** Hörr auf, lieber, sein ist gnuog,

Sprach do Fricz. Du pist so chluog,

Daz mich des dünkt, du seist gestanden

Manich jar in frömden landen. 15

Pertschi wand, ym war also,

Und hiess ym Mäczen geben do.

Secht, daz wär do nicht vermitten,

Hiet es Lastersak gelitten.

Dem geviel daz eyllen nicht. 20

Grosseu sach wil zuoversicht,

Sprach er do und voll die ee.

Sag mir, gesell, kanst du icht me?

Des äntwurt Pertschi also schier:

Ich alz wol, sam ander vier, 25

Erren, tröschen und auch säyn,

Hakken, sneiden und auch mäyn

Und was zuo prott gehoren schol,

Daz tuon ich gern und kans auch wol.

Lastersak huob wider an 30

Und sprach: der mensche nicht enkan

Geleben mit dem prott alläin

An lib und an der sel gemäin,

Sunder mit des gottes wort,

Des leibes häil, der sele hort, 35

Daz ym da fleust aus seinem mund

Und tuot uns alle salde kunt.

Dar umb so muost du lernen bas.

Daz tuon ich gern, sprach Triefnas.

Des ersten ich doch hören wolt, 40

Wie ein junger lernen scholt.

Daz ist vil weisechleich geredet,

Sprach do Lastersak ze stet.

Dar umb so wiss, daz ich da wäiss, #24c

Zehi sind dem schuler gemäiss,

Der ze mäister werden wil,

Nucz und er gewinnen vil.

Daz erst ist, daz er dienen schol 5

Unserm herren besunder wol,

Der selb mit seinen häiligen mund

Sprach gen uns ze einer stund:

Des ersten schült es geruochen

Gottes reich ze suochen, 10

So wirt euch dar zuo auch gegeben,

Was man haben schol ze leben.

Salomon auch dar zuo spricht:

In böseu sel kumpt weisshait nit.

Ein anvanch aller wiczen ist 15

Gottes forcht mit sälger list.

Daz ander, daz er haben schol,

Ist ein frömdes land, daz fügt ym wol.

Nach der vil gewaren lere sag

Niemand wol gewesen mag 20

Ein prophet in seinem land,

Won er ist ze wol bekant;

Freunt und gesellen, dar zuo weib

Saument in an sel und an leib,

An guot, an nucz und auch an er, 25

An kunst, an zucht und dar zuo ler.

Doch wolt er sich ir massen,

Bösen gesellschaft lassen,

Er mocht gelernen ane zal,

Die chunst ist offen uber al. 30

Daz drit ist, daz er heb da pey

Ein gesundes haubt, daz gelirnig sey,

Und wil er chomen uber all,

So lerne, daz im best gevall.

Daz vierd ist, sam ich han gelesen, 35

Daz er vil dyemütlich schol wesen,

Won hat er hochfart in dem muot,

Kain schuoler wil er han verguot,

Er duncht sich seinem maister gleich,

Dar umb so wirt er selten reich 40

An chunst und auch an weiser hab,

Won niemant gross gewesen mag,

Der vor nicht klainer ist gesein.

Daz leg dir in daz haubet dein!

Wiss, der mensche wirt geporn #24d

Kunstlos, sam ein permet geschorn.

Daz fünft ist, daz ym hilfet ser

Stätes harren pey der ler.

Empschleichs lernen daz ist guot, 5

Unstates allen schaden tuot.

Daz sechst ist, daz hie pey schol wesen,

Sein leczgen muoss er uberlesen

Oft und auch dergrunden wol,

Wil er wiczen werden vol. 10

Daz sibend, sam der lerer spricht,

Ist daz zweiveln in der gschrift,

Ist, daz er sich nicht betragen

Lat an fundlen und an fragen.

Daz ächt, daz ich euch sagen wil, 15

Ist guteu kost und der nicht vil,

Wärmeu chleider, wein mit fuog,

Daz macht in hubsch und dar zuo chluog.

Daz neund ist, daz ym kumt geleich,

Nicht ze arm und nicht ze reich. 20

Grossen armutt siert in ser,

So saumpt in reichthuom dannocht mer.

