In dem Maße, wie die lebendige Substanz Stoffe von außen aufnimmt,
und in ihrem Stoffwechsel umsetzt, findet naturgemäß auch eine
Ausscheidung der Umsetzungsprodukte statt, und ebenso mannigfaltig
wie die Natur der von den verschiedenen Zellformen aufgenommenen
Stoffe ist auch die der abgegebenen im speziellen Fall. Allein bei
unserer geringen Kenntnis der Umsetzungen in der lebendigen Substanz
können wir unter der erdrückenden Fülle aller von den verschiedenen
Zellformen ausgeschiedenen Stoffe nur in den allerwenigsten Fällen
sagen, aus welchen Prozessen sie herrühren. Bei der größten Masse
wissen wir nicht einmal, ob sie aus den assimilatorischen Prozessen
oder aus den dissimilatorischen Vorgängen stammen, denn offenbar
werden sowohl bei dem aufbauenden Teile der Stoffwechselkette, als
auch bei den Abbauprozessen eine große Menge von Nebenprodukten
gebildet, sei es durch einfache Spaltung, sei es durch Synthese aus
den dabei auftretenden Spaltungsprodukten oder anderen Stoffen, die
vom Organismus entweder zu irgendeinem weiteren Nutzen oder als
unbrauchbare Produkte nach außen ausgeschieden werden. Der letztere
Gesichtspunkt, ob die ausgeschiedenen Stoffe noch weiter irgendeinen
Nutzen für das Leben des Organismus haben, oder ob sie als unbrauchbare
Produkte, als Schlacken, entfernt werden, hat zu einer Unterscheidung
der abgegebenen Stoffe Anlaß gegeben, die, wenn sie sich auch in
aller Schärfe nur schwer durchführen läßt, doch bei der ungeheuren
Fülle der verschiedenen Produkte ein praktisches Einteilungsprinzip
liefert. Man scheidet die von der Zelle abgegebenen Stoffe, unter
denen sich gasförmige, flüssige und feste in allen Konsistenzgraden
befinden, in +Sekrete+, wenn sie im Leben des Organismus noch weiter
irgendeine nützliche Rolle spielen, und in +Exkrete+, wenn sie nur als
unbrauchbare Reste nach außen entfernt werden. Danach spricht man auch
von einer +Sekretion+ im Gegensatz zur +Exkretion+. Gehen wir noch
einen Augenblick auf beide Gruppen von Stoffen und auf den Modus ihrer
Ausscheidung etwas näher ein.