Mehl wird in einer Schüssel mit lauem Weißbier zu einem Teig, wie

Flädchenteig, gemacht, 5 Eßlöffel voll siedend heißes Schmalz, einer

nach dem andern, daran gerührt, Schnitte von guten Backäpfeln geschält,

das Kernhaus ausgestochen, in den Teig gemengt, in heißem Schmalz

langsam unter häufigem Schütteln der Pfanne ausgebacken und Zucker und

Zimmt darauf gestreut.

620. Gebackene Aepfelschnitten.

Von 3 bis 5 Stück Mundbroden schneidet man die harte Rinde unten ab,

taucht 3 bis 4 Schnitten zumal in die Milch, legt sie aufeinander und

macht fort bis sie zu Ende sind. Nun macht man folgenden Teig: einen

Schoppen lauen Wein rührt man mit Mehl wie einen Flädchenteig, schält

6 bis 8 Aepfel, thut ein Stück Butter in eine Casserolle, die Aepfel,

2 Loth Zucker, ein Achtelpfund kleine Weinbeeren dazu, kocht sie damit

weich, thut 2 Messerspitzen voll Zimmt daran, verrührt alles wie einen

Brei und läßt es auf einer Platte erkalten; dann macht man Schmalz heiß,

nimmt einen halben Löffel voll Aepfel, rührt sie an den Teig, nimmt 2

von den Schnitten, streicht von den gekochten Aepfeln einen Eßlöffel

voll darauf, deckt eine andere Schnitte darauf, taucht sie in den Teig,

backt sie gelb aus und streut Zucker und Zimmt darauf.

621. Bauernmocken.

In einen Vorteig (Zusang) von Mehl, Hefe und Milch wird Käs von einer

Maas saurer Milch gethan, 2 Eier und ein Eiergelb daran geschlagen, 3

Eßlöffel voll dicker saurer Rahm, ein Achtelpfund Zucker dazu gethan und

alles mit Salz und Schnittlauch wohl vermengt. Dieser Teig wird noch

eine Viertelstunde geklopft, bis er sich von der Schüssel losmacht und

dann stehen gelassen, bis er reif ist. Dann sticht man mit einem Löffel

lange Küchlein, legt sie in heißes Schmalz und backt sie langsam.

622. Gebackene Flädlein mit Mandelfülle.

Es werden Flädlein wie gewöhnlich gebacken; nur kommt etwas Zucker

in die Masse. Man rührt ein Viertelpfund abgezogene und mit Eierweiß

fein gestoßene Mandeln, 6 Loth fein gestoßenen Zucker, eine halbe

am Reibeisen abgeriebene Citrone, 3 ganze Eier ganz dick, legt die

Flädlein auseinander und bestreicht ein jedes mit der Fülle, rollt sie

zusammen, schneidet jede dieser Rollen in 2 Theile, wendet sie in einem

verklopften Ei um und backt sie in Schmalz gut aus. Man macht eine Wein-

oder Milchsauce von Arak daran.

623. Gebackene Küchlein von Kalbsbrieschen.

2 abgeriebene Wecken weicht man in Wasser ein, drückt sie fest aus,

rührt ein Viertelpfund Butter in einer Schüssel leicht, nimmt die Wecken

dazu, siedet 2 Kalbsbrieschen in Wasser, schneidet diese, nachdem

die Gurgeln und Adern davon geschnitten worden, in kleine Stückchen,

dämpft in einer Casserolle mit einem Stück Butter 2 bis 3 gewiegte

Schalottenzwiebeln, etwas Schnittlauch oder Petersilie, die Brieschen

und Obiges miteinander, läßt es dann erkalten, rührt nun 5 Eier, eins

nach dem andern, an die in Butter gerührten Wecken, thut die Brieschen

nebst Salz und Muskatnuß dazu, macht von der Masse runde Küchlein und

backt sie schön gelb in Schmalz. Man kann sie als Beilage geben.

624. Kapuzinerküchlein.

Man macht in einer Schüssel mit 2 Pfund Mehl, 3 Löffeln voll Bierhefe

und einem halbsauren Rahm einen Vorteig, läßt ihn geben, stoßt ein

Achtelpfund geschälte Mandeln, worunter einige bittere seyn müssen,

recht fein, schneidet ein Viertelpfund Butter in den Teig, nimmt die

Mandeln nebst 3 Eiern, einem Viertelpfund Zibeben, wovon die Kerne

genommen wurden, dazu, arbeitet nun den Teig mit allem zusammen und

läßt ihn nochmals in der Wärme gehen. Wenn er reif ist, wellt man ihn 2

messerrückendick aus, schneidet mit dem Backrädchen dreieckige Stückchen

davon aus, backt die Küchlein in Schmalz und streut Zucker und Zimmt

darauf.

