Einen schönen fetten Kapaun sticht man und läßt ihn gehörig ausbluten,

rupft ihn ganz warm, aber behutsam, damit er kein Loch bekommt und

brennt die noch stehen bleibenden Haare an einem Flammenfeuer ab; man

nimmt ihn behutsam aus, zieht den Kropf zugleich mit den Gedärmen unten

aus, läßt aber Herz und Lunge darin; man untergreift ihn, wie eine

junge Taube, löst Brust, Rücken und Schenkel los und macht folgende

Fülle dazu: Ein halbes Pfund magerer Schinken wird so fein wie möglich

gewiegt, 3 Eier daran geschlagen, ein Schoppen süßer Rahm daran gegossen

und eine geriebene Muskatnuß dazu gethan; mit dieser Masse wird eine

Spritze mit einem kleinfingerdicken Rohr gefüllt und der Kapaun damit

ausgesprizt und gefüllt. Dann näht man die Oeffnung wieder zu, steckt

den Kopf mit dem Schnabel auf die Brust, dressirt die Füße hübsch, legt

ihm ein Citronenrädchen auf die Brust, wickelt ihn in einen mit Butter

dick bestrichenen Bogen Papier und läßt ihn in einer Bratpfanne langsam

braten, während dessen aber übergießt man ihn recht fleißig. Er kann als

Braten oder Ragout gegeben werden. In lezterem Falle macht man folgende

Sauce dazu: In einer Casserolle läßt man ein Stück Butter zergehen und

dämpft darin ziemlich geschnittene Zwiebeln und ein kleines Stück Zucker

eine gute Viertelstunde lang; dann streut man einen Kochlöffel voll

Mehl darein, wendet das Ganze um, gießt einen starken Schöpflöffel voll

Fleischbrühe und ein Glas Wein daran und läßt es eine halbe Stunde lang

aufkochen. Diese Sauce treibt man nunmehr durch ein Haarsieb und gießt

sie wieder in eine Casserolle, thut das Gelbe und das Mark von einer

feingewiegten Citrone dazu, läßt sie noch ein Mal aufkochen und reibt

eine Muskatnuß darein. Ist es Zeit zum Anrichten, so legt man den Kapaun

behutsam auf eine Platte und gießt die Sauce nicht auf den Kapaun,

sondern unmittelbar auf die Platte.

457. Kapaun im Reis.

Man richtet einen Kapaun zum Braten zu wie gewöhnlich, legt ihn in laues

Wasser, reibt ihn dann mit Salz und gestoßenem weißen Pfeffer ein,

bindet ihn mit Speck und Citronen ein, dämpft ihn in einer Casserolle

halb gar, kocht ein halbes Pfund Reis mit guter Fleischbrühe, rührt ein

Stück Butter daran, nimmt Muskatblüthe und Citronenschalen dazu, thut

die Hälfte Reis in eine Schüssel, den Kapaunen dazu, gießt die andere

Hälfte darüber, verrührt 4 Eier mit einem Kochlöffel voll sauren Rahm,

gießt diesen über den Reis, bestreicht einen Springring mit Butter,

legt ihn über die Platte her, stellt diese in den Backofen und läßt sie

einige Zeit darin, bis der Reis aufgezogen ist.

458. Lammbraten.

Man zieht das Lamm ab, schneidet den Kopf, die Füße und die Brust davon,

gerade so, wie bei den Hasen; dann wird es abgehäutet und gespickt,

wo es kein Fett hat; man reibt es mit Salz und Pfeffer ein, dressirt

es hübsch zusammen und läßt es in einer Bratpfanne mit Zwiebeln schön

gelb braten; schüttet ein wenig Jus daran, übergießt es öfters damit

und drückt Citronensaft darauf. Im Frühjahr, in der Osterzeit, sind die

Lammbraten am schmackhaftesten.

