Eine schöne Lachsforelle wird abgeschuppt, der Bauch aufgeschnitten,

das Eingeweide herausgenommen, sauber gewaschen, innen und außen mit

Salz eingerieben, in ein Tuch eingeschlagen, und wenn sie 2 Stunden

gestanden, folgende Sauce daran gemacht: 3 Kalbsfüße, 2 Schweinsfüße,

6 Schoppen Wasser, 3 Schoppen Wein, 1 Schoppen Essig, Zwiebeln,

Lorbeerblätter, Muskatblüthe, Salz werden miteinander 3 Stunden lang

gekocht, durch ein Haarsieb in eine Schüssel gegossen und eine halbe

Stunde stehen gelassen. Von der Forelle wischt man den Schleim ab und

läßt sie in einem zugedeckten Kessel mit 1 Schoppen Wein, 2 Schoppen

Wasser, allen Arten guter Kräuter nebst einer kleinen Hand voll Salz

mehr dämpfen als kochen, damit sie nicht aufspringt. Sie braucht eine

Stunde, bis sie weich ist; dann läßt man sie erkalten. Die Sulz kommt

nun in eine Casserolle, das Fett wird oben weggenommen, und der Satz

bleibt zurück, die Sulz auf dem Feuer mit einem Schoppen siedender

Milch gekocht, der Saft von einer Citrone dazu genommen noch eine Weile

gekocht, vom Feuer genommen und eine Viertelstunde stehen gelassen.

Hierauf läßt man die Sulz durch einen aufgehängten Filzhut laufen; sie

muß, wenn sie gut gemacht ist, so klar seyn, wie helles Brunnenwasser;

dann gießt man davon nagelhoch auf die Platte, die man zur Tafel geben

will, läßt das Aufgegossene fest stehen und macht sodann folgende Sauce:

Von 6 hartgesottenen Eiern treibt man das Gelbe durch ein Haarsieb,

nimmt es in eine Schüssel, schlägt noch 6 frische Eiergelb daran, von

einer halben Citrone den Saft, rührt es eine halbe Stunde (auf dem Eis

ist es am besten zu rühren) nebst 3 Tropfen Provenceröl immer fort,

bis es ganz weiß ist; es muß aber immer tropfenweise Oel dazu gerührt

werden, auch etwas Sulz; so rührt man es 1-1/2-2 Stunden, gießt es auf

die Platte, auf der die helle Sulz ist, doch so, daß man rings herum 2

Finger breit die helle Sulz noch sieht, dann läßt man es fest stehen,

gießt behutsam wieder helle Sulz darüber, macht ein wenig grüne Sulz,

schüttet sie darüber, so daß der Fisch gerade auf die grüne Sulz zu

liegen kommt, dann wieder etwas klare Sulz, und wenn es fest gestanden

ist, wieder etwas Helles auf den Fisch, bevor er auf die Platte kommt.

Nun gießt man auf eine andere Platte nagelstief von der klaren Sulz,

läßt sie fest stehen, sticht mit einem blechernen Mödelchen, welches die

Form von Schuppen gibt, solche aus und legt sie behutsam mit dem Messer

auf den Fisch. Hinter den Ohren fängt man an und bedeckt den ganzen

Fisch damit, daß er wie mit Schuppen aussieht. Kopf und Schwanz dürfen

nicht bedeckt werden. Auf den Schwanz legt man etwas Grünes, an die

Ohren macht man eine Guirlande von rother und gelber Sulz und gibt dem

Fische eine Citrone ins Maul.

