Man rührt 4 Eier und ein halbes Pfund Butter so lange, bis er weiß

wird, rührt 3 Löffel voll Bierhefe mit etwas lauer Milch daran, 4

Loth gestoßenen Zucker, arbeitet den Teig zusammen, klopft ihn eine

Viertelstunde lang, stellt ihn zur Wärme, läßt ihn halb reif werden,

wellt ihn aus, schneidet 10 Loth Butter auf den Kuchen, schlägt ihn

übereinander, wie einen Butterteig, wellt ihn 2 Finger hoch aus, legt

geschälte Aepfel und Rosinen auf den Kuchen am Rand herum, schlägt den

Kuchen 3 Finger breit übereinander, bestreicht einen Bogen Papier mit

Butter, legt den Kuchen darauf, läßt ihn gehen, bestreicht ihn mit

verklopften Eiern, vermischt ein Loth abgezogene Mandeln mit 2 Loth

gestoßenem Kandelzucker, streut sie auf dem Kuchen herum und backt

ihn schön gelb aus. Mit allem Recht kann man ihn einen Hochzeitkuchen

heißen, wenn er gut gemacht ist.

580. Käskuchen.

Ein Kuchenblech wird mit Hefen- oder Butterteig ausgelegt; nun vermischt

man Molken oder Ziegern, der nicht sehr sauer ist, mit einem halben

Schoppen dicken, sauren Rahm, 4 ganzen Eiern, 2 Löffeln voll feinem

Mehl, einer Hand voll Schnittlauch und einer Messerspitze voll Salz,

rührt dieses eine Viertelstunde miteinander, schüttet die Masse auf den

Kuchen, schneidet noch ein wenig Butter darauf und backt ihn.

581. Kirschenkuchen.

Ein halbes Pfund Butter läßt man in einer Schüssel zerlaufen, dann nimmt

man ein halbes Pfund gestoßenen Zucker, ein halbes Pfund gestoßene,

unabgezogene Mandeln, 12 Eiergelb, 6 Eierweiß dazu, rührt Alles 3

Viertelstunden miteinander; wenn es dick ist, wiegt man ein Viertelpfund

Citronat und Pomeranzenschalen, doch nicht sehr fein; 2 Wecken, von

denen die Rinde abgeschnitten worden, eingeweicht und ausgedrückt,

1 Loth gestoßenen Zimmt, 1 Quint gestoßene Nelken, rührt nun Alles

nochmals miteinander, schlägt noch von 4 Eierweiß einen Schnee davon,

backt den Kuchen in einem mit Butter bestrichenen Aufzugblech und drückt

vor dem Backen ein Pfund ausgesteinte Kirschen mit einem Löffel ganz

locker an den Kuchen.

582. Kirschenkuchen anderer Art.

Von 3 Schoppen Milch und Griesmehl kocht man in einer messingenen Pfanne

einen dicken Brei, thut ihn in eine Schüssel, schneidet ein Viertelpfund

Butter daran, ein Viertelpfund gestoßenen Zucker, eine halbe am

Reibeisen abgeriebene Citrone, 6 Eiergelb, rührt Alles eine halbe Stunde

stark miteinander, mischt den Schnee von den 6 Eierweiß darunter,

zulezt ein Pfund abgezupfte Kirschen dazu und läßt den Kuchen in einem

Aufzugblech, welches dick mit Butter bestrichen ist, im Ofen schön gelb

backen.

583. Kirschenkuchen mit Hellenenmasse.

Ein halbes Pfund Butter wird schaumig gerührt, 9 Eiergelb, das Gelbe

einer halben am Zucker abgeriebenen Citrone, ein halbes Pfund Mehl nebst

dem Schnee von 9 Eierweiß darunter gerührt; ein Plafond mit Butter

bestrichen, die Masse darein gethan, 1 Pfund ausgesteinte Kirschen

darauf gelegt und mit dem Finger leicht in die Masse gedrückt, sodann in

einem Bratrohr gebacken.

