Man schneidet ein Stück vom Lendenbraten (vom Lumme) zu fingersdicken

Stückchen, klopft sie ein wenig, reibt sie mit Salz und Pfeffer

ein, legt sie über gute Kohlen auf einen Rost und übergießt sie mit

zerlassener Butter. Einstweilen macht man eine Sardellenbutter auf

folgende Weise dazu: man wiegt Petersilie mit einer sauber gewaschenen

und ausgegrätheten Sardelle und arbeitet dieses in ein Stück Butter.

Ist nun das Beefsteak auf dem Roste fertig, so richtet man es auf eine

Platte an und legt auf jedes Stückchen ein wenig von der Butter, gießt

Citronensaft darauf und trägt es schnell auf.

~Anmerkung.~ Bei diesen Beefsteaks ist hauptsächlich darauf zu

sehen, daß sie in der Mitte noch saftig sind. Sie sind in einer

Viertelstunde fertig.

382. Gebackene Kalbsfüße.

Die Füße werden abgezogen, im Salzwasser weich gekocht und in kleine

Stückchen geschnitten; dann macht man einen Teig, nämlich: einen

Schoppen Wasser und hühnereigroß Butter läßt man miteinander kochen,

thut Mehl darein, daß es ein dicker Brei wird, läßt ihn so lange kochen,

bis er sich von der Pfanne losmacht, nimmt ihn vom Feuer, rührt 3 bis 4

Eier daran, taucht die Stücke, eines nach dem andern, in den Teig und

backt sie schön gelb aus.

~Anmerkung.~ Bei allen Brandteigen ist das Wasser besser als Milch,

der Teig bleibt gerösteter und lockerer.

383. Gewickeltes Kalbsgekrös.

Das Kalbsgekröse wird sauber gereinigt, gewaschen, im Salzwasser gekocht

und die Drüsen herausgemacht; hernach schneidet man es in kleine

Stückchen, wendet sie in verklopften Eiern und dann in geriebenem Brod

um und backt sie gelb aus.

384. Gebackenes Kalbshirn.

Das Hirn wird abgehäutet, mit halb Wasser, halb Essig, und Salz ans

Feuer gesezt und eine Stunde gekocht; dann nimmt man es heraus, läßt es

ablaufen, wendet es in verklopften Eiern, hernach im geriebenen Brod um

und backt es im heißen Schmalz schön gelb.

~Anmerkung.~ Diese Beilage ist zu allen grünen Gemüsen passend.

385. Grillirter Kalbskopf.

Der Kalbskopf wird sauber gepuzt, die Zähne ausgebrochen und der Kopf im

Salzwasser weich gekocht. Dann nimmt man ihn heraus, bestreicht ihn mit

Butter, überstreut ihn mit geriebenem Brod, legt ihn auf den Rost und

läßt ihn schön gelb braten.

386. Kalbszunge auf dem Rost gebraten.

Die Zungen werden weich gekocht, abgezogen, in 2 Theile geschnitten,

mit Salz und Pfeffer eingerieben, in verklopftem Ei umgewendet und mit

geriebenem Brod überstreut, auf den Rost gelegt, mit zerlassener Butter

übergossen und schön gelb gebraten.

387. Leberspickel.

Die Leber wird eben so behandelt, wie die gebackene, nur mit dem

Unterschiede, daß sie in dreieckige Stückchen geschnitten wird. Man

nimmt ein frisches Kalbsgekrös, legt es in laues Wasser, schneidet

Stücke davon, wickelt die Leber darein, legt sie auf den Rost und läßt

sie gut ausbacken. Beim Anrichten kommt Citronensaft und Salz dazu.

388. Gebratene Ochsenzunge.

Eine gepuzte Zunge siedet man so lange, bis man ihr die Haut abziehen

kann, spickt sie, legt sie in eine Casserolle, Zwiebeln, Citronen,

Lorbeerblätter, Salz, Pfeffer und Muskatblüthe, 6 Loth Butter und ein

Glas Wein dazu, deckt die Casserolle zu und läßt sie braten. Man kann

diese Zunge auch im Ofen oder am Spieß braten. Beim Anrichten gibt man

Citronen dazu.

