Noch ein paar Worte wechseln sie; es ist draußen leer geworden. Es ist
Feierabend.
Gerhard kommt herein: »Es wird sich alles aufklären,« sagt er in seiner
ruhigen Art.
Görnemann läuft verzweifelt von einem Regal zum anderen. Planlos
schlägt er Skonti auf und wieder zu.
»Lassen Sie's, Görnemann,« sagt Gerhard, »so kommen Sie nicht darauf.
Unsere Aufzeichnungen sind richtig.« Sein Blick geht zu seinem Vater
hinüber. »Wo ist Fred?«
»Er muß bald kommen.« Klaus Tiedemann verträgt seines Sohnes Blick
nicht.
»Bevor er nicht hier ist, läßt sich überhaupt nichts machen!«
»Es muß heute nacht geschehen sein,« sagt Görnemann mit großen Augen.
Klaus Tiedemann drängt zur Ruhe: »Man muß warten, bis Fred hier ist.«
Er stellt sich, als wüßte er um dessen Ausbleiben.
Er wird auf ihn warten.
Die beiden anderen sollen ruhig nach Hause gehen, morgen früh wird sich
alles geklärt haben.
Sie folgen mit leisem Widerstreben, weil sie merken, daß er allein sein
will.
Mit traurigen Augen mißt ihn Görnemann.
»Soll ich nicht doch bei dir bleiben?« fragt Gerhard.
»Nein!« Er drückte beiden die Hände. »Geht nach Hause, es ist besser
so!«
Die Tür fällt zu, die Schritte verhallen: Gerhard geht hinauf zu Hilde.
Er wird die Nacht über aufbleiben; wenn sie jemandes benötigt, soll sie
nach ihm schicken.
Zum erstenmal sprechen Bruder und Schwester.
Als er geht, kommt Hansen.
Es ist dunkel um Klaus Tiedemann geworden. Stunden sind vorüber. -- Der
Lärm der Straße ist verstummt. Straßenbahn und Stellwagen verkehren
nicht mehr.
Nur hier und da hallen Schritte; sie klingen gedämpft durch die
herabgelassenen Rollbalken.
Er sitzt in den Sessel zurückgelehnt, den Kopf gesenkt.
Der Schnee, der draußen fällt, wirft einen weißen Reflex durch die
Oberlichte.
Er hat die Augen geschlossen; ihn fröstelt.
So saß er in vergangenen Nächten, wenn die Frau in Gesellschaft war und
oben die Kinder schliefen.
Die anderen lernten solche Stunden fürchten.
Mit müdem Lächeln sah er seine Erfolge.
Er wurde ihrer nicht froh.
Nur die Schultern hingen tiefer und plumper wurde sein Gang. Das war's,
was seine Frau von seiner Arbeit merkte.
Er griff hart zu in allzu großer Liebe und seine Lippen waren rauh.
Ein qualvolles Lachen stößt er aus.
Nun hat er ihre Liebe errungen!
Die suchenden Finger zucken; ein Blatt knistert unter ihnen auf; als
wäre es Gift, fährt er zurück.
Der Abschiedsbrief seines Sohnes!
Er hat ihn gelesen, Wort für Wort; er will ganz sicher gehen, wenn er
sein Kind von sich stößt.
Er sieht Lecarts spöttische Augen; nun ist's ein Tiedemann selbst!
Sein Erbteil hat er sich aus Eigenem genommen und ist in die Fremde
geflohen, ohne Wort, ohne Abschied! Ein Tiedemann feig!
Nun hat Klaus Tiedemann die Antwort, warum er in jener Nacht so scheu
vor ihm zurückgewichen, warum sein Auge den Boden gesucht.
Er billigt nicht die konstruierten Ehrbegriffe der Gesellschaft, aber
er haßt die Feigheit. Nun werden sie mit Fingern auf ihn weisen, den
Verkehr abbrechen, um den er Jahre gekämpft hat.
