An ein Viertelpfund fein geriebenen Zucker schlägt man ein Eiweiß, rührt

es eine Viertelstunde miteinander, nimmt ein Loth gestoßenen Zimmt dazu

und ein paar Tropfen Citronensaft.

667. Gebackene Finger von Mandelnteig.

Von einem Pfund Mehl, einem Viertelpfund Butter, einem Viertelpfund

gestoßenen Mandeln, einem halben Glas Wein, Zimmt und Nelken (nach

Belieben), der Schale von einer Citrone, etwas Pomeranzenschalen und 2

Eiern wird ein glatter Teig bearbeitet, Fingerlein daraus gemacht und im

heißen Schmalz gebacken.

668. Flugpasteten.

4 Eierweiß werden zu einem steifen Schnee geschlagen, ein Täfelchen

geriebene Chokolade darunter gerührt, Manchetten von weißem Papier

gemacht, diese auf ein schwarzes Blech gestellt, die Masse darein

gefüllt und 4 Minuten lang im Rohr getrocknet.

669. Galanterieküchlein.

Ein Pfund schönes Mehl und ein Pfund Butter reibt man mit der Hand

untereinander, bis nichts mehr von der Butter zu sehen ist, nimmt ein

halbes Pfund gesiebten Zucker und 2 Eier dazu, wellt den Teig aus,

schlägt ihn übereinander, wellt ihn fingerdick aus, sticht mit einem

blechernen Mödelchen Küchlein davon aus, bestreicht sie mit Eierweiß,

streut grob gestoßenen Zimmt und Zucker darauf und backt die Küchlein

schön gelb.

670. Geduldzeltchen.

Von 5 Eierweiß wird ein steifer Schnee geschlagen, mit einem halben

Pfund Zucker und 8 Loth Mehl und dem Gelben einer Citrone ganz dick

gerührt, ein schwarzes Blech mit Wachs bestrichen, mit einem durchs

Wasser gezogenen Trichter tropfenweise von der Masse auf das Blech

laufen gelassen und im Ofen getrocknet; sie müssen aber weiß bleiben.

671. Aufgelaufene Geduldzeltchen.

An ein Ei wird in einer Schüssel ein Viertelpfund fein gesiebter Zucker

eine halbe Stunde lang gerührt, hernach ein Viertelpfund vom schönsten

Mehl, das von einer halben Citrone am Reibeisen abgeriebene Gelbe

darunter gemischt, davon auf ein mit Wachs oder Speck bestrichenes

schwarzes Blech kleine Häuflein gesezt und im Ofen gebacken.

672. Haselnußküchlein.

Ein Viertelpfund Zucker, 6 Eierweiß, die abgeriebene Schale von

einer Citrone, 8 Loth Butter, 4 Loth Mehl und 2 Hände voll gestoßene

Haselnüsse arbeitet man recht durcheinander, backt sie im Waffelneisen

gelb und streut Zucker darauf.

673. Hippen mit Mandeln.

2 Eierweiß, ein Viertelpfund gesiebter Zucker, ein Viertelpfund

fein gestoßene Mandeln und eine Messerspitze voll Zimmt werden eine

Viertelstunde miteinander gerührt, die geriebene Schale von einer

Citrone, der Saft von einer halben Citrone und 3 Loth Mehl damit

vermischt, ein schwarzes Blech mit Speck bestrichen, Hippen von der

Masse gemacht, dieselben schön gebacken und, wenn sie noch recht warm

sind, über ein rundes Holz gedrückt.

674. Hippen ohne Mandeln.

4 Loth Mehl rührt man mit Wein oder weißem Bier glatt, nimmt 4 Eierweiß,

3 Loth gestoßenen Zucker, ein Quint Zimmt und eine halbe Muskatnuß dazu,

rührt noch einmal Alles recht untereinander, bestreicht ein Hippeneisen

mit Speck, macht es heiß, gießt einen Eßlöffel voll von dem Teig daran,

backt die Hippen schön gelb und drückt sie noch heiß über ein rundes Holz.

