Do nu diss so gesprochen was,

Lastersak sprach: Triefnas,

Wiss, daz ist die peyicht gemäin, 10

Und wilt du peychten joch alläin

Deinem priester all dein sünd,

So tuo, sam ich dir han gechünt,

Und sag ym sünderleich da pey

Dein missetât und wie ym sey 15

Äigenleich mit ganczer rew

Und secz dir für mit rechter trew

Die puoss ze tuon an widerstellen

Und fürbas nicht mer sunden wellen.

Tuost daz alles sament nicht, 20

So wiss, dein peychten ist ein wicht;

Du wirst verschuldent gottes zorn

Und sam eins juden sel verlorn.

Dar umb, vil lieber junger mein,

Daz du vil säilich müssist sein! 25

Gedench vil eben, wie die welt

Ist geleich dem räysgezelt,

Daz man da ruchet alle tag

Noch ganz und sich bleiben mag.

Sey ist ein ellend ane laugen, 30

Dar umb scholl du dich ir glauben

Und trachten häym ze paradeis,

So pist du gerecht und dar zuo weis.

Gedench auch, wie die weltleich er

Wütet, sam daz wilde mer, 35

Auf und nider und hin und her

Und nimpt ein ausganch sam daz gswer.

Wo ist der weis her Salamon?

Mit seiner schoni Absolon?

Samson mit der grossen kraft? 40

Des hohen Alexanders macht?

Aristotel mit seinr list?

Seu sind verswunden sam ein mist

Und ist in nichcz auf erd beliben,

Dan ir namen ungeswigen; #26b

Daz hilft seu an den selen chlein,

Sein sey nicht an sunden räyn.

Dar umb, so acht des lobes nicht,

Daz dir zuo sälden chläin geschicht! 5

Gedench, daz got dich hat geschaffen

Ze einem menschen, nicht zum affen,

Ze christan, nicht ze einem häyden,

Ze einem gesunten und beschäiden.

Des scholt ym danchen fleissechleich, 10

Die weil du lepst auf ertreich,

Und hüten dich vor missetat.

Und sunderleich, daz ist mein rat,

Fleuch daz unrechtvertig guot,

Wan dir kain büsse wirser tuot 15

An deinem lesten ende,

Dann wider geben behende.

Gedenk auch, wie her komen ist

Unser herr Jhesu Crist

In eim so strengen orden! 20

Er ist zuo menschen worden

Und hat derlitten turst und hunger,

Frost im winter, hicz im sumer.

Er hat geprediget und gelert

Mit arbayt hie sein tag verzert. 25

Pluotes swaiss hat er geswizzet,

Won er sein marter vor hin wisst.

Er ist geschlagen und gevangen,

Genegelt, sam ein deup derhangen,

An dem chrücz ist er verdorben 30

Jämerleichen und derstorben.

Sich, daz was ym alles väil

Umb anders nicht, dann unser häil,

Won er den sünder von dem tod

Erlösen wolt mit sölher not. 35

Dar umb so bitt in sünderbar,

Daz er dich schirme durch daz jar

Und helfe so mit seiner begir,

Daz dicz nicht werd verlorn an dir.

Gedench zuo lesten, daz du pist 40

Nicht anders, dann ein fauler mist

An deinem leib, daz siehst du wol,

Won du pist gesmaks und ayters vol.

Dar umb so scholt nicht gar umb sust #26c

Dein schonen sel mit bosem lust

Ewencleichen gar verderben

Und sey irs schepfers reychs enterben.

Wiss, daz du von ertreich pist, 5

Ze ertreich wirst in chläiner frist.

Dar umb so acht pey gesunthäit,

Daz du ze sterben seist berait!

Won nichcz ist gewisser todes schlund,

Nichcz ungewisser seiner stund, 10

Er schleicht da her vil sicherleich,

Im ist der arm recht sam der reich,

Er lat sich uber niempt derparmen

Und schleicht den reichen sam den armen.

Wer mag sich dann vor ym behalten? 15

Er niempt die jungen mit den alten.

Im ist der chrump recht sam der schlet,

Es kumpt ym alles sampt recht.

Dein sel enphil, sam ich dir sag,

Nicht einem, der dich liebe hab 20

Durch leybes oder guotes wegen,

Sunder lass den deiner phlegen,

Der die seinen liebe hat.

Doch so ist der obrest rat:

Tuo wol pey dem leben dein, 25

Wilt du gottes chindel sein!

Do nu die red ein end gewan,

Fro Leugafruo her fürher kam

Und sprach: Ich han mir oft gehört,

Der den leib mit vasten stört, 30

Pey dem weleibt die sele nicht;

Dar umb so tuo, sam man da spricht:

Halt dich eben an dem leib,

Wilt, daz dir die sele beleib,

Und voll ze stunden, gelaub es mir, 35

Hast du muot ze weiben dir.

Dar umb, her Straub, ir seitz ein man,

Der der erczney so vil chan.

Sag dem jungen gancz und eben,

Waz ym guot sey zuo dem leben, 40

Daz er gesünt und frisch weleib,

Starch und gerürich lange zeit.

Straubel antwürt, sam ein gesell. #26d

Niemant reit sich gern in dhell,

Sprach er, wisst ich pin ein man,

Der sich nicht wol betragen chan,

Dann mit leuten ungesünten, 5

Mit geschlagnen und gewunten;

Dar umb tuon ich dir nicht enchunt,

Wie du scholt beleiben gesunt.

Die chunst die wurd mir gar enwicht

Und auch mein appentech zu nicht. 10

Bertschi sprach: Du pists ein knecht,

Dem der phenning füget recht.

Nu se hin, alter haller drei!

Und sag mir ganczleich, wie ym sey.

Da mit der arczt ze sinnen kam 15

Und huob sein taidinch also an:

Chain erczney die ward nie so guot,

Sam sich gehalten in der huot;

Vor ze wenich und ze vil

Die gsunthäyt masse haben wil. 20

Sünderleich scholt du geruochen

Dir ein guten luft ze suochen,

Der ym hab ein claren gestalt,

Nicht ze heisse, noch ze kalt;

Und ist der winde gar ze scharff, 25

Da wider man der klaider bdarff

Von seiden dick und wol gemacht,

Von leyn und pauwull manigslacht.

Der luft ist auch den schlaffen guot,

Dar umb der mensch vil unrecht tuot, 30

Der ym schlaffet an der stat,

Da kain luft hin komen mag.

Ob du aber wonent pist

Pey der erd, die temphich ist,

Daz büsse dir ze winterzeit 35

Mit clarem feur, daz hicze geit!

Des sumers so tuo auf die tür,

Daz die feuchteu kum hin für

Und der luft her wider in.

Dar zuo schol gesträuwet sein 40

Mit chraut die chamer sunder wol,

Daz nicht sey mösich, wassers vol. #27

Daz ander ist der gesünthait guot:

Die übung, die der mensch tuot.

Dar umb so wiss, daz gefüget speis

Wil einer haben, spricht der weis, 5

Der im chlainen arbait hat;

Hin wider umb man geit den rat,

Grosseu speis er haben wil,

Der sich da übt und arbayt vil.

So wiss auch, daz dir vor dem essen 10

Ist besser gangen, dan gesessen,

Und doch nicht auf die mudi gar,

Daz macht dich uberflussen bar.