584. Kirschenkuchen mit Schwarzbrod.

16 Loth schwarzes, geriebenes Brod feuchtet man mit einem Glas guten,

alten Wein an, reibt eine ganze Muskatnuß daran, 1 Loth gestoßenen

Zimmt, 1 Quint gestoßene Nelken, 2 Messerspitzen voll Muskatblüthe, die

fein gewiegte Schale einer Citrone, ein halbes Pfund Zucker, ein halbes

Pfund gestoßene Mandeln, 12 Eiergelb dazu, rührt Alles eine halbe Stunde

miteinander, der Schnee von 6 Eierweiß und 1 Pfund schwarze ausgesteinte

Kirschen werden zulezt damit vermischt, und der Kirschenkuchen in einem

mit Butter bestrichenen Aufzugblech im Ofen gebacken.

585. Magdalenenkuchen.

Ein halbes Pfund Butter wird schaumig gerührt, 9 Eiergelb, ein halbes

Pfund Zucker, eine abgeriebene Citrone, 2 Pfund Mehl, der Schnee von den

9 Eierweiß mitgerührt, die Hälfte der Masse in ein Potageblech gefüllt,

eingemachte Früchte darauf und die andere Hälfte über diese gethan, der

Kuchen mit Mandeln bestreut und bei guter Hitze gebacken.

586. Mailänder Kuchen.

Ein halbes Pfund Butter wird leicht gerührt und mit 5 Eiern, 3

Viertelpfund Mehl, 3 Loth fein gestoßenem Zucker zu einem Teig gemacht

(sollte er zu fest seyn, so nimmt man etwas Milch dazu); dieser auf dem

Nudelnbrett ausgewellt, mehrmals übereinander geschlagen, fingersdick

ausgewellt und nun in einem mit Butter bestrichenen Kuchenblech

gebacken. Man kann entweder Citronen- oder Chokoladeeis darüber machen.

587. Mandelkuchen.

Ein halbes Pfund abgezogene Mandeln stößt man im Mörser recht fein mit

Eierweiß, läßt ein Viertelpfund Butter in einer Schüssel zerlaufen,

siedet das Besagte mit einem halben Pfund fein gestoßenem Zucker eine

halbe Stunde lang, thut 2 Hände voll fein geriebenes Geigenmehl dazu,

mischt den Schnee von einigen Eierweiß langsam darunter, legt ein

Backblech, welches zuerst mit Butter bestrichen wurde, mit Oblaten aus,

die Masse darein, backt den Kuchen im Ofen, und kann, wenn man es liebt,

Rosinen und Zibeben darauf streuen.

588. Punschkuchen.

Ein Viertelpfund Mandeln wird mit einem Ei gestoßen, ein Viertelpfund

Zucker und nach und nach 8 Eiergelb daran gerührt, ein halbes Pfund

geschmolzene Butter mit einem Löffel voll Mehl schaumig gerührt, etwas

Arak, dann der Schnee von den 8 Eierweiß dazu genommen, mit den Mandeln

und dem Zucker gerührt, ein Springblech mit Butter bestrichen, die Masse

eingefüllt und bei gelinder Hitze gebacken.

589. Rahmkuchen.

Man macht von einem halben Pfund Mehl, 4 Loth Butter, 2 Eiergelb,

einem halben Glas Wein und 2 Loth fein gestoßenem Zucker einen Teig

auf dem Nudelnbrett wie einen Butterteig, wellt ihn aus, schlägt ihn

übereinander, wiederholt dieses noch einmal, legt den Teig in ein mit

Butter bestrichenes Springblech, verrührt 6 Eiergelb, einen Schoppen

sauern und eben so viel süßen Rahm, 3 Loth gestoßenen Zucker, eine halbe

am Reibeisen abgeriebene Citrone, ein Viertelpfund Rosinen und Zibeben,

den Schnee von 4 Eierweiß miteinander, nebst einem Kochlöffel voll

feinem Mehl, welches mit Milch glatt gerührt worden, füllt dieses auf

den Kuchen und backt ihn im Ofen.

