Die heiligen Urkunden sprechen von einem Orte der ewigen Seligkeit,

wohin die _Guten_ kommen, und von welchem die _Bösen_ auf immer

ausgeschlossen bleiben. Aus ihnen schöpfte die Allgemeine Kirche die

Lehre von einem Mittelzustande, von jenem der _Läuterung_, durch welche

der Uebergang zu jenem möglich wird. Ueber alle drei ist in dieser

Kirche, seit der ersten Zeit ihrer Verbreitung bis zu dem heutigen Tage,

ein, und derselbe Glaube geblieben, welchen sie bestimmt, und deutlich

gelehret hat. In Bezug auf dieses dreifache _Geisterreich_, von welchem

die Kirche Beschreibungen zu geben, weder konnte, noch wollte, ließ sie

auch einige Stellen in den Briefen des Apostel Paulus unberührt, die mit

jenem in Verbindung gebracht werden konnten. Dieß sind die Stellen, in

welchen er von den, im Luftraum wohnenden Geistern spricht, und auf

welche der Sänger der Tunisias, und des Rudolph von Habsburg, sein

_Wunderbares_ im Epos, (nicht als Exeget, sondern als Dichter) gegründet

hat. Im Brief an die Epheser VI. vom 11-13. Vers (»Ziehet an die volle

Rüstung Gottes, damit ihr stehen könnet gegen die Nachstellungen des

Versuchers: denn unser Kampf ist nicht wider Fleisch und Blut, sondern

wider Fürstenthümer, Gewalten und Weltherrscher der finsteren Gegenwart:

wider die bösen Geister im Uebersinnlichen«) ist von Geistern die Rede,

die böser Natur sind, und gegen deren Einflisterungen der Christ zu

kämpfen hat. Vorher, III. Cap. 10. V. (»Damit den Mächten und Gewalten,

im Uebersinnlichen, durch die Kirche« -- die Bekenner der christlichen

Lehre, »die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt werde«) spricht er

aber von solchen, welchen auf dem Pfade der Läuterung ein Aufschreiten

vergönnt zu seyn scheint. Besonders die erstere Stelle fände ihre

Erläuterung in jener im I. Brief an die Chorinther XV. Cap. 24. V. &c.,

wo Paulus von dem _Weltende_ spricht: (»... Dann ist das Ende, wenn Gott

die Fürsten, Mächte und Gewalten« -- im Uebersinnlichen -- »außer

Wirksamkeit gesetzt haben wird. Das Letzte aber, was sein Ende erreichen

soll, ist der Tod.«)

Daß diese Stellen in den Briefen des Apostel Paulus schon in den ersten

Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung auf eine ähnliche Art

ausgelegt wurden, beweisen die merkwürdigen Worte des größten

Schriftauslegers aller Zeiten, des h. Hieronymus, der zu obiger Stelle

im VI. Cap. des Briefes an die Epheser, sagt: _»Haec autem omnium

Doctorum opinio est: quod aer iste, qui coelum et terram medius

dividens, inane appellatur, plenus sit contrariis Fortitudinibus.« _S.

Hieronym. Comment. in Epist. ad Ephes. Q. 3. c. 5.__

[9] Vers 465.

Die grundlose Beschuldigung, die der Sectenhaß so vielen, selbst

ausgezeichneten Geschichtschreibern eingab, daß nämlich Carl V. nach der

Alleinherrschaft in Europa gestrebt habe, ist dem Unpartheiischen wohl

aus seinem ganzen Herrscherleben klar genug; doch findet er sie völlig

widerlegt durch seine Lage nach dem berühmten Siege, den er bei Mühlberg

(24. April 1547) über den Smalkaldischen Bund errungen hatte. Seine

ergrimmtesten Gegner sanken dort überwunden zu seinen Füßen; seine

spanischen Veteranen, mit vielen italienischen Scharen, standen ihm zu

Geboth, und er -- begnügte sich dem frechen Uebermuth, der ihn nur als

_Carl von Gent_ mehr gelten ließ, ein Ziel gesetzt zu haben, entließ

seine sieghaften Scharen, baute auf Treu und Glauben: denn das hatte er

wohl nie gedacht, daß sein Liebling, Moritz von Sachsen, den er an

seinem Herzen groß gezogen hatte, so undankbar an ihm handeln würde, und

gerieth, von diesem mit einem Ueberfall bedroht, schon fünf Jahre (J.