459. Lammviertel am Spieß gebraten.

Von einem schönen Lammviertel zieht man die Haut am Schlägel ein wenig

ab, spickt ihn mit Speck, reibt ihn mit Salz und Pfeffer ein, steckt

ihn an einen Spieß, bestreicht Papier mit Butter und bindet es um das

Fleisch, übergießt es öfters mit fetter Fleischbrühe, gießt in den

Untersatz ein Glas Wein, etwas Fleischbrühe oder Butter und schneidet

Zwiebeln und Lorbeerblätter dazu, daß es eine gute Jus bekommt; eine

halbe Stunde vor dem Anrichten macht man das Papier davon los, übergießt

den Braten mit saurem Rahm (der Braten muß ganz glänzend aussehen),

drückt von einer halben Citrone den Saft darüber, zieht die Jus durch

ein Haarsieb und gibt sie besonders zum Braten.

460. Lendenbraten.

Die Haut und das Fett werden von dem Stücke abgezogen, dieses mit Speck

gespickt, in eine Bratpfanne gelegt, ein Schöpflöffel voll Fleischbrühe

daran gegossen und im Ofen gebraten. Ist er bald vollends fertig, so

kommen 3 feingeschnittene Selleriewurzeln daran, die man weich kochen

läßt. Sobald sie weich sind, richtet man den Braten an.

461. Lendenbraten à la Robert.

Von einem schönen Stücke Lendenbraten werden Fett und Haut abgezogen;

nach diesem schneidet man ihn an der Seite auf, aber nicht ganz durch,

schneidet das Fleisch ein wenig heraus, aber so, daß der Braten kein

Loch bekommt, hackt das Fleisch mit einem halben Pfund frischen Speck,

wiegt 4 Sardellen (die aber vorher sauber gewaschen und ausgegräthet

seyn müssen) und eine halbe Citrone sammt dem Mark recht fein; reibt

für einen Kreuzer Brod am Reibeisen ab, weicht es in Wasser ein, drückt

es fest aus, vermischt es mit dem Gehackten und Gewiegten und mit Salz,

Pfeffer, Muskatblüthe, Nelken und 2 verklopften Eiern und füllt die

ganze Masse in den Lendenbraten, den man wieder fest zusammennäht und in

eine Casserolle thut. Dazu kommen geschnittene Zwiebeln, Lorbeerblätter,

Citronen, Basilikum, Estragon und ein Glas Wein, worauf man es auf

schwachem Kohlenfeuer langsam dämpfen läßt. Eine halbe Stunde vor dem

Anrichten wird der Braten ausgehoben, ein halber Kochlöffel voll Mehl

in die Casserolle gethan, ein Glas Bordeauxwein und ein Löffel voll

Fleischbrühe, so wie der Saft von einer halben Citrone daran gegossen;

so läßt man alles eine halbe Viertelstunde miteinander aufkochen, treibt

es durch ein Haarsieb, gießt es wieder in die Casserolle, legt den

Braten wieder dazu und läßt ihn gar werden.

462. Nierenbraten.

Von einem Nierenbraten haut man vorne den Lappen und hinten den Strehl

ab, reibt ihn mit einem Tuch sauber ab, pfeffert und salzt ihn gut ein,

läßt ihn eine Stunde liegen, dann rollt man ihn zusammen, bindet ihn

fest mit einem Bindfaden, bratet ihn am Spieß oder in einem Bratrohr,

wickelt ihn in Papier ein und schneidet Zwiebeln, gelbe Rüben, auch

etwas Citronen, legt den Braten dazu, thut auch ziemlich viel Fett daran

und bratet ihn langsam; beim Anrichten wird das Papier weggenommen,

das Fett abgeschüttet und die Sauce mit etwas Fleischbrühe durch ein

Haarsieb gezogen.

463. Nierenbraten auf englische Art.

Der Nierenbraten wird in eine Casserolle gelegt, mit Milch überschüttet,

daß er ganz damit bedeckt ist, Nelken, weiße Pfefferkörner,

Muskatblüthe, Thymian, Basilikum, einige Lorbeerblätter und geschnittene

Zwiebeln, gelbe Rüben, Petersilie, Pastinak, Schalotten und noch

allerlei Wurzeln dazu gethan. Man läßt nun den Braten über Nacht mit den

Kräutern stehen. Den andern Tag, 2 Stunden vor dem Anrichten, nimmt man

ihn aus der Milch, bratet ihn am Spieß, bestreut ihn mit Mehl und Salz,

begießt ihn öfters mit Butter, damit er eine schöne Farbe bekommt, legt

ihn auf die Platte und gießt klare Jus darüber.

