begleiten. Natürlich musste ich dafür haften, dass ihn die Aegypter
nicht gefangen nähmen, wie ich eine solche Verpflichtung auch
hinsichtlich Schimper’s dem Negus Negesti gegenüber einging.
Ein schneller Ritt brachte uns nach Asmara, wo wir in der Nähe
der Ortschaft lagerten. Asmara, 2300 m über dem Meere gelegen,
ist, wie alle Grenzdörfer, ein ärmliches Nest mit einigen hundert
Einwohnern. Eine portugiesische Kirche, nicht Rundbau, wie die meisten
abessinischen Kirchen, enthält nichts Bemerkenswerthes.
Kaum hatten wir unser Zelt aufgeschlagen, als ein Abessinier zu mir
hereingestürzt kam. Er sei, sagte er, ein Diener des französischen
Consuls Herrn Raffray und von diesem mit mehrern andern aufs Hochland
geschickt, um Maulthiere für seine bevorstehende Reise zum Negus
anzukaufen; alle aber seien von Soldaten Balata Gebro’s gefangen
genommen, in Ketten gelegt, des Geldes entledigt; er selber sei
entronnen und wünsche meine Fürsprache. Ich schickte sofort Hauptmann
Mariam zu Balata Gebro, der mir jedoch durch einen Obersten melden
liess, er habe die Diener des Consuls gefangen nehmen lassen, weil sie
in Gemeinschaft mit Dienern der katholischen Mission Salpeter nach
Aegypten hätten schmuggeln wollen; auch läge der dringende Verdacht
vor, dass sie den vorhin erwähnten Räuberhauptmann von Teramne mit Geld
unterstützten; Freilassung könne also nicht erfolgen.
Um kein Mittel unversucht zu lassen, schickte ich Schimper zurück
und liess nochmals bitten, die Diener des französischen Consuls
freizulassen, indem ich zugleich den General aufmerksam machen liess
auf die Folgen, welche daraus für ihn selbst erwachsen könnten, falls
der Negus diese Vorgänge erführe. Balata Gebro blieb aber bei seiner
Weigerung.
So musste ich denn unverrichteter Sache den Abstieg beginnen.
Wenn es in den letzten Wochen in Abessinien stets geregnet und
geschauert hatte, +irgendwo+ überhaupt an +jedem+ Tage und zu
+jeder+ Stunde in Abessinien feuchter Niederschlag stattfindet,
besonders auf den höchsten Regionen des Landes, so machte sich beim
Abstieg selbst der Regen noch bemerklicher. Alles aber stand hier jetzt
in beispielloser Ueppigkeit. Der Abstieg von Asmara ist bedeutend
weniger schwierig, als der von Kasen, da er einer natürlichen Rinne
folgt und allmählich zur Ebene hinabsinkt. Wie ein goldener Stern
leuchtete vor uns her das grosse Kreuz der Kirche des berühmten
Bisen-Klosters, das man, obwol man anscheinend in gerader östlicher
Richtung darauf losgeht, bald südlich hoch oben über sich liegen
lässt. Das Bisen-Kloster ist eins der berühmtesten von Nordabessinien.
Die beste Beschreibung gibt uns Alvarez[157]: „Das Kloster wäre sehr
gross, gewaltig und schön, also, dass man Gott billig zu danken, das
in diesen frembden, onbekandten vnd weit entlegenen Landen, bey so
viel Feinden des Christlichen glaubens dennoch noch etliche Christen,
vnd solche stadtliche Kloster vnd Gotteshäuser zu befinden, darinnen
Gott teglichen gelobet vnd gepreiset würde u.s.w.“ Alvarez erzählt uns
sodann von dem grossen Reichthum des Klosters, den vielen Mönchen,
angeblich 3000, die er selbst aber nur zu 300 habe schätzen können.
Ferner heisst es: „Dieses Kloster vnnd alle Klöster demselben zugethan,
halten in ihrer Regel, das kein Weib, kein Kue, kein Maulesel, kein
Henne, oder einiges Thier Weibliches geschlechtes darff in das Kloster
kommen“ u.s.w. Etwas weiter fügt er aber drastisch hinzu: „Ob sie aber
diese Regel so steiff halten, vnd gar keine Weiber hinein lassen, das
wissen sie am besten. Gleichwol fragt ich zu etlichen malen die jungen,
die im Kloster wie gemelt erzogen wurden, wes Kindt ein jeder, oder wer
sein Vater were, die sagten gemeinlich, die Brüder im Kloster weren
ihre Väter, das war mir etwas wunderlich zu hören, wie die alten Brüder
die jungen Brüder on Weiber aushecken kondten.“
Auch heute nach 300 Jahren ist noch alles im Kloster wie vordem.