478. Gesulzter welscher Hahn.

Ein welscher Hahn wird gereinigt, gewaschen, die Augen ausgestochen

und der Kopf gebrüht, damit er weiß wird; ausgenommen darf er nicht

werden. Die Füße werden am Knöchel abgeschnitten, der Hahn auf dem

Rücken aufgeschnitten, der Körper so ausgelöst, daß alles Fleisch an

der Haut hängen bleibt; die Flügel werden am zweiten Gelenke ab- und

der Kragen so durchgeschnitten, daß der Kopf an der Haut hängen bleibt;

die Rohrbeine werden ausgelöst und folgende Fülle dazu gemacht: 3

bis 4 Pfund Schweinsbrät, ein Pfund Kalbsbrät, für 2 Kreuzer weißes

Brod (wovon die Rinde abgeschnitten ist) in Milch eingeweicht und

ausgedrückt, 3 große Zwiebeln, geschält und gewiegt, ein Viertelpfund

Speck in kleine Stückchen geschnitten und in einer Casserolle auf

dem Feuer zerlaufen und die Zwiebeln darin gedämpft, bis sie ein

wenig gelb sind, eine Hand voll Salz, 2 Messerspitzen voll Nelken,

3 Messerspitzen voll Muskatblüthe und eine ganze Muskatnuß, von 2

Citronen das feingewiegte Gelbe, nebst dem Mark ohne die Kerne, ein

Viertelpfund Sardellen sauber gepuzt und ausgegräthet, ein halbes Pfund

sauber gewaschene und abgehäutete Trüffeln; Alles dieses wird mit dem

Schweins- und Kalbsbrät in einem Reibstein mit 2 Eiern und 2 Dottern

zusammen zu einem Schaum gerieben und der vierte Theil davon in den

welschen Hahn gefüllt, darauf werden ein halbes Pfund Schinken und ein

halbes Pfund Speck, beides in federkieldicke Stückchen geschnitten,

nebeneinander, und ein Trüffel, in Blättchen geschnitten, darauf gelegt,

dann kommt eine Lage Fülle, wieder eine Lage Schinken, Speck und

Trüffel und dann wieder eine Lage Fülle. Hiebei ist aber zu bemerken,

daß Kragen und Schlägel mit der Farce wohl ausgefüllt werden müssen.

Darnach wird der Hahn zugenäht und, nachdem ihm der Kopf unter den

Flügel dressirt ist, in ein reines Tuch so eingebunden, daß er in seiner

Form bleibt. So zubereitet wird der Hahn in eine große Casserolle mit

8 zerhackten Kälberfüßen gelegt, eine Maas Wein, 2 Maas Wasser und 3

Schoppen Essig daran gegossen, ein Loth Muskatblüthe, eine ganze in

Blätter geschnittene Citrone, ohne die Kerne, 2 in Stücke geschnittene

gelbe Rüben, 4 Lorbeerblätter, 4 Zwiebeln, eine Sellerie, in Stücke

geschnitten, Nelken und Pfeffer, zusammen ein Loth, dazu gethan und

Alles 2 bis 3 Stunden gekocht. Geht die Brühe noch nicht über den Hahn

her, so wird noch mehr Wasser und Wein dazu gegossen. Wenn der Indian

oder welsche Hahn 2 Stunden gesotten hat, nimmt man ihn heraus und läßt

ihn im Tuche erkalten. Den Satz läßt man noch eine Stunde kochen, zieht

ihn durch ein Haarsieb in ein reines Gefäß und läßt ihn über Nacht

stehen. An dem Tage, wo der Hahn aufgetragen werden soll, nimmt man

das Fett von der Sulz ab, bringt diese in einer Casserolle, so daß der

Satz unten bleibt, ans Feuer, zerdrückt 3 ganze Eier darein und rührt

so lange darin, bis sie kocht. Dann hebt man sie vom Feuer, gießt von

3 Citronen den Saft dazu und läßt die ganze Sulz durch einen Filzhut

laufen; zugleich macht man den Hahn aus dem Tuche los, puzt ihn mit

einem reinen Tuche sauber ab, legt ihn auf eine Platte und übergießt

ihn mit klarer Sulz, läßt diese kalt werden, übergießt ihn wieder und

so macht man fort, bis der Hahn ganz in der Sulz liegt. Nun wird er mit

Lorbeerblättern und Citronen garnirt.

