und hatte schon den Rat versammelt, der ihnen das Urteil sprechen
sollte; da nun die Herren vom Rate in ihrem Schrecken und ihrer
Bestürzung nicht wußten, wie sie den Unglücklichen das Leben retten
könnten, bot sich ihnen Nasreddin an, um ihnen zu helfen. Und er sagte
zu Bajazet: »Sultan, laß die Leute nur henken; sie sind alle Verräter.«
Bajazet war damit einverstanden und Nasreddin fuhr fort: »Wozu sind sie
uns auch nütze? wenn jetzt Timur mit seiner Armee kommt, so nimm du
die Standarte und ich werde die Trommel schlagen; wir wollen ihm ein
Treffen liefern, und wahrhaftig, wir zwei werden den Tataren genug zu
schaffen machen.« Bajazet antwortete nichts; wenige Augenblicke darauf
gewährte er aber den Schuldigen seine Gnade.
331.
Nasreddin hatte den Zorn Bajazets erregt und Bajazet befahl, ihn
hinzurichten; er mußte auf einen sehr hohen Baum auf freiem Felde
steigen, und den sollten die Soldaten umhauen, damit Bajazet sehe, was
für Luftsprünge Nasreddin machen werde. Trotz dem inständigen Flehen
Nasreddins getraute sich niemand, Bajazet für ihn um Gnade zu bitten,
so daß er sich selber zu helfen versuchte; er ließ oben auf dem Baume
die Hosen herunter und verunreinigte die Soldaten. Darüber mußte
Bajazet herzlich lachen, und er erlaubte ihm, herabzusteigen.
4. Moderne Volkserzählungen aus Nasreddins Heimat
332.
Eine Frau kam einmal zum Hodscha, gab ihm einen Brief und bat ihn,
ihn ihr vorzulesen. Nun konnte der Hodscha gar nicht lesen; da er
sich aber schämte, dies einzugestehn, nahm er den Brief und las:
»Hochwohlgeborener, ehrenwerter Herr« usw., wie ein Freund einem andern
zu schreiben pflegt.
Die Frau sagte darauf, daß das kein Brief eines Bekannten, sondern der
Steuerzettel ihres Hauses sei. Und der Hodscha antwortete: »Warum hast
du mir das nicht früher gesagt? dann hätte ich ihn anders gelesen.«
333.
Eines Nachts schlich der Hodscha zu der Sklavin seines Vaters. Die
Sklavin wachte auf und fragte: »Wer ist da?«
»Pst,« antwortete der Hodscha, »ich bin mein Vater.«
334.
Der Sohn des Hodschas hatte ein Haus gebaut und lud seinen Vater ein,
es zu besichtigen. Der Hodscha sah sich alles gut an, sowohl unten,
als auch oben; und als ihn der Sohn fragte, ob das Haus schön sei,
antwortete er: »Alle Räumlichkeiten sind schön; nur in dem kleinen
Zimmer zu ebener Erde ist die Tür so eng, daß kein Eßtisch hineingeht.«
Er hatte den Abtritt für ein Zimmer angesehn.
335.
Der Hodscha kaufte einmal eine Oka Datteln und aß dann die Datteln
mit den Kernen. Als man ihn fragte, warum er sie mit den Kernen
verschlucke, antwortete er: »Ich habe sie mit den Kernen gekauft, und
so hat man mir sie zugewogen.«
336.
Der Hodscha hatte ein Haus gemeinsam mit einem andern, und mit diesem
hatte er immerfort Streit. Darum ging er einmal auf den Markt und
wollte seine Hälfte verkaufen. Man fragte ihn um den Grund und er
antwortete, daß er mit seinem Hausgesellschafter zu viel Streit habe,
und daß er mit dem Gelde, das er für seine Hälfte bekommen werde, die
andere dazukaufen wolle.
337.
Man fragte einmal den Hodscha, wer älter sei, er oder sein Bruder. Der
Hodscha antwortete, daß zwar er um ein Jahr älter sei, daß aber im
nächsten Jahre sein Bruder das Jahr abgelebt haben werde und daß sie
dann gleich alt sein würden.
338.
Der Hodscha kam einmal zu Timur. Der Khan, der ihn sehr gern hatte,
fragte ihn, wie groß seine Familie sei. Der Hodscha antwortete:
»Zehn Köpfe.« Timur befahl, ihm für jeden einzelnen hundert Akscha
auszuzahlen. Der Hodscha nahm die tausend Akscha in Empfang, ging zu
Timur zurück und sagte ihm, daß er einen zu wenig angesagt habe. Timur
fragte um den Namen des Ausgelassenen.