Ueberhaupt änderten sich die kirchlichen Verhältnisse in Abessinien
gar nicht. Mit den Filialen mag Bisen auch 1881 gegen 1000 Mönche
aufweisen. Alles Weibliche ist auch heute noch verbannt. Kein neuerer
Reisender, soviel mir bekannt, besuchte Bisen. Und doch dürften
ebenfalls hier manche Bücherschätze verborgen sein, da Bisen nie, auch
von Theodor nicht, geplündert wurde. Selbst die Aegypter umgingen es
bei ihrem Aufmarsch, obschon der Berg keineswegs schwierig zu ersteigen
ist.
Am ersten Tag kamen wir schon auf 1800 m herab und lagerten im
Mai Hinsi, einem engen, von Wasser durchrieselten Thale. Die
Schlucht verbreiterte sich bedeutend am zweiten Tage, wo wir das
prachtvolle Thal von Genda erreichten, worin zur Zeit Theodor’s
eine protestantische, reizend auf einem Hügel gelegene Mission sich
befand. Auch Kirkham liess sich hier ein Wohnhaus bauen, und der ganze
Grund und Boden soll ihm von Johannes geschenkt worden sein. Von all
diesen Bauten blieben nur noch unregelmässige Steinhaufen übrig, aber
ausgedehnte Strecken Landes, man sieht es, standen schon unter Cultur.
Obwol 900 m über dem Meere, hat die Pflanzenwelt von Genda durchaus
tropischen Charakter. Die Kolqualeuphorbie verschwand, dagegen winden
sich Stapelien durch die Akazien; Tamarinden längs des Flusses geben
herrlichen Schatten, und grosse Haufen Elefantenlosung deuten darauf
hin, dass diese Dickhäuter noch nicht ganz aus den untern Gehängen der
Berge verschwunden sind. Menschen aber gibt es nirgends. Der ganze
eigentliche Steilabhang ist jetzt unbevölkert. Die stummen Gräber und
Friedhöfe erzählen jedoch laut genug, dass einst diese fruchtbaren
Gefilde gut bevölkert waren. Das Genda-Thal, von Mai Hinsi an, könnte
allein 100000 Menschen mit Leichtigkeit ernähren. Auch in Genda hatten
wir abends wieder Gewitter und Hagelschlag, das aber nur zu einer noch
üppigern Entfaltung der Natur beitrug.
Das Land östlich von Kasen und Asmara bis Ailet ist in diesem
Augenblick völlig herrenlos, was eben die grösste Unsicherheit und
damit den Mangel an aller Bevölkerung veranlasst. Meine abessinische
Bedeckung hatte ich zurückgeschickt, aus Besorgniss, dass ich mir
dennoch ihretwegen in Massaua Unannehmlichkeiten zuziehen könnte.
Froh jedoch war ich, als mir nach meinem Aufbruche von Genda ein Naib
entgegensprengte mit der Meldung, dass etwas weiter eine Compagnie
Soldaten auf mich warte. In der That verhielt es sich so: Herr Hassen
Bei und der Gouverneur Allah ed Din von Massaua erwiesen mir diese
Freundlichkeit.
„Jetzt bin ich gerettet, jetzt bin ich ganz gerettet und in
Sicherheit!“ rief Monsieur Baraglion, sobald er sich von den Soldaten
umgeben sah. Und in der That hatte er recht, denn was sollte er machen,
wenn es Balata Gebro eingefallen wäre, ihn zurückzurufen? In Abessinien
ist Jeder Sklave, auch der Fremde. Sobald man dieses Land betritt, hört
jede persönliche Freiheit auf. Und in wirklicher Sicherheit ist der
Reisende erst wieder auf ägyptischem Boden, wo das Gesetz, nicht die
despotische Willkür eines Einzelnen herrscht.[158]
Wir campirten mit den Soldaten östlich von der Digdigta-Hügelkette,
bei Mai Atal. Aber welche Nacht mussten wir noch erleben! Ein Gewitter
brach über uns los mit Regen und Schlossen, wie es sich eben nur unter
den Tropen entfesselt. Zum Glück hatte ich mein Zelt auf einer Anhöhe
aufpflanzen lassen, denn alles Land glich nach wenigen Minuten einem
See, einem starkfliessenden See. Am schlimmsten waren die Soldaten
daran, welchen aller Schutz fehlte. Die Offiziere und einige Soldaten
flüchteten in mein Zelt, aber die meisten blieben dem Unwetter
ausgesetzt. Die Rinnsale füllten sich und, wie wir am andern Tage
wahrnahmen, hatten sich die Fluten durch Hotumlu gewälzt. Aber der
Schall des Donners wurde nicht bis nach Massaua getragen, trotz der
geringen geraden Entfernung, welche etwa 12 km beträgt. Man sah dort
nur das grossartige Wetterleuchten.