1552) nach jenem Siege, in solche Gefahr, daß er sich, von

Gichtschmerzen gefoltert, in einem Tragsessel noch in der Nacht von

Innsbruck fort über die Gebirge nach Kärnthen, als ein Flüchtender,

mußte tragen lassen.

Zweiter Gesang.

[10] Vers 23.

_Ortilo_, dessen wichtige _Fragmente von den Babenbergern_, als

Herrschern Oestreichs, Chrysostomus Hanthaler aufgefunden und bekannt

gemacht hatte, sagt zu dem Jahr 1191 von _Leopold_ dem _Tugendhaften_,

unter anderm: »Da der Herzog bei der Belagerung (von Ptolemais) so

tapfer focht, daß sein ganzer Körper, mit Ausnahme jenes Theils, den der

Leibgurt umgab, mit Feindes Blut bespritzt war, so hat in der Folge der

Kaiser, Heinrich VI., den Schild Oestreichs, in dem bisher fünf Lerchen

zu sehen waren, geändert, und zeichnete solchen durch ein _rothes Feld_

aus, das durch einen _weißen Querbalken_ mitten durchschnitten ist.«

Ortilo war ein Zeitgenosse Leopold des Tugendhaften, und vier Jahre

darauf, bei seiner Begräbniß in heil. Kreuz, gegenwärtig. Spätere

Schriftsteller, wie Cuspinian, Lazius &c. &c. sind anderer Meinung über

die Bedeutung dieses Wapens. (Siehe __Fast Campil._ T. I. pag._ 434, und

__Recens. Dipl. Geneal. Arch. Campil._ pag. 196._)

[11] Vers 58.

In dem Werkchen: __Eutropii Diarium Expeditionis Tunetanae_ a. 1535_,

die in der Sammlung »_Scriptores Rer. Germ. per S. Schardium_,« Gießen,

1673, enthalten ist, wird ausdrücklich gesagt, daß der Kaiser während

seiner Abwesenheit die Regierung Spaniens seiner Gemahlinn, Isabella,

übergeben, und sogar sein Testament hinterlassen habe: _»priusquam

Madritio discederet, omnibus adhibitis solemnitatibus testamentum suum

condidit,« pag. 321_.

[12] Vers 91.

_Hermann_, der Sohn des Cherusker-Fürsten, Siegmar (geb. 18 J. vor

Chr.), ward in Rom erzogen, und im römischen Heere angestellt. Doch, er

beschloß der Retter seines Vaterlands zu werden; vernichtete in seinem

26. Jahre die Legionen des Quintilius Varus in dem Teutoburger Walde,

und nachdem er zwölf Jahre hindurch die Angelegenheiten Deutschlands

geleitet hatte, besiegte er Marbod, den König der Marcomannen, zwei

Jahre vor seinem Tode. Er soll, weil er nach Alleinherrschaft strebte,

von seinen Anverwandten ermordet worden seyn. (__Tacit._ L. I. et II.

_Annal.__)

[13] Vers 97.

_Hannibal_, der Sohn des Hamilkar Barkas (geb. im J. 247 vor Chr. zu

Karthago), nach seinem berühmten Zuge über die Alpen der Besieger der

Römer an der Trebbia, am Trasimenus, vor Cannä &c., wurde bei Zama von

dem ältern Scipio besiegt, und starb als Flüchtling in Bithynien (183 J.

vor Chr.) in seinem 65. Jahre, nachdem er in seinem 26. den großen Kampf

gegen die Römer begonnen hatte. (_Polyb. L. III. c. 17 et 64. _Livius_.