464. Rehschlägel in Rahmsauce.

Von dem Schlägel schneidet man das Rohr- und Schlußbein aus, häutet ihn

gut ab, spickt ihn, legt ihn auf ein Plafond, schneidet allerlei Wurzeln

und Zwiebeln dazu, gießt heißes Schmalz darüber, thut Salz, Pfeffer und

Nelken daran, läßt ihn schön gelb braten, schüttet ein wenig Jus daran,

ein Glas Essig oder Wein und übergießt ihn öfters. Zulezt verrührt man

einen halben Schoppen guten dicken sauren Rahm und 3 Finger voll Mehl

miteinander, gießt dieses mit ein wenig Jus dazu und läßt es nochmals

aufkochen, zieht die Sauce durch ein Haarsieb und gießt sie auf den

Braten.

~Anmerkung.~ Bei allen Wildbraten ist zu beachten, daß es besser

aussieht, wenn die Sauce besonders dazu gegeben wird.

465. Rostbraten.

Man nimmt ein Stück von der Rübe (hintersten Rippe), schneidet die

Rippe davon aus und unten den Strehl weg, schneidet das Fleisch in

halbfingerdicke Schnitten, klopft sie ein wenig, reibt sie mit Salz

und Pfeffer ein und bratet sie mit Citronenbutter auf dem Roste schön

gelb. In einer Viertelstunde sind sie fertig, dann legt man sie auf eine

Platte und gibt Citronen dazu.

466. Geräucherter Schinken am Spieß gebraten mit Champagnerwein.

Man legt den Schinken auf den Rost, zieht ihn nachher recht sauber ab,

daß nichts Schwarzes an ihm bleibt, legt ihn in ein langes Geschirr,

schneidet einige Schalottenzwiebeln darein, thut Lorbeerblätter,

Basilikum, Thymian, einige Nelken, Knoblauch, Muskatblüthe dazu, gießt

eine Bouteille Champagner daran, deckt das Geschirr fest zu und läßt

alles so stehen bis den andern Tag. 3 Stunden vor dem Anrichten wird er

an den Spieß gesteckt, mit der Sauce, worin er den Tag vorher gelegen,

und zu der man noch ein Stück Butter nimmt, öfters übergossen, bis er

alles angeschluckt hat. Vor dem Serviren läßt man ein paar Löffel voll

Coulis mit dem Saft einer Citrone aufkochen und gießt diese über den

Schlägel; man kann auch eine Hägenmarksauce dazu geben.

467. Schneegans.

Eine Schneegans wird gerupft, abgeflammt, 4 Tage mit allen Arten Kräuter

in Essig gelegt, Kopf und Kragen abgeschnitten. Sodann reibt man die

Gans mit Salz und Pfeffer ein, thut eine mit Nelken besteckte Zwiebel,

auch etwas von einer Citrone in dieselbe, schneidet die Füße ab, steckt

sie in die Haut, bindet die Gans mit Speck ein, bratet sie im Ofen schön

gelb, legt einen Bogen Papier darüber und übergießt sie gut mit Sauce.

468. Gebratene Schnepfe.

Die Schnepfe wird mit dem Kopf gerupft, doch ist es besser, wenn

derselbe nicht mit gebeizt wird. Die Füße werden auf die Schenkel

gedreht, das Eingeweide herausgenommen, der Vogel gut mit Salz,

Pfeffer und etwas Nelken eingerieben, eine Zwiebel und ein Stückchen

schwarzes Brod in ihn gethan, der Kopf auf die Brust gesteckt, die

Augen ausgedrückt und derselbe nun in einer Casserolle mit einem Stücke

Fett gebraten; man legt Zwiebeln, gelbe Rüben und Pastinakwurzeln dazu,

deckt aber die Casserolle zu, damit der Vogel weiß wird, gießt ein wenig

Jus daran und macht nun den sogenannten Schnepfendreck wie folgt: Das

Eingeweide wird dazu genommen, der Magen aber nicht, die Gedärme sauber

ausgestreift, mit der Schale von einer halben Citrone, mit Petersilie

und der Leber eines jungen Huhns so fein wie möglich gewiegt; dann wird

etwas Muskatnuß, weißer Pfeffer, 3 Finger voll Mehl dazu gethan; in

einer kleinen Casserolle werden in zerlaufener Butter 2 Eßlöffel voll

Mehl, etwas rother Wein und ein Löffel voll von dem Fett, worin die

Schnepfen gebraten wurden, ein wenig umgerührt, aber ja nicht gekocht;

