Erste Szene

Mary. Stolzius.

Mary. Soll ich dir aufrichtig sagen, Stolzius, wenn der Desportes

das MÄdchen nicht heuratet, so heurate ich's. Ich bin zum

Rasendwerden verliebt in sie. Ich habe schon versucht, mir die

Gedanken zu zerstreuen, du weißt wohl, mit der DÜval, und denn

gefällt mir die Wirtschaft mit dem Grafen gar nicht, und daß die

Gräfin sie nun gar ins Haus genommen hat, aber alles das--verschlägt

doch nichts, ich kann mir die Narrheit nicht aus dem Kopf bringen.

Stolzius. Schreibt denn der Desportes gar nicht mehr?

Mary. Ei freilich schreibt er. Sein Vater hat ihn neulich wollen zu

einer Heurat zwingen, und ihn vierzehn Tage bei Wasser und Brot

eingesperrt--(Sich an den Kopf schlagend.) Und wenn ich noch so

denke, wie sie neulich im Mondschein mit mir spazierenging, und mir

ihre Not klagte, wie sie manchmal mitten in der Nacht aufspränge,

wenn ihr die schwermütigen Gedanken einkämen, und nach einem Messer

suchte.

Stolzius (zittert).

Mary. Ich fragte, ob sie mich auch liebte. Sie sagte, sie liebte

mich zärtlicher, als alle ihre Freunde und Verwandten, und drückte

meine Hand gegen ihre Brust.

Stolzius (wendet sein Gesicht gegen die Wand).

Mary. Und als ich sie um ein Schmätzchen bat, so sagte sie, wenn es

in ihrer Gewalt stünde, mich glücklich zu machen, so täte sie es

gewiß. So aber müßte ich erst die Erlaubnis vom Desportes haben.

--(Faßt Stolzius hastig an.) Kerl, der Teufel soll mich holen, wenn

ich sie nicht heurate, wenn der Desportes sie sitzenläßt.

Stolzius (sehr kalt). Sie soll doch recht gut mit der Gräfin sein.

Mary. Wenn ich nur wüßte, wie man sie zu sprechen bekommen kÖnnte.

Erkundige dich doch.

Die Soldaten · 第 31 / 50 题