Der Hodscha antwortete: »Nasreddin-Effendi.«
Anmerkungen
literatur- und stoffgeschichtlichen Inhalts
Verzeichnis der im folgenden häufiger zitierten Bücher, Aufsätze und
Zeitschriften
~Anthropophyteia~ = Ἀνθρωποφυτεία. Jahrbücher für
Folkloristische Erhebungen und Forschungen zur
Entwicklungsgeschichte der geschlechtlichen Moral,
herausgegeben von Dr. Friedrich S. Krauss. I-VII.
Leipzig, 1904 ff.
~Archivio~ = Archivio per lo studio delle tradizioni
popolari, ed. Pitrè, Palermo, 1882 ff.
~Barker~ = A Reading Book of Turkish Language, by William
Burckhardt Barker, London, 1854 (_enthält von S. 27
bis 106 der türkischen Paginierung_ Pleasing Tales of
Khoja Nasr-il-Deen Effendi _in türkischer Sprache mit
englischer Übersetzung_).
~Basset, _RTP_~ = _die von Basset in der_ Revue des
traditions populaires, XVI ff., _aus dem_ Nawadir (_s.
d._) _übersetzten Stücke_.
~Bonelli~ = Luigi Bonelli, Saggi del Folklore dell’isola
di Malta, V: Voci infantili. Facezie di Gahan _im_
Archivio, XIV, _S. 457 ff_.
~Buadem~ = Buadem. Hundertunddreißig Anekdoten aus seinem
Leben von Mehemed Tewfik _in Nr. 2735 der Reclamschen_
Universal-Bibliothek, _S. 39-93_. _Die Kenntnis der Nr.
131-226 der Buademschwänke Tewfiks, die bisher noch in
keiner europäischen Sprache erschienen sind, verdanke
ich der Liebenswürdigkeit des Herrn Dr. Theodor Menzel,
der mir das Manuskript seiner deutschen Übertragung zur
Durchsicht überlassen hat._
~Cantimir~ = Cantimir, Histoire de l’empire othoman,
traduit par De Joncquieres, Paris, 1743 ff.
~Clouston, _Flowers_~ = Flowers from a Persian Garden,
and other Papers by W. A. Clouston, London, 1890.
~Clouston, _Noodles_~ = The Book of Noodles by W. A.
Clouston, London, 1888.
~Crane~ = Italian Popular Tales by Thomas Frederick
Crane, London, 1885.
~De la Croix~ = De la Croix, Geschichte des osmanischen
Reiches, deutsch von Schulz, Frankfurt, 1769 ff.
~Doran~ = The History of Court Fools by Dr. Doran,
London, 1858.
~Ethé~ = Essays und Studien von Dr. Hermann Ethé, Berlin,
1872; _darin S. 233-254_: Ein türkischer Eulenspiegel.
~Flögel~ = Geschichte der Hofnarren von Karl Friedrich
Flögel, Liegnitz und Leipzig, 1789.
~_Fourberies_~ = Les Fourberies de Si Djeh’a, contes
kabyles, recueillis et traduits par Auguste Mouliéras.
Traduction française et notes avec une étude sur Si
Djeh’a et les anecdotes qui lui sont attribuées, par M.
René Basset, Paris, 1892.
~Galland~ = Les paroles remarquables, les bons mots, et
les maximes des Orientaux (_par Ant. Galland_), A la
Haye, 1694.
~Gazeau~ = Les Bouffons par M. A. Gazeau, Paris, 1882.
~Gonzenbach~ = Sicilianische Märchen. Aus dem Volksmunde
gesammelt von Laura Gonzenbach. Mit Anmerkungen Reinhold
Köhler’s und einer Einleitung herausgegeben von Otto
Hartwig. Leipzig, 1870. _2 Bände._
~Griechisch~ = Ὁ Νὰσρ-ἐδδὶν-Χότζας καὶ τὰ ἀστεῖα ἀνέκδοτα
αὐτοῦ. Ἐν Ἀθήναις, Βιβλιοπωλεῖον Μιχαὴλ Σαλιβέρου.
~Hammer~ = Hammer, Geschichte des osmanischen Reiches,
Pest, 1827 ff.
~Hartmann~ = M. Hartmann, Schwänke und Schnurren im
islamischen Orient _in der_ Zeitschrift des Vereins für
Volkskunde, V, _S. 40 ff_.
