Man nimmt von einem Tags zuvor gebratenen Hasen das Fleisch vom

Schlägel, wiegt es so fein wie möglich und mischt für 2 Kreuzer in

Wasser geweichtes und ausgedrücktes Brod nebst fein geschnittenen und

gedämpften Zwiebeln, von einer Citrone das Gelbe, Muskatnuß, Pfeffer,

Salz und 3 Eier darunter. Alles dieses reibt man in einem Mörser

schaumig, thut es in eine Schüssel und schlägt, wenn es nöthig ist, noch

1 Ei daran, macht es noch einmal durcheinander, bestreicht eine Form mit

Butter, füllt die Masse darein und kocht sie im Dunst. Unterdessen macht

man folgendes Ragout dazu: Man nimmt von dem Hasen den Ziemer, schneidet

kleine nette Stückchen davon und macht eine Olivensauce wie folgt: Man

schneidet Oliven, so viel man will, sorgsam ab, so daß sie in der Sauce

aussehen wie ganz; die Steine stoßt man in einem Mörser ganz fein, legt

in eine Casserolle ein Stück Butter, die Steine nebst fein geschnittenen

Zwiebeln dazu und röstet sie eine Weile miteinander; dann streut man 3

Finger voll Mehl daran, löscht es mit einem Löffel voll Jus ab, läßt es

nochmals aufkochen, thut von einer halben Citrone den Saft dazu, gießt

die Sauce durch ein Haarsieb, dann wieder in die Casserolle nebst dem

Fleisch und den Oliven. Das Plisson richtet man auf einer Platte an, das

Ragout, ein Stückchen nach dem andern, rings um die Platte herum und die

Oliven oben darauf.

343. Plisson von Hirn.

Man häutet das Hirn sauber ab, legt es mit einem Stücke Butter in eine

Casserolle, wiegt eine Zwiebel nebst einer Citrone sehr fein und läßt

sie mit dem Hirn eine Viertelstunde dämpfen; dann nimmt man es in eine

Schüssel, für 3 Kreuzer abgeriebenes, in Milch eingeweichtes und wieder

fest ausgedrücktes Brod dazu, schlägt 5 Eiergelb, eines nach dem andern,

daran, auch Salz dazu, wiegt von einer Citrone das Gelbe, schlägt von

den 5 Eiern das Weiße zu Schnee, mengt Alles leicht durcheinander,

bestreicht eine blecherne Form mit Butter, füllt die Masse darein,

stellt sie in eine Casserolle, worin kochendes Wasser ist, deckt einen

Deckel mit Kohlen darauf und läßt sie eine halbe Stunde kochen. Man kann

das Plisson zu Hühnerfricassée geben.

344. Ragout von einem Fisch.

Man siedet einen schönen Rothfisch oder Hecht blau ab, schält kleine

Kartoffeln, backt sie mit Schmalz schön gelb (sie müssen aber vorher

halb weich gesotten seyn), garnirt den Fisch damit, wiegt eine Hand

voll sauber gewaschene Petersilie recht fein, läßt ein halbes Pfund

Butter in einer Casserolle heiß werden, thut die Petersilie dazu und

schmälzt den Fisch damit.