389. Rissolen.

Man nimmt übriggebliebenes Fleisch, wiegt es mit einer Zwiebel recht

fein, weicht ein Kreuzerbrod im Wasser ein, drückt es fest aus, dämpft

dieses mit Butter in einer Casserolle eine Viertelstunde lang, rührt

sodann 2 bis 3 Eier daran und streut Salz und Muskatnuß darauf. Hierauf

macht man auf einem Nudelnbrett, von 2 bis 3 Händen voll Mehl, 2 Eiern,

einem halben Schoppen sauren Rahm und 2 Loth Butter einen Teig an, wie

zu Nudeln, wellt ihn aus, schlägt ihn nochmals übereinander, treibt ihn

nochmals aus, aber nicht so fein, wie die Nudeln, bestreicht den Kuchen

mit Eiern, legt die Masse darauf, schlägt ihn übereinander, sticht ihn

mit einem Model aus und backt die Stückchen im Schmalz schön gelb.

390. Brieschen.

Man legt die Brieschen in laues Wasser, damit das Blut herauskommt,

sezt sie mit kaltem Wasser ans Feuer und läßt einen Wall darüber gehen.

Dann nimmt man sie heraus, zieht sie noch einmal durch kaltes Wasser,

löst das Häutige davon ab und spickt sie schön. In eine Casserolle thut

man ein Stück Butter, legt die Brieschen, nebst geschnittener Zwiebel,

Citronen, einem Lorbeerblatt, 2 Blättchen Muskatblüthe in die Butter,

gießt ein wenig Fleischbrühe daran und läßt sie darin, zugedeckt, eine

halbe Stunde lang dämpfen. Hierauf streut man 3 Finger voll Mehl auf die

Brieschen, wendet sie um, gießt ein wenig kaltes Wasser darüber, füllt

mit Fleischbrühe auf und läßt Alles miteinander eine Viertelstunde lang

auskochen. Beim Anrichten legt man die Brieschen auf eine Platte, zieht

die Sauce durch ein Haarsieb darüber ab und salzt nach Belieben.

391. Gebratene Brieschen.

Die Brieschen werden in Salzwasser blanchirt, gereinigt und gespickt.

Dann läßt man sie in einer Casserolle in Butter und geschnittener

Zwiebel schön gelb braten; beim Anrichten gießt man die Jus durch ein

Haarsieb darüber, streut feingewiegtes Citronengelb (Citronenbützeln)

darauf und salzt sie nach Belieben.

392. Kalbscarbonade auf Brabanter Art.

Man macht ein Stück Butter in einer Casserolle gelb, kehrt die Carbonade

im Mehl um, legt sie in die Casserolle, nebst Salz, einer Zwiebel,

Lorbeerblatt und Thymian; nachdem sie auf beiden Seiten gelb gebraten

sind, gießt man ein Gläschen guten Wein und etwas Jus daran, läßt dieses

noch eine Weile mitkochen und drückt vor dem Serviren den Saft von einer

halben Citrone auf die Carbonade.

393. Gebackene Bratwürste.

Man macht einen Teig von Mehl, Milch und Eiern an, gießt 2 Löffel voll

heißes Schmalz daran, legt die Bratwürste in heißes Wasser; darnach

schneidet man sie in fingerslange Stückchen, mischt sie in den Teig und

backt diesen im Schmalz aus.

394. Italienische Cotelettes.

Von schönen weißen Kalbscotelettes haut man unten den Strehl weg, zieht

das Bein sauber ab, klopft das Fleisch, häckelt es gut, macht eine

schöne Façon daran, salzt es ein wenig ein und dämpft es im Butter und

Citronensaft; unterdessen wiegt man 3 bis 4 Sardellen, etwas Zwiebeln

und Petersilie und von einer halben Citrone das Gelbe, röstet mit

einem Stück Butter in einer Casserolle eine Hand voll geriebenes Brod

hellgelb, mengt das Gewiegte darunter, streicht das Geriebene messerdick

auf die Cotelettes und gießt Jus daran.