675. Wiener Hippen.

Man macht von einem Vierling Mehl, 4 Loth Schmalz, 4 Loth gestoßenen

Mandeln, einem Viertelpfund gesiebten Zucker, 4 Eiern, von der Schale

und dem Saft einer Citrone und einem Löffel voll süßem Rahm einen

glatten Teig, backt ihn im Hippeneisen und rollt die Hippen, ehe sie

kalt werden, auf.

676. Gewöhnliches Hutzelnbrod (Schnitzbrod).

Man siedet Hutzeln und Zwetschgen, so viel man braucht, nimmt auch nach

Belieben Rosinen dazu, schneidet ein halbes Pfund abgezogene Mandeln

der Länge nach, macht 50 bis 60 Stücke welsche Nüsse aus, nimmt Zimmt,

Nelken, Anis, Feigen, ein Glas Kirschengeist dazu, mischt Waizenmehl

und etwas Bierhefe mit der gekochten Hutzelnbrühe, macht einen (sog.)

Vorteig davon und läßt ihn in der Wärme gehen; wenn er reif ist,

arbeitet man ihn recht zusammen, salzt ihn, stellt ihn wieder zur

Wärme, läßt ihn halbreif werden, macht Laibchen davon, arbeitet von den

gewürzten Hutzeln darein, bestreicht die Laibchen mit Hutzelnbrühe, läßt

sie noch einmal gehen und backt sie dann im Ofen.

677. Bozener Hutzelnbrod.

Einen Vierling Hutzeln siedet man recht weich, schneidet sie in

kleine Stückchen, nimmt Butzen und Stiele davon, macht ein Pfund

Zibeben, ein Pfund Weinbeeren, 2 Pfund sauber gewaschene ausgesteinte

Zwetschgen, 12 Feigen, ein Pfund abgezogene und fein geschnittene

Mandeln, 2 Loth Zimmt, ein halbes Loth Nelken, für 6 Kreuzer Kubeben und

Cardamomen (fein gestoßen), ein Pfund Citronat und Pomeranzenschalen

(fein geschnitten) gut untereinander, nimmt 3 Hände voll Mehl aufs

Nudelnbrett, macht einen festen Teig mit Wasser an, wellt ihn stark

messerrückendick aus, schlägt die Masse darein, macht das Brod rund,

aber höchstens 4 Finger hoch, stupft es ein wenig, thut es in den

Backofen und läßt es recht schön backen. Man macht folgendes Eis

darüber: von 2 Eierweiß und einem Viertelpfund fein gestoßenem Zucker,

dem Saft einer halben Citrone rührt man ein dickes Eis, bestreicht das

Hutzelnbrod messerrückendick damit und garnirt es mit eingemachten

Früchten nach Belieben.

678. Kindbetterinbrod.

Ein Viertelpfund Butter, ein Viertelpfund fein gestoßene Mandeln,

von einer halben Citrone das Gelbe, 4 Loth fein gestoßener Zucker,

ein Viertelpfund feines Mehl und ein Ei werden zu einem Teig

zusammengearbeitet, daraus daumengroße Stängelchen, an beiden Enden

spitzig, gemacht, mit dem Messer Gitter darauf gerissen, auf ein

schwarzes, mit einer Speckschwarte bestrichenes Blech gelegt, mit

Eierweiß bestrichen, mit grob gestoßenem Zucker bestreut und im Ofen

gebacken.

679. Kofern.

Man rührt 6 Loth Butter, 4 Loth Zucker, eine halbe am Reibeisen

abgeriebene Citrone, ein ganzes Ei, 8 Loth feines Mehl, einen Löffel

voll süßen Rahm, ein halbes Loth Pomeranzenschalen, Zimmt und Nelken

nach Belieben, miteinander recht glatt an, bestreicht das Koferneisen

mit Speck, macht es heiß, gießt einen Löffel voll von dem Teig hinein,

macht das Eisen fest zu, backt die Kofern auf diese Art aus und drückt

sie, während sie noch heiß sind, auf ein rundes Holz.

