Man läßt 1 Schoppen sauern Rahm in einer messingenen Pfanne sieden,

rührt Mehl darein, bis es ein dicker Brei ist, nimmt diesen vom

Feuer, schlägt so viel Eier daran, bis er ein fester Spatzenteig

ist, sezt 1 Maas Milch aufs Feuer und schabt von dem Teig, den

man auf ein Spatzenbrett gelegt hat, Nudeln in die kochende Milch;

nachdem sie zugedeckt sind, läßt man sie gut auskochen, nimmt sie mit

dem Schaumlöffel heraus und läßt sie auf einem Brett gut ablaufen,

bestreicht sodann ein Geschirr, das man zur Tafel geben will, mit

Butter, legt die Nudeln oben über's Kreuz darein. Dann werden 2 Eier in

etwas Milch und saurem Rahm verrührt, über die Nudeln gegossen und diese

im Ofen schön gelb gebacken.

231. Schneckennudeln mit Mandeln.

Mit 2 Pfund feinem Mehl, 3 Löffel voll Bierhefe und 1 Schoppen lauer

Milch macht man in einer Schüssel ein Teiglein an und läßt es in der

Wärme gehen. Nun stoßt man ein Viertelpfund geschälte Mandeln fein mit

Eierweiß, nimmt 3 Loth gestoßenen Zucker, nebst 2 Eiergelb und dem

Gelben einer Citrone, rührt alles eine Viertelstunde miteinander, thut

noch 4 Loth Butter dazu, arbeitet alles mit dem Teig recht zusammen

(sollte er noch zu fest seyn, so gießt man sauren Rahm dazu), klopft

ihn eine Viertelstunde, deckt ihn zu und läßt ihn schön gehen; ist er

reif genug, so macht man Nudeln, so groß wie ein Hühnerei, zieht diese

auseinander, daß sie fingerlang werden, bestreicht sie zuerst mit

zerlassener Butter mit den gerührten Mandeln messerrückendick, rollt sie

zusammen, wie Schnecken, sezt sie in ein Geschirr, worin vorher Butter

zerlassen wurde, läßt sie in diesem noch eine Viertelstunde stehen und

backt sie in einem Bratrohr schön gelb. Man gibt Compote von Brünellen

dazu.

232. Tyrolernudeln.

Man macht von 1-1/2 Pfund Mehl, 3 Löffeln voll Bierhefe, 3 Eiergelb,

einem halben Schoppen saurem Rahm, 3 Loth Zucker und einem Viertelpfund

kleinen Weinbeeren einen festen Teig, arbeitet ihn eine Viertelstunde,

läßt ihn in der Wärme gehen, macht Küchlein mit einem Löffel daraus,

legt diese auf ein mit Mehl bestreutes Tuch, formt fingerlange Stängel

daraus, backt sie in heißem Schmalz und streut Zucker und Zimmt darauf.

233. Rahmstrauben.

In 1 Schoppen Rahm und 4 ganze Eier rührt man feines Mehl, bis es ein

Teig ist, nimmt eine Messerspitze voll Salz dazu, rührt noch 2 Eier

daran, und wenn der Teig so dünn ist, daß er durch den Straubentrichter

läuft, läßt man ihn in eine Pfanne mit heißem Schmalz laufen, backt ihn

schön gelb und streut Zucker und Zimmt darauf.

234. Saure Rahmstrudeln.

Man nimmt ungefähr ein halbes Pfund Mehl auf ein Nudelnbrett, 2

Eierweiß, Butter in der Größe einer Welschnuß, etwas laue Milch, macht

einen Teig an wie zu Nudeln, doch nicht so fest, verarbeitet ihn eine

Viertelstunde recht stark, läßt ihn, wenn es die Zeit erlaubt, eine

halbe Stunde ruhen, wellt die Kuchen, so fein man kann, aus, zieht

den Strudel auf einem Tuch, so fein wie Postpapier, aus, läßt ihn gut

abtrocknen, nimmt dicken sauren Rahm, rührt 2 Messerspitzen voll Salz

darein, schlägt von 4 Eiern einen steifen Schnee, mengt es unter den

Rahm, legt den Strudel auf's Nudelnbrett, überstreicht ihn mit Rahm,

rollt ihn zusammen; dann thut man 1 Schoppen Milch und ein kleines

Stück Butter in eine Bratpfanne, läßt es miteinander aufkochen, legt

die Strudeln darein, stellt das Geschirr in ein Bratrohr und läßt sie

aufziehen.

