gehalten. Mehrere Hähne erkrankten und starben; sie zeigten dunklen,
geschrumpften Kamm, gesträubtes Gefieder und lagen am andern Tage
tot im Stall. Die Hühner erkrankten nicht, aber sie legten Eier ohne
Schalen (+Dietrich+, Preuss. Mitt. 1874). -- Enten schlutterten in
Jauche, welche Bleizucker enthielt; sie starben nach wenigen Tagen
(+Krekeler+, ibidem). -- Tauben, welche bleihaltige Glasur von
Trinkgefässen, sowie eine frisch mit Bleiweiss gestrichene Dachrinne
abgepickt hatten, zeigten starke Anschwellung der Zehen, schnelles
Absterben einzelner Zehenglieder, Unruhe, Taumeln, epileptiforme
Krämpfe, Erbrechen und Speicheln (Dresd. Bl. f. Geflügelzucht 1896
S. 408). -- Dompfaffen in einem Drahtkäfig aus verzinntem Draht,
der durch bleihaltige Lötmasse verbunden war (60 Proz. Bleigehalt;
das Lot der Kochgeschirre für den Menschen darf nur 10 Proz. Blei
enthalten), zeigten Traurigkeit, Zittern, Schwäche, Benommenheit und
Schlafsucht und starben nach 8 Tagen. Der Sektionsbefund war negativ;
die Körperorgane enthielten Blei (+Regenbogen+, Berl. T. W. 1908 S.
544).
Quecksilbervergiftung. Merkurialismus.
=Chemie der Quecksilberverbindungen.= Das reine +metallische
Quecksilber+ wird hüttenmännisch aus dem natürlich vorkommenden
Quecksilber durch Reinigung oder aus dem Zinnober (HgS) durch Rösten
dargestellt. Es ist ein glänzendes, silberweisses, flüssiges,
schweres Metall, welches schon bei gewöhnlicher Temperatur verdunstet
und sich nur in Salpetersäure löst. Mit Metallen bildet es Amalgame.
Es dient zur Herstellung der +grauen Quecksilbersalbe+, sowie anderer
Quecksilberpräparate. Der +Sublimat+ (Quecksilberchlorid, Hydrargyrum
bichloratum), HgCl_{2} bildet ein schweres, weisses, ätzend
schmeckendes Pulver, in 1 : 16 kaltem, sowie 1 : 3 heissem Wasser
löslich, das sich beim Erhitzen wie alle Quecksilberverbindungen
verflüchtigt, mit Alkalien gelbrot, mit Jodkalium scharlachrot, mit
Schwefelwasserstoff schwarz, mit Ammoniak weiss färbt, metallisches
Kupfer amalgamiert und mit Eiweisslösungen Niederschläge gibt.
+Kalomel+ (Quecksilberchlorür, Hydrargyrum chloratum), Hg_{2}Cl_{2},
bildet ein gelbweisses, schweres, in Wasser unlösliches,
geschmackloses Pulver, das beim Erhitzen ebenfalls flüchtig
ist und sich mit Alkalien schwarz färbt. Der +rote Präzipitat+
(Quecksilberoxyd, Hydrargyrum oxydatum), HgO, bildet ein gelbes, oder
gelbrotes schweres Pulver, das in Säuren leicht löslich ist und sich
beim Erhitzen unter Abscheiden von Quecksilber verflüchtigt. Der
+weisse Präzipitat+ (Hydrargyrum bichloratum ammoniatum), HgClNH_{2},
bildet ein weisses, in Wasser unlösliches, beim Erhitzen flüchtiges,
schweres Pulver, das sich mit Natronlauge in Ammoniak und gelbes
Quecksilberoxyd zerlegt. +Quecksilberjodid+ (Hydrargyrum bijodatum
rubrum), HgJ_{2}, bildet ein lebhaft scharlachrotes, in Wasser
unlösliches, beim Erhitzen flüchtiges Pulver, das sich in Jodkalium
und Spiritus farblos löst. Giftig sind endlich auch die Dämpfe des
Knallquecksilbers.
=Aetiologie der Quecksilbervergiftung.= Die meisten
Quecksilbervergiftungen sind Medizinalvergiftungen, deren Ursprung
gewöhnlich in einer +Unterschätzung der Gefährlichkeit aller
Quecksilberpräparate, namentlich beim Rind+, zu suchen ist. Im
Speziellen ist über die ätiologische Bedeutung der einzelnen
Quecksilberpräparate folgendes zu bemerken.