625. Kartoffelküchlein.

Man reibt Kartoffeln, welche schon Tags zuvor gesotten worden, auf

dem Reibeisen ab. Nebenbei macht man aus einem Mäßchen Mehl, guter

Bierhefe und Milch einen Vorteig oder Hefenteig, den man in gemäßigter

Wärme stehen läßt. Sodann läßt man ein Pfund Butter in einer Schüssel

zergehen, thut die Kartoffeln daran, gießt einen halben Schoppen

dicken sauren Rahm dazu und rührt es wohl durcheinander. Man kann auch

Schnittlauch dazu thun; auch kommt Salz und Muskatnuß daran. Nun wird

alles mit dem Hefenteig und 3 Eiergelb untereinander geknetet. Ist der

Teig reif, so werden Küchlein daraus gemacht und in Schmalz gebacken.

626. Königsnudeln.

Ein Schoppen Milch wird siedend gemacht; man rührt so viel Mehl darunter

bis es ein dicker Brei ist, nimmt etwas frische Butter dazu, schlägt 4

Eier, eines nach dem andern und 4 Dotter daran und kocht es so lange,

bis es ganz trocken ist, thut es hernach in eine Schüssel nebst 2

Löffeln voll guter Bierhefe, und läßt es eine Zeit lang bei der Wärme

stehen, macht Nudeln davon, backt sie in heißem Schmalz gut aus und

streut Zucker und Zimmt darauf.

627. Berliner Pfannenkuchen.

Von einem Pfund Mehl macht man in einer Schüssel mit 2 Löffeln voll

guter dicker Bierhefe und lauer Milch ein kleines Vorteigchen, stellt

es auf die Seite und läßt es gehen. Sodann rührt man 8 Loth Butter in

einer Schüssel ganz schaumig, 4 Eiergelb, eines nach dem andern, daran,

arbeitet die gerührte Butter und das Mehl durcheinander, Salz und Zucker

dazu, dann den Teig noch eine Viertelstunde; sollte er noch zu fest

seyn, so kann noch lauer Rahm dazu genommen werden. Den Teig stellt man

noch ein Mal in die Wärme und läßt ihn gehen, aber nicht ganz reif.

Unterdessen nimmt man ein Viertelpfund große und kleine Weinbeeren,

wellt den Teig zur Hälfte auf dem Nudelnbrett stark messerrückendick

aus, bestreicht ihn mit zerlassener Butter, belegt ihn ganz mit Rosinen

und Zibeben, wellt den andern Teig eben so dünn aus, legt ihn auf den

ersteren Kuchen, schneidet oder sticht mit einem runden Mödelchen

Küchlein davon aus, backt sie in einer Pfanne mit heißem Schmalz schön

gelb aus und streut Zucker und Zimmt darauf.

628. Oesterreichischer Pfannenkuchen.

Man schneidet Speck in Würfel, läßt ihn in einer Flädchenpfanne zergehen

und schneidet 2 bis 3 Zwiebeln der Länge nach daran; dann macht man

einen Kochlöffel voll Mehl mit Milch an und schlägt 3 Eier daran,

schneidet Fleisch, von welcher Gattung es seyn mag, in kleine Stückchen

und legt es in die Pfanne, schüttet den Teig darauf, deckt die Pfanne zu

und läßt den Kuchen auf beiden Seiten backen.

629. Gebackene Rosen.

Von 3 bis 4 Eiern macht man einen Nudelnteig, arbeitet 4 Loth Butter

darunter, wellt ihn stark messerrückendick aus, sticht mit einem

blechernen Rosenmödelchen 4 Stücke davon aus, bestreicht ein jedes in

der Mitte, legt die 4 Stückchen aufeinander, drückt sie in der Mitte

fest zusammen, backt sie in heißem Schmalz und bestreut sie mit Zucker

und Zimmt.