680. Böhmische Kolatschen.

Aus 2 Pfund Mehl, 3 Löffeln voll guter weißer Bierhefe und einem

Schoppen warmer Milch macht man in einer Schüssel einen Vorteig, den man

bei gelinder Wärme gut gehen läßt. Hierauf wird er mit 5 Eierdottern und

2 Loth gestoßenem Zucker mit der Hand gearbeitet, auf dem Nudelnbrett

ausgewellt, 12 Loth Butter auf den Kuchen geschnitten, die Kuchen

übereinander geschlagen und nochmals ausgewellt; dieses Verfahren wird

so lange fortgesezt, bis nichts mehr von der Butter zu sehen ist. Dann

kommt der Teig wieder in die Schüssel, wo man ihn gehen läßt; hernach

macht man runde Häufchen davon, welche man auf ein Blech sezt und

langsam gehen läßt; drückt mit einem Ei eine Vertiefung hinein, füllt

diese mit Aprikosenmarmelade aus, legt ein wenig Schnee von Eierweiß

darauf, bestreut dieselben mit Zucker und Vanille und backt sie eine

halbe Stunde nicht zu heiß.

681. Luftnudeln.

8 Loth Butter, 8 Loth Wasser und 12 Loth Zucker werden in einer

messingenen Pfanne miteinander gekocht und dann 9 Loth feines Mehl

und für 9 Kreuzer gestoßene Vanille dazu gerührt. Ist der Teig so

getrocknet, daß er sich von der Pfanne losschält, so wird er in eine

Schüssel genommen, 6 Eier, eines nach dem andern, daran gerührt und

von solcher Masse daumenlange Nudeln auf einem mit Fett bestrichenen

schwarzen Bleche bei guter Hitze gebacken.

682. Makronen.

Ein halbes Pfund abgezogene Mandeln werden mit Eierweiß im Reibstein

fein gerieben (auf ein Pfund Mandeln rechnet man 4 große oder 5

kleine Eierweiß), in einer Schüssel mit einem Pfund gesiebten Zucker

zusammengearbeitet und 2 Eierweiß daran gerührt. Davon sezt man runde

oder längliche Makronen auf Oblaten auf einem schwarzen Bleche und backt

sie in einem abgekühlten Ofen aus.

683. Gebackene Mandeln.

Man rührt 3 Eierdotter und ein Ei an ein Viertelpfund Zucker, nimmt es

in eine Schüssel, reibt eine Citrone am Reibeisen ab, läßt welschnußgroß

Butter zergehen und rührt Alles untereinander. Darauf mischt man 5 Loth

Mehl darunter, wellt den Teig auf dem Nudelnbrett fingersdick aus,

sticht mit einem blechernen Mödelchen, das die Form einer Mandel hat,

die Kuchen aus, backt die Küchelchen im heißen Schmalz gelb und bestreut

sie mit Zucker. Beim Ausstechen darf nicht mehr viel Mehl hinein

gearbeitet werden.

684. Gebackene Mandeln anderer Art.

Man stößt ein Viertelpfund abgezogene Mandeln mit Rosenwasser ganz fein,

bringt sie in eine Schüssel, schlägt 2 Eier daran, thut 4 Loth fein

gestoßenen Zucker dazu und rührt die Masse eine Viertelstunde lang. Dann

kommt von einer halben Citrone die am Reibeisen abgeriebene Schale und

eine Messerspitze voll Zimmt dazu. Alles wird nun mit 12 Loth feinem

Mehl gut gerührt, auf einem mit Mehl bestreuten Brett kleinfingerdick

gewellt und ebenfalls mit einem Mödelchen Mandeln daraus gestochen, die

man in heißem Schmalz schön gelb ausbackt und mit Zucker bestreut.