L. 21._)

[14] Vers 97.

_Regulus_ (Marcus Attilius), um das Jahr 254 vor Chr. Consul von Rom,

ward (_siehe die folgende Anmerkung_) in der Schlacht von Tunis

gefangen, und von den Karthagern, wegen der Auslösung ihrer Gefangenen,

mit noch andern Abgeordneten, nach Rom gesandt, wo er dem Senat, mit

wahrer Römergröße, rieth: die Gefangenen nicht zu lösen. Er kehrte,

seinem Eidschwur treu, als Gefangener nach Karthago wieder zurück, und

soll dort, nach Einigen, grausam hingerichtet, nach Andern, eines

natürlichen Todes gestorben seyn. (__Polyb. Lib. I._ -- _Liv_. 17 et 18.

-- _Palmerius, in Appian._ pag. 151._)

[15] Vers 143.

_Xanthippos_ hieß der edle Spartaner, der Karthago einen glänzenden Sieg

über Rom verschaffte. Nach der Niederlage von Eknomos, die jene im J.

254 v. Chr. zur See gegen die Consuln Cajus Sulpitius, und Attilius

Regulus erlitt, ward sie von dem Letzteren, der in Afrika landete, und

Tunis zu seinem Waffenplatze erkor, an den Rand des Verderbens gebracht.

Da landete mit einem Schiffe griechischer Miethlinge auch Xanthippos,

der von Gestalt unansehnliche, aber geist- und kraftbegabte Spartaner,

von dem _C. Sil. Pun. L. 6_ singt:

Nulla viro species, decorisque et frontis egenum

Corpus; in exiguis vigor, admirabile, membris

Vividus, et nisu magnos qui vinceret artus.

Er machte den Senat auf die Fehler seiner Heerführer aufmerksam; übte

das ihm anvertraute Heer nach griechischer Kriegskunde zuvor ein;

besiegte die Römer in der Schlacht von Tunis, und nahm den Consul A.

Regulus mit dem Ueberreste seines Heeres gefangen. -- Ihm war das stolze

Bewußtseyn genug: eine ganze Nation dem Untergange entrissen zu haben:

denn er kehrte gleich darauf wieder nach seinem Sparta zurück. (_Siehe

Fr. Mich. Vierthalers_ vortreffliche _Philosophische Geschichte der

Menschen und Völker_ V. B. S. 306.)

[16] Vers 212.

_Attila_, König der Hunnen, die aus Scythien kommend, sich in Pannonien

niedergelassen hatten, gelangte im J. 434 zur Herrschaft. Nachdem er

sich gerühmt: das Schwert Tyr's, des Kriegsgottes, aufgefunden zu haben,

ermordete er seinen Bruder Bleda, und entboth ein ungeheuer zahlreiches

Heer, um als _die Geißel Gottes_, wie er sich nannte, die Erde

verheerend zu durchziehen. Er fiel um das J. 441 zuerst in Thrazien ein,

drang bis nach Armenien vor, und verwüstete dann das morgenländische

Kaiserthum, zwingend den Kaiser Theodosius, den er überwunden hatte, ihm

einen Tribut zu zahlen. Auf seinem zweiten großen Verheerungszuge nach

Frankreich wurde er bei _Chalons sur Marne_, durch die vereinte Macht

der Römer unter Aetius, und der Westgothen unter Theodorich, auf das

Haupt geschlagen; zog sich über den Rhein zurück, und wandte sich zu dem

dritten, gegen Rom selbst, da er Honoria, die Schwester Valentinian

III., zur Ehe verlangte, und diese ihm abgeschlagen worden war. Er

verwüstete ganz Ober-Italien, bei welcher Gelegenheit die Flüchtlinge

auf den Inseln der Lagune dem berühmten Venedig den Ursprung gaben. Von

der Zerstörung Roms hielt ihn der Papst, Leo der Große, ab. Er kehrte

nach Pannonien zurück, wo er im J. 453, in der Nacht nach seiner

Vermählung mit der baktrianischen Prinzessin, Ildiko, in seinem Blute

erstickt gefunden ward. (_Siehe Jornandes_; und __Bonfinii Hist. Decad._

I. L. 7._)

[17] Vers 245.