479. Gesulztes Kalbsnetz.

2 Pfund Schweinsbrät, 1 Pfund Kalbsbrät, 2 weiße Brode, welche in Milch

eingeweicht und fest ausgedrückt wurden, werden mit Salz, Pfeffer

und Muskatblüthe in einen Reibstein gethan, eine Hand voll gedämpfter

Zwiebeln, 2 gereinigte Häringe mit dem Obigen wie Schaum so fein darin

gerieben und alles in ein großes Kalbsnetz oder in einen Bodendarm

genäht (ist es ein Bodendarm, so muß er gestupft werden); dieses in

einer Casserolle mit einer Hand voll Salz eine Stunde lang ganz langsam

gekocht, auf die Platte gelegt und helle Sulz darüber gegossen, an der

man das Netz gestehen läßt.

480. Gesulzter Karpfen.

Ein Karpfen von 2 bis 3 Pfund wird sauber geschuppt, gewaschen, der

Bauch aufgeschnitten, aber nicht zu weit, mit einem Tuch inwendig

ausgewischt und mit Salz und Pfeffer gut eingerieben; dann wird er in

ein Tuch gut eingeschlagen und 2 Stunden stehen gelassen. Nun läßt man

in 1 Maas Wasser in einer Pfanne ein halbes Pfund geraspeltes Hirschhorn

2 bis 3 Stunden langsam kochen, (es darf nicht umgewendet werden, sonst

wird es trüb). Man legt den Fisch in ein Geschirr, in dem man ihn kochen

kann, aber er muß gerade bleiben, legt 1 Zwiebel, 3 Lorbeerblätter,

ganze Nelken, ganzen Pfeffer, eine halbe in Blätter geschnittene Citrone

dazu und gießt das Helle von dem Hirschhorn durch ein Tuch über den

Fisch. Sollte der Sud nicht reichen, so muß ein halber Schoppen Wein,

Wasser oder Fleischbrühe dazu genommen werden, der Fisch wird zugedeckt

und gekocht, bis er sich von den Gräthen losmacht. Man läßt ihn auf

einer Schüssel kalt werden, zieht die Sulz durch ein Tuch und vertheilt

sie in 2 Theile, wovon der eine Theil auf die Platte kommt, die man zur

Tafel geben will; diesen läßt man stehen, legt den Karpfen behutsam

darauf; zu der übrigen Sulz nimmt man 3 bis 4 Tropfen Veilchensaft und

gießt sie über den Karpfen.

481. Gesulzte Pomeranzen.

In schöne große Pomeranzen macht man oben einen nicht sehr tiefen

Kreuzschnitt, so daß man das Mark mit dem Finger ausziehen kann, von

welchem nichts darin bleiben darf. Daran macht man folgende Sulz: Das

ausgezogene Mark preßt man durch ein Haarsieb in eine messingene Pfanne,

gießt 2 Schoppen weißen Wein darein und läßt es mit einem Viertelpfund

Zucker aufkochen, nimmt 1 Ei daran, schlägt es mit einer Schneegabel so

lang, bis es anfängt zu kochen. Dann nimmt man die Sulz vom Feuer, thut

noch von 2 Citronen den Saft dazu und zieht sie durch einen Filzhut;

sollte sie das erste Mal nicht hell genug werden, so wird sie nochmals

aufgegossen; dann stellt man die Pomeranzen aufrecht in ein Geschirr, so

daß sie nicht umfallen können, gießt von der klaren Sulz etwas daran,

läßt sie fest stehen, macht von 2 Loth Mandeln eine dicke Milch, gießt

von der klaren Sulz etwas daran und verrührt beides gut miteinander;

wenn die Pomeranzen gestanden sind, so gießt man Mandelmilch dazu und

läßt sie fest stehen; dann färbt man klare Sulz mit 3 bis 4 Tropfen

Cochenille, gießt, wenn die Mandelmilch gestanden ist, die rothe Sulz

darauf und läßt sie fest stehen.

482. Sulz mit Brustkräutern.

Man schneidet weiße Eibischwurzeln, Lungenkraut, Leberkraut, Herzlein

von blauem Kohl, jedes eine Hand voll, recht fein, nimmt 3 Löffel

voll feines Griesmehl, einen zerhackten Kalbsfuß und Knochen, eine

Messerspitze voll Muskatblüthe, ein klein wenig Butter dazu, läßt

Alles miteinander 3 bis 4 Stunden kochen, gießt es durch ein Tuch und

läßt es im Keller gestehen; den andern Tag nimmt man das Fett davon ab

und gibt dem Kranken Morgens und Abends eine Suppe davon, die man mit

Fleischbrühe vermischt.