235. Gewöhnliche Spätzlein.

An ein Viertelpfund Mehl in einer Schüssel schlägt man 4 Eier, mengt

es mit Wasser oder Milch durcheinander (geklopft darf der Teig nicht

werden, weil er sonst zähe wird), macht dann in einer Pfanne kochendes

Wasser, thut eine Hand voll Salz dazu, taucht den Seiher in's Wasser,

treibt den Teig darein und mit dem Kochlöffel durch; hernach thut man

die Spätzlein in den Seiher und gießt kaltes Wasser darüber. Gehören

sie zu einer Suppe, so darf kein kaltes Wasser, sondern es muß gleich

Fleischbrühe daran gegossen werden. Will man sie geröstet geben, so

läßt man sie in einer Pfanne mit heißem Schmalz auf beiden Seiten schön

gelb anschlagen, verrührt 2 Eier mit 3 Löffel voll saurem Rahm, gießt

sie über die Spätzlein, läßt sie anziehen, wendet sie nochmals um und

richtet sie an.

236. Leberspätzlein.

Man häutet eine halbe Kalbsleber mit einem Messer und schneidet die

Adern sauber heraus, wiegt die Leber recht fein, thut sie in eine

Schüssel, macht 2 Loth Butter oder Schmalz heiß, gießt sie an die Leber,

schlägt 2 ganze Eier daran, dieses rührt man eine Weile miteinander,

thut ein halbes Mäßchen Mehl dazu und macht es untereinander; sollte

dieser Teig noch zu fest seyn, so kann noch ein wenig Milch oder

Wasser dazu genommen werden. Dann macht man in einer Pfanne kochendes

Wasser, taucht den Seiher darein, treibt den Teig durch den Seiher mit

einem Kochlöffel durch, legt die Spätzlein wieder in einen Seiher und

gießt ein wenig Wasser darüber. Man kann sie zur Suppe geben oder auch

abrösten. Eine Hand voll Salz kommt dazu.

237. Milchspätzlein.

Man schlägt 3 Eier an hinreichend Mehl in einer Schüssel und macht es

mit Milch zu einem Spatzenteig, macht in einer Pfanne Milch kochend,

taucht den Durchschlag in kaltes Wasser, treibt den Teig darein durch

und läßt ihn langsam in die kochende Milch laufen, rührt die Spätzlein

oftmals um, damit sie keine Knollen bekommen, schneidet 4 Loth Butter

daran und läßt sie gut kochen, doch so, daß sie noch saftig sind. Man

kann sie salzen oder zuckern.

238. Aufgezogene Milchspätzlein.

Man rührt ein Viertelpfund Butter in einer Schüssel, 4 Eier, eines nach

dem andern, daran, zu jedem Ei 1 gehäuften Eßlöffel voll Mehl (es dürfen

auch 5 Eier seyn), macht in einer Casserolle Milch kochend, taucht den

Seiher darein, treibt den Teig mit einem Kochlöffel in die kochende

Milch, fängt mit einem Schaumlöffel die Spätzlein auf, thut sie in eine

Schüssel, bestreicht ein Aufzugblech mit Butter und legt sie darauf.

Dann stoßt man 4 Loth Zucker, an einer Citrone abgerieben, recht fein,

gießt 1 Schoppen gute Milch dazu, schlägt 3 Eier daran, verklopft es

gut miteinander, gießt ein wenig über die Spätzlein, thut die übrige

Spätzleinsauce daran, gießt das Uebrige auch darüber und stellt sie in

den Ofen; in einer halben Stunde sind sie fertig.