Nach dem essen macht du sten

Oder dich enwenig dergen, 15

Daz ist dir guot ze aller frist,

Bis daz die speis geseczet ist.

Daz drit, daz die nataur wil haben,

Ist daz twahen und daz paden.

Hie so scholt du mercken pey, 20

Daz man da vindet zwayerlay

Peder nach der gmainen sag,

Swaysspad und auch wasserpad.

Swaysspad daz sey dir beräyt,

Hast du uberflüssichait 25

Zwüschen flaysch und auch der haut.

Wasserpad mit edelm chrawt,

Daz lawich sey und nicht ze hayss,

Macht dich schön und dar zuo fäyss.

Und halt dich allweg da pey warm, 30

Ist daz dich dein leib derparm.

In der wuchen ze dem mäysten

Einest scholt daz twahen läysten

Deinem haubt, so tuost du wol,

Und ze dem minsten tzwahen schol 35

Der mensch sein haubt an widersprecht

In einem mänat, daz ist recht.

Die fusse nach der lere mein

Schüllent oft geraingo sein

Mit lawen wasser sunder wol, 40

Und alles wäschen geschehen schol,

So der mensche nüchter ist. #27b

Des driten stuks beschaiden pist.

Zuom vierden mal scholt wissen daz,

Daz die speis dir fuget bas,

So der hunger mit dir vicht, 5

Dann dehayner andern gschicht.

Doch so fülle dich nicht satt,

Lasse der speis ein läreu stat

In dem magen umbe daz,

Daz er gedewen müg dest bas. 10

Wilt, daz dichs mas nicht werd gereuwen,

So solt dus wol und endleich keuwen.

Manich tracht dir laide schafft,

Es nimpt dir kraft und dar zuo macht.

Und wilt du ir geraten nicht, 15

So nim vil schier daz ander gericht

Auf daz erst an underlass.

In den essen hab die mass,

Das daz gröbist sey daz erst

Und daz zertist nim ze lest, 20

Es sey dann ops vil lind getan,

Daz schol man geben vor hin an,

Sam kerssen, feygen, weinper.

Nach dem tisch, so ist mein ler,

Daz man der herter frucht hertrag, 25

Die die speise truk hin ab,

Daz sind phersich, pyeren guot

Und anders, daz daz selbig tuot.

Chäs nach fläisch und nuss zuo fischen,

Geb man uns ze allen tischen. 30

Daz fünft ist, daz man haben muoss

Trinken zuo des turstes buoss.

Wiss, den rechten turst ich mäyn,

Der den gesuntten chumpt alläin

Nach dem essen und nicht vor 35

Von hicze in des magens tor.

Wie schol aver sein daz gtranch?

Trun mit fuoge, nit ze lang,

In dem sumer weiss und clar

Oder rosenleicht, nicht swar. 40

Des winters lat sich trinken bas

Starker wein und rot im glas,

Und ist er liepleich wol gesmak,

So fügt es recht in deinen sak. #27c

Gelaub auch, daz ein neuwer wein,

Der lauter ist und dar zuo vein,

Ist vil besser, dann der alt.

Sey dir dann der mag ze kalt, 5

So trink enwenk des morgens fruo

Hohen wein, daz ghört dar zuo!

Doch huet dich, wilt du gsunt sein,

Mit fleiss vor allem gmachten wein.

Des sechsten ist uns allen not, 10

Daz ist der schlaff, den uns gepott

Die nataur ze ruowen wol.

Doch pist du geäczet vol,

So volg dem schlaff nit sam ein vich,

Ob er joch chomen ist an dich. 15

Du scholtz mit kurczweil ubergen,

Sitzen, tretten oder sten,

Bis daz dich zur andern stund

Der schlaff begreiff, so ist gesunt

Ze schlaffen, ruwechleichen gar, 20

Bis daz dein aug werd schlaffrens bar.

Dar nach tracht dir auf ze sten,

Ze dem stuole dich zdergen!

Lâss daz wasser von dir rinnen!

Huostens scholt du auch beginnen. 25

Rüspel ser und wasch dich drat!

Wirff aus allen unflat!

Strayl dirs haubt und chrecz die pain,

Dar zuo mach die oren rayn!

Ob dir aver pey dem tag 30

Voll des sumers schlaffens bhag,

So leg dich nider sorgen frey,

Da es aller frischest sey

Und dar zuo vinster, sam die nacht,

Ungeschucht und wol bedacht! 35

Dar zuo schol man wissen daz:

Daz haubt schol sein gedeket bas

In dem schlaff, dann in dem wachen.

So schol man sich des ersten machen

Nur auf die rechten seiten; 40

So lobt man dhaine zeiten

Ze schlaffen auf dem ruggen, so

Hangt daz haubet in daz stro.

Auf dem pauch mag einr geligen,

Ist ym der magen chalt gedigen. #27d

Daz sibend, daz dir füget wol,

Ist ein hercz mit fröden vol,

Da leit der gsunthäit gar vil an.

Dar umb so schol ein iecleich man 5

Sich hüten gar vor ungemuot

Und zorn, der ym daz pluot verpruot.

Unmuot dert, der zorn derpert

Und machent fläisch und pain ze hert.

Doch ist klainer zorn wol guot, 10

So er dem man derkükt daz pluot.

Daz feur kümpt auch zuo disem eben,

Won es geyt fröd und steurt daz leben.

Doch so ker dich gen ym nicht!

Es ist zum antlücz gar ein wicht. 15

Und wirst du gar von ym ze warm,

Es macht dich an den chreften arm.

Ze lesten wiss daz eins von mir!

Waz der man von herczen gir

Gerne singt, daz ist sein gesank, 20

Lustleich trinkt, daz ist sein gtrank,

Willkleich isst, daz ist sein speis;

Dar umb so saget uns der weis,

Wollust und gewonhait

Falschent kunst und gerethikäit 25

Und verkerent die nataur,

Daz auss dem edeln wirt ein gpaur,

Ein gepaur der wirt ein edelman,

Der sich dar nach gewenen chan.

Richteinschand die merket eben, 30

Daz Straub ym wolt ein ende geben,

Und sprach: Noch han ich nichcz vernomen,

Dann daz ein münche mocht gefromen.

Der chnecht wil unser muomen haben

Und sich mit diser welt betragen, 35

Dar umb so ziment seiner jugent

Guot gepard und ander tugend.

Ubelgsmach des nam sich an

Und sprach: Ein uberweiser man

Der spricht, er künn ein faulen schlehen 40

Und lat sich pitten und auch flehen

Umb ein wörtel oder zway.

Des aht ich alles nicht ein äy #28

Und sag dir, sam ich mich versich.

Der bessere kün, der trett für mich.

Lern und hörr, was ich chan singen!

Tugend ist vor allen dingen. 5

Niemant sälig wesen mag,

Ane tugent, ist mein sag.

So geyt alläyn dem adel chraft,

Den sein tugend edel macht.

So wil sey anders von dir nicht, 10

Dann guoten willen, sam sey spricht;

Won der ym gerne tugend schaft,

Der ist yeso tugenthaft.

Doch scheint sey an dem reichen bas,

Won ein sprüchwort saget daz, 15

Dem der seckel steket vol,

Den hört man gern und gelaubt ym wol.