Daz lest, daz ist, vernempt mich wol,

Daz er ym selb entleiben schol,

Unterweilen, nicht ze vil, 25

Mit singen und mit saytenspil

Oder halt mit andern sachen,

Die ym mügen fröde machen,

Doch mit züchten, daz stet wol.

Hie mit wirt er sinnen vol 30

Und verdirbt nit an dem leben,

Wil er sich der kunst hergeben.

Do sprach Triefnas gar mit gir:

Secht, daz han ich als an mir,

Guoten willen auch da mit, 35

Dar umb ich ewer tugend pitt.

Sagt mir, herr, zuo diser frist

All die künst, die yendert ist!

Lastersak do lachent wart.

Er sprach: Daz wär ein langen vart. 40

Nie kain man der ward so weis,

Der aller künsten hiet den preis,

Wen unser herrgot Jhesu Crist, #25

Dem kain dinch verporgen ist.

Die chunst ist lang, daz leben chläin,

Dar umb so lerne dir alläin,

Des ein laig nicht schol embern. 5

Daz sag ich dir von herczen gern,

Und heb so an dem besten an.

Wiss, daz yeder christan man

Uber alles, daz du wäist

Oder wäinst in deinem gäyst, 10

Schol ze glauben sein weräit,

Daz die gewär trivaltichait

Hat vil aygenleich und schon

In einem wesen drey person:

Die ein ist nach der gerechten zal 15

Der vatter, gwaltig uber al;

Die ander, die ich nennen schol,

Ist der suon der weisshäit vol;

Die dritt ist, merk in deinem gmüt,

Der häilig gäyst mit seiner güt. 20

Von niempt der vatter komen ist

Noch chömen mag dehäiner frist.

Stäts der sun vom vatter fleust

Und sich mit lieb zuo ym verschleust.

So get der häylig gäyst von päyden 25

Sunderleich an alles schaiden.

Des gib ich dir ein peyschaft,

Die älleu ler verstenleich macht.

Wiss, daz kol und hicz und schein

Mügend in einer glüte sein. 30

Die hicz die chümet von dem kol,

Der schein get von in päyden wol,

Und wie daz sey daz mans derkenne

Nach einander oder nenne

Oder joch dem vater kraft 35

Geb zuo einer äygenschaft,

Dem sun die wicz, dem haligen gäyst

Die gütichait so aller mäyst,

Doch so wis sey sein geleich

Auf erd und in dem hymelreich, 40

An mugent und an weisshäit,

An guot und an der ewichayt!

Hie zuo wiss, daz an den glauben

Niemant kümpt für gottes augen, #25b

Hiet er joch gewurket vil

Guoter werch ze allem zil.

So ist dir auch der gelaub enwicht

An die werch, sam man do spricht. 5

Dar umb behalt an allen spot

Die vil häyligen zehen gebott,

Daz ist: Hab got in deinem sin

Und swer nit üppichleich pey ym!

Feyrr auch, so man feyrren schol! 10

Vatter, muoter ere wol!

Kain mensche scholt du töten,

Noch dich mit unkeusch nötten!

Huet dich auch vor stelen,

Vor falscher zeuggnüss helen! 15

Des andern weibes beger auch nicht,

Nach frömdes guocz, die wârhayt spricht.

Dar zuo bis ze tuonn berayt

Die sechs werck der barmherczikait:

Speys daz hungerig mensche, 20

Daz dürstig dar zuo trenche,

Daz nachent scholt du beschläiden,

Dem frömden herberch zäygen,

Den siechen man gesehen schol

Und die gevangen trosten wol. 25

So muost du haben dir ze häil

Der siben hailichäit ein täil:

Daz ist den tauff ze anevang

Und den crisem, lebst so lang.

Hast gesunt, die rew ist guot, 30

Gottes leichnam und sein pluot

Und auch daz häylig öl da pey.

Wie sälich priester orden sey

Und wie guot die häilig ee,

Doch lat mans an der sele we. 35

Tauff und crisem und der orden

Sind dir die nür einest worden,

So schol man dirs nith geben me;

Die andern geyt man nu sam e.

