nachfolgenden charakteristischen Fälle Erwähnung finden. +Prietsch+
(Sächs. Jahresber. 1898) beobachtete im Frühjahr 1898 enzootisch
auftretende Magendarmentzündungen bei Rindern, welche mit angefaulten
Kartoffeln gefüttert wurden. Die Tiere zeigten hohes Fieber,
Kolikerscheinungen, anfangs Verstopfung, später unstillbaren, oft
blutigen Durchfall, grosse Schwäche und Hinfälligkeit und starben
meist nach eintägiger Krankheit. -- +Röbert+ (ibid.) machte
genau dieselbe Beobachtung nach der Verfütterung angefaulter
Kartoffeln bei Schweinen; die Tiere verendeten unter profusem
Durchfall innerhalb 2 Tagen. -- +Fadyean+ (Journ. of comp. 1897)
sah 11 Pferde nach der Aufnahme alter, stark fauliger Kartoffeln
unter Schwäche und Lähmungserscheinungen sterben; die Sektion
ergab nur leichte Dickdarmentzündung. -- Nach der Verfütterung
verdorbener Runkelrübenblätter zeigten mehrere Rinder hochgradige
Gehirnreizungserscheinungen, Vorwärtsdrängen, Taumeln, Schwanken,
Zusammenstürzen, sowie heftige Krämpfe, andere standen stumpfsinnig
mit gesenkten Köpfen da; die Sektion ergab ein negatives Resultat
(+Gotteswinter+, Wochenschr. f. Tierhlkde. 1893). -- Nach der
Aufnahme angefaulter Runkelrübenköpfe verendeten 2 Kühe nach
kurzer Krankheit; sie zeigten hohes Fieber, Tympanitis, trockenen,
blutigen Kot, lähmungsartige Schwäche des Hinterteils und raschen
Kräfteverfall; die Sektion ergab hochgradige Entzündung der Labmagen-
und Dünndarmschleimhaut, sowie eiterig-fibrinöse Peritonitis
(+Wilhelm+, Sächs. Jahresber. 1892). -- Nach +Peters+ (Berl. Arch.
1891) treten auf den meisten Zuckerfabriken, in welchen Schafe zur
Mast gehalten werden, alljährlich erhebliche Verluste infolge der
Verfütterung von Rübenschnitzeln auf. Die Schafe zeigen am ersten Tag
Durchfall, am zweiten Erscheinungen von Gehirnlähmung und sterben am
dritten Tag. Die ersten Todesfälle treten in der Regel 8-10 Wochen
nach Beginn der Mastfütterung auf. -- +Bayne+ (The Vet., Bd. 67) sah
Rinder nach der Aufnahme kranker, fauliger Rüben schon innerhalb
zweier Stunden sterben; als bestes Gegenmittel bewährte sich Schnaps.
-- Nach +Arloing+ (L’Echo vét. 1893) bedingt die Verfütterung der
in Gruben aufbewahrten Rübenpresslinge bei Rindern zuweilen tödlich
verlaufende Vergiftungen, welche wahrscheinlich durch Bakterien
veranlasst werden. -- +Albrecht+ (Wochenschr. f. Tierhlkde. 1893, Nr.
47) beobachtete nach der Verfütterung verdorbener, faulig riechender
Träber bei Rindern Verdauungsstörungen, psychische Depression,
Muskelschwäche, sowie kleinen Puls. Dagegen fehlten die sonst bei
der Fütterung derartig verdorbener Nahrungsmittel zu beobachtenden
Durchfälle, die Tympanitis, sowie Fieber. Kontrollfütterungsversuche
mit den verdorbenen Träbern bei Schweinen fielen negativ aus.
-- +Lehmann+ (Berl. Arch. 1894) berichtet über eine tödliche
Vergiftung bei 8 Rindern nach der Fütterung von Branntweinschlempe.
Die Tiere zeigten unterdrückte Peristaltik, Verstopfung, Krämpfe,
Vorwärtsdrängen, Tobsucht, Pupillenerweiterung, heftiges
Muskelzittern, Ermattung, Durchfall und Lähmung des Hinterteils; bei
der Sektion fand man Darmentzündung. -- +Gips+ (Berl. Arch. 1896)
sah bei Pferden nach der Verfütterung von Schlempe neben starkem
Durchfall eigenartige Gehirnreizungserscheinungen: starke Aufregung,
gegen die Wand rennen, senkrecht in die Höhe steigen, Brüllen,
Opisthotonus; bei anderen Pferden bildete sich ein lähmungsartiger
Zustand aus. -- Nach +Gruber+ (D. T. W. 1893) zeigten 2 Kühe nach
dem Verfüttern von frisch eingebrachtem Heu kalbefieberähnliche
Erscheinungen: schlafsüchtiges Benehmen, seitlich zurückgelegten
Kopf, Unvermögen aufzustehen, Unempfindlichkeit gegen Nadelstiche.
