Des ward Bertschi fröden vol,

Es geviel ym alles wol

Und sprach: Ich wil und muoss sey haben, 35

Hiecz mir all mein freunt erschlagen.

Wie ich mag, sey muoss mir werden,

Scholt ein ganczes land verderben!

Des nam er seinen freunt dar zuo,

Engelmaren Farindkuo 40

Und seinen vetter Gumpost,

Herman den Rürenmost,

Niggeln Fesafögellin,

Janseln Snellagödellin,

Hafenschleken, Nagenfleken, #17c

Schlinddenspek und Ofensteken

Und den alten Colman,

Den scholt ich vor genennet han,

Nabelräybern mit dem stil, 5

Und anderer erberer leuten vil.

Er ruoffet seinen mumen,

Juczin Scheyssindpluomen

Und Elsbethen Völlipruoch,

Engeldrauden Erenfluoch, 10

Snatereinen, Töreleynen,

Juncfrawn Feynen mit der seynen

Und die alten Läichdenman

Mit dem blöden reffzan,

Die sich daucht so wiczich sein. 15

Die châmend all zuo im hin ein,

Seu wurden alleu umb in sten

Und frâgen, wes er wolt begen,

Daz scholt er freileich in verjehen.

Bertschi sprach: Daz sey geschehen! 20

Sein parlament so huob er an:

Hört, ir frawen und auch man,

Lieben freunt, vernempt mich eben

Und geruocht mir rât ze geben!

Ich mag nicht lenger sein an weib, 25

Scholtz mich chosten meinen leyb.

Ich han mir eineu ausderkorn,

Die mir ze sälden ist geporn.

Ich muoss sey han, es tuot mir not,

Anders ich würd ligen tot. 30

Daz ist ein dink, daz ich euch bitt,

Und trauw, ir sayt mir treuleich mit

An rât und auch an hilf dar zuo.

** Des antwürt ym do Farindiekuo,

Der sein nächster öhaym was: 35

Ich chan dir nicht geraten bas,

Tuo ein dink, daz wesen muoss,

Und acht nicht umb einr hennen fuoss,

Was man sing und was man sag!

Des hilf ich dir, so vil ich mag. 40

Des wunders mich joch gar bevilt,

Daz du von uns nu haben wilt

Rât umb sach nach deiner sag, #17d

Die anders nit gewesen mag.

Hin wider sprach do Triefnas:

Wetter zieggel, was ist das?

Wer chan iederman gevallen 5

In ernst, in schymph und auch in schallen?

Nie chayn dink daz ward so schlecht,

Güter rat der chäm ym reht.

Dar umb Cumpost wiczen vol,

Rât mir, wie ich faren schol! 10

Gumpost der huob an und sayt:

Ich brüf, daz in der cristenhäyt

Dreu ding man vindet guot von art,

Zuo den nie guot ze raten wart

Durch der grossen fluochen wegen, 15

Die man geyt den rategeben,

Daz ist zuo einem münch ze werden,

Weyt ze farn auf diser erden

Und auch zuo der hailigen e.

Also sag ich dir nicht me. 20

Doy, was wunders was ist das?

Sprach do Bertschi Triefnas.

Wie mag yemer misselingen

Weisem rat zuo guten dingen?

Nu dar, mein lieber Rürenmost, 25

Gib mir warm in disem frost,

Mach mir chuol in diser hicz

Mit deinem rât von chluoger wicz!

Rürenmost der sprach aldo:

Dein dink daz ist gestalt also, 30

Daz du jo reuwich muost beleiben,

Welhen weg du dich wilt scheiben.

Nimpst ein weib, dicz wesen muos,

Daz dir wirt sorgen niemer buoss,

Arbayt get dir selten ab. 35

Merk vil eben, was ich sag!

Hast du danne weibes nicht,

Chäin sälde deinen leib geschicht,

So wilt dein äygen pluot verderben,

Ein frömder gast der wirt dich erben. 40

Do daz nu Bertschi so vernam,

Von läid er von ym selber cham,

Er sprach: Nu we mir heut den tod! #18

Umb und umb ist angst und not.

Fesafögili sag an,

Was tät noch ein cristen man?

Des huob der guot man an und sprach: 5

Wir horrend, daz in disem bach

Ieder furt ist bös ze reyten;

Dar umb so lassen wir die seitten,

Die die böser ist genant,

Und kerin zuo der bessern hand! 10

Daz ist, du scholt also beleiben

An eim weib dein zeyt vertriben.

Scheyssindpluomen dicz vernam,

Wie schier sey huob ir chläffen an,

Des auch nicht zfersweigen was! 15

Sey sprach: Her Niggel, wisset das,

Ein weiser man der chan her zellen

Alleu stuk und dar aus wellen,

Was daz besser wesen schol;

Dar inn man spürt sein wicze wol. 20

Daz böser habt ir aus gelesen,

Des muost ir unser narr wesen.

Ist nicht wäger, daz ein man

Hab ein frawen wolgetan,

Die sein phlege nacht und tag 25

Mit flisse, so sey beste mag,

Dann daz er also beleib

Arm und ellend an ein weib?

Was sorgen wil er danne haben?

Der sich vekeut mag betragen, 30

Daz ym gesund ist an dem leben,

Wil er gutter sinnen phlegen.

Snellagödili vil drat

Sprach: Dicz dink wil haben rât

Und bedarff noch wiczen vil. 35

Es ist nicht ein chindenspil.

Wissz, das besser ist, ze sterben,

Dann ein böses weib erwerben,

Die dich sirtet durch daz jar

Taugenleich und offenbar 40

Mit schelten und mit fluochen,

Mit straffen und versuochen.

Nieman mag vor ir genesen.

Pist du aus dem haus gewesen, #18b

So snarchelcz her in irm zorn

Und spricht: Du hast dein trew verlorn

Gen mir, des muost du liden;

Du gest zuo andern weiben. 5

Stest du aver in dem haus,

So sprichtz: Die nunn kümpt niemer aus,

Mich duncht, es sey ein stubenritter,

Er stinkt so saur, er feist so bitter

In der äschen bi dem feur, 10

Daz mir alleu fröd ist teur.

Emphilhst du ir das haus mit sampt,

So wil sey herschen in dem ampt.

Wilt du dir ein täil behalten,

So sprichcz: Sein müss der tiefel walten! 15

Getar er mir getruwen nicht?

Ich stift im gift dem bösen wicht.

