Do nu dis geschehen was, #39d

Schindennak hiet gesehen das,

Es muot in ser und ward sich rymphen.

Er sprach: Es ist mir aus dem schimphen,

Her Eysengreyn, daz schült ir wissen. 5

Mich düncht, ir habt die fröd verschissen.

Wes habt ir so mein niftel gezigen,

Ir hend verwüstet und verstigen?

Die gest man erleich halten schol

Und nicht enschenden, daz stet wol. 10

Was chlaffst du? sprach do Ysengreyn.

Ich siert dir noch die muoter dein

Mit sampt der niftel, hörstu das,

Wilt sein nicht geraten bas.

Schinddennack, schre Eysengreyn, 15

Und siertst du mir die muoter mein,

Ich siert dich selb und als dein gschlecht.

Da mit so griet der dörpel pracht

Zuo einem rauffen, daz ist war,

Einr dem andern viel ins har, 20

Die frauwen machten sich ze flucht,

Die knecht derzäigten ire zucht,

Yeder zuo seym freunde sprang,

Mit rauffen durch die andern drang.

** Fesafögili besunder 25

Rauffet so, es was ein wunder,

Er fasst der löken nur enchlain

Und zucht daz wider sich so räyn,

Daz ym die hand ward hares vol.

Diecz vergalt ym Dyetreich wol, 30

Er nam in pey seym langen part

Und zucht in so, daz an der vart

Der kumpagg viel zer erden;

*** Des muosst er yeso sterben.

Daz tribens lang ye bas und bas, 35

Bis daz der löken nicht enwas

In dem haubt noch in dem part,

Also daz das reissen wart

Geraten ze den feusten do.

Do schluogens umb so wertleich so, 40

Daz oft ir eim die nase pluot,

Daz maul dar zuo, daz waz ym guot

Für daz aderlassen do.

** Snellagödel hielt sich so,

Er want den taumen umb die faust #40

Und schluog zun oren, daz es taust.

Er spiczt der finger chnoden

Und stiess vil ungezogen

Auf zuor nasen gen dem herczen 5

An die chropf, daz schuoff ir smerczen

Und tet dem Scheubinsak vil ant,

Der umb sein faust die gugel want

Und styess ims in den weiten schlund,

Daz er derstiket so ze stund. 10

*** Der feusten ward seu do verdriessen

Und grieffen her zuo iren spiessen,

Seu wurden schirment her von tach

Mit iren swingen ungemach,

Dar zuo mit den stangen grossen. 15

Söleich schlahen und ein stossen

Hiet sich auch von in derhaben,

Ir gesacht es nie pey ewern tagen.

** Seurrenstorffer Rüczinger

Sâhind zuo von verrem her. 20

Der andern schaden warens fro

Und sprachent zuo einander so:

Die herren sind uns zstark gewesen;

Sterken seu, so sein wir genesen.

*** Die weil des vechtens vil geschach 25

Und Arnolt in den mülpach

Was geworffen an der stund,

Daz wasser gie ym in den mund.

Dannocht täyschet er her aus,

Er lieff in des mullners haus, 30

Der lech ym yest einen spiess.

Secht, do vecht er sam ein fiess!

Er stach den Chnoczen pey dem nabel

Und sprach: Nu se, da lig und zabel!

Dez was hern Trollen do kain danch. 35

Der ward do vechtend, daz er stanch.

Mit seiner helmparten

Schluog er her ein scharten

Dem Arnolten, daz ym der mag

Unter seinen füssen glag. 40

Da mit so was der Chnocz gerochen

Und die helmpart auch zeprochen.

Wie schier der Troll einn mantel vand #40b

Und wand in dreystund umb die hand!

Er zucht ein bräyte swingen aus

Und facht, sam in dem grind ein laus.

** Da hiet daz messer nicht sein zeit, 5

Won daz velt was ym ze weit.

Daz füget speren stangen,

Dar umb kam er gegangen

*** Mit einem spiess her Galgenswanch

Und stach in über seinen danch, 10

Daz er an dem ärs gelag

Bis an seinen lesten tag.

Juncher Troll der was verlorn.

** Do kam der twerg vil hoh geporn

Mit seiner list ein chlainer wicht, 15

Der stangen mocht er getragen nicht,

Des muost er seine veinde zwingen

Mit wurgen, chreczen und mit ringen.

Galgenswanken lief er an,

Pey der mitt er in gewan 20

Und huob in auf und warfff in nider,

Daz er noch nie derstuond herwider.

Dar zuo hiet dirr ander wicz.

Er tratt dem Harnstayn auf die spicz,

Die er an den schuohen truog, 25

Und stiess in hin so ungefuog,

Daz er gelag an seiner stat.

In den drüssel er in trat

Und hielt in so, ich wayss nicht wie,

Bis daz ym die sel vergie. 30

Des liess er sich benügen nicht

Und lieff da her der selbig wicht.

Hern Dyetrichen den grossen man

Es pey seinen päynen gwan

Und schwancht in umb also geswind, 35

Daz er sich streket, sam ein rind.

Doch so schiermpt er seinen chragen,

Daz in der gfuog nicht mocht gehaben.

Des ward ein anders gehebet an.

Wie schier erkam der Gaggelman 40

Und her uber den vil grossen

Mit seinen henden also blossen!

Woy, wie hiet er in so geswind

Gemacht an einem augen plind!

Mit schürpfen und mit kreczen #40c

Kond er die veinde leczen.

Das maul wolt er ym reissen,

Des huob dir an ze peyssen

Und behuob in mit dem zan, 5

Bis er ym den gürtel gwan.

Do stiess er den vil künen twerg

Mer dann drey stund wider derd

Und warff in uber Pertschis tach,

Daz man in niemer me gesach. 10

*** Der zorn hiet in begriffen,

Er zucht sein swert, daz geschliffen,

Und schluog umb, daz von einem schlag

Ein michel diet vor ym gelag.

Niemant getorst ym genahen, 15

Ze fliehen muostens gahen.

Do dicz der preutgom so dersach,

Es schuof ym läid und ungemach,

Er lieff hin in den wendelstain

Und laut die gloggen all gemayn 20

Ze sturm, daz macht ein grossen schal

In dem pofel uber al.

Seu fuoren auf: Wo schilt und sper?

Mit ungewüschten ärsen her

Und chament ungezogen 25

Mit armbrusten und pogenn,

Mit pölczen und mit pfeyllen.

Machtig was ir eyllen

Auf die von Nissingen die fiessen

Mit stechen, schlahen, schiessen, 30

Mit werffen und mit stossen,

Mit staynen, stangen grossen,

Gablen und auch rechen

Sach man vil da brechen,

** Also daz die fremden geste 35

Wurden inen des ze leste,

Daz das schayden was ze swär

Yerem leben gar zgevär,

Und huoben sich zesamen so

Mit den ruggen chechleich do. 40

Seu schluogen ire lanczen für.