_Tyr_ nach der nordischen Götterlehre, der Sohn Odins, und der tapferste

unter den Göttern, wie es bei den Griechen _Ares_ war, den die Römer

Mars benannten.

[18] Vers 321.

_Kabesch_. Kabes, eine Stadt im Königreiche Tunis von 25,000 Einwohnern.

Sie liegt in dem Golf gleiches Nahmens, sonst auch die Kleine-Syrte

genannt.

Dritter Gesang.

[19] Vers 26.

_Ludwig_, Infant, Bruder des Königs Emanuel von Portugal, und der

Isabella, Gemahlinn des Kaisers Carl V.

[20] Vers 35.

_Ruyter_. Hier ist keineswegs der berühmte holländische Seeheld, Michael

Hadrian Ruyter (geb. zu Vließingen im J. 1607, gest. 1676) gemeint, der

sich vom gemeinen Matrosen bis zum Range eines Admirals aufschwang; die

englische Seemacht zu verschiedenen Malen schlug; von seinem Vaterlande

nach Verdienst geehret ward, und endlich bei der Unterstützung der

Spanier in Sicilien, dem Aetna gegenüber, in einem Treffen durch eine

Kanonenkugel den Fuß verlor, an welcher Wunde er bald darauf in der Bay

von Syrakus starb, sondern _Franz Ruyter_, den Paul Jovius in seiner

Geschichte des tunetanischen Feldzugs unter den Feldherrn aufführt.

(_Siehe:_ __Paul Jov. Hist. Lib._ 34. pag. 284 _Basileae_ an. 1578._)

[21] Vers 47.

_Porto Venere_ an der südwestlichen Spitze des Genueser Gebiethes.

[22] Vers 49.

Alphons Avalos, Marchese del Vasto (auch _Guasto_), einer der

berühmtesten Feldherrn Carls V. aus dem Hause der Pescara im Königreich

Neisen, im J. 1502 geboren, wohnte der Schlacht von Bicocca (im J. 1522)

bei; wurde nach Anton Leyva's Tode Gouverneur von Mailand, und hatte den

Oberbefehl des Heeres bei dem Kriegszug nach Tunis. Im J. 1543 entsetzte

er Nizza, das von den Franzosen, und ihrem Verbündeten, Chereddin

Barbarossa, belagert war. Er starb im J. 1546 zu Vigevano,

wahrscheinlich aus Kummer, den ihm die gegen die Franzosen verlorne

Schlacht von Cerisoles in Piemont (14. April 1544) zugezogen hatte.

(__P. Jov. Hist._ et _Roscio Capit. illustr._ p. 288._)

[23] Vers 57.

Das Geschlecht der _Ebersteine_ soll schon zu Carl d. Gr. Zeiten in

großem Ansehen gestanden seyn. Was die Geschichte Gewisseres von ihnen

gibt, ist: daß Eberhard, der Stammvater der Ebersteine, Hedwig, die

Tochter Kaisers Heinrich I. geehlicht, und seinen Hof in Hohentviel

gehabt habe. Als Abgesandter des Kaisers an den Papst, erhielt er von

diesem am Pfingstfeste zu Rom die goldne Rose zum Geschenk, die er, nach

dem Gebrauche der römischen Kirche, getragen hatte, und die bei seiner

Heimkunft der Kaiser in den Wapenschild der Ebersteine setzen hieß. Sein

Sohn Ludwig wohnte der Schlacht Heinrichs I. gegen die Ungern vor

Merseburg bei. -- Die zweite Stammlinie der Ebersteine richtete Graf

Otto I. in Pommern zu Neugarten auf. Otto III. der um das Jahr 1370

gelebt, soll der Stifter der würtembergischen Hauptlinie seyn. -- Otto

II. ein anderer Stammvater der Ebersteine, verbesserte die Herrschaft an

der Weser, und erbaute das Schloß Ottenstein. Man sieht noch die Ruinen

des Schlosses Eberstein unweit Holzminden an der Weser. (__Meibom. Rerum

Germ._ T. II. p. 515. Luca:_ _Grafen-Saal_, _pag. 943._)

[24] Vers 74.

