So viel Eier, als man nöthig hat, backt man in heißem Schmalz, doch

so, daß der Dotter weich bleibt, und macht folgende Sauce dazu: eine

Hand voll geriebenes schwarzes Brod, 2 Loth braunen Lebkuchen nimmt man

zusammen in eine Casserolle, gießt ein Glas Wein daran, ein halbes Glas

Essig, einen Schöpflöffel voll Fleischbrühe, oder am Fasttage Wasser,

den Saft von einer halben Citrone, Salz, Pfeffer, Muskatnuß, läßt es

miteinander eine Viertelstunde aufkochen, zieht es durch ein Haarsieb,

legt die Eier auf eine Platte, gießt die Sauce darüber und läßt es

nochmals miteinander heiß werden.

320. Feldhühner in Salmisauce.

Die Feldhühner werden sauber gerupft, abgeflammt und, wenn die Flügel am

zweiten Gelenke, so wie die Köpfe abgeschnitten sind, ausgenommen. Wenn

die Feldhühner frisch sind, braucht man sie nicht zu waschen, sondern

reibt sie mit Salz und Pfeffer inwendig aus und schiebt eine mit Nelken

besteckte Zwiebel und etwas von einer Citrone in die Oeffnung, bindet

die Feldhühner mit Speck ein, thut sie in eine Casserolle mit etwas

geschnittener Zwiebel, gelben Rüben, Lorbeerblättern, Wachholderbeeren,

auch einem Stücke Fett, so wie mit den Köpfen, Flügeln, Magen und

Lebern, deckt die Casserolle zu und läßt sie schön braten. Sind sie

gar, so stellt man die Hühner in einer Schüssel zur Wärme, nimmt das

Uebrige ebenfalls aus der Casserolle und stoßt es in einem Mörser recht

fein, gießt es wieder in dieselbe, thut von einem Kreuzerbrod die Rinde,

im Schmalz gebacken, dazu, gießt einen Schoppen rothen Wein und einen

Schöpflöffel voll Jus daran, läßt es eine Viertelstunde lang aufkochen,

gießt es durch ein Haarsieb und dann wieder in die Casserolle, thut die

Feldhühner dazu und gewiegte Citronen, Nelken, Muskatblüthe, so wie

Pfeffer und Salz nach Belieben daran.

321. Filets von jungen Hühnern mit süßem Rahm.

Die jungen Hühner (_Poulardes_) werden halb gebraten, und ihnen, wenn

sie kalt sind, die Haut abgenommen. Das weiße Fleisch der Poularden

wird sodann in feine Filets geschnitten und mit Bechemelle und etwas

Glace aufgekocht. Man kann sie mit geschnittenen und schön gebackenen

Wecken garniren. -- Bechemelle dazu wird auf folgende Weise gemacht:

ein Pfund Kalbfleisch vom Schlägel, in kleine Stückchen geschnitten,

ein Pfund Butter, Zwiebeln, Petersilie werden in einer bedeckten

Casserolle weich gedämpft, 2 Hände voll Mehl darauf gestreut, ein paar

Mal umgerührt, zugedeckt, nochmals einige Minuten gedämpft und mit dem

Erbsendurchreiber ganz durch ein Haarsieb getrieben; ein Stück Butter

und die Bechemelle in eine Casserolle gethan, 3 Eiergelb daran gerührt,

Salz und Muskatnuß dazu und einige Male durcheinander gerührt. Die

Bechemelle wird auf die zum Auftragen bestimmte Platte gegossen, die

jungen Hühner darauf gesezt und der Saft einer halben Citrone darüber

ausgedrückt. Es ist dieß eine Lieblingsspeise der Engländer.

322. Geschlungene Filets von Kalbfleisch.

Die Filets werden zwei starke Messerrücken dick geschnitten und, wie

früher schon beschrieben, marinirt. Die Schüssel, worin sie aufgetragen

werden sollen, wird auf dem Boden mit einer feinen Fülle und darauf

mit Eierklar bestrichen. Auf dieses werden die Filets, kettenartig

geschlungen, gelegt; die Farce, die nicht von Filets bedeckt ist, wird

weggenommen, die Filets aber werden mit Speckschwarten und Papier

bedeckt und in einem nicht sehr heißen Ofen gebacken. Vor dem Auftragen

wird der Speck und das Fett so gut wie möglich davon genommen und eine

Coulissauce mit Limonen darüber gegossen.