Des kam do einr, sam ich es spür,

Der was der Fladenranft gnant,

Auf einem esel her gerant

Und wolt sich an yn rechen, 45

Ir maur vil gar zerprechen.

Da seczet einr dem esel an, #40d

Der ander huob sich gen dem man,

Also daz mein Fladenranf

Viel da hin, ym was nicht sanft,

Und der esel sampt mit ym, 5

Tod daz was sein ungewin.

Do daz die andern sahen,

Erst huob sich ein gahen

Mit werffen und mit schiessen.

Des ward die gest verdriessen 10

Also ser, daz sey nicht wolten

Leiden me, noch pleiben scholten.

Des trosten seu sich hasenwer

Und lieffent snell, daz was ir er.

Do gesach man nie kain flieher 15

An seinen nahezieher.

*** Ze jochen ward den andern gach.

Also ward in geeyllet nach

Gen Nissingen bis an daz tor.

** So habt es wol gesehen vor, 20

Daz yeder hund auf seinem mist

Für ander drey geherczer ist;

Der minst erbaysst den maysten;

*** So taten auch die ersten,

Die kerten sich hin umb ze wer 25

Und fachten wol und dannocht mer,

Dann seu hiettin vor getan.

Da mit man schluog ze sturme an

Mit schlegen unverdrossen,

Die glogg was noch nicht gossen, 30

Mäntleich auf und an die prugg,

Da ward der jäger macht ze lugg.

Hietens vor geeyllet ser,

Des muostens gahen dreistund mer

Wider umb auf halben weg, 35

Bis daz seu chament ubern steg,

** Den wurffens ab, da warens frey

*** Und koment häym gar gmach da pey.

Seu viengen pey den henden

Die mäcznen ellenden 40

Ze sertenn und ze schenden,

Des chonnd in niemant gewenden,

Des warent doch von Saurrenstorff

Und von Rüczingen dem dorff

Die diernen all gefüret hin, 45

Daz was ir er und auch gewin. #41

Die Nissinger auch wider umb

Seu wuotten ser und machtens krumb,

Der purgermayster schre vil drat:

Auf, ir herren, in den rat! 5

Wir schüllen wissen, wie ym sey

Und was ze schaffen auch da pey.

Des chamen zwelff der geswornen

Die allerpest gepornen

In den rât gegangen 10

Parfuoss hin und dannen.

Den ersten hiess man Strudel so,

Der was ir purgermaister do,

Dem andern sprach man Pachenfläsch,

Dem dritten Egghart Rindtäysch, 15

Der vierd was Snegg, der fünft der Zing,

Dem sechsten ruoff man Schilawingg;

Wütreich und der Luodrer,

Pütreich und der Marnär,

Eselpagg und Fülzan 20

Machent auch wol sechs man.

Ir rauthaus was ein scheur mit stro,

Da sassens ein und sprachen so:

Wir schüllen senden nach den knaben,

Daz seu uns vil eben sagen, 25

Wie daz dinch sey an gevangen,

Dar zuo wie es sey dergangen.

Des ruoffens so dem Deupenpäyn,

Der was do schrey der gemain,

Und santten nach dem Chraymbolt, 30

Der cham vil endleich, sam er scholt,

Und sayt vil eben, wie ym was.

Do nu Egghart gehöret daz

Und wie Arnolt was derschlagen,

Secht do huob sich jâmers chlagen 35

Von dem vatter umb sein knaben;

Ir gehort es nie pey ewern tagen.

** Er sprach: O we, du pitter tod,

Du greuleichs end, du sende not,

Wie hast du mir mein liebes kind 40

Emphüret hin so gar geswind?

Daz laid ich nimer mer verschlag,

Die weil ich leb, nur einen tag.

Da mit so viel er yeso hin #41b

Und lag geswunden in dem sin,

Er tett sam vatters treuwe tuot,

Dem seins herczen äygen pluot

Vergossen ist so gar ze drat, 5

Daz er so lang derzogen hat

Mit grosser mü pey seinen tagen.

Doch was ym vil me ze clagen,

Daz sein sun, recht sam ein perg

Ein man, derstarb von einem twerg 10

Lasterleych und ane peycht,

Seiner er und sel unleycht.

*** Des hiet auch Snegg verhört daz äyn,

Daz sein vatter Harrenstayn

Hiet den seinen leyb verlorn. 15

Do zittert er von rechtem zorn.

Daz wolt er yeso schiere rechen.

Des huob er an also ze sprechen:

** Ir herren, ich wisst langes wol,

Wie sich einr bedenken schol 20

Langeu zeit und schaffen drat,

Des er sich so hat bedacht,

Won zorn und eyllen sint dem rat

Widerwartig fruo und spat.

Die regel falt, daz secht es wol, 25

So einr seynn schaden rechen schol

Mit schlahen, rauben und prennen,

Des mügt ir auch da pey derkennen.

Hat mich einer yecz verwunt

Und rich ich daz nicht so ze stund, 30

So köment ander leut ze stett

Und machent frid, so ist es wett.

Seu sprechent nicht: Stich in hin wider!

Da mit so leyt min er da nider.

Min pluot verrert, daz fläsch gestochen 35

Beleybt so ganczleich ungerochen.

Dar umb verhört, daz ist mein rat,

Die weil daz dinch sein zeite hat,

Daz wir gepeuten auf ein puoss

Yedem man ze röss und zfuoss 40

Und tügin zstetts ein rennen

Ze schlahen und ze prennen,

Ze rauben und zschalmüczen,

Mit spiessen, für und schüczen #41c

Auf die von Lappenhausen.

Daz wirt ein erleich sausen.

Und schol dis haben fürgang,

So tuot es schier und machcz nit lang. 5

Secht, daz wär gschehen so.

Des gedacht ym Putreich do

An sein tochteren Küczeldarmen,

Er muost sich uber sey derparmen

Und sprach: Her Snegg, daz tät ich gern, 10

So muoss man sein umb sach enbern.

Wäyst nicht, daz gevangen seind

Unser tochtren? Pist du plind?

Dar umb so volgt es meinem rât

Und eyllt nit zuo der rach so drat! 15

Lasst uns e mit cluogen sinnen

Unsreu kinder wider gewinnen!

Daz ist, wir schüllen trachten eben

Den veinten susseu red ze geben

Und verhaissen wol mit sagen, 20

Bis daz wir daz unser haben.

Dar nach, rürens uns ein tahen,

So schol man eins zum andern schlahen,

Dar mit smuczen uber seu her

Ze ross und zfüss mit schilt und sper, 25

Mit schlahen, hawen und mit stechen

Und also alten schaden rechen.