Seczt sey dir dann hürner an,

So muost du tuon recht sam ein man,

Der sein laster schol verswigen, 20

Und sam ein wolf gefangen lygen.

Dar zuo sprach frou Follipruoch:

Mich zympt, du seist der weiben fluoch.

Waistu nicht, daz in aller hab

Guot und bös man vinden mag? 25

Dar umb spricht ein wiser man:

Suoch ein weib nicht verr hin dan!

Wilt du aber einen herren,

Sich den vinde die von verren,

Von dem dich mügest brechen wol, 30

Halt er dich nicht, sam er schol.

Hie pey macht du merken gar,

Wie ein man ym reht dervar

Ein weib geschikt von guoter art,

Vor der käin dink nie besser ward; 35

Wenn beleibst du in dem haus,

Sey ist dein phleg, sey wart dir aus;

Verst du aus, sey ist dein segen;

Gest du ein, sey kümpt hin gegen

Mit irem minnechleichen gruos, 40

Er tuot dir alles leides buoss.

So hâcz mit trewen schon behuot

Haus und er und ander guot.

Haffenschlek enmocht dicz nit leiden.

Er sprach: Waz schol ich fürbas sweigen? #18c

Siha, wunder, was die chlaft!

Sey wil uns leren kauffmanschaft

Zuo weiben, dar an ieder man

Betrogen wirt, wie vil er chan. 5

Man versuochet älle dinch,

E daz man den chauff volprinch,

Dann alläin die fäigen frawen,

Die sich so selten lâssen schauwen

Äigenchleichen vor der e. 10

Daz pringt vil mangem jamers we,

Der im da lernet gar ze spât

Die tädel, die sein weibe hât.

Erenfluoch der ward so gâch

Ze reden, daz sey sich vil nach 15

Besäichet hiet ze stunde.

Seu ruoft aus irem schlunde:

Her Hafenschlek, ir seicz ein chnecht,

Der wider got und widers recht

Wüsten wil die häiligen e; 20

Daz muot mich ser und tuot mir we.

Sagt mir, wo habt irs gelesen,

Daz yecleich weib schol ubel wesen?

Habt ir noch nicht daz gesehen,

Daz man iedem wol schol jehen, 25

All die wil er nicht enist

Bewärt ein mensch mit böser list?

Dis verhörret Nagenflek,

Er schre: Sim, siha durch ein zwek!

Die hat gelernt nach irm versehen 30

Der siben chünste vierzehen.

Noch wäiss sey wenich, daz die schrift

Für wârs von allen frawen spricht:

Von natur ist iecleich weib

Unkeusch gar an irem leib. 35

Snattereyna dicz verreit.

Sey sprach: Und ist es noch nicht wett,

So hörr noch eins, daz sag ich dir.

Wer nach seines herczen gir

Leben wil, der tuot nicht recht, 40

Es sey ritter oder knecht.

Dar umb so hat uns got gegeben

Beschäidenhait, nach der wir leben

Gmäynchleich und nit sam die hund,

Den käyn er ist worden chunt. 45

Schlinddenspek sich macht herfür, #18d

Er sprach: Hy yo, was ich noch spür

Mü und zerung pey der e!

Gnuog und vil und dannocht me

Haben muost du so zehant 5

Gelt und reiches pettgewant,

Frawencläynet, hausgeschier,

Cläyder vil für ander vier,

Wein und brot und fläisch und visch,

Und anders ghört zum tisch, 10

Haus und hof und knecht und vich

Äker, wisen. Bertschi, sich,

Merk und höre, waz seyn wirt,

Daz uns armen leute syrt.

Töreleyna: Sim so 15

Mich dunkt, du seyst gmacht us stro,

Also get dir von dem mund

Toren red ze diser stund.

Du sprichst, wil er ein frawen haben,

So muoss er gelt im pautel tragen, 20

Dar zuo gewand und ander ding.

Hörr ein anders, daz ich sing!

Sag mir, wie tet Adam,

Der dhain phenning nie gewan

Und lebt neunhundert jar und mer 25

Mit eren in der alten e.

War zuo ist daz bette guot?

Sichstu nit, wie ein Unger tuot,

Der nie kain vedergwand gesach

Und schaft im dannocht guot gmach? 30

Wilt du haben ander gewand,

Sich ein weib von Spangenland,

Die kain andreu chläider hat,

Ein leinlachen ist ir wat,

Gestrichet ob der achseln zuo, 35

Da mit so hütet sey der kuo

Und get zuo fuoss, wie schon sey spint,

Und träyt ein wiegen mit eim kint.

Frawen chläynet, was ist daz?

Daz ist ir tugend, die vil bass 40

Zierent schon ein yecleich weib,

Dan mit perlen chrönter leib.

Hausgeschier daz ist wol guot,

So tuo, sam oft ein soldner tuot,

Der ym umb einen schilling vint 45

Küchingrait zuo seim gesint.

Mag er dan nicht wein gehaben,

So schol er sich mit wasser laben, #19

Sam ein man von Preussenland,

Dem chäyn weinreb ist derkant.

Wem ist dann des fläisches not?

Ein prediger hat wangel rot, 5

Dar zuo fäissü angesicht

Und doch kains ochsen nicht.

Du retst umb visch? Du bist nicht weis.

Wis, es ist ein herren speis.

Der wein und pfeffer nith enhab, 10

Der tuo sich aller vischen ab.

Haus und hoff daz ist ein er.

Hörr, wie tuot ein Lamparter,

Der in eins andern herberch stet

Und sich noch dreistund bas beget 15

Mit seinem gelte fru und spat,

Dan der daz haus geschaffet hat.

So sprichst du: Wo ist knecht und dirn?

Mich dunkt, du seist ein tabigs hirn.

Wer nicht haben mag en knecht, 20

Der dien ym selber, daz ist recht.

Nu muoss oft einr eim andern dienen

Und ym in seinen drüssel gienen.

Vich ist nücz nach deiner sag:

Ja, äss es weder nacht noch tag, 25

Geschäch im von kaym schalmen layd

Noch von wolfen auf der häid.

Acker, wisen wärind guot,

Bhielt seu got vorm schaur behuot

Und vor frömder sichel gar, 30

Vor mausen und vor vogel schar.

Protz des ist uns allen not:

Gelobt sey er, der uns es bot!

Doch bedarff man sein nicht vil,

Der nach der masse leben wil. 35

Nach der weisen lerer sag

Kainem man gebresten mag,

Der sich benügt, die weil er wert,

Des, da die sein nataur begert.