~Ilg~ = Maltesische Märchen und Schwänke. Aus dem
Volksmunde gesammelt von B. Ilg. Leipzig, 1906. _2 Bände._
~Köhler~ = Kleinere Schriften von Reinhold Köhler,
herausgegeben von Johannes Bolte, Weimar (Berlin), 1898
ff. _3 Bände; darin I, S. 481-509_: Nasreddins Schwänke.
~Kroatisch~ = Posurice i sale Nasredina. Drugo izdanjf.
Zagreb, L. Hartman.
~Kuka~ = The Wit and Humour of the Persians by
Meherjibhai Nosherwanji Kuka, Bombay, 1894.
~Mango~ = F. Mango, La leggenda dello sciocco nelle
novelline calabre _im_ Archivio X, _S. 45 ff_.
~Mardrus~ = Le livre des Mille nuits et une nuit,
traduction littérale et complète du texte arabe par
le Dr. J. C. Mardrus. Tome XV, Paris, 1904; _darin S.
93-118_: Quelques sottises et théories du maître des
devises et des ris.
~Monnier~ = Les contes populaires en Italie par Marc
Monnier, Paris, 1880.
~Murad~ = Nassreddin Chodja. Ein osmanischer Eulenspiegel
von Murad Efendi (_d. i. Fr. v. Werner_), Vierte Auflage,
Oldenburg (_Die erste Ausgabe ist 1878 erschienen_).
~_Nawadir_~ = Nawadir el chodscha nasr ed-din effendi
dschoha, Kairo, o. J.
~Nick~ = Fr. Nick, Die Hof~ und Volks-Narren, Stuttgart,
1861. _2 Bände._
~Nouri~ = Nasreddin Khodjas Schwänke und Streiche.
Türkische Geschichten aus Timurlenks Tagen erzählt von
Ali Nouri, Breslau, 1904.
~Pann~ = Anton Pann, Opere complete. Editia II-a, Vol. I,
Bucuresti, 1909; _darin S. 327-356_: Nazdravaniile lui
Nastratin Hogea (_ist zuerst 1853 erschienen_).
~Pharaon~ = Spahis, Turcos et Goumiers par Florian
Pharaon, Paris, 1864; _das 9. Kapitel_, Les réunions de
Turcos, _enthält eine Anzahl Dschehageschichten_.
~Pitrè~ = Fiabe, novelle e racconti popolari siciliani,
raccolti ed illustrati da Giuseppe Pitrè, Palermo, 1875.
_4 Bände; darin III, S. 353-379_: Giufà.
~Roda Roda~ = Roda Roda, Der Pascha lacht.
Morgenländische Schwänke, Berlin und Leipzig, 1909;
_darin S. 121-125_: Von Nassr’eddin.
~_RTP_~ = Revue des traditions populaires, Paris, 1885 ff.
~Serbisch~ = Nasradin-hodza, njegove sale, dosetke i
lakrdje u pripodjetkama od Mehemeda Tevfika. Prevod s
nemackog. U Nuvom Sadu, 1903.
~Sottisier~[103] = Sottisier de Nasr-Eddin-Hodja, Bouffon
de Tamerlan, suivi d’autres facéties turques, traduits
sur des manuscrits inédits par J. A. Decourdemanche,
Bruxelles, 1878.
~Stumme, _Malta_~ = Stumme, Maltesische Märchen, Gedichte
und Rätsel, Leipzig, 1904.
~Stumme, _Studien_~ = Stumme, Maltesische Studien,
Leipzig, 1904.
~Stumme, _Tamazratt_~ = Stumme, Märchen der Berbern von
Tamazratt in Südtunisien, Leipzig, 1900.
~Stumme, _Tripolis_~ = Stumme, Märchen und Gedichte aus
der Stadt Tripolis in Nordafrika, Leipzig, 1898.
~Stumme, _Tunis_~ = Stumme, Tunisische Märchen und
Gedichte, Leipzig, 1893.
~Tewfik~ = Die Schwänke des Naßr-ed-din. Ausgewählt und
ergänzt von Mehemed Tewfik _in Nr. 2735 der Reclamschen_
Universal-Bibliothek, _S. 5-38_.
~_Tréfái_~ = Naszreddin hodsa tréfái. Török (kisásziai)
szöveget gyüjtötte, forditással es jegyzetekkel ellátta
Dr. Kúnos Ignácz. Budapest, 1899 (_Die Schwänke 1-136
auch bei_ Radloff, Die Sprachen der türkischen Stämme,
Petersburg 1866 ff., I. Abteilung, VIII, _S. 408-436_).
