Man macht einen feinen Butterteig, der aber nicht sehr dünn seyn darf

und legt einen Melonenmodel damit aus; sodann wiegt man 3 Gänselebern,

deckt sie in einer Schüssel zu, wiegt 4 Citronenschalen, nimmt ein

eingeweichtes, ausgedrücktes Mundbrod, das Mark von den 4 Citronen,

eine Hand voll gewiegte und gedämpfte Zwiebeln und Petersilie, ein

halbes Pfund magern Schinken, Salz, Pfeffer, Muskatnuß, Muskatblüthe,

2 Eier und 1 Eierdotter zum Obigen, macht alles gut untereinander,

legt den Boden des Models mit einer Hand voll davon aus, schneidet 3

bis 4 Gänselebern der Länge nach, legt sie auf das Angemachte, nimmt

1 Löffel voll Kapern, auf diese einen Champignon, ein Viertelpfund

gereinigte Trüffeln in Blättchen geschnitten und gestoßen, dann wieder

eine Hand voll von dem Angemachten, schneidet wieder 2 Gänselebern der

Länge nach, legt sie darauf, geschälte Oliven, 1 Löffel voll Kapern, 4

bis 6 Champignons, Trüffeln, das Angemachte oben darüber, geschnittene

Speckscheiben darauf und macht nun einen Deckel vom nämlichen Teig

darüber; diesen zwickt man mit dem Pastetenzwicker zusammen, bestreicht

die Pastete mit Eiern, backt sie 2 Stunden im Ofen, schneidet eine

Oeffnung hinein, daß der Dampf herauskommt, deckt sie wieder zu und

macht einen Aspik. Dann kocht man 3 bis 4 abgezogene Kälberfüße mit

einem Theil Wein, einem Theil Essig, einem Theil Wasser, Sellerie,

gelben Rüben, 2 Lorbeerblättern, 2 großen Zwiebeln, ganzen Nelken,

Muskatblüthe und ganzem Pfeffer 3 Stunden lang miteinander, gießt

es durch ein Haarsieb, läßt es eine Viertelstunde stehen, taucht

Fließpapier darein, daß das Fett daran hängen bleibt, gießt die Sulz

in eine Casserolle, aber so, daß der Satz nicht dazu kommt, thut ein

zerdrücktes Ei daran, stellt die Casserolle wieder auf's Feuer, schlägt

mit einem Schaumbesen so lange in die Sulz, bis sie kocht, nimmt sie

vom Feuer, drückt den Saft von 1 Citrone darein, deckt einen Deckel mit

Kohlen darauf und läßt alles eine Viertelstunde stehen, schüttet nun

die Sulz durch einen Filzhut und gießt sie, wenn sie kalt ist, an die

Pastete (man muß 3 bis 4 Mal darüber gießen); sezt den Deckel darauf und

stellt die Pastete an einen kalten Ort.

291. Stuttgarter Gansleberpastete.

Man macht einen halbmürben Teig, bestreicht einen Melonenmodel mit

Speck, legt den Teig darein und macht folgende Fülle: 3 Gänselebern

wiegt man fein, reibt 1 Pfund Schweinebrät und ein Viertelpfund Speck

in einem Reibstein, schält 1 Mundbrod ab, weicht es ein, drückt es aus,

stoßt ein Viertelpfund gereinigte Trüffeln fein, schneidet 2 Gänselebern

in Würfel, schlägt 2 Eier daran, wiegt 4 Loth magern Schinken,

dämpft eine Hand voll geschnittene Zwiebeln und Petersilie und macht

dieses alles mit Salz, Muskatnuß, Muskatblüthe, Pfeffer, 3 gewiegten

Citronenschalen, dem Mark derselben in einer Schüssel an, füllt die

Masse in den Melonenmodel, macht einen glatten Deckel von Butterteig

darauf, schneidet einige Löcher hinein, bestreicht den Deckel mit Eiern,

backt die Pastete 2 Stunden im Ofen, läßt sie erkalten und stürzt sie

auf eine Platte.