630. Schneeballen.

Man nimmt 4 Eiergelb, 2 Löffel voll gestoßenen Zucker, etwas abgeriebene

Citronenschale, 2 Löffel voll dicken sauren Rahm, 6 Loth Mehl, thut

alles zusammen auf ein Nudelnbrett, wellt einen Teig wie zu Nudeln,

formt mit dem Backrädchen etwa 4 Zoll große Kreise und zieht in jeden

Kreis 6 Linien hinein, indem man jedoch einen kleinfingerbreiten Rand

läßt; sodann hebt man von den sich ergebenden 7 Streifen den zweiten,

vierten und sechsten in die Höhe, wodurch die andern sich senken, bringt

die Ballen in eine nicht zu große Pfanne mit siedendem Schmalz, backt

sie schön gelb aus und streut Zucker und Zimmt darauf.

631. Strauben.

Man läßt in einer messingenen Pfanne 4 Loth Butter, eine halbe Maas

Wasser und Mehl so lange miteinander kochen, bis der Teig sich von der

Pfanne losschält; nun rührt man ungefähr 6 bis 7 Eier daran, bis der

Teig so dünn ist, daß er läuft, bestreicht einen Straubentrichter mit

heißem Schmalz, läßt durch diesen den Teig ins heiße Schmalz laufen,

wendet die Strauben um, backt sie auch auf der andern Seite und streut

Zucker und Zimmt darauf.

632. Weinstrauben.

Man rührt einen Schoppen Wein, 2 Loth Butter, eine Messerspitze voll

Zimmt, 12 Loth Mehl und 2 Loth Zucker recht glatt miteinander, macht den

Teig mit Eierweiß dünn, daß er gut läuft, begießt den Straubentrichter

mit heißem Schmalz und läßt den Teig dadurch in eine Pfanne mit heißem

Schmalz laufen, backt in diesem die Strauben gelb, wendet sie um, backt

sie auf der andern Seite, krümmt sie über einem Holz und streut Zucker

und Zimmt darauf.

633. Zuckerstrauben.

Ein Viertelpfund Mehl, 6 Loth Zucker, 3 Löffel voll Wein und 3 Löffel

voll Rosenwasser rührt man mit Eierweiß an, macht den Teig etwas

dünner als gewöhnlichen Straubenteig, läßt heißes Schmalz durch den

Straubentrichter laufen, backt durch diesen die Strauben in heißem

Schmalz aus, drückt sie, während sie noch heiß sind, über ein Wellholz

und streut Zucker und Zimmt darauf.

634. Tabaksrollen.

Ein Butterteig oder sonst ein mürber Teig wird stark messerrückendick

ausgewellt, 3 Finger breite und halbviertel lange Streifchen davon

geschnitten und mit Eiern bestrichen. Dann wird ein Viertelpfund

Zibeben und Rosinen in einem kleinen Geschirr mit einem Glas Wein eine

Viertelstunde lang gekocht, bis keine Brühe mehr vorhanden ist; nachdem

dieses mit 2 Loth abgezogenen Mandeln und einem Loth Citronat vermischt

ist, streicht man die Masse auf die Streifchen und rollt diese, wenn

sie mit Eier bestrichen sind, auf Hölzchen, die gleichfalls mit Butter

bestrichen sind, bindet sie mit Faden zusammen und backt sie in heißem

Schmalz schnell gelb. Nachher nimmt man den Bindfaden wieder ab, läßt

die Rollen auf Brodschnitten ablaufen, zieht die Hölzchen heraus und

streut Zucker und Zimmt auf die Rollen.

635. Kleine Tabaksrollen.

Ein halbes Pfund Mehl, 4 Loth gestoßene Mandeln, 4 Loth fein gestoßener

Zucker, 4 Loth zerlassene Butter, ein halbes Glas Wein und von einer

halben Maas saurer Milch der Rahm werden zu einem Teig gemacht,

messerrückendick ausgewellt und Streifchen davon auf fingerdicke und

fingerlange Hölzchen, die mit Butter bestrichen sind, aufgerollt, mit

Bindfaden umbunden, in heißem Schmalz schön gelb gebacken und mit Zucker

und Zimmt bestreut.

636. Gebrühter Teig.

Man läßt einen Schoppen Wasser, einen Schoppen Milch und 3 Loth Butter

in einer messingenen Pfanne kochen, rührt so viel Mehl darein, bis es

so dick wie Teig ist, und trocknet es auf dem Feuer gut ab. Diesen Teig

nimmt man in eine Schüssel und schlägt 6 bis 8 Eier daran. Er ist zu

breiten Küchlein, Holderküchlein und anderem Backwerk zu gebrauchen;

auch kann man Kälberfüße darin backen.