Do nu der das sein gesprach,

Wütreich auf gen hymel sach.

Er wolt sich zaygen erber sein 30

Und sprach: Her freunt, die rede dein

Ist wol nücz nach meinr versicht,

Doch hant sey der eren nicht.

Des sprachent do die andern all

Gemainclaich auf in lautem schall: 35

Was nicht enhat der eren scheyn,

Daz mag auch nimer nücz gesein.

Hie mit was des râtes geswigen

Und auch die sach in ir beliben.

Strudel fragen do began, 40

Was noch wâre guot getan.

Des antwurtent seu ym gemäyn

Und sprachent: Herr, ir seyts der äyn,

Der uber uns gesaczet ist

Ze rat und schirm ze aller frist. #41d

Darum so schult ir heven an,

Und was ir welt, daz sey getan.

Strudel rüspelt seinen chragen

Und huob sein tadinch an ze sagen. 5

Er sprach: Der streyt geschaffen was

Umb anders nicht, dann umb das,

Daz man an unzucht schon und eben

Möcht mit ganczem frid geleben.

Dar umb wir mügen vechten 10

Mit got und mit dem rechten

Wider yedem, der uns tuot

Ze kurcz an leibe oder guot.

Nu dar, so habts vernomen wol,

Des ich vil grossen chumber dol, 15

Wie die Lappenhauser heut

Gemürdet habent unser leut,

Gevangen, gschlagen gar unleys

In irem dorff nach schelcher weis,

Etleich gflohet uf der häid, 20

Daz schol uns pilleich wesen layd;

Won besser ist, noch weiser ler

Frisleich sterben umb die er,

Dann mit schanden leben, secht!

Nu hat auch got die seinen knecht 25

Moysen und Josue

Gehaissen in der alten ee

Streyten wider falsche schar

Und half in dar zuo gancz und gar,

So mag ein volk auch streiten wol, 30

So man daz sein beschirmen schol.

Den gewalt wir von dem kayser haben.

Doch so lat euch eines sagen!

Des menschen grosser übermuot

Vil oft eim solhen schaden tuot, 35

Daz einem wirdet an gesiget,

Wie wol er süst des rechten phliget.

Dar umb so schüllen wir die sach

Gütleich heven an mit gmach.

In ganczer diemuot wellen wir 40

Daz end ersehen nach begir

Und senden unser boten hin

Gen Lappenhausen in dem sin,

Daz seu uns widersenden schier #42

Unser tochtren alle vier

Und auch die Wasserschepferin,

Dar zuo allen ungewin

Und schaden wider tügin 5

Fürbas chaymen mügin,

Der von disem dorff sey,

Wollens wesen streytes frey.

Des rât ich euch und dünkt mich so

Vil guot, des wurdens alle fro. 10

Des wurden yeso ausderwelt

Zwen der besten und gezelt:

Daz was der weis her Albrecht Zingg

Und auch juncher Schilawingg

Zuo der potschaft in der sach. 15

Daz geviel dem Zinggen nit und sprach:

Der häbch und sparwer vahen wil,

Der schol mich des nicht bitten vil,

Daz ich der sein neczfogel sey.

Hie so schült es merken pey, 20

Daz ich nicht gecheren gtar

Zuo einer ungeheuren schar,

Die so scheidleich ist uns bös,

So ungeschlacht und auch so lös;

Dar zuo seyn seu trunken auch. 25

Waynt ir, daz ich sey ein gauch,

Daz ich so swäre botschaft werben

Well und ane wer verderben.

Des was do Schilawingg vil jung,

Er macht sich auf und tett einn sprung 30

Und sprach: Schol ich der zag nu sein?

Welt ir ichcz, bedorft es mein?

Ich trost mich meiner süssen so,

Daz ich sein pin von herzcen fro,

Ob ich die botschaft werben schol 35

Alters äyn. Daz gefiel in wol,

Er hiet die schönen Gnepferin

Ze einem lieb in seinem sinn.

Daz was die sach, dar umbe daz,

Daz so gar gehorsam was. 40

* Des lieff er hin der fröleich man,

*** Bis er gen Lappenhausen cham. #42b

Da vand ers all nach pey dem tancz,

Springen höh von rechter schancz.

Er machet sich gen in zuo dem spil.

** Hört, was ich euch sagen wil, 5

Sprach der bott zum herren do.

Ir seyt des ewern lasters fro,

Dunchet mich in meinem muot,

Daz heut so manger helde guot

Verloren hat sein leben hie 10

Und ir noch tuot, ich wäiss nit wie.

*** Secht, da liessens von dem tancz.

Niemant hiet vernomen gancz,

Was der pott in hiett gesäyt;

Des waren seu da hie beräyt, 15

Und sprachen: Was wil diser gauch?

Sag uns, daz wirs hören auch!

** Schilawingg was unverzäyt,

Sein botschafft huob er an und säyt:

Ir habt vil recht, ich pins ein gauch, 20

Ein chind dar zuo und tobig auch,

Dar umb kan ich auch liegen nicht,

Die leut betriegen, sam ein wicht;

Won liegen daz wil haben list.

Also sag ich, wie ym ist 25

Gewarleich in eim schlechten schein.

*** Von Nissingen die herren mein

Der purgermayster und der rât

Enpeuten euch pey gedrat,

Daz ir die tochtren alle vier 30

Gebin wider also schier

Und auch die Wasserschepferin,

Dar zuo allen ungewin

Und schaden wider tügind,

Fürbas niemant mügin 35

Der von irem dorffe sey,

Welt es wesen streytes frey.

Do nu das verhöret was,

Der do schelten chondet bas,

Daz was ir mayger Ruofli do. 40

Der huob es an und sprach also:

Her gsell, ich waiss nit, wer du pist;

Doch gäb man umb dich nit ein fist

Noch umb dein herren von dem rât,

Den paurenmäyster, der dich hat #42c

Gesant so törisch zuo uns her,

Noch umb alle Nissinger.

** Wiss, er was dir nicht gar holt,

Der dich also her senden wolt; 5

Und war es nicht so gar ein schand,

Botten fräveln so ze hand,

Sterben muossist umb dein spil.

Des troste dich, doch nicht ze vil,

Und cher vil endleich wider häym, 10

Als dir wäscht ein uberpäyn.

*** Schylawinggen ward so häyss

Ze fliehen, im enphuor ein schäyss.

Daz was der segen, den er gab

Den leuten an dem sunnetag. 15

Daz wär ym alles ein getrencht,

Hiet er sich en wench verrencht

An seinen löffern, den was gâch,

So veintleich eyllten seu ym nâch.

