Man macht den Tag zuvor einen feinen Gogelhopfen oder ein Münchner

Butterlaibchen. Dazu rührt man ein halbes Pfund Butter in einer Schüssel

eine halbe Stunde lang schaumig, legt 10 Eier in warmes Wasser und rührt

eines nach dem andern in die Butter (1 Ei muß 3 Minuten gerührt werden),

hierauf rührt man einen halben Schoppen dicken, süßen, warmen Rahm, 1

Messerspitze voll Salz und 1 Loth Zucker noch eine halbe Viertelstunde

lang darunter, dann werden 10 Eßlöffel voll feines Mehl daran gerührt,

bis nichts mehr vom Mehl zu sehen ist, und nach diesem 3 Löffel voll

gute weiße Bierhefe; sodann bestreicht man ein hohes Geschirr mit

Butter, füllt die Masse darein, stellt sie in gelinde Wärme, läßt sie so

lange gehen bis sie wieder zu sinken anfängt, und backt sie in gelinder

Hitze schön gelb aus. Nun stellt man das Gebackene aufrecht auf eine

Platte und schneidet an dem Tage, wo man es auftragen will, den Deckel

behutsam und eben ab, nimmt das Muß mit einem Löffel aus, aber so,

daß es kein Loch gibt, löst 3 Vierling Chokolade in einer messingenen

Pfanne mit 1 Schoppen Wasser auf, schlägt 24 Eiergelb in einen Topf,

gießt 1 Maas Milch an die Chokolade und läßt sie aufkochen, gießt sie

kochend an die Eiergelb, thut 1 Kochlöffel voll Mehl dazu, kocht sie

nochmals in der Pfanne unter beständigem Umrühren auf, gießt sie durch

ein Haarsieb in ein anderes Geschirr, rührt sie ein wenig kalt, füllt

die Crême in das ausgehöhlte Münchner Laibchen, sezt den abgeschnittenen

Deckel behutsam darauf, stellt es auf eine große runde Platte, schlägt

von den 24 Eierweiß einen steifen Schnee und bedeckt damit das Brod und

die Platte bis an den mittleren Reif. Diesen Aufguß macht man so hoch

als möglich, er darf auch nicht glatt gemacht werden, sondern er muß

aussehen, wie ein Felsenberg; oben macht man einen Kreuzschnitt, um der

Bergspitze das Aussehen einer Krone zu geben, löst nochmals 3 Vierling

Chokolade in einer messingenen Pfanne mit 1 Glas Wasser auf, thut sodann

ein halbes Pfund Zucker daran, gießt noch 1 Glas Wasser dazu, läßt

dieses Alles eine Viertelstunde miteinander kochen und die Chokolade

über einen Pinsel auf den Schneeberg laufen, so daß er ganz bedeckt

wird. Auf die 4 Ecken der Krone steckt man je eine schöne Kirsche und in

die Mitte derselben eine schöne Aprikose. Ehe der Schnee auf die Torte

kommt, wird sie noch eine Viertelstunde in den Ofen gestellt, daß sie

nochmals warm wird, nachher aber nicht wieder.

265. Prinzessin Louis.

1 Schoppen Wasser, 4 Loth frische Butter und 6 Loth Zucker läßt man

in einer messingenen Pfanne miteinander kochen, rührt so viel feines

Mehl daran, bis es dick ist, thut es dann in eine Schüssel, reibt eine

ganze Citrone am Reibeisen ab, welche mit 12 Eiergelb auch an den Teig

gerührt wird, backt in einer eisernen Pfanne, die Tellergröße hat, 1

Schöpflöffel voll von dem Teig schön gelb, wendet den Kuchen um, backt

ihn auf der andern Seite auch, bestreicht die Platte, die man zur Tafel

geben will, mit Butter, legt den Kuchen darauf, bestreicht diesen mit

eingemachten Johannisbeeren, backt einen ähnlichen Kuchen, legt ihn auf

den ersten, bestreicht diesen zweiten mit Aprikosenmarmelade, backt den

dritten, legt ihn wieder auf den zweiten, bestreicht ihn mit Himbeeren

und macht nun so fort, bis der Teig zu Ende ist; er wird ungefähr zu 4

bis 5 Kuchen reichen. Dann schlägt man von den 12 Eierweiß einen steifen

Schnee, macht damit einen Kranz um die Kuchen herum, streut Zucker

darüber, damit sie einen schönen Glanz bekommen, läßt Alles eine halbe

Stunde im Backofen gelb backen und streut Zucker darauf.