1. Die +graue Quecksilbersalbe+ gibt am häufigsten Veranlassung zu
Vergiftungen. Sie ist besonders für die Wiederkäuer und namentlich
für das Rind, bei welchem sie zur Vertilgung der Läuse, gegen
Euterentzündungen etc. eingerieben wird, eines der giftigsten
Arzneimittel. +30 g Quecksilbersalbe können bei erwachsenen Rindern
schon schwere Vergiftungserscheinungen bedingen.+ Im Gegensatze hierzu
sind Pferde, Schweine und Hunde gegen die Salbe nur wenig empfindlich.
Ein Jagdhund frass z. B. 170 g Salbe auf einmal, ohne schwere
Krankheitserscheinungen zu zeigen (+Deijermans+). Schweine ertragen
bis zu 80 g Salbe ohne zu erkranken (+Reiche+). Ein Pferd starb erst,
nachdem innerhalb eines Monats 3240 g Salbe, also über 3 kg, verbraucht
waren (+Schubarth+). Ein anderes Pferd starb ebenfalls erst nach einem
Monate, nachdem täglich 120 g Salbe (zusammen über 3½ kg) eingerieben
worden waren (Alforter Schule). In einem Pferdestalle, in welchem ein
Pferd mit grauer Salbe längere Zeit behandelt wurde, erkrankte ein
daselbst eingestellter Stier infolge Einatmung der Quecksilberdämpfe
an Merkurialismus, während das Pferd vollständig gesund blieb. Dagegen
scheinen Katzen und Vögel wieder sehr empfindlich zu sein; so starben
Kanarienvögel nach dem Einreiben von 0,5 der grauen Salbe (+Hertwig+).
2. Der +Sublimat+ ist das stärkste aller Quecksilberpräparate. Er gibt
zu Vergiftungen Veranlassung durch seine Verwendung als +Rattengift+,
sowie als Antiseptikum in der +Chirurgie+ und +Geburtshilfe+. Auch
hier zeigt wieder das Rind die grösste Empfindlichkeit; es können
z. B. Uterusausspülungen mit 1promilligem Sublimatwasser bei Kühen
eine allgemeine Quecksilbervergiftung zur Folge haben. Ebenso hat man
nach unvorsichtiger +Sublimatdesinfektion+ von +Rinderstallungen+
schwere Quecksilbervergiftungen bei den nachher eingestellten
Rindern beobachtet. Dagegen sind nach dem Gebrauche des Sublimats
als Desinfektionsmittel bei Pferden Vergiftungen bisher nicht
beobachtet worden. Sogar das Anlegen von Aetzligaturen auf den
Samenstrang zum Zwecke der Kastration hat bei Bullen in zahlreichen
Fällen Merkurialismus zur Folge gehabt (+Junginger+, +Schmidt+ und
andere bayerische Tierärzte). Im Jahr 1901 erkrankten in Hessen,
Bayern, Preussen, in der Schweiz und in Italien zahlreiche Rinder
an Merkurialismus, nachdem sie auf den Vorschlag von +Baccelli+
intravenöse Injektion von Sublimat gegen Maul- und Klauenseuche
erhalten hatten, trotz kleinster Dosen (0,02-0,05 pro Rind); in der
Schweiz allein erkrankten 30 Kühe hiernach an Quecksilbervergiftung
(+Hirzel+, +Tamborini+, +Boschetti+ u. a.) Die +tödliche Dosis+ des
Sublimats beträgt für Rinder per os 4-8 g, subkutan 0,5 g, für Pferde
5-10 g, für Schafe 4 g, für Hunde und Katzen 0,1-0,3 g.
3. +Kalomel+ ist ebenfalls in erster Linie für Rinder ein sehr
gefährliches Gift; +schon 8-10 g können bei erwachsenen Rindern
schwere Vergiftungserscheinungen herbeiführen+. Schafe und Ziegen
zeigen von 1-5 g ab schwere bezw. tödliche Vergiftungen; Ziegen sind
im allgemeinen empfindlicher als Schafe (+Reiche+, +Müller+). Kälber
zeigen sogar allgemeinen Merkurialismus nach dem Einstreuen von Kalomel
ins Auge gegen Keratitis (+Lippus+). Dagegen ertragen Hunde und
Schweine ziemlich grosse Kalomeldosen, erstere bis zu 2, letztere bis
zu 10 g. Besonders gefährlich ist die gleichzeitige Verabreichung von
Kalomel und Aloe; Pferde können hierbei schon nach 3 g Kalomel sterben
(vergl. das Kapitel der Aloevergiftung).