Dannocht hab dir daz von mir:

Hast du tugend vil in dir,

Und ist dir joch der pautel lär, 20

Er wirt dir vol und dar zuo swär.

Hie so scholt du wissen pey,

Waz die obrest tugend sey.

Sich, es ist ein muoter alt

Von tag ze tag ye bas gestalt; 25

Tochtren hat sey schoner vier.

Merch, die nemn ich dir so schier.

Die erste die haisset die weishäyt,

Die ander ist die gerechtikait,

Die sterke und die massichäit 30

Sein dir auch für zwo geräit.

Nu dar gedenk, wie gar behend

Sind die hohen tugend gnempt!

Daz frümpt dir dannocht alz ein wicht

Hörst ir gpott und lere nicht, 35

So get dir hören nit ze handen

Und daz lesen unverstanden.

Waz hulfft dann daz funden golt,

Ob man es nicht behalten wolt?

Dar umb, mein lieber sun, vil gern, 40

Was die tugend singin, lern!

Hörr und merk und behalt ir gepot

Ir ler dar zuo an allen spot! #28b

Daz sag ich nach enander dir

Und wiss des ersten daz von mir:

Die weisshait ist ein erczetugent

Und leret uns mit ir vermugent 5

Derkennen, was ist bös und guot,

Daz kain andreu tugent tuot.

Sey ist die erst nach rechter sag,

Won niemant tugend gehaben mag

An die weisshäit, gelaub es mir! 10

Dar zuo so wil ich sagen dir:

Die weisshäit macht ein täyl geleich

Des menschen got von hymelreich,

Vil me, dann ander tugent zwo.

Dar zuo so spricht die ler also: 15

Her Salomon ym ausderwelt

Hat die weishäit und gezelt

Für reichen schacz und langes leben.

Dar umb so hat ym got gegeben

Mit der weishait alles guot, 20

Won daz volget weisem muot.

Bey der swar verkauft man swein,

Den menschen nach den wizzen sein.

Hier nach scholt du wissen schier,

Die weishäit hat der diernen vier: 25

Die erst gedenknüss ist genant,

Peu der gepeut sey dir ze hant

Vier gepott, die scholt du behalten,

Von in nimer dich geschalten.

Daz ist, du scholt gedenchen eben 30

An der bösen menschen leben,

Wie hart es oft geendet hat,

Und hüten dich vor missetat.

Gedenk hin wider an daz leben,

Daz den guoten ist gegeben, 35

Wie es mit sälden nimpt ein ende,

Und dich ze rainen werken wende!

Gedenk, waz man dir schuldik sey!

Gedenk auch, waz du scholt da pey,

Daz du gehaben mügst daz dein, 40

Dem andern geben auch daz sein.

Die ander haisset versichtikait.

Pey der gepott sei dir beräit

Viereu, die man lernen schol

Und den zuo volgen sunder wol. #28c

Daz ist besich, wer ist der man,

Der mit dir wil ze schaffen han,

Daz dir nicht geschech sam den gemäyn,

Die chaffent pech für augstain. 5

Besich ein dinch, daz dich an trift,

Von welher sach es sey gestift,

Waz auch dar us müg werden,

Wilt du bhentkleich nit verderben.

Besich, an welher stat du gest, 10

Ligest, siczest oder stest!

Und wo die schelke habent gewalt,

Da lass dich selten werden alt!

Besich, in welhem zeit du pist,

Dar zuo, wie daz weter ist, 15

Daz du deinen mantel gswind

Mugest keren gen dem wind!

Die dritte diern die haisset die List,

Pey der dir auch gepotten ist,

Daz du vernemist diseu viereu 20

Und auch verpringist also schiere.

Daz ist, geleich dich einem man,

Der dir mit worten gleysnen chan!

Hie pey merke und derkenn,

Wie man list mit listen tenn. 25

Dar zuo so dank betrogenleich

Einem, der unwillechleich

Gâbet dir und dienet wol,

So hat er das er haben schol.

Hier nach, hast du müssen sweren 30

Eim ze tröschen und ze eren,

So scholt du ym den naken peren,

Wilt du dich mit listen neren.

Dannocht uns die weisen sagend:

Wo die toren bessers habend, 35

Da scholt du dich ze narren machen

Listechleich an allen sachen.

Die vierde ist der lere fund,

Bey der gepeut man dir ze stund

Viereu, die dir chomend wol. 40

Wil du lernen, sam man schol;

Daz ist, du scholt dich dunken arm

An der chünst, sam ein lärer darm;

Und an der ler derzaig dich reich! #28d

So tuost eim weisen mäister geleich.

Lerr den junger nach dem sin

Mit rechter lieb, daz ist sein gewin.

Nach der sterki hebe den tramen, 5

Nach dem ertreich säy den samen!

Wilt du haben schuoler gunst,

So ler die aller besten chunst

Mit kurczer weis, der scholt du phlegen,

Und lass daz ander under wegen! 10

Schol die lere sein gemäin,

So bis mit deinem leben gezäin!

Wan des ler uns gar verdreust,

Der sich mit seiner zungen scheust.

Die gerechtikait ein tugent ist, 15

Die dich lert ze aller frist,

Wie du niemant schaden scholt

An leib, an er, noch an dem golt,

Sünder iedem scholt du eben

Daz sein vil willechleichen geben. 20

Die tugend schacz man für die grosten

In got von hymelrcich dem höchsten

Richter, der mit seinem gewalt

Die gerechtikait vor allen bhalt.

Wer möcht dann auf erd geleben, 25

War die rechtikait nicht geben?

Nu chondin rauber nicht beleiben,

Ir zeyt mit gesellschaft stacz verstreiben,

Hieltins unter enander nicht

Dacz geseczt, daz zwüschen in geschicht. 30

Die hat der dienerinen zehen,

Die wirst du nach enander sehen

Iecleichen besunder schiere,

Mit ir gepotten, der sein viereu.

Es sint die strengen und die gnad, 35

Die warhait und die eregabe,

Frid und minn mit freuntschaft,

Gehorsam, treuw unschadhaft.

Pey der strengeu gepeut man dir,

Daz du scholt legen dein begir, 40

Die bösen leut ze nöten

Mit stumbeln und mit töten, #29

Haubt gen haubt und fuoss gen fuoss.

Sich daz ist die rechtisch puoss.

Der frömdes guot mit gewalte hat,

Das schaff hin wider also drat 5

Mit allen nüczen, die man gnomen

Hat und mochten da von chomen.

Also scholt du an gesigen

Einem, hat er umb getriben

Den andern pöschleich an dem gricht 10

An aller zerung, die da geschicht.

Wil auch der man ungehorsam sein,

So gib ym nur die selben pein,

Die er aller maiste fürcht

Und voll hat ers vil oft verwürcht. 15

Pey der gnad man dir gepeut,

Hörr, wie eben sey dirs beteut!

Käin urtäil schol gevallen dir,

Die nicht enhât derbarmd in ir.

Ist die sach verworren gar, 20

So volg nicht böser juden schar,

Sunder ker dich auf daz best

Und auf daz gnädigost ze lest!

Hier zuo scholt du dich derparmen

Uber wittwen und die armen, 25

Uber wäysen, gäystleich leut

Und uber getruwer wirker heut.

Dennocht macht genade tuon,

Umb frid ze haben oder suon

Einem, der joch schuldig wär, 30

Ist er an der macht ze swär.