Das Regiment muß Fred Tiedemann ausstoßen als Ehrlosen; in den
Zeitungen steht morgen sein Name als der eines kindisch eitlen
Bestechers.
Unsummen hat er geopfert, mit denen er Tausende von Tränen hätte
stillen können. Klaus Tiedemann zweifelt nicht mehr, daß er es getan
hat. Nicht genug war ihm der ehrliche Name seines Vaters.
Er mußte etwas Häßliches bergen, daß alle von ihm abfielen!
Fred hatte keine Lust mehr am Geschäft. Seine Stellung ist nach der
Interpellation -- so schreibt er -- ohnehin im öffentlichen Leben
geschädigt; so legt er alles zurück, er will fortan nur seinen
Passionen leben -- das sei die erste Pflicht des Menschen! In der
Hauptstadt des Nachbarreiches gedenke er sich niederzulassen, da sei
ein Wiedersehen leicht.
Kein Wort der Reue und keines der Liebe, sonst keine Silbe! Wie ein
Fremder ist er von ihm gegangen.
Klaus Tiedemann stöhnt auf, die Wände rücken näher.
Als Leo starb, da war ihm leichter; er gab ein Kind der Erde zurück,
das allzu schwach gewesen war, sie länger zu ertragen. Wäre Fred
gefallen, wäre er ermordet worden vom beleidigten Sohn, er hätte
geweint und die Gesellschaft angeklagt, so aber fällt alles auf seines
Kindes eigenes Haupt. Er weiß nicht Bescheid in den Ehrbegriffen
Jan Wolnys, aber er kennt trotzdem die Ehre, die er sein Leben lang
besessen hat. Er kennt nicht den Mut, den Fred zeigen sollte, aber er
kennt den Mut, einstehen zu müssen für seine Handlungen. Immer wieder
legt sich Klaus Tiedemann die Lage klar:
Fred hat Geld genommen, große Summen, die jetzt nötig wären. Heimlich
hat sein Kind sie entwendet, daß andere nicht um sein Handeln wußten.
Das ist nicht besser als ein Dieb! Wohl ist sein Erbteil, das er mal
erhalten wird, größer, aber das Geld steht ihm jetzt noch nicht zu,
solange sein Vater lebt.
Feig hat er alles im Stiche gelassen und die Firma auf schlechte Wege
geführt. Seine Flucht wird bekannt werden, die Gegner werden sie für
ihre Zwecke ausnützen.
Schwer ringt Klaus Tiedemann mit seinen Gedanken, die ihn fesseln und
umstricken.
Er sieht keinen Ausweg.
Immer wieder kommt er zum selben Punkt zurück.
Streng war er mit sich Zeit seines Lebens gewesen, allzu streng. Er hat
seine Gedanken stets gezwungen, darum sah er nicht der anderen Fehler.
Wie Schuppen ist's ihm nun von den Augen gefallen, da er Fred nicht
mehr hier weiß. Nun erst ist seine zweite Frau wirklich gestorben.
Klaus Tiedemann findet die Gedanken seiner Jugend.
Er steht auf, dumpf klingen seine Schritte durch den schweigenden Raum.
Abgeschieden von den anderen, muß er sich entscheiden: nun gibt es
keine andere Lösung mehr.
Er hört den schweren Schritt des Wächters vorüberstampfen, von Stunde
zu Stunde leiser; der fallende Schnee dämpft den Hall.
Dann wieder ist's Ruhe.
Fred kommt nicht mehr, die Firma braucht eine starke Hand, besonders
jetzt!
Clo und Hilde sehen auf ihn, sie wollen Rat und Hilfe.
Er muß sich entscheiden!
Starrsinn ist in ihm, mit allem zu brechen, was er für richtig gehalten
hat.
Er legt den Kopf auf die Tischplatte in bleierner Müdigkeit, doch er
darf nicht ruhen.
Er dreht das Licht auf und geht zur Kasse.
Aus einem geheimen Fach nimmt er seine Schatulle; sie ist alt und
abgegriffen.
