_Freundsberg_ (Georg von _Frundsberg_, _Frondsberg_ &c. Herr von

Mindelheim, geb. 1475 und gest. 1528 daselbst), kaiserlicher Feldherr,

wegen seiner persönlichen Tapferkeit und Leibesstärke berühmt, da er ein

wildanlaufendes Pferd sogleich fest halten, und den stärksten Mann mit

einem Finger von der Stelle drängen konnte. Er bildete sich unter Max I.

und Carl V. in der Kriegskunst aus, half dem Letztern die Schlacht von

Pavia (im J. 1525) gewinnen, und führte auch das folgende Jahr 12,000,

auf eigene Kosten geworbene Krieger, dem kais. Feldherrn Carl von

Bourbon, gegen Clemens VII. nach Italien zur Verstärkung zu, wo ihn bei

Ferrara, bei einem Aufstand der Krieger wegen rückständiger Löhnung, der

Schlag traf, und dann zwei Jahre darauf sein Tod erfolgte. (_Siehe Herrn

Georgen und Kasparn von Frundsberg ritterliche Kriegsthaten. -- _Jov. in

Elog. Hist.__)

[45] Vers 592.

_Byrsa_ hieß die Burg von Karthago, auf dem Gipfel eines steilen

Felsens, um welchen ringsher die einst mächtige Stadt Karthago erbaut

war. Dort befand sich der herrliche Tempel des Aeskulap, zu welchem man

auf 50 Stufen hinanstieg, und in dessen Flammen die Gattinn Hasdrubals,

der zu dem Zerstörer Karthago's, Scipio, überging, sich stürzte, nachdem

sie vorher im Angesichte der Römer und ihres feigen Gemahls, ihre beiden

Kinder ermordet hatte. J. 146 vor Chr. G. (_Siehe Vierthalers phil.

Gesch. der Menschen und Völker. V. Band._)

Siebenter Gesang.

[46] Vers 85.

_Zama_, der Ort, vor welchem der große Held Karthagos, Hannibal, durch

den römischen Feldherrn Scipio im J. 201 vor Chr. überwunden ward, lag

zwischen Adrumetum und dem, fünf Tagreisen davon entfernten, Karthago.

[47] Vers 190.

An dem Ufer des _Bagrada_ (h. z. T. Medscherdah), der nicht fern von

Utika vorüberfloß, soll der Consul M. Atil. Regulus eine ungeheure

Schlange, deren Länge auf 120 Fuß angegeben wird, mit Katapulten

beschossen, und getödtet haben. (__A. Gell._ L. VI. c. 3. -- _Valer.

Max._ L. I. c. 8._) Wahrscheinlich war sie eine Riesenschlange (_Boa

Constrictor_).

[48] Vers 329.

_Barda_ heißt die Sommerresidenz des Dey von Tunis, mit einem

weitläufigen Schlosse, und den schon zu Carls V. Zeiten berühmten

bardäischen Gärten an der Küste von Maritia. Sie liegt an der Westseite

von Tunis, und hängt durch die Gärten mit der Stadt zusammen.

[49] Vers 410.

_Houris_ sind, nach Muhameds Lehre, die blendend schönen Jungfrauen,

welche von zarter, ätherischer Gestalt, die Seligkeit der Männer in

seinem Paradiese ausmachen. Die Schilderungen von ihnen sind ganz in dem

orientalisch-üppigen Geschmack entworfen.

Achter Gesang.

[50] Vers 54.

_Laufgräben_ (_tranchée's_) sind drei bis sechs Fuß tiefe, zehn und

zwölf Fuß breite, in verschiedener Richtung gegrabene Wege, welche mit

der zum Wall, gegen eine belagerte Festung aufgeworfenen Erde, die

Belagerer in den Stand setzt, sich ihr mit Sicherheit nähern zu können.

[51] Vers 199.

_Thor der Glückseligkeit_, heißt der Eingang zu dem Harem des Großherrn,

der dem Aga der Verschnittenen anvertraut ist. (_Siehe Hrn. Joseph von

Hammers Verfassung des osmanischen Reichs, Band II. Seite 9._)

[52] Vers 201.