483. Sulz von Habergrütze.

Man gießt einen Schoppen Wasser an ein Viertelpfund Habergrütze, läßt

es 3 Tage lang daran stehen, indem man alle Tage 2 Maas frisches Wasser

daran gießt, den vierten Tag treibt man es durch ein Haarsieb, läßt die

Schale und den Saft von 2 Pomeranzen, den Saft von einer Citrone und ein

Stück Zucker eine Viertelstunde damit kochen, zieht die Sulz durch ein

Haarsieb und gibt sie dem Kranken, je einen Löffel voll.

484. Sulz von geraspeltem Hirschhorn.

4 Loth Hirschhorn, 4 Loth Elfenbein, eine Hand voll Brustkräuter,

Brunnenkresse und Körbelkraut schneidet man klein zusammen, gießt 1-1/2

Maas Wasser daran, läßt dieses bis auf eine halbe Maas einkochen, zieht

die Sulz durch ein Haarsieb und thut 3 Loth Himbeersaft und ein Loth

rothen Kornblumensaft dazu. Man gibt diese Sulz Kindern, die Hitze und

Zahnfieber haben, Morgens und Abends, je einen Löffel voll; auch kann

man sie in einem Thee geben.

485. Sulz von Krebsen und Schnecken für Kranke.

30 Schnecken (Weinbergschnecken sind die besten) und 3 Krebse, von

denen zuvor Eier und Galle genommen worden, stoßt man recht fein, kocht

eine halbe Kalbslunge und einen abgezogenen Kalbsfuß, nachdem beides in

kleine Stückchen geschnitten worden, ein halbes Pfund Körbelkraut, fein

gewiegt, Salz, Muskatblüthe, nebst 2 Maas Wasser; wenn die Sulz bis auf

eine Maas eingekocht ist, läßt man sie durch ein wollenes Tuch laufen

und gibt dem Kranken Morgens, wenn er noch nüchtern ist, Mittags und

Abends ein paar Löffel voll davon zu trinken. Man kann die Sulz, wenn

man sie warm geben will, mit Fleischbrühe kochen.

486. Sulz von isländischem Moos.

An ein Viertelpfund isländisches Moos gießt man 3 Maas kochendes Wasser,

läßt dieses eine halbe Stunde daran stehen, treibt das Moos durch ein

Haarsieb, gießt wieder so viel kochendes Wasser daran, läßt es auch

eine halbe Stunde stehen, treibt es nochmals durch das Haarsieb, drückt

den Thee gut aus, läßt ihn in der Pfanne eine Viertelstunde kochen,

treibt ihn wieder durchs Haarsieb, läßt nun den Saft mit einem halben

Pfund Kandelzucker so lange kochen, bis noch ein starker Schoppen übrig

bleibt, nimmt den weißen Schaum immer oben davon, läßt die Sulz in

einem porzellanernen Geschirr kalt werden, deckt dieses zu und gibt

dem Brustkranken Morgens nüchtern, Mittags eine Stunde nach Tisch, und

Nachts vor dem Schlafengehen einen Löffel voll davon.

~Anmerkung.~ Ich kann aus eigener Erfahrung diese Sulz für eine gute

Medicin ausgeben, da ich schon öfters in Bädern an kranken Herren die

Die Verf.

487. Sulz für Kranke.

Ein altes, sauber gepuztes Huhn hackt man zusammen, nimmt 2 Kalbsfüße

und einen Knochen dazu, läßt sie mit einem Viertelpfund geraspeltem

Hirschhorn, welches in ein Tuch gebunden wird, 2 bis 3 Stunden mit

einander kochen, gießt die Brühe durch ein Tuch und nimmt sie zur Suppe.

Gelées, Compotes und Crêmes.