395. _Cotelettes papillotées._

Schöne weiße Cotelettes, die aber nicht dicker als ein Messer seyn

dürfen, klopft man gut, macht eine schöne Façon daran (etwas länglich),

wiegt von einer halben Citrone das Gelbe, etwas Zwiebeln und Petersilie,

recht fein unter Schweinsbrät, macht es mit 2 Eierweiß durcheinander,

salzt es nach Belieben, streicht es auf die Cotelettes unten und oben

messerrückendick, schneidet ein Stück Speck so dünn wie möglich, legt

es oben und unten auf das Cotelette, bestreicht einen Bogen Papier mit

Butter, wickelt das Cotelette darein, so, daß das Bein oben heraussieht,

schneidet das Uebrige vom Papier ab, macht es mit der Hand so fest

zusammen, daß nichts herausfließen kann, legt es auf den Rost und wendet

es um; in einer Viertelstunde sind die Cotelettes fertig. Man kann sie

als Braten oder als Zwischenspeise geben, auch gibt man Citronen dazu;

sie kommen mit dem Papier auf den Tisch.

396. Fisch-Cotelettes.

Von geringen Fischen macht man Brät, so viel nöthig ist, legt es eine

halbe Stunde in Milch, wiegt es nachher fein, rührt es mit einem

Schoppen Milch recht stark, schlägt 3 Eier daran und etwas gewiegte

Zwiebeln; dann werden in einem halben Vierling Butter Zwiebeln und

Citronen gedämpft, welche auch zu dem Brät kommen; Salz nimmt man

nach Belieben dazu. Man rührt Alles nochmals recht durcheinander,

macht schöne kleine Cotelettes daraus, wendet sie in Eiern um, dann im

geriebenen Brod und backt sie in einer eisernen Pfanne mit vielem Fett

schön gelb. Lange dürfen sie nicht stehen bleiben, sonst werden sie zäh.

397. Hammels-Cotelettes.

Von schönen jungen Hammelsrippen haut man unten den Strehl ab, schneidet

oben die fette Haut davon, streift das Bein ab, schneidet das Häutige

davon, klopft die Rippchen ein wenig und bestreut sie mit einem Gemenge

von Zwiebeln, Petersilie, Salz und Pfeffer; legt sie in eine Bratpfanne,

gießt ein wenig Wasser daran, deckt sie zu und läßt sie schnell braten.

In einer halben Viertelstunde müssen sie fertig seyn. Man gibt sie zu

Wirsing oder Kohlrabi.

398. Schweins-Cotelettes.

Von den Rippen eines jungen Schweins haut man unten den Strehl ab, aber

das Bein darf nicht gestreift werden, klopft es ein wenig, streut es

mit Salz und Pfeffer, legt es in eine Bratpfanne, gießt ein Glas Essig

und ein Glas Wasser daran und läßt es schön dämpfen. Man gibt es zu

Sauerkraut oder Bohnen.

399. Gewöhnlicher Eierhaber.

Man nimmt 2 Löffel voll Mehl in eine Schüssel (auf eine Person ist ein

Kochlöffel voll Mehl und 2 Eier zu rechnen), rührt es mit lauer Milch

glatt an, schlägt 4 Eier daran, 1 Löffel voll sauren Rahm, rührt es gut

durcheinander mit Milch, macht in einer Pfanne Schmalz heiß, läßt den

Teig daran laufen, deckt ihn zu, läßt ihn ein wenig anschlagen, wendet

ihn um, läßt ihn wieder anschlagen, verzupft ihn, gießt noch Schmalz

nach und läßt ihn gar backen.

400. Gebrühter Eierhaber.

Einen Schoppen Milch und 4 Loth Butter läßt man in einer messingenen

Pfanne miteinander kochen, rührt so viel Mehl daran, bis es ein dicker

Brei ist. Dann thut man den Teig in eine Schüssel, rührt 6 Eier daran,

eines nach dem andern, macht in einer eisernen Pfanne Schmalz heiß, läßt

den Teig langsam darein laufen, deckt ihn eine Weile zu, wendet ihn um,

läßt ihn nochmals anschlagen, gießt noch ein wenig heißes Schmalz dazu,

zerstückelt oder zerschneidet ihn, aber nicht sehr fein und läßt ihn gar

ausbacken. Man kann ihn salzen oder zuckern.

401. Hasenöhrchen.

3 Eierdotter, 3 Löffel voll Zucker, 2 Löffel voll dicker saurer Rahm

werden in einer Schüssel mit 6 Loth feinem Mehl zu einem Teige gemacht,

ausgewellt, übereinander geschlagen und wieder messerrückendick

ausgewellt. Davon schneidet man viereckige Stückchen, macht einen

Schnitt in dieselben, backt sie in heißem Schmalz gelb und streut Zucker

und Zimmt darauf.