292. Straßburger Gansleberpastete.

Man legt 6 Gänselebern auf einen Bogen Papier, diesen auf einen Rost,

streut Salz auf die Lebern, daß es das Wasser herauszieht, wiegt 3 davon

so fein wie Brei, schneidet die 3 andern zu kleinen Stückchen und

legt sie in ein Geschirr. Nun reibt man ein halbes Pfund Schweinebrät,

2 Eier und 1 eingeweichtes, ausgedrücktes Mundbrod in einem Reibstein

zu Schaum, thut dieses zu der gewiegten Gansleber, ein halbes Pfund

gestoßene und ein halbes Pfund geschnittene Trüffeln, 1 Quint gestoßene

Muskatblüthe, 1 gestoßene Muskatnuß, ein halbes Loth Pfeffer, Salz, eine

Hand voll gewiegte und gelb gedämpfte Schalottenzwiebeln, 3 Citronen,

den Saft von diesen dazu, arbeitet nun alles recht zusammen und stellt

es zur Seite. Nun macht man von einer halben Württemberger Metze (1/8

Simri) Mehl, 3 Viertelpfund Schmalz, einem halben Pfund Butter und Salz

mit kaltem Wasser einen Teig an, arbeitet ihn fest zusammen, wellt

einen Boden davon kleinfingerdick aus, macht ihn tellergroß, drückt

mit dem Finger den Rand fest auseinander, doch so, daß der Teig immer

fingersdick bleibt, macht die Pastete 2 bis 3 Hände hoch, streut 4 Loth

geriebenen Parmesankäs an die Pastete, legt Speckscheiben und eine Hand

voll von der gewiegten Gansleber darauf, dann eine Lage Trüffeln, legt

die geschnittenen Ganslebern auf die Trüffeln, auf jedes Stückchen

einen Champignon, und macht so fort, bis alles zu Ende ist. Von dem

Butterteig macht man nun einen fingerdicken Deckel, zwickt ihn mit dem

Pastetenzwicker fest zusammen, doch muß der Rand immer 2 Finger breit

leer bleiben, macht oben in den Deckel eine kleine Oeffnung und steckt

einen Pfropf darein, den man wieder wegnimmt, wenn die Pastete gebacken

ist. Es ist besser, wenn man die Pastete erst den andern Tag backt. Man

bestreicht sie dann mit Eiern, macht mit dem Pastetenzwicker allerlei

Blumen in den Deckel, stellt sie in ein Plafond, daß das Fett nicht in

den Ofen läuft, läßt sie 2 bis 3 Stunden backen und gibt sie kalt zu

Tisch.

293. Frankfurter Wildbretpastete.

Man macht schöne Stückchen von den dicken Quallen eines Rehschlägels,

klopft sie und spickt sie mit Speck, dämpft sie in einer bedeckten

Casserolle mit feingeschnittenen Zwiebeln, Lorbeerblättern, Pfeffer und

Salz. Wenn das Fleisch gelb ist, läßt man es auf einer Platte erkalten,

häutet das übrige Fleisch des Rehschlägels, wiegt dieses mit einem

Pfund Schweinsbrät, einem halben Pfund zartem Kalbfleisch, einem halben

Pfund magerm Speck, 2 gereinigten Häringen und dem Gelben einer Citrone

zu einem Teig, nimmt 4 Schalottenzwiebeln und 2 gewöhnliche gewiegte

und gedämpfte Zwiebeln dazu, weicht ein abgeschältes Kreuzerbrod ein,

drückt es aus, thut dieses sammt Salz und allen Arten feinem Gewürz

zu dem Fleische und reibt Alles in einem Reibstein zu Schaum. Nun

mischt man 2 Eier, 2 Löffel voll gewiegte Kapern, 12 Stück abgeschälte

Oliven, ein Viertelpfund gereinigte, in Stückchen geschnittene Trüffeln

zusammen, belegt einen Melonenmodel mit Butterteig, legt etwas von

der Fleischfülle auf den Boden des Models, dann von den Oliven und

Trüffeln, hierauf wieder Fleischfülle, die gespickten Fleischstückchen,

dann wieder Trüffeln und Kapern und zulezt Fleischfülle. Man deckt den

Deckel nun darauf und backt die Pastete im Ofen.

Fische.

294. Gebratener Aal.

Der Aal wird abgezogen, die Haare, Kopf und Schwanz davon geschnitten,

die Galle herausgenommen, 2 Finger breite Stückchen von dem Aal

geschnitten, mit Pfeffer und Salz eingerieben, diese mit Salbei und

Citronenrädchen umwickelt und in einer Bratpfanne in einem Stück Butter

gebraten. Vor dem Anrichten nimmt man den Faden, womit die Salbei und

Citronen festgebunden wurden, davon und legt Citronen dazu.