Pey der warhait gepeut men eben,

Daz du durch kainer sach wegen

Leugen scholt, geselle, sich,

Wilt du vor sünden hüten dich. 35

Wer sich leugens nit kan mâssen,

Den scholt du niemer sweren lassen,

Won der die zungen felschen wil,

Der acht des äides auch nicht vil.

Huet dich vor lugner her, 40

Wilt behalten guot und er,

Won kain flaisch ward nie so böse,

Sam die liegent zung die löse.

Hast du yemant ichcz versprochen, #29b

Daz scholt du läisten ungeprochen,

Er wärr dann, daz er an dir bräch,

Oder daz mit sünden geschäch.

Bey der ergab wil sey daz, 5

Daz du scholt eben wissen, was

Du gebist, warum und auch wem.

Es sey disem oder dem.

Gib daz dine und anders nicht,

Wan die warhäit also spricht: 10

Got der wil nicht opher haben

Mit des andern menschen schaden.

Gib auch freileich, will du geben,

Und lâss verziehen unterwegen!

Won geist du schier, so geist du zwier. 15

Pleybts pey dir, so nimpst es mir.

Lâss dich auch vil wench betragen,

Gâb ze geben wider gâben!

Niemant lâss dich uberwinden,

Es sey mit gaben oder schinden. 20

Pey dem frid man dir gepeut,

Daz du nicht hassen scholt die leut,

Won wo nicht frid ist in dem haus,

Da hat man got vertriben aus.

Wilt du han frid gen iedem man, 25

So tuo sam einer hat getan,

Der danket allem guot ze stett

Und swäig, so man ym ubel tett.

Wilt du stäts mit fride sein,

Bsunder mit den gesellen dein, 30

Emphilch ym wenig deiner sach,

Noch ste mit ym unter einem tach!

Wilt du krieg zuo fride machen,

So wiss, daz du in allen sachen

Scholt vil süsser red phlegen. 35

Daz fügt sich zuo dem suon vil eben.

Pey rechter minn ist dir gepotten,

Daz du niemants wellist spotten,

Anders swer ich dir pey gott,

Sicherleich du wirst ze spott. 40

Wilt du wesen lieb gehabt,

So tuo, sam uns die lere sagt,

Und halt in ganczer lieb die leut! #29c

Horr, was sey dir me gepeut!

Wilt du haben paradeis

Auf diser erd an helleweis,

So tracht, daz du dein eleich weib 5

Habist lieb, sam deinen leyb!

Hab auch liebe zuo andern dingen,

Wilt, daz seu dir sälde bringen;

Won kain sach die macht dich frey,

Hast nicht liebeu minn da pey. 10

Pey der freüntschaft daz vernim!

Du scholt den freunt zuo deinem gwin

Versuochen lang, der weise spricht.

Den bewärtten halt und lass in nicht!

Dem freuntleichen tuo wol auf erd, 15

Daz er dest freuntleicher dir werd!

Dem veint dem scholt int ubel tuon

Umb freuntschaft und umb lieben suon.

Hilf dem freunt ze aller frist

Ungerüft, so ym gebrist. 20

Der sein mag gehaben rât,

Dem hilf, so er dich gepetten hat.

Tuo dem freunt und iedem man,

Das du von ym begerest han,

Und mâss dich des, des seu bevilt, 25

Noch du von ynen nit haben wilt.

Pey der gehorsam schreibt man dir,

Daz du scholt volgen mit begir

Deinem herren, wer er sey,

An guoten gepotten sünden frey. 30

Deinen eltern und ierm rat

Scholt du volgen fruo und spât,

Ob seu treuleich mäynent dich

Und auch die sach wol füget sich.

Deinen mayster volg noch mer, 35

Dan dir selber, an der ler,

An gpott und allen dingen,

Wilt du nach eren ringen.

Dannocht wilt du sein gerecht,

Volg der dirnen, horr den knecht, 40

Bis gehorsam einem chind

An sachen, die dir nuczze sind!

Pey der trew man ruofft dich an:

Bis getrew, o werder man!

Die treuw ein schlussel ist der er. 45

Wer den verleust, der taugt nit mer.

Der würffel der ist gar enwicht #29d

Und hat der treuwen in im nicht.

Dar umb so spil nicht, so es gilt,

Mit dem du treuwe halten wilt.

Hat dir einr seyn haimlichäit 5

Auf getan und für gelayt,

Daz scholt du behalten sunder taugen

Mit ganczen treuwen, sam dein augen.

Doch scholt du getrauwen swach

Einem in vil grosser sach, 10

Hâst du noch nicht mit ym gessen

Ein vierding salcz wol aufgemessen.

Pey der unschad man dich mant,

Daz du dir selber nicht tügist ant.

Bis auch niemant anderm swär! 15

Das macht dich werd und dar zuo mär.

Wilt du sein unschadleich gar,

So hüt dich vor der schedleich schar,

Daz ist vor dienern andern dingen,

Die den schaden mugen bringen! 20

Ner din leben und din guot,

Halt dine ere mit rechter huot!

Gesigest joch den veinten an,

Dannocht pist kain schädleich man.

Pist du richter, hast den gewalt, 25

Hörr den andern täil vil bald!

Richt nach recht, daz ist mein rat,

Niemant dich für schedleich hat.

Die sterkeu nimpt man zwivaltkleich,

Die erste macht dye liibe reich, 30

Die schol man schäczen für kein tugend,

Wan oft ein schak hat die vermugend;

Die ander verstnet gar den muot,

Seu ist ein zarteu tugent guot

Und weist uns ubergen mit kraft 35

Alle böshayt ungeschlacht.

Die ist die vordrest und die best

An edelchäyt mit ganczer vest;

Won wer ir nit enwil gewalten,

Der mag die andern wench behalten, 40

Und hat fünf mägettein gemäyt.

Daz erst daz ist die Sicherhäyt,

Die ander haisset hoher Muot,

Die dritt daz Gedinge guot,

Der fünften spricht man Gedultikäyt, 45

Die vierd die ist genennet Stät. #30

Die erste chümpt und spricht zuo dir:

Fürchst dir, daz scholt sagen mir.

Sprichst du, das scholt sagen mir!

Sprichst du: Ja, ich pin in sorgen, 5

Ich köm ze armuot bis auf morgen.

Des antwürt sey dir ane zorn:

Ich wolt, du hietst da mit verlorn

Die geytikayt, die dich da reyt,

So warist reich ze aller zeit. 10

Fürchst du hinderred, so sprichcz!

Tuo daz best und besorg dein nichs!

Die bösen valscheu märe sagend

Und nicht, daz wir verdienet habent.

Besorgest aver siechtagen, 15

Dar zuo kans ein anders sagen.

Der siechtuom mag nit ewenchleich

Pey dir gesein und du geleich.

Fürchst den tod, so bist ein chind,

Spricht sey zuo dir gar geswind. 20

Er ist kain schand, so muost auch sterben.

Niemant mag sein ubrig werden.

Die ander get her muotes fro

Und spricht: Mein fraw die wil also.

Ze grossen dingen scholt dich piegen, 25

Won chäin adler vahet fliegen.

Streit vil e umb die gemäin,

Dan du vechtist umb dich äyn!