_Donau_, _Danubius_ (Ister hieß er den Alten von Wien hinab) einer der

größten Flüsse Europas, da er nach Büsching eine Strecke von 700 Meilen

durchläuft, und mehr als 160 größere und kleinere Flüsse in sich

aufnimmt, entspringt, nach der gewöhnlichen Meinung, am Schwarzwalde bei

Donaueschingen, obschon Andere diese Ehre zwei anderen Quellen, der

_Brega_ und _Brigach_, mit welcher sich jene vereinigt, ertheilen. Die

Donau endet an der Küste Bessarabiens ihren Lauf, und stürzt sich durch

sechs Arme mit solcher Gewalt in das schwarze Meer, daß ihr Wasser

mehrere Meilen weit im Meer noch süß und erkennbar seyn soll.

[25] Vers 119.

_Hunyady_ (Johann Corvinus Hunniades), den, nach einigen, ein

walachischer Bojar mit der Elisabeth Paläologa, aus dem Geschlechte der

letzten griechischen Kaiser; nach Andern, König Sigismund, außerehlich

-- mit der Tochter eines edeln Walachen erzeugt haben soll, wurde zu

Ende des vierzehnten Jahrhunderts geboren. Er war, während der

Minderjährigkeit des Königs Ladislaus Posth., Statthalter von Ungern,

während seines ganzen Lebens ein Schrecken der Türken, die er in

verschiedenen Schlachten besiegte, und zuletzt (am 6. August 1456) von

Belgrad vertrieb, und starb am 16. Sept. desselben Jahrs. Von seinen

zwei Söhnen wurde der ältere, Ladislaus, im folgenden Jahre zu Ofen

enthauptet. Der jüngere, Mathias (Corvinus), gelangte zur ungarischen

Krone. (__Bonfin. Hist. Hung.__)

[26] Vers 132.

_Zirknitz_ (Czirknitzer See) im Lande Krain, sechs Stunden von Laibach,

gibt dem anstoßenden See den Nahmen, der eine Meile lang, und eine halbe

breit ist. Das Wasser dieses wunderbaren Sees versinket gewöhnlich des

Jahres einmal durch Oeffnungen, die sich in seinem Bette befinden.

Sobald es sich zum Ablauf neiget, eilt Jung und Alt, die Fische in

großer Menge herauszuziehen. Nach beiläufig zwanzig Tagen wächst dort,

wo erst das Wasser stand, vortreffliches Gras, und nachdem dieses

eingeerntet ist, wird noch Hirse darin gebaut, wo auch die Jagdfreunde

an Hasen und wildem Geflügel reichliche Beute finden.

[27] Vers 149.

Niclas _Salm_ und Wilhelm _Roggendorf_, dessen Tochter die Gemahlinn des

ersteren war, vereinte auch das Band der zärtlichsten Freundschaft.

Beiden als Feldherrn, war die Vertheidigung Wiens gegen Solymans

zahlloses Belagerungsheer anvertraut. Eine Kanonenkugel fuhr in den

Wall, und schleuderte einen zertrümmerten Stein gegen Salms Schenkel,

bei dem letzten Sturm, den Solyman am 14. October 1529 gegen die Wälle

Wiens unternahm. An der erhaltenen Wunde starb dann Salm am 4. Mai 1530

zu Marcheck, wohin er sich hatte bringen lassen. (_Siehe Taschenbuch für

die vaterländische Geschichte durch Freih. von Hormayr &c. vierter

Jahrgang._ S. 102.)

[28] Vers 238.