~_Volksbuch_~ = 1. Les Plaisanteries de Nasr-Eddin Hodja,
traduites du Turc par J.-A. Decourdemanche. Seconde
édition, augmentée de Naivetés de Karacouch. Paris, 1908
(_Die erste Ausgabe ohne die Karakuschanekdoten ist
1876 erschienen_). 2. Meister Nasr-eddin’s Schwänke und
Räuber und Richter. Aus dem türkischen Urtext wortgetreu
übersetzt von Wilh. von Camerloher, und resp. Dr. W.
Prelog in Konstantinopel, Triest, 1857 (_Das Vorwort
Camerlohers ist von 1855 datiert_).
~Walawani~ = Ἰωακεὶμ Βαλαβάνη, Μικρασιατικά, Ἀθήνησι,
1891; _darin S. 140-159_: Ὁ Νασρεδδὶν Χώτζας (_dieser
Aufsatz ist schon 1888 im_ Βυζαντινὸν Ἡμερολόγιον, _S.
297-310 erschienen_).
~_ZVV_~ = Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, Berlin,
1890 ff.
I. Türkische Überlieferungen
1. Die hundertfünfundzwanzig Schwänke des Volksbuchs
1. _Volksbuch_, Nr. 1[104]; Barker, S. 27 ff.; _Sottisier_, Nr. 1
(erster Teil); Tewfik, Nr. 30; Nouri, S. 19 ff.; _Tréfái_, Nr. 1;
_Nawadir_, S. 2 (Basset _RTP_, XVII, S. 93); Meißner, _Neuarabische
Geschichten aus dem Iraq_, Leipzig 1903, S. 56 und 57, Nr. 3: _Eine
Schnurre vom Chawadja Nasreddin_; Kuka, S. 222; Griechisch, Nr. 11;
Serbisch, S. 11 ff.; Kroatisch, S. 10 ff.; Murad, Nr. 3.
Nick, I, S. 151; Köhler, I, S. 484[105]; Clouston, _Flowers_, S. 66;
Gazeau, S. 193; _Fourberies_, S. 19; Hartmann, S. 65 ff.
In der _RTP_, XVII, S. 94 zitiert Basset eine ukrainische Version aus
der _Kryptadia_, VIII, Paris, 1902, S. 391: _Pourquoi les raskolniks
ont la tonsure_; eine rumänische steht bei Ispirescu, _Snóve sau
Povesti Populare_, ed. 2-a, Bukarest, 1875 (M. Gaster im _Magazin für
die Literatur des Auslandes_, XCVI, S. 564). Vgl. auch eine Schnurre in
dem aus dem 16. Jahrhunderte stammenden _Liber facetiarum_ oder _Libro
de chistes_ von Luis de Pinedo (A. Paz y Mélia, _Sales españolas_, I,
Madrid, 1890, S. 266 ff.), die nur eine Parallele zu Nasreddins dritter
Predigt bietet, und den Schluß der 8. Facetie Arlottos in meiner
Ausgabe (= Bd. I und II der _Narren, Gaukler und Volkslieblinge_), I,
S. 28 und 188.
2. _Volksbuch_, Nr. 2; Barker, S. 30; _Sottisier_, Nr. 1 (zweiter
Teil); Tewfik, Nr. 66; Nouri, S. 21; _Tréfái_, Nr. 3; Mardrus, S.
94; _Nawadir_, S. 2 (Basset _RTP_, XVI, S. 463); Griechisch, Nr. 12;
Serbisch, S. 33; Kroatisch, S. 27.
_Fourberies_, S. 17; _Tréfái_, S. 21.
Vgl. auch unten die Nrn. 243 und 244.
3. _Volksbuch_, Nr. 3; Barker, S. 30 ff.; Tewfik, Nr. 67; _Tréfái_, Nr.
2; _Nawadir_, S. 2 (Basset _RTP_, XVI, S. 464); Griechisch, Nr. 13;
Kroatisch, S. 27.
Gazeau, S. 193; _Tréfái_, S. 21.
Vgl. auch unten Nr. 242.
4. _Sottisier_, Nr. 81; _Volksbuch_, Nr. 4; Barker, S. 31 ff.; Tewfik,
Nr. 53; _Tréfái_, Nr. 4; _Nawadir_, S. 3 (Basset _RTP_, XVII, S. 34);
Griechisch, Nr. 14; Serbisch, S. 27; Kroatisch, S. 23.
_Fourberies_, S. 41.