685. Gebackene Mandeln anderer Art.

3 Eierdotter, 1 Löffel voll Kirschengeist und 2 Löffel voll Zucker macht

man untereinander, rührt so viel Mehl darein, bis man den Teig würgen

kann; im Uebrigen werden sie gemacht, wie die andern gebackenen Mandeln

und mit Zimmt und Zucker bestreut.

686. Geröstete oder gebackene Mandeln.

Ein halbes Pfund Zucker wird geläutert, ein halbes Pfund Mandeln mit

einem Tuch abgerieben und in dem Zucker gekocht, bis sie krachen. Dann

werden sie vom Feuer genommen und so lange umgerührt, bis sie kalt sind,

ferner wieder gekocht, bis sie glänzen, auf einem Brett verzupft und

dann aufbewahrt.

687. Mandelbögen.

Man schneidet ein Viertelpfund abgezogene Mandeln so fein wie möglich,

von einer Citrone wird das Gelbe abgerieben, von 3 Eiern ein steifer

Schnee geschlagen und die Mandeln mit 3 Loth gestoßenem Zucker darunter

gemengt. Dann bestreicht man ein schwarzes Blech mit Wachs, schneidet

stark messerrückendicke, fingersbreite und fingerslange Stückchen von

der Masse darauf und backt sie im Ofen gelb; dann wird das Gebackene

gleich auf dem Wellholz krumm gemacht.

688. Aufgelaufenes Mandelnbrod.

Ein Pfund abgeschälte Mandeln werden der Länge nach so fein als möglich

geschnitten, von 4 Eierweiß und einem Viertelpfund gesiebtem Zucker

ein dickes Eis gerührt, ein Loth feines Mehl nebst den Mandeln dazu

genommen, Oblaten auf ein schwarzes Blech gelegt, fingersdick die Masse

darauf gestrichen und das Mandelnbrod im Ofen gebacken.

689. Falsches Mandelnbrod.

1-1/2 Viertelpfund Mehl, ein Viertelpfund Zucker, ein Viertelpfund

Butter, ein Stück Zucker, woran eine Citrone abgerieben, wird zusammen

auf dem Nudelnbrett zu einem Teig gemacht; dazu kommen 2 bis 3

Löffel voll Wein, dann wird der Teig noch einmal gearbeitet, stark

messerrückendick ausgewellt, mit einem viereckigen Mödelchen Küchlein

daraus gestochen, diese auf einem mit Mehl bestreuten Blech, mit

verklopftem Ei bestrichen, viel Zucker und Zimmt darüber gestreut und im

Ofen gebacken.

690. Mandelhäufchen.

Man schneidet ein halbes Pfund abgezogene Mandeln der Länge nach, rührt

sie mit 4 Loth Citronat, Pomeranzenschalen, der Schale einer Citrone

(welches Alles fein gewiegt wird), 4 Eierweiß zu Schnee geschlagen und

ein halbes Pfund gesiebten Zucker eine starke Viertelstunde, belegt ein

schwarzes Blech mit Oblaten, sezt Häufchen von der Masse darauf und

backt diese im Ofen gelb.

691. Mandelhäufchen anderer Art.

Der steife Schnee von 2 Eierweiß und ein Viertelpfund fein gesiebter

Zucker werden zu dickem Eis gerührt, etwas Citronengelb daran gerieben

und mit einem Viertelpfund abgezogenen, möglichst fein geschnittenen

Mandeln untereinander gemacht. Sodann werden Oblaten auf ein schwarzes

Blech gelegt und von der Masse Häufchen so groß wie eine Welschnuß

darauf gesezt, worauf man sie in einem abgekühlten Ofen gelb backt.