345. Melirtes Ragout von Hecht.

2 bis 3 halb- oder dreiviertelpfündige Hechte, sauber gewaschen und

gepuzt, schneidet man in fingerbreite Stückchen und reibt sie mit Salz

und Pfeffer gut ein, legt ein Stück Butter in eine Casserolle, die

Fische, etwas Zwiebeln und Citronen dazu, deckt es zu und läßt es eine

halbe Stunde dämpfen. Unterdessen macht man von einem Kalbsbrieschen

die Gurgel weg, blanchirt es ein wenig ab, schneidet es in Stückchen

und legt sie gleichfalls zu dem Fische. Von 8 großen gesottenen Krebsen

nimmt man Schwänze und Scheeren, puzt die Körper sauber, doch so,

daß die obere Schale ganz bleibt, das Uebrige stößt man mit einem

Viertelpfund Butter zusammen, thut diese in eine Casserolle, dämpft sie

so lang, bis sie schaumt, gießt sie durch ein Haarsieb, damit die Butter

gut abläuft. Nun reibt man ein Mundbrod am Reibeisen ab und weicht es

in Milch ein; unterdessen rührt man 2 Drittheile von der Krebsbutter

leicht, drückt das Milchbrod aus und thut es in die Butter, Salz und

Muskatnuß dazu, 2 Eier, eines nach dem andern, darein gerührt, von den

Krebsschalen der lange Bart sammt der Scheere abgeschnitten, von dem

Gerührten in die Schalen gefüllt und diese umgekehrt in ein Geschirr

gelegt; dann gießt man ein wenig Wasser oder Fleischbrühe daran, deckt

sie zu, stellt sie auf Kohlen und läßt sie kochen. Unterdessen streut

man stark 3 Finger voll Mehl auf die Fische, gießt ein halbes Glas Wein

und etwas Fleischbrühe daran, die Krebsschwänze und Scheeren dazu,

richtet es auf eine Platte an und legt die Krebsschalen und das Ragout

darauf. Hernach legt man die übrige Krebsbutter auf das Ragout.

346. Ragout von einer Schildkröte.

Der Kopf und die Füße von der Schildkröte werden abgeschnitten, dann

wird sie mit heißem Wasser gebrüht, die Schale sauber abgepuzt und

die Schildkröte auf dem Feuer mit etwas Wurzeln, Zwiebeln, Salz und

Nelken so lang gekocht, bis man die Schale abheben kann (sie braucht

eine starke Stunde zum Kochen); nun nimmt man die harte Haut oben ab,

auch die Leber und die Eier und macht folgende Sauce dazu: Man läßt

in einer Casserolle in einem Achtelspfund Butter 6 bis 8 geschnittene

Zwiebeln gelb dämpfen, rührt einen Kochlöffel voll Mehl darein, läßt

es gelb werden, gießt ein Trinkglas voll Wein und etwas Fleischbrühe

daran (auch Erbsenbrühe ist gut dazu), läßt es eine halbe Stunde

miteinander aufkochen, preßt es durch ein Haarsieb, gießt es nebst

einem Schoppen Madeirawein, einer Messerspitze voll spanischem Pfeffer,

einem Viertelpfund sauber gewaschenen und gepuzten Trüffeln, die in

Blätter geschnitten sind, wieder in die Casserolle, läßt es noch eine

Viertelstunde miteinander kochen, richtet die Schildkröte auf eine

Platte an und gibt die Sauce extra dazu.

347. Reispfauzen mit Ragout.

Ein Viertelpfund sauber gewaschenen Reis sezt man ans Feuer mit fetter

Fleischbrühe oder Butter, läßt ihn weich kochen (Brühe darf er nicht

mehr haben), rührt dann in einer Schüssel 2 Eier daran, bestreicht einen

Melonenmodel mit Butter, thut den Reis darein, drückt ihn fest an den

Model, so daß er in der Mitte eine Höhlung bekommt, und läßt ihn im Ofen

backen. -- Man macht folgendes Ragout dazu: Lammfleisch schneidet man

in Stückchen, die man in einer bedeckten Casserolle mit feingewiegten

Zwiebeln, Petersilie und Citronen eine halbe Stunde dämpft; dann streut

man einen Kochlöffel voll Mehl darüber, thut von einer halben Citrone

den Saft, etwas Fleischbrühe, Salz, Pfeffer und Muskatnuß dazu, richtet

den gebackenen Reis auf eine Platte an und füllt den Ragout darein.