266. Ein altes Weib.

1 Schoppen Wasser und Butter, so groß wie ein Hühnerei, läßt man in

einer messingenen Pfanne kochen, rührt so viel feines Mehl hinein, bis

es ganz dick ist, kocht es so lange, bis sich der Teig von der Pfanne

losmacht und rührt ihn mit 3 Eiern glatt (der Teig muß so seyn, daß er

an einem Löffel hinunterläuft). Nun schneidet man ein kleines Stückchen

weißes Brod, macht es schön rund, taucht es in den Teig und backt es in

einer tiefen Pfanne mit heißem Schmalz schön gelb, steckt es an eine

starke Gabel, wendet es wieder in dem Teig um und macht nun 12 bis 15

Mal so fort, ist das Brod groß genug, so legt man es auf Brodschnitten,

läßt es gut darauf ablaufen und macht eine englische Sauce, wie folgt,

dazu: 1 kleinen Kochlöffel voll Mehl rührt man mit kaltem Wasser an,

gießt 1 Schoppen rothen Wein daran, Zucker, bis es süß genug ist, 1

Messerspitze voll gestoßenen Zimmt, 1 Vierling Weinbeeren und läßt

dieses miteinander aufkochen; nun nimmt man in ein kleines Pfännchen ein

Stückchen Zucker, gießt einen Eßlöffel voll Wasser daran, läßt dieses

kochen, bis es Fäden zieht, gießt es an die Sauce und läßt Alles noch

einmal aufkochen, sezt das alte Weib auf die Platte und gießt die Sauce

über sie.

Pasteten.

267. Butterteig zu machen.

Zu einem Pfund guter Butter wiegt man ein Pfund feines Mehl ab, nimmt

das Mehl auf das Nudelnbrett, macht in die Mitte eine Vertiefung, gibt 2

Löffel voll sauern Rahm, 2 Messerspitzen voll Salz, ein ganzes und ein

halbes Ei und etwas kaltes Wasser dazu, schafft diesen Teig zu gelinder

Stärke und wellt ihn fingerdick aus. Nun nimmt man die Butter, zerknetet

sie mit ein wenig Mehl und legt sie in den Teig, überschlägt den Teig,

wellt ihn aus und wiederholt dieses dreimal.

~Anmerkung.~ Auf diese Art wird der Butterteig am allerbesten; viele

Köchinnen nehmen Kirschengeist, Wein und sonst noch vielerlei dazu;

allein derselbe ist keineswegs besser und auch nicht so einfach.

268. Butterteig zu Pasteten.

Man nimmt ebenfalls ein Pfund Butter, ein Pfund Mehl und macht den Teig

an, wie bei No. 267, nur mit dem Unterschied, daß dieser Teig 5mal

übereinander geschlagen wird, weil er nicht so aufgehen darf.