402. Hirnschnitten.

Nachdem die Haut von dem Hirn weggezogen ist, dämpft man dieses in einem

Stückchen Butter, nebst Zwiebeln und Petersilie, rührt Alles mit 2

Eiern ab, streicht es auf Brodschnitten, bestreut diese mit Weckenmehl,

überzieht sie mit Eierweiß und backt die Schnitten in heißem Schmalz.

403. Kalbshirn.

Man legt so viel Kalbshirn, als man braucht, in laues Wasser, zieht

sodann die Haut davon ab, sezt es in einer Casserolle in Wasser mit

etwas Essig, Zwiebeln, Citronen und Lorbeerblättern ans Feuer und läßt

es so lange kochen als hart zu siedende Eier. Darauf richtet man es auf

eine Platte an, schneidet Schnittlauch recht fein darauf, und schmälzt

es mit hellgelber heißer Butter, thut noch ein wenig Citronensaft daran

und salzt es nach Belieben.

404. Gebackene Kartoffeln.

Mit einem Ausstecher macht man kleine runde Kartoffeln, daß sie schön

gleich werden, siedet sie im Salzwasser halb weich, schüttet sie in

einen Durchschlag und backt sie in einer Pfanne mit heißem Schmalz schön

gelb aus; doch darf man nicht zu viele auf einmal in die Pfanne thun.

Diese Kartoffeln werden zum Garniren der Gemüse angewendet, z. B. zu

Wirsing und Spinat.

405. Gebackene Kartoffeln anderer Art.

Schöne weiße Kartoffeln schält man gut ab, schneidet sie in Blätter

stark messerrückendick, salzt sie ein wenig ein und backt sie in heißem

Schmalz gut aus.

406. Krebsküchlein.

Die Krebse werden sauber gewaschen und ihnen das Leben genommen,

indem man die mittelste von den 5 Floßen im Schweife umdreht und

sammt dem daran hängenden Faden herauszieht. Dann siedet man sie im

Salzwasser, bricht den Schweif oder Schwanz aus und macht die Schalen

ab, nimmt die Galle oben im Körper aus und stoßt das Uebrige mit einem

halben Pfund Butter in einem Mörser. Wenn nun das Gestoßene in einer

Casserolle so lange gedämpft ist, bis es Schaum gibt, so gießt man

Wasser darauf und läßt es eine Viertelstunde lang kochen. Die Butter

wird auf kaltes Wasser gegossen und, wenn sie fest ist, in einer

Schüssel schaumig gerührt. 2 Mundbrode werden am Reibeisen abgerieben,

in Milch eingeweicht, fest ausgedrückt und in die Butter gethan; Salz

und Muskatblüthe dazu. Schwänze und Scheeren werden recht fein gewiegt,

in die Masse gethan und diese mit 3 Eiern angemacht. Aus diesem Teige

werden runde Küchlein gemacht und im Schmalz gebacken.

407. Gebackenes Lammfleisch.

Das Fleisch wird gewaschen, in Salzwasser weich gesotten und in

Stückchen von beliebiger Größe geschnitten, die man in verklopftem Ei

und darauf in Mehl, mit Brodbrosamen vermengt, umwendet und mit Schmalz

schön gelb backt.

408. Gansleber in Hammelsnetz auf dem Rost gebraten.

Die wohl ausgewaschene Gansleber wird mit Salz, Pfeffer und geriebenem

Weckenmehl bestreut, das Netz ausgebreitet, die Leber darein gewickelt,

auf den Rost gelegt, etwas Kohlen darunter und langsam schön gebraten;

beim Anrichten gibt man Citronensaft dazu.

409. Gebackene Kalbsleber.

Man zieht die Haut von einer Kalbsleber ab, schneidet das Aderige davon,

macht Schnitten von der Leber, kehrt sie im Mehl um und backt sie in

Butter. Sie darf erst vor dem Serviren gesalzen werden.

410. Geröstete Kalbsleber.

Eine Kalbsleber schneidet man in kleine Stückchen und schneidet 2 bis

3 Zwiebeln darein. Dann dämpft man Butter in einer eisernen Pfanne mit

Zwiebeln eine Zeit lang, legt die Leber darein, wendet sie öfters um,

thut 3 Finger voll Mehl dazu, wendet sie noch ein paar Mal um, Salz

und Pfeffer dazu und richtet sie auf eine Platte an. Sie ist in einer

Viertelstunde fertig.