Nachdem Gott Phöbus am folgenden Morgen mit tropischer Glut die
Uniformen der Soldaten und die Kleidung der Diener getrocknet, machten
wir von hier nach Hotumlu, wo wir nur einen Tag blieben, die letzte
kleine Etappe. Der so formvollendete Gedem-Berg verkündete uns bald die
Nähe von Massaua; die hohe schwedische Mission leuchtete uns entgegen,
und als unsere Karavane vorbeizog, sagten uns die aus den Fenstern
wehenden weissen Taschentücher, dass wir erkannt seien. Und kaum hatten
wir das Zelt aufgeschlagen, als unser Freund Hassen Bei[159], der
französische Consul Mr. Raffray, Herr Tagliabue, Herr Habib Schiavi,
die schwedischen Missionare u.s.w. kamen, um uns zu begrüssen. Es war
ein frohes Wiedersehen.
Gütigst stellte uns der Chedive das Gouvernementsgebäude in Massaua
zur Verfügung. Da fanden wir luftige, hohe Zimmer, schöne Einrichtung
und unmittelbar am Meere alle Bequemlichkeit für Seebäder, auf die
man gleich ein Wannenbad mit Süsswasser folgen lässt. Auch blieb ich
nicht lange allein, denn bald kam eine Gesellschaft junger Engländer,
welche in Bogos und Mensa gejagt hatten und nun ebenfalls der Heimat
zustrebten. Bereitwilligst trat ich ihnen den grössern Theil des Palais
ab. Herr Schimper, der mich, wie ich früher erwähnte, auf Befehl des
Kaisers von Abessinien bis Massaua begleiten musste, reiste zurück, und
nun, nach Erledigung aller Geschäfte, traf gerade zur rechten Zeit ein
Dampfer ein, auf welchem ich meine Rückreise antrat.
Der Abschied von meinen Freunden in Massaua war schmerzlich, +der+
von meinen treuen Abessiniern fast noch schmerzlicher. Die Frauen,
Mädchen, Kinder, Bettler, alle, die als gänzlich überflüssig die
Reise mitgemacht hatten, musste ich allerdings schon in Asmara +mit
Gewalt+ abschütteln, und auch da fehlte es nicht an Thränen und
Rührscenen. Nun aber galt es, mich von meinen eigenen Dienern zu
trennen. Sie umklammerten mich, sie warfen sich auf den Boden, küssten
meine Füsse und beschworen mich, wieder zu kommen, wenn nun einmal
von Mitgehen nicht die Rede sein könne; auf Lohn und Geld seien sie
bereit für immer zu verzichten. Und das waren nicht blosse Redensarten.