Ofenstek dar uber sprach: 40

Jamer not und ungemach

Ist noch an den weiben vil,

Sam ich euchs beschaiden wil.

Ist sey schön und junger tagen,

Kain guot du macht von ir gehaben, 45

Du pist versmacht, so kans auch nicht. #19b

So ist es swär nach meinr versicht,

Ein dinch ze halten sunderbar,

Nach dem man stellet durch daz jar.

Ist sey alt und ungeschaffen, 5

So mag sey anders nicht dan klaffen.

Du bist versaumpt, sey fröwt dich nicht,

So ist auch hart, sam man da spricht,

Ewekleich ein dinch ze halten,

Des da niemant wil gewalten. 10

Hat sey dann der freunden vil,

So träyst du sorg zuo allem spil,

Ob ir einer richt scand

Und pring dich sampt mit ym vom land.

Die armen nagend dich aufs päyn, 15

Die reichen achtend dein vil kläyn.

Wilt du leben ungeschlagen,

So muost sey für ein frawen haben.

Ist sey ungefreund und arm,

So hast du wirser nie gevarn. 20

Wie oft man dirs in daugen schlecht,

Du hast dich gnidert und gswecht,

Du bist ze einem bettler worden

Mit weib und kindern gar verdorben.

Junchfraw Fina sprach zehant: 25

Yederman der sayt sein tant,

So wil ich auch den meinen an

Heven, so ich beste kan.

Ofenstech, noch pist ein gpaur.

Waz sayt der maister von nataur? 30

Spricht er nicht, daz seubreu gstalt

Rains gemüt in ir behalt?

Dar umb schol kain weiser man

Schones weib für übel han.

Ist sey jung und chan nicht vil, 35

Dar zuo ich dir sagen wil,

Daz sey noch gelernet wol,

Was ein hausfraw kunnen schol.

Sey lât sich piegen und auch smiegen,

Sam ein kindel in der wiegen. 40

Muost du dann ein alteu haben,

Daz scholt du dannocht wol verklagen.

Sey ist dein amm und peut dirs wol,

Sey tuot dir alles, das sei schol.

Mag sey dann nit kinder tragen, 45

So scholt sey für ein muoter haben.

Ist sey dann nicht hubsch, daz sey, #19c

So scheynt sey dester bas da pey.

Wie schon ich das bewaren mag

Nach der chluogen logich sag,

Ye ungestalter ist ein weib 5

Ye mer sey zieret iren leib

Mit bstreychen und aufmachen,

Mit gwand und andern sachen,

Ye mer sey dann gezieret ist,

Ye schöner scheynt sey ze der frist. 10

Warta, warta, durch ein schäiss,

Was sey der sophistrey wäiss!

Sprach do Ofenstech vil drat.

Der tiefel dichs geleret hat.

Nu dar, daz sey des tages guot! 15

So sag, wie er des nachtes tuot,

Wan sey so nakent pey ym leit,

Ungetan recht sam ein scheit!

Des antwurt sey ym so ze stet:

Kain liecht so lass er pey dem pett, 20

Des mag er auch geraten wol

Ze ligen, da man schlaffen schol.

Ist nu, daz er wenich gesicht,

Ir ungestalt die schadet nicht,

Wan an dem griff sind älleu weib 25

Des einen leders, wie mans treib.

Ze gelicher weis ist es gestalt

Umb de hünr, die manichvalt

Federn tragend in der heut,

Und so mans pringet für die leut 30

Auf den tisch gepraten häiss,

So zaygents doch nur ein fläsch.

So waynn ich auch in minem muot,

Du sprechist, es werd selten guot,

Ze hoch ze weiben und ze nider; 35

Dar umb so sag ich dir hinwider:

Welher wil mit sälden reichen,

Der füg sich zuo den sein geleichen!

Do nu die red ein end gewan,

Die alt fro Berchta Läychdenman 40

Ruoft vil laut: O jungeu kinder,

Ez seczt den wagen für die rinder.

Wisst ir nicht, daz alter hat

Für die andern weisen rât?

Dar umb so was ze heven an 45

Pey unserm vattern Colman

Und nit ze rauschen in dem rat

Einr fürn andern ungefragt.

Dar zuo sprach do Engelmar: #19d

Die red ist an ir selben war,

Doch sprichst sey mit neyder list,

Won du die aller eltest pist.

Der rât wär graten ze schanden, 5

Hiet mans nit understanden

Mit stangen und mit rechen.

Bertschi huob an ze sprechen:

Ir herren, wisst, es ist nicht recht,

So man daz chrumb schol machen schlecht, 10

Daz man es noch danne chrumber mach.

Da mit und er zuo Colman sprach:

Du waist wol, daz ze aller zeit

In dem rât und in dem streit

Die ersten und die lesten 15

Schüllen sein die besten;

Dar umb sag an, vil guoter man,

Was daz wäygist sey getan.

Colman sprach aus chluogem sin:

Wisst, daz her chumen pin 20

Lüsens und nicht claffens wegen,

Won mir got geruocht ze geben

Oren zway und einen mund.

Da pey schol euch auch wesen kund,

Daz einer wenich reden schol, 25

Hören vil, so tuot er wol.

Hin wider sayt do Triefnas:

Wiss, daz mir gevellet bas

Weyseu red in guoter zungen,

Dann ein sweigen von dem stummen. 30

Mas ist guot zuo allen dingen,

Bessers chan ich dir nicht singen.

Also huob der grawe man

Sein red vil züchtichleichen an:

Daz sprüchwart ist mir oft gsäit: 35

Alter part hat weisshäit.

Dar zuo pin ich worden innen:

Iunges hirn phligt cluoger sinnen.

So duncht mich auch, sam gwissen ist,

Die frawen sind nicht ane list. 40

Daz hab ich sunderleichen gesehen

In disem rât, des muoss ich jehen.

Hie ist gerürt so mancher punt

Und auch geschäyt so gar von grunt,

Daz ich euch nichcz gesagen chan, 45

Dann kindelred, die heb ich an. #20

Nu hin, daz sey, das yecleich weib

From und erber sey von leib,

Daz doch läider nicht gewesen

Mag, sam ich es han gelesen. 5

Dannocht fügt dir dhaine nicht.

Hört, was uns die warhait spricht!

Niemant zwain hern gedienen mag

Schon und eben nacht and tag.

So macht du nicht gevallen 10

Deinem weib mit schallen

Und mit andacht deinem got.