348. Schnecken in Sardellensauce.

Man behandelt die Schnecken, wie sie bei »gefüllte Schnecken«

beschrieben sind, wiegt 4 Stück Sardellen, eine Zwiebel, die Schale

einer Citrone fein, läßt ein Stück Butter in einer Casserolle mit ein

wenig Mehl gelb anlaufen, thut das Gewiegte dazu, wendet es ein paar Mal

darin um, gießt einen Löffel voll Fleischbrühe, ein halbes Glas Wein,

den Saft von einer Citrone daran, legt nun die Schnecken auch in die

Sauce und läßt Alles miteinander noch einmal aufkochen.

349. Tauben in Salmisauce.

Die Tauben werden noch warm gerupft, am Feuer abgebrannt und mit einem

saubern Tuche abgerieben, dann ausgenommen, aber nicht gewaschen. Sodann

werden die Flügel am zweiten Gelenke und die Füße abgeschnitten; die

Tauben werden in Speck eingebunden, mit den Füßen und Flügeln, mit

Zwiebeln, Wachholderbeeren, einem Lorbeerblatt, Citrone und Basilikum

und einem Stücke Schweinsfett in eine Casserolle gethan, gesalzen,

zugedeckt und eine Stunde lang gedämpft. Sind die Tauben schön gelb, so

stellt man sie in einer Schüssel zur Wärme. Alles Uebrige wird aus der

Casserolle genommen, im Mörser so fein wie möglich gestoßen, wieder in

die Casserolle gethan, ein Löffel voll Mehl darauf gestreut, ein halber

Schoppen rother Wein, ein Schöpflöffel voll Jus, auch Fleischbrühe daran

gegossen, eine Viertelstunde lang gekocht, durch ein Haarsieb getrieben

und wieder in die Casserolle gegossen; die Tauben werden ebenfalls

wieder in dieselbe gelegt, eine Messerspitze voll Muskatblüthe, gewiegte

Citronen und Salz und Pfeffer nach Belieben dazu gethan.

350. Wachteln in Sauce.

Von sauber gerupften und gut gereinigten Wachteln nimmt man das

Brustbein heraus, füllt jede mit Schinken, der im Salz und Pfeffer

umgewendet worden ist, dressirt sie hübsch, legt sie in eine Casserolle,

gießt 1 bis 2 Gläser Wein daran, je nachdem es viele Wachteln sind,

deckt sie zu und läßt sie dämpfen, bis sie weich sind. Man richtet sie

auf eine Platte an, thut 2 Messerspitzen voll Mehl an die Sauce, den

Saft von einer Citrone, eine halbe geriebene Muskatnuß dazu und treibt

die Sauce durch ein Haarsieb über die Wachteln.

Saucen.

351. Citronensauce zum Wildbret.

Von schwarzem Brod kocht man die obere Rinde im Wein weich (zuvor aber

muß das Brod im Schmalz gelb gebacken werden), treibt es durch ein

Haarsieb, thut 1 Schöpflöffel voll Jus daran, etwas Citronensaft, fein

gewiegte Citronen und läßt alles miteinander aufkochen.

352. Gurkensauce.

2 bis 3 Gurken, die noch keine Kerne haben, schneidet man zu Salat,

wiegt 2 Zwiebeln mit einer Hand voll Petersilie zusammen, dämpft in

einer Casserolle alles dieses mit einem Stück Butter eine Viertelstunde

lang, streut 3 Finger voll Mehl daran, ein wenig kaltes Wasser,

einen Schöpflöffel voll Fleischbrühe, Salz, Pfeffer, 2 Eßlöffel voll

Kräuteressig und läßt nun alles miteinander aufkochen.

353. Kalte Häringsauce.

Einen schönen Häring, Milcher, wascht und gräthet man sauber aus, stößt

ihn mit einem kleinen Stückchen Butter, 6 hartgesottenen Eiergelb in

einem Mörser ganz fein, treibt alles durch ein Haarsieb, nimmt die

Milch vom Häring, rührt sie mit 2 Löffeln voll Provenceröl, etwas Essig

und Pfeffer, rührt alles nun untereinander und gibt die Sauce zum

Ochsenfleisch.