590. Speckkuchen.

Man nimmt ein Pfund Mehl in eine Schüssel, macht von guter Bierhefe

ein Teigchen mit Milch an und läßt es bei gelinder Wärme gut gehen.

Dann rührt man ein Viertelpfund Butter leicht, nimmt 4 Eiergelb und 2

Messerspitzen voll Salz dazu und legt das Teigchen in die Butter sammt

Mehl, arbeitet den Teig so lange bis er Blasen wirft, thut ihn wieder in

die Schüssel und läßt ihn gehen. Wenn er reif ist, nimmt man ihn aufs

Nudelnbrett, wellt ihn 2 Finger dick aus, schlägt ihn am Rand 2 Finger

breit ein, streicht ihn mit verklopftem Ei, schneidet grünen Speck in

Würfel, vermengt ihn mit Salz und Kümmel, streut ihn auf dem Kuchen

herum, bestreicht einen Bogen Papier mit Butter, legt den Kuchen darauf,

thut ihn auf ein schwarzes Blech und backt ihn schön gelb im Ofen.

591. Blinder Speckkuchen.

Man legt ein Kuchenblech mit einem geriebenen Teig aus, den man

folgendermaßen bereitet: Mit einem Viertelpfund Mehl, 2 Eiergelb, 4

Loth Butter, 3 Loth fein gestoßenem Zucker, der gewiegten Schale von

einer halben Citrone und 2 Löffeln voll saurem Rahm macht man auf dem

Nudelnbrett einen Teig an, schafft ihn so lange, bis nichts mehr von der

Butter zu sehen ist, arbeitet ihn zusammen, wellt einen Kuchen davon

aus, bestreicht ein Kuchenblech mit Butter, legt den Teig darein, drückt

mit den Fingern, wie gewöhnlich, einen Rand daran, rührt 10 Eiergelb,

10 Loth gestoßenen Zucker, 4 Loth zerlassene Butter, die gewiegte

Schale von einer halben Citrone, 8 Loth feines Mehl sammt dem Schnee

der 10 Eierweiß untereinander, füllt die Masse auf den Teig, backt den

Kuchen in einem nicht zu heißen Ofen halb aus, bestreut ihn mit 3 Loth

in Würfel geschnittenem Citronat, der mit einem Loth grob gestoßenem

Kandiszucker vermischt wird, und backt ihn nun vollends aus.

592. Stachelbeerkuchen.

Man legt ein Plafond (Kuchen- oder Backblech) mit mürbem Teig aus,

schneidet die Stiele, die Butzen und das Wollige von den Stachelbeeren,

legt das Blech damit aus, rührt von einem Viertelpfund fein gestoßenem

Zucker, 2 Messerspitzen voll Zimmt, 6 Eierweiß und dem Saft einer halben

Citrone ein schönes weißes Eis, gießt es über die Beeren und backt den

Kuchen im Ofen.

593. Theekuchen.

Mit 2 Löffeln voll Bierhefe und etwas Milch macht man in einem Mäßchen

Mehl einen kleinen Teig an; wenn er gegangen ist, thut man 2 ganze

Eier, 3 Löffel voll sauren Rahm, etwas gewiegte Citronenschalen, Salz

und 2 Loth fein gestoßenen Zucker dazu, macht Alles zu einem Teig

an, arbeitet diesen nun auf dem Nudelnbrett wie einen Butterteig,

macht ihn ein wenig fest, wellt ihn aus, schneidet ein Viertelpfund

Butter darein, überschlägt ihn, wellt ihn so lange bis die Butter

recht hineingearbeitet ist, wellt ihn 2 Finger dick aus, läßt ihn

auf einem mit Butter bestrichenen Blech gehen, bestreicht den Kuchen

mit zerlassenem Schmalz, bestreut ihn mit gewiegten Mandeln und grob

gestoßenem Zucker und backt ihn dann.