-- +Reinländer+ (Zeitschr. f. Vet. 1899) sah bei 7 Pferden nach
der Aufnahme von verdorbenem Heu schwankenden, taumelnden Gang,
Blasenlähmung, blutigen Harn, Husten und Schwellung der Gliedmassen.
-- +Dorn+ (Wochenschr. f. Tierhlkde. 1894) beobachtete bei 6 Rindern
nach der Verfütterung von schlecht heimgebrachtem, halbfauligem
Heu heftigen Schüttelfrost, Angst, beschleunigtes Atmen, starken
Schweissausbruch, sowie Oedeme am Kopf, Hals und an den hinteren
Extremitäten. -- +Schmid+ (ibid.) sah nach derselben Fütterung bei 3
Pferden Durchfall, hohes Fieber, starke Benommenheit des Sensoriums,
sowie Schwäche und Hinfälligkeit. -- +Kampel+ (Repert. 53. Bd.) sah
bei mehreren Pferden nach der Fütterung von schlechtem Erbsenstroh
Lähmung der Nachhand, der Blase und des Mastdarms bei sonst nicht
gestörtem Allgemeinbefinden. Die Krankheit dauerte 3 Wochen; 3
Pferde starben, die übrigen genasen langsam. -- +Höhne+ (Berl.
Arch. 1894) sah nach Roggenfütterung bei Pferden Schlinglähmung
auftreten, welche gewöhnlich nach 8 Tagen zum Tod führte (sog.
Longerkrankheit). -- +Bedel+ (Recueil 1897) beobachtete bei Kühen
nach der Aufnahme angefaulter, sehr reifer Aepfel Schwanken,
tiefes Koma, Umfallen, Pupillenerweiterung, sowie übelriechenden
Durchfall. -- +Bissauge+ berichtet über Vergiftung bei 6 Kühen
durch mehltaubefallene Rebenblätter. -- +Zeisler+ (B. T. W. 1896)
sah bei 35 Rindern nach der Aufnahme ranziger Erdnusskuchen Kolik
mit Durchfall und Verstopfung; bei 5 geschlachteten Tieren ergab
die Sektion Gastroenteritis. -- Nach dem Trinken fauligen Wassers
aus Teichen erkrankten ganze Rinderherden in eigenartiger Weise.
Die Tiere stiessen ein heiseres Gebrüll aus, wurden aufgeregt
und gingen aggressiv gegen Personen und Tiere vor; schliesslich
stellten sich Lähmungserscheinungen ein; sämtliche kranke Tiere
starben (+Johnson+, Am. vet. rev. 1894). -- 11 Rinder, welche
aus einem fast ausgetrockneten Tümpel getrunken und Schilfgras
gefressen hatten, stürzten apoplektiform zusammen; 6 davon
verendeten unter Zuckungen; Milzbrand war ausgeschlossen (+Tietze+,
Berl. Arch. 1894). -- +Zissler+ (Woch. f. T. 1901) sah 7 Stück
Rinder nach der Verfütterung angefaulter Kartoffeln unter grosser
Schwäche, Umfallen, Lähmungserscheinungen und Schlingbeschwerden
schwer erkranken. -- +Laméris+ (Holl. Zeitschr. 1900) sah bei 12
Rindern nach der Fütterung verdorbener Rübenschnitzel Salivation
infolge von Schlinglähmung, Ptosis, Unempfindlichkeit der Kornea,
kalbefieberähnliches Koma, hochgradige Muskelschwäche, Lähmung des
Hinterteils, sowie anfangs Verstopfung, später Durchfall. Die Sektion
ergab Entzündung des Dünndarms, eine sog. Aalhaut in demselben,
sowie vereinzelt Labmagenentzündung. -- +Sauer+ (Woch. f. Tierh.
1902) sah bei 7 Rindern nach der Aufnahme von faulem Kartoffelkraut
Speichelfluss und Schlinglähmung bei regem Appetit, Verstopfung,
Durchfall, Schwäche und Lähmung der Nachhand bei freiem Sensorium.
Sämtliche Tiere mussten notgeschlachtet werden; der Befund war
völlig negativ. -- Im Kreis Niederbarnim traten Vergiftungen nach
Verfütterung von verdorbenen Bierträbern auf. Die erkrankten Tiere
zeigten teils Gehirnkrämpfe, unsichern Gang und Lähmung, teils
Nierenentzündung und Lähmung der Harnblase (Preuss. Vet.-Ber.
1900). -- Eine Anzahl 4-7 Monate alter Kälber erkrankte unter den
Erscheinungen der mykotischen Magendarmentzündung, nachdem sie
gebrühtes Gerstenschrot erhalten hatten, das unvorsichtigerweise
mit den Kulturen des Löfflerschen Mäusetyphusbazillus infiziert
worden war (+Krickendt+, Berl. Arch. 1901). -- +Diem+ (Woch. f.