Des cham er doch vor inen häym 20

Und sagt die mär in allen gemäyn.

Da mit seu santen überall

Gen Aurach in Sweiczer tal

Und zuo den von Gäygenhofen,

In Gadubri zuo dem ofen, 25

Gen Kenelbach und Leybingen,

Gen Hofen und gen Vettringen,

Gen Ruczingen und Füczenswille,

Gen Seurrenstorff und Wattwille,

Dar zuo abhin an den Reyn, 30

Da ir freunde scholten sein,

Duz seu ze hilfe kämin in,

Won ze streytten stuond ir sin.

Des waren so die botten bhend,

Daz bis morgens hiet ein end 35

Ir potschaft gwunnen, daz ist daz.

Die weil ze Lappenhausen was

Daz hochzeit schon begangen

Von frauwen und von mannen.

Seu hietten ser gesprungen, 40

Getrunchen und gesungen,

Daz nachtmâl wol gefressen.

** Man schol auch nicht vergessen

Des, daz Bertschi Triefnas

Tet, do er pey Maczen was 45

In dem pett der selben nacht. #42d

Daz sag ich euch nâch meinr vermacht.

Er hyels sey mit den armen sein

Und küsst sey in das maul hin ein

Siben stund nach seinem lust 5

Und trücht ir prustli an sein prust.

Des wol er fürbas sein gevarn:

Mäczli chond den weg verwarn

Und huob ze schreyen an so vast,

Man hört es uber ein halben rast. 10

Die päyn seu huob ze samen ser,

Daz was der junchfrawen er.

Des liess der preutgom von dem streyt

Und gedacht ym an der zeyt,

Wie mit spächten scholt der man 15

Daz dinch den frauwen gewinnen an.

Da mit so huob er an und sprach:

Wol mir, daz ich ie gesach

Die stat, da mundel sich ze mund

Gefuget hat in süsser stund! 20

Deineu prüstel zuo meiner prust

Getruket sind so gar mit lust

In rechter lieb und auch so geleich,

Des lob ich got von hymelreich,

Der die wun geschaffen hat 25

Sunderleich mit seinem rât,

Daz die menschäyt wachsen schol.

Dar umb, mein lieb, nu tuo so wol!

Gedench, daz got gesprochen hat:

Ein mensche seinen vatter lat, 30

Er tuot sich auch seinr muter an

Und haltet sich zuo seiner chan,

So werdent zway in einem fläisch

Nach der glos, die ich da wäiss,

Daz ist ze einem chind zgeperen, 35

Und geruoch mich des zgeweren,

Daz die gens tuond in dem bach!

Liebes lieb, daz ist ein sach,

Daz ich ewecleichen dich

Halten muoss und wil, sam mich. 40

Mäczli do mit ungemach

Wainent zuo dem knechte sprach:

Ja, ich wayss wol, wie ym ist.

Du pists ein gesell mit falcher list,

Sam einr, der vogel vahen wil, #43

Der pfeiffet süss und macht sein vil,

Und so seu koment in sein hab,

So würgt er in die chragen ab.

Näna, Mäczli, so sprach dirr, 5

Mich dunkt, du seygist worden irr

In disem bett, daz sag ich dir.

Wayst nicht, daz von payder gir

Zwüschen uns geschehen ist

Die häylig ee an bosen list? 10

So leyst auch in dem prautpett.

Dar umb so trachtin wir ze stett,

Daz die ee werd vollepracht,

Der so mit willen ward gedacht!

Secht, do tett er sam ein man 15

Und grayff sey chrefticleichen an!

Wie schier er ir die päyn auf kert,

Sam in der schreiber hiet gelert,

Und macht sich zwüschen seu enmitten!

Er tet nach seiner vordern sitten. 20

Mäczli was auch nicht ze träg,

Wie sey an dem ruggen läg,

Sey hüczret vast und zappelt ser

Und bhielt auch wol des arczzets ler.

Do nu daz erst vergangen was, 25

Daz wisst man wol und machet das,

Das die pettstat was ze chranch

Und hiet getan daz best gesanch,

Daz man joch yemer mag gesingen.

Da mit der preutgom wolt verprinnen 30

Von grossem durst, des ruoft er:

Wasser her, jo, wasser herr!

Des pracht man in do von Venedi

Ein suppen gemachet mit tragedi,

Und auch von malvasey da mit. 35

Daz was ir aller pester sitt.

Do assen seu und trunkend dar,

Bis daz seu wider chamen gar,

Da mit die geste bald hin für.

Die praut stuond auf und bschlass die tür 40

Inrentalb vil gar ze stett

Und legt sich wider in daz bett.

Doch chuond sey sich vil übel ghaben,

Den pluomen in irn fröden chlagen.

Des sprach der preutgom: Wäynn nicht mer, #43b

Gehab dich wol, daz ist mein ler.

Hast den pluomen nu verlorn,

Da wider wirt ein chind geporn,

Daz ist ein säylich dinch vil guot. 5

Dar zuo nym dir in den muot,

Daz du in treuwen mäynist mich

Und tügist was ich haysse dich,

Daz doch mit nüczen sey und eren.

Sich, so wil ich dir daz sweren, 10

Dich in rechter lieb ze halten

Und von dir auch niemer mich gschalten.

Der rede danket sey ym do

Und verhiess auch tuon also.

Des ward do lenger nicht gspart, 15

Er tett irs noch en ander vart.

Des wären seu do müde worden

Und schlieffend hin bis an den morgen.

*** Hiet die praut nur einen man;

Küczeldarm ir vier gewan, 20

Annen ärs der ward zerriben,

Sey hiet der gsellen mer dann siben.

Zehner phlag die Gnepferin,

Yecleichem nach seinem sin.

Ungemäss die hiet ir acht, 25

Die veilten all die langen nacht.

Die Wöscherin so reudich was,

Daz sey vor inen allen genas.

** Do nu der liechte tag herprach,

Der wachter an der zinnen sprach: 30

Wer an lieben armen leit,

Der mach sich auf, won es ist zeyt;

Die sunne hat den morgen streyt

Mit chreften uberwunden;

Der man entweycht, ich wäyss nicht war; 35

Die sternen sein verblichen gar,

Die nacht ir still ist worden bar,

Daz brüf ich ze den stunden

Et cetera, daz sang er gar.

Des ward fro Mäczli do gewar 40

Und gedacht ir in dem sin:

Wär, daz ich derweket in,

So tät er mirs zür dritten stund,

E man uns in dem bette funde.

Des ward sey sich do rüren, #43c

Daz bettgwand alz durchfüren,

Bis er doch muosst derwachen do.

Pertschi auf und sprach: Wie so?

Ich hiet mein fingerli verlorn, 5

Antwurt sey, daz tett mir zörn,

Und han gesücht bis an den tag.