Gemäiner nucz der get hin für,

Äyniger beleibet pey der tür. 30

Hast ein hercz mit hohem muot,

Der peut den leuten er und guot;

Und ob man dein nicht athen wil,

Schlach hintnan auf und sorg nit vil!

Pist ein man, du scholt nit fliehen, 35

Es sey dann daz du fuder ziehen

Müssist in so grosser not,

Daz beleiben war dein tod.

Die dritt die saumpt sich auch nit lang,

Sey vert gen dir mit irem gesang; 40

Daz spricht: Hab trost in deinem muot! #30b

Daz ist dir zuo dem leben guot.

Verzag nicht, held, daz ist mein rât,

Wie oft ein man verloren hât

All sein hab in einem spil 5

Und darnach gewinnen zwir alz vil.

Hab geding und lâss es nicht,

Ob dir joch niemer guot geschicht;

Won oft ein Swâb der nimpt sein end

Mit guotem trost, der smerczen went. 10

Sünderleichen hab geding,

Ob dich der wind mit regen zwing,

Und kumpt der sunnen schein entzwischen,

So macht die fröd mit sorgen mischen.

Die vierd beräyt sich auf die vart 15

In blâwen gewand, ir red ist zart

Und spricht: In deinem gedenchen

Huet dich vor willwenchen,

Bis in endvarwe stät

In fraden und in herczeläid. 20

Mit dem ersten dich nicht weg,

Noch dich pey dem andern leg!

Ein recht daz hat die stäytichayt,

Daz du scholt ze tuon sein berait.

Pleib nit pey den bösen dingen! 25

Von gutten lâss dich niemant pringen!

Doch so war nicht ungezäm,

Ob ein man daz besser näm

Und liess daz guot, da ers hiet funden,

Er sey dann anders dar zuo gpunden. 30

Die fünft nicht lat, sey chöm zuo dir

Und pring der seken vier mit ir,

Die iedem sunder fugent wol,

Der ze hof beleiben schol.

Der erste sak schol chlaider haben, 35

Die scholt du sauberleichen tragen,

Won pist reich mit deiner wat,

Dest bas man dich in eren hat.

Der ander sak ist phenning vol,

Der kümpt dir sunderleichen wol, 40

Er schafft dir freunt und dar zuo gsellen,

Niemant tar dir wider stellen. #30c

Der dritte sak ist gtinstikait,

Der ist dir auch dar zuo bereit,

Daz du dich freileich machist her,

Nicht sam ein plauger winterper. 5

Des leste sak ist gedultichayt,

Der all dein leiden ubertrayt

An peyten, vasten und an wachen,

An sweigen und an andern sachen.

Ze stett do sprach fro Richteinschand: 10

Ich merch, ir seicz ze hof bekant,

Dar umb ich euwer wirdi pitt,

Lert in hofzucht auch da mit!

Des antwürt Lastersak vil drat:

Begert er daz, so ist mein rat, 15

Daz er sich selb ze hofe mach,

Da lernt er zucht an maniger sach.

Pey hünren lernt man gachczgen,

Pey sweinen seuwisch smaczgen;

Doch so spricht man oft und vil: 20

Wer ein hofman werden wil,

Der hab einn pauren in dem sinn,

Und wes der gepäurischen beginn,

So tuo daz widerwartich schier,

Des wirt er hofleich und gezier. 25

Also mag ich Bertschin sagin,

Wil er sich nach züchten haben,

Daz mug er lernen, sam man spricht,

Bey seyner hochzeit, ob sey geschicht.

Hie mit ker ich mein vermugend 30

Hin wider ze der lesten tugend,

Die ist die mässichait genant,

Mangem herczen underkant,

Won selten yemant phligt der mâss

Stäticleich an underlâss. 35

Dar umb so wiss, wann yedeu syt

Vor und hintnan alle zeit

Verwürchet ist mit bösen sitten,

So leit die mässichäyt enmitten.

Des nim ein beyschaft ander vart! 40

Hie ist der gouder, dort der karg;

Der gouder ist ein sölich man,

Der nichcz nit ym behalten kan;

Der karg verpirgt es alles sampt #30d

Und mag nicht geben aus der hand.

Die habend payde böseu weis,

Dar umb so trayt der milt den preis,

Der lebt nach mittlen mâssen 5

An haben und an lassen,

Daz ist, er geyt hin, daz er schol,

Und behalt daz überig wol.

Dar zuo wisst, daz mässichait

Ist ein tugend so gemäyt, 10

Daz niemant sey verlassen schol

Durch ander sach, so tuot er wol.

Sey hât der zarten junchfrawen

Drey und ein, die scholt du schawen,

Daz ist die demuot, gottes chläyt, 15

Schamung, gefuorung, cheuschäyt,

Pey den wirst du ieso sehen

Punden wol auf sechszehen,

Was die erste sagen well.

Daz merk vil eben, lieber gesell! 20

Sey spricht: Wilt du han den preis

Für ander gar gezellet weis,

So wil ich dich des einen beschayden,

Du muost dich diemütich derzäigen.

Wilt du chomen an gewalt, 25

Hab ein dyemütigen gestalt!

Won der sich höcht, der kumet nider,

Und der sich nidert, der get wider.

Wilt du, daz man dein nicht spott,

So hörr die andern zway gepott! 30

Wiss, du scholt dich selten

Loben oder schelten!

Bis auch nicht ze dyemütig,

Daz dir der narr nicht an gesig!

Was wil die schamung haissen dich? 35

Do spricht sey, sam ich mich versich:

Scham dich aller missetat,

Wilt du nicht schand, daz ist mein rat.

Schame dich auch andrer vart,

Die nicht gar erleich sey von art! 40

Won der sich nit kan haben inn,

Der ist ein tor in meinem sin.

Schämich mach auch deineü kinder, #31

Daz seu nicht leben, sam die rinder,

Wan man oft des kindes schand

Zelt dem vatter in die hand.

Doch so wiss, ein weiser man, 5

Der mächtig ist und alt getan,

Schol nicht gar ze schamig sein,

Daz er ze kindisch nicht enschein.

Was kan die dritte dir derzaigen?

Des lâss dich auch von mir beschaiden! 10

Hörr, du scholt gefuggig sein

An haus und an den chläydern dein!

Bis gefürig an der kost,

An dem wein und an dem most!

Won daz uberig schaden tüt 15

An sel und an leib und an dem guot.

Pist du eines erbern sins,

So lâss dich benügen kleines gwins!

Chläiner gwin ist got mär,

Den grossen suochent wuchrer. 20

Doch so macht du vil wol haben

Grosses guot pey deinen tagen,

Kumpt es alz von rechtem gwin

Und hilfft den armen auch mit ym.

Was singt uns dann die keuschait? 25

Anders nichcz, wenn daz ein mayt

Schol keusche sein mit iren augen,

Wil sie sich böser gdenken gelauben.

Sey schol auch keusch sein an gedenken,

Wil sey mit werchen sich nit krenken. 30

Minner werch schol sey nicht kiesen,

Wil sey daz krenczel nicht verliesen.

Dennocht ist ein mensche keusch,

Treybt es ander käyn geteusch,

Dann allaine bey der ee. 35

Da mit so sag ich dir nicht me.

Syertdazland die was behend.