Er hält inne und horcht:
Leichte, schnelle Schritte gehen ganz nahe am Fenster vorbei, sie
machen halt und gehen hartklingend wieder zurück.
Ein bitteres Lächeln ist auf seinen Lippen: es mag wohl eine sein, die
auch um Liebe geht.
Kalt scheint das Licht der Glühlampe auf sein zermartertes Gesicht, als
er nun den Deckel hebt. Briefe fallen ihm entgegen.
Es ist die Schrift von Gerhards Mutter: alte, vergilbte, eckige
Federzüge.
Sie floh und brach die Liebe um anderer Liebe willen!
Dürre Blätter liegen, halb zerrieben, zwischen den Papieren; Klaus
Tiedemann weiß nicht, woher sie stammen. Er mag sie wohl von einem
Spaziergang nach Hause gebracht haben, derweil die Frau an einen
anderen dachte.
Zeitungsausschnitte mit rot und blau unterstrichenen Stellen
zeigen Klaus Tiedemanns Erfolge; mit gierigem Blick liest er die
nebensächlichen Berichte, daß ein Klaus Tiedemann in der Union-Street
sein Geschäft vergrößert, daß er die Vertretung der European Company
übernommen hat. Es sind Anzeigen, die er einst selbst bezahlte. Heute,
in der schweren Stunde, müssen sie ihm Zeuge sein, daß ihn die Welt
anerkannt hat. Daran klammert er sich fest ....
Ein schweres Kuvert mit dem Monogramm auf pergamentartigem Papier zeigt
die Vermählung des Bankiers Klaus Tiedemann mit Fräulein von Wesenheim,
Tochter des Konsuls Ernst von Wesenheim, Kammerrat, Börsenrat usw., in
würdevollen Worten an.
Dann kommen mannigfaltige Erinnerungen an die Zeit der Kinder:
Hilde und Clo haben einen Wunsch aufgesagt; in zierlichen Worten
ist er hier niedergeschrieben; man merkt nicht die vielen Püffe der
Erzieherin, bis endlich die kleinen Köpfe die Worte faßten. Klaus
Tiedemann war stets tief gerührt und hatte in seiner bescheidenen,
scheuen Art die Leistungen weit überschätzt.
Unbeholfene Zeichnungen aus Fetzen Papieres finden seine tastenden
Hände: Indianer zu Pferde und Engel mit schlagenden Flügeln! Der kleine
Fred hat sie gezeichnet. Ein weher Laut zittert von seinen Lippen.
Klaus Tiedemann legt den Kopf auf die Tischplatte; endlich kommen die
erlösenden Tränen:
Warum ist das Leben so hart?
Sie waren alle so liebe, so herzige Kinder, die von den Häßlichkeiten
der Welt nichts wußten. Und nun ein Betrüger!
»Er ist es.« Laut ruft Klaus Tiedemann die Worte, daß er selbst scheu
zusammenfährt.
Warum wäre er sonst geflohen? Warum hat er Geld unterschlagen? Warum
hat er nicht seiner Geschwister gedacht?
Das Kind seiner Zeit!
Rücksichtslos, Altes verachtend, nur dem Genuß lebend, das Leben
sich leicht machend, das Geld als Hauptmittel ansehend, um etwas zu
erreichen. Schwer stöhnt Klaus Tiedemann auf:
Er selbst hat ihm den Weg gewiesen, hat aus Liebe und Nachgiebigkeit
die häßlichen Züge nicht im Keime erstickt. Das Geld hat höhere Werte
als die der Bequemlichkeit. Es legt Verpflichtungen auf, die schwer
zu erfüllen sind. Nur der Erwerb bringt Freude, nicht der Besitz. Der
Mensch muß weiter streben, darf nicht halten und nicht rasten! _Ganz_
soll er leben! Nicht scheu nach anderen fragen; aufrechten Blickes
gehen; soll das aussprechen, was er denkt, nicht das, was andere wollen!