594. Traubenkuchen.

Ganz guten Butterteig legt man in ein Backblech, abgezupfte Trauben

darüber, mischt ein halbes Pfund fein geschnittene Mandeln, ein

Viertelpfund gestoßenen Zucker, ein halbes Loth gestoßenen Zimmt, den

Schnee von 12 Eierweiß untereinander, schüttet die Masse auf die Trauben

und backt den Kuchen in einem nicht zu heißen Ofen.

595. Weichselkuchen.

Von 1-1/2 Pfund Weichseln werden die Stiele und Steine genommen, 10

Loth zerlaufene Butter in eine Schüssel gethan, von 6 Wecken oder

Milchbroden die Rinde geschnitten, dieselben in Wasser eingeweicht, fest

ausgedrückt, 10 Loth gestoßene Mandeln, 6 ganze Eier und 4 Dotter, ein

wenig Zimmt und Nelken eine halbe Stunde mit allem Obigen gerührt, auch

der Schnee von 4 Eierweiß damit vermischt, ein Plafond mit Butterteig

ausgelegt, das Gerührte darauf gegossen und der Kuchen im Ofen gebacken.

596. Weinbeerkuchen.

16 Loth geriebenes schwarzes Brod, eine geriebene Muskatnuß, 2

Messerspitzen voll Nelken, ein halbes Loth gestoßenen Zimmt mischt

man untereinander, belegt ein Kuchenblech mit Butterteig, rührt 12

Eiergelb, ein halbes Pfund gestoßenen Zucker und 8 Loth zerlassene

Butter eine Viertelstunde miteinander, nimmt ein halbes Pfund Rosinen,

den Schnee von den 12 Eierweiß dazu, mengt das Brod mit dem Uebrigen

zusammen, füllt Alles auf den Butterteig und backt den Kuchen im Ofen.

597. Wiener Kuchen.

4 starke Kochlöffel voll Mehl werden mit einem Schoppen Milch kalt

angerührt, dann auf dem Feuer dick gerührt, 6 Eierweiß, ein Viertelpfund

Butter, Zucker nach Belieben dazu genommen (auch kann man etwas gewiegte

Citronenschalen dazu nehmen), die Masse in eine beliebige Form gefüllt

und gebacken.

598. Züricher Kuchen.

Man rührt eine starke Hand voll feines Mehl und ein Stückchen Butter

in der Größe eines Hühnereies mit einem Schoppen Milch gut ab, stellt

es ans Feuer und fährt fort mit Rühren, bis es ein dicker Brei ist,

worauf man es erkalten läßt. Sodann rührt man 5 Eiergelb und ein ganzes

Ei mit einem Loth Zucker und dem Gelben von einer Citrone daran.

Ist es zu dick, so kann man es mit 2 Caffeebecher voll süßem Rahm

verdünnen. Hierauf wird ein Viertelpfund Confekt geschnitten (z. B. ein

Viertelpfund Makronen), 2 Loth Citronat und Pomeranzenschalen unter die

Masse gerührt, ein Springblech mit Butter bestrichen, von 5 Eierweiß ein

steifer Schnee unter die Masse gerührt und diese sofort im Ofen schön

gelb gebacken.

599. Zwetschgenkuchen.

Man legt ein Kuchenblech mit Butterteig aus, steint die Zwetschgen

aus, belegt den Kuchen recht dick damit, und zwar so, daß der Schnitt

davon nach oben steht, bestreut sie mit 3 Loth gestoßenem Zucker, 2

Messerspitzen voll Zimmt, schneidet noch 2 Loth Butter darüber und backt

den Kuchen.

600. Zwetschgenkuchen mit Hefenteig.

Man macht Hefenteig wie zu Dampfnudeln, wellt ihn halbfingersdick aus,

legt ihn in ein Backblech und die Zwetschgen, welche vorher ausgesteint

wurden, dick auf den Teig; verrührt 3 Eier, einen halben Schoppen sauren

Rahm, eine Hand voll gestoßenen Zucker und eine Hand voll geriebenes

Brod miteinander, gießt dieses über die Zwetschgen und backt den Kuchen

im Ofen.

Hefenbackwerk.

