»Es fehlt Geld!« Görnemann reißt die Bücher auf den Tisch; mit
zitternden Händen weist er die langen Kolonnen. Starr steht Klaus
Tiedemann; für einen Augenblick schließt er die Augen, um zu vergessen.
»Es hat alles gestimmt auf Heller und Pfennig,« beteuert Görnemann,
»noch gestern; jetzt fehlt eine Menge, aber die Kasse ist in Ordnung.«
Er fährt mit unruhigen Händen in seinen grauen Haaren herum. »Wir
müssen seit zwei Stunden die Reserven angreifen.«
Klaus Tiedemann wirft die Anweisungen und Schecks durcheinander mit
bebenden Fingern; er hält inne und tritt zum Tisch, er schlägt eine
Seite des Buches auf, dann sagt er: »Rechnen Sie hier noch einmal nach!«
Görnemann gehorcht, trotzdem er es schon ein halbes dutzendmal getan
hat und weiß, daß _hier_ kein Fehler sein kann; mit langem Bleistift
folgt er den einzelnen Posten. Einen scheuen Blick wirft Klaus
Tiedemann auf den Arbeitenden und macht einen lautlosen Schritt zur
Kasse.
Er reißt das Kuvert an sich, das er vorhin hat liegen sehen; es trägt
Freds Schrift.
Er verbirgt das Schreiben über dem klopfenden Herzen.