269. Aufgezogene Pastete.

Man macht ein melirtes Ragout: Dieses besteht in Kalbsbrieschen, Hirn,

Hühnerbrüsten, Kalbseutern, Ochsenbriesen, schönem weißem Kalbfleisch

und Krebseutern; alles dieses, die Krebseuter ausgenommen, wird in

einem großen Seiher in kochendes Wasser gehalten und so lange gekocht

wie harte Eier. Dann nimmt man es wieder heraus und legt es in kaltes

Wasser, damit es schön weiß bleibt. Nun wiegt man 3 Schalottenzwiebeln

und von einer halben Citrone das Gelbe, dämpft diese in einer

Casserolle, deckt sie eine Viertelstunde zu, läßt das Fleisch ablaufen

und in der Casserolle eine halbe Stunde mitdämpfen, streut einen

kleinen Kochlöffel voll Mehl darüber, gießt ein wenig kaltes Wasser

daran, wendet es um, gießt 1 Schöpflöffel voll gute Fleischbrühe und

von 1 Citrone den Saft daran und läßt es eine Viertelstunde miteinander

kochen; sodann nimmt man 1/8 Pfund Krebsbutter in eine kleine

Casserolle, schlägt 4 Eier daran, gießt einen halben Schoppen süßen

Rahm dazu, rührt es auf schwachem Kohlenfeuer so lange, bis es anfängt

dick zu werden, läßt es in einem Seiher gestehen, rührt 1 Schoppen

sauren Rahm in einer Schüssel dick, schlägt 6 Eiergelb daran, macht von

den 6 Eierweiß einen steifen Schnee, mischt 6 Löffel voll Mehl, eine

Messerspitze voll Salz, eine halbe Muskatnuß langsam unter die Masse und

thut das Ragout ohne Sauce in eine Schüssel; die Krebsbutter schneidet

man nach Belieben und legt sie oben auf das Ragout, gießt die Hälfte von

der gerührten Masse auf dasselbe und läßt es in einem Bratrohr schön

aufziehen. Ist es beinahe fertig, so gießt man die andere Hälfte darüber

und läßt es im Ofen ganz fertig aufziehen. Ist es Zeit zum Anrichten, so

legt man das Aufgezogene auf eine Platte und gibt die Sauce besonders

dazu.

270. Gerührte Brieschenpastete.

2 bis 3 Brieschen schneidet man zu viereckigen Stückchen, dämpft sie

mit einer Hand voll geschnittenen Zwiebeln und Petersilie, etwas

Citronenschale und einem Stückchen Butter eine Viertelstunde. Nun

reibt man 2 Mundbrod ab, weicht sie ein, drückt sie fest aus, rührt

ein Viertelpfund Butter leicht, nimmt das Brod, 4 Eier, Salz und

Muskatnuß dazu, rührt alles miteinander recht schaumig, bestreicht

Pastetenmödelchen mit Butter, füllt die Masse darein, legt von den

gedämpften Brieschen einen Löffel voll auf jedes Mödelchen und backt sie

gelb aus.

271. Casserollepastete auf deutsche Art.

Man macht einen Nudelnteig, schneidet kleine viereckige Fleckchen davon

und bereitet die Pastete wie die Casserollepastete auf genuesische Art;

man kann Schinken oder geräucherte Fische dazu nehmen.

272. Casserollepastete auf genuesische Art.

Man nimmt, anstatt Makaroni, Nudelnteig von Eierdottern, schneidet lange

Bändel, wie Makaroni daraus, so breit wie der kleine Finger, nimmt

sauren Rahm dazu und bereitet die Pastete auf die nämliche Art, wie

Makaronipasteten.

273. Pastete mit weißer Farce.

Die Farce wird von Geflügel bereitet, wie oft erklärt wird, runde oder

lange Knödel davon gemacht, in Bouillon gesotten, trocken mit Bechemelle

in eine Casserolle gethan, daß sie recht heiß werden und in die Pastete

gelegt.

274. Feldhühnerpastete.

Von 6 Feldhühnern schneidet man die Brüste aus und die Knochen von 2

Brüsten weg, stoßt das Fleisch im Mörser fein, reibt ein halbes Pfund

Schweinsbrät, ein eingeweichtes, fest ausgedrücktes Kreuzerbrod und 2

Eier in einem Reibstein wie Schaum, thut das Geriebene in eine Schüssel,

stoßt 3 Loth gereinigte Sardellen mit 3 Loth Butter, das gewiegte Gelbe

einer Citrone, Salz, Pfeffer, Muskatnuß und Muskatblüthe dazu, spickt

4 Hühnerbrüste und die Schlägelchen, legt sie mit geschnittenem Speck,

Butter, Zwiebeln, Wachholderbeeren, gelben Rüben und Sellerie in eine

Casserolle, deckt sie zu und dämpft sie eine halbe Stunde; die Körper

der Hühner werden zusammengehackt und gleichfalls mitgedämpft. Man legt

nun einen Melonenmodel mit Butterteig aus, legt den halben Theil der

gerührten Masse darein, die Brüste und Schlägelchen darauf, 1 Löffel

voll Kapern, 2 bis 3 gereinigte Trüffeln darüber, deckt die andere

Hälfte des Gerührten darüber, gießt das Fett, worin sie gedämpft worden

sind, dazu, macht einen Deckel von Butterteig darauf, bestreicht ihn mit

Eiern, zwickt ihn gut zusammen und backt die Pastete im Ofen.