dann schneidet man einen Wecken ohne Rinde in Schnitten, backt diese im

Schmalz, streicht den Schnepfendreck darauf, legt die Schnitten auf die

Platte, die Schnepfen in die Mitte, garnirt diese mit Petersilie und

Citronen und gibt die Sauce extra dazu.

~Anmerkung.~ Die Waldschnepfe ist auf die oben beschriebene Art am

besten; die Moosschnepfe wird ebenfalls so, nur mit dem Unterschiede

behandelt, daß ihr die Haut abgezogen wird. Die Schweizerschnepfen

sind die besten, sie haben einen viel feinern Geschmack als die

andern.

469. Spanferkel.

Ein 4 bis 5 Wochen altes Spanferkel wird sauber gepuzt und geschabt,

das Eingeweide mit der Milz ausgenommen, 3 bis 4 Schnitte auf die

Stirne gemacht und die Milz dadurch gezogen. Dann wird es mit Salz und

weißem Pfeffer eingerieben und wo möglich am Spieß gebraten. In einer

Casserolle wird sodann eine halbe Maas Braunbier mit einem Stücke Speck

heiß gemacht und diese Brühe über das Ferkel gegossen, wobei man aber

Acht geben muß, daß es keine Blasen bekommt; um dieß zu verhüten, macht

man mit einer großen Tranchirgabel Löcher in dasselbe. Die Füße werden

dressirt und ein kleineres Geschirr unter den Braten gestellt, in

welches er abtropfen kann. In die Platte wird eine Zwiebel geschnitten;

in das Genick des Ferkels wird, wenn es fertig ist, ein Schnitt gemacht,

damit es hübsch geröstet bleibt. Die Jus wird extra dazu gegeben. Bei

guter Feuerung ist ein Spanferkel in einer Stunde fertig.

470. Spanferkel auf italienische Art.

Das Spanferkel wird ausgelöst, mit Salz und Pfeffer eingerieben, guter

Reis in Bouillon mit einem Stück Schinken gekocht, der Reis muß aber

ganz hart und trocken seyn, dann wird er vom Feuer gesezt, und wenn

er kalt ist, reibt man ein Stück Parmesankäs daran, bratet einige

Bratwürste, thut sie in den Reis, sammt dem Fett, in dem sie gebraten

wurden, vorher aber werden sie in kleine Stückchen geschnitten und

die Haut davon genommen. Der Schinken wird aus dem Reis gethan, klein

geschnitten, der Reis recht verrührt, in das Spanferkel gefüllt, dieses

in einer Casserolle mit einem Stück Fett eine Stunde vor dem Serviren in

den Backofen gestellt und mit Provenceröl überstrichen, damit es schöne

Farbe bekommt. Man legt das gebratene Ferkel auf eine Platte und gießt

ein wenig Jus darüber.

471. Braten von Schwarzwildbret.

Dem Schlägel eines Frischlings wird die Haut abgezogen, der untere

Knochen so abgeschnitten, daß Klauen und Haut an demselben bleiben;