Tierh. 1902) beobachtete nach Träberfütterung bei Rindern Tympanitis,
Schlingbeschwerden, Apathie und Schwächezustände. -- +Hentrich+
(Zeitschr. f. Vet. 1905) sah nach der Verfütterung von Bierträbern
(trockene Bierträber wurden in kaltem Wasser angefeuchtet) bei
22 Pferden Magendarmkatarrh, Nierenentzündung und Blasenkatarrh
auftreten. -- +Schilffarth+ (Woch. f. Tierh. 1906) beobachtete nach
der Fütterung verdorbener Träber bei 4 Kühen stinkenden Durchfall;
3 andere Rinder starben. -- Die Verfütterung von frischgeerntetem
Frühroggen erzeugt nach +Eloire+ (Progr. vét. 1903) bei Pferden
Kolik, Darmentzündung, Hämaturie, Nephritis, Rehe, sowie Lähmung
der Hintergliedmassen. -- Ueber eine Vergiftung durch Luzernesamen
(Krämpfe, Taumeln, Herzklopfen) hat +Ravier+ berichtet (ibid). -- In
Dänemark wurden neuerdings (1908) mehrfach Vergiftungen bei Rindern
beobachtet, die sich durch Schlinglähmung und allgemeine Lähmung
äusserten (+Andersen+ und +Berg+).
Fleischvergiftung (Ptomainevergiftung).
=Allgemeines.= Durch Aufnahme von zersetztem, krankem, verdorbenem
oder in Fäulnis übergegangenem Fleisch werden wie beim Menschen
so auch bei den Karnivoren (Hund, Katze), Omnivoren (Schwein) und
beim Geflügel eigentümliche Krankheitserscheinungen hervorgerufen,
welche mit dem Sammelnamen „Fleischvergiftung“ bezeichnet werden.
Je nach der Art der aufgenommenen animalischen Nahrungsmittel wird
genauer unterschieden zwischen +Fleischvergiftung im engeren Sinn+,
+Wurstvergiftung+ (Allantiasis, Botulismus), +Fischvergiftung+ und
+Käsevergiftung+. Die Ursachen dieser Vergiftungen sind teils in
einer Aufnahme von +Bakterien+ (septische Infektion), teils in einer
Einwirkung chemischer, als +Stoffwechselprodukte+ von Spaltpilzen
anzusehender Stoffe (septische oder putride Intoxikation) zu suchen.
Häufig sind beide Ursachen gleichzeitig zusammen wirksam. Die
chemischen, beim Stoffwechsel von Spaltpilzen entstehenden Giftstoffe
werden +Ptomaine+ (πτῶμα = Leichnam) oder +Toxine+ genannt. Die
Fleischvergiftung gehört daher, soweit sie durch Ptomaine verursacht
wird, ins Gebiet der Toxikologie, während die durch Aufnahme von
Spaltpilzen bedingten septikämischen Erkrankungen Gegenstand der
Pathologie sind.
Unter +Ptomainen+ (Ptomatinen, Toxinen, Kadaveralkaloiden,
Septizinen, Leichengiften, Fäulnisgiften) versteht man im allgemeinen
+Stoffwechselprodukte von Bakterien innerhalb und ausserhalb des
Tierkörpers+ (+Nahrungsmittel+). Dieselben entstehen nicht bloss
im toten, sondern auch im lebenden Körper; die letzteren hat
man im Gegensatz zu den sog. +Ptomainen+ wohl auch +Leukomaine+
(Leukomatine) genannt. Ihrer chemischen Natur nach sind die Toxine
nicht bloss +Basen+, wie man früher annahm (Kadaveralkaloide),
sondern auch +Eiweisskörper+ (Toxalbumine), +Säuren+ usw. Ihre
sehr verschiedenartige chemische Zusammensetzung erhellt am besten
aus nachstehender, dem Lehrbuch der Intoxikationen von +Kobert+
entnommenen Einteilung.
1. =Gruppe der Fettsäuren.= Hieher gehören Säuren von der
Formel C_{x}H_{2x}O_{2}, und zwar +Ameisensäure+, +Essigsäure+,
+Propionsäure+, +Buttersäure+, +Valeriansäure+ etc., welche sich
teils als Produkte der Fäulnis, teils als Zersetzungsprodukte im
Körper bilden.
2. +Gruppe der Oxysäuren.+ Sie haben die Formel C_{x}H_{2x}O_{3} und
liefern als giftige Stoffwechselprodukte namentlich die +Milchsäure+
(Oxypropionsäure) und +Oxybuttersäure+ (Ursache des Coma diabeticum).
3. +Gruppe der Oxalsäure.+ Die Oxalsäure von der Formel
C_{2}H_{2}O_{4} wirkt als Stoffwechselprodukt des Körpers giftig bei
der Oxalurie.