275. Hachispastete.

Man wiegt 1 Pfund gebratenes Fleisch, 2 Löffel voll Kapern, 1

gereinigten Häring, von einer Citrone das Gelbe und das Mark von 2

Citronen nicht sehr fein, schneidet die Rinde von einem Mundbrod ab,

weicht es in Wasser ein, drückt es fest aus, thut es an das gewiegte

Fleisch, schlägt 2 Eier daran, Salz, Pfeffer, Muskatblüthe dazu und

macht Alles untereinander. Man macht nun einen mürben Teig, wellt ihn

messerrückendick zu einem runden Kuchen aus, legt die Masse darauf,

streicht sie schön glatt, aber so, daß 2 Finger breit leer bleibt, macht

wieder einen runden Kuchen, zieht ihn darüber, schneidet ihn mit einem

warmen Messer schön glatt; bestreicht die Pastete mit kaltem Wasser,

faßt sie mit einem Butterteigstreifen ein, bestreicht sie mit Eiern und

backt sie im Ofen. Man gibt sie warm zur Tafel.

276. Kalbshirnpastete.

Einen mürben Butterteig schlägt man 3 bis 4 Mal übereinander, wellt

ihn 2 Finger dick aus und legt ihn auf ein schwarzes Blech. Hierauf

stürzt man einen großen Teller auf den ausgewellten Kuchen und schneidet

mit einem heißen Messer um den Teller her den Kuchen ab. Desgleichen

schneidet man einen zweiten Kuchen um die Platte her, die man zur Tafel

geben will, aus. Dann stupft man den Deckel oder den kleineren Kuchen

mit einem heißen Messer und drückt den Rand desselben mit einem heißen

Messer zusammen, bestreicht beide Kuchen mit Ei, backt sie auf einem

schwarzen Bleche im Backofen gelb, und hebt den Deckel behutsam ab.

Hierauf kocht man 4 sauber abgehäutete Kalbshirn in einer messingenen

Pfanne oder Casserolle mit halb Wasser halb Essig so lange wie harte

Eier und macht folgende Sauce dazu: ein Stück Butter läßt man in einer

Casserolle zerlaufen, streut einen kleinen Löffel voll Mehl darein, 3

Schalottenzwiebeln fein gewiegt, dämpft dieses eine Zeit lang in der

Butter, rührt es mit einem kleinen halben Schöpflöffel voll kaltem

Wasser glatt, gießt 1 Schöpflöffel voll helle Fleischbrühe daran, von

einer halben Citrone den Saft dazu, ein Glas weißen Wein, eine halbe

Muskatnuß, 1 Messerspitze voll Muskatblüthe, läßt es eine Viertelstunde

mit einander kochen, wiegt von einer halben Citrone das Gelbe, thut es

auch an die Sauce und läßt es noch eine Weile miteinander kochen; ist es

Zeit zum Anrichten, so stellt man die Pastete noch einmal ins Rohr, läßt

sie warm werden, legt sie auf eine Platte, füllt das Hirn darein, deckt

den Deckel darauf und gibt sie zur Tafel.

277. Gerührte Krebspastete.

24 Krebse siedet man im Salzwasser, nimmt die Schwänze und Scheeren

davon, macht Krebsbutter, rührt einen Theil davon in einer Schüssel

leicht, rührt 2 eingeweichte und festausgedrückte abgerindete Mundbrode

und 5 Eier daran, bestreicht Pastetenmödelchen mit der übrigen

Krebsbutter, füllt die Masse darein, legt die Schwänze und Scheeren der

Krebse sauber gepuzt auf die Pasteten und backt sie gelb aus.