Der macht, daz ich es funden hab.

We wie schier do ward vollpracht

Des, so ir Mäczli hiet gedacht! 10

*** Dar nach die gsellen kament all

Mit pheiffern und mit grossem schall

In daz gaden ze dem zil

Und wunschten in des glükes vil.

Du scholt uns nicht versweygen, 15

Mocht sey es derleyden?

Gevelts dir an der sneiden?

Sprachen seu zuo Pertschinn do.

Des antwürt er und sprach also:

Mir geviel nie kayni bas. 20

Wisst, daz sey ein junchfraw was!

Dar umb so gib ich ir vil drât

Ein par schuoch ze morgengab.

Do huob mans von dem bette auf.

Secht, do was die hochzeit aus, 25

Won in wâren chumen mär

Notleich gar und dar zuo swär,

Daz Nyssinger ze denen zeiten

Hieten muot mit in ze streyten,

Und wie ir botten in die land 30

Warent hin umb hilf gesant.

** Des machten sich die jungen fro

Und die alten nicht also;

Die wisten wol in iren sinnen,

Was man mocht mit krieg gewinnen. 35

*** Also leutet man ze rât.

Des chamen her der herren drât

Wol auf zwaynzig und auch me:

Etleich seint genennet e,

Die andern wârent Ruoprecht, 40

Gaggsimachs und Niemansknecht,

Hilprand, Grämpler und der Gnäst,

Gumprecht und der Hellegayst,

Künchelstil und Ochsenchäys,

Fuczenpart und Fleugenschäyss 45

Peter Stümph und Ryffyan

Und der werd her Pylyan, #43d

Dar zuo Lyenhart mil dem phlegel,

Symon Kegel, Jaudas Schlegel

Und der Höseller der gra.

Da mit so warens alle da 5

In einem stadel auf dem tan.

** Des huob do Rüfli mayger an

Und sprach: Ir herren arm und reich,

Es habt gesehen all geleich,

Wie die von Nyssingen die bösen 10

Mit iren faygen herczen lösen

Gestern schulten uns ym gras

Umb anders nicht, dann umb daz,

Daz Eysengreyn gejuket hiet

Greduln hand in ganczer lieb. 15

Nu lekt der hund den herren sein

Von treuwen ym ze frödenscheyn,

Dar umb so taten sey nicht wol

Und namend daz einr nemen schol

Der ane recht und ane sach 20

Wil ym schaffen ungemach;

Des wolt seu noch benügen nicht

Und santten uns enn argen wicht

Mit böser täydinch und mit treuwen,

Sam die mause tuond den leuwen. 25

Dar zuo habent seu gesant

Umb hilf und rât in alleu land

Und habend gir mit uns ze streyten.

Wes schüllen danne wir gepeyten?

Wisst, es ist uns nicht ze leyden, 30

Furbas also lange sweygen.

Dar umb so ist der râte mein,

Daz wir die ersten schullen sein

In des streytes an ze muoten

Und warnen uns mit wappen guoten, 35

Ze reytten auf die meuse,

Ze rüren in die leuse,

Sam die löwen unverzäyt.

Die mär habt euch von mir gsäyt!

Die red geviel den jungen wol, 40

Won seu ir gemuotes waren vol,

Dar umb daz in gelungen was

Des vordern tags auf irem gras,

Und wanden, daz in yemant icht

Geschaden mocht dehayner gschicht, 45

Und sprachent all: Daz sey getan! #44

Wer bessers wiss, der sag es an!

Dar zuo fuor do Ryffyan,

Der was der alten einer do

Und sprach: Dem dinch ist nicht also, 5

Sam ir nu wäynt nach euwer sag,

Won ich oft daz vernomen hab,

Daz niemant mag einn veldestreyt

Gefüren recht pey seiner zeit,

Dann ein hoher fürst gestalt 10

Oder einr von seinem gewalt.

Dar umb mügt es gestreyten nicht,

Sam des käysers rechte spricht.

Lyenhart sprechent ward vil drat:

Sag mir eins, des ich dich frag! 15

War aus sein die fürsten gmacht?

Von wannen chümpt die herschaft?

Sein seu nicht alz wol, sam wir,

Adams kinder? Daz sag mir!

Trauwen, sprach do Riffian, 20

Es ist wol war, daz yederman

Chömen ist von Adams leib

Und von Evan, seinem weib;

Doch sein etleich sunderbar

So from gewesen, daz ist war, 25

Daz seu von dem volk derwelt

Seyn ze herren und gezelt.

Etleich warent tugenthaft,

Etleich auch gar ungeschlacht.

Die tugend die prach alweg für, 30

Die bosshäyt chrangelt vor der tür

Sam her Noes sünen geschach,

Do einr sein vater trunke sach,

Do huob er sein ze spotten an;

Dar umb ward er ein äygen man; 35

Und die den vatter erten do,

Die wurden erber frien so.

Also sein wir nicht geleich,

Einr ist arm, der ander reich,

Einr ein gpaur, der ander edel. 40

*** Do sprach Lienhart mit dem phlegel:

Nu dar, daz fügt uns allen wol,

Won wir sein from und tugend vol. #44b

Dar zuo wir haben auch ein gfäss

Allen dörffern mit ubermäss

Mit einem zaun gemauret wol,

Dar umb ein pach rint wassers vol, 5

Zwäy tor und huotten vier

Mit einem teuffen graben zier

Hat daz dorff zuo seiner maur

Allen veinten gar ze saur.

So machtig sein wir und so reich, 10

Nie käyn volk ward uns geleich;

Dar umb so mag ich sprechen so,

Sind sein meyn gsellen fro:

Bis du, Rüfel Lechdenspiss,

Kayser uber all gewiss, 15

Und du, Walther Fleugenschayss,

Kunig in der Grausner chrayss!

Dar zuo sey auch Fuczenpart

Herczog zuo des streites vart,

Und sunderleich zuo einem ruom 20

Hab er sein herzogentuom

In dem anter tayl dem land,

Daz macht in uber all derkant!

Und du, Pertschi Triefnas,

Ich kan dir nicht geraten bas, 25

Marchgrâf bis von Nyenderthäym

Über als daz gepyet gemäyn!

Grâf Purkhart ist gewesen vor

Ein grâf geporn von Nydrentor.

In Ungern ist sein grâfschaft, 30

Da man vil der grâfen macht.

Wir andern seygin freyge herren!

Secht, daz kan uns niempt derweren!

Wer dann zritter werden wil,

Der chum zum streyt, da machit manr vil! 35

Unser diener seygin knecht!

Die jungen sprachent: Daz ist recht.

** Ruoprecht des ward lachent do,

Er sprach: Nu hin, dem sey also,

Daz doch nicht gewesen mag, 40

Die weil du lebest einen tag.