488. Aepfel-Compote.

18 bis 20 Borsdorferäpfel schneidet man in 2 Theile, sticht das Kernhaus

aus und läßt die Kerne und Schalen in einer Casserolle mit einer Maas

Wasser bis zu einer halben Maas einkochen, zieht sie durch ein Haarsieb,

thut den Saft in eine Casserolle, preßt die Schalen gut aus und gießt

einen Schoppen Wein daran, thut 8 Loth Zucker dazu, legt die Aepfel

darein, läßt sie weich kochen und aus einem Haarsieb ablaufen, legt

sie sodann auf dem dazu bestimmten Geschirr auf einander, bildet einen

Bienenkorb daraus, steckt zwischen die Fugen gekochte Kirschen, läßt den

Syrup einkochen bis er spinnt und gießt ihn darüber.

489. Farcirte Aepfel.

Borsdorferäpfel werden geschält und in 2 Theile geschnitten, das

Kernhaus ausgestochen, die Aepfel ein wenig ausgehöhlt, doch so, daß sie

kein Loch bekommen; dann kocht man sie mit einem Schoppen Wein, einem

Schoppen Wasser, nebst 10 Loth Zucker weich, legt sie aufs Haarsieb und

läßt sie ablaufen, drückt das Gelbe von 4 hartgesottenen Eiern durch

ein Haarsieb, wiegt ein Loth Citronat und ein Loth abgezogene Mandeln

recht fein, thut sie an die Eier, macht Alles mit einem Loth Zucker

durcheinander, legt die Aepfel auf eine Platte, so, daß die Oeffnung in

die Höhe sieht, füllt die Hälfte der Aepfel mit den Eiern, deckt den

andern Theil darüber, läßt 2 Löffel voll Himbeer- oder Johannisbeersaft

mit dem Syrup einkochen, bis es Blasen wirft und übergießt die Aepfel

mit dem Syrup, daß sie einen schönen Glanz bekommen.

490. Birnencompote.

Man schält die Birnen, schneidet sie in 2 Theile, gießt so viel

kochendes Wasser daran, daß es einen Finger hoch über die Birnen geht

und kocht sie in dem Wasser mit einer halben Citronenschale, etwas

ganzem Zimmt und 6 Nelken weich, formirt auf einer Platte 2 bis 3

Artischoken daraus, läßt den Syrup noch etwas einkochen und gießt ihn

durch ein Haarsieb an die Birnen.

491. Quittencompote.

Die Quitten werden geschält, in 2 Theile geschnitten, im Wasser weich

gekocht und auf ein Haarsieb gelegt, dann werden die Schalen und Kerne

im Wasser weich gekocht, ebenfalls durch ein Haarsieb gegossen, in einer

Casserolle mit den Quitten, 12 Loth Zucker, einer Citronenschale und

einem halben Schoppen Wein so lange miteinander gekocht, bis der Syrup

dick ist; dann macht man auf einer Platte eine Melonenform von den

Quitten; gießt den Syrup darüber und steckt in die Figur große, im Syrup

gekochte Zibeben.

492. Melirtes Compote.

Borsdorferäpfel, Rosenäpfel, Calvil rouge und Luiken werden geschält

und in 2 Theile geschnitten, von Zwetschgen die Haut abgezogen, kleine

Muskatellerbirnen und Quitten mit einer halben Maas Wasser und eben so

viel Wein in einer messingenen Pfanne sammt den Schalen und Kernen eine

Viertelstunde gekocht, in ein Haarsieb geschüttet und ein Viertelpfund

große Zibeben ein paar Minuten in dem Syrup gekocht, sammt einem

Viertelpfund Prünellen; dann legt man 2 Lagen von den gekochten Aepfeln

in eine Platte, legt immer einen Apfel, eine Zwetschge, eine Birne,

eine Prünelle nebeneinander, macht eine Pyramide von den Früchten, legt

sie so zusammen, daß die Pyramide schön melirt aussieht, schneidet 2

Loth abgezogene Mandeln in 4 Theile, steckt an jede Mandel eine Zibebe,

besteckt damit die ganze Pyramide, läßt den Syrup noch etwas einkochen

und gießt ihn daran.