4. +Gruppe der Amidofettsäuren.+ Dieselben sind häufig Produkte
der Fäulnis von Eiweiss und Leim, jedoch ungiftig. Hieher gehören
+Glykokoll+ (Amid der Essigsäure), +Alanin+ (Amid der Propionsäure),
+Propalanin+, +Butalanin+ und +Leuzin+ (Amid der Kapronsäure).
Letzteres findet man z. B. im Verlauf der Phosphorvergiftung
(Leuzinurie).
5. +Gruppe der Amine.+ Die Amine sind organische Ammoniakderivate
der Eiweissfäulnis mit basischem Charakter (Aminbasen). Die drei
Wasserstoffe im Ammonik (NH_{3}) werden durch ein (primäre Amine,
Amidbasen), zwei (sekundäre Amine, Imidbasen) oder drei einwertige
Alkoholradikale ersetzt (tertiäre Amine, Nitrilbasen). Hieher
gehören die Produkte der Leichenfäulnis: +Methylamin+ (auch in
der Heringslake enthalten) von der Formel CH_{3}.NH_{2}, das
+Aethylamin+, C_{2}H_{5}.NH_{2}, +Propylamin+, C_{3}H_{7}.NH_{2},
+Dimethylamin+, (CH_{3})_{2}NH, +Diäthylamin+, (C_{2}H_{5})_{2}NH und
+Trimethylamin+, (CH_{3})_{3}N, das Gift der Heringslake, welches
sich ausserdem in faulem Käse, sowie in Leichenteilen findet. Die
Amine erzeugen zerebrale Krämpfe und selbst Tetanus; neben der
Gehirnreizung findet auch lokale Reizung statt.
6. =Gruppe der Diamine.= Dieselben sind Verbindungen des Ammoniaks
mit zweiwertigen Alkoholradikalen und bilden sich bei der
Leichenfäulnis, sowie bei gewissen Krankheiten im lebenden Körper.
Besonders bekannt sind das +Tetramethylendiamin+ oder +Putreszin+ von
der Formel NH_{2}(CH_{2})_{4}NH_{2}, und das +Pentamethylendiamin+
oder +Kadaverin+ von der Formel NH_{2}(CH_{2})_{5}NH_{2}, mit welchem
zwei andere Fäulnisbasen isomer sind, nämlich das +Saprin+ und
+Neurodin+.
7. =Gruppe des Cholins.= Hieher gehören sehr wichtige Leichengifte,
welche darin übereinstimmen, dass sie alle bei der Zersetzung
Trimethylamin liefern und eine muskarinähnliche Wirkung besitzen.
Es sind dies +Cholin+, +Betain+, +Neurin+, +Leichenmuskarin+ (im
Fischgift enthalten, identisch mit dem Muskarin des Fliegenpilzes)
und +Mydatoxin+. Neben einer kurareartigen Wirkung erregen diese
Körper wie das Fliegenpilzmuskarin die Drüsensekretion und
Darmperistaltik und töten unter Krämpfen.
8. =Gruppe des Guanidins.= Es sind die im lebenden Körper
entstehenden Zersetzungsprodukte des Eiweisses: +Guanidin+, +Kreatin+
und +Kreatinin+.
9. =Gruppe der Nukleinbasen.= Zu diesen auch wohl als Guanin-,
Xanthin- oder Puringruppe bezeichneten Körpern gehören +Xanthin+
(Xanthinurie), +Hypoxanthin+, +Guanin+ (Guaningicht), +Adenin+ (in
Drüsen vorkommend, Formel C_{5}H_{5}N_{5}), +Karnin+, +Allantoin+
und in gewissem Sinn auch die +Harnsäure+ von der Formel
C_{5}H_{4}N_{4}O_{3} (Toxin der Gicht). Die Nukleinbasen besitzen
eine dem Koffein, einem ihnen ebenfalls chemisch verwandten Alkaloid,
ähnliche Wirkung.
10. =Gruppe des Pyridins.= Giftige Toxine sind namentlich +Pyridin+,
+Pikolin+, +Lutidin+, +Parvolin+, +Koridin+. Sie besitzen eine
nikotinartige Wirkung.
11. =Gruppe der aromatischen Substanzen.= Hieher gehören +Tyrosin+,
+Phenol+, +Kresol+, +Brenzkatechin+, +Indikan+ und andere im Harn
auftretende aromatische Körper.
12. =Gruppe der schwefelhaltigen Substanzen.= Die wichtigste ist der
+Schwefelwasserstoff+ mit spezifischer toxischer Wirkung. Ebenfalls
aus dem Eiweiss durch Zersetzung gebildet ist das +Methylmerkaptan+,
ein im Darm neben Schwefelwasserstoff enthaltenes Gas von der Formel
CH_{3}.HS; ausserdem sind zu nennen +Taurin+ und +Taurocholsäure+.