4. +Quecksilberjodid+ ist ebenso giftig wie Sublimat. Ein 2½jähriger
Bulle starb z. B. nach dem Einreiben einer Salbe, welche 5 g
Hydrargyrum bijodatum rubrum enthielt. Auch bei Pferden sind nach dem
Einreiben der Salbe Vergiftungen beobachtet worden. Ebenfalls giftig
wirkt das +Hydrargyrum oxycyanatum+ (Ausspülungen des Uterus beim Rind
mit Lösungen 1 : 6000).
5. Der +rote Präzipitat+ steht hinsichtlich seiner Giftigkeit zwischen
dem Sublimat und Kalomel. Pferde zeigen nach 10 g, Hunde nach 0,2-0,5 g
schwere Vergiftungserscheinungen.
6. Das +metallische Quecksilber+ kann von Hunden und Schweinen
innerlich in sehr grossen Gaben (250-500,0) ohne schädliche Wirkung
aufgenommen werden. Dagegen ist auch hier das Rind besonders
empfindlich; in einem von +Lübke+ beschriebenen Falle erkrankte
ein Rind an Merkurialismus, welchem innerlich gegen Verstopfung
20 g Quecksilber eingegeben wurden. Sehr giftig sind ferner die
+eingeatmeten Quecksilberdämpfe+, wie klinische und experimentelle
Beobachtungen gezeigt haben. Sie erzeugen infolge Umwandlung des
Metalls zu löslichen Verbindungen bronchitische und pneumonische
Erscheinungen, sowie im allgemeinen Merkurialismus. So erkrankten und
starben z. B. auf dem Schiffe „Le Triomphe“, in dessen Schiffsraum eine
grössere Menge von Quecksilber ausgelaufen war, ausser der Mannschaft
auch sämtliche in dem Schiff befindliche Tiere (Schweine, Schafe,
Ziegen, Katzen, Geflügel, Mäuse) an Quecksilbervergiftung.
=Krankheitsbild der Quecksilbervergiftung.= Die Erscheinungen des
Merkurialismus sind je nach den einzelnen Quecksilberpräparaten
insofern etwas verschieden, als die einen derselben (Sublimat,
Quecksilberjodid, Quecksilberoxyd) in erster Linie und zuweilen
ausschliesslich eine ätzende und erst in zweiter Linie eine allgemeine
Wirkung ausüben, während die graue Quecksilbersalbe und häufig auch
das Kalomel von vornherein die Erscheinungen eines allgemeinen
Merkurialismus hervorrufen. Ausserdem wird das Krankheitsbild durch
die Art und Weise der Applikation wesentlich beeinflusst. So erzeugt
der Sublimat, wenn er innerlich aufgenommen wird, gewöhnlich eine
korrosive, schnell tödlich verlaufende Gastroenteritis, während er
vom Uterus oder von der Haut aus allgemeinen Merkurialismus bedingt.
Auf diese besonderen Verhältnisse kann hier nicht genauer eingegangen
werden, es sollen vielmehr nur die charakteristischen Erscheinungen des
allgemeinen Merkurialismus übersichtlich zusammengestellt werden, wobei
bemerkt wird, dass nicht immer sämtliche aufgeführte Symptome in einem
und demselben Falle beobachtet werden. Die wichtigsten Erscheinungen
sind:
1. +Salivation+, +Stomatitis ulcerosa+, Auflockerung des Zahnfleisches,
Lockerwerden und Ausfallen der Zähne bei den Wiederkäuern, übler Geruch
aus dem Maule.
2. +Magendarmkatarrh+, mit vorwiegender Beteiligung des Blinddarms bei
den Pflanzenfressern, später profuse, selbst blutige +Diarrhöe+ mit
graugrünem, dünnflüssigem, oft aashaft riechendem Kote.
3. +Husten+, eiteriger Nasenausfluss, +Bronchoblennorrhöe+, selbst
+Bronchopneumonie+, angestrengte, selbst dyspnoische Atmung,
übelriechendes Exspirium, Nasenbluten.