5. _Sottisier_, Nr. 10; _Volksbuch_, Nr. 5; Barker, S. 32 ff.; Nouri,
S. 216 ff.; _Tréfái_, Nr. 5; _Nawadir_, S. 4; Kuka, S. 214; Griechisch,
Nr. 6; Serbisch, S. 108; Kroatisch, S. 85.
_Fourberies_, S. 30.
Der Schwank findet sich mutatis mutandis in der _Disciplina clericalis_
von Petrus Alphonsi (hg. v. Fr. W. V. Schmidt, Berlin, 1827, S. 82);
der Verfasser scheint aus dem _Kitab al ikd al farid_ von Achmed
ibn Abdirabbihi († 940)[106] oder aus dessen Quellen geschöpft zu
haben. Die Erzählung Abdirabbihis hat Basset in der _RTP_, XVII, S.
95 übersetzt. Näher den obigen Versionen steht aber der folgende,
wahrscheinlich noch um 500 Jahre ältere Abderitenschwank (_Philogelos.
Hieroclis et Philagrii Facetiae_, ed. Eberhard, Berlin, 1869, S. 30,
Nr. 124):
Ἀβδηρίτης κατ’ ὄναρ χοιρίδιον ἐπώλει καὶ εζήτει δηνάρια ἑκατόν.
διδόντος δέ τινος πεντήκοντα, μὴ βουλόμενος λαβεῖν, διύπνισε. καμμύσας
οὖν καὶ τὴν χεῖρα προτείνας, εἶπε· δὸς κἂν τὰ πεντήκοντα.
Vgl. auch die von St. Julien im _Journal asiatique_, IV, 1824, S. 100
aus dem chinesischen Buche _Siao li Siao_ übersetzte Erzählung.
6. _Volksbuch_, Nr. 6; Barker, S. 33 ff.; _Tréfái_, Nr. 6; _Nawadir_,
S. 5 (Basset _RTP_, XVII, S. 94); Basset, _Étude sur la Zenatia du Mzab
de Ouargla et de l’Oued-Rir’_, Paris, 1893, S. 102 ff., Nr. 2: _Les
excuses de Djoh’a_; Griechisch, Nr. 15.
Gazeau, S. 194.
7. _Volksbuch_, Nr. 7; Barker, S. 34 ff.; _Sottisier_, Nr. 38; Tewfik,
Nr. 21; Nouri, S. 193 ff.; _Tréfái_, Nr. 8; _Nawadir_, S. 5 (Basset
_RTP_, XVII, S. 35); Basset, _Zenatia_, S. 109, Nr. 7: _Djoh’a et
le maître d’un jardin_; Griechisch, Nr. 103; Serbisch, S. 24 ff.;
Kroatisch, S. 80 ff. und 9.
Clouston, _Noodles_, S. 11 ff.; Gazeau, S. 194; _Fourberies_, S. 35;
Hartmann, S. 63; Tréfái, S. 19.
Horn bringt (S. 69) eine jedenfalls ältere Version aus der
_Herzerfreuenden Schrift_ des Persers Ubeid Zakani († 1370/71) bei,
die wohl identisch ist mit Kuka, S. 189, Nr. 202; als Parallele sei
noch Krauss, _Zigeunerhumor_, Leipzig, 1907, S. 87 ff.: _Der Knoblauch_
genannt. Vgl. auch die unten (II, S. 125 ff.) als Nr. 441 mitgeteilte
Juvadigeschichte.
8. Barker, S. 35 ff.; _Volksbuch_, Nr. 8; _Sottisier_, Nr. 6; Tewfik,
Nr. 22; Nouri, S. 140 ff.; _Tréfái_, Nr. 9; _Nawadir_, S. 5 (Basset
_RTP_, XVII, S. 96 ff. und XIX, S. 20); Griechisch, Nr. 82; Serbisch,
S. 29; Kroatisch, S. 82 ff. und 9.
_Fourberies_, S. 29.
9. _Volksbuch_, Nr. 9; Barker, S. 36 ff.; _Sottisier_, Nr. 41; Tewfik,
Nr. 68; _Tréfái_, Nr. 10; _Nawadir_, S. 5 (Basset _RTP_, XVII, S. 97);
Griechisch, Nr. 38; Kroatisch, S. 26 ff.; Murad, Nr. 16.
Köhler, I, S. 484; Gazeau, S. 195; _Fourberies_, S. 35.