Zuckerbackwerk und Confekt.

637. Anisküchlein.

Man schlägt 5 Eierweiß zu einem Schnee, thut ein halbes Pfund schönen

weißen Zucker daran, rührt dieß eine halbe Stunde lang, mischt dann für

2 Kreuzer reinen Anis und so viel Mehl darunter, bis der Teig nicht mehr

zerläuft, belegt ein schwarzes Blech mit Oblaten, sezt kleine Häuflein

von dem Teige darauf und backt sie bei gelinder Hitze im Ofen, so daß

sie ganz weiß bleiben.

638. Anislaibchen auf Oblaten.

Ein halbes Pfund Zucker, 7 Eierweiß und den Saft von einer Citrone rührt

man zu weißem Eis, nimmt dann 6 Loth feines Mehl und 2 Loth sauber

gewaschenen Anis dazu. Nachdem man an einem kleinen Wenig von dieser

Masse im Ofen beobachtet hat, ob sie nicht mehr zerfließt, werden auf

weiße Oblaten, die man auf ein schwarzes Blech gelegt, von der Masse mit

einem Caffeelöffel kleine Laibchen gesezt, langsam im Ofen gebacken,

aber nur so, daß sie keine gelbe Farbe bekommen, sondern hübsch weiß

bleiben.

639. Aepfel in Butter gebacken.

Man schält Borsdorferäpfel, schneidet oben einen kleinen Deckel ab

und das Kernhaus heraus, kocht kleine und große Weinbeeren eine halbe

Viertelstunde lang mit Wein auf, wiegt sie und füllt die Aepfel damit

aus. Dann wellt man einen feinen Butterteig messerrückendick aus,

schneidet 2 zwei Finger breite Streifchen, legt sie über's Kreuz, stellt

einen Apfel darauf und hebt die 2 Streifchen am Apfel in die Höhe; oben

kommen andere 2 Streifchen zu liegen, die man abwärts biegt und mit den

unteren mit Ei zusammenklebt; sodann bestreicht man alle Streifchen mit

Ei, sezt die Aepfel auf ein schwarzes Blech, backt sie und streut Zucker

darauf.

640. Aepfelschaum.

Man bratet 6 Borsdorferäpfel, schabt das Mark davon und rührt es mit

einem Viertelpfund fein gesiebtem Zucker eine halbe Stunde lang; schlägt

sodann von 3 Eiern einen steifen Schnee, mengt diesen mit dem Gelben von

einer halben am Reibeisen abgeriebenen Citrone unter die Masse, belegt

ein Blech mit Oblaten, sezt Häuflein darauf und backt sie im Ofen.

641. Kleine Butterbiscuits.

Zu einem Viertelpfund frischer Butter, in einer Schüssel zu Schaum

gerührt, rührt man nach und nach 6 Eiergelb, ein Viertelpfund fein

gesiebten Zucker, die Schale von einer halben Citrone, am Reibeisen

abgerieben, den Schnee von 6 Eierweiß, mit 6 Löffeln voll feinem Mehl

vermischt, und macht alles gut untereinander. Diesen Teig füllt man

in 1 Finger lange und 2 Finger breite, mit zerlassener Butter innen

angefeuchtete Kapseln von steifem Papier und backt sie darin im Ofen.

642. Kleine Butterbiscuits anderer Art.

Ein halbes Pfund Butter wird in einer Schüssel schaumig gerührt; dann

werden 6 Eier, eines nach dem andern, ein halbes Pfund fein gestoßener

Zucker, wenn man will, auch eine kleine Hand voll Weinbeeren, 6 Loth

Mehl darunter gerührt und die Masse in kleine blecherne, bestrichene

Mödelchen gefüllt und im Ofen gebacken.

643. Citronenbiscuit.

Eine ganze Citrone wird an einem Stück Zucker abgerieben, das Geriebene

mit 2 Eierweiß und einem halben Pfund fein gestoßenem Zucker zu einem

dicken Eis gerührt, dieses auf einem Nudelnbrett gewellt, mit der Hand

breit gedrückt, ein Biscuitmödelchen in kaltes Wasser getaucht, der Teig

darein gelegt und die Biscuits in einem abgekühlten Ofen gebacken.