13. =Gruppe der Isozyanide.= Diese auch unter dem Namen Karbylamine
bekannten Körper finden sich als äusserst giftige Substanzen im
Krötengift als +Isozyanmethyl+, CH_{3}NC, im Tritonengift als
+Isozyanäthyl+, C_{2}H_{5}NC, und im Salamandergift als +Isozyanamyl+
C_{5}H_{11}NC (?).
14. =Gruppe von Basen unbekannter Struktur.= Hieher gehören
das +Sepsin+, das Produkt des Proteusbazillus, chemisch als
Dioxy-Kadaverin aufzufassen, wahrscheinlich die Ursache der
choleriformen Ptomainevergiftungen, ferner das +Tetanotoxin+,
+Tetanin+, +Gadinin+, +Typhotoxin+, +Anthrazin+, +Phlogosin+,
+Botulin+ = +Ptomatoatropin+, +Ptomatokurarin+, +Ichthytoxin+,
+Tyrotoxin+, +Lupinotoxin+, +Lysotoxin+, +Pellagrozein+ u. a.
15. =Gruppe der eiweissartigen Gifte (Toxalbumine).= Die bekanntesten
sind +Tuberkulin+, +Mallein+, das +Schlangengift+, +Bienengift+,
sowie die verschiedenen +Toxalbumine+ der Infektionskrankheiten.
Hieher gehören auch gewisse eiweissartige, in Pflanzen enthaltene
Gifte, die sog. +Phytalbumosen+, enzymartige Körper, von welchen
das +Rizin+, +Krotin+, +Abrin+, +Robinin+ und +Phallin+ besondere
Bedeutung erlangt haben.
=Aetiologie der Fleischvergiftung.= Beim Menschen werden die
zahlreichen Fälle von Fleischvergiftung in der Regel durch den Genuss
des Fleisches von +septisch+ oder +pyämisch+ erkrankten Schlachttieren
veranlasst (+Uterus-+, +Nabel-+, +Euter-+, +Darmkrankheiten+).
+Bollinger+ hat zuerst im Jahr 1876 gezeigt, dass es sich hiebei um
keine Milzbrandinfektion, sondern um eine +intestinale Sepsis+ handelt.
Durch die bakteriologischen Untersuchungen der letzten Jahrzehnte
sind eine Reihe von +Bakterien+ als Ursachen der Fleischvergiftung
nachgewiesen worden.
1. +Gärtner+ fand bei einer in Frankenhausen (1888) beobachteten
Massenvergiftung in dem giftigen Fleische sowie in den Organen eines
infolge der Fleischvergiftung verstorbenen Mannes charakteristische
Bakterien, welche er mit dem Namen =Bacillus enteritidis= belegte.
Diese Bakterien zeigten im hängenden Tropfen lebhafte rotierende
Bewegung und färbten sich mit Anilinfarben an einem Ende sehr stark,
während der Rest wenig gefärbt erschien. Ausserdem enthielt das Fleisch
durch Kochen nicht zerstörbare Giftstoffe, welche bei Impftieren
Enteritis, Krämpfe und Lähmungserscheinungen hervorriefen. Gegen die
Bakterien selbst erwiesen sich Hunde und Katzen immun, dagegen starben
Kaninchen, Meerschweinchen und Mäuse unter den Erscheinungen einer
heftigen Enteritis. +Johne+ hat ebenfalls den Bacillus enteritidis bei
einer Fleischvergiftung in Bischofswerda (1894) gefunden.
2. +Gaffky+ und +Paak+ fanden bei einer Massenerkrankung infolge
des Genusses von Pferdefleischwaren (Röhrsdorf 1885) in der betr.
Pferdewurst charakteristische =Wurstbazillen= in Form beweglicher,
an den Enden abgerundeter Stäbchen, welche bisweilen zu Scheinfäden
auswuchsen und in schwach alkalischer Bouillon am besten gediehen. Die
Verfütterung dieser Wurstbazillen erzeugte bei Affen, Meerschweinchen
und Mäusen Enteritis und Durchfall; Hunde, Katzen, Schweine und
Kaninchen zeigten sich dagegen immun.
3. +Poels+ und +Dhont+ fanden bei einer Fleischvergiftung in Rotterdam
die von ihnen so genannten =Rotterdamer Bazillen=, kurze und sehr feine
Stäbchen, welche bei der intravenösen Injektion grösserer Mengen
Versuchsrinder schon nach 14 Stunden töteten.
4. +Van Ermengem+ fand bei der Fleischvergiftung von Moorseele bei zwei
Kälbern die sog. =Moorseeler Bazillen=; dieselben sind sehr beweglich,
zeigen zahlreiche Geiseln, erzeugen ein Toxalbumin, welches selbst
durch die Erhitzung auf 130° nicht getötet wird und wirken bei jeder
Art der Einverleibung auf Versuchstiere pathogen (Enteritis).