4. +Hautexantheme+, in der Hauptsache +Ekzema impetiginosum+ und
+squamosum+, beginnend mit starkem +Jucken+, infolgedessen Nagen
und Scheuern, Haarausfall, Nässen, Eiter- und Borkenbildung neben
bedeutender Hautverdickung und Anschwellung der Subkutis, Bildung von
Bläschen und Pusteln, letztere aber ohne Delle. +Lieblingsstellen+
sind: die Umgebung der eingeriebenen Stelle, die Gegend der Augen, des
Flotzmaules, Afters, Euters und der Scheide, die Trielfalte, sowie die
Beugeflächen der Gelenke.
5. +Lähmungsartige Schwäche+, grosse Apathie, Stumpfsinn, Schwindel,
Zittern (+Tremor mercurialis+), Schreckhaftigkeit und Delirien
(+Erethismus mercurialis+), Lähmung einzelner Muskeln, Amaurose,
Taubheit, Anästhesie, +Abmagerung+.
6. +Nephritis+ (Anurie, Albuminurie, Zylindrurie) und
+Kalkinkrustation+ der +Niere+ (Nekrose des Nierenepithels mit
Kalzinifikation infolge mangelnder Fähigkeit der Kalkabscheidung).
7. +Blutungen in den verschiedensten Organen+, besonders den
Schleimhäuten der Nase, der Lunge, des Darmes, des Uterus (Abortus).
Zuweilen erfolgt der Tod durch innere Verblutung oder Nasenbluten.
Endlich bedingt das Quecksilber einen starken Zerfall der roten
Blutkörperchen (Hämolyse).
Der +Verlauf+ ist entweder +akut+, besonders bei jungen Tieren und
bei vorwiegend lokaler Aetzung im Magen und Darm. Sublimat kann so
innerhalb einiger Stunden schon eine tödliche Vergiftung herbeiführen,
ohne dass es zu allgemeinem Merkurialismus kommt. Die Dauer des akuten
Merkurialismus ist sehr verschieden und beträgt mehrere, selbst 10-14
Tage. Oder der Verlauf ist +chronisch+, mehrere Wochen, selbst Monate
dauernd. In einzelnen Fällen hat man bei Milchkühen andauerndes
Versiegen der Milchsekretion nach Ablauf der Quecksilbervergiftung
beobachtet. In der Regel findet man ferner nach dem Verschwinden der
Vergiftungserscheinungen noch wochen- und monatelang Eiweiss im Harn.
=Sektionsbefund.= Man findet zunächst mehr oder weniger ausgeprägte
+Entzündungszustände auf der Schleimhaut des Digestionstraktus+ in
verschiedenen Graden: ulzeröse Stomatitis (kann fehlen), punktförmige
und fleckige Rötung, hämorrhagische Erosionen, Geschwürsbildung
im Magen, besonders auf der Höhe der Schleimhautvorsprünge und im
Labmagen; die Mukosa ist oft ödematös geschwollen, die Submukosa
serös infiltriert, so dass die Darmschleimhaut schlotternde Wülste
bildet; daneben beobachtet man hochgradige Anämie des Darmes. Das
subperitoneale Bindegewebe ist ebenfalls ödematös, mit fleckigen
Hämorrhagien durchsetzt. Die +Leber+ ist anämisch, geschwollen.
Die +Nieren+ sind +entzündlich+ geschwollen, serös infiltriert,
ekchymosiert und zuweilen vollständig +mit Kalk inkrustiert+
(eigentümlicherweise ist die Verkalkung der Niere bisher nur beim
Menschen und beim Kaninchen beobachtet worden; beim Hund findet man
statt dessen +fettige Degeneration+ des Nierenepithels). In chronischen
Fällen kann sich Nierenzirrhose entwickeln. Der +Herzmuskel+ zeigt
fettige Entartung und Hämorrhagien, die Gehirnsubstanz ist anämisch,
weich, wässerig-glänzend; unter der Arachnoidea, sowie in der
Gehirnrinde finden sich Blutungen. Die +Respirationsschleimhaut+ ist
entzündlich geschwollen und zeigt zuweilen einen kruppösen Belag. Die
+Lunge+ ist blutreich, von Hämorrhagien, bronchopneumonischen Herden
und Abszessen durchsetzt; die bronchialen und mediastinalen Drüsen sind
geschwollen. Die +Haut+ und das +Unterhautbindegewebe+ ist anämisch,
das Unterhautbindegewebe serös infiltriert, unter den ekzematösen
Hautstellen ekchymosiert; die +Körpermuskulatur+ ist auffallend
blass, welk, wie gekocht, von fleckigen, düsterbraunroten Ekchymosen
durchsetzt, dabei stark sulzig infiltriert, so dass beim Einschneiden
eine fleischwasserähnliche Flüssigkeit abläuft. Das +Blut+ erscheint
schwarzrot, schmierig, schlecht geronnen.