Daz sag ich dir aus kaynem spot,

Wie gleich es tönt ze einem zil

Der psalter mit dem saitenspil. 15

Dar zuo hab ich auch gelesen,

Wil ein man behalten wesen,

So bedarff er weibes nicht;

Daz ist auch war nâch meinr versicht.

Hie mit legt sey sich da nider 20

Auf die benk und in daz gefider;

Du muost sey für ein siechen halten

Und von ir nimer dich geschalten.

Und voll, wan sey nu swanger wirt,

Wann sey nu dann daz kind gepirt, 25

So spricht man, daz sey genesen sey.

Hörr, was ich versten da pey!

Sey ist genesen glich sam der,

Dem zergangen ist ein geswer

Und der rut ist an gevallen, 30

Das swer ich allen pey sant Gallen.

Secht ir nicht, daz erst sich hebt

Kindelgeschräy und kindelpett,

Windel waschen, kindel paden?

Darzuo muoss man ammen haben. 35

Chamerweib die getrunkend me,

Dann man wassers vind ym se,

Seu fressent vil und sagent an,

Es hab daz kindel alz getan.

Diss ist dannocht alz ein wind, 40

Bis daz jo nu gewachst daz kind.

Erst so muoss man leiden haben,

Wie mans erleich muog betragen

Mit chläidern und mit nerung

Mit geschüch und ander zerung. 45

Den knaben muoss man besorgen #20b

Den abent und den morgen

Vor stelen und vor rauben

Offenbar und taugen,

Vor schlahen und vor stechen, 5

Vor knüsten und auch brechen;

Die tother muoss man behuten

Vor laster und vor wüten,

Vor schuolern und vor phaffen,

In heusern und in gassen. 10

Nu dar, daz sei derlitten!

So hat daz kind den sitten.

Wenn nu der leib und sel

Gewaget hat umb guot und er

Im ze fröden und ze gewin, 15

Daz es ym spricht in seinem sin:

Zarter vatter, wärist begraben,

Daz ich das erbe mocht gehaben!

Des jamers wirt man selten an,

Wie schön daz kindel sey getan. 20

Wirt es aver gar verlorn

Oder lam und plint geborn,

Zum narren oder zstummen,

So ist uns erst zrunnen

Alleu fröd und sälichäit. 25

Die mär sein euch von mir gesayt.

Doch hiet ich uch ze sagen mer,

So matrent mich der huost so ser,

Daz ich es nicht volpringen mag,

Waz ich in den sinnen trag. 30

Do die rede so vergie,

Käyner kond gewissen, wie

Man scholt da wider sprechen.

Seu warend gar derlechen

Und woltens alleu mit ym han, 35

Dan die alt fraw Läichenman,

Die sich ieso furher macht.

Wie laut sie spächt, wie ser sey pracht!

Und tätin mir die zend nicht we,

Ich hiet euch wol geantwurt e. 40

Mit urläib sprich ichs, liebeu kinder,

Aus kelbern werdent stärkeu rinder,

Mit dem man pauwet und auch ert,

So in die hurner werdent hert.

Hie pei scholt es merken das, 45

Die weil ich chlainer tagen was,

Do verstuond ich mich auch chläyn, #20c

Do red ich, sam die kind gemäin,

Und tet auch nach der jungen orden:

Nu pin ich, secht, zum menschen worden

Und han verworffen kindel spil, 5

Dar umb so wisst, daz ich nicht wil

Volgen eines mannes sag,

So ich daz besser haben mag.

Ir scholt mirs nicht für übel haben,

Her Colman, daz ich euch wil sagen. 10

Do ir es scholtent heben an

Ze raten sam ein weiser man,

Daz ertrich ward sich wegen

Und über sich derheben,

Ich forcht, ein drak scholt kumen her, 15

Do sach ich zuo, es was ein scher,

Plint und plöd und ungestalt,

Den wil ich temmen also bald

Und heven an den lesten an,

So ich nu aller beste chan. 20

Ir sprecht, ir hiet uns mer gesäyt,

Do mocht ir nicht vor huostes läid.

Nu dar, der huost der ist do hin:

Sagt, waz hiet ir in dem sin?

Des äntwört so her Colman: 25

Lengeu red stet übel an,

Dar umb so sag ich anders nicht,

Dann kurzeu wörter, die man spricht.

Daz gwarest spruchwart daz ist daz:

Einiger vatter füret bas 30

Syben kinder durch einn gatter,

Dann siben kinder einen vatter.

Hie mit, fraw von hoher list,

Tuot es durch den süssen Crist

Und zaigt uns ewer wiczichäit! 35

Ze lernen was ich ie berayt.

Do sprach Laychdenman zehant:

Her Colman, wisst, es ist ein schand,

Ze lernen einen greysen partt,

Syben und sibenczig jaren alt; 40

Doch ist böser wann ein man

Pey alten zeiten nicht enkan

Und ym auch lernen nicht enwil,

Des hat er schand und lasters vil.

Dar umb so merk die rede mein, 45

Welt ir bas geleret sein. #20d

Got, do er geschaffen hiet

Daz erste mensch in rechter lieb

Und ym verpott des öpfels mas,

Die geschepht sein trew vergas 5

Und des schepfers gpott zerprach.

Dar umb so hab kain ungemach,

Ob dir deineu kinder nicht

Dankin nach deinr zuoversicht,

Won du deinen vordern so 10

Gelonet hast mit haberstro.

Doch so muoss ich dir des sprechen:

Ein man ist sneller vil, ze rechen

Seinen vatter, dann daz kind,

Ob seu ym päydeu gsmähet sind. 15

So sprichst, der rede sey genuog,

Claffen vil sey narren fuog.

Daz möcht sich alles wol begen,

Woltist du die red versten,

Für uppig und verdrossen, 20

Für schedleich ungenossen;

Aver ist die zunge guot

Und nücz, sey kaynen schaden tuot,

So mags auch nicht zlange gesein,

Daz leg dir in daz hercze dein. 25

Hast du nie gehöret, das

Grosses vich wil michel gras?

Da vor so hast du uns gesäyt

Den grosten jâmer und daz läid,

Die wir tragin auf und nider, 30

Hat daz kind nicht älleu gelider.

Hier zuo sag ich dir geswind:

Wiss, daz edler ist ein kind,

Hatz ein wesen in der hell,

Dan dacz mans für nichti zell. 35

Hörr auf, sprach da Colman.

Mich duncht, der aller vilest kan,

Der leugt and fäillet aller mäyst

Wider got und seinen gaist.