601. Bauernhefenküchlein.

An 2 Pfund Mehl in einer Schüssel schlägt man 4 ganze Eier und arbeitet

diesen Teig mit einem halben Schoppen dickem saurem Rahm, 3 Loth

gestoßenem Zucker, 2 Messerspitzen voll Salz, einem Viertelpfund sauber

gewaschenen kleinen Weinbeeren, einem Viertelpfund zerlassener Butter

recht zusammen, thut noch 2 Löffel voll weiße Bierhefe dazu, legt den

Teig wieder in die Schüssel, stellt ihn zu gelinder Wärme und läßt ihn

gehen; wenn er reif ist, legt man ihn aufs Nudelnbrett, macht runde

Küchlein daraus wie ein Hühnerei, zieht sie auseinander, daß sie in der

Mitte wie Papier so dünn werden, legt sie in heißes Schmalz, backt sie

gelb aus und streut Zucker und Zimmt darauf.

602. Caffeebrod.

Ein halbes Pfund Mehl, 4 Loth Zucker, ein Ei, 2 Löffel voll dicke

Bierhefe macht man mit lauer Milch zu einem festen Teig an, mischt etwas

zerlassene Butter, etwas Citronenschalen und Anis darunter und arbeitet

ihn auf dem Nudelnbrett recht lange, macht sodann 2 Laibchen davon,

wellt diese einen Schuh lang aus, läßt sie bei gelinder Wärme stehen,

bestreicht sie mit Eiern und backt sie im Ofen.

603. Citronenbrod mit Hefe.

Man nimmt ein Pfund feines Mehl in eine Schüssel, macht mit 2 Löffeln

voll guter Bierhefe und einem halben Schoppen lauer Milch ein Teiglein

in der Mitte der Schüssel an, thut 4 Loth zerlassene Butter, 2 ganze

Eier und 2 Dotter nebst dem geriebenen Gelben von einer Citrone dazu,

klopft den Teig eine Viertelstunde, läßt ihn gehen bis er reif ist,

macht auf einem Nudelnbrett 2 lange Würste davon, legt sie auf ein mit

Mehl bestreutes Blech, stellt dieses zur Wärme, läßt den Teig noch

einmal gehen, bestreicht ihn zuerst mit einem verklopften Ei, streut

Zucker darauf und backt ihn im Ofen schön gelb; schneidet ihn aber erst

den andern Tag an. Man kann das Citronenbrod zum Thee und zum Dessert

geben.

604. Augsburger Kugelhopf.

9 Loth Butter rührt man in einer Schüssel, 6 Eiergelb, 3 Loth fein

gestoßenen Zucker, 12 Loth feines Mehl, 2 Eßlöffel voll gute Bierhefe,

zulezt den Schnee von den 6 Eierweiß darunter, läßt den Teig gehen,

füllt ihn in einen mit Butter bestrichenen Kugelhopfenmodel und backt

ihn.

605. Biscuitkugelhopf.

12 Eiergelb, das Weiße davon zu steifem Schnee geschlagen, ein halbes

Pfund fein gestoßener Zucker, eine am Reibeisen abgeriebene Citrone

werden miteinander eine halbe Stunde gerührt, bis die Masse ganz dick

ist; dann rührt man nach und nach ein halbes Pfund ganz feines Mehl

dazu, bestreicht den Kugelhopfenmodel (oder türkischen Bund) mit Butter,

füllt die Masse darein und backt ihn schön gelb.

606. Frankfurter Kugelhopf.

Mit einem Pfund Mehl, 2 Löffeln voll Bierhefe, einem halben Schoppen

lauer Milch macht man in einer Schüssel ein kleines Teiglein an, läßt

es bei gelinder Wärme gehen, schneidet 10 Loth Butter dazu, thut

ein Viertelpfund sauber gewaschene, kleine Weinbeeren, 2 Loth große

ausgesteinte, in 2 Theile geschnittene Weinbeeren, ein Loth gestoßenen

Zucker, eine Messerspitze voll Salz, 4 Stück abgezogene, bittere, grob

gestoßene Mandeln, 4 ganze Eier darunter, macht den Teig mit Allem an,

klopft ihn eine Viertelstunde, bestreicht einen Kugelhopfenmodel mit

Butter, streut ein wenig Zucker darein, füllt die Masse hinein, läßt nun

den Kugelhopfen bei gelinder Wärme noch ein wenig gehen und backt ihn im

Ofen gelb.