5. +Flügge+ hat bei der Breslauer Fleischvergiftung den =Breslauer
Bazillus= gefunden, welcher einerseits mit dem Kolibazillus,
andererseits mit dem Moorseeler und Rotterdamer Bazillus Aehnlichkeit
hatte.
6. +Basenau+ bezeichnete einen aus Kuhfleisch gezüchteten Bazillus
als =Bacillus bovis morbificans= und ist der Ansicht, dass alle
bisher bei den Fleischvergiftungen gefundenen Stäbchen eine grosse
Uebereinstimmung mit dem +Kolibazillus+ zeigen.
7. +Kuborn+ hat bei einer Fleischvergiftung als Ursache den
=Staphylococcus pyogenes albus= nachgewiesen.
8. Bei Fleischvergiftungen in Hildesheim und Berlin (1906) wurde
der =Bacillus paratyphosus= (Paratyphusbazillus) zuerst als
Ursache ermittelt. Diese Bazillen erzeugen beim Menschen eine dem
Abdominaltyphus ähnliche Infektionskrankheit.
=Aetiologie der Wurstvergiftung.= Die beim Menschen seltener als die
Fleischvergiftung vorkommende Wurstvergiftung (Botulismus, Allantiasis)
entsteht nicht nur durch die Aufnahme von zersetzten +Würsten+, sondern
auch von fauligem +Fleisch+, zersetztem +Schinken+, +Leber+, +Sülze+,
+Büchsenfleisch+, +Gänsebraten+. Der Botulismus wird durch einen
spezifischen Bazillus, den =Bacillus botulinus= verursacht. Derselbe
ist anaërob und bildet ein gerades Stäbchen mit etwas abgerundeten
Enden und Sporenbildung. Er erzeugt ein hochgradig giftiges Toxin,
welches Kaninchen schon in Dosen von 1/2000 Milligramm tötet, und
wächst besonders auf gekochtem, gezuckertem und alkalisch gemachtem
Schweinefleisch. Seine Kulturen riechen intensiv nach Buttersäure (kein
Fäulnisgeruch!). Durch eine einstündige Erwärmung auf 70° wird das
Botulismustoxin unwirksam. Seltener ist der +Proteus mirabilis+ die
Ursache von Wurstvergiftung (Hannover 1900).
=Krankheitsbild der Fleischvergiftung.= Nach der Aufnahme des Fleisches
kranker Tiere (Septicaemia puerperalis, Pyämie, Polyarthritis
pyaemica, eiterige und septische Nieren-, Leber-, Lungen-, Darm-,
Magen-, Bauchfell-, Milchdrüsenentzündungen), sowie nach der Aufnahme
von fauligem, zersetztem und verdorbenem Fleische tritt bei Hunden,
Katzen, Schweinen und beim Geflügel nicht selten eine Vergiftung
auf, welche im wesentlichen die Erscheinungen einer hochfieberhaften
und rasch tödlich verlaufenden +Gastroenteritis+ mit gleichzeitiger
+starker zerebraler Depression+ zeigt. Die Krankheitserscheinungen,
wie sie namentlich bei Hunden beobachtet werden, bestehen in
einer +plötzlich+ auftretenden, sehr heftigen und häufig blutigen
+Diarrhöe+, +Erbrechen+, starkem Durst, +hohem Fieber+ (40-42°),
+ausserordentlicher Schwäche+, +Hinfälligkeit+ und +Mattigkeit+, sowie
in rasch folgendem +Kollaps+. Der Tod tritt oft schon nach wenigen
Stunden, durchschnittlich innerhalb 12-24 Stunden ein. Bei Hunden
wurden ferner +Netzhautblutungen+ ophthalmoskopisch festgestellt.
=Krankheitsbild der Wurstvergiftung.= Die Wurstvergiftung
(Botulismus, Allantiasis) verläuft anfangs unter denselben
Erscheinungen wie die Fleischvergiftung: Erbrechen, +Verstopfung+,
seltener Durchfall, Mattigkeit, Schwindel, Somnolenz, Kollaps.
Häufiger beobachtet man charakteristische +Lähmungserscheinungen im
Gebiet des 2.-6. Gehirnnerven+, namentlich +Sehstörungen+:
Pupillenerweiterung (Optikuslähmung), +Ptosis+ (Lähmung des oberen
Augenlides infolge von Okulomotoriuslähmung), +Schielen+ und
Akkommodationsstörungen. Ausserdem treten Lähmungen des Schlundkopfes
(+Schlinglähmung+), des Magens (+Tympanitis+), sowie des
Kehlkopfes (+Aphonie+) auf.