323. _Fricandeau_ von Kalbfleisch.

Man nimmt ein Stück vom Schlägel, schneidet es nach der Ader, klopft es,

zieht die Haut ab, spickt es und legt es in laues Wasser, damit es weiß

bleibt. Dann läßt man in einer Casserolle ein Stück Butter zergehen,

schneidet Zwiebeln, gelbe Rüben, Sellerie, Lorbeerblätter und Citronen

dazu, legt das Fleisch darein, gießt ein Glas Wein, etwas Essig und

Fleischbrühe daran und läßt es eine Stunde lang dämpfen. Hierauf nimmt

man das Fleisch heraus, läßt die Sauce dunkelgelb anschlagen, streut

ein wenig Mehl, gießt ein wenig Fleischbrühe oder Jus daran, läßt es

noch eine Viertelstunde lang miteinander kochen, treibt die Brühe durch

ein Haarsieb, gießt sie wieder in die Casserolle und thut das Fleisch

dazu, so läßt man es noch ein wenig aufkochen und thut von einer

halben Citrone das Gelbe und den Saft darein. Beim Anrichten legt man

Citronenscheiben dazu.

324. Froschschenkel in Citronensauce.

Die Frösche werden sauber gewaschen, die Pfoten weggeschnitten und ein

Fuß über den andern gezogen; dann wiegt man eine halbe Citrone sammt dem

Mark und Zwiebeln, thut Butter in eine Casserolle, das Gewiegte und die

Froschschenkel dazu, deckt dieselben zu, läßt alles eine Viertelstunde

dämpfen, thut so viel Mehl daran, als man mit 2 Fingern fassen kann,

gießt einen Eßlöffel voll Wasser daran, salzt sie und gibt Acht, daß sie

keine Knollen bekommen.

325. Gansleber mit Citronensauce.

Eine Gansleber, die zuvor in Wasser gelegen seyn muß, läßt man auf

einem Tuch ablaufen, legt 4 Loth Butter, eine gepuzte, mit 3 Nelken

besteckte Zwiebel, 3 Schalottenzwiebeln, eine halbe Citrone, in Rädchen

geschnitten, in eine Casserolle, die Leber darauf und läßt sie langsam

dämpfen. Wenn die Leber groß ist, so braucht sie eine halbe Stunde; dann

legt man die Leber auf das Geschirr, auf welchem sie zur Tafel gegeben

wird und macht folgende Sauce darüber: man nimmt so viel Mehl, als man

stark mit 3 Fingern fassen kann, in die Casserolle, ein Glas Wein,

von einer Citrone den Saft, etwas Fleischbrühe und läßt dieses eine

Viertelstunde miteinander kochen, treibt es durch ein Haarsieb, gießt es

über die Leber und streut oben darauf das feingewiegte Gelbe von einer

Citrone.

326. Gansleber mit Sardellen.

In einer Casserolle werden mit 3 Loth Butter eine Gansleber, eine

halbe Citrone, in Rädchen geschnitten, etwas ganze Muskatnuß und 4

Schalottenzwiebeln gedämpft; dann werden 4 Stück sauber gewaschene,

ausgemachte Sardellen in einem Mörser mit ein wenig Butter fein

gestoßen, 3 Finger voll Mehl in die Sardellenbutter geknetet, auch

ein wenig Fleischbrühe, oder noch besser starke Bouillon und 2 bis 3

Löffel voll Wein, dazu gethan. Man läßt nun Alles miteinander aufkochen

und thut Salz, Pfeffer und den Saft von einer halben Citrone dazu,

legt die Leber auf die Platte, auf der man sie zur Tafel geben will,

gießt die Sauce durch ein Haarsieb darüber und streut etwas gewiegte

Citronenschalen darauf.

327. Hirn.

Man legt das nöthige Quantum Hirn in laues Wasser und häutet es ab.