Von der Hingebung und Aufopferung der abessinischen Diener erhielt
ich unterwegs Beweise genug. So zwang mich gewissermassen zu Daro
Kaulus im Lager des Balata Gebro ein von mir entlassener Diener, dass
ich ihn wieder aufnahm. Ich gab ihm den Abschied, nicht wegen eines
Vergehens, sondern wegen verschiedener Nachlässigkeiten, die sich bei
ihm trotz mehrmaliger Drohung wiederholten. Obwol das Ende meiner Reise
bevorstand, musste ich, der Disciplin wegen, zu dieser Strafe greifen;
ein anderes Mittel stand mir überhaupt nicht zu Gebot. Nun eilte er,
um bis zum Schluss bei mir bleiben zu können, nebst seiner Frau vorauf
zum Balata Gebro und bat diesen um seine Vermittelung. In der That
sagte der General, als ich mich von ihm verabschiedete: „Ich habe noch
eine Bitte.“ -- Anfangs meinte ich, es handle sich um einen Revolver
oder sonst eine Waffe, die er noch zu besitzen wünsche. Ich erwiderte
also: „Sagen Sie -- und wenn irgend möglich gewähre ich.“ -- „Nehmen
Sie Desta und seine Frau wieder auf, sie grämen sich so sehr darüber,
dass sie nicht bis zum Schlusse Ihrer Reise bei Ihnen bleiben sollen.“
-- So kam denn Desta wieder in meinen Dienst, denn kaum hatte er mein
dem General gegebenes „Ja“ gehört, als er auch gleich da war, um nach
abessinischer Art zu danken, d.h. meine Füsse zu küssen. Und alle
andern Abessinier freuten sich mit ihm, sie umringten ihn, wünschten
ihm Glück, und +der+, welcher ihm meine Flinte, die er früher
getragen, wieder einhändigte, rief: „Der Desta versteht es, er hat
goetana[160] Rohlfs ‚gezwungen‘, ihn wieder aufzunehmen.“
Ja, ich musste von meinen Abessiniern scheiden! Es rührte mich tief,
als ich sie noch weinend am Ufer stehen sah, während der Dampfer sich
langsam aus dem Hafen von Massaua entfernte.
SECHZEHNTES KAPITEL.
RÜCKREISE.
Fürchterliche Hitze auf dem Rothen Meere. -- Die jungen Engländer.
-- Herr Gessi an Bord. -- Die Geschichte seines Unglücks. -- Sues
im Festkleid. -- Chedive Tewfik. -- Ankunft in Berlin.
Der von uns benutzte ägyptische Dampfer war besser als die meisten
übrigen; er hatte neue Kajüteinrichtung und eine Restauration, Kapitän
sowie Ober- und Untersteuermann erwiesen sich als freundlich und
zuvorkommend. Durchschnittlich legte er acht Knoten zurück, was für
einen ägyptischen Dampfer auf dem Rothen Meere schnell genannt werden
muss. Die Hitze war jetzt viel bedeutender als auf der Hinfahrt.
Die Sonne hatte den Wendekreis überschritten und sandte nun ihre
senkrechten Strahlen zur Erde herab. Aber wir fuhren ja dem Norden zu
und waren ausserdem von einer für die dortige Gegend ausnahmsweisen
Kühle begünstigt.
Die jungen englischen Gentlemen, unter der Leitung von Mr. James als
dem ältesten von ihnen, benahmen sich so liebenswürdig gegen mich, dass
ich es kaum nach Gebühr hervorheben kann. Alle waren gut erzogen und,
obwol noch jung -- Mr. James zählte erst etwa 24 Jahre -- von einem
Unternehmungsgeiste, wie man ihn eben nur in der angelsächsischen
Rasse findet. Da die Verpflegung an Bord doch manches zu wünschen
übrigliess, nahm ich dankbarlichst die Einladung der jungen englischen
Jäger an, ihr Tischgenosse zu werden. Vorzüglich ausgerüstet, mit
reichlichen Vorräthen und europäischen Köchen versehen, konnten sie
jeden Tag lucullische Mahle halten. Aber zu den materiellen Genüssen
kamen auch geistige: sie führten eine ganze Bibliothek mit sich.
In Suakin nahmen wir Gessi an Bord. Welch Bild des Jammers! Sein Geist
war anscheinend frisch geblieben, aber sein Körper bestand nur noch
aus Haut und Knochen. Wie ein Gespenst sah er aus. Und das Schlimmste
dabei: er konnte keinerlei Nahrung bei sich behalten!