=Behandlung.= Die Therapie der Quecksilbervergiftung beginnt mit der
Entfernung der Ursachen, also namentlich beim Rind mit dem Abwaschen
der eingeriebenen Quecksilbersalbe. Das nächste Bestreben muss sein,
das eingedrungene Quecksilber in eine unlösliche und ungiftige
Form, nämlich in Schwefelquecksilber, überzuführen. Zu diesem Zweck
verabreicht man +Schwefel+, +Schwefelleber+, +Schwefeleisen+;
auch Eisenpräparate, namentlich +Eisenpulver+ und +Eisenvitriol+,
sind Gegenmittel. Daneben verabreicht man +einhüllende+ Mittel,
namentlich Eiweiss, Milch und Schleim, und behandelt die einzelnen
Vergiftungserscheinungen symptomatisch, indem man insbesondere gegen
die Lähmung Exzitantien (Aether, Weingeist, Kampfer, Kaffee, Atropin)
gibt. Dagegen ist Kochsalz nicht angezeigt, weil es im Gegenteil
die Löslichkeit und Resorption namentlich des Sublimats befördert.
Als Mittel gegen die merkurielle Stomatitis wird +Kali chloricum+
als Mundwasser verordnet. Die chronischen Fälle von Merkurialismus
werden wie die chronische Bleivergiftung versuchsweise mit +Jodkalium+
behandelt; eine vollständige Entgiftung des Körpers ist jedoch erst
nach vielen Monaten zu erwarten.
=Nachweis.= Auch beim Quecksilber ist, wie beim Blei, behufs
des chemischen Nachweises eine vorhergehende Trennung desselben
aus seinen metallorganischen Verbindungen vorzunehmen. Dieselbe
geschieht durch +Zerstörung+ der letzteren mittels +Salzsäure+ und
+chlorsaurem Kali+. Das Quecksilber wird dadurch in +Sublimat+
übergeführt und nach Einleiten von +Schwefelwasserstoff+ in die
salzsaure Lösung als +schwarzes Schwefelquecksilber+ gefällt. Der gut
ausgewaschene Niederschlag löst sich zum Unterschiede von Schwefelblei,
Schwefelkupfer und Schwefelsilber in Salpetersäure +nicht+. Die Lösung
des Niederschlags in +Königswasser+, in welchem das Schwefelquecksilber
+leicht+ löslich ist, wird sodann zur Trockene verdunstet und
unter Zusatz von einigen Tropfen Salzsäure in Wasser aufgenommen,
worauf nachfolgende +qualitative Reaktionen+ angestellt werden (die
Lösung enthält Sublimat): a) Mit +Kalilauge+ versetzt entsteht ein
+gelbroter+ Niederschlag von Quecksilberoxyd. b) Mit +Jodkalium+
bildet sich ein scharlachrotes Quecksilberjodid. c) Mit +Salmiakgeist+
entsteht ein +weisser+ Niederschlag von weissem Präzipitat. d)
Mit +Zinnchlorürlösung+ (1 Tropfen) entsteht anfangs ein weisser
Niederschlag, später scheidet sich +graues metallisches Quecksilber+
ab. e) Ein +blanker Kupferstreifen+ wird +weiss amalgamiert+. f) Durch
+Elektrolyse+ schlägt sich das Quecksilber +metallisch+ am Zinn nieder.
+Quantitativ+ wird Quecksilber als +Metall+, +Kalomel+ oder
+Schwefelquecksilber+ dargestellt und gewogen (100 Teile Kalomel =
85 Teile Quecksilber). Am häufigsten führt man das Quecksilber aus
salpetersäurefreien Lösungen mit Zusatz von etwas Salzsäure durch
kurzes Kochen mit genügender Lösung von +Zinnchlorür+ in Kalomel
(Quecksilberchlorür) über, welches beim Erkalten ausfällt und dann
filtriert, getrocknet (vorsichtig mit Filtrierpapier und über
Schwefelsäure; nicht durch Erwärmen, weil flüchtig) und gewogen wird.