354. Kräutersauce.

Schnittlauch, Körbelkraut, Basilikum, Estragon wiegt man recht fein

zusammen, nimmt 2 Hände voll schwarzes, geriebenes Brod, 6 bis 8

zerstoßene Wachholderbeeren, 1 Loth Zucker, die feingewiegte Schale von

einer Citrone, einen Löffel voll französischen Senf, Salz und Pfeffer

dazu und macht alles mit 2 Löffeln voll Provenceröl und Essig an. Man

kann diese Sauce zu Fischen, Pöckelfleisch und geräuchertem Rindfleisch

geben.

355. Petersiliensauce.

Eine Hand voll sauber verlesene und gewaschene Petersilie hackt man

ganz fein, knetet einen halben Rührlöffel voll Mehl in einem Stückchen

Butter, mengt die Petersilie darein, rührt es über dem Feuer mit guter

Fleischbrühe an, läßt es ein wenig durchkochen und zieht es vor dem

Anrichten mit Eierdottern ab; diese Sauce ist auch zu vielem Fleischwerk

zu gebrauchen.

356. Remoladesauce.

Man hackt einige abgezogene Schalottenzwiebeln, 2 Löffel voll Kapern, 4

Stück sauber gewaschene Sardellen, von 2 hartgesottenen Eiern das Gelbe

zusammen, nimmt einen Löffel voll Provenceröl, etwas Estragon, Essig,

Pfeffer und Salz nach Belieben und rührt alles wohl durcheinander. Man

kann diese Sauce zu allem Fleisch geben.

357. Selleriesauce.

2 sauber gewaschene und gepuzte Selleriewurzeln werden so fein wie

Nudeln geschnitten und in einer Casserolle mit einem Stück Butter

weich gedämpft, zugedeckt, ein kleiner Eßlöffel voll Mehl daran

gestreut, geschüttelt, ein wenig kaltes Wasser daran gegossen, dann ein

Schöpflöffel voll Fleischbrühe und etwas Essig, Pfeffer und Salz nach

Belieben dazu genommen.

Beilagen zu Gemüsen.

358. Schweinsbratwürste.

Zu ungefähr 4 Pfund feingehacktem Schweinefleisch vom Schoß, oder vom

sogenannten abgesezten Stück, schneidet man 3 Viertelpfund Speck zu

Würfeln und knetet beides in einer Schüssel mit der Hand nebst einem

Schoppen Wasser zusammen, deckt es zu und läßt es über Nacht stehen; den

andern Tag nimmt man Salz, Pfeffer, Ingwer nach Gutdünken dazu, arbeitet

nochmals einen halben Schoppen Wasser dazu, füllt es in beliebige Därme

und bratet die Würste frisch, oder hängt sie in Rauch.

359. Mailänder Bratwürste.

Zahmes Schweinefleisch, zur Hälfte fett, schneidet man so fein, daß es

einem Teig gleich sieht; ebenso schneidet man ein wenig Basilikum und

Thymian recht fein, mischt dieses alles mit ein wenig Rockenbrod, feinem

Pfeffer, ein wenig gestoßenen Nelken, Salz, einem kleinen Glas Wasser

recht gut untereinander und füllt es in Bratwurstdärme. Diese Würste

kann man grilliren oder, wie die Italiener, in Reis, auch in andern

Gemüsen sieden.

360. Stuttgarter Blutwürste.

Schweinskinnbacken, Ohren und ein Stückchen vom Bauchlappen siedet man

recht weich, schneidet es in kleine Würfel und mengt es mit Majoran,

Pfeffer, Modegewürz, Salz zusammen; dann mischt man zu 4 Maas Blut

eine Maas Milch, nimmt das Fett von dem Obigen herunter, gießt es

gleichfalls an das Blut, zieht dieses durch ein Haarsieb in eine reine

Schüssel, stopft nun in reine abgeschleimte Schweinsdärme durch einen

Wursttrichter eine Hand voll von dem geschnittenen Speck, gießt von

dem Blut darüber und macht den Darm voll; dann bindet man ihn fest zu

und macht fort bis das Blut und der Speck in die Därme gefüllt sind.