Die mit afrikanischen Forschungen Vertrauten werden sich erinnern, dass
es Gessi unter Gordon’s Generalgouvernement speciell oblag, jene Räuber
und Sklavenhändler unschädlich zu machen, welche den schändlichen
Menschenhandel gewerbsmässig betreiben. Auch ist bekannt, in wie
energischer Weise Gessi sich seiner Aufgabe entledigte. Förmliche
Schlachten schlug und gewann er. Als aber Gordon, sein Beschützer und
Gönner, zurücktrat und Aegypten verliess, erbleichte auch Gessi’s
Stern: alle Paschas stürzten über ihn als den grimmigsten Feind der
Sklaverei her, und im alten Gleis ging es wieder. Zum Unglück traf
Gessi noch, als er gerade für immer den Dienst des Chedive verlassen
wollte, ein entsetzliches Unglück. Eingekeilt in einer jener grossen
schwimmenden Grasinseln[161] beim Glaba Gjesdiga auf dem Bahr el
Gazel des obern Nil, mit 500 Soldaten an Bord, erlagen die meisten
dem Hungertode. Mag vieles rätselhaft hierbei erscheinen; mag es
sein, dass Gessi, wie Spruchfähige behaupten, es an den nothwendigen
Vorsichtsmaassregeln fehlen liess; dass er vielleicht bei einbrechender
und eingebrochener Katastrophe nicht genug Energie und Klugheit[162]
entfaltete: so viel steht immer fest, dass er absichtlich nichts
verschuldete und sich um die momentane Unterdrückung des Sklavenhandels
die grössten Verdienste erwarb. -- Von den 500 mitgenommenen Soldaten
nun erlagen 400 dem Hungertode. Die befreiten Sklaven kamen alle um.
Die Zahl derselben konnte mir Gessi nicht angeben. Er theilte mir
ferner mit: „Meine letzte Nahrung bestand aus Schuhen und Gewehrriemen.
Von den hingestorbenen Leuten ass ich jedoch nicht. Die Soldaten boten
mir eines Tags einen menschlichen Schenkel an und, vom nagenden Hunger
getrieben, hätte ich beinahe davon gegessen, aber Gedärme hingen am
Schenkel, das machte mich schaudern, und so widerstand ich.“ Es war
entsetzlich, wenn er mit matter Stimme von seinen Leiden erzählte.
Gleich nach der Ankunft in Sues erlag Gessi seiner Schwäche im
französischen Hospital. Am 30. April 1881 starb er.
Als wir uns Sues näherten, sahen wir die Stadt im Festkleid: die
Schiffe auf der Rhede, die beflaggten Häuser, die Ehrenpforten und
Blumenkränze verkündeten ein Ereigniss: die Anwesenheit des Chedive.
Abends um 9 Uhr am 27. April wurde unser Dampfer am Steindamm des
Hafens befestigt, und am folgenden Tage früh bezogen wir das schon so
oft bewohnte Sues-Hotel.
Der Chedive Tewfik hatte kaum meine Ankunft vernommen, als er zu mir
schickte, mit der Bitte, ihn zu besuchen. Er war zum ersten mal in
Sues, nicht etwa seit seiner Regierungszeit, sondern überhaupt seit
seiner Geburt. Der Chedive hatte bis dahin Kairo noch nie verlassen!
Ich gab nun noch meinen Mönch auf dem Patriarchat in Cairo ab, wo man
ihn freundlich aufnahm und ihm die Möglichkeit in Aussicht stellte, in
Bälde mit andern abessinischen Mönchen seine Pilgerreise nach Jerusalem
fortsetzen zu können. Ich selbst reiste dann ohne Aufenthalt über
Neapel der Heimat zu, traf am 15. Mai in Berlin und einige Tage später
in Weimar ein. Im ganzen also hatte meine Reise nach Abessinien nur
sieben und einen halben Monat gedauert.
REGISTER.
Abarguez de Sosten 316.
Abba Addi 167.
Steinhaufen nach Art der Bu Sfor 167.
Abba Kessi 324.
Abbessinien wird zum einzigen Reiche 71.
Benehmen der Abessinier unter sich und gegen Fremde 90.
Menschenlose Natur 177.
Abessinische Schwatzhaftigkeit 163.
Dünne Bevölkerung Abessiniens. Ursache derselben 171.
Abessinische Offiziere; ihr Aufputz 204.
Abessiniens drei Regionen. Empfänglichkeit der Abessinier für
Naturschönheit 285.
Abessinische Diener, ihre Ehrlichkeit und anständiges Benehmen 151.
Abessinische Geistliche 138. 160. 186.
Ehrlichkeit eines Geistlichen 188.
Abessinische Söldner 147.
Ab Johannes 187.
Aborte, abessinische 209.
Abuna, das abessinische Kirchenoberhaupt 121.
Addi Saul 151.
Addi- oder Az-Schikel, Berg bei Addi Baro 154.
Adegani, Friedhöfe daselbst 131.
Adeköntschi 141.
Adi Dochale 155. 317.
Ad Jesus, eine Kirche 313.
Adua 157.
Markt daselbst 161.