692. Mandelkränzchen.

Aus 12 Loth Mehl, einem Viertelpfund Butter, 4 Loth Zucker, 2 Löffeln

voll Rosenwasser, 2 bis 3 Eierweiß wird auf dem Nudelnbrett ein Teig

gut durchgearbeitet, Kränzchen davon gemacht, die man auf ein mit Mehl

bestreutes Blech legt, mit Ei bestreicht, mit grob gestoßenem Zucker und

Mandeln bestreut und im Ofen gelb backt.

693. Mandelküchlein.

Aus einem Viertelpfund Butter, einem halben Pfund Mehl, 4 Loth Zucker

und einem Eidotter wird auf dem Nudelnbrett ein Teig gemacht, dieser

messerrückendick ausgewellt, mit einem Trinkglas Küchlein daraus

gestochen und auf ein mit Mehl bestreutes Blech gelegt. 4 Loth

abgezogene Mandeln werden mit Rosenwasser gestoßen und auf einen Teller

geschüttet, wo noch 2 Loth gestoßener Zucker, 2 Messerspitzen voll Zimmt

und der Saft von einer Citrone darunter gemengt wird. Diese Masse wird

auf die Küchlein vertheilt und dieselben im Ofen gelb gebacken.

694. Mandelschnecken.

Ein Butterteig wird messerrückendick ausgewellt und eine halbe

Viertelelle lange Riemen daraus geschnitten. Ein Viertelpfund

abgezogene, nicht sehr fein gestoßene Mandeln wird mit dem Gelben,

dem Mark und dem Saft einer Citrone und 4 Loth Zucker vermischt, die

Masse auf die Streifchen gestrichen, diese in Form von Schnecken

zusammengerollt und auf einem mit Mehl bestreuten Blech gelb gebacken.

695. Muskazine.

Ein halbes Pfund Mandeln wird abgerieben, fein gestoßen, 2 ganze Eier,

ein Eiweiß, ein halbes Pfund gesiebter Zucker, eine abgeriebene Citrone,

3 Loth fein gewiegter Citronat und Pomeranzenschalen, ein Loth Zimmt,

ein Quint Nelken dazu genommen, eine halbe Stunde miteinander gerührt,

der Teig auf ein Nudelnbrett mit Zucker und Mehl gelegt, die Mödel mit

Zucker ausgestreut, der Teig fest darein gedrückt, Oblaten auf ein

schwarzes Blech gelegt, die Muskazinen aus den Mödeln auf die Oblaten

gelegt und gebacken.

696. Nonnenkrapfen.

2 Pfund geriebenes schwarzes Brod läßt man auf einem schwarzen Blech

im Ofen gelb werden, reibt eben so viel braune Nürnberger Lebkuchen

gleichfalls am Reibeisen und macht das Brod und die geriebenen Lebkuchen

in einer Schüssel mit 3 Messerspitzen voll gestoßenen Nelken, einem

Loth gestoßenem Zimmt, für 6 Kreuzer Cardamom und fein gestoßenen

Kubeben, nebst einem halben Schoppen Honig zu einem festen Teig, den man

zugedeckt stehen läßt. Man nimmt nun Mehl aufs Nudelnbrett so viel man

braucht, macht einen Teig wie zu geschnittenen Nudeln, wellt ihn stark

messerrückendick aus, legt einen Eßlöffel voll von der Masse darauf,

doch so, daß fingerbreit leer bleibt, schlägt den Teig darüber, macht

mit einem Backrädchen runde Kräpfchen davon, legt sie auf ein schwarzes

Blech, stellt sie in einen Ofen und trocknet sie; sie müssen ganz weiß

bleiben.

697. Ofenküchlein.

Die Ofenküchlein werden auf die nämliche Art gemacht wie anderes

derartiges Backwerk. Einen Schoppen Wasser, 4 Loth Butter, 2 Loth Zucker

läßt man in einer messingenen Pfanne miteinander kochen, rührt 10 Loth

feines Mehl darein, kocht es wieder bis es sich von der Pfanne losmacht.