411. Milchküchlein.

Eine dick gestandene Milch, sammt Rahm, läßt man in einer Pfanne

zusammenlaufen, gießt sie in einen Durchschlag, läßt das Wasser gut

ablaufen, rührt den Käs in einer Schüssel mit 8 Loth Mehl, 2 ganzen

Eiern und 2 Messerspitzen voll Salz gut durcheinander, macht so große

Küchlein, wie eine große Welschnuß und backt sie in einer Pfanne mit

heißem Schmalz schön gelb. Man kann sie zu Spinat oder sonst einem

Gemüse geben.

412. Ochsenmarkküchlein.

Man läßt ein Viertelpfund Ochsenmark zergehen, gießt es durch einen

Seiher in eine Schüssel, rührt es ganz schaumig ab, schlägt 4 Eier

daran, eines nach dem andern, mischt 4 Löffel voll Mehl und ein

Viertelpfund gewiegten Schinken dazu, nimmt geriebenes Brod auf ein

Brett, macht aus der Masse runde Küchlein und backt sie im Schmalz schön

gelb aus.

413. Rahmwürste.

Man schneidet die Rinde von 4 Kreuzerbroden ab, schneidet von den Broden

dünne Schnittchen, kocht sie in der Milch zu einem dicken Brei, läßt

diesen erkalten, kocht in einer Casserolle mit einem Stücke Butter,

gedämpften Zwiebeln und Petersilie, auch etwas Nierenfett, das gekochte

Brod, salzt es, reibt Muskatnuß daran, schlägt 3 Eier daran, macht von

dem Gekochten lange Würste, wendet sie in Eiern um und röstet sie in

Butter.

414. Geräucherter Aal.

Der Aal wird fast eben so behandelt wie der Hecht, nur mit dem

Unterschied, daß er in Stückchen geschnitten werden muß. Er kann zu

Kartoffelgemüs mit Häring gegeben werden.

415. Geräucherte Gans.

Wenn die Gans gut geräuchert ist, wird sie sauber gewaschen und in das

Kraut gesteckt; darin läßt man sie eine Stunde lang kochen, nimmt die

Gans heraus, legt sie auf eine Platte und gibt sie mit dem sauren Kraut

zur Tafel.

416. Geräucherter Hecht.

Wenn der Hecht gut geräuchert ist, wird er sauber gewaschen, in Stücke

geschnitten und mit Wasser, Essig, Zwiebeln, Sellerie, gelben Rüben und

Lorbeerblättern eine Viertelstunde gekocht. Er kann an einem Fasttag zu

Spinat oder Schwarzwurzeln gegeben werden.

417. Gebackene Froschschenkel.

Die Froschschenkel werden sauber gewaschen, die vorderen Gelenke

abgeschnitten, die übrig bleibenden Schenkel eingesalzen, sauber gepuzt,

daß sie schön auf der Platte liegen. Dann wendet man sie im Mehl,

hierauf in Eiern und im geriebenem Brod um und backt sie im Schmalz aus.

~Anmerkung.~ Man darf nicht viel in die Pfanne thun, sonst werden sie

nicht geröstet.

418. Schnecken mit Eiern.

Man siedet die Schnecken, wie sie bei No. 419 beschrieben worden sind,

thut sie in eine Casserolle, kocht sie eine halbe Stunde lang mit einem

Stück Butter, etwas Petersilie, einer halben Maas Wasser, wiegt dann

eine Hand voll Petersilie, auch Schnittlauch, wenn man welchen hat,

dämpft das Gewiegte in einem Stück Butter, nimmt 6 Eier und 3 Löffel

voll sauren Rahm noch dazu, läßt die Schnecken gut ablaufen, rührt sie

mit dem Gedämpften auf dem Feuer und wenn sie dick sind, richtet man sie

an.