Dennocht schüllen wir nicht streyten

Mit Nissingern ze disen zeiten,

Wellen wir vil recht hie pey

Sehen, was der streyte sey 45

Und des streytes manig vach #44c

Des ungerehten krieges sach.

Das sag uns, sprach do Farindkuo,

Wir hörren dir vil gerne zuo.

Do sprach Ruprecht ze der frist: 5

Wisst, der streyt ein chriege ist,

Der an schlahen leyt und stechen,

An schiessen, muosten und auch brechen,

So ist der streyt auch manigvalt,

Etleichen man gaystleich halt, 10

Etleicher ist leypleich gar.

Gaystleichs streyts sein zwo schar:

Die erste ist daz himelher,

Die sich vil chrefteleich ze wer

Stellet wider Lucifern 15

Und alle die ym volgten gern,

Also daz er muosset vallen

In die hell mit seinen allen.

Die peyn er billeich leyden scholt,

Won er für got sich seczen wolt. 20

So leyt die ander gaystleich schar

Des streytes an den pfaffen gar,

Die die leut an gottes stat

Pannend schedleich nacht und tag,

Die kirchen in dar zuo verschlahent 25

Und auf von nücz und eren habend.

Der streyt mag etswen wesen guot,

Etswen böss, dar nach man tuot.

Leypleichs streyts ist zwaygerhand:

Der erst ist gemayn in allem land, 30

Gen dem andern daz geschicht,

So der hohe fürste vicht

Oder volk von seim gewalt.

Daz ding ist auch also gestalt,

Daz der streit mit recht bestet 35

Oder nur von gewalte get.

Der ander streyt ist taylsam

Und geschicht oft, so der man

Seynes lebens sich dernert.

Daz ist von glük und recht beschert. 40

Taylsam streyt auch hevet an

An dem seinen, so ein man

Geschadigot ist von eim alläin

Und wil sich rechen an der gemayn.

Das mag auch nimer recht gesein, #44d

Won allayn schol leyden peyn

Die sele, die auch sunderbar

Hat gesundet, daz ist wâr.

Ze dem dritten man in sicht, 5

So einer mit dem andern vicht

Sunderleich in einem champf.

Got geb ym läyd mit sampt dem rampf,

Der in des ersten ye derdacht

Und so mangen man hât pracht 10

Umb sein leben ane sünd.

Doch ficht man, sam ich euchs künd,

Daz der grechte ob geleyt

Ofter ze derselben zeit,

Dan der schuldig, umbe daz, 15

Won er seins rechten getruwet bas;

Daz gibt ym hercz und dar zuo sterk.

Doch so hörr noch eins und merk:

Ander sünd die machend dik,

Daz er beleybet in dem strik. 20

So kumpt der streyt von manger sach.

Doch, daz ich es kurczer mach,

Die sach der sachen ist vil wol

Fünferlay, die man euch schol

Kunden eben ze dirr frist. 25

Dar umb so wisst, die erste ist,

Daz man nicht bessert ubeltat

Nach dem und seu verdienet hat,

Die ander daz ist voller chäst,

Die den chriege steuret fast, 30

Die dritte ist, vernim mich eben,

Daz wir den zehenden nicht geben

Wellen unserm pfarrer,

Dar umb so nimpt der söldner,

Die vierd ist daz, daz wir nicht enwellen 35

Uns dem tiefel widerstellen,

Won wer umb die sele vicht,

Der achtt des leybes streytes nicht;

Die leste sach, darumbe wir

Habent zuo der tât begir, 40

Die kriege schaffet und auch streyt,

Ist, daz wir nicht rechter zeit

Wissen mügen allen schaden,

Den man von dem krieg mag haben

An sel und leyb und an dem guot. #45

Also hab auch in dem muot

Von dem varen uber mer

Und umb das lant ze pauwen verr,

Won wer daz leyden wisst eben, 5

Der liess es alles unterwegen.

Hie so mügt es merken pey,

Ob euch guot ze streyten sey.

*** Daz verredt vil schiere do

Eysengreyn und sagt also: 10

Lechspiss uns des ersten sprach,

Wie recht wir hietin zuo der sach.

Haben wir nu recht dar zuo,

So schol man trachten spat und fruo,

Daz wir es treyben an ein end. 15

Da von uns auch niemand wend,

Won wir schüllen er beyagen.

Was schadens schüllen danne haben

Die, so mächtig sein und kek,

Daz seu umb niemant einen zwek 20

Gabind, so es not tuot!

Die rede daucht die jungen guot.

** Da mit so huob her Pylian

Auch sein widerrede an,

Won er auch ein alter was, 25

Der sich verwisst auf kriege bas,

Und sprach: Wisst, daz niemant schol

Ym selb so gar getruwen wol,

Won kaynr so stark ist noch so reych,

Er vinde dannocht sein geleich. 30

So spricht man auch nach harscher ler:

Der veldstreyt haben wil ein her

Ze fuoss auf sibentausent man

Und hundert, ob mans zellen kan,

Und sybenhundert schüllen sein 35

Geritten nach der zale mein,

Dannocht mer auf neunzehen,

Die schol man pey enander sehen

Schon gewappent gancz und gar!

Der schüczen sey ein michel schar, 40

Die sich machen vor hin an,

Die veint ze schlahen verr hin dann.

Nu dar, daz habt ir alles nicht!

Dar umb so ist der streyt enwicht

Juncher Hayncz sprang auf von zorn #45b

Und sprach: Sym siha durch ein horn,

Wil uns nu der gemessens geben,

Wie man schol ze streytten leben?

Ich han von reken streyt gehört, 5

Von Alexanders hie und dört,

De Troyaner ganz und gar

Mit Kriechen hin und dar

Und der Römer dort und hie.

Ich vernam des zellens nie. 10

Dar umb so wisst und ist mein rat,

Der nicht auf zehen tausent hat

Gewâppenter zuo seinem streyt,

Der chäm gegangen mit eym scheyt,

Mag er nicht gevaren bas 15

Und schlach die veinde in das gras!

Ein pfefferchorn vil hässer ist,

Dann ein grosser hauffen mist.

*** Da mit so kam fro Laychdenman

Für die tür und chlochet an, 20

Des ward sey in gelassen do.

Sey gie hin für und sprach also:

** Vorhin wisst ich alweg wol,

Daz chäyn weiser chomen schol

Von ym selber zuo dem rât, 25

Da man in nicht gepetten hât;

So wäyss ich nu hin wider daz,

Ob einer mag geraten bas,

Dann ein andrer zuo der geschicht,

Die in an so grössleich trifft, 30

Des hât er recht und dar zuo er.

