In Armentieres. Desportes in der Prison. Haudy bei ihm.
Desportes. Es ist mir recht lieb, daß ich in Prison itzt bin, so
erfährt kein Mensch, daß ich hier sei.
Haudy. Ich will den Kameraden allen verbieten, es zu sagen.
Desportes. Vor allen Dingen, daß es nur der Mary nicht erfährt.
Haudy. Und der Rammler. Der ohnedem so ein großer Freund von dir
sein will, und sagt, er ist mit Fleiß darum ein paar Wochen später
zum Regiment gekommen, um dir die Anciennität zu lassen.
Desportes. Der Narr!
Haudy. O hör, neulich ist wieder ein Streich mit ihm gewesen, der
zum Fressen ist. Du weißt, der Gilbert logiert bei einer alten
krummen schielenden Witwe, bloß um ihrer schönen Cousine willen, nun
gibt er alle Wochen der zu Gefallen ein Konzert im Hause, einmal
besäuft sich mein Rammler, und weil er meint, die Cousine schläft
dort, so schleicht er sich vom Nachtessen weg, und nach seiner
gewöhnlichen Politik oben auf in der Witwe Schlafzimmer, zieht sich
aus, und legt sich zu Bette. Die Witwe, die sich auch den Kopf etwas
warm gemacht hat, bringt noch erst ihre Cousine, die auf der
Nachbarschaft wohnt, mit der Laterne nach Hause, wir meinen, unser
Rammler ist nach Hause gegangen, sie steigt hernach in ihr Zimmer
herauf, will sich zu Bett legen, und find't meinen Monsieur da, der
in der äußersten Konfusion ist. Er entschuldigt sich, er habe die
Gelegenheit vom Hause nicht gewußt, sie transportiert ihn ohne viele
Mühe wieder herunter, und wir lachen uns über den Mißverstand die
Bäuche fast entzwei. Er bittet sie und uns alle um Gottes willen,
doch keinem Menschen was von der Historie zu sagen. Du weißt nun
aber, wie der Gilbert ist, der hat's nun alles dem Mädel
wiedererzählt, und die hat dem alten Weibe steif und fest in den Kopf
gesetzt, Rammler wäre verliebt in sie. In der Tat hat er auch ein
Zimmer in dem Hause gemietet, vielleicht um sie zu bewegen, nicht
Lärm davon zu machen. Nun solltest du aber dein Himmelsgaudium haben,
ihn und das alte Mensch in Gesellschaft beisammen zu sehen. Sie
minaudiert und liebäugelt, und verzerrt ihr schiefes runzlichtes
Gesicht gegen ihn, daß man sterben möchte, und er mit seiner roten
Habichtsnase und den stieren erschrocknen Augen--siehst du, es ist
ein Anblick, an den man nicht denken kann, ohne zu zerspringen.
Desportes. Wenn ich wieder frei werde, soll doch mein erster Gang zu
Gilbert sein. Meine Mutter wird nächstens an den Obristen schreiben,
das Regiment soll für meine Schulden gut sagen.