So war er als Kaufmann gewesen, nicht so als Mensch! Klaus Tiedemann
hat sich nach der Meinung der Leute gerichtet, um deren Liebe zu
erwerben.
Das ist der schwere Irrtum seines Lebens.
Er läßt sich auf den Sessel fallen; seine Augen stieren durch das
Dunkel. Ihm kommen schwere Gedanken.
Wenn Fred recht hätte? Wenn es die erste Pflicht des Menschen wäre, nur
sich zuliebe zu leben? Vielleicht ist seines Sohnes Art die richtige?
Sorgenlos ging dann die Zeit an einem vorbei. Aber das war nur möglich,
wenn andere nicht so dachten? Das konnte das Rechte nicht sein. Doch
alles ist in der Welt; sie schreitet fort nach oben -- in harter
Selbstsucht.
Warum sollte das Leben nicht doch darin bestehen?
Er hatte anders gedacht und war unglücklich gewesen. In froher Laune
floß das Leben Freds.
Aus tiefer Qual stöhnt er auf. Zu spät kommt ihm die Erkenntnis: er hat
seine Zeit verlebt.
Ein Zittern befällt ihn, eine furchtbare Angst vor dem Ungewissen,
Ungenützten, vor dem Zuspät!
Totenstille ist um ihn.
Dann hätten die recht, die von selber gingen?
Dann wäre es Pflicht, das Kind zu tilgen, ehe es geboren?
Wofür die langen Qualen, wenn ein Fingerdruck Ruhe gab auf ewig?
Ein paar Schritte, und es ist getan!
Klaus Tiedemann weiß die Waffe im Kasten, die er als junger Mann bei
sich getragen hat; er braucht nur einige Schritte zu machen, dann
starrt ihn die schwarze Mündung an: ein Druck, und es ist vorbei.
Während er stürzt, dreht sich die Kammer weiter, zum nächsten Schuß.
Wie leicht findet der Mensch seine Ruhe!
Schon einmal hat Klaus Tiedemann an den Selbstmord gedacht, als er
hungerte; doch nur Schwäche glaubte er damals darin zu sehen.
Nun dünkt er ihm Erlösung.
Fahrige Eile kommt über ihn: wie wohlig muß es sein, ausruhen zu dürfen
nach langer Qual!
Wilder Haß ist in ihm; er knirscht mit den Zähnen. Niemand liebt ihn,
er war einsam, und einsam will er sterben. Sie sollen machen, was sie
wollen, ihm ist alles gleich, er will endlich Ruhe finden. Er tastet
sich in die Höhe und geht dem Kasten zu; ein irres Lachen ist auf
seinen Lippen. Des Lebens Krone!
Die Faust schlägt an die kalte Mauer; ohnmächtige Anklagen wirft die
lallende Zunge durch die ruhende Nacht. Schwarze Hände streifen seine
Stirn, ein Fallen ist um ihn, ein Drehen und Winden. Er glaubt Arme zu
spüren, die sich nach ihm strecken, ihn festhalten wollen. In rasenden
Schlägen teilt er die Luft, er will sterben! Er will Leo folgen, dem
einzigen, der ihn geliebt hat.
Sein Kind wird ihn verstehen.
Aus dem Dunkel leuchten ihm gespenstige Augen entgegen: er hört des
Toten Stimme:
»Das Leben hat keinen Wert.«
Hansens Bild zerfließt mit dem Gebilde seiner erregten Phantasie zu
einem Ganzen.
Er tut einen wilden Schrei. Ein furchtbarer Druck raubt ihm plötzlich
den Atem. Er bäumt sich auf; schwarz wie ein Grab umgeben ihn die
finsteren Wände.
Ist das der Tod?
Sein Herz macht schwere, unregelmäßige Schläge. Er merkt, wie ihm das
Blut durch die Adern schnellt; er sinkt nach rückwärts. Kraftlos fallen
die Glieder herab; weit treten die Augen hervor und starren entsetzt in
das Dunkel.