Dann macht man eine Jus auf folgende Weise: Ein Stück Butter läßt man

in einer Casserolle zergehen, thut gewiegte Zwiebeln, Citronen und

Citronenmark in die Butter und läßt Alles eine Zeit lang dämpfen;

hierauf streut man Mehl, so viel man zwischen 3 Fingern fassen kann,

daran und rührt es einige Male um, gießt einen Löffel voll Jus daran,

läßt es eine Viertelstunde lang kochen, drückt aus einer halben Citrone

den Saft dazu, gießt es durch ein Haarsieb und nachher wieder in die

Casserolle, pfeffert und salzt es nach Belieben, thut jezt erst das Hirn

in die Sauce und läßt es eine Viertelstunde in derselben kochen.

328. Hirn in Kapernsauce.

Das Hirn wird gewässert und gereinigt; dann läßt man es in halb Wasser

und halb Essig fest werden und macht folgende Sauce dazu: Ein Stück

Butter wird in eine Casserolle gethan, eine Zwiebel mit dem Gelben von

einer halben Citrone gewiegt und in die Butter gethan; so läßt man

es eine Zeit lang dämpfen. Dann rührt man einen Kochlöffel voll Mehl

darein, löscht es mit kaltem Wasser ab, gießt einen Schöpflöffel voll

Fleischbrühe daran und läßt es eine halbe Stunde kochen. Jezt kommt

das Hirn dazu, man drückt noch ein wenig Citronensaft dazu und läßt es

vollends auskochen. Salz, Pfeffer und Muskatnuß thut man nach Belieben

daran.

~Anmerkung~. Alle weiße Saucen müssen mit kaltem Wasser abgelöscht

werden, damit sie die schöne weiße Farbe nicht verlieren.

329. Glacirte Kalbsbrust.

Eine schöne fette weiße Kalbsbrust wird ausgebeint und in zwei Theile

zerschnitten, so daß sie schön rund werden; diese legt man in einer

Casserolle in kochendes Wasser und läßt einen Wall darüber gehen. Dann

legt man sie in kaltes Wasser, spickt sie recht schön und sezt sie

in eine Casserolle mit einem Stücke Schweinfett, thut geschnittene

Zwiebeln, Lorbeerblätter, Citronen und gelbe Rüben dazu, gießt sodann

einen halben Schöpflöffel voll Fleischbrühe oder Wasser daran und läßt

sie eine Stunde lang dämpfen. Hat das Fleisch noch nicht genug Farbe,

so legt man es in eine Bratpfanne und stellt sie ins Bratrohr; hat die

Sauce angeschlagen, so rührt man einen Kochlöffel voll Mehl darein,

gießt ein halbes Glas Estragon- oder Himbeeressig, auch ein Glas Wein

und einen Schöpflöffel voll Jus daran, läßt sie eine halbe Stunde

kochen, treibt sie durch ein Haarsieb, thut das Fleisch wieder dazu

und würzt es mit dem gewiegten Gelben und dem Safte einer Citrone, mit

geriebener Muskatnuß und mit Salz und Pfeffer nach Gutdünken.

330. Gewickeltes Kalbfleisch in Sauce.

Man schneidet vom Schlägel 3 Finger breite Streifen und klopft sie ein

wenig; dann wiegt man Zwiebeln, Petersilie und Citronen, reibt ein

wenig weißes Brod dazu, legt die Streifen auseinander und thut von dem

Gewiegten auf jeden Streifen ein wenig, rollt sie zusammen, bindet sie

mit einem Faden zu, thut ein Stück Butter in eine Casserolle, legt das

Fleisch, eine geschnittene Zwiebel, ein Lorbeerblatt und Citronenkraut

darein und läßt sie zugedeckt eine halbe Stunde lang dämpfen. Dann

streut man einen Löffel voll Mehl darüber, gießt ein wenig kaltes

Wasser und einen Schöpflöffel voll helle Fleischbrühe daran, thut Salz,

Muskatnuß, Pfeffer nach Belieben und von einer halben Citrone den Saft

dazu.