_Circassien_, eine große Landschaft in Asien, welche sich von dem

schwarzen bis zum caspischen Meere erstreckt, und nördlich von dem

Caucasus begränzt wird. Ihre Bewohner, sowohl männlichen als weiblichen

Geschlechts, sind sehr wohlgestaltet, und die Letzteren werden

vorzüglich für die türkischen Harems gesucht. Ihre Männer sind

treffliche Reiter, ungemein tapfer im Felde, und daheim Verehrer des

Gastrechts. Der größte Theil ihres Landes ist dermalen unter russischer

Bothmäßigkeit.

[53] Vers 284.

_Bagrada_, h. z. T. Medscherdah, ein Fluß, der in der Nähe von

Buschatter (Utika) sich in das Mittelmeer ergießt.

Neunter Gesang.

[54] Vers 15.

_Turkestan_, das eigentliche Stammland der heutigen Türken, ist eine

Landschaft in Mittel-Asien, die von dem Königreiche des großen Moguls,

von der großen Tartarey, von Catay und Zagatey begränzt wird. Das Land

ist sehr fruchtbar, dessen Einwohner Tartaren sind, und sich zur

muhamedanischen Lehre bekennen.

[55] Vers 58.

_Varus_ (Quintilius), unter Augusts Regierung erst Proconsul in Syrien,

dann in denen, seit Julius Cäsar eroberten deutschen Provinzen, wurde

durch das Haupt der Cherusker, Hermann, aus seinem verschanzten Lager

bis in den Teutoburger-Wald, h. z. T. Grafschaft Lippe, gelockt und dort

sammt seinen drei Legionen zu Grunde gerichtet. Varus entleibte sich

selbst. August soll sich bei der erhaltenen Nachricht die Haare gerauft,

und ausgerufen haben: »_Varus, schaffe mir meine Legionen wieder!_«

(__Tacit. Sveton. Velej. Pater._ L. I. 2._)

[56] Vers 103.

_Beduinen_, oder nomadische Araber, sind unabhängige, freie Stämme

muhamedanischer Religion, die unter ihren Fürsten (Emir) oder

Familienhäuptern (Scheich) die Wüste, größten Theils unter Zelten

lebend, bewohnen. Sie sind Krieger und Hirten zugleich, und verachten

stolz alle übrigen Beschäftigungen. Seit Jahrtausenden sind ihre Sitten

dieselben geblieben, wie sie in den allerältesten Urkunden, nämlich in

der h. Schrift, durch Moses, geschildert werden. (_Niebuhr, Beschreibung

von Arabien_, S. 379 und f. -- _D'Arvieux_ III. 125.)

[57] Vers 382.

_Natter_. (_Cerastes_) _Hornschlange_ -- nach dem Volksglauben auch die

_Königsschlange_ genannt, weil sie, laut jenem, eine Krone auf dem

Haupte haben soll. Die arabischen Gaukler pflegen der Hornschlange zarte

Vogelklauen einzusetzen, um damit das Volk zu täuschen.

[58] Vers 477.

_Bürgerkrone_, war bei den Römern eine große Auszeichnung für Jenen, der

in der Schlacht einem Bürger das Leben gerettet hatte. Sie war von

Eichenlaub gemacht, und führte die Aufschrift: »_Ob civem servatum._«

Bei Schauspielen, oder im Senate, wo sie getragen wurden, stand die

ganze Versammlung vor ihm auf.

[59] Vers 520.