295. Aal auf französische Art.

Der Aal wird abgezogen, ausgenommen, ganz gelassen, mit einem Stück

Butter im Ofen in einer Bratpfanne gebraten, dicker, saurer Rahm darüber

gegossen, ein Eßlöffel voll Kapern, eine halbe Citrone dazu gethan und

der Aal vollends ausgebraten, damit er von dem Rahm und den Kapern eine

Sauce zieht.

296. Gedämpfte Felchen.

Man schuppt den Fisch ab, nimmt ihn aus, trocknet ihn mit einem Tuch

sauber ab, schneidet ihn in Stückchen, reibt ihn gut mit Salz und

Pfeffer ein, legt ihn mit einem Stück Butter in eine Casserolle,

gewiegte Citronen, Petersilie und Zwiebel dazu, deckt die Casserolle

zu, stellt sie auf schwache Kohlen und läßt den Fisch eine halbe

Stunde kochen; streut dann 3 Finger voll Mehl darauf, thut ein wenig

Fleischbrühe daran, läßt ihn noch ein wenig aufkochen, legt ihn auf die

Platte und richtet die Sauce darüber an.

297. Felchen auf dem Rost gebraten.

Der Fisch wird geschuppt, ausgenommen, mit einem Tuch abgetrocknet, mit

Pfeffer und Salz eingerieben, querüber ein Schnitt über dessen Rücken

gemacht, ein Citronenschnitz darein gesteckt, der Fisch auf den Rost

gelegt, mit Butter übergossen, schön gebraten, und wenn er auf der

Platte liegt, mit Citronensaft begossen.

298. Fischotter.

Die Fischotter wird ausgezogen, in Stückchen geschnitten, 5 bis 6 Tage

ins kalte Wasser gelegt, aber alle Tage in frisches; am sechsten Tage

nimmt man sie heraus, legt sie 2 Tage in guten Wein, worein Zwiebeln,

Nelken, Muskatblüthe, Citronen und allerlei Kräuter und Gewürze kommen.

Man sezt sie mit einer Bouteille Porto- oder Steinwein zum Feuer, läßt

sie eine Stunde lang kochen und macht folgende Trüffelsauce dazu: Eine

Casserolle wird dick mit Zwiebeln belegt, dann ein Stück Fett und 1-1/2

Pfund klein geschnittenes Kalbfleisch miteinander gelb gedämpft, ein

halber Schöpflöffel von dem Sud, worein die Otter gekocht wurde, die

Rinde von einem Kreuzerbrod, etwas Mehl miteinander gekocht und durch

ein Haarsieb getrieben, 2 bis 3 Trüffeln, von denen die rauhe Haut

abgeschnitten wird, mit dem Gelben von einer Citrone gewiegt, nebst

dem Saft, eine Messerspitze voll Muskatblüthe, etwas weißer Pfeffer, 3

Kernkubeben dazu genommen, die Fischotter in die Sauce gelegt, noch eine

Weile gekocht, auch Champignons, Trüffeln, in Scheiben geschnitten, dazu

gethan und dann Alles noch ein wenig gekocht.

299. Forellen, blau gesotten.

Man macht eine Sulz von halb Wein, halb Essig, Citronen, ganzem

Pfeffer, allen Arten Kräutern, einer Hand voll Salz, läßt Alles eine

Viertelstunde miteinander kochen, schneidet die Forelle oben am Schlund

so weit auf, daß man die Galle herausnehmen kann, legt die Forelle in

die Sulz, stellt diese vom Feuer, legt den Fisch auf eine Platte und

schüttet Essig und Oel darauf.

~Anmerkung.~ Alle Arten Forellen dürfen nicht lange in den Händen

herumgezogen, auch nicht gewaschen werden, damit sie das schöne

Blau nicht verlieren; nur das Blutige wird mit einem Tuche sauber

abgewischt.