Abreise von da 164.
Rückkehr dahin 313.
Adulis 100.
Afa Negusti, ein abessinischer Würdenträger 205.
Affen auf dem Gedem-Berge 98.
Agau, Volksstamm 179.
Agissa-Thal 193.
Aegyptisch-abessinischer Feldzug 41. 53.
Ausführliche Schilderung der Kämpfe 55 fg.
Niederlage und Vernichtung der Aegypter im Thal Gudda-Guddi 57.
Grauenhaftes Verfahren gegen die Ueberwundenen 58.
Neuer Feldzug der Aegypter unter Prinz Hassan gegen Abessinien und
abermalige völlige Vernichtung 61. 65.
Unterhandlungen mit Ras Bariu 65.
Ailet 128.
Die süssen Quellen 129.
Airuri 97.
Aksum 295.
Unfall bei Nacht 297.
Baureste und Inschriften 297 fg.
Grosses Säulenfeld 299.
Aksum die alte Krönungsstadt 300.
Palast des Negus 300.
Lästige Jungen und Mädchen und ihre Strafe 301 fg.
Rohlfs besucht den Nebreïd, hohen Geistlichen von Aksum 302.
Feierlicher Gottesdienst 303.
Musikalische Leistungen 304.
Eine Bundeslade, unsichtbares Heiligthum 306.
Besichtigung der Kirche 309.
Die Einwohnerschaft von Aksum 311.
Alamayo, Sohn des Königs Theodor 26.
Ali Bei, ägyptischer Gesandter 68.
Ali ed Din, Gouverneur von Massaua 32.
Ali Risa, Generalgouverneur der Provinzen am Rothen Meere 32.
Alpen Semiens. Schnee 165;
von Bruce geleugnet, von Gobat, Combes u. Tamisier gesehen 166.
Amara Gedell 236.
Amba Bero 136.
Amba Gelah 169.
Amba Saka 174.
Amba Tsunko 236.
Amba Zion, tigrische Festung 43.
Amben, natürliche Festungen 149.
Ihr Charakter 166.
Amde Uork 188.
Ameisen und Termiten 169.
Amne Petros 136.
Amole oder Salzstücke als Münzen 138. 161.
Handel 183.
Angareb, abessinische Bank 143.
Angareb-Fluss 252.
Ansley Bai 100.
Arakel Bei, Befehlshaber der Aegypter gegen Abessinien 53.
Arendrup Bei, Adlatus des Arakel Bei 54.
Aroge 201.
Aschangi-See 247.
Aschuma-Beduinen 131.
Kleidung, Waffen, Haartracht, Sprache, Hautfarbe 133.
Asen 136.
Asfa Wosen 272.
Asmara 330.
Atbara 190.
Atse, Titel der alten abessinischen Kaiser 201. 258.
Avero-Giessbach 98.
Avero-Thal 99.
Baderho 141.
Bäder und Thermen in Abessinien 318.
Balamberrasobe 156.
Balata Gebro, abessinischer General 143.
Seine Wohnung 143.
Ein Grosssprecher 145.
Abschied Rohlfs’ von ihm 150. 328.
Balata Geta, Obersthofmeister des Negus 204.
Balderaba, der Vermittler zwischen einem fremden und einem
höherstehenden Abessinier 207.
Baobab 174.
Baraglion, Waffenschmied in Adua, besucht Rohlfs 158. 314.
Belange in der Provinz Dembea. Soldatenunfug 249.
Bettelei in Abessinien 219.
Berittene Bettler 290.
Biala 176.
Seine Vorberge 187.
Bisenberg 88.
Bisen-Kloster 331.
Bit Johannes 313.
Bra Amba 288.
Braun, deutscher Kaufmann in Suakin 22.
Ueber Häfen- und Handelsverhältnisse des Rothen Meeres 22.
Ueber Colonisation 23.
Britische Expedition gegen Abessinien 41.
Brondo 168.
Brooks, Kapitän 28.
Brücke, steinerne, in Abessinien 237.
Bücher in Gondar und Aksum 256.
Budjurun, Titel des abessinischen Finanzministers 207.
Cairoli, italienischer Minister des Auswärtigen 33.
Cameron 49.
Chor 98.
Dabamatta 317.
Eine Heilquelle 318.
Die Aerzte dabei 319.
Daba Meda 154.
Damo Galila, Berg 313.