Etwas ähnliches erzählen G. Finamore im _Archivio_, IX, S. 157 ff.
von dem Pfarrer Zi’Tanghe in Gamberale (um 1700) und Ispirescu, S. 86
(_Magazin_, XCVI, S. 595); derlei ~sonderbare Zeitrechnungen~ kehren
auch wieder in Wickrams _Rollwagenbüchlein_, Nr. 47 (Boltes Nachweise
S. 375), im _Sackful of News_ (Hazlitt, _Shakespeare Jest-Books_,
II, London, 1864, S. 186), bei Monnier, S. 216 ff. und in der
_Anthropophyteia_, I, S. 81 ff. Bei Galland, S. 54 zählt ein Schneider
in Samarkand die Toten, die auf den Friedhof geschafft werden, indem
er bei jedem ein Steinchen in einen Topf wirft; als er dann selber
stirbt, sagt ein Nachbar: »Nun ist auch er in den Topf gefallen wie
die andern.« Vgl. auch die 117. Facetie Arlottos, II, S. 98 und E. J.
Bronner, _Bayerisches Schelmen-Büchlein_, Diessen, 1911, S. 61 ff.
Dem Schlusse der Facetie Nasreddins steht sehr nahe die folgende
Schnurre aus Campbell, _Popular Tales of the West-Highlands_, New Ed.,
London, 1890, II, S. 399.
The Assynt man once went to Tain to buy meal. Outside the town, a man
asked him if he knew what o’clock it was. »Last time it was 12. If it
is striking still, it must be at 50.«
10. _Volksbuch_, Nr. 10; Barker, S. 38; _Sottisier_, Nr. 20; Tewfik,
Nr. 59; _Tréfái_, Nr. 11; Mardrus, S. 98; _Nawadir_, S. 9 (Basset
_RTP_, XVII, S. 481); Griechisch, Nr. 39; Walawani, S. 67 und 155;
Serbisch, S. 32; Kroatisch. S. 36; Murad, Nr. 4. Vgl. auch Nr. 109.
Ethé, S. 239; Köhler, I, S. 484 ff. und 505; Gazeau, S. 194;
_Fourberies_, S. 31.
Zu der von Köhler angezogenen Stelle aus Heines _Reisebildern_ (_Die
Bäder von Lucca_, Kap. 13) vgl. die Verwendung, die sie im _Gendre de
M. Poirier_ von E. Augier und J. Sandeau, 2. Akt, 1. Szene, gefunden
hat. Mit der Nasreddinschen Version stimmt vollständig eine von
Strafforello in der _Sapienza del mondo_, Torino, 1878 ff., II, S. 462
mitgeteilte.
11. _Sottisier_, Nr. 240; _Volksbuch_, Nr. 11; Barker, S. 38 ff.;
_Tréfái_, Nr. 12; Griechisch, Nr. 83; Serbisch, S. 161.
Gazeau, S. 195.
Wie sich hier Nasreddin an dem Kamel rächen will, so strafen im
_Philogelos_, Nr. 111 die Abderiten einen Esel, lassen aber bei der
Exekution alle Esel der Stadt anwesend sein, damit sie sich ein
Beispiel nähmen; ähnlich machen es bei Zincgref-Weidner, _Teutsche
Apophtegmata_, Amsterdam, 1653 ff., IV, S. 280 deutsche Städter und
bei Bladé, _Contes populaires de la Gascogne_, Paris, 1886, III, S.
359 ff.: _La truie pendue_ die Einwohner von Marsolan mit einem bösen
Schweine und der Sieur Gaulard in Tabourots _Contes facecieux du Sieur
Gaulard_ (Ausgabe Paris, 1662, S. 191) mit einem schlimmen Pferde.
Wohl nach Tabourot erzählen Zincgref-Weidner, V, S. 114 ff. und Chr.
Lehmann, _Florilegium politicum_, 1630, S. 731 ff.; s. auch Albrecht
Keller, _Die Schwaben in der Geschichte des Volkshumors_, Freiburg,
1907, S. 267 ff., wo allerdings die Hinrichtung des Farren aus einem
andern Grunde erfolgt, wo aber auch alle Rinder Exekutionszeugen sein
müssen. Wir werden dem Motive der ~Strafe von Tieren~, das sich auch
in der Rechtsgeschichte verfolgen läßt, noch öfter begegnen; vgl.
besonders Nr. 356.
12. _Volksbuch_, Nr. 12; Barker, S. 39; _Sottisier_, Nr. 13; Tewfik,
Nr. 17; Nouri, S. 221; _Tréfái_, Nr. 13; _Nawadir_, S. 9; Griechisch,
Nr. 84; Serbisch, S. 28; Kroatisch, S. 8.
Gazeau, S. 195 ff.