300. Seeforellen.

Die Seeforellen werden ganz anders behandelt, als die Flußforellen, weil

sie stärkeres Fleisch haben, als jene. Man schuppt sie sauber ab, nimmt

die Kiemen und das Eingeweide heraus, reibt sie stark mit Salz ein,

legt sie in den Fischkessel, gießt 1 Bouteille Burgunder, 1 Bouteille

geringeren Wein und Essig daran, nebst Citronen, Nelken, Pfeffer,

Lorbeerblättern, allen Arten guter Kräuter, deckt den Kessel fest zu,

läßt den Fisch 1 Stunde kochen, legt ihn auf eine lange Platte und

macht eine Holländersauce folgendermaßen dazu: man rührt 1 Kochlöffel

voll Mehl mit kaltem Wasser glatt, schlägt 3 Eiergelb daran, Butter, so

groß wie ein Hühnerei, etwas von dem Fischsud, kocht diese Sauce mit

Fleischbrühe gut aus und gießt sie entweder auf den Fisch, oder gibt sie

besonders dazu.

301. Geschmälzter Hecht.

Man schneidet dem Hecht die Ohren aus, schneidet ihn ein wenig auf,

nimmt das Eingeweide heraus, wascht ihn sauber, reibt ihn stark mit

Salz und Pfeffer ein und macht einen Sud auf folgende Art: man nimmt 1

Theil Wein, 1 Theil Essig, 1 Theil Wasser, alle Arten Kräuter, ganze

Nelken, Pfeffer, läßt den Fisch, wenn er groß ist, 1 Stunde lang darin

kochen (doch darf der Sud nicht ganz über den Fisch hergehen, sonst wird

derselbe nicht kräftig), legt ihn auf eine schöne lange Platte, dämpft

eine Hand voll Petersilie in einem Stück Butter, gießt dieses über den

Hecht, drückt den Saft von einer halben Citrone darauf, garnirt die

Platte mit kleinen gerösteten Kartoffeln, oder gibt Kartoffeln mit der

Schale und Butter dazu.

302. Hecht _à la tourne_.

Ein schöner weißer Hecht wird abgeschuppt, sauber gewaschen,

ausgenommen, Kopf und Schwanz abgeschnitten, durchaus gespalten,

der Rückgrath herausgenommen, mit einem Tuche sauber abgepuzt, in 4

Stücke geschnitten, diese in Citronensaft gelegt, öfters umgewendet

und, wenn es die Zeit erlaubt, über Nacht stehen gelassen. Den andern

Tag legt man den Hecht auf eine Platte, ein großes Stück Butter und

Citronensaft, wie auch auf jedes Stückchen desselben 1 Citronenrädchen,

legt ein mit Butter dick bestrichenes Papier auf den Hecht, wiegt 1

Pfund Fischbrät so fein wie möglich, läßt 1 Viertelpfund Butter in einer

Schüssel zerlaufen, thut das Fischbrät darein, schlägt 3 Eier daran,

das Gelbe von einer halben am Reibeisen abgeriebenen Citrone, Muskatnuß

und Salz, rührt dieses ganz schaumig, sezt 2 mit Butter bestrichene

Springreife auf die Platte, worauf der Hecht liegt, füllt das Fischbrät

in diese 2 Reife (sie müssen aber 2 Finger breit von einander stehen)

und läßt dieses eine halbe Stunde im Backofen braten. Nun stößt man 25

ungesottene Krebse, von denen die Galle genommen wurde, im Mörser recht

fein, thut sie in eine Schüssel, eine halbe Maas dicken süßen Rahm und

6 Eier dazu, läßt sie eine halbe Stunde stehen, rührt sie öfters um,

gießt sie durch ein Haarsieb, bestreicht eine Butterkapsel mit Butter,

thut Salz und Muskatnuß dazu, füllt das Gestoßene darein, macht die

Kapsel fest zu und stellt sie 3 Viertelstunden in kochendes Wasser.

Wenn angerichtet werden soll, legt man den Fisch auf die Platte, das

gebackene Fischbrät dazu, gießt die Krebsbutter darauf, legt Champignons

auf den Fisch und gießt zerlassene Consommé über das Ganze.

303. Farcirter Hecht.

Man rasirt den Hecht sauber, schneidet die Kiemen aus, schneidet

unten an der Oeffnung behutsam auf, auch die Haut auf dem Rücken wird

aufgeschnitten, unten an den Floßfedern wird ein Stich, aber nicht ganz

durch, gemacht, die Haut abgezogen, der Hecht recht schön gespickt, ein

halbes Pfund Schweinsfett, 1 Viertelpfund Speck, 4 Sardellen, etwas

in Milch eingeweichtes und ausgedrücktes Brod recht fein gewiegt,

Salz, Muskatnuß, Pfeffer, fein gewiegte, gedämpfte Zwiebeln dazu

genommen, Alles mit 2 Eiern untereinander gemacht, in einem Mörser

recht zerstoßen, der Hecht damit ausgefüllt, zusammengenäht, in eine

Bratpfanne, worin unten ein Rost ist, gelegt, geschnittene Zwiebeln, 1

Lorbeerblatt und Citronen, nebst ein wenig Fleischbrühe dazu gethan, im

Ofen gelb gebraten und oft mit heißer Butter übergossen. Beim Anrichten

läßt man Consommé zerlaufen, bestreicht den Hecht damit und gießt die

Sauce über ein Haarsieb darauf.