644. Schmales Anisbrod.

Ein Pfund Zucker, 10 Eiergelb, den Schnee von 10 Eierweiß rührt man

ein halbe Stunde stark untereinander, dann nimmt man eine am Reibeisen

abgeriebene Citrone, ein starkes Pfund Mehl, 2 Hände voll sauber

gewaschenen Anis zu Obigem, streut Mehl auf ein schwarzes Blech, macht

lange, handbreite Stangen von dem Teig, legt sie darauf, backt sie im

Ofen, schneidet sie, wenn sie erkaltet sind, in Schnitten und bäht sie

in einem nicht zu heißen Ofen.

645. Belgrader Brod.

Ein Viertelpfund abgezogene Mandeln wird möglichst fein geschnitten,

eben so viel Mandeln mit Rosenwasser fein gestoßen, beides sodann

in eine Schüssel zusammen gethan, 12 Loth Zucker, 10 Loth Mehl, ein

Quint gestoßener Zimmt, ein Quint Nelken, das fein gewiegte Gelbe von

einer Citrone und 1 Messerspitze voll Pottasche, daran 2 bis 3 Eier

geschlagen, gibt einen Teig, den man fingerdick auswellt und fingerlange

Stückchen daraus schneidet; diese klopft man mit dem Messer ein wenig

breit, läßt sie auf Oblaten auf einem schwarzen Blech eine Viertelstunde

stehen und backt sie dann im Ofen.

646. Citronenbrod.

Aus einem Pfund Mehl, einer Messerspitze voll Salz, 4 Loth feinem

Zucker, 8 Loth zerlassener Butter, 2 Löffeln voll guter Bierhefe, dem

Gelben von einer halben Citrone, 2 Eiern und 2 Dottern, macht man in

einer Schüssel einen festen Teig, arbeitet ihn eine Viertelstunde auf

dem Nudelnbrett und macht einen langen Stängel davon, den man auf

einem mit Mehl bestreuten schwarzen Blech bei gelinder Wärme gut gehen

läßt; wenn er reif ist, bestreicht man ihn mit einem verklopften Ei

und backt ihn im Ofen. Den andern Tag schneidet man den Stängel in

dünne Schnitten, die man auf einem schwarzen Bleche im Ofen schön gelb

ausbackt.

647. Citronenbrod anderer Art.

Zu einem halben Pfund gesiebtem Zucker thut man den Schnee von 2

Eierweiß und 2 Eiergelb, rührt dieß eine Viertelstunde; hiezu rührt man

ferner das am Reibeisen abgeriebene Gelbe einer Citrone und von einer

halben Citrone den Saft, mengt 8 Loth Mehl darunter, sezt von dieser

Masse lange oder runde Laibchen auf Oblaten auf einem Bleche und backt

sie.

648. Brod von hartgesottenen Eiern.

Von 6 hartgesottenen Eiern wird das Gelbe durch ein Haarsieb getrieben,

aufs Nudelnbrett genommen, 4 Loth Zucker, 2 Eiergelb, etwas Gelb von

einer Citrone und Mehl darunter gemischt, zerlassene Butter daran

gegossen und wie ein Nudelnteig gearbeitet; aus diesem macht man ein

Viertel lange Stängel, sezt sie auf ein mit Speck bestrichenes schwarzes

Blech, bestreicht sie mit einem Ei und grobgestoßenem Zucker, backt sie

im Ofen gelb und gibt sie zum Thee.

649. Freimaurerbrod.

1-1/2 Viertelpfund abgezogene und mit Rosenwasser gestoßene Mandeln,

1-1/2 Viertelpfund Zucker, 4 Loth fein gewiegter Citronat, 2 Loth

Pomeranzenschalen ebenfalls fein gewiegt, ein halbes Quint gestoßener

Zimmt, ein Quint Nelken und der Schnee von 2 bis 3 Eierweiß werden in

einer Schüssel eine Viertelstunde lang mit einander gerührt, fingerlange

Stängel daraus gemacht und diese auf einem mit Speck oder Wachs

bestrichenen Blech im Ofen gebacken.

650. Freimaurerbrod anderer Art.

An ein Viertelpfund fein gesiebten Zucker schlägt man 2 ganze Eier

und 2 Dotter und rührt es recht untereinander, bis es dick wird; dann

reibt man von einer halben Citrone das Gelbe am Reibeisen ab, knetet

Mehl darein, bis man es gut auf dem Nudelnbrett arbeiten kann, macht

fingerslange Stängelchen daraus, legt sie auf ein mit Speck bestrichenes

Blech, macht mit dem Messerrücken 2 Risse in dieselben, schneidet

Citronat so lang und so breit als die Risse sind, legt ihn in die Risse,

läßt sie noch eine Viertelstunde stehen, daß sich der Zucker in die Höhe

zieht, und backt sie dann.