13. _Sottisier_, Nr. 241; _Volksbuch_, Nr. 13; _Tréfái_, Nr. 14;
_Nawadir_, S. 9; Serbisch, S. 165 ff. (nicht obszön).
Gazeau, S. 196; _Fourberies_, S. 60.
14. _Volksbuch_, Nr. 14; Barker, S. 39 ff.; _Sottisier_, Nr. 54;
Tewfik, Nr. 54; Nouri, S. 186 ff.; _Tréfái_, Nr. 15; _Nawadir_, S. 10
(Basset _RTP_, XVII, S. 482); _Fourberies_, Nr. 11; Griechisch, Nr. 28;
Serbisch, S. 22; Kroatisch, S. 23.
Gazeau, S. 196.
15. _Volksbuch_, Nr. 15; _Sottisier_, Nr. 27; Tewfik, Nr. 48; _Tréfái_,
Nr. 17; _Nawadir_, S. 10 (Basset _RTP_, XVII, S. 483); Griechisch, Nr.
29; Serbisch, S. 44 (anders S. 109); Kroatisch, S. 17.
Gazeau, S. 196.
Eine hübsche persische Variante steht bei Kuka, S. 186, Nr. 96.
16. _Sottisier_, Nr. 247; _Volksbuch_, Nr. 16; Barker, S. 40 ff.;
Nouri, S. 190; _Tréfái_, Nr. 16; Griechisch, Nr. 25; Serbisch, S. 39
und 168.
Von diesem Schwanke bringt beinahe jeder Herausgeber einen andern Text
und der des serbischen Volksbuchs zweie; der hier mitgeteilte ist wohl
die beste Fassung. Vgl. auch Nr. 177.
17. _Volksbuch_, Nr. 17; Barker, S. 41; _Sottisier_, Nr. 39; Tewfik,
Nr. 46; _Tréfái_, Nr. 18; _Nawadir_, S. 10 (Basset _RTP_, XVII, S.
484); Griechisch, Nr. 26; Serbisch, S. 129 und 42; Kroatisch, S. 17.
18. _Volksbuch_, Nr. 18; Barker, S. 41 ff.; _Sottisier_, Nr. 40;
Tewfik, Nr. 47; Nouri, S. 206; _Tréfái_, Nr. 19; _Nawadir_, S. 14;
Griechisch, Nr. 27; Serbisch. S. 166 ff. und 27; Kroatisch, S. 17.
Gazeau, S. 196 ff.; Hartmann, S. 163; Basset in der _RTP_, XI, S. 496
ff.; Horn, S. 69 (eine ältere Version steht bei Zakani).
19. _Volksbuch_, Nr. 19; Barker, S. 42; _Sottisier_, Nr. 35; Tewfik,
Nr. 23; _Tréfái_, Nr. 20; _Nawadir_, S. 14; Griechisch Nr. 153;
Serbisch, S. 35; Kroatisch S. 9.
Vgl. dazu die 39. Facetie im _Philogelos_, besonders mit der dort, S.
14, unter dem Striche gegebenen Lesart:
Σχολαστικοὶ δύο ὁμοῦ ἐβάδιζον. ἰδὼν δὲ αὐτῶν ὁ εἶς μέλαινα ὄρνιν,
εἶπεν· ἀδελφὲ, ἴσως ταύτης ὁ ἀλέκτωρ ἀπέθανε· καὶ διὰ τοῦτο μέλαινα
ἐνεδύσατο.
20. _Volksbuch_, Nr. 20; Barker, S. 42 ff.; _Sottisier_, Nr. 55;
Tewfik, Nr. 33; _Tréfái_, Nr. 21; _Nawadir_, S. 14; Griechisch, Nr.
137; Serbisch, S. 14; Kroatisch S. 13. S. oben Nr. 11.
21. _Volksbuch_, Nr. 21; _Sottisier_, Nr. 29; Tewfik, Nr. 49; _Tréfái_,
Nr. 22; Griechisch, Nr. 141; Serbisch, S. 27; Kroatisch, S. 17.
22. _Volksbuch_, Nr. 22; Barker, S. 43 ff.; _Sottisier_, Nr. 227;
Ethé, S. 241; _Tréfái_, Nr. 23; _Nawadir_, S. 14; Griechisch, Nr. 136;
Serbisch, S. 168 ff.
Gazeau, S. 197; _Fourberies_, S. 59; Horn, S. 70 (Zakani).
Krauss, _Zigeunerhumor_, S. 7: _Wie ein Zigeuner die »Teufel« um seine
Seele geprellt_.
