-- Jemand, ein Trauriger und Schlanker, den
Alexander Iwanowitsch oft schon an der Newa gesehen
hatte, zeigte sich in der Tiefe der 18. Linie. Diesmal
trat er leise in den hellen Lichtkreis einer Laterne;
es war aber, als ergoß sich wehmütig helles, goldenes
Licht aus seinem Antlitz, von seinen knochigen Fingern
. . . -- So ist auch heute der unbekannte Freund erschienen.
Alexander Iwanowitsch erinnerte sich, daß dieser liebe Bewohner der 18.
Linie einmal von einer alten Frau mit haubenförmigem Strohhut mit lila
Bändern angerufen worden war.
Sie hatte ihn da Mischa genannt.
Alexander Iwanowitsch war jedesmal zusammengefahren, wenn der Schlanke und
Traurige im Vorbeigehen ihm seinen unaussprechlichen, allsehenden Blick
zugewandt; dabei hatten seine eingefallenen Wangen weiß geschimmert. Nach
solchen Begegnungen an der Newa war es Alexander Iwanowitsch immer, als
hörte und hörte er nichts, als sehe und sehe er nichts.
»Wenn er doch stehengeblieben wäre! . . .«
»O, wenn er doch! . . .«
»O, wenn er ihn doch anhören wollte! . . .«
Aber ohne zu sehen, ohne stehenzubleiben ging der Schlanke und Traurige
vorbei.
Deutlich verklangen seine Schritte. Alexander Iwanowitsch drehte sich um
und wollte ihm leise etwas sagen; er wollte den unbekannten Mischa leise
anrufen . . .
Aber der helle Kreis, in den Mischa soeben eingetreten war, schimmerte
leer; und niemand, nichts war dort zu sehen; nur der Wind pfiff, und in den
Pfützen spiegelte sich Licht.
Und die gelbe Lichtzunge der Laterne winkte herüber.