Waist nicht, daz die warhäyt spricht 40

Von Jaudessen dem falschen wicht,

Sein dink hiet ym vil bas gedigen,

Wär er ungeporn beliben.

Seth, daz tet fraw Leichdenman zorn.

Wie nâch sey hiet ir sin verlorn! #21

Sey sprach: Verhört, her Colman!

Mich duncht, ir leugt euch selber an.

Ir sprecht, daz lernen euch behag

Und welt mich straffen nacht und tag; 5

Daz stet nicht wol, es ist kain recht

Von einem schuoler oder knecht.

Wolt ir lernen, sweigt und hörrt

Mit ganczer dyemuot hie und dört!

Des sprach do Cholman zuchtichleich: 10

Genad, vil liebeu sädenreich,

Hab ich wider euch gjehen,

Daz ist umb anders nicht geschehen,

Dann daz ich die wârhayt gar

Mit red und widerred dervar. 15

Ich zweiveln in der vinster ler,

Helft mir, fraw, durch ewer er!

Ja du, sayt du Laychdenman.

Noch so wilt mirs gewinnen an.

Woltist solicheu rede tuon, 20

Du möchtist chomen noch ze suonn.

Wiss, ich pin da wider nicht.

Waz got tuot und was er spricht,

Ich sich es mit der warhait gen,

Der es gar eben mag versten. 25

Dar zuo ist die glos vil guot,

Wan der text uns zwivel tuot.

Daz sey uns beschäyde schon

Rechtes sinns in chlugem don.

Nu spricht mein text: Das böste ist, 30

Nichcz nicht wesen älleu frist;

So säyt der, dem daz besser wär,

Dem gotzverräyter nicht so swär,

Ob er gewesen wär ungporn,

Wan sein sel ist gar verlorn. 35

Hie pei so dunkt dein wiczichäit,

Es si ein widerwartikäyt;

Daz wil ich so geleichen dir,

Es ist auch war, gelaub es mir,

Wäger war ym das, daz er gesnitten 40

Von seiner muoter wär enmitten,

Dan daz er geporn wart

Und die muoter nicht enstarb,

Won er sey bschlieff dar nach vil tag,

Den hals er schluog dem vatter ab. #21b

Ein anders glösel also spricht:

Wäger wär ym, daz er nicht

Pey Cristes zeiten wär geporn,

Won daz schuoff im disen zorn. 5

Doch schol diss ein end haben!

Alleu mär sein nicht ze sagen

Und schüllen cheren zuo der sach,

Die dein torhäit vor dem sprach

Umb die chinder, die da geporn 10

Werdent tod und gar velorn.

Hie verleust der vatter an

Ze geleicher weis recht sam der man,

Dem man yeso gebent wirt

Ein paum, der taubeu nüssel gepirt. 15

So hâst gerett gar âne not,

Daz kind beger des vatters tod.

Was schad mir daz, sam man da spricht,

Gedench und wünsch mich chrenkent nicht?

So spricht man leide fruo und spat 20

Von gewachsner kinden missetât.

Hie für so ist daz lernen guot

Und daz straffen, daz man tuot

Jungen kinden nacht und tag,

Die wil man seu gepegen mag. 25

Was sayst danne von der zerung,

Von den chlaydern und von nerung?

Wäyst nicht, daz der mensche werden

Schol derzogen auf dirr erden

Mit einem sach, mit gfüger speis, 30

Wil man in machen from und weis,

In seiden alten werdend,

Vil reich und sälich sterbend?

So ist kain gelt dem jungen guot,

Dem die zerung schaden tuot. 35

Macht dann alter weiben nicht

Gehalten nach der ammen phlicht,

So emphilch der muoter zart

Ir kind, daz sey sein selber wart

Mit saugen, hüten und auch phlegen. 40

Daz ist dir von nataur gegeben.

Was chlafft von windelen und von wäschen,

Die weil daz wasser und die äschen

Mit holcz und altem leingewand

Sind so wolfäyl in dem land. 45

Da pey so wilt uns auch derschrechn #21c

Mit kindel geschray und kinderpetten,

Mit siechtuom und mit arebayt:

So hab dir daz von mir gesayt:

Äigen haus und aigen chind 5

Machend grosseu mü ze wind

Und klaineu fröd ze paradeys.

Der red ich dich also beweis:

Ist der smid in seinem haus,

So stet er von ym selber auf 10

Und smidet lustleich uber tag,

Daz er den gewin im peutel hab;

Ist er in eines smitten,

In dunckt, er hab ein jar gelitten,

So er gearbayt einen tag, 15

Wie chlain er sich geheven mag

Aus dem pett des morgens fruo,

Wan daz gelt get ym nicht zuo.

Greynt mein kind, mich dunkt es sing,

So wol gevellet mir die stimm; 20

Es ist dem nachgepauren schad,

Der da bey nicht geschlaffen mag.

Hab ich dann äiger in dem haus,

Da mach ich grösseu hüner aus,

Die mich dunchent fäysser sein, 25

Dann des mullners mesteswein.

Nuss und prott auf meinem tisch

Smekend bas, dann all die visch,

Die der marchgraf von Ferrär

Gäb mir, ob ich pey ym wär. 30

Sprichst du aver, daz ein man

An ein weib müg haus gehan,

Das ist nicht stät nach meinr versicht,

Won es enhat des grundes nicht.

Die gruntfest ist ein bider weib, 35

Die daz haus mit irem leib

Aufenthalt mit manigen sachen,

Mit kochen und mit kindermachen.

Wirt sey siech und dar zuo blöd,

So wirtz auch gesunt, daz ist ein fröd. 40

Du hast gelesen in der gschrift,

Ein man bedorff des weibes nicht,

Ob er gottes reichs geruoch.

Waz ghort daz zuo grawem tuoch?

Ist nit da geschriben pey, 45

Daz ym daz weibe schedleich sey?

So hört ich pey der ersten sag:

Niemant zwäin gdienen mag. #21d

Das merke, zwäin, sam ich es vind,

Die enander wider sind.

So ist dein weib der tiefel nicht;

Dar umb so acht ich wenich der gschrift 5

Und ker mich lieber an daz wort,

Daz ich hab funden an eim ort,

Und spricht, daz nicht allayn die mait

Wesizent ewich sälichait,

Es mag auch sein, daz gmähelt leut 10

Wehalten werden mit der heut,

Wie gewar es ist und nicht ein trom.

Sant Eustächi, purger ze Rom,

Hiet ein weib und dar zuo kind,

Die sampt mit ym wehalten sind, 15

Und ander grösser hailigen vil.