dann wird er in eine Mischung von halb Wein und halb Essig mit allen

Arten von Wurzeln und Kräutern und mit grobgestoßenem Gewürze gelegt und

öfters darin umgewendet. An dem Tage, an welchem er zur Tafel gegeben

werden soll, wird er aus der Beize genommen; mit einem Messer sticht

man Löcher unten in denselben und steckt in jedes Loch ein Stückchen

Speck; und so wird er sammt der Beize in einer Casserolle im Ofen schön

gelb gebraten. Hierauf wird ein Eßlöffel voll Kapern, ein ausgemachter

Häring, eine Zwiebel und das Gelbe von einer halben Citrone feingewiegt,

2 Eierweiß, eine Messerspitze voll Zimmt, eben so viel Muskatblüthe,

der Saft von einer halben Citrone in einer Schüssel wohl durcheinander

gemacht, und der Schlägel, wenn er weich ist, oben messerrückendick

damit bestrichen. Ist er mit diesem Ueberzuge im Ofen gelb gebraten, so

wird er 2 bis 3 Mal mit dem Fett übergossen. Der Braten wird sodann auf

eine Platte angerichtet, mit Citronen garnirt, der Lauf sammt den Klauen

darauf gelegt, und die Jus, durch ein Haarsieb gezogen, besonders dazu

gegeben.

472. Schwarzwildbret.

Ein Stück Schwarzwildbret wird in Fleischbrühe, Wein und Essig mit

allerlei Kräutern und Wurzeln nicht sehr weich gekocht und folgende

Sauce dazu gemacht: Man wiegt 3 bis 4 große Zwiebeln, läßt in einer

Casserolle ein Stück Zucker mit Fett gelb werden, thut die Zwiebeln

dazu und läßt sie mit dem Zucker braun werden. Dann kommt Mehl dazu,

je nachdem man viel oder wenig Sauce braucht; diese löscht man mit der

Brühe ab, in welcher das Fleisch gekocht worden ist, läßt alles eine

Stunde lang miteinander kochen, gießt einen Schoppen rothen Wein und

etwas Jus (Bratenjus hat vor anderer den Vorzug) daran, thut allerlei

Gewürz und das Gelbe einer gewiegten Citrone nebst etwas Estragon- oder

Himbeeressig dazu und läßt es recht lang kochen.

~Anmerkung.~ Die meisten Köche oder Köchinnen rösten das Mehl dazu;

ich halte es aus Erfahrung aber für besser, dasselbe wie hier

beschrieben zu behandeln, weil es so einen bessern Geruch, etwa wie

gebrannte Suppe, annimmt.