331. Kalbsgekröse in Meerrettigsauce.

Man sezt ein sauber gepuztes Kalbsgekröse mit kaltem Wasser zu und läßt

es weich kochen, nimmt es heraus und legt es nochmals in kaltes Wasser,

schneidet es in beliebige Stückchen und macht folgende Sauce: Einen

halben Stängel Meerrettig reibt man am Reibeisen, läßt ein Stück Butter

in einer Casserolle mit einem Löffel voll Mehl gelb anlaufen, thut den

Meerrettig dazu, wendet ihn ein paar Mal um, rührt ihn mit einem halben

Schoppen süßer Milch glatt, thut Salz, Muskatnuß und das Gekröse dazu

und läßt es miteinander aufkochen.

332. Kalbskopf mit der Haut oder Kalbskopf in Madeirasauce.

Die Haut wird unten am Schlunde aufgeschnitten und von dem Kopfhaus

sorgfältig so abgelöst, daß die Haut kein Loch bekommt; die Ohren

werden sauber ausgereinigt. Alsdann wird unter 4 Pfund Schweinsbrät

ein halbes Pfund Speck in kleine Würfel geschnitten; ein Milchbrod am

Reibeisen abgerieben, in Milch eingeweicht, wieder fest ausgedrückt

und in das Brät gethan; von einem Viertelpfund Trüffeln die rauhe Haut

abgeschnitten, in einem Mörser mit einem ausgemachten Häring recht fein

gestoßen und in das Brät gethan; das Gelbe von einer Citrone gewiegt,

die weiße Haut von derselben abgeschnitten und das Mark ohne die Kerne

in kleine Stückchen geschnitten und mit Salz, Pfeffer, Muskatblüthe,

Nelken und einer gewiegten und gedämpften Zwiebel in das Brät gethan,

3 Eier daran geschlagen, mit 2 Eßlöffeln voll Bratenjus begossen und

das Brät, wenn es eine Viertelstunde lang mit allen Zuthaten mit der

Hand genau untereinander gearbeitet ist, in den Kopf gefüllt, und die

Hälfte der Trüffeln, in Rädchen geschnitten, so wie nach Belieben

Kapern darauf gethan. Dann wird der Kopf zusammen genäht, eine Citrone

ins Maul gesteckt, die andere Hälfte der Trüffeln mit Kapern und eine

Speckschwarte darüber gelegt, der Kopf in reine Leinwand gebunden, so

daß die Ohren aufrecht stehen bleiben, und in einer Braise gesotten.

Nach diesem läßt man den Kopf in einer tiefen Casserolle, worein 2 Maas

Wasser, eine halbe Maas Wein, Essig nach Belieben gegossen, allerlei

Wurzeln und Salz nach Gutdünken gethan sind, eine halbe Stunde lang

langsam kochen. Dann dämpft man in einer Casserolle gewiegte Zwiebeln

und Citronen eine Viertelstunde mit Butter, läßt einen Kochlöffel voll

Mehl darin anlaufen, löscht es mit einem Eßlöffel voll kaltem Wasser

ab, gießt einen Schöpflöffel von der Brühe, in welcher der Kopf gekocht

hat, und einen Schöpflöffel voll weiße Bouillon dazu, läßt dieses Alles

eine halbe Stunde miteinander kochen, gießt es durch ein Haarsieb und

dann wieder in die Casserolle, und läßt es noch eine halbe Viertelstunde

kochen. Eine Viertelstunde vor dem Anrichten gießt man einen Schoppen

Madeirawein dazu, läßt es noch ein wenig aufkochen, nimmt den Kopf

aus dem Tuche und legt ihn auf eine große Platte, gießt die eben

beschriebene Madeirasauce darüber und legt Citronenrädchen darauf. Man

kann ihn auch mit hartgesottenen Eiern, rothen Rüben, Petersilie, Alles

fein gewiegt, aufputzen, und er nimmt sich sodann recht gut aus.

333. Kalbskopf mit der Haut, _à la_ Damenbrett.

Von einem weißen, sauber gepuzten Kalbskopf löst man die Haut ab,

schneidet ihn in zwei Theile und siedet ihn in der Braise, wie den

Kalbskopf in Madeirasauce. Ist der Kopf weich, so wird er in viereckige

Stückchen geschnitten, so groß wie die Quadrate eines Damenbretts.