278. Gerührte Krebspastete anderer Art.

Man siedet 30 bis 40 Krebse im Salzwasser, so lange wie ein hartes Ei,

bricht die Scheeren und Schwänze aus, nimmt die Galle weg, schabt den

Körper sauber aus, nimmt die Schalen von den Schwänzen und Scheeren,

stoßt sie recht fein, dämpft sie mit einem Stückchen Butter bis sie

schäumen, kocht sie mit ein wenig Wasser auf, stellt sie vom Feuer,

schöpft die Krebsbutter in kaltes Wasser ab, rührt die Hälfte davon

in einer Schüssel leicht, schlägt 6 Eier daran, zu jedem Ei 1 Löffel

voll sauren Rahm, nimmt 6 Löffel voll feines Mehl, 2 Messerspitzen voll

Salz und den Schnee von 4 Eierweiß dazu, bestreicht ein Aufzugblech mit

Butter, füllt die Masse darein und backt sie im Ofen gelb. Wenn die

Pastete etwas erkaltet ist, schneidet man oben einen Deckel davon ab,

nimmt etwas von dem Weichen heraus und macht folgendes Ragout dazu: man

reinigt 3 Kalbsbrieschen, schneidet sie in Stückchen, zieht von einem

weichgesottenen Ochsengaumen die Haut ab, schneidet ihn recht fein,

dämpft die Brieschen und den Gaumen mit einer gewiegten Citronenschale

und einer Zwiebel in der zweiten Hälfte der Krebsbutter, thut die

Schwänze und Scheeren der Krebse, 3 Finger voll Mehl, ein wenig kaltes

Wasser, etwas Fleischbrühe, Salz, Muskatnuß und den Saft von einer

halben Citrone dazu, auch 2 Eiergelb und weich gesottene Morcheln, läßt

Alles miteinander aufkochen, füllt dieses Ragout in die Pastete, deckt

den Deckel darauf und gibt sie zu Tische.

279. Pastete auf englische Art.

Man nimmt Fleisch von einem Hasen, zieht die Haut davon ab, schneidet

das Fett von einem Hammelsschlägel, hackt ein halbes Pfund Ochsenmark

und 1 Pfund zartes Kalbfleisch zu einem Brei zusammen und thut es

in eine Schüssel, schält 2 Citronen ab, wiegt das Gelbe und das

Mark derselben recht fein, nimmt dieses ebenfalls zu der Masse, so

wie Pfeffer, Muskatnuß, Muskatblüthe, jedes 2 Messerspitzen voll,

2 bis 3 sauber gewaschene Trüffeln, die nicht sehr fein gestoßen

werden, 4 bis 6 zerschnittene Champignons, schlägt 2 Eier daran,

salzt es nach Gutdünken, arbeitet Alles gut untereinander, legt einen

Melonenmodel mit Butterteig aus, füllt die Masse darein, belegt sie

oben mit Speckstreifen, deckt einen Deckel darüber, zwickt ihn mit dem

Pastetenzwicker fest zu und backt die Pastete in einem Backofen gelb,

stürzt sie auf eine Platte und macht oben eine kleine Oeffnung darein.

Nun kocht man eine gute Salami-Sauce von Wildbret dazu, gießt die Sauce

an die Pastete und gibt sie warm zur Tafel.

280. Pastete auf italienische Art.

Lämmerbrüstchen werden ein wenig gesotten, in kleine Stückchen

zerschnitten, in einer Casserolle mit Butter und einer ganzen

Zwiebel gedämpft, mit feinem Mehl und guter Bouillon aufgekocht,

Petersilienwurzeln in kleine Stückchen geschnitten, ein wenig im Wasser

gesotten und nebst ein wenig Muskatnuß und Salz zu dem Fleisch genommen.

Die Sauce muß weiß seyn, wie auch das Fleisch, das man in die Pastete

legt.

281. Pastete von Makaroni.

Man siedet ein halbes Pfund Makaroni mit einem Stück Butter recht weich,

gießt sie ab; dazu kommt 1 Pfund fein gewiegter magerer Schinken, 1

Schoppen saurer Rahm, 3 Eier, 1 Viertelpfund geriebener Parmesankäs;

dieses Alles rührt man untereinander, legt einen Model mit Butterteig

aus, füllt die Masse daran, macht einen Deckel darauf, bestreicht ihn

mit Eiergelb, backt ihn im Ofen gut aus und stürzt die Pastete auf eine

Platte.

282. Schnepfenpastete auf Wiener Art.

Man dämpft 3 bis 4 Schnepfen, die gehörig gereinigt und mit Speck

eingebunden sind, mit einem Stück Butter und einigen Zwiebeln

halbgar, wiegt Herz, Leber, die sauber gereinigten Därme, eine halbe

Citronenschale und das Mark davon recht fein, nimmt die Schnepfen

aus der Casserolle, wendet das Gewiegte einige Mal darin um, stellt

die Casserolle vom Feuer weg und thut noch eine Messerspitze voll

gestoßenen Pfeffer, Muskatblüthe, eine halbe Muskatnuß und Salz dazu;

dann macht man folgenden Teig: 4 Hände voll Mehl, 12 Loth Butter, eben

so viel Schmalz, 2 Eiergelb und ein wenig Salz werden miteinander auf

einem Nudelnbrett zu einem festen Teig gearbeitet, dieser fingerdick

ausgewellt, eine Pastete nach beliebiger Form davon gemacht, die

Schnepfen darauf gelegt, der Schnepfendreck darein gegossen, ein Deckel

von dem nämlichen Teig darüber gemacht, die Pastete mit Ei bestrichen

und im Ofen gebacken.