Die ~Verf.~

473. Gefüllter Wildschweinskopf.

Der Kopf wird nicht sehr kurz abgeschnitten, 2- bis 3mal in warmem

Wasser gewaschen, sauber abgebürstet, daß er schön gelb wird; die Ohren

werden sauber ausgereinigt, der Kopf unten aufgeschnitten und das

Kopfhaus so behutsam ausgelöst, daß kein Loch in die Haut geschnitten

wird. Dazu macht man folgende Fülle: man schneidet 2 Pfund mageres

Schwarzwildbret und dasjenige Fleisch, was aus dem Kopfe geschnitten

wurde, mit einem Pfund frischen Speck und wiegt Alles zu einem Teig

zusammen. Für 2 Kreuzer weißes Brod (Wecken oder Semmel), wovon die

Rinde abgeschält ist, weicht man in Wasser ein, drückt es fest aus

und arbeitet es mit dem Schweinsbrät, 2 Eiern, Salz, Pfeffer, Nelken,

Muskatblüthe, Muskatnuß in einem Reibstein so zusammen, bis es schaumig

wird. Die Hälfte dieser Masse füllt man nun in den Kopf, legt einige

in Scheiben geschnittene Trüffeln darauf und dann die andere Hälfte

der Farce darüber; damit die Fülle desto sicherer in dem Schweinskopfe

bleibt, wird oben auf dieselbe vor der Oeffnung eine Speckschwarte

gelegt; dann näht man die Oeffnung gut zu und bindet den Kopf in ein

Tuch ein. Dazu wird folgende Sulz gemacht: in einen gut verzinnten

kupfernen Kessel kommen 8 sauber gepuzte Kalbsfüße, 2 Schweinsfüße, ein

altes Huhn, 2 Pfund Ochsen- oder noch besser Kuhfleisch, so wie alle

Arten Wurzeln und Kräuter, Nelken, Pfeffer, Muskatblüthe, ganzer Zimmt,

Zwiebeln, Lorbeerblätter und eine starke Hand voll Salz; daran gießt

man 3 Maas Wein, 4 Maas Wasser und 1-1/2 Maas Essig. Dieses Alles wird

sammt dem Schweinskopf ans Feuer gesezt, der Kessel zugedeckt, der Kopf

langsam gekocht und öfters umgewendet. Ein großer Schweinskopf braucht

oft 3 bis 3-1/2 Stunden, bis er gar gekocht ist. Ist der Kopf gekocht,

so legt man ihn auf eine Schüssel, damit er abläuft; das Abgelaufene

gießt man wieder an die Sulz und läßt diese, wenn es die Zeit erlaubt,

über Nacht stehen. Nun schlägt man 4 Eier in eine Casserolle, nimmt von

der Sulz das Fett behutsam ab, thut das Gestandene in die Casserolle,

jedoch so, daß der Satz zurückbleibt, sezt sie ans Feuer und schlägt mit

der Schneegabel so lange in die Sulz, bis sie zu kochen anfängt; dann

stellt man sie weg, drückt von einer Citrone den Saft darein und läßt

sie durch einen Filzhut laufen; sollte sie vom ersten Durchlaufen nicht

hell werden, so filtrirt man sie so lange durch den Filz, bis sie hell

genug ist. Von solch' klarer Sulz gießt man etwas auf die Platte, worauf

man den Kopf auftragen will, läßt sie stehen und macht nun eine grüne

Sulz auf folgende Art: man stößt 2 bis 3 Hände voll sauber gewaschenen

Spinat in einem Reibstein, preßt den Saft durch ein Tuch aus, läßt ihn

in einem kleinen Gefäße auf dem Feuer gerinnen und gießt ihn durch ein

Haarsieb. Solchen Spinatkäs rührt man unter halbgestandene Sulz, gießt

diese auf die Platte, so, daß sie einen Berg vorstellt, und läßt sie

fest stehen. Dann reinigt man den Schweinskopf von allem Fette und

legt ihn auf den Berg von grüner Sulz, übergießt ihn mit klarer Sulz so

lange, bis der Kopf ganz in der Sulz liegt. Vor dem Serviren wird er

noch mit Citronen und ausgeschnittenem Laubwerk geziert.

Für große Tafeln kann man den Schweinskopf auch folgendermaßen

zubereiten: 5 Pfund Butter und 5 Pfund Schweineschmalz werden eine halbe

Stunde lang so durcheinander gerührt, daß sie wie Pommade werden. Vom

größten Theile dieser Masse wird auf einer großen langen Platte eine Art

Altar gemacht und dieser mit Säulen geziert, die man von dem Rest der

Masse rund wellt und mit Chokolade braun, mit Safran gelb, mit Spinatkäs

grün färben kann. Zwischen 2 solchen Säulen kann man auch einen Jäger,

einen Pilger oder sonst eine Figur, aus gleicher Masse geformt, stellen.

Auf solchen Altar wird sodann der Schweinskopf gesezt.

Sulzen.