607. Münchner Kugelhopf.

Man läßt ein halbes Pfund Butter in einer Schüssel zergehen, rührt ihn

ganz schaumig, rührt 12 Eier, welche vorher in lauem Wasser gelegen

sind, nach und nach daran, nebst 4 Loth fein gestoßenem Zucker, das

Gelbe von einer am Reibeisen abgeriebenen Citrone, einen halben Schoppen

dicken süßen Rahm, 12 Eßlöffel voll ganz feines Mehl, 3 Loth Rosinen,

2 Loth fein geschnittenen Citronat, 3 Löffel voll gute Bierhefe, mengt

dieses Alles recht untereinander, bestreicht einen Kugelhopfenmodel mit

Butter, füllt die Masse darein, läßt sie bei gelinder Wärme gut gehen

und backt den Kugelhopfen bei nicht starker Hitze im Ofen.

608. Pariser Kugelhopf.

Ein Pfund Mehl, 2 Löffel voll gute Bierhefe, 3 Eßlöffel voll laue Milch

werden in eine Schüssel genommen, ein kleines Teiglein in der Mitte

der Schüssel von Obigem angerührt, welches man in gelinder Wärme gehen

läßt; dann stößt man ein Loth bittere Mandeln recht fein mit einem

Schoppen Milch, gießt diese durch ein Haarsieb, preßt die Mandeln fest

aus und stellt nun die Mandelmilch zur Wärme; hierauf werden 10 Loth

Butter in einer Schüssel schaumig gerührt, 6 Eier, 4 Loth gestoßener

Zucker und eine Messerspitze voll Salz nach und nach daran gerührt, mit

der Mandelmilch der Teig vollends angemacht, eine Viertelstunde lang

geklopft, ein Kugelhopfenmodel mit Butter bestrichen, mit Zucker und

Mandeln bestreut, der Teig darein gefüllt und im Ofen gebacken.

609. Stuttgarter Kugelhopf.

Man nimmt ein Pfund Mehl in eine Schüssel, macht von 3 Löffeln voll

guter Bierhefe und einem halben Schoppen Rahm ein Teiglein in der Mitte

der Schüssel an, läßt es gehen, schneidet ein Viertelpfund Butter dazu,

4 Eiergelb, ein Loth gestoßenen Zucker, eine Messerspitze voll Salz,

macht einen guten, etwas festen Teig von Allem an, gießt, wenn es nöthig

ist, noch etwas laue Milch dazu, arbeitet ihn eine Viertelstunde lang

und läßt ihn schön gehen, wenn er reif ist, wellt man ihn auf einem

Nudelnbrett ein wenig breit aus, bestreicht den Kuchen mit 4 Loth

zerlassener Butter, streut 10 Loth große und kleine Weinbeeren darauf,

wickelt ihn zusammen wie eine Wurst, bestreicht einen türkischen Bund

mit Butter, legt die Wurst darein, läßt sie gut gehen und backt den

Kugelhopfen bei ziemlich starker Hitze schön gelb.

610. Käsküchlein.

Man macht von einem Pfund Mehl, Parmesankäs, 3 Löffeln voll saurem Rahm,

2 Messerspitzen voll Salz, 2 Löffeln voll Bierhefe und 2 Löffeln voll

Kirschengeist einen Teig, arbeitet ihn eine halbe Stunden lang, läßt ihn

in der Wärme gehen, macht mit einem Löffel Küchlein daraus und backt sie

in heißem Schmalz.