283. Schnepfenpastete auf französische Art.

Man macht eine 3 Zoll hohe Pastete von Butterteig; sodann wird 3

gereinigten Schnepfen der Kopf auf die Brust gesteckt, dieselben werden

gespickt und in 4 Theile geschnitten, von einer Schnepfe wird die Brust

abgeschnitten und nun werden die Schnepfen in einer Casserolle mit

einem Stück Butter und Zwiebeln, Wachholderbeeren, Lorbeerblättern und

Citronen eine halbe Stunde lang gedämpft. Der sogenannte Schnepfendreck,

der fest ausgedrückt wurde, wird mit der Schnepfenbrust, 2

Schalottenzwiebeln, einer halben Citronenschale und Petersilie gewiegt,

die gedämpften Schnepfen aus der Casserolle genommen, die Sauce, in

der sie lagen, durch ein Haarsieb gezogen, wieder mit dem gewiegten

Schnepfendreck in die Casserolle gethan, mit dem Saft einer halben

Citrone, einem Glas rothen Wein, Salz, Pfeffer, Nelken, Muskatblüthe,

2 Eßlöffeln voll guter Jus nur noch 1 Minute gekocht, die Hälfte der

Sauce in die Pastete gegossen, die gekochten Schnepfen darein gelegt,

der andere Theil der Sauce darüber gegossen, ein Deckel von Butterteig

darüber gemacht, mit Eiern bestrichen und die Pastete im Ofen gebacken.

284. Schüsselpastete.

Man nimmt junge Hühner, Tauben, Vögel, Brieschen, Kalbfleisch,

Bratwürstchen und Fleischknöpflein, schneidet die Hühner und Tauben

in Stücke, bratet sie in Butter, schneidet 1 Schalottenzwiebel und

Petersilie dazu, läßt sie mitbraten, thut sie in eine Schüssel, die man

zur Tafel geben will, legt das gebratene Fleisch darein und thut Kapern,

Morcheln, Champignons und Trüffeln daran; dann macht man einen Teig über

die Schüssel, stellt sie in einen Ofen und backt die Pastete. Man macht

folgende Sauce dazu: 3 Finger voll Mehl streut man in die Casserolle,

worin die Hühner gedämpft worden sind, wendet es um, gießt einen halben

Schöpflöffel voll Fleischbrühe daran, läßt es aufkochen, zieht die

Brühe durch ein Haarsieb, gießt sie an die Pastete und drückt von einer

halben Citrone den Saft dazu.

285. Sommerpastete.

Ein mürber Butterteig wird zu 2 messerrückendicken Kuchen ausgewellt,

der erste derselben wird in ein tiefes Kuchenblech gelegt, Papier,

welches aber hohl und rund gemacht werden muß, darauf gelegt, daß man

es nach dem Backen wieder herausnehmen kann, und nun ein gleichgroßer

Kuchen, eigentlich der Deckel, auf das Papier gelegt. Man bestreicht

diese beiden Kuchen mit Wasser, faßt sie mit einem 2 fingerbreiten Reif

von Butterteig ein, schneidet sie glatt ab, bestreicht sie mit Eiern,

stupft den Deckel der Pastete mit einem warmen Messer, daß er Oeffnungen

im Backen bekommt und backt sie so im Ofen gelb. Man macht folgendes

Ragout dazu: Man liest 1 Mäßchen halb ausgewachsene Brockelerbsen sauber

aus, dämpft sie eine Viertelstunde mit einer Hand voll Petersilie und

Schalottenzwiebeln, spickt die Brust und die Schlägelchen von 2 bis

3 gereinigten Hühnern, hackt den Kragen und alles Uebrige zusammen,

dämpft dieses mit den Hühnern in einer Casserolle mit einem Stückchen

Butter und übergießt die Hühner während des Dämpfens öfters mit Jus.

Wenn die Hühner weich sind, nimmt man sie heraus, zieht die Sauce, in

der sie gedämpft wurden, durch ein Haarsieb, gießt noch einen halben

Schöpflöffel voll Fleischbrühe daran, legt die Hühner wieder hinein

und läßt sie noch eine Zeit lang kochen, daß sie eine schöne Glasur

bekommen. Nun streut man 3 Finger voll Mehl, eine Hand voll gestoßenen

Zucker, Salz, Muskatnuß, Muskatblüthe, einen halben Schoppen sauren Rahm

an die Brockelerbsen, füllt sie in eine Platte, legt die Hühner darauf,

deckt die Pastete mit dem gebackenen Deckel zu und gibt sie zu Tisch.