493. Aepfelcrême.

Man schält Borsdorferäpfel, schneidet sie in 2 Theile, nimmt das

Kernhaus heraus, höhlt die Aepfel ein wenig aus, kocht sie mit einem

Schoppen Wein, einem Schoppen Wasser und einem Viertelpfund Zucker weich

und macht nun folgende Crême: eine halbe Maas Milch, das Gelbe von einer

Citrone und 3 Loth Zucker kocht man miteinander, rührt 4 Eiergelb und

3 Finger voll Mehl mit kalter Milch glatt an, die kochende Milch dazu,

läßt Alles noch einmal auf dem Feuer anziehen, gießt die Crême durch

ein Haarsieb auf die dazu bestimmte Platte, läßt die Aepfel vorher

ablaufen (der Syrup, worin die Aepfel gekocht werden, muß so lange

eingekocht werden, bis er Fäden zieht), legt sie auf die Crême, so zwar,

daß die Höhlung nach oben sieht, füllt sie mit dem Syrup aus und streut

geschnittene Pistazien darauf.

494. Aepfelcrême anderer Art.

6 bis 8 Borsdorfer- oder Rosenäpfel werden geschält, fein geschnitten

und mit einem Stück Butter und einem Stück Zucker recht weich gedämpft,

durch ein Haarsieb getrieben und folgende Crême dazu gemacht: einen

kleinen Kochlöffel voll Mehl rührt man mit kaltem Wasser an, rührt 4

Eiergelb daran, gießt einen Schoppen weißen Wein dazu, kocht die Crême

mit 4 Loth Zucker wie einen Brei, läßt sie nun mit den Aepfeln noch ein

wenig kochen, thut sie in das hiezu bestimmte Geschirr, streut Zucker

darauf und brennt sie recht schön mit einer glühenden Schaufel.

495. Aepfelschaum.

6 bis 8 Aepfel werden entweder in heißer Asche, auf einem Geschirr

im Ofen, oder im Bratrohr gebraten, das Mark geschabt, mit einer

Messerspitze voll Zimmt, 8 Loth gestoßenem Zucker recht schaumig

gerührt, von 12 Eierweiß ein steifer Schnee geschlagen, langsam mit der

Masse vermischt, in eine tiefe, mit Butter bestrichene Platte, wie eine

Pyramide, gegossen, die Platte auf ein schwarzes Blech, welches mit Sand

oder Salz dick bestreut wird, gestellt, in ein Bratrohr gethan und mit

Zucker bestreut. In einer halben Stunde ist es fertig.

496. Backmeistercrême.

Man nimmt so viel feines Mehl, als man mit 8 Eierdottern abrühren kann,

gießt eine halbe Maas süßen Rahm daran, 4 Loth Zucker, an einer Citrone

abgerieben, 3 Loth frische Butter, rührt die Crême auf dem Feuer und

drückt den Saft von einer halben Citrone daran, wenn sie vom Feuer weg

ist. Nun läßt man ein Viertelpfund Zucker mit einem halben Glas voll

Wasser zu einem Caramelle kochen, gießt die Crême hinein, rührt es

miteinander um, so, daß es etwas marmorirt bleibt (weiß und braun).

497. Gestürzte Caffeecrême.

Man röstet ein Viertelpfund Caffee hellgelb, stößt ihn im Mörser und

läßt ihn in einer messingenen Pfanne mit 3 Schoppen Milch kochen;

hernach läßt man 8 Loth Zucker und einen Schoppen dick gekochten

Kälberstand mit dem Caffee einen Sud thun, zieht Alles durch ein

Haarsieb in eine Porzellanschüssel und läßt es kalt werden. Sodann wird

ein Schoppen Rahm in einer Schüssel steif geschlagen und die Crême,

wenn sie kalt ist, langsam darein gemischt. Diese Masse wird in einem

mit Mandelöl bestrichenen Sulzmodel auf Eis stehen gelassen und nach

Geschmack garnirt.