Diese Würste legt man in laues Wasser, und wenn sie auf die Oberfläche

desselben steigen, so sind sie fertig.

361. Blutwürste auf deutsche Art.

Eine große, fein geschnittene Zwiebel wird mit frischer Butter in einer

Casserolle gedämpft, eine halbe Maas Schweinsblut und eine halbe Maas

süßer Rahm daran gegossen, ein halbes Pfund frischer, halbgesottener,

in kleine Würfel geschnittener Speck, fein geschnittene Basilikum,

Thymian und Majoran dazu gethan, auf's Feuer gesezt und umgerührt, bis

es warm ist. Nach diesem füllt man die Masse in Därme, legt die Würste

in siedendes Wasser, läßt ein paar Sud darüber gehen und darauf kalt

werden. Vor dem Anrichten läßt man die Würste in heißem Wasser oder

schlechter Bouillon wieder warm werden und hernach in einer Casserolle

mit Butter oder gutem Fette bei starkem Feuer auf beiden Seiten gelb

werden.

362. Cervelas- (sprich Serwela-) Würste.

Von einem Schweinsschlägel schneidet man das magere Fleisch ab, hackt

dieses nebst Salz, Pfeffer, Nelken, Basilikum und Koriander recht fein

zusammen, stößt es dann noch in einem Mörser, arbeitet es in einer

Schüssel miteinander, drückt die Masse in einen Rindsdarm, macht Würste

von beliebiger Größe und hängt sie in den Rauch. Man nimmt zu 4 Pfund

Fleisch ein Pfund Speck. Diese Würste kann man zu Erbsen und Linsen

geben.

363. _Croquette._

Man wiegt Kalbfleisch mit Zwiebeln und Citronen, dämpft es in einem

Stück Fett, weicht ein Kreuzerbrod in Wasser ein, drückt es fest aus,

thut das Brod zu dem Obigen, dämpft alles noch eine Viertelstunde mit

einander, schlägt 2 bis 3 Eier daran, Salz, Pfeffer, Muskatnuß nach

Belieben, schneidet einen Wecken, wovon die untere Rinde weggeschnitten

worden, in Stückchen, streicht von der Masse darauf und backt sie schön

gelb in heißem Schmalz aus.

364. Fischwürste.

Man schuppt die Fische (Weißfisch oder Barbe), schneidet die Haut auf

dem Rücken auf, zieht sie ab, schabt das Fleisch von den Gräthen ab und

legt es eine halbe Stunde in Milch, daß es weiß wird. Dann wiegt man

Zwiebeln, Petersilie und Citronen, dämpft sie in einem Stück Butter,

wiegt das Fischbrät so fein als möglich, rührt es in einer Schüssel mit

Milch so lange, bis es ganz weiß ist, schlägt 2 bis 3 Eier daran, rührt

es noch eine Viertelstunde, nimmt nun das Gedämpfte, sammt Salz und

Muskatblüthe dazu, drückt die Masse in Därme, legt die Würste in warmes

Wasser und bratet sie auf dem Rost oder in der Pfanne.