651. Schlotzerbrod.

Ein halbes Pfund fein gesiebten Zucker, 2 ganze Eier und 3 Dotter und

von einer Citrone das am Reibeisen abgeriebene Gelbe rührt man eine

Viertelstunde miteinander, mischt 18 Loth Mehl darunter, macht auf

dem Nudelnbrett fingerlange Stängelchen davon, die in der Mitte etwas

dünner sind, als an den Enden, bestreicht ein schwarzes Blech mit Speck,

bestreut es mit Anis, sezt die Brödchen, nicht sehr nahe zusammen,

darauf und backt sie im Ofen schön gelb aus.

652. Schwedisches Brod.

Man stoßt ein Viertelpfund Mandeln mit Rosenwasser nicht zu fein und

mischt sie mit einem halben Pfund fein gesiebtem Zucker, einem Quint

Zimmt, einem Quint Nelken, einem Quint Cardamomen, Muskatblüthe, einer

Messerspitze voll Pfeffer und 4 Loth feinem Mehl, schlägt ein Ei daran,

macht einen Teig davon, wellt ihn fingerdick aus, sticht mit einem

kleinen Trinkgläschen Stückchen daraus, legt sie auf ein mit Wachs

bestrichenes Blech und backt sie im Ofen. Wenn sie aus dem Ofen kommen,

macht man folgendes Eis daran: An ein Eiweiß rührt man 4 Loth Zucker,

einige Tropfen Citronensaft, rührt dieses eine Zeit lang miteinander,

bestreicht die Brode mittelst eines Pinsels damit und läßt sie im Ofen

ganz ausbacken.

653. Spanisches Brod.

Ein Ei und 3 Eiergelb, ein Viertelpfund fein gesiebten Zucker, ein

Stückchen gestoßene Vanille rührt man eine starke Viertelstunde

miteinander, mengt ein Viertelpfund feines Mehl darunter, legt auf ein

schwarzes Blech steifes Papier, bestreut es mit ein wenig Zucker, sezt

mit einem Caffeelöffel kleine Häuflein von der Masse darauf und läßt sie

in einem abgekühlten Ofen ausbacken.

654. Wiesbadner Brod.

Ein Viertelpfund Butter, ein halbes Pfund Mehl, 6 Loth Zucker, von einer

Citrone das Gelbe am Reibeisen abgerieben, 6 Eiergelb geben zusammen

einen Teig, aus dem man fingerlange Stängelchen macht, welche man mit

einem Messer auf einem schwarzen, mit Speck bestrichenen Bleche reißt,

im Ofen backt und mit Citronen- oder Chokoladeeis übergießt.

655. Butterblumen.

Ein halbes Pfund Butter, ein halbes Pfund Mehl, 4 Löffel voll Zucker, 3

Löffel voll Wein werden auf dem Nudelnbrett mit einem Eigelb zu einem

Teige gemacht, den man stark messerrückendick auswellt, mit allen

Formen blecherner Mödelchen Figuren daraus sticht; diese legt man auf

ein schwarzes Blech, bestreicht sie mit Ei, bestreut sie mit gestoßenen

Mandeln und backt sie.

656. Butterbretzeln.

Ein Viertelpfund Butter, ein halbes Pfund Mehl, ein Viertelpfund Zucker,

ein Ei, ein Dotter und ein Eßlöffel voll süßer oder saurer Rahm wird in

einer Schüssel oder auf dem Nudelnbrett recht untereinander gemacht und

kleine Bretzeln oder Ringchen daraus formirt, mit Eiergelb bestrichen,

bittere gewiegte Mandeln darauf gestreut und gebacken.

657. Butterlaibchen.

Es werden 2 Eier mit einem Viertelpfund Butter, einem Viertelpfund

Zucker und einem Viertelpfund fein gestoßenen Mandeln eine Viertelstunde

lang gerührt, 1-1/2 Viertelpfund Mehl, von einer halben Citrone das

Gelbe, am Reibeisen abgerieben, und eine Messerspitze voll gestoßener

Zimmt darein gearbeitet; von diesem Teige werden Laibchen von der Größe

einer Welschnuß auf ein mit Speck bestrichenes Blech gelegt, mit Ei

bestrichen, mit grob gestoßenem Zucker bestreut und gebacken.