Mich duncht, der rede sey ein end,

Sprach sey, noch ist eins beliben

Da hintnan nit gar wol verswigen, 40

Und daz einer muoss halt künnen,

Dem wir unser muomen günnen,

Daz ist, hort mich all geleich,

Haus ze haben wiczechleich. #31b

Waz hilf daz weibe, daz ir man

Ausrenthalb joch gar vil kan

Und ein narr ist in dem haus?

Dar umb sagt ym es gar her aus, 5

Was ym nucz sey zuo dem leben,

Wellen wir ym Mäczen geben.

Daz was auf Säychinkruog geredt,

Wenn die andern sprachen zstett:

Dicz kan niemand also wol, 10

Sam Härtel hausgeschäftes vol.

Er hat wol sechczig jar und me

Haus gehaltlen pey der ee.

Säychinkruog in antwürt do

Vil zuchticleich und sprach also: 15

Es wisst wol, sam ich wissent pin,

Alz manich haubt, alz manger sin;

Dar umb so hat such iecleich haus

Seinen sitten, seinen saus.

Also lerts sich selber wol, 20

Wie einr sein haus bewaren schol.

So ist des menschen gemuot so blind.

Wes er sich für wars versint,

Daz get ym oft nach stelczer fuoss,

Dar umb ich in nicht leren muoss. 25

Fro Siertdazland hin widerumb

Sprach: Euch ist daz maul ze chrumb.

Secht ir nicht, daz alles spil

Chünst und wicze haben wil?

Oft chan einr für ander ächt 30

Springen, tanczen, mäczigschäft.

So muoss man lernen scheiter spalten,

Daz lichter ist dann haus ze halten.

Was täutest dann von stelczer päin?

Waisst nicht, daz man spricht gemäyn: 35

Hilf dir selb, so hilft dir got?

Mich dunkt, du redist aus eim spott.

Der nicht wolt lernen für sich sehen,

Dem wurd ze geleicher weis geschehen,

Sam der fleugen gsach hie vor 40

Pey der weisen ämbess tor,

Die von hunger muosset vasten,

Do hiet die ämbess vollen casten.

Dar umb so sagt dem guoten gesellen, #31c

Wie er sein hause schül bestellen;

Daz chumpt ym recht und ist sein fuog.

Do sprach Härtel Saichinkruog:

Wol an, daz sey! So ler ich dich 5

Daz besten, so ich mich versich.

Wilt du halten haus mit eren,

Das scholt des ersten so an keren

Ze tragen in der täschen tracht

Ein ander haus von silber gmacht, 10

Daz du dir chauffen mügest so

Häw und fuoter, dar zuo stro,

Wein und korn und holcz da mit,

Hirs und kraut, daz ist der sitt,

Bonen, ärwess, gersten, smalcz, 15

Lynsen, fläysch ze terren, salcz,

Hausgeschier und bettgewand,

Käs und ops und manger hand

Yecleichs pey den seinen zeiten,

Daz ist dir nücz ze allen seiten. 20

Und chauff daz best mit ganczer treuw,

Wilt du, daz es dich nicht geruw,

Hochzeit und daz tägleich laden

Hat ein er und zwen schaden.

Mit gesten nicht dez dein verzer, 25

Wilt du behalten guot und er.

An pheyffern und an chläynet,

Sam es die lere mäynet

Zerung umb die ritterschaft,

Wiss, die ist vil erhaft. 30

Sunderleich lass dich herparmen

Uber deinen freunt vil armen!

Pauw nicht heuser durch den tod,

Dich zwingi dann die starke not,

Won gemachtez haus, gescribens buoch, 35

Beschlaffens weib, versnitten tuoch,

Dar zuo hefen alter plunder,

So wolfeil sind, es ist ein wunder.

Triefens tach man bessern mag,

Schadli wager dann ein schad. 40

Erber gwand und nicht ze reich,

Wiss, daz ist gar lobeleich,

Ist sauber, nicht beschissen,

Wol vernäyt, noch so zerrissen, #31d

Und daz gewönleich sey der zeit.

Neuwer sitt die narren reyt.

Hünren geschräy und gensen gsanch

Hörr vil gern, des gwinst du danch. 5

Dein hund daz sey ein rud vil guot,

Der dir daz dein beschirm mit huot.

Cost ist guot umb kinder ler,

Mit haymsteur auch daz dein verzer.

Taylst den armen mit dein hab, 10

Daz volgt dir nach bis in dein grab.

Doch besich in deinem sin,

Daz dir vil grösser sey der gwin,

Dann die zerung alle tag;

Won ein geschicht dir chomen mag, 15

Die dir zucht in einem zeiten

Deinen gwin von langen zeiten.

Wie man aver gewinnen schol,

Bewaren sich vor schaden wol,

Daz sag ich dir vil recht her aus. 20

Bis du herr in deinem haus!

Wiss, und träyt dein weib die pruoch,

Sey wirt dein hagel und dein fluoch

Wider got und sein gepott;

Hier zuo wirst der leuten spott. 25

Dar umb so sicz ir auf dem nak

Und halt sey sam den fuchs im sak!

Schaff, daz sey behalt vil eben

Was ir in die hend wirt geben.

Schaff auch mit ir so ze stett, 30

Daz sey kuchi, visch und pett

Schon beräyt und sauber halt,

Wol sey pey dir werden alt.

Häiss sey fürben, näyn und spinnen,

Melchen, saugen, wilt du gwinnen! 35

Lass sey selten müssig gen!

Daz selbig scholt du auch versten

Von deinen tochtren so ze hant.

Und ist es inen underchant,

So tracht, daz sey es lernin schier 40

Tag und nacht für ander vier.

Won was dein weib dir kunnen schol,

Daz fügt eim andern auch vil wol. #32

Dem suon emphilh daz stäbli nicht,

Sam lieb sant Bernhart spricht.

Ler in drat nach deiner macht

Hantwerch oder chauffmanschaft 5

Und die gschrift vor allen dingen,

Wilt du in ze selden pringen.

Mag er pey dir nicht werden teur,

So schik in aus, daz ist sein steur.

Hast du knecht in deiner huot, 10

Vertrag ir kainem ubermuot!

Getrauw dem geleichsner auch nit wol!

Merk, ein diener wesen schol

Ghorsam, getreuw, beleypleich,

Cheusch und gdultig, nit gar reich, 15

Sinnig, endlich ane chlagen;

So schol er auch ein herren haben,

Der erber sey und geb genuog,

Doch grober speis, daz ist sein fuog,

Und der ym seinen lon mit macht 20

Nichzen vorhab uber nacht.

Dar umb bezal und mach seu vol

Und tracht, daz seus verdienen wol.

Und wilt du haben sicher gewin,

So ste vil fruo auf sampt mit in 25

Und sich auch selber zuo dem vich,

Wilt du nit reichen hinter sich.

Waisst nicht noch, daz ich da wäiss,

Dein selbers aug daz vich macht fäiss.

Pist aber faul in deiner sach, 30

Dein gesind ym schaffet auch gmach

Und gedeycht, daz wirser ist,

In bös gedench ze kurczer frist.

So du dich von dem hause trabest,

Bedench, waz du ze schaffen habest. 35

Kümst du wider in dein haus,

Besich, was dir sey genumen draus.

Und hat sich nicht gemert dein chorn,

So wiss, du hast den tag verlorn.

Sein dein nachgepauren guot, 40

Des fröwe dich in deinem muot!