474. Gesulzte Feldhühner.

4 Kälberfüße werden zusammengehackt, mit einer Maas Wasser, einer halben

Maas Wein und einem Schoppen Essig ans Feuer gesezt, und mit Wurzeln und

Kräutern, z. B. Petersilie, Sellerie, Zwiebeln, Lorbeerblättern, Nelken

und Muskatblüthe und einer Hand voll Salz 2 bis 3 Stunden lang gekocht,

durch ein Haarsieb gezogen und über Nacht stehen gelassen. Den andern

Tag wird das Fett davon abgenommen, die Sulz in eine messingene Pfanne

gethan, 2 Eier sammt den Schalen darein zerdrückt und auf dem Feuer

so lang geschlagen, bis es zu kochen beginnt. Dann wird sie vom Feuer

genommen, der Saft von 2 Citronen darein ausgedrückt und die Sulz durch

einen Zuckerhut gezogen, bis sie recht klar ist. Hierauf wird von einem

Feldhuhn die Brust und alles Fleischige abgeschnitten, auf dem Wiegblock

mit einem Viertelpfund gefüllten Speck zu einem Teig gewiegt, für einen

Kreuzer Brod, abgerindet, in Wasser eingeweicht und fest ausgedrückt,

nebst 4 abgehäuteten und im Mörser fein gestoßenen Trüffeln, 2

Messerspitzen voll Muskatblüthe, einer Messerspitze voll Nelken, 2

Messerspitzen voll Pfeffer, 3 fein gewiegten, in Butter gedämpften

Zwiebeln dazu gethan, 2 Eier daran geschlagen und die Sulz nach Belieben

dazu gegossen. Dieses Alles wird mit der Hand so durch einen weiten

Seiher gearbeitet, daß alle Häute zurückbleiben. -- Ein zweites Feldhuhn

wird auf dem Rücken aufgeschnitten, der Körper so ausgelöst, daß alles

Fleisch an der Haut bleibt; Kopf und Kragen werden abgeschnitten, das

Rohrbein aber bleibt daran, die Füße werden geschränkt und nur die

Klauen davon abgeschnitten. Wenn nun die Höhlung des Feldhuhns mit der

Farce ordentlich ausgefüllt ist, wird sie zugenäht, der Vogel mit Speck

und Citronen umbunden und in einer Casserolle mit Butter und Zwiebeln

auf Kohlen eine Stunde lang gedämpft. Nachdem das Huhn herausgenommen

und erkaltet ist, läßt man in einem Melonenmodel etwas helle Sulz

gestehen, legt sie mit Citronen und Petersilie aus, das Feldhuhn darauf,

gießt die übrige Sulz daran und läßt sie fest gestehen. Beim Anrichten

stürzt man das Ganze auf eine Platte und garnirt es mit Petersilie und

Citronen.

475. Forellen mit saurer Sulz.

Die Forellen werden schön blau abgesotten, auf ein Geschirr gelegt und

dieses fest zugedeckt, daß das Blaue nicht vergeht. Man macht folgende

Sauce dazu: 2 sauber gepuzte Kalbsfüße hackt man mit 1 Loth Hausenblase

zusammen, gießt den Fischsud an die Füße, so daß es 1-1/2 Maas ausmacht,

und läßt es 2 bis 3 Stunden kochen, zieht die Sulz durch ein Haarsieb

und läßt sie in einer Schüssel eine Viertelstunde stehen, daß der Satz

auf dem Boden bleibt; dann zieht man einen Bogen Fließpapier durch die

Sulz, daß sich das Fett daran hängt, verklopft ein ganzes Ei in einer

Casserolle, gießt die Sulz langsam dazu, sezt sie aufs Feuer, rührt

mit einem neuen Kochlöffel immer darin, bis sie kocht, dann stellt man

sie weg, gießt sie in einen Filzhut, legt die Forellen auf eine große

Platte, gießt von der klaren Sulz darauf, läßt sie stehen und färbt

einen Theil Sulz in einem Geschirr auf folgende Art grün: Man nimmt

fette Nelkenblätter, stoßt sie im Mörser, preßt den Saft durch ein Tuch

und macht die Sulz damit grün; diese gießt man, wenn sie halb gestanden

ist, über die Forellen, läßt sie vollends fest stehen und gießt noch

einmal helle Sulz darüber. Man kann nun die Fische nach Geschmack

garniren.

476. Lachsforelle in Majonessauce.

Die Lachsforelle wird gewaschen, die Ohren ausgeschnitten und

ausgeweidet, mit Salz eingerieben, mit Wein, Essig, Citronen,

Lorbeerblättern, Nelken und Pfeffer zugesezt, langsam gekocht, daß sie

nicht aufspringt, dann auf die dazu bestimmte Platte gelegt und folgende

Sauce dazu gemacht: Von 8 hartgesottenen Eiern drückt man das Gelbe

durch ein Haarsieb, schlägt 8 frische Eiergelb daran, gießt einen Löffel

voll helle Sulz dazu, rührt diese eine halbe Stunde immer auf eine

Seite, gießt tropfenweise 2 Eßlöffel voll Provenceröl dazu, rührt es 2

Stunden lang immerwährend, auch noch einen Eßlöffel voll Sulz dazu (wenn

man Eis hat, so kann man die Sulz darauf rühren), streicht die Sauce,

die so dick wie Pommade seyn muß, auf den Fisch, aber nicht auf dessen

Kopf.

477. Gesulzte Lachsforelle mit Schuppen.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 14 / 25 段