611. Nürnberger Traubenkuchen.

Ein halbes Pfund frische Butter wird recht schaumig gerührt, ein halbes

Pfund fein gestoßener Zucker nebst 8 Eiergelb (eines nach dem andern),

gestoßener Zimmt nach Belieben, 6 bis 8 Hände voll schöne zeitige

Traubenbeeren unter die Masse gethan, von den 8 Eierweiß ein steifer

Schnee geschlagen, dieser nebst einem Löffel voll Mehl locker unter die

Masse gemischt, ein Geschirr, welches zur Tafel bestimmt ist, mit Butter

bestrichen, die Masse darein gefüllt und schön gelb gebacken.

612. Trisenetschnitten.

Man macht in einer Schüssel, worin 2 Pfund Mehl sind, mit 2 Löffeln voll

Bierhefe und lauer Milch ein Teiglein an, läßt es gehen und schlägt 2

Eiergelb dazu, auch 3 Loth fein gestoßenen Zucker, eine Messerspitze

voll Salz, 3 Eßlöffel voll Himbeersaft, macht von diesem Allen einen

Teig an, arbeitet ihn eine Viertelstunde lang auf dem Nudelnbrett, läßt

ihn hierauf in der Schüssel nochmals gehen, macht, wenn er ganz reif

ist, auf dem Nudelnbrett 2 Laibchen davon, wellt diese lang aus, legt

sie auf ein mit Mehl bestrichenes Blech, läßt sie auf diesem wieder

gehen, bestreicht sie mit Eiern, backt sie im Backofen und läßt sie 2

bis 3 Tage liegen. Man schneidet sie in gewöhnliche Schnitten, mischt

ein Pfund fein gestoßenen Zucker, ein Loth rothen Sandel, ein Loth

Trisenet, ein Loth gestoßenen Zimmt, 2 fein geriebene Muskatnüsse, eine

kleine Messerspitze voll Nelken untereinander, gießt eine Bouteille Wein

in ein Geschirr, taucht 4 bis 6 Schnitten zumal in den Wein, reibt sie

mit dem gemischten Gewürz gut ein, legt sie in einem andern Geschirr

aufeinander, fährt so fort bis alle eingerieben sind, läßt sie über

Nacht zugedeckt stehen, taucht und reibt alle den folgenden Tag wieder

so ein, läßt sie auf einem Bogen Papier in einem abgekühlten Ofen

langsam trocknen und bewahrt sie in einer Schachtel auf. Man kann sie

ein halbes Jahr auf diese Art aufheben.

613. Waffeln mit Bierhefe.

Von einem halben Pfund Mehl, 2 Löffeln voll dicker guter Bierhefe, lauer

Milch und einer Messerspitze voll Salz wird ein Teig gemacht, den man

bei gelinder Wärme gehen läßt. Inzwischen wird ein halbes Pfund Butter

in einer Schüssel leicht gerührt, 6 Eier darunter gethan und unter den

Teig geknetet. Dann klopft man den Teig stark, läßt ihn noch einmal

gehen, backt ihn in heißen mit Speckschwarte bestrichenen Waffeleisen

auf beiden Seiten aus und bestreut die Waffeln auf der Platte mit Zucker

und Zimmt.

614. Zimmtschnitten.

Man macht einen nicht sehr starken Hefenteig, wie schon öfters

beschrieben worden ist; läßt ihn gehen, nimmt 3 Loth fein gestoßenen

Zucker, 3 Messerspitzen voll Zimmt dazu, macht den Teig mit diesem

an, läßt ihn gehen, bis er reif ist, macht dann auf einem Nudelnbrett

3 Würste davon, legt sie auf ein schwarzes, mit Mehl bestreutes

Blech, läßt sie noch einmal in der Wärme gehen, bestreicht sie mit

Eiern, streut Zucker und Zimmt darauf, backt sie schön gelb und läßt

sie erkalten. Hierauf werden sie in 2 Messerrücken dicke Schnitten

geschnitten, eine jede davon mit folgendem Gemische bestreut: nämlich

von einem halben Pfund feingestoßenem Zucker, einem Loth gestoßenem

Zimmt, einer ganzen geriebenen Muskatnuß und einer Messerspitze

voll Cardamomen, tüchtig eingerieben, alle aufeinander gelegt, eine

Viertelstunde liegen gelassen, nochmals, aber nur ganz leicht, durch

das Obenbeschriebene gezogen, auf ein schwarzes Blech, worauf Papier

seyn muß, gelegt und in einem abgekühlten Ofen getrocknet. Man kann die

Schnitten zum Dessert, auch zu kalter Schale geben.