_Cornelia_, die Mutter der Gracchen, war die Tochter des älteren Scipio,

des Siegers bei Zama, und hatte zwei Söhne, Tiberius Sempronius, und

Cajus, mit ihrem verstorbenen Gatten, Tib. Semp. Gracchus, erzeugt, der

zweimal Consul war, und die Insel Sardinien eroberte. Jene beiden, von

ihrer trefflichen Mutter gebildeten, und mit den schätzbarsten

Eigenschaften ausgerüsteten Söhne, fanden in den, von ihnen erregten

bürgerlichen Gährungen (der ältere im J. 133, und der jüngere im J. 121

vor Chr.) den Tod, indem sie als Tribunen zu sehr nach der Volksgunst

gestrebt, und das agrarische Gesetz gegen den Senat durchzusetzen

gesucht hatten. (__Liv._ I. 41. c. 12. -- _Valer. M. Plutarch_ etc._)

Zehnter Gesang.

[60] Vers 116.

_Zender_ und _Gingir_, zwei große, gen Süden unterhalb des Aequators

liegende Länder in Afrika, unter dem 50-55. Grad der Länge, und dem 5-8.

Grad der Breite.

[61] Vers 117.

_Gleicher_, Aequator der Erde, oder Aequinoctial-Linie, und von den

Seefahrern die _Linie_ genannt, ist derjenige größte Kreis unserer

Erdkugel, der von den Polen der Erde in allen Punkten um neunzig Grade

absteht. Alle Orte, die er durchschneidet, haben gleich lange Tage und

Nächte: daher der Nahme _Aequator_.

[62] Vers 146.

_Altai_, auch _Belgian_ genannt, ein großes Gebirg Asiens in der

Nord-Tartarey, und im Königreiche Montgal.

[63] Vers 146.

_Ural_, in der tartarischen Sprache ein _Gürtel_, ist die beinahe 300

Meilen lange Gebirgskette, die von dem caspischen Meere beginnend,

Europa von Asien scheidet, und Sibirien von dem übrigen Theile Rußlands

trennt.

[64] Vers 160.

_Samum_ von den Arabern; von den Hebräern [Hebräisch: zil'afa]; von den

Türken _Samyel_, und in Afrika Hamaddan genannt, ein heißer Wind, der in

den Monathen Juni und Juli in Arabien, Persien, Babylonien, und in den

Wüsten von Aegypten; aber am heftigsten, zuweilen schon im März und noch

im November, in Nubien weht. Er dauert höchstens nur 7 bis 8 Minuten,

aber er tödtet augenblicklich Alle, die aufrecht stehen; daher ist es

nöthig, sich auf das Antlitz niederzuwerfen, die Sohlen dem Winde

zuzukehren, und so wenig als möglich Athem holend, den Mund auf den

Boden zu pressen. So streicht er dann unschädlich vorüber, da er zwei

Schuh hoch über der Erde dahin zieht, aber dennoch ein heftiges Zittern

und starken Schweiß verursacht. Die Thiere tödtet er zwar nicht, doch

senken auch sie den Kopf zur Erde, und zittern am ganzen Leibe. Die

Vorbothen des Samums sind, nach Brüce, röthliche Sandsäulen, die sich in

die Luft erheben und stets näher schweben. Die Getödteten werden

sogleich schwarz und zu Mumien gedörrt. (_Brüce's Reisen &c. im Auszug

Rinteln_ I. S. 496 und S. 129 folg. &c. -- __Thevenot Voy.__ 295. --

Ives II. 83. &c.)

[65] Vers 358.

_Kairvan_ (Cairoan, Carvan), eine Stadt im Gebiethe von Tunis nicht

ferne von dem Meerbusen von Kabesch. Sie war die erste, welche die

Muhamedaner in Afrika, unter dem dritten Kalifen in Syrien, Ottmann,

gegründet hatten, und wegen ihrer hohen Schule berühmt. Doch wurde sie,

bald nach der Heimkehr Carls V. von Tunis, mit diesem Königreiche

vereinigt. (_Marmol. Africae L. 6._)

[66] Vers 359.

_Constantina_ (Cuguntina), die Stadt, nach Einigen das alte Cirtha, in

Nord-Afrika, liegt auf einem hartzugänglichen Felsengebirge, weßwegen

sie überaus fest ist, und gehört nun zu Algier. Zu Anfange des vierten

und fünften Jahrhunderts sind da zwei Concilien gehalten worden, von

welchen in den Werken des h. Augustinus die _Acta_ aufbewahrt sind.