Dann kommt der Teig in eine Schüssel, wo man 4 bis 5 Eier, eines nach

dem andern, daran rührt. Dieser Teig wird auf ein schwarzes mit Mehl

bestreutes Blech gesezt, mit etwas Eingemachtem oder mit geschnittenen

Mandeln, jedenfalls mit Zucker überstreut und in gelinder Hitze gebacken.

698. Pfaffenbrod.

Von einem Eiweiß schlägt man einen steifen Schnee, rührt 3 Eiergelb,

8 Loth fein gestoßenen Zucker dazu und das Ganze eine Viertelstunde

untereinander; dann werden 8 Loth abgezogene und möglichst fein

geschnittene Mandeln mit 5 Loth Mehl und dem Gelben einer halben am

Reibeisen abgeriebenen Citrone unter die Masse gethan. Nun nimmt man

eine Hand voll Mehl und Zucker untereinander auf das Nudelnbrett, wellt

den Teig darauf stark messerrückendick aus, schneidet einen Finger lange

und 2 Finger breite Stückchen davon, läßt diese auf einem mit Speck

bestrichenen Bleche eine Viertelstunde lang stehen, damit sich der

Zucker in die Höhe zieht, und backt sie in gelinder Ofenhitze aus.

699. Pfaffenkappen.

An ein Viertelpfund abgezogene Mandeln und ein Viertelpfund Zucker

werden 2 Eier und 2 Dotter geschlagen und mit einer am Reibeisen

abgeriebenen Citrone wie eine Mandeltorte gerührt bis der Teig dick

ist. Inzwischen wellt man einen mürben Butterteig messerrückendick aus,

schneidet mit einem warmen Messer 3 Finger breite und eine Viertelelle

lange Streifen möglichst genau, legt einen Löffel voll von der gerührten

Masse mitten auf einen Streifen, faßt die beiden Ecken über's Kreuz und

legt sie in die Mitte des Streifen, bestreicht sie mit Ei, faßt die

andern zwei Ecken über's Kreuz und legt sie in die Mitte des Streifen,

so daß er die Form einer Pfaffenkappe bekommt; bestreicht ihn sodann

wieder mit Ei, streut grob gestoßenen Zucker darauf, sezt die Streifen

auf ein schwarzes Blech und backt sie.

700. Pfeffernüßchen.

3 Eierweiß schlägt man zu einem steifen Schnee, rührt das Gelbe von den

Eiern, dann ein halbes Pfund gesiebten Zucker darein und rührt Alles

eine Viertelstunde miteinander; wiegt sodann von einer Citrone das

Gelbe, so wie 2 Loth Citronat und Pomeranzenschalen und thut sie mit

2 Messerspitzen voll Zimmt, einer Messerspitze voll Nelken und einem

halben Pfund feinem Mehl an die Masse und macht Kügelchen von der Größe

einer Haselnuß daraus; sodann bestreicht man ein schwarzes Blech mit

einer Speckschwarte, auf welchem man die Kügelchen im Ofen gelb backt.

701. Pomeranzenküchlein.

Zu einem Viertelpfund fein gestoßenem Zucker schlägt man in einer

Schüssel 4 Eiergelb und rührt sie eine Viertelstunde durcheinander;

dann wiegt man 2 Loth Citronat und Pomeranzenschalen, 3 Loth abgezogene

Mandeln, von einer halben Citrone das Gelbe zusammen, aber nicht zu

fein, und mischt es unter die Masse; hernach rührt man 6 Loth feines

Mehl darein, legt steifes Papier auf ein schwarzes Blech, streut Zucker

darauf und sezt Häufchen auf das Papier, stellt sie zur Probe in den

Ofen, ob sie nicht mehr zerlaufen; sollten sie noch zerlaufen, so wird

noch mehr Mehl dazu genommen, und die Häufchen werden alsdann gebacken.