419. Gefüllte Schnecken.

Man siedet die Schnecken mit ein wenig Asche eine Viertelstunde,

schüttet sie in einen Seiher, zieht die Schnecken mit einer Gabel aus

dem Häuschen, puzt sie sauber, zieht die schwarze Haut vom Rücken

ab, siedet die Häute noch einmal, reibt mit einer Hand voll Salz

den Schnecken den Schleim ab, wiegt 6 Loth gereinigte Sardellen, 3

Schalottenzwiebeln, etwas Citrone, Petersilie, einen Löffel voll Kapern

recht fein, knetet das Gewiegte mit Butter, füllt die Schneckenhäuschen

halb damit aus, drückt in jedes Häuschen 2 Schnecken, oben darauf wieder

von dem Gewiegten, streut ein wenig Weckenmehl darüber, legt sie in ein

Plafond oder Schneckenblech, stellt dieses in ein Bratrohr und läßt es

nur so lange darin, bis die Butter an den Schnecken zerlaufen ist.

420. Grüne Würste.

Die grünen Würste werden wie die bei No. 369 gemacht, nur daß keine

Krebsbutter, sondern nur etwas weiße frische Butter dazu kommt. Um

die Würste grün zu färben, nimmt man den schon öfters beschriebenen

Spinatkäs zu dem Teig. Sie werden in der Milch gesotten, nur läßt man

sie nicht stark grilliren und trägt sie warm auf.

421. Weiße Würste.

Die weißen Würste werden wie die bei No. 369 gemacht, nur mit dem

Unterschied, daß man anstatt der Brieschen und Euter ein schönes weißes

und recht weich gesottenes Gekröse, aber keine Butter dazu nimmt, außer

derjenigen, mit welcher man die Zwiebeln hat anlaufen lassen. Auch kommt

ein wenig geschnittener Majoran dazu. Sie werden warm aufgetragen.

422. Würste von Kalbshirn.

Die Würste von Kalbshirn werden wie die bei No. 421 gemacht, nur nimmt

man anstatt des Gekröses Kalbshirn. Sie werden warm aufgetragen.

423. Würste auf italienische Art.

Die Würste auf italienische Art werden auch von Schweins- oder Kalbshirn

gemacht, etwas Kalbseuter und etwas Butter dazu genommen; nur ist der

Unterschied dabei, daß kein Brod, sondern das bloße Hirn und etliche

Eiergelb, auch ein wenig Safran dazu kommt. Sie werden warm aufgetragen.

Braten und gedämpftes Fleisch.

424. Gebratener Auerhahn.

Ein Auerhahn vom Schwarzwalde (woher die besten kommen) kann todt 6 Tage

lang aufbewahrt werden; dann wird er gerupft, abgeflammt und mit einem

Tuche sauber abgerieben, das Eingeweide behutsam ausgenommen, daß die

Galle nicht zerdrückt wird. Wenn es möglich ist, so sollte der Auerhahn

nicht gewaschen, sondern nur mit einem Tuche ausgereinigt werden.

Dann wird er mit Salz, Pfeffer, Nelken, Muskatblüthe ausgerieben,

das Brustbein abgestochen, die Füße dürfen am Leibe bleiben, nur die

Klauen werden abgenommen. Er wird schön dressirt, mit einer Zwiebel,

einer halben Citrone, einem Lorbeerblatt, einem Stück Butter gefüllt,

fest zusammen gebunden, Kopf und Kragen dürfen abgeschnitten werden,

so daß die Haut am Körper bleibt. Sodann wird er in die Haut von der

halben Seite eines jungen Schweins eingewickelt, diese mit einer starken

Dressirnadel fest zugenäht und der Hahn schön langsam im Rohr gelb

gebraten. Ist der Hahn jung, so braucht er nur 2 Stunden, um gar zu

seyn, ein alter aber braucht 3 Stunden. Alsdann gießt man einen Schoppen

Wein dazu und übergießt ihn recht oft. Man gibt ihn mit der Schwarte zur

Tafel, ziert ihn jedoch mit Petersilie und Citronen. Die Sauce wird so

behandelt wie beim gebratenen welschen Hahn.

425. Englischer Braten.

Von einem fetten Ochsen, der 8 Tage vorher geschlachtet worden, wird

ein Stück vom Lendenbraten sammt dem Fette gesalzen und gepfeffert, an

den Spieß gesteckt, mit 4 Bogen Papier doppelt umwickelt, auf schwachem

Feuer 4 Stunden lang gebraten und während dessen mit ganz reiner heller

Butter übergossen. Eine halbe Stunde vor dem Anrichten wird das Papier

so abgenommen, daß die Jus in die Bratpfanne läuft, der Braten auf dem

Feuer gelassen und noch öfters mit zerlassener reiner Butter übergossen,

dann auf die Schüssel gelegt, die Jus durch ein Sieb getrieben, das Fett

von derselben abgenommen und die Jus sodann an den Braten gegossen.