[67] Vers 510.

_Die volle Lage geben_, heißt das schnelle Abfeuern aller Kanonen auf

der Seite eines Kriegsschiffes.

[68] Vers 732.

_»The Emperor marched into the Goletta through the breach; and turning

to Muley-Hassan, who attended him, »Here« -- Says he -- »is a gate open

to you, by which you shall return to take possession of your dominions.«

(_Robertson Histor. of Charles V. III. T. Book V._)_

Eilfter Gesang.

[69] Vers 44.

_Vampyren_, die größte Gattung der Fledermäuse; und unter diesen wird

hier der so genannte _Blutsauger_ (_V. Spectrum_) gemeint, dessen

Heimath die neue Welt, Surinam, Guiana, Brasilien u. s. w. ist. Durch

das Wehen seiner Flügel erquickt er den Schlummernden, leckt ihm mit

seiner rauhen Zunge die Haut auf, und wenn das Blut, an welchem er sich

satt gesogen hatte, aus einer Hauptader strömt, so kann sich der

Fortschlummernde leicht verbluten. (_S. Tob. Wilhelm Unterh. aus der

Naturgeschichte der Säugethiere_, 1. Thl.)

[70] Vers 255.

_Valladolids Turnierbahn_. Carl V. ließ in seinem bereits vorgerückten

Jünglingsalter noch wenig von dem hohen Verstande, und der Thatkraft

ahnen, die ihn in der Folge als Herrscher so sehr auszeichneten, so, daß

Viele, die nicht tief genug sahen, versucht waren, ihn für blödsinnig zu

halten, bis er auf dem Turniere zu Valladolid (im J. 1517), durch seine

Gewandtheit in allen ritterlichen Uebungen, und den Wahlspruch seines

Schildes: »__Nondum!__« All' in Erstaunen setzte. (Siehe _Freih. von

Hormayrs Oestr. Plut. 6. Heft_ S. 423.)

[71] Vers 259.

Während Carl V. nach seiner Wahl zum röm. Kaiser, und wegen entstandener

Feindseligkeiten mit Frankreich, in Deutschland, in den Niederlanden und

in England, von Spanien abwesend war, brach Empörung und Bürgerkrieg in

allen Theilen dieses Königreichs aus. Er begann im Mai 1520 zu Toledo,

wo das Haupt der Empörer, Don Juan de Padilla, Sohn des Commandanten von

Castilien, war, und in den spätern Gefechten, im April des Jahrs 1521

von dem Generale der königlichen Truppen gefangen und enthauptet ward.

(__Robertson History of the Reign of the Emp. Charles V. II. Volume. B.

3.__)

[72] Vers 262.

_Franz I._, König von Frankreich, bewarb sich sehr heiß um die deutsche

Kaiserkrone; da aber diese seinem Nebenbuhler, Carl V., zu Theil ward,

so trieb ihn, von jener Zeit an, die Rachgier unaufhörlich, diesen zu

demüthigen, und ihm in seinen Unternehmungen Hindernisse in den Weg zu

legen. Vereint -- und Beide hatten so viele Ursache, sich gegenseitig zu

achten! -- hätten sie unsäglichem Jammer, der erst Deutschland, dann

mehrere Länder Europa's traf, wehren können. (_Siehe obiges Werk_, II.

B.)

[73] Vers 265.

Den Titel _christlichste Majestät_, führten die Könige von Frankreich

bis auf die neuesten Zeiten, und zwar seit Chlodwig dem G. J. 496, wo er

ihm selber von dem Pabst beigelegt ward.

[74] Vers 266.

Franz I. war der erste christliche Fürst, der mit dem Erbfeind der

Christenheit offenbar in ein Bündniß trat. La Forest, sein

Geschäftsträger in Constantinopel, schloß (im J. 1336) solches mit

Solyman II. ab, vermöge welchem dieser Neapel und Ungarn feindlich

überziehen sollte. Es wurde ihm auf eine furchtbare Art Genüge

geleistet! (_Siehe obiges Werk_, III. B.)