304. Hecht am Spieß gebraten.

Man puzt den Hecht sauber, schneidet die Kiemen weg, zieht die Haut ab,

reibt ihn mit Salz und Pfeffer ein, spickt ihn schön, bindet ihn an den

Spieß, übergießt ihn oft mit zerlassener Citronenbutter, nimmt ihn nach

einer halben Stunde vom Spieß ab, legt ihn auf die Platte und gießt

Citronensaft und Jus darauf.

305. Hecht auf dem Rost gebraten.

Man reibt den Hecht, der sauber gepuzt und ausgenommen ist, mit Salz

und Pfeffer ein, läßt ihn eine Stunde liegen, schneidet 3 bis 4 schiefe

Schnitte darein, näht den Fisch wieder zu, schneidet die Ohren aus, legt

ihn auf einen Rost, übergießt den Fisch oft mit zerlassener Butter,

gießt auch heiße Butter in die Ohren, wendet den Fisch um und übergießt

ihn auf der andern Seite. Er muß sehr behutsam gebraten werden, daß

die Haut nicht am Rost hängen bleibt. Beim Anrichten schmälzt man ihn

mit Citronenbutter auf folgende Art: 1 Hand voll Petersilie wiegt man

recht fein, läßt ein Stück Butter in einer Casserolle heiß werden,

dämpft die Petersilie darin, drückt von 1 Citrone den Saft dazu, läßt

es miteinander aufkochen und übergießt den Fisch damit. In die Schnitte

können Citronenschnitze gelegt werden.

306. Meerspinne oder Hummer auf italienische Art.

Ist dieser Krebs gesotten, so theilt man ihn der Länge nach von

einander, legt ihn in das Geschirr, in welchem er aufgetragen wird und

macht folgende Sauce dazu: etliche sauber gewaschene, ausgegräthete

Sardellen werden mit 6 hartgesottenen Eiergelb in einem Mörser zu

einem Teig gestoßen, mit 4 Löffeln voll gutem Provenceröl, 3 Eßlöffeln

voll Estragonessig, 2 Löffeln voll gutem Senf, 2 feingewiegten

Schalottenzwiebeln, nebst Pfeffer, Salz und geschnittenem Schnittlauch

verrührt; diese Sauce wird über den Hummer gegossen oder besonders auf

die Tafel gegeben.

307. Aechte Meerspinne.

Ist die Meerspinne abgesotten, so läßt man sie erkalten, bricht alle

die langen Füße ab, nimmt das innere weiße Fleisch heraus, reinigt den

Körper, wascht ihn sauber aus, legt das Fleisch wieder in den Körper,

die Eier dazu, bratet Alles schön gelb, gießt ein Glas Wein daran, läßt

es aufkochen, legt ein Lorbeerblatt und ein Citronenrädchen dazu und

läßt es dämpfen bis es weich ist.

308. Karpfen in eigener Sauce.

Der Karpfen wird geschuppt, gepuzt, das Eingeweide herausgenommen, der

Fisch in 2 Theile geschnitten, mit Salz und Pfeffer (aber nicht sehr

stark) eingerieben; nun wiegt man 3 gewaschene Sardellen, das Gelbe und

das Mark von einer halben Citrone, nimmt einen Eßlöffel voll Kapern

dazu, legt den Fisch in eine Bratpfanne, ein Stück Butter und das

Gewiegte dazu, läßt ihn so eine halbe Stunde kochen, streut geriebenes

Brod darauf, gießt einen halben Schöpflöffel voll Jus daran, läßt Alles

miteinander noch eine halbe Stunde kochen, legt nun den Fisch auf eine

Platte und gießt die Sauce darüber.