=Krankheitsbild der Fischvergiftung= (=Heringslakevergiftung=). Die
bei Schweinen nach der Verfütterung von Heringslake häufig beobachtete
sog. Lakevergiftung ist zum Teil auf den Kochsalzgehalt der Heringslake
zurückzuführen. Insoweit stimmt dieselbe in ihren Erscheinungen mit der
Kochsalzvergiftung überein. Sie unterscheidet sich jedoch wesentlich
von dieser (vgl. S. 116) durch das Hinzutreten charakteristischer
+nervöser Symptome+, welche auf eine Ptomainevergiftung bezogen werden
müssen und sich namentlich in +Gehirnreizungserscheinungen+, +Krämpfen+
und +Schlinglähmung+ äussern (Trimethylamin und muskarinartige Toxine).
Die wichtigsten Erscheinungen der Heringslakevergiftung bei Schweinen
sind: +Zähneknirschen+, +Kaukrämpfe+, +epileptiforme Krämpfe+,
+Opisthotonus+ und +Pleurothotonus+, Rotieren der Augen, krampfhaftes
Blinzeln (+Nystagmus+), ausgebreitete Zuckungen, +Drehbewegungen+,
hundesitzige Stellungen, +kollerartige Erscheinungen+, Stumpfsinn
und Gefühllosigkeit, amaurotische Pupille (Erblindung) und
+Schlinglähmung+. Der +Verlauf+ ist sehr +akut+, der Tod tritt meist
nach 6-12 Stunden ein.
=Sektion.= Bei der Fleischvergiftung findet man den Inhalt des Magens
und Darmes aus halbverdauten, übelriechenden Fleischmassen bestehend,
die Schleimhaut geschwollen, höher injiziert, +hämorrhagisch+
infiltriert, die solitären und agminierten +Follikel+ sowie die
+Gekrösdrüsen+ geschwollen, den Darminhalt schokoladefarbig, blutig,
von schleimigflüssiger Konsistenz, das Blut zersetzt, die +Leber+
vergrössert und rasch faulend, die +Milz+ geschwollen und mit
hämorrhagischen Herden durchsetzt, die +Herzmuskulatur+ sehr mürbe.
Dass übrigens die +Empfänglichkeit+ für das mykotische Gift unter den
Fleischfressern +sehr ungleich+ ist, beweisen die +mit verdorbenem
Fleisch angestellten Fütterungsversuche+. So sah +Semmer+ bei
Verfütterung von Fleisch eines an Septikämie verendeten Pferdes Hunde
und Katzen ganz gesund bleiben, während drei Schweine daran verendeten.
+Colin+ beobachtete bei ähnlichen Versuchen nur ganz leichte
Durchfälle, +Lemke+ erzielte nach Verfütterung rauschbrandkranken
Fleisches bei drei jüngeren Hunden sehr heftigen Durchfall, während ein
älterer Hund keinerlei krankhafte Erscheinungen zeigte. Ganz dieselben
Beobachtungen hat man bei den Pilzvergiftungen der Pflanzenfresser
gemacht (vergl. S. 335 ff.).
=Behandlung der Ptomainevergiftung.= Neben der Verabreichung von
+Brechmitteln+ und +Abführmitteln+ kann man durch die Anwendung von
+Kalomel+ oder +Kreolin+ eine Desinfektion des Darmes vorzunehmen
versuchen. Im übrigen ist die Behandlung eine +symptomatische+.
Die Lähmungserscheinungen werden durch Aether, Kampfer, Alkohol,
Wein, Kaffee, Koffein, Ammonium carbonicum oder Veratrin, die
Gehirnreizungserscheinungen bei der Heringslakevergiftung durch
Morphium, Chloralhydrat oder Bromkalium behandelt. Gegen die Entzündung
der Magendarmschleimhaut gibt man einhüllende und schleimige Mittel
(Gummi arabicum, Leinsamenabkochung, Oel, Rizinusöl).
=Kasuistik.= +Schindelka+ (Oesterr. Zeitschr. 1891) sah bei Hunden,
welche auf der Strasse rohes Fleisch verzehrten, plötzliche
Erkrankung, Erbrechen, Durchfall, sehr übel riechenden, blutigen Kot,
auffallende Mattigkeit sowie Störungen des Sehvermögens. Bei der
Untersuchung der Augen liessen sich beiderseitige Ptosis, maximale
Pupillenerweiterung, starre Pupille, sowie auf dem Augenhintergrunde
beider Augen zahlreiche, meist fleckige, hie und da auch streifige
Blutungen nachweisen. -- +A. Eber+ (D. T. W. 1897) beschreibt eine
Ptomainevergiftung bei Schweinen nach der Aufnahme von Heringslake.