23. _Volksbuch_, Nr. 23; _Sottisier_, Nr. 57; _Tréfái_, Nr. 24;
_Nawadir_, S. 14; Griechisch, Nr. 138; Serbisch, S. 162.
Köhler, I., S. 485; _Fourberies_, S. 37; _Tréfái_, S. 12.
Vgl. weiter meine Ausgabe von Heinrich Bebels _Schwänken_, München,
1907, II, S. 150 ff.; zu den dortigen Nachweisen kommen noch Merkens,
_Was sich das Volk erzählt_, Jena, 1892, S. 162, Nr. 193 g und J.
Fleury, _Littérature orale de la Basse-Normandie_, Paris, 1883, S. 204.
24. _Volksbuch_, Nr. 24; _Sottisier_, Nr. 251; _Tréfái_, Nr. 25.
25. _Volksbuch_, Nr. 25; _Sottisier_, Nr. 252; _Tréfái_, Nr. 26;
_Nawadir_, S. 14; Griechisch, Nr. 139.
Prym und Socin, _Der neu-aramaeische Dialekt von Tûr ’Abdîn_,
Göttingen, 1881, II, S. 288.
26. _Volksbuch_, Nr. 26; _Sottisier_, Nr. 171 (hier wird der Schwank
von Timur angestiftet); Tewfik, Nr. 50; Nouri, S. 24 ff.; Tréfái,
Nr. 27; Mardrus, S. 101; _Nawadir_, S. 14; _Fourberies_, Nr. 13;
Griechisch, Nr. 17; Serbisch, S. 22 ff.; Kroatisch, S. 103 und 18.
_Fourberies_, S. 52; Hartmann, S. 64.
Von Harun al Raschid und dem bekannten Schalke Abu Nuwas erzählen die
Geschichten asch Schirwani im _Nafhat al jaman_[107] (Basset in der
_RTP_, XIV, S. 441 ff. und den _Fourberies_, S. 186), Velten, _Märchen
und Erzählungen der Suaheli_, Stuttgart, 1898, S. 17 ff. und Rückert,
_Erbauliches und Beschauliches aus dem Morgenland_ (_Werke_, Hesse, IV,
S. 340 ff.): _Der Hofpoet_; von Kaiser Akbar dem Großen von Hindustan
(1542-1605) und seinen beiden Günstlingen berichtet sie Kuka, S. 254 ff.
Eine merkwürdige Parallele steht in Aurbachers _Volksbüchlein_ (II, S.
138 ff. der Reclamschen Ausgabe): _Der Hahn im Korb_.
27. _Volksbuch_, Nr. 27; Barker, S. 44; _Sottisier_, Nr. 255; Tewfik,
Nr. 24; _Tréfái_, Nr. 28; _Nawadir_, S. 14; Griechisch, Nr. 81;
Serbisch, S. 36; Kroatisch, S. 9.
28. _Volksbuch_, Nr. 28; Barker, S. 44 ff.; _Sottisier_, Nr. 106;
Tewfik, Nr. 71; _Tréfái_, Nr. 29; _Nawadir_, S. 14; Griechisch, Nr.
158; Serbisch, S. 20; Kroatisch, S. 29.
Die Strafe, die hier als an der Quelle vollzogen gedacht wird (vgl.
auch Nr. 296), entspricht dem griechischen ~Rhaphanizein~, wozu man
außer Juvenals 10. Satire, v. 317 ff. noch die folgenden Verse in
Catulls 15. Epigramm vergleiche:
Ah tum te miserum, malique fati,
Quem, attractis pedibus, patente porta,
Percurrent raphanique mugilesque.
S. auch die zu Nr. 71 angezogene serbische Erzählung.
29. _Volksbuch_, Nr. 29; _Sottisier_, Nr. 296; _Tréfái_, Nr. 30;
_Nawadir_, S. 15; Griechisch, Nr. 36.
30. _Volksbuch_, Nr. 30; _Sottisier_, Nr. 297; _Tréfái_, Nr. 31.
31. _Sottisier_, Nr. 18; _Volksbuch_, Nr. 31; Barker, S. 45 ff.; Nouri,
S. 101 ff.; _Tréfái_, Nr. 32; _Nawadir_, S. 15; _Fourberies_, Nr. 32
(hier verkauft Dscheha die Kleider seiner Freunde); Griechisch, Nr. 16;
Serbisch. S. 133 ff. und 170 ff.; Kroatisch, S. 83 ff.; Murad, Nr. 21.