615. Karlsruher Zwieback.

4 Pfund Mehl nimmt man in eine Schüssel nebst 4 starken Eßlöffeln voll

Bierhefe und 3 Schoppen lauer Milch, macht einen Teig an, der aber sehr

stark seyn muß, stellt das Geschirr zur Wärme, läßt den Teig gehen,

legt ihn in ein anderes Geschirr; arbeitet von einer Maas lauer Milch,

12 Loth fein gestoßenem Zucker, 4 Loth zerlassener Butter einen festen

Teig zusammen, nimmt das zuerst gemachte, kleinere Teiglein dazu,

arbeitet Alles nochmals, bis nichts mehr vom Mehl zu sehen ist, nimmt

ihn nun aufs Nudelnbrett, schafft ihn noch 3 Viertel- oder eine ganze

Stunde, stellt ihn in der Schüssel zur Wärme, läßt ihn schön gehen (er

braucht 1-1/2 bis 2 Stunden bis er reif ist), deckt ihn zu, daß er

keine Haut zieht, nimmt ihn wieder aufs Nudelnbrett, macht mit der Hand

runde Kugeln davon, wellt diese fingerlang aus, bestreut ein schwarzes

Blech mit Mehl, sezt eine an die andere an bis zu Ende, läßt den Teig

noch einmal in der Wärme gehen, bestreicht sie mit verklopftem Ei und

backt sie im Ofen schön gelb, schneidet sie aber erst den dritten Tag

an. Man röstet die Schnitten, die man messerrückendick macht, auf

einem schwarzen Blech bei gelinder Wärme. Man kann die Schnitten ein

Vierteljahr aufheben und gibt sie zum Thee, Caffee und Punsch.

616. Holländer Zwieback.

Ein Pfund Zucker und 5 Eiergelb werden eine halbe Stunde miteinander

gerührt, für einen Kreuzer grob gestoßener Fenchel und ein halbes Pfund

Mehl dazu genommen, Alles miteinander vermischt, auf dem Nudelnbrett

fingerlange Stängelchen von dem Teig gemacht, und im Ofen gebacken. Man

läßt sie erkalten, schneidet sie der Länge nach entzwei, bäht sie im

Ofen gelb und kann sie zu Thee und Caffee geben.

Schmalzbackwerk.

617. Aepfelkrapfen.

Ein Pfund Mehl, 8 Loth zerlassene Butter, 3 Loth fein gestoßener

Zucker, eine Messerspitze voll Zimmt und ein Schoppen warme Milch geben

einen Teig, an welchen 5 Eier geschlagen und eine kleine Messerspitze

voll Salz gestreut wird; der Teig wird auf dem Nudelnbrett so lange

gearbeitet, bis er Blasen wirft, mit 3 Löffeln voll Bierhefe noch ein

wenig gearbeitet, auf dem Nudelnbrett messerrückendick ausgewellt, mit

einem Model Kräpfchen daraus gestochen, mit Aepfelmuß gefüllt, diese

gelb gebacken und mit Zucker und Zimmt bestreut.

618. Aepfelküchlein.

Hinreichend Mehl wird mit Wein zu einem Flädchenteig gemacht und 6

Eßlöffel voll heißes Schmalz, einer nach dem andern, daran gerührt;

sollte der Teig zu dick werden, so wird mit Wein nachgeholfen. In diesen

Teig werden Backäpfelschnitze getaucht, in heißem Schmalze sehr langsam

unter häufigem Schütteln gebacken, auf Brodschnitten gelegt, damit sie

ablaufen, mit Zucker und Zimmt bestreut und ganz heiß aufgetragen.

619. Aepfelküchlein anderer Art.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 18 / 25 段