[75] Vers 278.

Man sehe _Vogts Staats-Relationen_. VI. Bandes 2. Heft.

[76] Vers 289.

Der _Bauernkrieg_ in Franken und Schwaben wurde durch _Johann Böhme_,

einen Bänkelsänger im Würzburgischen, veranlaßt, wo er Freiheit und

Gleichheit aller Stände predigte. Der Krieg kam dort im J. 1525 zum

Ausbruch, und kostete über 50,000 Bauern das Leben. Mehr als 180

Schlösser und Burgen lagen im Schutt, und 26 Klöster waren vernichtet.

-- Er verpflanzte sich auch nach Sachsen und Thüringen, wo _Thomas

Münzer_, erst Schullehrer in Aschersleben, dann Prediger in Zwickau,

sich mit dem Haupte der Wiedertäufer, _Klaus Storch_, verband, und

später zu Altstedt in Thüringen die Gemeinschaft der Güter predigte. Er

kehrte nach Sachsen zurück, verband sich mit einem andern Schwärmer,

_Pfeiffer_, und sammelte einen großen Haufen Aufrührer um sich, bis er

gegen die ausgesandten sächsischen, hessischen und braunschweigischen

Heerhaufen (15. Mai 1525) die Schlacht verlor, sammt seinem Anhänger,

Pfeiffer, gefangen, und in Mühlhausen hingerichtet ward. (__Sleidan. de

statu rel._ L. 5. -- _Fabritius de orig. Sax.__)

[77] Vers 293.

_Der dreißigjährige Krieg_ (von 1618-1649) -- eine Folge der Reformation

-- biethet ein Schauspiel unerhörter Grausamkeiten dar. Während diesen

ward Deutschland von einem Ende zum andern durch Mord und Brand verödet,

und um viele Millionen Menschen ärmer gemacht. Der westphälische Friede

setzte ihm zwar ein Ziel; aber was durch ihn zerstört worden, wird wohl

keine Zeit mehr ersetzen. (_Siehe Schillers und Westenrieders Geschichte

des dreißigjährigen Krieges._)

[78] Vers 315.

Die Geschichte von beinahe zwei Jahrzehenden vor der Völkerschlacht von

Leipzig liefert die unwiderlegbaren Belege zu dieser Stelle!

[79] Vers 320.

18. Oktober 1813!!

[80] Vers 328.

_Leser!_ möchte dir der Zuruf nicht fremd seyn, welchen der gütigste

Landesvater am 1. Hornung 1806 an seine Völker richtete, und der mit den

Worten beginnt: »Ich habe meinen guten und treuen Völkern den Frieden

gegeben!« -- und mit den Worten endet: »Durch das wechselseitige Band

des festesten Vertrauens und der innigsten Liebe mit meinen Unterthanen

verbunden, werde ich nur dann erst glauben, meinem Herzen als Fürst und

Vater genug gethan zu haben: wenn Oestreichs Flor fest gegründet, wenn

vergessen ist, was seine Bürger litten, und nur das Andenken an meine

Opfer, an ihre Treue, und an ihre hohe unerschütterliche Vaterlandsliebe

noch lebt!«

[81] Vers 342.

_St. Just_. Nicht ferne von der Stadt Placenzia, in Estremadura, lag das

einsame Kloster der Hieronymitaner, St. Just, das Carl V. viele Jahre

vor seiner Abdankung zu seinem einstigen Asyl erkoren hatte. Es lag in

einem lieblichen Thale mit einem hellen Bach, mit Hügeln und Wäldern

umher, und war wegen seiner gesunden Luft berühmt. Einige Monate vor

seiner Ankunft erschienen dort Werkleute, die seine aus fünf bis sechs

Klosterzellen bestehende Wohnung, mit einem Ausgang in den Garten, den

er selbst pflegen, und dem andern in die Capelle, wo er seine Andacht

halten wollte, bereiteten. Er zog daselbst am 24. Februar des J. 1557

ein, und starb am 12. September 1558 in seinem 59. Lebensjahre.