309. Karpfen in brauner Sauce.

Der Karpfen wird geschuppt, das Eingeweide behutsam herausgenommen,

mit Himbeeressig ausgewaschen, in beliebige Stückchen geschnitten,

im Salzwasser eine halbe Stunde gekocht und folgende Sauce daran

gemacht: ein Stück Lebkuchen, ein wenig schwarzes Brod, 2 geschnittene

Schalottenzwiebeln, ganze Nelken und Pfeffer, läßt man mit etwas brauner

Jus und einem halben Schoppen Wein eine halbe Stunde kochen, treibt die

Sauce durch ein Haarsieb, gießt sie wieder in die Casserolle und legt

den Karpfen nebst dem Saft und dem gewiegten Gelben von einer halben

Citrone dazu.

~Anmerkung.~ Die Ohren (Kiemen) müssen bei allen Fischen

herausgeschnitten werden, weil sie immer viel Schleim mit sich führen.

310. Geschmälzter Karpfen.

Es wird ein guter Sud an den Karpfen gemacht, derselbe abgeschuppt, die

Ohren herausgeschnitten, das Eingeweide herausgenommen, mit Salz und

Pfeffer eingerieben, in den Sud gelegt, eine halbe Stunde recht gekocht

und dann auf eine Platte gelegt. Man wiegt nun ein ganzes halbgesottenes

Ei (aber sowohl das Gelbe als das Weise besonders), legt dieses

streifenweis über den Fisch und gießt heiße Butter und 3 Eßlöffel voll

Essig darüber.

311. Aechter Rheinlangen.

Der Fisch wird rein gewaschen, die Kiemen ausgeschnitten, das Eingeweide

herausgenommen, derselbe mit Salz stark eingerieben, in dem Fischkessel

mit 3 Bouteillen Bordeauxwein, einer ganzen, in Scheiben geschnittenen

Citrone, Nelken, ganzem Pfeffer, Muskatblüthe fest zugedeckt und langsam

gekocht; dann wiegt man ein Stück Ochsennierenfett recht fein, läßt

es in einer Casserolle zerlaufen, eine Hand voll gewiegte Petersilie,

2 Schalottenzwiebeln und etwas Gelbes von einer Citrone dazu, legt

den Fisch, wenn er weich ist, auf eine Platte und gießt das Gedämpfte

darüber.

312. Marinirte Fische.

Man schuppt und wascht die Fische, reibt sie mit Salz und Pfeffer ein,

läßt sie 1 Stunde liegen, legt sie auf einen Rost, begießt sie öfters

mit zerlassener Butter, bratet sie schön gelb, läßt sie erkalten, legt

sie in einen steinernen Topf, gießt Weinessig daran, Schalottenzwiebeln,

Lorbeerblätter, Citronen, Pfeffer und Nelken dazu und bindet den Topf

zu.

Ragouts.

313. _Boeuf à la Mode._

Ochsenfleisch vom hintern Viertel oder ein gutes Schwanzstück wird mürbe

geklopft und kommt in ein Geschirr, in welches man noch halb Essig Und

Wein nach Belieben gießt; dazu schneidet man alle Arten Wurzeln und

thut Citronen, Lorbeerblätter, ganzen Pfeffer und Nelken daran, deckt

sodann das Fleisch fest zu und läßt es 2 bis 3 Tage stehen, wendet es

aber alle Tage um. An dem Tage, an welchem man es kochen will, nimmt

man alles zusammen in eine Casserolle, schneidet von schwarzem Brod

die Rinde ab und thut sie dazu, gießt noch 1 Löffel voll Fleischbrühe

oder Wasser daran, deckt es fest zu und läßt es im Ofen oder auf Kohlen

weich kochen. Ist es weich, so hebt man das Fleisch aus, treibt alles

durch ein Haarsieb, nimmt das Fett ab, thut die Sauce wieder in die

Casserolle, sezt das Fleisch dazu und läßt es noch eine halbe Stunde

miteinander kochen. Alsdann wiegt man von einer halben Citrone das

Gelbe und thut es sammt dem Saft derselben und einer Messerspitze voll

Muskatblüthe dazu. Sollte die Sauce nicht dick genug seyn, so gießt man

an ein Stück braunen Lebkuchen ein wenig Fleischbrühe, daß er weich wird

und rührt ihn an die Sauce. Es gibt dieß eine sehr gute Sauce.

