III. Der Energieumsatz.

A. Die allgemeinen Gesetze der Energetik.

Seit alter Zeit hat die Naturwissenschaft verschiedene „+Kräfte+“

unterschieden, welche die Bewegungsvorgänge in der Natur hervorbringen

sollen. „Kraft“ wurde dabei in naturwissenschaftlichem Sinne als ein

Ausdruck für die „Ursache“ einer Bewegung definiert, denn man wußte von

einer Kraft nichts anderes zu sagen, als daß sie Bewegung hervorbringen

sollte. So war der Begriff der „Kraft“ nichts anderes als eine Form

des alten mystischen Ursachenbegriffs. Sinnlich wahrzunehmen ist keine

Kraft, sinnlich wahrzunehmen sind nur Bewegungen. Es liegt hieran, daß

man seit frühen Zeiten schon da, wo man verschiedene Bewegungsformen

sah, auch verschiedenartige Kräfte annahm. So kam es, daß mit der Zeit

eine Menge von Kräften unterschieden wurde, die schlechterdings nicht

miteinander auf die gleiche Stufe gestellt werden konnten. Man sprach

von Schwerkraft, von Muskelkraft, von Willenskraft etc. Dieser Zustand

ist noch jetzt nicht ganz vorüber. Indessen hat die moderne Physik und

Chemie doch mit dem Begriff der „Kraft“ allmählich etwas aufgeräumt und

benutzt das Wort nur noch als Bequemlichkeitsausdruck, nicht aber als

Erklärungsmoment. Statt dessen hat man für Erklärungszwecke in neuerer

Zeit einen anderen der Erfahrung entnommenen Begriff in die Mechanik

der Bewegungsvorgänge eingeführt, der nichts Mystisches enthält, das

ist der Begriff der „+Energie+“.

Allgemeine Physiologie · 第 158 / 283 题