Dar umb so pin ich chomen her

Und sag euch auch die tayding mein

Mit manger clag von grosser peyn,

Deu ich an meinem herczen trag. 35

Unser mayger ist ein knab,

Und der rât von jungen leuten

Daz mag uns anders nichtz beteuten,

Dann sam ich es geschribens vind:

We dem lande, daz ein kind 40

Haben muoss ze einem herren!

Won das wil ich yeso sweren,

Schol daz streyten für sich gen,

Diss dorf vil wenich mag besten

Einen tag, daz wayss ich wol, #45c

Es wirt verprent zuo einem kol,

Dar zuo daz guot geraubet gar,

Und ob ich es gesprechen glar,

Daz kind in seiner muoter leib 5

Dermürdet wirt mit sampt dem weyb,

Die man derschlagen und gevangen,

Dar zuo hoh embor derhangen.

Daz hab ich alles sampt gelesen

In der gescrift und muos auch wesen, 10

Won die Nyssinger die sind

Des planeten Marten kind.

Das muogt es dar an spuren wol,

Won ir dorff ist sunden vol,

Der fläschhaker seu habent vil, 15

Die der sterne haben wil.

Da mit so wirts am Eritag,

Der ist auch seinn, sam ich euch sag.

So ist dar zuo der selbig stern

In seinem haus, do stet er gern, 20

Daz ist in dem hymelstier,

Da ist er auch wol sterker zwir

Trun, dann ob des nicht enwär.

Dar zuo so sag ich euch die mär,

Dem sternen Venus ist gegeben 25

Sunderleichen unser leben,

Daz mügt es sehen also drât,

Won diss dorff nur weyber hat

Und auch sneyder uber all,

Die schaczet man in seiner zall, 30

Dicze süne sein kinder schullen seyn.

So hat der stern auch den peyn,

Daz er widersinnigs get

Und in dem hymel taraut stet,

Er hat ein böseu angesicht, 35

Daz saumpt euch zuo der geschicht.

Dar umb, vil lieben kinder meyn,

Daz ir vil sälich muossin sein,

Massent euch des streytes

Und wartent bessers zeytes, 40

Wol ir behalten leib und sel,

Chinder, weyber, guot und er!

*** Do nu diseu red geschach,

Wie greuleich Niggel gen ir sach

Und sprach: Get aus, ir alteu hür! 45

Daz euch der ubel gayst enphür #45d

Mit ewerm sternensehen!

Ich wil dir des vergehen:

Wär ein stieg in disem haus,

Du müssist vallen ab und auf. 5

Laychdenman die lieff da hin

Und liess den jungen iren sin.

** Colman was ein weiser pach,

Dar umb er haysse waynend sprach:

Nu dar, vil lieben herren guot, 10

Sagt, wes habt ir noch ze muot?

Des sprachen do die jüngen gmäyn:

Wir wellen streyten umb daz äin,

Daz wir der allen keczern tant

Mügin pringen ze einr schand. 15

Dis seu der haher musse streken!

Schullens uns also derschreken?

Colman sprach: So tut so wol

Und sent umb hilfe, sam man schol

Tuon in sölher grossen not! 20

Daz ding ist nicht ze verr dem tod,

Es ist nicht umb einn ryemn alläyn,

Wisst, es gilt die haut gemäyn.

Secht, das mag euch schaden nicht,

Won die weyshayt also spricht: 25

Den freund man in den noten mag

Versuochen bas, dann ander tag.

So tuot uns bitten auch nicht vil!

Ob einr uns nicht herhören wil,

Dar umb so tuot er uns kayn we, 30

Und wissent dar zuo bas dann e,

Wer uns getreuw ist oder nicht,

Daz man sich auch darnach verricht.

Dar zuo ist des streytes recht,

Daz man den veinten send ein knecht 35

In einem rosenvarwen tuoch,

Mit swert und auch mit hantschuoch,

Gesprenget ser mit rotem pluot.

Daz ist ze einem zaychen guot,

Daz man vechten mit in well. 40

Dar zuo widersäyt der gesell

Yrem leyb und yrem guot,

Daz seu sich dester bas in huot

Haben schüllen, so tuot ir,

Welt ir haben streytes gir. 45

*** Diss geviel den jungen allen

Und schreuwen auf mit grossem schallen:

Sim daz wär joch uns ein gnad, #46

Daz Colman so gesprochen hat.

Und santten drat den mesner hin

Zuo den veinten in dem sin,

Daz er die märe scholte sagen 5

Und daz er von in würd zerschlagen,

Won sey truogen hass gen ym.

Das cham ym alles ze gewin,

Won er gen Nyssingen do kam

Und huob also ein red an: 10

** Mein herr der mäyger und der rat

Von Lappenhausen yeso drât

Haben mich zuo euch gesant,

Daz ich euch machen schol bekant

Yren gruoss nâch dem und ir 15

Verdienet habt, daz gelaubent mir!

Dar zuo ich euch widersag

Ewerm leyb and euwer hab

Von meinen herren allesampt.

Den häntschuoch nempt in ewer hand 20

Und auch daz pluotig swert dar zuo,

Ze weren euch des morgens fruo.

Auf dem Nyssvelt pey der linden

Da wellen seu sich lassen vinden.

Do die potschaft was gesagt, 25

Strudel der was unverzagt

Und sprach: Du macht ein gselle sein,

Se hin den esel, der sey dein!

Ze pottenprot den gib ich dir

Von meinen purgern und von mir, 30

Won du hast uns wol gmuot

Gemacht mit deinen mären guot.

Trag hin swert und hantschuoch

Und sag in auch den unsern fluoch,

Won mit unsern äygnen swerte 35

Wollen wir seu all zerserten,

Kämin seu nur an die stat,

Da seu uns hin habend gladt.

*** Der râche ward der botte fro.

Gieng er vor, des räyt er do 40

Gen Lappenhausen wider häym

Und sayt die antwürt allen gmäyn.

** Des wurden seu von fröden springend,

Wütend ser und dar zuo singend

Und santten hin von gemaynem rât, 45

Also schier und auch gedrât #46b

In die pesten stete so,

Die man vinden mocht aldo.

Rom die erste was genant,

Gelegen in Campanierlant, 5

Venedy sey die ander,

Und dar zuo Prugg in Flander,

Galiczi hat Compostellan,

Navarr allayne Pampilon,

In Cathaloni Barsalon, 10

Die gröst in Spangen ist Sibili

Und in Provincia Marsili,

Palerm der insel ze Scycili,

Nâpels in dem chüngreich,

Parr litt in Püllen, die geleich 15

Ligend alle an dem mer,

Daz selbig tuond auch Januer

Mit äyner statt die haysst Schavon,

Dar zuo in der march Ancon,

Die ligend auch dar an vil schon, 20

Constantinopol sey derkant

Den kindern dört ze Chriechenland,

Ze Zyppern in der inseln ist

Famagost ze aller frist,

Mayorica mit seinem strich 25

Hat ein insel auch für sich.