_Elba_, eine kleine Insel des mittelländischen Meeres, von beiläufig

zwölf Meilen, Livorno gegenüber. Ihr Hauptreichthum sind die Eisenminen

von Rio, deren Erze mehr als die Hälfte reines Metall geben, und von

ihrer schillernden Farbe (_Eisenglanz_) bekannt sind. Porto Ferrajo

(_Eisenport_), mit einer guten Rhede und 3000 Einwohnern, ist die

Hauptstadt der Insel.

[29] Vers 372.

_Toledo_, Pedro Alvarez de Toledo, Vice-König von Neapel, ein Sohn des

zweiten Herzogs von Alba, bekam mit seiner Gemahlinn Maria Osorio

Pimentel den Staat von Villafranca, und war der Schwieger des ersten

Herzogs von Florenz, Cosmus von Medicis.

Vierter Gesang.

[30] Vers 43.

_Alba_ (Ferdinand Alvarez von Toledo, Herzog von) war im J. 1508

geboren. Erst unter Carl V., dann unter Philipp II., seinem Sohn, war er

stets ein siegreicher Feldherr ihrer Heere. In dem Kriege gegen die

Niederländer hatte er nach seiner und seines Herrn Ueberzeugung,

Rebellen bekämpft, und in solchen Kriegen hat man wohl sonst auch von

ähnlichen, und noch größeren Grausamkeiten gehört; doch da dieser Krieg

den Protestanten für einen Religionskrieg galt, und noch heut zu Tag

dafür gegeben wird, so mußte er, besonders seit Schillers

poetisch-entworfenem Bilde von ihm, als einer der grausamsten Wüthriche

geschildert, erscheinen. Andere rühmen an ihm, nebst seinen großen

Feldherrntalenten, seine unerschütterliche Treue, und dabei sein freies,

offenes Benehmen gegen seinen Regenten, seinen Edelmuth und Weisheit.

Indeß ist er von Härte und Grausamkeit nicht frei geblieben. Er starb im

J. 1582 im 74sten Jahre seines Lebens.

[31] Vers 43.

_Alarcon_ (Ferdinand d'Alarzon), einer der tapfersten spanischen

Feldherrn Carls V. Nach dem Siege von Pavia (24. April 1525), wurde ihm

die Bewachung des gefangenen Königs von Frankreich, Franz I.,

anvertraut, so wie zwei Jahre später, jene über den Papst, Clemens VII.,

der sich den Kaiserlichen ergeben hatte. (__Jov. Hist._ 34. cap. --

_Imhof. Geneal. 20. Fam. Hisp._ p. 203._)

[32] Vers 45.

_Garzia Lasso_ (Garzilaso de la Vega), im J. 1503 zu Toledo geboren, ein

berühmter spanischer Dichter in der Gattung der Ekloge, Epistel, Oden,

Lieder und Sonette. Er wohnte unter Carl V. den Feldzügen im Jahr 1529

gegen Solyman, und im J. 1535 gegen Tunis bei; in dem letzteren wurde er

an dem Arm verwundet. Im folgenden Jahre zog er mit dem Kaiser gegen

Marseille, als Befehlshaber eines Heertheils, und erhielt bei der

Bestürmung eines Thurms die gefährliche Kopfwunde, an welcher er nach

drei Wochen im 33. Jahre seines Alters starb. Sein Leichnam wurde in der

Folge nach Toledo gebracht. (__Jov. Elog.__)

[33] Vers 97.

_Constantin der Große_ (geb. im J. 274), erster christlicher Kaiser,

soll vor der Entscheidungsschlacht an dem Ponte Milvio (h. z. T. Ponte

Molle) bei Rom, gegen den Maxentius, am hellen Mittage, unterhalb der

Sonne, ein flammendes Kreuz mit der Inschrift: »__In hoc vinces__,«

erblickt haben. (__Eusebius in Vita Constantini_ M. et _Hist.__)

[34] Vers 179.

