Dritte Szene

In Lille. Marie weinend auf einem Lehnstuhl, einen Brief in der Hand.

Desportes tritt herein.

Desportes. Was fehlt Ihnen, mein goldnes Mariel, was haben Sie?

Marie (will den Brief in die Tasche stecken). Ach-Desportes. Ums

Himmels willen, was ist das für ein Brief, der Ihnen Tränen

verursachen kann?

Marie (etwas leiser). Sehen Sie nur, was mir der Mensch, der

Stolzius, schreibt, recht als ob er ein Recht hätte, mich

auszuschelten. (Weint wieder.)

Desportes (liest stille). Das ist ein impertinenter Esel. Aber

sagen Sie mir, warum wechseln Sie Briefe mit solch einem Hundejungen?

Marie (trocknet sich die Augen). Ich will Ihnen nur sagen, Herr

Baron, es ist, weil er angehalten hat um mich, und ich ihm schon so

gut als halb versprochen bin.

Desportes. Er um Sie angehalten? Wie darf sich der Esel das

unterstehen? Warten Sie, ich will ihm den Brief beantworten.

Marie. Ja, mein lieber Herr Baron! Und Sie können nicht glauben,

was ich mit meinem Vater auszustehen habe, er liegt mir immer in den

Ohren, ich soll mir mein Glück nicht verderben.

Desportes. Ihr Glück--mit solch einem Lümmel. Was denken Sie doch,

liebstes Mariel, und was denkt Ihr Vater? Ich kenne ja des Menschen

seine Umstände. Und kurz und gut, Sie sind für keinen Bürger gemacht.

Marie. Nein, Herr Baron, davon wird nichts, das sind nur leere

Hoffnungen, mit denen Sie mich hintergehen. Ihre Familie wird das

nimmermehr zugeben.

Desportes. Das ist meine Sorge. Haben Sie Feder und Dinte, ich will

dem Lumpenhund seinen Brief beantworten, warten Sie einmal.

Marie. Nein, ich will selber schreiben.

(Setzt sich an den Tisch, und macht das Schreibzeug zurecht, er

stellt sich ihr hinter die Schulter.)

Desportes. So will ich Ihnen diktieren.

Marie. Das sollen Sie auch nicht.

(Schreibt..)

Desportes (liest ihr über die Schulter). Monsieur--Flegel setzen Sie

dazu.

(Tunkt eine Feder ein und will dazu schreiben.)

Die Soldaten · 第 14 / 50 题