Claff nu, wer dergaffen wil!

Do die red sich hiet verdrapt,

Der an Cholman sich gehabt

Hiet, der warff sich wider umb; 20

Da mit so ward die tädinch krumb.

Dennocht ruort sich alter part

Hin wider umb ein ander vart.

Er sprach: Dis muoss der tiefel geben

Oder got mit sinen segen, 25

Daz ein weib zuo disen stunden

So genczleich hat mich uberwunden

An beschaidenhäit und an der gschrift.

Doch so mag ich gelauben nicht,

Daz Mäczli fuog dehainem man, 30

Dem die welt der eren gan,

Die so flach ist, dar zuo hinkt,

Der der aten also stinkt.

Sey ist so bugglocht und so churcz,

Der eren acht sey nit ein furcz. 35

Wie swarcz sey ist und ungevar,

Vor schand sey niempt genennen tar.

Do hatz auch nicht, daz ist der galg.

War zuo ist uns diser balg,

Den die fliegen so beschissen 40

Hant und auch die hund zerrissen?

Laychdenman huob wider an:

Sym, was er chan der schymlig zan!

Wiss, ich sag dirs unter daugen

Wilt du der warhait nicht gelauben, #22

So gelaubt man aver das von dir,

Du seysts ein esel und ein stir.

Was säist du uns mit deiner list?

Du waist noch wenich, wer du pist? 5

Ist sey chrofecht, kumph und lam,

Do schol man sey für edel han.

Stincht ir aten uber tag,

Kain frömder sey gehüssen mag.

Ist sey kurcz und hogrocht vil, 10

Dest minr tuochs sey haben wil.

Gesicht sey wenich an den augen,

So machs auch kind, daz scholt du gelauben.

Der swarczen frawen michil ist guot,

Grosses tuttli gypt ir gnuog; 15

Rosen wängel, roter mund

Sind vil scheder, dann gesund,

Won sey oft die jungen chnaben

Machent alt in kurczen tagen.

Schones har die frawen irt, 20

An dem gepett die man es siert.

Nüczer ist ein gärnel spinnen,

Dann mit pürsten härli swingen.

Rürenzumph ist sey genant,

Daz ist allaine dem ein schand, 25

Der sey also haissen wolt,

Do man sey zcristan machen scholt.

Chan sey dan geparen nicht,

Von rechten treuwen daz geschicht;

Und hiet sey joch die wol geporn 30

Ir er in süsser minn verlorn,

So gdient er antlass nach der schrift,

Der sich zuor e mit ir verphlicht.

Ist sey arm, nu hin, daz sey!

Dannocht lebt sey noch da pey, 35

Sey schlaft dest bas und furcht ir nit

Vor teupen und vor feursch gschicht.

Es ist behuot ir leib und guot,

So hats verguot, wie man ir tuot.

Neid ir auch nicht kan geschaden, 40

Daz recht wir sehend armuot haben,

Von der noch vil ze sagen wär,

Wurd daz püchel nicht ze swär.

Hörr zuo, was der weis gepeut!

Von rehter liebschaft sich die leut 45

Nemen schollen, nit umb gelt

So sein seu sälig in der welt.

Nu dar, so hat seu Bertschi lieb,

Dar umb so sing ich ym das lieb: #22b

Pertschi Mäczen nemen schol

Zuo seinem weib, so tuot er wol.

Do sängelt junker Triefnas:

Ich gehöret nie gesingen bas, 5

Noch ward der tädinch also vil

Hin und wider ze dem zil,

Daz in swindelt an den sinnen.

Ieder schre: Ich wil verprinnen

Und dertrinken in der wicz, 10

In dem rât und in dem swicz.

Wir möhtens ewicleichen treiben.

Dar umb so lassin wirs weleiben

Oder hörrin all gemäin

Des torffes schreiber muoters äin, 15

Der hat der bücher vil gelesen,

Und waz er sag, daz sei geschehen!

Henreicze der ward ausderwelt,

Ze einem gemainen man gestelt,

Daz er die urtäil scholte geben. 20

Der sprach: Nu dar, vernempt mich eben!

Ir hietind wol ein weisern funden,

Doch geschieht es ze den stunden,

Daz ein närrli vindt ein list,

Die dem weisen selczen ist. 25

Ich sich wol, warumb es gevält

Habt und ganczleich nichcz dertäilt;

Es seyt gestanden ze den wiczen,

So man mit ruwen scholte siczen;

Ir habt gereimet und geticht; 30

Chlugeu sach wil reymens nicht.

Wer mag ein disputyeren

Mit gmessner red florieren?

Dar umb so secz ich mich da hin

Und sag euch schlethleich minen sin. 35

In gottes namen! Amen. Hie mag man ein frag schephen, ob ein man ein

weib schül nemen. Dar zuo wil ich also sprechen: Ist, daz ein man wil

und mag stät beleiben, chinder machen, weib und chinder füren mil

rechtvertigem guot, noch got wil dienen, sam ein engel keuschechleich,

der nem ein hausfrawen zu einer chan, die ym gevallen und fruchtper

sey, weis und from und sein geleich.

Der urteil ward do Bertschi fro.

*** Er sprach: Mein dinch daz stet also #22c

Ze geleicher weis nach deinem sagen,

Dar umb so wil ich Mäczen haben.

So hab sey, sprach do Varindkuo.

Got geb dir gluk und häil dar zuo! 5

** Colman sprach: Lass mich dir sagen!

Glük und säld daz mag er haben,

Sich nur, daz er ir gevall

Und iren freunden uber al.

Da mit so wurden aus gezelt 10

Zwen der besten und derwelt,

Daz was der schreiber sinnereich

Und Rürenmost im selber gleich,

Daz seu zuo Friczen giengin,

Die red mit im an viengin 15

Von verrem her mit werten schelben,

Sam seu es tätin vin in selben,

Und also prittlen zemen machen

Die ee an schuoler und an phaffen.

Also traften seu da hin, 20

Zuo Friczen haus stund in der sin.

Wer seu fragt wol hin also

Um ein sach, sey sprachent do:

Lass uns gen! Henricze sprach:

Wis, es ist ein endleich sach, 25

Es ist ein sach und ist so gros,

Kain sach die ward nie ir genos.

Rurenmost sich ward besinnend

Eines andern und beginnend.

Er sprach: Mich dunkt uns sey ze gach, 30

Und gen wir so dem Friczen nach

Mit eillen und mit lauffen!

Wie teur wir mussend kauffen,

Daz wir von ym nu wellin haben!