286. Stockfischpastete.

Man macht eine Pastete von Butterteig, wie schon oft erklärt wurde,

legt 2 Pfund Stockfisch oder ein Stück Laberdan in eine Casserolle mit

kochendem Salzwasser, deckt die Casserolle zu und stellt sie zur Wärme.

Man macht folgende Sauce dazu: Eine Hand voll gewiegte Zwiebeln und

Petersilie dämpft man in Butter, läßt sie mit einem Löffel voll Mehl

gelb anlaufen, gießt einen halben Schöpflöffel voll helle Erbsenbrühe

dazu, thut Salz, Pfeffer, Muskatnuß daran, rührt es mit einem halben

Schoppen sauren Rahm glatt und läßt Alles miteinander kochen; dann

schüttet man den Stockfisch in ein Haarsieb, reinigt ihn, kocht ihn ein

paar Minuten in der Sauce mit, füllt ihn sammt dieser in die Pastete,

deckt den Deckel darauf und gibt sie zur Tafel.

287. Stockfischpastete anderer Art.

Man macht von einem mürben Butterteig einen Kranz, legt ihn auf ein

schwarzes Blech und backt ihn gelb; behandelt den Stockfisch wie bei

No. 286, schneidet 2 gereinigte Häringe in kleine Stückchen, Milch und

Rogen dazu; wiegt eine Hand voll Petersilie nebst einer Zwiebel fein,

legt ein Stück Butter in eine Casserolle, die Häringe dazu, gießt den

Stockfisch in ein Haarsieb, reinigt ihn, legt ihn zu den Häringen,

schüttelt sie öfters, damit Alles untereinander kommt, treibt das Gelbe

von 3 hartgesottenen Eiern durch ein Haarsieb, rührt einen halben

Schoppen dicken, sauren Rahm darunter, richtet den Stockfisch auf eine

Platte an, legt den Kranz um dieselbe herum, richtet das Gerührte über

den Stockfisch an, schneidet das Weiße von den Eiern in Blätter und

sticht es mit einem blechernen Modelchen nach Belieben aus, legt das

Ausgestochene in rothe Rübenbrühe, thut die Pastete in das Bratrohr

und läßt sie anziehen; ist es Zeit zum Anrichten, so wird die Pastete

aus dem Ofen genommen und mit den in rother Rübenbrühe liegenden Eiern

garnirt.

288. Stockfischpastete auf böhmische Art.

Man wellt mürben Butterteig fingersdick aus, macht einen Boden und

einen Deckel daraus zu einer Pastete, bestreicht den Deckel mit Eiern

und backt die Pastete gelb. Wenn sie aus dem Ofen kommt, nimmt man

den Deckel ab und macht folgendes Ragout: Man behandelt ein Stück

Laberdan auf die in No. 286 beschriebene Weise, kocht 2 bis 3 Hände

voll böhmische Erbsen so lange, bis die Häute davon abgehen, schüttet

das Wasser davon ab, stellt sie zur Wärme, gießt den Laberdan in einen

Seiher, reinigt ihn, legt die Pastete auf eine Platte, thut etwas von

dem Laberdan darein, dann von den Erbsen, etwas gebackene Kartoffel und

macht so fort, bis Alles zu Ende ist. Nun schmälzt man den Laberdan mit

einer Hand voll Petersilie und Schalottenzwiebeln, die in heißem Schmalz

gedämpft worden, legt den Deckel auf die Pastete und gibt sie zu Tische.

289. Salmigondis zu Fastenpasteten.

Man schneidet gesottene Karpfenmilch, Hechtleber und Krebsschwänze

zu kleinen gewürfelten Stückchen; dann dämpft man Champignons und

Morcheln, klein geschnitten, mit Schalottenzwiebeln, Petersilie und

Thymian in einem Stücke Butter einige Minuten lang, mischt das Obige

darunter, nimmt noch etwas Salz, Pfeffer und einige Eßlöffel voll guter

Fleischbrühe dazu, läßt Alles nun einige Minuten miteinander kochen,

rührt einige Eiergelb und etwas Citronensaft dazu, läßt es kalt werden

und gebraucht es bei vorkommenden Fällen zu Pasteten an Fasttagen.

290. Augsburger Gansleberpastete.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 8 / 25 段