Diss ist dannocht als enwicht, 40

Wilt du dich dar zuo hüten nicht

Vor den siben sünden gar,

Die tötleich sind und salden bar;

Daz ist vor böser hohfart,

Vor geytikait der argen art, 45

Vor neyd und zorn, unkeuschait, #25c

Vor dem frass und trachait.

Hier nach lerne dir ze lest

Daz nüczest dir und auch daz best!

Minne got vor allen dingen, 5

So mag dir nimer misselingen,

Dar zuo deinen ebencristan

In ganczer lieb ze allen fristen!

Tu auch, was die kirch gepeut,

Daz ist, sam ich es dir beteut, 10

Vasten sunder ane spotten

Allen häiligen zwelffpotten;

Doch sant Jacob und Philipp,

Sant Johans ewangelist,

Die pringent uns kain vasten we, 15

Daz selbig tuot sant Barthlome,

Wo man sein gewonet ist

Ze vasten im in kainer frist.

Da mit so vaste also schier

Die fronfasten alle vier, 20

Die langen fasten bis ze ostern,

Den phingstabent und ym augsten

Unser lieben frawen sterben

Und gocz gepürt der reinen werden!

Tägleich mess man hören schol 25

Mit rainem gpett, daz frumet wol.

Wer daz nicht volpringen mag,

Derfüll es an dem feyrtag.

Hier zuo du gepunden pist

Und yecleich mensch, daz cristan ist, 30

Dem rechten pharrer sunderbar

Einest zpeichten in dem jar,

Und da mit gottes leichnam

Emphahen, so man schonest kan.

Wer daz nit tät und sturb also, 35

Den sol man begraben, alz ein stro

In den aker, daz ist war,

Hat er uber vierzehn jar

Gehabt und sinn vernuft da mit.

Sich, daz ist der kirchen sitt. 40

Des sprach Triefnas ze der vart:

Nu we mir, daz ich gporn wart!

Ich wäiss nit, wie man peychten schol,

Dar umb ich senden smerczen dol.

Lastersak der chond sein vil. #25d

Hörr, was ich dir sagen wil,

Sprach er zuo dem Triefnas.

Wiss, ich wil dir sagen daz:

Du scholl dich noch vil wol gehaben 5

Und nicht so törleich gar verzagen.

Daz du nicht kanst, daz lerne!

Nu lert man dich doch gerne.

Hörr, ich pin noch ungeweicht

Und han gelernt die offen peicht. 10

Pey der selben lernt man wol,

Wie einer häymleich peychten schol.

Die sprich mir nach, sam ich dir sag,

Und behalt sey auf den lesten tag!

Ich sundiger mensch ich gib mich schuldig unserm herren *** got,

meiner frawen sant Marien und alten gottes häiligen und auch euch,

priester an gocz stat, daz ich grössleich gesündet han mit worten und

mit werken, mit gedenchnüss und auch mit verlayssechäyt an den zehen

gepotten unsers schepfers, daz ich die nicht behalten han, an den sechs

werchen der erbärmde, daz ich die nicht begangen han, an den siben

häylichäyt, daz ich die nicht geeret han, mit den siben totsünden, an

den siben gaben des häiligen gäystes, daz ist an gottes forcht, an

gütichait, an künst, an sterk wider die sünd, an rat, an sin und auch

an weisshäyt. Ich derken auch, daz ich gesundet han mit meinen fünf

sinnen, daz ist mit gesicht, mit gehörd, mit smakung, mit costung und

anch mit der rürung und auch mit andern dingen, daz ist mit untugend,

mit spot, mit hinterred, mit hass, mit liegen, mit triegen und auch mit

zerganchleichen fröden, mit uppiger, mit zweiflen an cristem gelauben,

mit ungedultikäyt, mit ungnaden, mit ungehorsami meinen obren, mit

unstätichayt an guotem fursacz, mit ubergen der häiligen gpott der

kyrchen, wie ich mich *** verschult han, es sey [#26] wissend oder

vergessen, daz ist mir läid und rüwet mich von ganczem meinem herczzen

und pitt mein frawen sant Mari und alle gottes häyligen und euch,

priester, daz ir mir gnad und antlass meiner sünd umb got derwerben und

nach disem leben die ewigen sälichhäit. Amen.

Der Ring · 第 6 / 13 段