Tu in dienst nach deiner macht,

So bstet dein haus in langer kraft. #32b

Wilt du wein und korn verkauffen,

So scholt zuo in des ersten lauffen

Und geben bäss, dann andern leuten.

Dar zuo wil ich dir beteuten, 5

Gib auch deinen veinten hin

Ze dem teursten, daz ist gewin.

Und pist gerochen an daz pluot,

Daz ist ein râch vor allen guot.

Wilt verkauffen huoben täyl 10

Oder kauffen, ist es väyl,

So huot dich vor eim gemainen man,

Der reicher ist und mer kan,

Oder nicht gar erber sey,

Wilt du wesen sorgenfrey. 15

Doch so sag ich dir besunder:

Besser ist dir zleiden hunger,

Dann zferchauffen deyneu hab.

Dennoch besser ist noch sag,

Ein täil des erbes geben dar, 20

Dann dem wuochrer seczen gar.

Leich nicht gern, du sechst dann, wem.

Entlehen ungever vil von dem,

Won wer sich leyhens trosten wil,

Der jo verdirbt mit schanden vil. 25

Hie pey macht du sehen wol,

Wie gern man wider gelten schol.

Dar umb wilt du der wiczen phlegen,

So tuo dein geschäft pey gesuntem leben,

Daz du daz schuldig mügest schaffen 30

Deinem gültern vor den phaffen,

Deynen dienern auch gedanchen,

Des vergessent oft die kranchen.

Lâss deim weib, daz sey schol haben!

Dar zuo scholt ir freuntleich sagen, 35

Ob gott geputte uber dich,

Daz sey mit eren halte sich

Und daz sie durch der kinder wegen

Durch andâcht und umb besser leben

Geruoch zbeleiben ân ein chan, 40

Müg sey mannes wesen an.

Doch scholt du sie des nicht zwingen

Mit sweren, geld, noch andern dingen;

Won besser ist ein wirt mit recht #32c

Dem weib, dann herr oder knecht.

Hilf auch bas und gar geswind

Der tochter und dem chlainen chind,

Dann denn gesuntten starken knaben, 5

Die sich selber mugent betragen!

Ze lesten rat de suonen dein,

Ob seu kauffleut wellent sein,

Daz seu sich täyllin unter in,

So stellends dester bas nach gwin. 10

Schullens wesen hantwerchgsellen,

So lâss seu tuon nach irem wellen!

Trachtend seu nach müssig gen,

So haiss seu pey ein ander sten

Ungetäylt, daz ist in guot; 15

Won iedes haubt daz wil seinn huot,

Yeleich haus daz wil sein feur.

*** Nicht mer so sag ich dir ze steur.

Do nu der ler ein end ward,

Friczo der sprach an der vart: 20

Nu dar, herr Perchtolt, hörst du das?

Wilt es tuon und dannocht bas?

Das sag uns auf die treuwe dein!

So gib ich dir die tochter mein.

** Triefnass andacht die was gross 25

Gen seines lieben Mäczleins schoss

Und tett recht sam fuchs Raynhart,

Der umb die faissen hennen warb,

Und verhiess pey seinem äid,

Zu allen dingen sein beräyt, 30

Die ein fromer weiser knecht

Läysten scholt und tuon von recht.

*** Da mit so wurden so behent

Zwo der besten hin gesent

In die küchi aus dem rât 35

Umb die praut, die eylten drât

Und kament ze den selben stunden

An die stat, da seu sey funden,

Und sprachent: Wiss, wir schullen han

Daz pettenprot, du hast einn man. 40

Des was fro Mäczli sunder fro.

Wer ist der dann? sprach seu do.

Daz ist trun Pertschi Triefnass,

Der dein selten ye vergass. #32d

Was Mäczel vor hin fro gewesen,

** Von fröden mocht sey kaum genesen,

In ammacht viel sey yeso nider,

Des hulffend ir die andern wider 5

Und machten sey vil schön da her

Mit salben von Capponer smer,

Mit pürsten und auf machen,

Sam sitt ist ze den sachen.

*** Da mit so fuorten seis da hin. 10

Des sprach fro Mäczel so zuo in:

Ich waiss nicht, wie ich geparen schol.

** Die ein die sagt: Ich ler dich wol.

So man dir hevet also an:

Wilt du Pertschin ze dem man? 15

So scholt du dich des ersten weren

Enwench, daz stet dir wol ze eren.

*** Do seu nu zuo den andern chamen,

Hort in gottes namen, amen,

Sprach Ochsenchropf, hie schol geschehen 20

Ein ee, des schölt es mir verjehen,

Sag an, Pertholt, pey deiner treuw,

Got woll, daz es dich nicht geruw!

Wilt du Mäczen zuo der ee?

Bertschin dem was also we 25

Von fröden in dem herczen geschehen,

Do er sey hiet komen sehen,

Dar zuo was er ungewan

Ze einer sach also getan,

Daz ym die härel giengen zeperg; 30

Wie chaum bestuond er auf der erd

Und mocht recht gesprechen: Ja!

Dar umb so was sein antwurt gra.

Des ward do nicht geachtet so.

Zuo Mäczen chert er sich aldo 35

Und sprach: Nu sag auch, Mäczel, an,

Wilt du Pertschin zuo dem man?

Mäcz gedacht ir an daz lerren

Und ward sich heven an ze weren.

Mit füssen und mit elnbogen 40

Schlug sey umb so wol gezogen,

Daz der frawen wol auf vier

Vielend nider also schier. #33

Do sprach Friczo an der vart:

Tochter, scham dich nicht so hart

Und nim du Bertschin zuo der ee!

Sey swäyg, er frâget aver me, 5

Do sprach sey: Sta, gevelt es dir.

Also ward mit payder gir

Die ee yeso geschaffen

An schuler und an phaffen.

Des nam so Pertschi fürher do 10

Ein fingerli geworcht also:

Es was von pley und uberzint,

Mit einem stain, sam ich es vind,

Der hiess ein sapheyr von glas,

Dar umb von harcz ein gsmelcze was, 15

Mit naswasser durch laseurt;

Dar zu was es auch gesteurt

Mit zwain perlen von den augen

Aus dem visch, daz schult es glauben.

Er stiess irs yeso an die hand. 20

Secht, do huob sich soleich schand

Den preutgon ane ze lauffen,

Im har und part aus rauffen,

Also daz er an der vart

Mit enander glaczocht ward. 25

Bertschi wäint, die andern sungen

Und für die tür her aus drungen,

Seu schreuwent vast und dannocht me:

Bertschi Mäczen hat zuor ee

Genomen heut vil fruo fruo fruo. 30

Da schlach geluk und hayle zuo!

Die mär die chament so zehand

Gen Glaris und in Sweiczerland,

Gen Appenczell, ins Lauental

Und auf daz Marchvelt uberal 35

In Prettengö und auf die Alben,

Auf die Scherr und allenthalben.

Man luod die nâchgepauren

Dar zuo, die vil sauren,

Aus dem dorff von Nissingen, 40

Von Seurenstorff und Rüczingen,

Der machten sich vil schier dar

Mit grossem geschray ein michel schar

Mit iren dorffmäczen,

Die schült es alle schäczen #33b

Nach dem und seu auch seyn genant.

Hört, seu sein mir all bechant.