Dann macht man kleine Klößchen aus Speck, Schweinebrät, etwas fein

gestoßenen Trüffeln, etwas Brod, in Wasser eingeweicht und wieder fest

ausgedrückt, einigen ausgemachten Sardellen, Alles in einem Mörser oder

Reibstein tüchtig durcheinander gerieben. Dieser Teig kommt in eine

Schüssel, es wird ein Eiergelb daran geschlagen, Salz und Muskatnuß

daran gethan, Alles noch einmal durcheinander geknetet und möglichst

kleine Klöße daraus gemacht, die man in heißem Schmalz ausbackt. Dann

legt man eine Lage von den Kalbskopfstückchen auf eine Platte, darauf

eine Lage Champignons, Trüffeln, Morcheln und von den gebackenen Klößen,

und so wird fortgefahren, bis Alles auf der Platte ist. Hierauf läßt man

Consommé zergehen, drückt Citronensaft daran aus, gießt ein halbes Glas

rothen Burgunder daran und läßt diese Sauce durch einen Pinsel langsam

über den Kalbskopf fließen.

334. Gespickte Kalbsleber.

Man häutet die Leber ab, spickt sie schön, legt sie in eine Casserolle,

geschnittenen Speck, Zwiebeln, Citronen, Lorbeerblatt, oben darauf

wieder Speck, gießt ein wenig Jus daran, deckt die Casserolle mit

einem Deckel, worauf Kohlen seyn müssen, zu und läßt sie eine Stunde

lang dämpfen; dann nimmt man das Fett herunter, legt ein Stückchen

Lebkuchen zu der Leber, gießt ein halbes Glas Wein daran, Salz, Nelken,

Muskatblüthe, läßt es aufkochen und treibt die Sauce vor dem Anrichten

durch ein Haarsieb.

335. Gefülltes Kalbsnetz.

Uebergebliebenes Fleisch (welcher Art es ist) wird mit Zwiebeln und

Petersilie gewiegt, 2 Mundbrode abgerieben, eingeweicht und ausgedrückt,

Alles in einer Casserolle mit einem Stück Fett eine Viertelstunde

gedämpft, 4 Eier, Salz und Muskatnuß noch dazu genommen, die Masse in

ein Kalbsnetz gewickelt, dieses zugenäht und im Rohr gelb gebraten.

336. Kalbsvögel.

Von einem Kalbsschlägel löst man das Rohrbein und Schlußbein ab,

schneidet das Fleisch nach der Ader in Stücke, große oder kleine, wie

man sie gerade wünscht (zu Portionen werden gewöhnlich 3 Stücke aus

einem Pfund Fleisch gemacht), klopft sie weich, häutet und spickt sie,

aber nicht mit zu langen Stückchen Speck, damit sie hübsch aussehen.

Sodann legt man sie in laues Wasser, thut ein Stück Butter mit

geschnittener Zwiebel, Lorbeerblättern und Citronen in eine Casserolle,

legt die Vögel hinein und läßt sie eine Stunde lang dämpfen. Alsdann

nimmt man die Vögel heraus, thut ein Stück braunen Lebkuchen, ein

halbes Glas Estragon- oder Himbeeressig und die Vögel wieder in die

Sauce und läßt sie noch eine Viertelstunde kochen, worauf man ein paar

Eßlöffel voll sauren Rahm dazu gießt. Dann treibt man die Sauce durch

ein Haarsieb, gießt sie wieder in die Casserolle, legt die Vögel wieder

darein, läßt sie noch einmal aufkochen, thut von einer halben Citrone

das fein gewiegte Gelbe und den Saft davon in die Sauce und salzt sie

nach Belieben.

~Anmerkung~. Bei dieser Gattung von Fleischspeisen ist es gut, wenn

man beim Zusetzen die Haut und ausgeschnittenen Knochen dazu nimmt,

weil die Sauce einen schönen Glanz davon bekommt.