702. Basler Lebkuchen.

Man macht ein halbes Pfund Zucker, ein halbes Pfund Mehl, ein

Achtelpfund abgezogene, grob gestoßene Mandeln, eine geriebene

Citronenschale, 2 Loth grob gewiegten Citronat, ein halbes Loth Zimmt,

2 Messerspitzen voll Nelken, eben so viel Muskatblüthe und den Schnee

von 2 Eierweiß untereinander, macht einen Teig davon, wellt ihn auf

dem Nudelnbrett fingerdick aus, sticht mit einem blechernen Mödelchen

Stückchen davon, backt diese auf einem mit Mehl bestreuten Blech

nicht ganz aus und bestreicht sie mit folgendem Eis: Man kocht ein

Viertelpfund Zucker und 2 Löffel voll Wasser so lange miteinander, bis

der Zucker Fäden zieht, gießt den Saft von 3 bis 4 Citronen daran,

läßt das Eis noch einmal aufkochen, bestreicht damit die Lebkuchen und

trocknet sie im Ofen.

703. Nürnberger Lebkuchen.

Man stellt eine halbe Maas Honig in einer messingenen Pfanne auf's

Feuer; wenn er anfängt zu kochen, thut man ein halbes Pfund gestoßenen

Zucker darein, läßt es 8 Minuten miteinander kochen, schneidet ein Pfund

abgezogene Mandeln quer durch und mischt sie darunter, läßt Alles noch

eine Minute kochen, nimmt es in eine Schüssel, von 2 Citronen das Gelbe,

4 Loth Citronat und 4 Loth Pomeranzenschalen dazu (die Citronen nicht

sehr fein gewiegt), 1 Loth gestoßenen Zimmt, ein halbes Quint Nelken,

Cardamomen, Kubeben, jedes für einen Kreuzer, auch eine geriebene

Muskatnuß und rührt 2 Pfund Mehl in die Honigmasse. So lang der Teig

warm ist, nimmt man ihn aufs Nudelnbrett, streut den dazu bestimmten

Model mit Mehl aus, drückt von dem Teig in den Model, so daß er einen

kleinen Finger dick ist, stürzt ihn um, bestreut ein schwarzes Blech mit

Mehl, legt die Lebkuchen darauf, bestreicht sie mit Ei und backt sie

im Ofen. Es kann auch noch eine Messerspitze voll Potasche dazu

genommen werden.

704. Weiße Mandellebkuchen.

Man schneidet ein Pfund abgezogene Mandeln so fein als möglich, läßt

sie auf einem Blech im Bratrohr gelb anlaufen, rührt 8 Eierweiß und ein

Pfund feingesiebten Zucker eine Viertelstunde lang miteinander, wiegt

ein Quint Cardamomen, 4 Loth Citronat, eine Citronenschale recht fein,

nimmt ein halbes Loth gestoßenen Zimmt, eine Messerspitze voll Nelken

dazu, mischt die Mandeln und ein Pfund feines Mehl mit dem Obigen, macht

einen Teig davon, klopft ihn auf dem Nudelnbrett mit dem Messer breit,

macht 3 Finger breite und einen Finger lange Küchlein davon, legt sie

auf Oblaten und backt sie im Ofen. Man macht folgendes Eis darauf: Ein

Viertelpfund Zucker und 2 Eßlöffel voll Wasser kocht man miteinander,

drückt den Saft von einer Citrone darein, läßt das Eis noch einmal

aufkochen, bestreicht damit die Kuchen vermittelst eines Pinsels und

trocknet sie im Ofen.