Sie zeigten sehr schnell und heftig auftretende klonische
Muskelkrämpfe, Kaukrämpfe, hochgradige Gehirnreizung, fortschreitende
allgemeine Lähmung. Bei der Sektion der notgeschlachteten Schweine
wurde meist nur venöse Stauung in sämtlichen Organen, sowie in
einem Falle teerartige Beschaffenheit des Blutes festgestellt;
Entzündungserscheinungen im Magen und Darm fehlten. -- +von Rátz+
(Monatshefte f. prakt. Tierheilkunde 1893) hat bei einem Löffelreiher
eine Fischvergiftung nach der Aufnahme verdorbener gesalzener Heringe
beobachtet. Die Erscheinungen bestanden in profuser Diarrhöe,
heftigem Durst, Krämpfen und Lähmungen; die Sektion ergab kruppöse
Magenentzündung und hämorrhagische Darmentzündung. -- +Ortmann+ (B.
T. W. 1902, S. 206) sah bei Schweinen, welchen eine Heringstonne mit
etwas Lakeninhalt als Futterbehälter vorgesetzt worden war, Unruhe,
Schreien, starken Durst, allgemeine Lähmung (an der Erde liegen),
Kaukrämpfe, ausgebreitete klonische Krämpfe und Pupillenerweiterung.
Die Sektion ergab lehmfarbige Beschaffenheit der Leber, gelblichgraue
Verfärbung der Nierenrinde, sowie dunkelbraunrote Färbung und
Schwellung der Schleimhaut des Magengrundes. -- +Freitag+ (Sächs.
Jahresber. 1899) beobachtete bei Schweinen nach der Aufnahme
grösserer Mengen von Heringslake Laufwut, Kaukrämpfe, sowie Drängen
mit dem Kopf gegen die Wand; ein Schwein verendete nach wenigen
Stunden, ein anderes nach 2 Tagen.
=Giftigkeit des Pferdefleisches.= +Pflüger+ (Archiv f. Physiologie,
80. Band) beobachtete nach der Verfütterung von magerem Pferdefleisch
bei Hunden anhaltende +Durchfälle+ und stellte fest, dass diese
Abführwirkung durch einen +muskarinähnlichen+, in der Fleischbrühe
enthaltenen Giftstoff bedingt wird, welcher +Lezithin+ und +Neurin+
enthält. Die Giftigkeit des Pferdefleisches wird durch einen Zusatz
von Fett aufgehoben. Die Pferdefleischbrühe wird jedoch am besten
weggegossen.
Vergiftung durch Giftschwämme (Mycetismus).
=Botanisches.= 1. +Agaricus muscarius+ (Amanita muscaria), der
+Fliegenpilz+ oder +Fliegenschwamm+ mit feuerrotem Hut, enthält
die Alkaloide =Muskarin= und =Amanitin=. 2. +Agaricus (Amanita)
phalloides+, der Knollenblätterschwamm, von weisslicher oder
gelbgrünlicher Farbe, enthält das Toxalbumin =Phallin=. 3.
+Fungus laricis+, der +Lärchenschwamm+, enthält das =Agarizin=
(Agarizinsäure). 4. +Russula emetica+, der +Speiteufel+, von
ekelhaftem Geruch und scharfem Geschmack. 5. +Cantharellus
aurantiacus+, der +falsche Eierschwamm+, von pomeranzengelber Farbe.
6. +Boletus satanas+ (sanguineus), der +Satanspilz+ (Blutpilz), mit
genetztem oder gestricheltem Hut und blauanlaufendem Durchschnitt.
-- Ausserdem gelten als giftig: Agaricus rubescens, Agaricus
pantherinus, Agaricus virosus, Agaricus vellereus, Agaricus
pyrogallus, Agaricus torminosus, Russula virescens, Boletus luridus,
Sclerodosma vulgare, Amanita virescens, A. citrina, A. bulbosa, A.
alba, A. candida, A. verna, A. virosa, A. mappa, A. recutita, A.
porphyria, Lactarius torminosus, Hebeloma tastibile und rimosum.
Zuweilen erweist sich auch die +essbare Morchel+, +Helvella
esculenta+, namentlich im frischen Zustande, als äusserst giftig
(=Helvellasäure=).
In den Giftschwämmen sind somit teils giftige +Alkaloide+ (Muskarin,
Bulbosin, Phalloidin), teils giftige +Säuren+ (Agarizinsäure,
Helvellasäure), teils +Toxalbumine+ bezw. Mykozymasen (Phallin)
mit sehr verschiedenartiger Wirkung enthalten. Die Schwammgifte
sind teils strychnin- und atropinartige Nervengifte (Muskarin,
Agarizinsäure), teils ausgesprochene Blutgifte (Phallin,
Helvellasäure). Die Pilzvergiftung äussert sich bald in Form eines
Magendarmkatarrhs, bald durch Kollaps- und Lähmungserscheinungen,
bald durch psychische und motorische Erregung, bald in Form von
Ikterus.