365. Gansleberwürste.

Von 3 bis 4 großen Gänselebern, die aber gar nicht oder nicht stark

gewässert sind, werden 2 fein gewiegt, 2 in Würfel geschnitten, alle

zusammen in einer Schüssel mit 3 Viertelpfund ganz fein gewiegtem

Schinken, Zwiebeln, einer Hand voll Petersilie vermischt und alles im

Speck gedämpft. Dazu kommt von 2 Citronen das Gelbe, fein gewiegt, und

von denselben das Mark ohne die Kerne, ebenfalls fein gewiegt, für 2

Kreuzer abgerindetes weißes Brod in Milch eingeweicht und ausgedrückt,

3 Messerspitzen voll weißer Pfeffer, 2 Messerspitzen voll Muskatblüthe,

ein halbes Pfund sauber gewaschene, abgehäutete und im Mörser fein

gestoßene Trüffeln. Alles dieses wird mit obiger Masse untereinander

gemacht, stark gesalzen und in solche Rindsdärme gefüllt, woraus man

gewöhnlich die Lungenwürste macht. Der Darm wird unten nicht fest

zugebunden, die Masse mit einem Eßlöffel nicht sehr fest darein gefüllt,

weil sie leicht aufspringen; der Darm wird oben wieder nicht fest

zugebunden, jede Wurst in ein besonderes Tuch gewickelt, in eine lange

Casserolle gelegt, Wasser daran gegossen, eine Hand voll Salz dazu

gethan und so lange zum Feuer gestellt, bis sie anfangen zu kochen. Dann

gießt man kaltes Wasser darein, nimmt sie vom Feuer und läßt sie eine

Stunde stehen, doch so, daß sie immer am Sieden sind. Sie brauchen eine

Stunde zum Garwerden. Hernach zieht man sie vom Feuer zurück, und wenn

sie im Wasser erkaltet sind, legt man sie auf ein Brett und läßt sie im

Tuch über Nacht stehen, nimmt den andern Tag dasselbe davon und braucht

sie nach Belieben.

366. Würste von weißem Geflügel mit Rahm.

Halb abgebratenes Geflügel (Kapaun oder Poularde) wird abgehäutet, alles

Fleisch davon abgelöst, zu feinen Filets geschnitten und ziemlich viel

Bechemelle, einige Eierdotter und ein wenig Pfeffer und Salz darunter

gethan, in Därme gefüllt, die Würste nur mit einem Wall gesotten, in

Milch erkaltet, auf ein mit Butter bestrichenes Papier gelegt und auf

schwachem Feuer gelb gebraten.

367. Gefüllter Hammelsmagen.

Der Magen wird sauber abgeschabt und gewaschen; dann reibt man 2

Milchbrode am Reibeisen ab, weicht sie in Wasser ein, drückt sie fest

aus und thut sie in eine Schüssel, wiegt Zwiebeln und Petersilie,

dämpft diese in einem Stücke Speck und thut sie an das Brod, wiegt 2

Hammelsnieren dazu, macht alles mit Salz, Schnittlauch und 3 Eiern

untereinander, füllt es in den Magen, bindet ihn oben zu, siedet ihn im

Salzwasser eine halbe Stunde und backt ihn in Butter schön gelb.

368. Würste von Hasen.

Das Fleisch von einem Hasen, sauber abgehäutet, ein Pfund Speck, etliche

Schalottenzwiebeln, Basilikum und Thymian, ein wenig Citronenschale

wird recht fein geschnitten, und hernach ein Stutzgläschen voll rother

Wein daran gegossen, Pfeffer und Salz dazu, alles gut gemischt und in

Bratwurstdärme gefüllt. Vor dem Anrichten bratet man sie wie Bratwürste,

aber nur nicht zu trocken, sonst werden sie spröde.

369. Krebswürste.

Von kleinen, gewöhnlichen, abgesottenen Krebsen nimmt man die Schweife

und macht von den Schalen Krebsbutter. Ein halber Wecken ohne Rinde

wird, klein geschnitten, in süßem Rahm eine Stunde lang eingeweicht.