337. Kapaunenspargeln.

Nachdem der Kapaun sauber gepuzt und gewaschen ist, schneidet man ihm

den Kopf ab, so zwar, daß die Haut am Körper bleibt, bindet ihn dann

mit Speck ein, legt ihn mit einem Stück Butter in eine Casserolle,

thut Zwiebeln, Lorbeerblätter, gelbe Rüben und Sellerie dazu, deckt

die Casserolle zu und läßt den Kapaun eine halbe Stunde dämpfen. Nun

stößt man 25 Krebse, nachdem sie zuvor wie gewöhnlich gereinigt und

gesotten wurden, mit einem Viertelpfund Butter recht fein, dämpft sie in

einer Casserolle bis es schäumt, gießt 2 Schöpflöffel voll Wasser oder

Fleischbrühe daran, läßt sie eine halbe Viertelstunde kochen, stellt

sie vom Feuer, schöpft die Krebsbutter ab ins kalte Wasser, puzt nun

Spargeln, bindet sie in Büscheln, kocht sie im Salzwasser weich und

macht folgende Sauce: Die Hälfte der Krebsbutter läßt man zergehen,

rührt einen starken Kochlöffel voll Mehl darein, 3 Eiergelb dazu, rührt

Alles mit kaltem Wasser glatt, gießt von der Kapaunenbrühe daran, nebst

einer Messerspitze voll Muskatblüthe, richtet den Kapaun auf eine Platte

an und legt die Spargeln um den Kapaun herum, gießt die Krebssauce

darüber, bestreicht den Kapaun mit der zweiten Hälfte der Krebsbutter

und legt die Krebsschwänze dem Kapaun auf die Brust.

338. Königsragout.

Ein Pfund übriggebliebenen Kalbsbraten wiegt man mit dem Gelben und

dem Mark einer Citrone so fein wie möglich, nimmt 6 Stück gewiegte und

gedämpfte Schalottenzwiebeln, einen abgeriebenen, eingeweichten, fest

ausgedrückten Wecken dazu, rührt ein Viertelpfund Butter leicht, thut

das gewiegte Fleisch nebst Obigem dazu, rührt 4 Eier, Salz, Muskatnuß

und den Saft von einer halben Citrone daran, bestreicht ein taugliches

Geschirr mit Butter, gießt die Masse hinein, macht sie so auseinander,

daß in der Mitte eine Höhlung bleibt, schiebt das Geschirr in ein

Bratrohr und läßt den Kuchen schön backen. Man macht folgendes Ragout

dazu: Von 4 bis 6 Ochsengaumen zieht man die weiße Haut ab, kocht sie

recht weich, schneidet sie in viereckige Stückchen und macht folgende

Champignonssauce dazu: Man läßt einen kleinen Löffel voll Mehl in einem

Stückchen Butter gelb anlaufen, löscht es mit ein wenig kaltem Wasser

ab, gießt ein Glas rothen Burgunder und einen halben Schöpflöffel voll

gute Jus dazu und läßt die Ochsengaumen in dieser Sauce kochen; dann

kommen 6 bis 8 Stücke Champignons dazu, 4 bis 5 sauber gewaschene,

geschälte und in Blätter geschnittene Trüffeln, Salz, Muskatnuß,

Pfeffer, ein wenig Muskatblüthe, der Saft und das gewiegte Gelbe von

einer halben Citrone; dieses Alles wird miteinander gekocht, dann

schneidet man von 2 jungen Hühnern die Brüste ab, legt sie ins laue

Wasser, daß sie schön weiß werden, reinigt 2 Brieschen sauber, spickt

diese und die Hühnerbrüste recht schön, und dämpft in einem Stück Butter

mit einer halben geschnittenen Citrone die Hühnerbrüste und Brieschen

eine Viertelstunde lang; dann kommen sie sammt dem Fett, worin sie

gebraten wurden, zu den Ochsengaumen. Von einigen sauber gewaschenen

Morcheln, gestoßenen Trüffeln, einem Viertelpfund Schweinsbrät, einem

kleinen Händchen voll Brod und einem Eiweiß wird ein Teig gemacht,

Knöpflein, in der Größe wie eine Haselnuß, im Schmalz davon gebacken und

unter den Ragout gethan. Nun wird der gebackene Kuchen auf eine Platte

gelegt, der Ragout in die Höhlung desselben gegossen, die Hühnerbrüste

und Champignons oben darauf gelegt, mit einer Citrone garnirt und ein

Täfelchen zerlassene Consommé über die Hühnerbrüste gegossen.