498. Gestürzte Chokoladecrême.

4 sauber gepuzte Kalbsfüße, von denen die Knochen ausgelöst worden,

sezt man mit 2 Maas Wasser zum Feuer und läßt sie bis auf eine halbe

Maas einkochen, gießt dann die Sulz durch ein wollenes Tuch auf eine

Porzellanschüssel und läßt sie eine Viertelstunde stehen. Dann löst man

12 Loth Chokolade in einer messingenen Pfanne mit einem halben Schoppen

Wasser auf (sollte es noch zu dick seyn, so kann noch ein halbes Glas

Wasser dazu genommen werden), thut 12 Loth Zucker dazu, ein Stück

Vanille, nimmt die Sulz behutsam dazu, rührt Alles mit einem Schoppen

süßen Rahm glatt an, rührt die gekochte Chokolade an 8 verklopfte Eier

und läßt sie nochmals in der Pfanne anziehen; es muß aber immer darin

gerührt werden; nun zieht man die Crême durch ein Haarsieb in eine

Porzellanschüssel, läßt sie kalt werden, bestreicht einen Sulzmodel mit

Mandelöl, stürzt ihn um und läßt ihn gut auslaufen, gießt die kalte

Crême darein; bevor sie zur Tafel kommt, ziert man sie schön auf einer

Platte.

499. Gebackene Chokoladecrême.

Man löst ein Viertelpfund Chokolade in einer messingenen Pfanne mit

einem Glas Wasser auf, kocht sie mit einer Maas Milch, 4 Loth Zucker

und einer Messerspitze voll Zimmt; rührt 8 Eiergelb mit einem halben

Kochlöffel voll Mehl und kalter Milch glatt, rührt die Chokolade dazu,

läßt Alles miteinander nochmals in der Pfanne anziehen, sprudelt es

in einem Topf, bis es ein wenig erkaltet ist, gießt die Crême durch

ein Haarsieb auf die Platte, schlägt von den 8 Eierweiß einen steifen

Schnee, bedeckt die ganze Crême damit, bespickt sie mit 2 Loth Mandeln,

die der Länge nach fein geschnitten sind, streut grünen Streuzucker

darüber und stellt die Crême eine Viertelstunde vor dem Anrichten ins

Bratrohr, damit sie wieder heiß wird.

~Anmerkung.~ Es ist bei allen Crêmes zu bemerken, daß ein wenig Mehl

dazu genommen wird; man ist dann sicher, daß sie nicht so leicht

gerinnen.

500. Citronencrême.

Ein Viertelpfund Zucker, an dem 2 Citronen abgerieben worden, läßt man

mit einer halben Maas Wein und dem Saft der Citronen 4 Minuten kochen,

rührt 6 Eiergelb mit ein wenig Mehl und 2 Eßlöffeln voll Wasser glatt,

rührt den gekochten Wein langsam an die Eier, läßt Alles in der Pfanne

noch einmal anziehen, daß es glatt und dick wird, schlägt die 6 Eierweiß

zu einem Schnee, mengt diesen unter die Crême und, wenn sie erkaltet

ist, brennt man sie gelb mit einem glühenden mit Zucker bestreuten

Schäufelchen.

501. _Crême à la coquin._

Einen Schoppen Rahm, eben so viel Milch, für einen Kreuzer

Pomeranzenblüthe, Wasser, eine Citrone am Zucker abgerieben, 4 Loth

Zucker und 6 gestoßene Makronen kocht man eine starke Viertelstunde

miteinander, schlägt 6 Eiergelb in ein Geschirr, nimmt 3 Finger voll

Mehl dazu, gießt die gekochte Milch langsam daran, rührt Alles eine

Minute auf dem Feuer, zieht es durch ein Haarsieb in die Schüssel, die

man zur Tafel geben will, stellt die Crême in kochendes Wasser, sezt

einen Deckel mit Kohlen darauf und läßt sie fest werden. Man streut

Zucker darauf und brennt sie mit einer glühenden Schaufel.