314. Uebrig gebliebener Braten mit Bechemelle.

Man schneidet von kaltem Braten beliebige Stückchen und macht auf

folgende Art eine Bechemelle: 4 Loth Butter läßt man in einer Casserolle

zerlaufen, rührt 2 Kochlöffel voll feines Mehl darein, Salz, Muskatnuß,

von einer halben Citrone den Saft und das Gelbe am Reibeisen abgerieben,

einen halben Schoppen süßen Rahm, rührt es glatt mit etwas Fleischbrühe,

läßt es miteinander aufkochen, legt das Fleisch darein und läßt alles

noch eine Viertelstunde kochen.

315. Brieschen in Trüffelsauce.

Die Brieschen werden abblanchirt, gehäutet, gespickt und in Butter in

einer Casserolle schön gelb gebraten. Dazu macht man folgende Sauce: In

einem Stück Butter wird ein Löffel voll Mehl hellgelb angelaufen und

mit starker Jus abgelöscht, ein Glas Bordeaux- oder Markgräflerwein

daran gegossen; von 2 bis 3 sauber gewaschenen Trüffeln wird das Rauhe

abgeschnitten, in einem Mörser mit einem Stückchen Butter und einem

Stücke sauber gewaschener Sardelle gestoßen und in die Sauce gethan; die

Trüffeln selbst werden in ein anderes Geschirr geschnitten, die Sauce

durch ein Haarsieb darüber gegossen, die Brieschen sammt dem Satze, in

welchem sie gekocht worden, darein gethan und nach Belieben gesalzen.

Beim Auftragen werden die Trüffeln hübsch auf die Brieschen gelegt.

316. Kalbsbrieschen mit Spargeln.

Man reinigt 2 bis 3 Brieschen, brüht sie ein wenig, legt sie in kaltes

Wasser, puzt 50 Spargeln, kocht diese im Salzwasser weich, nimmt sie

heraus, schneidet sie in Stückchen, wiegt eine halbe Citronenschale und

eine Schalottenzwiebel recht fein, dämpft sie mit einem Stück Butter in

einer Casserolle, schneidet die Brieschen, thut sie auch in dieselbe,

drückt den Saft von der halben Citrone daran, Salz und Muskatnuß dazu,

läßt alles noch eine Viertelstunde dämpfen, rührt 3 Eiergelb mit 1

Kochlöffel voll Mehl und kaltem Wasser glatt, gießt dieses nebst 1

Löffel voll guter Fleischbrühe an die Brieschen, kocht sie noch ein

wenig, richtet sie an und gibt die Spargeln dazu.

317. Ragout von hartgesottenen Eiern.

Für 4 Personen rechnet man 8 hartgesottene Eier. Das Gelbe von

hartgesottenen Eiern drückt man durch ein Haarsieb, schneidet 2 Zwiebeln

in Scheiben, dämpft sie in einer Casserolle mit einem Stückchen Butter

weich, aber nicht gelb, thut nun die Eiergelb zu den Zwiebeln, nebst

etwas Salz und Muskatnuß, auch einen Löffel voll sauren Rahm, füllt

die Eierweiß damit aus und macht folgende Sauce dazu: 3 gewiegte

Schalottenzwiebeln und das Gelbe von einer halben Citrone läßt man

in einer Casserolle, worin ein Stück Butter zerlaufen ist, mit 3

Finger voll Mehl und dem Gewiegten anlaufen, gießt einen Löffel voll

Fleischbrühe daran, Salz, Muskatnuß, den Saft von einer halben Citrone,

läßt dieses miteinander aufkochen, richtet die Sauce auf eine Platte an

und legt die Eier hinein.

318. Verlorene Eier in einer Sauce.

Man nimmt halb Wasser und halb Essig in eine Pfanne, schlägt die Eier

behutsam darein (das Wasser darf aber nicht stark kochen und muß auch

gesalzen werden), wenn die Eierweiß hart sind, so nimmt man sie heraus,

legt sie in kaltes Wasser und macht folgende Sauce dazu: 2 Hände voll

gewaschene Sauerampfer stoßt man in einem Mörser, preßt den Saft durch

ein Tuch fest aus, läßt ein Stück Butter in einer Casserolle zerlaufen,

nimmt einen Eßlöffel voll sauren Rahm und 1 Eiergelb, rührt den

Sauerampfersaft dazu, läßt es auf Kohlenfeuer anziehen, richtet die Eier

auf eine Platte an und gießt die Sauce darüber.

319. Eier in brauner Sauce.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 9 / 25 段