechzehn jarn ein knab

Und wer ir uber sechzig hab,

Ruwen schol ze chrieges zeyt, 5

Nyemant zuo jung in zuo dem streyt.

Dar zuo wer ym mag gehaben

Lebentiger fünf knaben

Pey der e und dannocht so,

Ob ir einr tod wer do, 10

Do man den gemaynen nuczen warb

Ob er doch mit eren starb.

Die frauwen sein auch ausgenomen,

Seu wollen dann mit staynen fromen.

Kayn siecher schol auch streyten nicht. 15

*** Das was ein esel, der das spricht,

Sprachent do die andern so.

Und wie da was gesprochen do,

Vil nahent säytent ze der stuond,

Lappenhauser wider umb, 20

Das hielten auch bis morgens fruo

Paideu täyl, daz gehort dar zuo.

** Doch belibend ane peycht

Lappenhauser, won der gewicht

Seu do nicht verhorren wolt, 25

Sam er auch nicht hörren scholt.

Sech, do sprachens aus eim spott:

*** Nu helf uns doch der alt got!

Do nu der tag ward erst geporn,

Der Ring · 第 11 / 13 段