Schwerer Druck lastet auf seiner Brust; in seinen Ohren ist ein
heulendes Sausen und Brausen. Wie gelähmt liegt die Zunge im Munde.
Kein Glied kann er rühren. Kalter Schweiß rinnt über sein Gesicht.
Der Kopf fällt vornüber.
Hart, erbarmungslos starr stehen die Wände.
Regungslos liegt Klaus Tiedemann; nur die Uhr in seiner Tasche tickt
weiter. -- -- --
Fred Tiedemann, auf seiner Flucht, in dem Hotelzimmer, wacht auf und
wirft sich von einer Seite auf die andere; doch den Schlaf findet er
nimmer.
Nach langen Sekunden tut Klaus Tiedemann einen tiefen Atemzug und zieht
die eiskalten Beine an sich.
Er will nicht sterben!
Langsam kriecht das Blut wieder durch die Adern; schwer und
ungleichmäßig fängt der Puls zu arbeiten an. Er hebt den Kopf mit
fieberheißen Augen.
Nun ist er neben ihm gestanden. Der Segenspender!
Mühsam richtet er sich auf und atmet schwer.
Die erste Mahnung.
Er schauert zusammen.
Sie hätten ihn finden müssen, in wenigen Stunden; schon hebt leise der
Verkehr auf den Straßen an.
Er hat sein Haus nicht bestellt.
Zitternd läßt er sich in den Sessel fallen.
Sein Herz hat ihn aufgerüttelt, geschwächt durch die furchtbaren
Erregungen der letzten Tage.
Es können noch Jahre sein, die er als alter Mann zu leben hat, es
können vielleicht aber auch nur Stunden sein.
Nun weiß er, daß er alt ist, was seine Pflicht ist!
Die Hand auf die Brust gepreßt, geht er hin und wider.
Hier und da bleibt er stehen und horcht den Schritten, die leise vom
oberen Stockwerk durch die Decke klingen.
Es mag wohl Hilde sein, die wacht.
Manch Fenster in Tiedemanns Haus war hell erleuchtet geblieben; die
Sorge fuhr durch das Dunkel und schlug mit ihren Gewändern.
Klaus Tiedemann streckt mit glücklichem Lächeln die Arme; unendliche
Liebe zu den Menschen erfaßt ihn. Noch lebt er!
Er will die Tage nützen, seinen Kindern lang entbehrte Gerechtigkeit
geben.
Kein Baum ist so gut, daß er nicht schlechte Zweige hätte.
Von selbst ist Fred gegangen.
Doch andere warten im Vertrauen; bei ihnen muß Glück wohnen.
Er will zur Tür; auf halbem Wege kehrt er wieder um.
Noch ist er mit sich nicht im reinen.
Er hört den Lärm auf der Straße. Fahl fällt das Winterlicht durch die
Fenster.
Zu neuem Leben drängt die Welt.
In tiefen Gedanken steht Klaus Tiedemann, die Augen sehen einwärts,
mechanisch fahren die Hände den Sessel entlang.
Er hört eine Tür gehen und eilige Schritte, dann drückt eine Hand auf
die versperrte Schnalle: »Herr Tiedemann!«
»Ich komme.«
In dem Türrahmen steht Görnemann, hektische Röte auf den Wangen: »Gott
sei Dank!«
Die beiden Greise sehen sich lange in die Augen.
»Und nun holen Sie mir meine Kinder!«
»Ja!« Görnemann rafft sich auf, noch immer zucken ihm die Knie: nicht
lebend glaubte er seinen Herrn wieder zu finden. »Auch Gerhard?« fragt
er unsicher.
Klaus Tiedemann nickt ernst:
»Auch Gerhard; der ist der wichtigsten einer.«
Er bleibt beim Tische stehen, aufrecht und fest.
Hilde stürzt auf ihn zu.
In tränenlosem Schluchzen liegt sie an seiner Brust. Klaus Tiedemann
preßt sein Kind an sich; seine Lippen streifen ihre Stirn:
»Und dann laß Hansen holen!«