Dar umb lass dir ein anders sagen! 35

Wir schüllen cheren zur tavern.

Fricz der trincht des abents gern,

Wir mügent mit ym zechen;

So heb du an ze sprechen:

Warleich, Fricz, du pist ein man, 40

Dem ich er und guotes gan.

Dein früntschaft gfiel mir allweg wol,

Won du pist from und eren vol.

Nu dar, so hast ein tochter da,

Die wirt dir untern henden gra: 45

Es wär vil langes zeit gewesen,

Daz sey an einem chind genesen

Wär und stünd mit er auf erd,

Won sey ist gross und mannes werd.

Dar umb so han ich in dem muot 50

Ein dinch, das möcht wol wesen guot, #22d

Ob mir so wurd gelingen,

Daz ich es zuo möcht pringen,

Daz Triefnas der vil sauber knecht

Mäczen nemen wolt ze recht. 5

Der ist jung und dar zuo reich,

Einem fromen man geleich,

So ist er auch von guoten geschlacht,

Sam man im dorff gehaben mächt.

Und so du dann gesprichst daz dein, 10

So leg ich auch darzuo daz mein

Und rat ym so, daz er daz tuo,

Und was ich gehelffen mag dar zuo,

Daz wil ich werben nacht und tag,

Won mir sein mâgschaft auch wehag. 15

Hie mit wir werdent innen,

Wes es ym wil beginnen.

*** Der Schreiber reden do began

Und sprach: Nu hin, daz sey getan!

Wie schier sie hieten vollepracht 20

Des Rürenmost ym do gedocht!

** Des dankt ym Friczo züchticleich

Und sprach: Got mach euch sälden reich!

Ewer liebschaft gfiel mir wol,

Die suoch ich gern mit we man schol. 25

Doch mich dunkt, er sey mir zwäch,

An seinen sinnen gar ze gäch.

Enruoch, so wurden sey ym sagen,

Wie gross er ist, er lât sich gehaben,

Acht umb deiner freunden willen! 30

Wir getrauwent in wol stillen.

Da mit so huob er auf und tranch

Und sprach: Der red habt ymer danch!

Dar zuo so schol man haben rât

Des morgens fru und nit so spât! 35

Got der muss des ewern phlegen!

Trinkt hin sant Johansen segen!

*** Der wein sey euch gschenkt von mir!

Des danktens ym mit herczen gir

Und schieden von enander do. 40

Fricz der was der rede fro,

Er schlieff bis an den morgen fruo

Und nam auch seinen dar zuo.

Der erste was der Ochsonchroph,

Der ander häisset Lärenchoph, 45

Den dritten nempt man Lastersak,

Der vierd sey Uocz der übel gsmak,

Straub und Härtel Säichinchrug

Und ander erber leut genuog.

Sein freundin chamend auch dar zuo, #23

Daz was fro Hilda Leugafruo,

Schürenprand und Nimindhand

Richteinschand und Syertdasland

Und ander frome frawen gar, 5

Der ich doch nicht genennen gtar.

** Fricz der hiess sey nider siczen

Und sprach also von seinen wiczen:

Lieben muomen, freunt und mâg,

Wisst, daz ich vil ungern wâg 10

Grosseu dink an ewern rât,

Won der weis gesprochen hat:

Niemant ist ym selber genuog

In seiner sach mit rechtem fuog,

Man hat mir zuo gesprochen, 15

Von wan es sey gerochen.

Des waiss ich nicht, mich dunkt also,

Triefnas war meinr tochter fro,

Der ym sey gäb ze einer chan.

Sagt mir, waz ist guot gtan? 20

Ochsenchropf was namhaft,

Dar zuo hiet er sin und chraft.

Er sprach: Des sein wir schuldig dir

Ze helfen nâch deins herczen gir

Und auch ze râten ze allem spil; 25

So wiss, dein tochter haben wil

Einen man, der christan sey,

Jung und frisch und gesunt da pey,

Starch und sauber an dem leib,

Nicht ze lind, recht sam ein weib. 30

Die aller beste varw daz ist

Weiss ein täil mit rotem gemist.

Harr und part die schüllen sein

Ein wenich straublocht an irm schein,

Nicht ze swarcz, ze rot, ze hert, 35

Ein wenich auf daz praun geferwt.

Daz haubt schol haben hohes hirn,

Nicht ze grôss, mit gefuger stirn.

Prauneu augenprauwen leis,

Mund und nas ze mittler weis, 40

Starker hals und nicht ze lang,

Noch ze weibisch sey daz gesanch,

Weiteu prust und stärkeu päin,

Enmitten in der wüsti chläyn,

Hend und armen lanch und gross, 45

Die finger sein auch ir genoss, #23b

Negel churcz, die stend vil wol,

Der fuoss ze dik nicht wesen schol.

Sein ganch der sey vil rösch und schlecht.

Mittel man der kumpt uns recht. 5

Ist nu Bertschi so gestalt,

So rât ich, daz sein Mäcz gewalt.

Larenchoph des nicht benügt.

Schönes haus uns wenig fügt,

Sprach er, da ein böser wirt 10

Die geste auf und nider syert.

Ist nu Bertschi sauber gar

An dem leib und wol gevar

Und hat der frumkhait nit dar zuo,

Ich schäcz in böser, dann ein kuo. 15

Dar umb so muoss er sein ein knecht,

Da mit vil erber und gerecht,

Der wenig schlaff, nit müssig ste,

Noch gern mit bösen leuten ge,

Der reden künn und doch nicht liegen, 20

Noch den freunt mit listen triegen,

Dem der wein sey underchant,

Noch der würffel in der hand,

Der den frâss auf ym nicht trag,

Won der gieng ym niemer ab, 25

Der mit dem seinen müg besten,

Und lâss der leuten rinder gen,

Dem daz hercz sey nicht ze hellig,

Noch daz haubet gar ze schellig,

Der leid und tuo sam einer schol, 30

Dem zucht und er behaget wol;

Und hiet er alles daz an im,

So daucht mich des in meinem sin,

Mäczen der geschäch nicht we,

Nem sey Bertschi zuo der e. 35

Fullenmagen her sich rekt,

Er sprach: Diss dinch vil wenich klecht.

Was hilft, daz einer sauber sey,

Erber und auch from da pey,

Ist er nicht weis und chluog da mit? 40

Won es ist nu der welte sit,

Daz die esel und die narren

Zeuhent bäid in einem charren,

Der mit raynvail ist geladen,

Und muossent doch sich des wassers laben. #23c

Fro Leugafruo mit unfuog

Die red ym yeso underschluog.