339. Leberpfauzel.

Man nimmt eine Kalbsleber, die sauber gehäutet und gewaschen ist, legt

sie auf einen Hackblock und wiegt sie mit einem halben Pfund Speck

sehr fein; dann reibt man für 2 Kreuzer Brod am Reibeisen, weicht es in

Wasser ein, drückt es aus, nimmt die gewiegte Leber in eine Schüssel,

das Brod dazu, nebst 2 fein gewiegten und im Fett gedämpften Zwiebeln,

dem Gelben von einer Citrone, Muskatblüthe, Pfeffer, Salz und 4 Eiern,

wovon eines nach dem andern daran gerührt wird. Dieses Alles wird eine

Viertelstunde lang stark gerührt. Dann thut man das Obige in ein großes

Kalbsnetz und backt es in gelinder Hitze aus; in einer halben Stunde ist

es fertig. Man kann es als Zwischenspeise oder als Braten mit Jus geben.

Folgende Sauce ist dazu passend: Man röstet ziemlich viel Zwiebeln in

einem Stück Fett und ein wenig Zucker in einer Casserolle hellgelb,

löscht so viel Mehl, als man zwischen zwei Fingern fassen kann, mit

einem Schöpflöffel voll Fleischbrühe ab, nebst etwas Himbeeressig,

läßt es eine Viertelstunde miteinander kochen und thut Salz, Pfeffer,

Muskatnuß nach Belieben daran. Dann legt man die gebackene Leber auf

eine Platte, gießt die Sauce darüber und legt oben darauf weichgekochte

Morcheln.

340. Gedämpfte Nieren.

Man schneidet die Nieren recht fein, darauf schneidet man ziemlich

viel Zwiebeln, thut ein Stück Butter in eine Casserolle, die Zwiebeln

und die Nieren dazu, deckt die Casserolle zu und läßt sie eine halbe

Viertelstunde dämpfen. Dann streut man 3 starke Finger voll Mehl dazu,

wendet sie ein paar Mal damit um, gießt ein halbes Glas Burgunder, etwas

Fleischbrühe daran, nimmt von einer halben Citrone das fein gewiegte

Gelbe und den Saft, auch Salz, Muskatnuß dazu und läßt es nochmals mit

einander aufkochen.

341. Gefüllte Ochsenzunge.

Die Zunge wird gewaschen, mit Salzwasser nicht zu weich gekocht, die

Haut davon abgezogen, unten am Schlunde aufgeschnitten, das Fleisch

herausgenommen, jedoch so, daß die Zunge kein Loch bekommt; das

ausgeschnittene Fleisch wird mit einem Viertelpfund Speck und etwas

rohem Schinken recht fein gewiegt, ein Kreuzerbrod am Reibeisen

abgerieben, in Wasser eingeweicht und wieder fest ausgedrückt, zu dem

Gehackten gethan, deßgleichen eine halbe Citrone gewiegt, eine Zwiebel

mit Fett gedämpft und Salz, Muskatnuß und Pfeffer nach Belieben. Wenn

dieses Alles mit einem Ei wohl durcheinander gearbeitet ist, füllt

man die Zunge damit, bindet sie mit einem Bindfaden zusammen und läßt

sie in einer Casserolle mit einigen Speckschnitten, Zwiebeln, einem

Lorbeerblatte, etwas von einer Citrone, zugedeckt eine halbe Stunde

lang dämpfen. Will man sie als Braten geben, so kommt Citronensaft

und Jus dazu. Als Ragout taugt sie am allerbesten mit einer weißen

Citronensauce, die auf folgende Art bereitet wird: Man schält von einer

großen oder zwei kleinen Citronen das Gelbe ab und wiegt es mit dem Mark

der Citronen (versteht sich ohne die weiße Haut und die Kerne) und mit

kleinen Zwiebeln recht fein; sodann läßt man in einem Stücke Butter in

einer Casserolle so viel Mehl, als man zwischen 3 Fingern fassen kann,

ein wenig anlaufen, löscht es mit Fleischbrühe ab, thut die Citrone und

etwas von der Sauce dazu, in welcher die Zunge gebraten wurde, läßt

alles Dieses eine halbe Stunde miteinander kochen, richtet die Sauce auf

eine Platte an und legt die Zunge darauf.

342. Plisson von einem Hasen.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 10 / 25 段