502. Crême mit Eis.

Man kocht eine halbe Maas Milch, ein Stück ganzen Zimmt und ein

Achtelspfund Zucker in einer messingenen Pfanne miteinander, verrührt

9 Eiergelb mit ein wenig Mehl, rührt die gekochte Milch daran, läßt

Alles nochmals in der Pfanne anziehen, gießt die Crême in eine

Schüssel durch ein Haarsieb, läßt sie erkalten und macht folgendes

Eis: 6 Eierweiß werden zu einem steifen Schnee geschlagen, 6 Tropfen

Pomeranzenblüthewasser und so viel Zucker daran gerührt, bis das Eis

dick ist; dann gießt man es auf der Crême herum, macht ein Schäufelchen

glühend und hält dieses so lange über die Crême, bis sie trocken ist.

Man gibt sie kalt zu Tische.

503. Gestürzte Erdbeerencrême.

3 Schoppen Erdbeeren werden durch ein Haarsieb gepreßt; 2 Loth

Hausenblasen löst man im Wasser auf. Man schlägt eine halbe Maas Rahm so

steif, wie Eierschnee, läßt ihn auf einem Haarsieb ablaufen, gießt die

Hausenblasen an das Erdbeermark, nimmt so viel Löffel voll Zucker, als

man Mark hat, rührt die Crême auf dem Eis, bis sie anfängt, sulzig zu

werden, bestreicht einen Sulzmodel mit Mandelöl, rührt den Schlagrahm

und den Schnee von 2 Eierweiß langsam darunter, gießt die Crême in den

Sulzmodel, stellt diesen in den Keller oder aufs Eis, stürzt die Crême

behutsam auf eine Platte und garnirt sie schön mit Erdbeeren.

504. Hagenbuttencrême.

Man löst 1-1/2 Loth Hausenblasen in einem Schoppen Wasser auf, nimmt 4

bis 6 Löffel voll Hagenbuttenmark in eine messingene Pfanne, schlägt 6

Eier daran, gießt einen Schoppen guten Wein dazu, einen halben Schoppen

Wasser, ein halbes Pfund Zucker, die geriebene Schale einer Citrone, und

läßt Alles miteinander kochen, unter beständigem Rühren. Dann füllt man

die Crême in einen mit Mandelöl bestrichenen Sulzmodel, stellt diesen in

den Keller und läßt die Crême darin gestehen.

505. Himbeer- oder Hohlbeerschaum.

Eine halbe Maas Himbeeren wird in einem Haarsieb mit einem Erbsentreiber

durchgetrieben, so viel Löffel voll Mark, so viel Zucker rührt man

tüchtig damit durcheinander, schlägt von 12 Eierweiß einen Schnee,

mischt ihn unter das Vorige, gießt Alles in eine mit Butter bestrichene

Platte, macht es schön hoch, streut blauen Sandelzucker darauf, garnirt

die Platte mit Hagenbutten und behandelt den Schaum wie es bei dem

Apfelschaum angegeben wurde. In einer Viertelstunde ist er fertig.

506. Jungferncrême.

Man sezt eine halbe Maas Milch über's Feuer, stößt 6 bis 8 bittere

Mandelbrode, thut diese sammt einem Stück Zimmt, 4 Loth Zucker, woran

eine Citrone abgerieben wurde, in die Milch, läßt Alles eine Weile

miteinander kochen, rührt den Schnee von 4 Eierweiß zulezt an die Milch;

wenn sie abgekühlt ist, zieht man die Crême durch ein Haarsieb in ein

Geschirr, stellt es auf heiße Asche, deckt einen Deckel mit schwachen

Kohlen darauf, läßt die Crême fest werden und kann sie kalt oder warm

geben.

507. Königscrême.

Ein Viertelpfund Zucker wird in einer messingenen Pfanne mit 2 Eßlöffel

voll Wasser so lange gekocht, bis der Zucker hellgelb ist, dann gießt

man ihn in eine beliebige Form, läßt ihn ganz darin herumlaufen, rührt

eine halbe Maas Milch, 2 Eier, einen Kochlöffel voll Mehl, 1 Loth

abgezogene, fein gestoßene, bittere Mandeln miteinander, gießt Alles in

die gezuckerte Form, stellt sie in kochendes Wasser, deckt einen Deckel

mit Kohlen darüber, läßt sie 2 bis 3 Stunden kochen und stürzt sie dann

auf eine Platte.

508. Crême für Kranke.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 15 / 25 段