Sey sprach: Vergest des ewern nicht

Und hört des ersten, was man spricht! 5

Der alleu dink dergrunden wil,

Der siert sich selb und schafft nit vil.

Dhäin e die wär noch nie geschehen,

Hiet man ens und dicz besehen,

Dhäin weltleichs mensch ward nie so rain, 10

Es hunch an einem überpayn.

Secht, ich sag euchs recht heraus:

Triefnas ist mir nicht ein laus.

Dar umb so wil ich nicht enliegen

Noch die fromen tochter triegen. 15

Er ist ein junger grader knecht,

From und erber, dar zuo schlecht,

Dann daz er mich dunchet faul

Und hât ein uberweites mul,

Dem wil ich selber antwurt geben. 20

Chleiner mund chumpt frawen eben

Und nit dem man, ich sag euchs vor.

Grosseu stat wil weites tor.

Ist er faul und schlaffet gern,

Des wirt er alles sampt enbern, 25

So daz chindel wirt von nöt,

Singent: Ätti, gib mir prott!

Was schol er dann der wiczen haben,

Ein junger knab, pey chläynen tagen,

Der auch geschrift in im nit hât? 30

Dar umb so wisst, es ist mein rôt,

Daz wir nu senden hin zuo ym

Und auch derfarin seinen sin

Chluochleich, sam er hat getan.

Und wil er unser muomen han, 35

So haiss man chömen so zehand

Und seczt in nider zuo der want

Und sagt ym alles sunder wol,

Was er tuon und meiden schol.

Und ist, daz er gelernen mag 40

Und auch getuon nach ewer sag,

So schol man ym sey geben so.

Des râtes wurdens alleu fro,

Dann der vatter Fricz allain.

Der sprach: Es wisst all gemäin, 45

Was mir Bertschi hat getan

Und meiner tother vor an.

Daz verredt ym ieso zhant #23d

Iunchfraw Hächel Schurenbrand

Und sprach: Du säist, sam einr der schaft.

Hat dir Bertschi schande pracht?

Won er hofieren kan so wol, 5

Dest e man ym sey geben schol,

So behalcz ir er dester bas.

Waist nicht, daz man spricht daz:

Maus im sak und laus im nak.

Mäcz ym haus und feur im kübel 10

Die bezalent iren wirten übel.

Ich wäiss es selber wol an mir.

Do ich nu cham zuo mannes gir

Und wär mir schier ze hilf nicht komen,

Ich hiet mir selber vier genomen. 15

Alteu junchfraw ist ein gift

Nieman haus, sam man da spricht.

Seu sprachent all: Du redest recht.

Wir schüllen senden nach dem chnecht

Und tuon sam uns geraten ist 20

Von Leugafruo ze diser frist.

Des stuonden Fricz und Härtel auf

Und traten gen des schreibers haus,

Den fundens da zuo irm gewin.

Er gruosst seu schon, des danchtens ym. 25

Da mit so huob an Fricz und sprach:

Umb die red, die nächt geschach,

Wis, wir sein des uberäin.

Wir wollen wissen, wie ers mäin;

Und wil er tuon nach deinem rat, 30

So chüm mit ym und nicht ze spat

Häym her, freunt, in ewer haus,

Da wöllen wir ym legen aus,

Waz er tuo und lass da pey.

Henricze sprach: Daz sei, daz sey! 35

We, wie schier dicz was geschehen!

Einr der hiet nit umb gesehen.

Do nu Pertschi chomen was,

Man gruosst in schon, er dankt vil bas.

Seu sprachen: Wes hast du ze muot? 40

Des antwürt er: Mich deuchti guot,

Es gebt mir Mäczen zuo der ee,

Ich tät ir wol und dannocht me.

Lastersak huob an zuo jehen:

Daz dinch möcht alles sampt geschehen, 45

Woltist stellen nach der er

Und dar zuo volgen unser ler. #24

Bertschi sprach: Es gefelt mir wol,

Ich tuon alles das, das man schol.

So sicz da nider, sprach do Fricz,

Und sag uns etwas deiner wicz! 5

Chanst den paternoster so?

Ja do, äntwurt Perchi do.

Daz Avemari und de glauben

Auch da mit an alles laugen?

So sag auf eben, nicht enlach! 10

Triefnas huob an und sprach:

Pater noster herrgot vatter unser, der da pist in dem hymel, ***

gehaliget werd dein nam! Zuo chüm uns dein reich! Dein will werd hie

in der erd, sam in dem hymel! Du verleich uns unser tägleich prot, und

vergib uns unser schuld, sam wir tuon schüllen unsern schuldigern! Und

verlâss uns nicht in böser versuochung, sunder lös uns von allem übel!

Amen.

** Ave Maria! Gegrusset seist du, raineu maget Maria, vol *** aller

gnaden! Got ist mit dir. Du pist gesegnet über alleu weib, gesegnet ist

deu frucht deines leibes, unser herr Jhesus Cristus. Amen.

** Credo in deum, ich gelaub an einen got vatter allmäthigen, *** der

schepfer ist hymelrichs und ertreichs, und gelaub an seinen eingepornen

sun, unsern herren Jhesu Crist. Ich gelaub, daz der selbig gottes

suon emphangen wart von dem hailigen gaist und auch geporn ward von

der rainen mayt Marien, und gelaub, daz er gemärtrert ward untter dem

richter Pylaten an dem hailigen creucz, derstarb, dar zuo auch begraben

ward. Ich gelaub, daz sein hailigeu sel in die vorhelle fuor und nam

alle die daraus, die seinen willen hieten getan, und daz er an den

dritten tag erstuond von dem tod, gewarer got und gewarer mensch, und

gelaub, daz er auf ze hymel fuor und da siczet ze der rechten hand des

almäthigen gotz seines vatters. Ich glaub, daz er dar nach chünftic

ist ze ricthen [#24b] uber die toten und uber die lebentigen, ieden man

nach seinen werchen. Ich gelaub auch an den hailigen gast, an die

hailigen kyrchen der cristenhäit und an die gemaine aller häiligen, und

gelaub antlass aller meiner sünden ze gewinnen, ob seu mich reuwent von

ganczem herczen meinem. Ich gelaub an der toten urstend und gelaub nach

disem leben daz ewig leben ze besiczend werden, ob ich es verdient han.

Amen, amen, amen, amen.

Der Ring · 第 5 / 13 段