Die Krebsschwänze, ein Kalbsbrieschen und 2 Kalbseuter werden fein

zusammen blanchirt und zu dem eingeweichten Wecken gethan; dazu kommt

auch ein wenig Basilikum, Thymian und Majoran, so wie auch eine kleine

feingeschnittene Zwiebel, in der Krebsbutter angelaufen. Dann werden,

wenn die Krebsbutter ganz kalt ist, einige Eierdotter, ein wenig Pfeffer

und Salz dazu gethan, alles gut untereinander gemischt und mittelst der

Wurstspritze die Därme damit angefüllt. Alsdann werden die Würste in

heißer Milch in einer Casserolle langsam aufgekocht. Eine halbe Stunde

vor dem Auftragen bestreicht man einen Bogen Papier mit Krebsbutter und

bratet darauf die Würste auf dem Roste.

370. Leberwürste.

Die Lunge, die Leber, das Gekröse und die Brieschen von einem Schwein,

etwas von einer Kalbsleber wird verwellt, auf einem Hackblock nebst 4

bis 6 Zwiebeln recht fein gehackt, feingewiegte Citronen, Pfeffer, Salz,

Muskatnuß, das Fett, worin das Fleisch miteinander gekocht wurde, in

einer Schüssel miteinander vermengt, daß es nicht sehr dünn ist, die

Masse in weiße Bratwurstdärme gefüllt, ins laue Wasser gelegt, und unter

dem Geschirr, in welchem sie liegen, so lange gefeuert, bis die Würste

aufsteigen.

371. Würste von Schaffleisch.

Die Würste von Schaffleisch werden wie die von Kalbfleisch gemacht, nur

daß man Petersilie und ein wenig Majoran dazu nimmt, daß sie in kleine

Därme gefüllt und nicht grillirt, sondern nur leicht gesotten werden.

372. Schwartenmagen.

2 Pfund Schweinefleisch vom Kinnbacken und 2 Pfund vom Hals siedet man

weich, schneidet sie in lange Stückchen, thut diese in eine Schüssel,

ein Pfund Schweinsbrät dazu, nimmt Salz, Pfeffer, Nelken, Majoran,

Ingwer nach Gutdünken, auch ein Glas voll Schweinsblut dazu, mengt alles

untereinander, füllt einen Schweinsmagen oder einen weiten Rindsdarm

damit, macht ihn fest zu, verwellt ihn wie eine andere Wurst und stupft

ihn ein wenig mit einer Gabel; ist er fertig, so legt man ihn zwischen 2

hölzerne Teller, einen Stein darauf und hängt ihn 4 Tage in Rauch.

373. Schwarze Würste.

Ein Pfund Schweinsfett von der Lende wird abgehäutet und in kleine

Würfel geschnitten; sodann schneidet man 8 große Zwiebeln recht fein

und läßt sie mit einem halben Pfund Butter über stetem Feuer anlaufen,

gießt hernach eine halbe Maas Blut und einen Schoppen süßen Rahm daran,

thut das geschnittene Fett und geschnittenen Basilikum, Thymian und

Majoran, auch Pfeffer und Salz dazu und mischt alles gut durcheinander.

Damit werden die Därme gefüllt. Diese Würste kommen alsdann in siedendes

Salzwasser, wo man einen Sud über sie gehen läßt, sodann läßt man sie

wieder kalt werden. Vor dem Auftragen bestreicht man sie mit frischer

Butter und läßt sie auf dem Roste grilliren.

374. Schweinsohren zu Erbsengemüse.

Die Ohren werden sauber gewaschen, im Salzwasser weich gekocht, auf

einem Brett in 2 Theile geschnitten, zusammengerollt, mit einem Pinsel

mit Eierweiß überstrichen, mit geriebenem Brod bestreut und ein

hölzerner Zweck dadurch gesteckt. Sie können am Spieß oder im Ofen

gebacken werden.

375. Speckwürste.

Man schneidet ein halbes Pfund frischen Speck in kleine Würfel, weicht

3 Kreuzerbrode in Wasser ein, drückt sie fest aus, wiegt Zwiebeln und

Petersilie, dämpft sie in einem Stück Fett, stellt sie vom Feuer weg,

nimmt den Speck, 3 bis 4 Eier, Salz, Pfeffer, Muskatblüthe dazu, mischt

alles recht untereinander, drückt es in Bratwurstdärme nicht zu fest

ein, legt die Würste in heißes Wasser und bratet sie gelb.