Daro Kaulus 327.
Daro Tachele 157.
Debra Antsa 167.
Debra Tabor 196.
Beschreibung 197 fg.
Nach den Beobachtungen von Rohlfs 200.
Lagerplatz der kaiserlichen Heere 202.
Markttag daselbst 202.
Dek und Dega, Inseln im Tana-See 241.
Dembea, abessinische Provinz 249.
Deritta, Handelsstadt 237.
Desta, der Täufling 237. 336.
Digdigta, Hügelkette 129. 334.
Djanhoi, „Majestät“ 211.
Dobarik 233. 284.
Dschedda 13.
Die javanesischen Pilger 13.
Die Post 15.
Beschreibung von Djedda 15.
Strenger Abschluss der Frauen 16.
Bewohnerzahl 16.
Das Blutbad unter Europäern im J. 1856 16.
Verkehr 17.
Das Grabmal der Mutter Eva 18.
Der Friedhof von Djedda 18 fg.
Duksa Amba, Berg 312.
Edris, der Postbote Rohlfs’ 181.
Eifag, District 238.
Esterházy 107.
Etschege, der höchste abessinische Geistliche 224.
Besuch bei dessen Vater 268.
Europäische Civilisation und ihr Einfluss auf afrikanische Völker
180.
Europäische Reisende nach Abessinien. Rathschläge für dieselben 152.
Falascha, die abessinischen Juden 273.
Falascha-Missionare; ihre Sprache 275.
Plünderung der Falascha 277.
Falaschabad, Stadttheil von Gondar 273.
Fareg Bei 98.
Fenaroa 174.
Ferara-Ebene 98.
Ferkaber 249.
Fitorari, der Vorkämpfer der kaiserlichen Heere 208.
Flusspferde 292.
Frankreichs Machtlosigkeit gegen Abessinien 123.
Gebirgslandschaft Abessiniens 285.
Gedem-Berg 31. 88.
Besteigung desselben 95 fg.
Wasserrinnsale 98.
Die Gedalospitze 101.
Messung 101.
Vier weitere Kuppen: Arbara, Idet, Maderali und Koma 102.
Vegetation und Thierwelt 103.
Bewohner des Gedem und ihre Religion, Gebräuche, Kleidung und
Nahrung 103 fg.
Das weibliche Geschlecht. Charakter der Bevölkerung 105.
Gees, die heilige Sprache für die abessinischen Mosaisten 276.
Geisteskranke in Abessinien 322.
Gemp, der, Kaiserschloss in Gondar 260 fg.
Genda-Thal 333.
Gerichtssitzung 329.
Gessi und sein Schicksal 339.
Gewitter 334.
Glaube, geographischer, der Abessinier 212.
Glaubenswechsel 184.
Gobesieh 41.
Godofelassi, abessinische Stadt 153. 317.
Golf von Sues, sein Name bei den Alten 6.
Gomara 249.
Gondar. Seine Lage 252.
Bauten und Lustgärten 253.
Beschreibung und Geschichte von Gondar 254.
Einwohnerzahl 255.
Heimsuchung durch Kaiser Theodor 256.
Ursachen der Entvölkerung 257.
Ihre kaukasische Bildung 257.
Ortsverhältnisse 260.
Der Gemp 260.
Besuch beim obersten Geistlichen 264.
Schmucksachen 266.
Markt 266.
Preise 267.
Kirchen und Geistliche. Kunstfertigkeit der letztern 268 fg.
Gondar noch immer Mittelpunkt der Kunst und Wissenschaft 269.
Lustschlösser um Gondar 270.
Gordon Pascha. Gesandtschaft nach Abessinien 72.
Zusammenkunft mit dem Negus 74.
Schilderung seiner letzten Zusammenkunft mit dem Negus 76.
Widerwärtigkeiten auf der Rückreise nach Aegypten 79.
Ein Brief an die „Times“ über abessinische Verhältnisse 81.
Grant, Major 44.
Grossherzog von Baden 157.
Gudda-Guddi, Schlacht zwischen Abessiniern und Aegyptern 58.
Guguwie-Berg 240.
Guna-Berg 194. 200.
Gundet, District 156.
Habib, Postdirector in Massaua 31.
Hadj, Mekkapilger 19.
Hailo, Gouverneur von Hamasen 43.
Halebi, Rohlfs’ Hund 170.
Hamedo-Gegend 157.