705. Geringe Art von Lebkuchen.

Man läßt eine halbe Maas Honig in einer messingenen Pfanne eine

Viertelstunde kochen, nimmt ihn in eine Schüssel, thut 3 Löffel voll

Kirschengeist, gestoßenen Fenchel, Anis, Ingwer, eine Messerspitze

voll Pfeffer, eben so viel Potasche und so viel Mehl dazu, daß man ihn

arbeiten kann, nimmt ihn dann auf das Nudelnbrett, drückt ihn in die

dazu bestimmten Mödel, sezt die Lebkuchen auf ein schwarzes mit Mehl

bestreutes Blech, bestreicht sie mit Ei, legt auf die vier Ecken eines

jeden Lebkuchen eine abgezogene Mandel und backt sie im Ofen.

706. Salzküchlein.

Man rührt 3 Eiergelb mit einem Pfund Zucker eine Viertelstunde lang,

rührt dazu 6 Loth mit Rosenwasser gestoßene Mandeln eine Viertelstunde,

schneidet viereckige Stückchen von Oblaten, streicht von der Masse stark

messerrückendick darauf, legt sie auf ein schwarzes Blech, streut grob

gestoßenen Zucker darauf und backt sie.

707. Scharmützeln.

5 Eierweiß schlägt man zu einem steifen Schnee, rührt ihn mit einem

Pfund fein gestoßenen Zucker eine halbe Stunde, bis es ein dickes Eis

ist, schneidet von steifem Papier runde Stückchen, macht kleine Kapseln

davon, zieht sie über ein rundes Holz oder über einen Fingerhut, füllt

die Kapseln halb voll, stellt sie auf ein schwarzes Blech und thut

dieses in einen abgekühlten Ofen. Sie müssen ganz weiß bleiben.

708. Schneehäufchen.

3 Eierweiß schlägt man zu einem steifen Schnee, nimmt ein halbes Pfund

Zucker und 3 bis 4 Tropfen Anisöl darunter (doch darf die Masse nicht

flüssig, sondern fest seyn), bestreicht ein schwarzes Blech mit Wachs,

sezt kleine Häufchen von der Masse darauf und backt sie in einem

abgekühlten Ofen.

709. Chokoladeschnitten.

Ein halbes Pfund feingesiebter Zucker wird mit 3 Eiergelb eine

Viertelstunde gerührt, ein Viertelpfund abgezogene, feingestoßene

Mandeln, ein Viertelpfund fein geriebene Chokolade, 2 Loth Stärkmehl,

von 6 Eierweiß der Schnee mit Obigem vermischt, ein Blech mit Butter

bestrichen, die Masse darein gefüllt und schön gelb gebacken, aber erst

den andern Tag angeschnitten.

710. Jägerschnitten.

Man rührt ein halbes Pfund Zucker und 10 Eiergelb in einer Schüssel eine

halbe Stunde recht stark miteinander; eine am Reibeisen abgeriebene

ganze Citrone, 4 Loth abgezogene, der Länge nach geschnittene Mandeln,

der Schnee von 6 Eierweiß, 6 Loth feines Mehl werden nun unter das

Obige gemischt, eine blecherne Form mit Butter bestrichen, ein wenig

Zucker darein gestreut, die Masse hinein geschüttet, bei gelinder Hitze

gebacken und den andern Tag erst zu Schnitten geschnitten.

711. Weiße Mandelschnitten.

In einer Schüssel werden ein halbes Pfund Zucker, ein Viertelpfund fein

gestoßene Mandeln, eine am Reibeisen abgeriebene Citrone und 6 Eier eine

halbe Stunde recht stark miteinander gerührt, dann 2 Hände voll feines,

geriebenes Geigenmehl, 3 Finger voll weißes Mehl darunter vermischt,

eine lange, blecherne Form mit Butter bestrichen, die Masse darein

gefüllt und bei gelinder Hitze gebacken. Den andern Tag schneidet man

den Kuchen in Schnitten und läßt sie auf einem schwarzen Blech im Ofen

schön gelb bähen.

712. Weinbeerschnitten.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 20 / 25 段