_Atlas_. Der Berg, besteht eigentlich aus zwei Ketten, die sich über den

größten Theil von Nordafrika verbreiten. Die eine heißt der _Große_

Atlas (mehr als 11,000 Fuß über der Meeresfläche erhöht), welcher sich

vom Reiche Marrokko bis zur Wüste Sahara hinabzieht, und die andre der

_Kleine_ Atlas, der sich von Osten nach Westen bis zum Mittelländischen

Meere erstreckt. -- Nach der Mythologie der Griechen war er einer der

Titanen, dem Zeus die Strafe auferlegte, das Himmelsgewölbe zu tragen.

[35] Vers 239.

_Janssen von Middelburg._ Zacharias Janssen, ein Brillenmacher zu

Middelburg in Seeland, war der Erfinder des Fernrohrs im Jahre 1590,

indem er zwei Linsen, eine convex, die andere concav, in verschiedener

Richtung von dem Auge hielt. Er brachte sie dann in eine Röhre, und bot

die gelungensten zwei, von 16 Zoll Länge, dem Prinzen Moritz von Nassau,

und Erzherzog Albert an. Der berühmte Galiläi hörte davon in Venedig,

und machte sogleich darauf einen Versuch. (Siehe: __Hier. Sirturus de

Telescop__; und __Petr. Borell de vero Telescopii Inventore.

Hagae-Comitum.__ 1655.)

[36] Vers 526.

Die Franzosen, unter Lautrec, und die mit ihnen vereinten Schweitzer,

wurden bei Bicocca, unweit Mailand, im Mai 1522 durch die Truppen Carls

des V. mit großem Verluste geschlagen.

Fünfter Gesang.

[37] Vers 13.

_Villiers-L'isle-Adam_ (Philipp v.), zu Ende des fünfzehnten

Jahrhunderts in Frankreich geboren, und zum Großmeister des

Johanniter-Ordens von Jerusalem im J. 1521 erwählt. Im folgenden Jahre

überzog Solyman die Insel mit einer großen Belagerungsmacht, die jener

so tapfer gegen ihn vertheidigte, daß über 100,000 Türken dabei das

Leben einbüßten. Amarat, des Ordens Kanzler, ward an ihm zum Verräther,

und nur so gelang es endlich Solyman, die Insel gegen Capitulation, und

unter der Bedingniß eines freien Abzugs der Ritter und der christlichen

Einwohner, zu erringen. Vergeblich suchte er L'isle-Adam in seine

Dienste zu ziehen, dessen Heldenmuth er vor seinem Heere, und

mitten unter den Leichen der Gefallenen lautes Lob ertheilte.

Villiers-L'isle-Adam starb im J. 1534 als Großmeister des Ordens zu

Maltha, welche Insel Carl V. ihm zum neuen Ordenssitze geschenkt hatte.

(Siehe: __Bouhors Siège de Rhodes__.)

[38] Vers 75.

_Gomert_ oder _Zafrano_ rechts, und _Bona_ links, heißen h. z. T. die

zwei Vorgebirge, von welchen jenes einst dem Apoll, und dieses dem

Hermes geweiht war, welchen vorüber die Einfahrt in den tiefer liegenden

karthaginensischen Meerbusen geschah. Von dort dehnt er sich im halben

Zirkel, bis an die Mündung des hinterhalb liegenden Landsees von Goletta

hin, wobei die Landschaft der vormals wegen ihrer heilsamen Bäder

berühmten Stadt Rada zur Linken bleibt, und jener gegenüber zeigt sich

dann die Lage des zerstörten Karthago, des Oehlwalds, und der steilen

Hügel, über welche man zu dem Flusse _Makar_ gelangte. (__Jov. Hist.

Lib._ 34._)

[39] Vers 105.

Der _Wasserthurm_ steht nördlich von dem steilen Felsen -- einst die

hohe Byrsa, auf welcher der berühmte Tempel des Aeskulap stand, und nahe

der schmalen Erdzunge, die das feste Land mit der Halbinsel verband, auf

welcher Karthago erbaut war. Auf dieser befanden sich wahrscheinlich die

Ställe der Elephanten. Obige Cisternen sind fast die einzigen noch

erhaltenen Ueberreste der zerstörten Karthago.