Von Nissingen was Galgenswanch

Sein fromer uber seinen danch, 5

Dar zuo Gerwig Schinddennak

Mit seinem gesellen Scheubinsak,

Dietreych von dem gatter

Und Gugginsnest sein gefatter,

Storchenpayn und Arnolt 10

Harnstäin und Chriembolt

Und sust vil junger drappen,

Die man da zalt für chnappen.

Der diernen was ein michel tayl:

Die erst hiess Chüczeldarm die gayl, 15

Die ander Gredul Ungemäss,

Die dritte Ändel Pfefferräyss,

Die reudig Wasserschepferin

Und die schön fro Gnepferin.

Von Seurenstörff ir chamen vier: 20

Daz was der Palstersach der zyer,

Teufelsgaden, Schabenloch

Und der grindig Guggoch.

Der tochtren trun der warent zwo:

Daz waz fro Lena Vallinsstro 25

Und Sophya ir gespil.

Der andern der was nicht gar vil,

Dann von Rüczingen ein gsell,

Den hiess man Jächel Reuschindhell,

Und sein pruoder Varindwand 30

Mit einer tochter Hüdel genant.

Sust so mocht ich nicht herkennen

Von andern landen noch genennen,

Dann einen der hiess Popphart

Von Appenczel ein fiess von art. 35

Seu chament her geritten

Auf eseln und auch schlitten,

Yeder mit seym wambesch guot,

Zwäyn roten hosen und ein hut,

Mit iren präyten swingen 40

Und auch mit andern dingen.

Etleich chament gangen

Mit iren hülczin stangen.

Die mäczel warent all bechläyt

Mit weissen chitteln schon beräyt, 45

Ir schäppel hieten pluomen glancz, #33c

Ir schühel nebent den lüchern ganz,

Seu zogten her mit ir vermacht

An der selben sampstagznacht

In daz dorff ze Lappenhausen 5

Mit iren sümbern in dem sausen.

Dem nicht enward des hauses gmach,

Der nam den hymel für sein tach

Und die strasse für daz gefider.

Secht, die vegtens auf und nider 10

Mit wüten all die langen nacht,

Daz niemant vor in gschlaffen macht

Auf dem häw noch in dem stro.

Dis tribens bis ann tag also.

Seu liessend keinen kerczen tragen, 15

Des cham der preutgom do ze schaden,

Der seinn esel hiet geschunden

Für die kuo ze denen stuonden

Und hiet daz fläisch ze kuchi pracht.

Der wär joch dannocht nie gedacht, 20

Hiet er zuo dem andern tag

Den esel funden an der stät,

Do er die haut do ligen sach

Zuo seinem grossen ungemach.

Do nu die nacht sich so vergieng 25

Und der liechte tag an vieng,

Gunterfay sein bek derschal

Ze Lappenhausen über al.

Yeder man sich macht her für

Für des jungen Pertschis tür, 30

Die frawen und die magetteyn

Machten sich zuor praut hin eyn.

Da mit so laut man zuo der mess.

Daz ich des pesten nicht vergess,

Sprach do Pertschi Trieffnas. 35

Ich han nicht phennig, daz ist daz,

Ze opfern, sam ich pilleich schol.

Do sprachent seu: Dem tuon wir wol.

Häiss dirs an einn rabasch sneiden,

Wilt tu nicht die schande leiden. 40

Also giengen seu da mit

Ze chirchen, do das was der sitt.

** Die jungen man die giengen vor,

Die alten nach durch alleu tor, #33d

Die jungen frawen giengen nâch,

Die alten vorhin gar ze gach.

*** Do nu die mess ein end genam,

Der pharrer huob ze sagen an: 5

** Hört, ir frauwen und ir knecht,

Wisst, es ist der kyrchen recht,

Daz einr ein chan im nemen schol

Offenleich, so tuot er wol,

Nicht so häymleich ane pfaffen. 10

Dar zuo ist mit uns geschaffen,

Daz wir chündin uberlaut

Von dem prautgom und der praut

Und vor allem volk dar zuo

In der kyrchen spât und fruo, 15

Ob yemant wär und wesen scholt,

Der da wider sprechen wolt.

Dar umb gepeut ich pey dem pan,

Wer der ist, der bewaren chan,

Daz die ee nicht redleich sey. 20

Der sag es ze der vart hie pey.

*** Des chroch ein altes weib her für

An einem stab, sey sprach: Ich spür,

Daz Pertschi mit des tiefels rât

Sein treuw an mir gesprochen hat, 25

Es ist ein jar und nicht vil me,

Daz er mir schlechcz verhiees der ee.

** Des wurdens älleu lachent do

Und gen pharrer sprechent so:

Wisst, die ee was geschaffen 30

Vor münchen und vor phaffen,

Dar umb so nem ym yeder gesell

Ein frauwen, do er gernest well.

*** Umb die red, die da geschach

Von dem weib, die in an sprach, 35

Ward hertäilt ze Lappenhausen,

Daz sey scholt ein bruoche lausen,

Und gesäch sey noch so wol,

Sam ein eweib gesehen schol,

Daz sey möcht derkennen 40

Die laus und dar zuo prennen

Und liess die knöpfe stil sten,

Daz sey schölt für sey alle gen #34

Und bewären iren dant,

Wolt sey Pertschin han zehant.

Des zoch der preutgonn ab sein bruoch

Und sprach: Nu se hin, hürr, nu suoch! 5

Und prennst du mir des fadens knöpf,

Ich reisse dir aus die grawen zöph.

Was schol man lengren dises lesen?

Sey liess die peysser all genesen

Und graffelt an hin mit der hand, 10

Und wo sie einen stricke vant,

Der hiet sein leben da verlorn.

Des lachtens all von rechtem zorn.

Der pheyffer hiess man schlahen auf

Und draten hin gen Pertschis haus. 15

Do sey nuo komen zuo der tür,

Die praut man seczet schon hin für,

Der preutgonn zuo ir nider sas,

Sam do des dorffes sitte was.

Des kam do Fricz und sprach also: 20

Euwer eren bin ich fro.

Ungelük daz hause scheuch!

Dar zuo will ich geben euch

Syben hennen und ein hann

Ze haymsteur, da gedenket an! 25

Dar zuo gib ich euch gestrak

Einn choczen und ein strosak

Und auch einen kyttel frisch,

Da mit ist sey werayt ze tisch

Und auch ze pett nach unserm recht. 30

Pist du dann ein söleich knecht,

Der leynlachen gerne hab,

So haiss sey spinnen nacht und tag!

Engelmar der kam zestund

Und schancht ym einen hausehund. 35

Er sprach: Got behuot euch payde

Und auch der hund vor läide!

Ochsenchroph der kam hin nâch

Mit einer kaczen, die hiess Vach,

Und sprach: Daz habt zuo andrer huot! 40

Es ist euch für die meuse guot.

Cholman drang do für die gemäyn

Mit einem kicz, daz was vil chläin, #34b

Und sprach: Daz send ich euch ze haus.

Da wirt ein gäyss mit hürnern aus.

Jächels treuw waz nicht verlorn.

Er pracht ein kälbel erst geporn 5

Und sprach: Daz gehört auch wol dar zuo,

Es mag geraten zuo einer kuo.

Do hiess einer Öttel Kriech,

Der truog ein äntten, die was siech,

Und schre ym: Se hin, junger man, 10

Der Ring · 第 7 / 13 段