Das ertreych ker ich wider an,

Es ist Florencz in Tuscan,

Paraus und auch Asseys,

Lugg, die hohe Syen und Peys, 30

Bolony, Pern und Mäylan

Ein Lamparter dyr zaigen chan,

Dar zuo Padaw und Ferrär,

Ist dir frâgen nicht ze swär,

In Freyaul ist Weyden, 35

Der was auch nicht ze fersweygen,

Peuschendörff an underläss

Phligt der besten lantsträss,

Poczen daz leyt an der Etsch,

Tyrol dar zuo die herren fest, 40

In Sophoy ist Losan,

Pareys in Franchreich wol getan,

Tolosen und auch Montpalier

Sein der steten drey vil zyer,

Leuden in Prabanden, 45

Köln in Niderlanden, #46c

Wurms und Speyr, Triel, Mäncz und Ach

Die ligend all enander nâch

Pey dem Rein, sam Basel tuot,

Dar zuo Costencz die vil guot 5

Liget in dem land ze Swaben,

Von Ulme schol man dar zuo frâgen

Und von Augspurg auch da pey,

Welheu da die beste sey,

Und Zürich auf der Lintmag, 10

In der Steyrmarch Neuwenstät,

In Elsayss Rastet, Strasspurg

Und in Türing Erdfurt,

In Franchen vint man Wirczpurg

Und den markt ze Frankenfurt, 15

Pabenberg schol man da kiesen

Und Münster suochen pey den Friesen,

In Spenvelden Nürenperg,

Prag daz leyt auf Pehmer erd,

Prünn in Märhern an der march, 20

In Paiern Regenspurg die starch,

Salczburg, München die vil reich,

Passaw ist doch ir geleich,

Wyen in Osterreich ist gewachsen,

Halberstat das stet in Sachsen, 25

Meychsen ist ein stat alläyn

Und hat ein march für sich gemayn,

Ofen, Grân und Prespurg

Ligent auf Ungern furt,

Chrakaw ist in Polner reich 30

Und auch Presslaw sein geleych,

In Kärndern vint man Villach

Nicht gar verr von Friesach.

Preussen und auch ändreu land

Sein mir nicht so wol bekant, 35

*** Dar umb ich nicht genennen chan

Ir stett und ker hin wider an,

Da ich der gepauren botten liess,

Churczleich, daz euch nicht verdriess.

Die stett die brief vernament, 40

Wie schier sey zemen châment,

Ze bedenken sich vil eben,

Wem man scholte hilfe geben.

Und do der tayding vil geschach,

Der senador von Rôm der sprach: 45

** Lamparter sein weis genuog, #46d

Die von Franchreich sunder chluog,

Teutscher man ist auch gelert,

Dar umb sey in die er beschert,

Was der pol von Florencz 5

Und der amman von Costencz,

Von Pareys der haubtman

Sprechent, daz sey alcz getan!

Der priol, des ist mir ze vil,

Sprach, doch nicht, sam ich da wil, 10

Sünder was ir wellt, daz sey!

Und leg ein wortli aus da pey,

Daz ein weiser sprach, daz ist:

Besser ist ze aller frist

Ze richten zwüschen veintten zwäyn, 15

Danne zwüschen freuntten gemäin,

Won der freunden in verleur

Äinen, des chum ich ze teur,

Der veintten mag ich gewinnen äyn

Ze freunt, daz ist daz ich da mäyn. 20

Also mag ich sprechen hie:

Yeder man, der wayss wol, wie

Unser freunt sein Nissinger

Als wol sam Lappenhauser,

Die schol man nicht also verliesen 25

Und den andern tayl derchyesen

Zuo unserm grossen ungewin,

Das dunket mich in meinem sin.

Der haubtman auch gefraget ward;

Der äntwurt ze der selben vart 30

Und sprach: Her priol hat geredt

Also weysleich hie ze stett,

Daz ich nicht bessers han ze sinne,

Dar umb so wil ich volgen yme

Und beweren sein geticht 35

Mit andrer red, die also spricht:

Ist ein man auf häylem eys,

Der ge vil gmach, so ist er weis,

Und hab sich auf entwedern täyl,

So vert er seine sträss mit häyl. 40

Also rât ich ze der sach,

Daz wir beleiben mit gemach,

Daz mügen wir auch sanft getuon,

Won wir weder fried noch suon

Prechent an den dorffgesellen, #47

Ob wir in nicht envolgen wellen,

Und behalten ane schuld

Den andern täyl in ganczer huld.

Doch so leg ich eins dar zuo, 5

Daz man da sprichet spât und fruo:

Verfluochet sey die maysterschaft,

Die chupfer aus dem silber macht!

Dar umb so schüllen wir die botten

Schon enphahen ane spotten. 10

Und in es auch derbieten wol,

Sam man frömden gesten schol,

Und voll die also sein gesant

Mit botschaft in ferreu lant,

Da mit so Lappensauser sag 15

Zuchticleichen sagen ab

Und sprechen, wie ir alteu treuw

In unsern herczen ist so neuw,

Daz wir tätin an gevar

Alles das, das billeich wär. 20

So ist der edeln leuten muot

So häyss auf unser leib und guot,

Daz wir von unsern stetten nicht

Varren mügen ze der geschicht,

Darr umb wir bitten ire huld, 25

Daz seu uns halten ane schuld.

Dar nach man vil sere batt

*** Den gelerten amman von der stat

Ze Costäncz an dem Podemse,

Ob er ichzit wisset me 30

Für die andern, daz er das

Saget wol und rieti bas.

** Des huob der amman an und sprach:

Die vorhin rieten zuo der sach,

Seyn so gerechte an ir sag, 35

Daz ich es nicht verbessern mag

Von nataur in meinem sin,

Doch sam ich geleret pin

Von einem, der was ein jurist,

Sprich ich, daz die hilfe ist 40

Zwivaltich nach rechter chunst,

Daz ist der schirm und auch der gunst.

Ze schirmen sein wir alle gepunden

Einen Cristan ze den stunden, #47b

So man ym vil unrecht tuot

An leib, an er, ald an dem guot,

Doch geschech das in der mass,

Daz man allermanchleich lass 5

Ungeschlagen und gestochen,

Won daz würd an uns gerochen,

Ob der so geschlagen man

Wär eins andern undertan.

Des gunstes vint man dreyerlay, 10

Daz sein der rât, der gewalt die zwäy,

Mitworchen ist daz dritt.

Der Ring · 第 10 / 13 段