426. Wilde Enten.

Waldenten werden behandelt wie Schneegänse; Moos- oder Wasserenten

müssen aber anders behandelt werden, weil sie den Geruch eines Fisches,

der nach Moos riecht, an sich haben. Die wilde Ente wird gerupft,

die Haut abgezogen, Kopf und Kragen weggeschnitten, 3 Tage in kaltes

Wasser gelegt, alle Tage aber frisches daran gegossen, dann mit einem

Tuche sauber abgetrocknet, mit Salz, Pfeffer, Nelken und Muskatnuß

eingerieben, in Speck und Citronen eingebunden, in einer bedeckten

Casserolle mit Schweinsfett, Zwiebeln, gelben Rüben und Lorbeerblättern,

auch ein wenig Estragonessig eine halbe Stunde lang gedämpft, die

Casserolle aufgedeckt und die Ente gelb gebraten. Dann thut man den Saft

von einer halben Citrone daran, richtet die Ente auf eine Platte an,

gießt die Sauce durch ein Haarsieb darauf und läßt auch den Speck an der

Ente.

~Anmerkung.~ Die Sauce darf nicht wie bei anderem wilden Geflügel

behandelt werden, weil Leber und Herz wegen ihres üblen Moosgeruchs

nicht zu gebrauchen sind.

427. Gebratener Fasan.

Der Fasan wird gerupft, aber der Kopf desselben nicht; dieser wird

sogleich in Butterpapier fest eingebunden, der Fasan ausgenommen, mit

Wein oder Essig inwendig ausgewaschen, einen Tag in den Wein gelegt,

öfters umgewendet und zu dieser Beize Zwiebeln, Citronen, Sellerie,

gelbe Rüben, Lorbeerblätter, Nelken und weißer Pfeffer genommen. Den

andern Tag wird er mit Pfeffer und Salz eingerieben, gut in Speck

eingebunden, in einen Bogen Papier eingewickelt und in einer Casserolle

mit dem Wein, worin er in der Beize lag, langsam gelb gebraten; man muß

ihn öfter übergießen, das Papier vor dem Anrichten wegnehmen, den Kopf

auf die Brust stecken (nur der Speck auf der Brust darf liegen bleiben);

dann nimmt man das Fett von dem Braten ab, gießt von einer Citrone den

Saft darauf, zieht die Sauce durch ein Haarsieb und bindet dem Fasan,

wenn er auf der Platte liegt, ein grünes Band um den Hals, da wo die

Federn anfangen.

428. Gedämpfter Fasan.

Wenn der Fasan gepuzt und gereinigt ist, wird er auf der Brust schön

gespickt, aufgezweckt, mit Salz, Pfeffer, Nelken und Muskatblüthe

eingerieben, in eine Casserolle gelegt und ein halber Schoppen Wein

und eben so viel Fleischbrühe daran gegossen, die Casserolle so

zugedeckt, daß kein Dampf herausgeht, und eine Viertelstunde langsam

gedämpft; dann wird er in einem Geschirr zur Wärme gestellt. 3 gewiegte

Schalottenzwiebeln werden mit einem Stück Butter in einer messingenen

Pfanne gelb gedämpft, mit einem Kochlöffel voll Mehl anlaufen

gelassen und in der Casserolle, worin der Fasan gedämpft wurde, eine

Viertelstunde miteinander gekocht, auch der Saft von einer Citrone daran

gethan. Dann legt man den Fasan auf eine Platte, treibt die Sauce durch

ein Haarsieb darauf und streut gewiegte Citronen darüber; die Sauce muß

etwas dick seyn.

429. Fasan in Butter.

Man benüzt hier nur die fleischigen Theile des Vogels, reibt die

Stückchen mit Salz, Pfeffer und Nelken ein und bratet sie mit einem

Achtelspfund Butter in einer Casserolle schön gelb. Hierauf wiegt man

eine Hand voll sauber gewaschene Petersilie, 2 Schalottenzwiebeln und

das Gelbe von einer halben Citrone recht fein, läßt es noch eine Weile

in der Casserolle dämpfen und drückt noch von einer halben Citrone den

Saft dazu.

430. Fasan mit Trüffeln.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 12 / 25 段