Zwölfter Gesang.

[82] Vers 336.

_Grätz_, die Hauptstadt der Steyermark, und der Sitz des Guberniums von

Inner-Oestreich, mit beiläufig 40,000 Einwohnern.

[83] Vers 340.

Im Jahre 1532 stand Solymann II. mit einer ungeheuren Macht vor Wien,

und zog sich bei der Annäherung Carls V., der an der Spitze eines Heeres

von mehr denn 90,000 Mann zum Entsatz herbeieilte, durch Ungarn bis nach

Constantinopel zurück. (__Jov. Hist._ L. 30. p. 100._)

[84] Vers 344.

Bei der Beschreibung des letzten Kampfes vor Tunis, führt Jovius

(__Hist._ L. 34. p. 361 _apud Schard.__) die Worte Carl V. an, der

mitten im Kugelregen Del Guasto diese Antwort gab. (_»Subridens Caesar,

et ne id timeret, subdens, quando Augustorum Caesarum nemo unquam

tormenti violentia concidisset.«_)

[85] Vers 555.

Psalm 125.

[86] Vers 608.

Robertson sagt von der Plünderung der Stadt Tunis durch die Christen

(__History of the Reign of the Emperor Charles_ V. Vol III. p. 115_):

»_Above thirty thousand of the innocent inhabitants perished on that

unhappy day, and ten thousand were carried away as slaves._« --

Eutropius im Werke (__Diarium Expeditionis Tunetanae_ p. 334. _apud

Schard.__) sagt: »_Post introitum Imperatoris in urbem, ecce tibi Miles

Hispanus aliquotque alii stationarii, passim in aedes magno impetu

irruunt, .... _Mauros resistentes_ occidunt, spoliant, compilant,

evertunt omnia cum pulvere._« -- __P. Jovius Hist. Lib._ 34. pag. 363

_apud Schard__ sagt: »_Primus inhiantium praedae impetus, uti

invadentium et effringentium fores varii casus tulerunt, promiscua caede

cruentus fuit._« -- Beide setzen hinzu: »__Caesar sevitiae modum

imposuit, pronunciarique jussit, capitale fore, si quis Tunetanum

violaret civem, aut in servitutem abduceret.__« -- Sepulveda, dem Carl

V. sein ganzes Leben erzählte, und mit jenen Beiden ihm gleichzeitig

war, sagt: »_In hac direptione ex oppidanis _pauci_ gladio conciderunt,

et hi suo magna ex parte stulto consilio, qui muros rebus desperatis, ne

conati quidem tueri, suas domos, uxoresque et liberos defendere quidam

tentaverunt. Qua temeritate milites irritati _in nonnullos_ sine

discrimine parumper saevierunt, praesertim Germani etc._« (Siehe:

__Opera P. Sepulvedae_ Vol. I. p. 405. Matriti ex Typ. Reg. 1780._) --

Dieß zur Würdigung obiger Geschichte!

Anmerkungen zur Transkription

Die Schreibweise der Buchvorlage wurde weitgehend beibehalten.

Satzzeichen wurden in eindeutigen Fällen stillschweigend korrigiert.

Einige wenige weitere Fehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt,

teilweise unter Verwendung weiterer Ausgaben (vorher/nachher):

[S. 50]:

... Horcht nach den Fluthen hinaus, erhebt sich, und lauft auf

dem Sandpfad ...

... Horcht nach den Fluthen hinaus, erhebt sich, und läuft auf

dem Sandpfad ...

[S. 405]:

... Samum von den Arabern; von den Hebräern [Hebräisch:

vil'afah]; von den ...

... Samum von den Arabern; von den Hebräern [Hebräisch: zil'afa];

von den ...

Tunisias Johann Ladislav Pyrker's sämmtliche Werke (1/3) · 第 20 / 20 段