376. Würste von einem wilden Schwein.

Die Würste von einem wilden Schwein werden auf die nämliche Art gemacht,

wie die bei No. 368, nur etwas fetter, weil das Fleisch trockener ist.

377. Würste auf bürgerliche Art.

Sämmtliche Därme von 2 Schweinen werden in Salzwasser gewaschen und

mit den Ohren und Zungen der Schweine gewiegt, Salz, Pfeffer, Nelken

und Kümmel dazu gethan, alles gut gemischt, in Därme gefüllt und diese

gut zugebunden. Hierauf legt man die Würste mit etlichen Füßen in eine

Braise (Brühe), füllt diese mit Bouillon auf und läßt sie auf stetem

Feuer kochen und nachher erkalten. So kann man sie im Keller 14 Tage

lang aufbewahren. Vor dem Gebrauche nimmt man die Sulz davon ab, wickelt

jede Wurst abgesondert in ein mit Butter bestrichenes Papier, bratet sie

auf dem Roste gelb und trägt sie warm auf.

378. Würste auf italienische Art.

4 Schweinsohren und 4 Schweinsschwarten, woran noch etwas Fett ist,

werden gehackt, ein Glas Muskatwein daran gegossen, etwas geschnittene

Basilikum, Thymian, Citronenschalen, Pfeffer, Nelken (grob gestoßen),

auch Salz dazu, alles untereinander gemischt und recht fest wie Salami

in Därme gefüllt und fest zugebunden. Sind die Würste so weit fertig, so

hängt man sie an einem trockenen Orte im Luftzug auf, bis sie recht hart

sind. Vor dem Auftragen läßt man sie mit 2 Lorbeerblättern sieden, bis

sie weich sind und gibt sie zum Gemüse. Man kann sie lange aufbewahren

und weit versenden.

379. Große italienische Würste.

Man nimmt alle Därme von einem großen fetten Schweine; den großen

Fettdarm legt man auf die Seite, die übrigen schneidet man in kleine

Stücke, salzt sie gut ein und läßt sie im Salz liegen. Hernach nimmt

man sie aus dem Salzwasser, welches sie selbst geben, thut Pfeffer und

halbgestoßene Nelken, wie auch ein wenig Muskatblüthe und süßen Kümmel

daran, und füllt die Masse in den Fettdarm recht fest, unterbindet und

salzt sie wieder und hängt sie an einen trocknen Ort im Luftzug auf, bis

sie recht trocken sind. Hernach kann man diese Würste mit einem grünen

Gemüse oder allein sieden, oder auch grilliren.

380. Beefsteak (spr. Bifstek).

Ein Stück vom Lendenbraten schneidet man in Stückchen, aber nicht so

dick wie die englischen Beefsteaks, klopft sie breit mit der Hand und

reibt sie mit Salz und Pfeffer ein. Dann schüttet man feines Oel in ein

Gefäß und wendet die Beefsteaks darin um, legt sie in eine Pfanne mit

einem Stücke Butter, wiegt eine Zwiebel daran und läßt sie schön gelb

braten. Das Ganze wird sodann in eine Platte angerichtet, die Sauce

und ein Eßlöffel voll Bratenjus darüber gegossen und mit Kartoffeln

aufgetragen.

~Anmerkung.~ Will man diese Beefsteaks einige Tage lang aufbewahren,

so reibt man sie mit Salz und Pfeffer ein, wendet jedes Stück im Oel

um und legt sie aufeinander; so bleiben sie recht mürb und gut. Bei

hohen Herrschaften werden sie nicht anders gegeben.

381. Beefsteak auf englische Art.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 11 / 25 段