658. Schweizer Butterlaibchen.

Es werden 2 Eier, ein Viertelpfund Zucker, eben so viel Mandeln und ein

Viertelpfund Butter miteinander abgerührt; alsdann kommen 1-1/2 Vierling

Mehl daran, wenn es beliebt, auch klein geschnittene Citronenschalen und

gestoßener Zimmt. Nun wird ein Blech mit Mehl bestreut, mit einem Löffel

von dem Teig Laibchen, etwas größer als ein Pfeffernüßchen, aufgesezt

und im Backofen gebacken. Man kann sie mit Ei bestreichen, mit Zucker

und gewiegten Mandeln bestreuen, oder auch die Mandeln aus dem Teig

weglassen und dafür zu so viel Butter und Zucker als oben bestimmt ist,

3 Eier, ein halbes Pfund Mehl, 8 bis 10 abgezogene Mandeln und 3 Loth

geschnittenen Citronat in den Teig nehmen; im Uebrigen werden sie wie

die vorigen Laibchen gemacht.

659. Butterstritzel.

Von einem Pfund Butter, einem Pfund Mehl, 4 Eiergelb, 2 Löffeln voll

Zucker macht man einen Teig (sollte er zu fest seyn, so kann ein wenig

Wasser dazu genommen werden), arbeitet diesen auf einem Nudelnbrett

zusammen, schlägt ihn übereinander, verfährt so 4 Mal damit; zum fünften

Mal wellt man ihn laubdünn aus, streut gestoßenen Zucker darauf, schlägt

ihn 4 Mal übereinander, schneidet 1 Finger lange und 2 Finger breite

Stückchen davon, legt sie auf ein schwarzes Blech, bestreicht sie mit

Eierweiß, streut Zucker darauf und backt sie im Ofen schön gelb.

660. Caffeeküchlein.

Eine halbe Maas Milch oder Wasser, ein Viertelpfund Butter und ein

Viertelpfund Zucker, woran eine Citrone abgerieben wurde, läßt man 4

Minuten lang miteinander kochen, rührt 12 Loth Mehl daran und kocht

Alles miteinander so lange, bis der Teig trocken ist, dann schlägt man 6

Eier daran, bestreicht ein schwarzes Blech mit Speck, streut ein wenig

Mehl darauf, sezt mit einem Löffel von dem Teig Häufchen darauf und

backt sie im Ofen gelb.

661. Chokoladeküchlein.

Man schlägt 2 Eierweiß zu einem steifen Schnee, rührt ein halbes Pfund

fein gesiebten Zucker darein, eben so viel geriebene Chokolade, mischt

es untereinander, sezt Häufchen davon auf ein schwarzes, mit Wachs

bestrichenes Blech und backt sie im Ofen.

662. Citroneneis.

Die Schale von einer Citrone reibt man an einem Viertelpfund Zucker ab;

der übrige Zucker wird fein gestoßen und gesiebt, von der Citrone der

Saft daran gedrückt; dann schlägt man ein Eiweiß zum Schnee, rührt es

miteinander eine Viertelstunde und braucht es nach Belieben.

663. Gelbes Eis.

Eine kleine Messerspitze voll Safran und einen Löffel voll kochendes

Wasser läßt man einen Augenblick stehen, nimmt ein Viertelpfund fein

geriebenen Zucker dazu, schlägt ein Eiweiß daran, rührt es eine

Viertelstunde miteinander, nimmt von dem angebrühten Safran tropfenweise

dazu, bis es schön gelb ist und braucht es nach Belieben.

664. Rothes Eis.

An ein Viertelpfund geriebenen feinen Zucker schlägt man ein Eiweiß,

rührt es eine Viertelstunde miteinander, thut tropfenweise Erbselensaft

oder Cochenillefarbe dazu, bis es schön roth ist, und braucht es nach

Belieben.

665. Weißes Eis.

Ein Viertelpfund Zucker wird ganz fein gestoßen, durch ein Haarsieb

gezogen, ein Eiweiß daran geschlagen und von einer Citrone der Saft dazu

gethan; man rührt es eine Viertelstunde, bis es ganz weiß wird, und

braucht es nach Belieben.

666. Zimmteis.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 19 / 25 段