[40] Vers 117.

_Goletta_, die Veste, hatte zur Zeit Carls V. eine beinahe viereckige

Form, und zwei Abtheilungen, von welchen die Wälle der oberen 40, und

der unteren 50 Schritte breit waren. Sie enthielt eine vortreffliche

Cisterne, in welcher sich das Regenwasser sammelte, und viele

bombenfeste Gewölbe zur Aufbewahrung des Kriegsbedarfs. Mit ihr in

Verbindung stand vorne an der Mündung des Sees von Tunis, ein mit Wällen

versehener Thurm, der vom Meere her jedem Schiffe den Eingang verwehrte.

Der See, beiläufig 12,000 Schritte breit und eben so lang, erhält aus

dem karthaginensischen Meerbusen sein Gewässer, und ist auf beiden

Seiten so seicht, daß man nur in der Mitte desselben auf kleinen

Fahrzeugen nach Tunis gelangen kann. (__Eutropii Diar. Exp. Tunet. apud

Schard._ pag. 331._ und __Jov. Hist. Lib. 34.__)

Sechster Gesang.

[41] Vers 83.

_Eutropius_ in seinem __Diar. Exped. Tunet._ p. 325. (_Rerum Germ.

Scrip. apud Schard_)_, sagt ausdrücklich: daß vor Allen die Deutschen

bei der Landung, über jeden Aufschub ungeduldig, sich auf ihren, in das

Wasser gesenkten Speeren auf das Land hinaus geschwungen, und den Kampf

mit dem Feinde sogleich begonnen haben.

[42] Vers 79.

_Pizarro_ (Francisco), ein Spanier, von unbekannter Herkunft, ging mit

noch andern Abenteurern nach der neuen Welt, verband sich im J. 1524 mit

Diego d'Almagro, und eroberte Peru, nachdem er den Inca Atahualba auf

eine grausame Art hatte hinrichten lassen. Er war schon früher zum

Statthalter der neu zu entdeckenden Länder ernannt worden, und er traf

wirklich sehr viele Vorkehrungen zum Besten jener Länder, die um so mehr

in Erstaunen setzen, da er nicht einmal des Lesens und des Schreibens

kundig war. Er wurde im Jahr 1541 durch einen Anverwandten Almagro's

getödtet, nachdem früher dieser von Pizarro zum Tode verurtheilt worden

war. Die Stadt Lima verdankt ihm ihre Gründung. Sonst ist sein Nahme mit

der Beigabe eines grausamen Eroberers auf die Nachwelt gekommen. (Siehe

__W. Robertson History of America in II Volumes London_ 1777_.)

[43] Vers 386.

_Casas_ (Bartholomeo de las), Bischof von Chiapa in Mexico, im J. 1471

in Sevilla geboren. Schon in seinem 19. Jahre reiste er mit dem

Weltentdecker Columbus nach St. Domingo, kehrte aber von dort wieder

nach Spanien zurück, um sich im Orden der Dominikaner zum Missionär

vorzubereiten. Voll glühendem Enthusiasmus für ein wichtiges Anliegen

der Menschheit, stand er beinahe durch 50 Jahre als ein Anwald der

mißhandelten Einwohner der neuen Welt da, und schrieb, und unternahm

häufige Reisen nach Europa, sie vor dem Throne zu vertreten; doch war

das Interesse so vieler Großen dabei gefährdet, und er starb im Jahr

1556 zu Madrid, ohne daß er bedeutende Vortheile für jene erwirkt hätte.

Unter seinen Schriften (gedruckt Sevilla im J. 1552) ist auch eine

Geschichte von Westindien. (Siehe _Perez del Castillo Mex. Hist._)

[44] Vers 521.

Tunisias Johann Ladislav Pyrker's sämmtliche Werke (1/3) · 第 19 / 20 段