239. Spinatkuchen.

2 Hände voll Spinat wird recht fein gewiegt, 2 Mundbrode mit kochender

Milch angebrüht, die Milch wieder abgegossen, der Spinat zu dem Brod

genommen, 4 Eiergelb, 1 Messerspitze voll Salz, 2 Loth Zucker und

eine halbe geriebene Muskatnuß mit dem Obigen recht schaumig, zulezt

der Schnee von den 4 Eiweiß dazu gerührt, ein Aufzugblech mit Butter

bestrichen, die Masse darein gefüllt und der Kuchen im Ofen gebacken.

240. Spinatkuchen anderer Art.

Der Spinat wird sauber gewaschen, mit kochendem Wasser ans Feuer gesezt,

Salz daran gethan und ausgekocht. Hierauf läßt man ihn durch einen

Seiher ablaufen, gießt kaltes Wasser darüber, drückt ihn fest aus, wiegt

ihn so fein wie möglich mit Zwiebeln und Petersilie. Sodann reibt man

2 Mundbrode am Reibeisen ab, weicht sie im Wasser ein, drückt sie fest

aus, mengt sie unter den Spinat und schlägt 4 Eier daran, eines nach

dem andern. Alsdann läßt man einen halben Vierling Butter zergehen,

gießt ihn unter die Masse, thut Salz und Muskatnuß daran, rührt sie eine

Viertelstunde lang untereinander, streicht ein Backblech (Potageblech,

Plafond) mit Butter aus, füllt die Masse darein und backt sie auf Kohlen

oder im Ofen.

241. Gebackene Vanillecrême.

Ein fingerlanges Stück Vanille wird mit 1 Schoppen Milch eine

Viertelstunde gekocht; 4 Kochlöffel voll Mehl werden mit kalter Milch

in einer messingenen Pfanne glatt angerührt, 4 Loth Zucker, 6 Eiergelb

und noch 1 Schoppen Milch dazu genommen, wie auch die Vanillemilch, von

Allem nun auf dem Feuer ein dicker Brei gekocht, der Schnee von den

6 Eierweiß langsam unter die Masse gemischt, ein Geschirr mit Butter

bestrichen, die Crême eingefüllt und gelb gebacken.

242. Bienennester.

Mit 2 Pfund Mehl, 3 Löffeln voll Bierhefe, 1 Schoppen Milch macht man

ein Teiglein an, läßt es in der Wärme gehen, schneidet ein Viertelpfund

Butter daran, 2 Eierdotter, 2 ganze Eier, klopft den Teig eine

Viertelstunde, läßt ihn nochmals gehen, bestreut ein Tuch mit Mehl,

macht aus dem Teig Nudeln, wie ein Hühnerei so groß, zieht sie auf dem

Tuche auseinander, bestreicht sie mit Butter, füllt ein Viertelpfund

kleine und ein Viertelpfund große Weinbeeren darein, rollt die Nudeln

auf, läßt sie in einem mit Butter bestrichenen und mit Zucker bestreuten

Geschirre schön gelb backen und macht nun folgende Compote dazu: Gute

Birnen (Zweiputzernen sind die besten dazu) werden geschält, mit heißem

Wasser in einem irdenen Geschirr zugesezt, 1 Schoppen Wein daran

gegossen, das Gelbe von 1 Citrone, ein Stück ganzer Zimmt und 3 Loth

Zucker damit gekocht; wenn die Birnen weich sind, werden sie mit den

Nestern angerichtet.

243. Gefüllte Eier mit Hirn.

Man schält so viel hartgesottene Eier, als man braucht, schneidet sie in

2 Theile, nimmt das Gelbe heraus, treibt es durch ein Haarsieb, nimmt 2

Löffel voll sauren Rahm dazu, häutelt ein Kalbshirn ab, läßt ein Stück

Butter in einer Casserolle heiß werden, dämpft das Hirn darin, rührt

dieses sammt Salz und Pfeffer an das Eiergelb, füllt mit dem Gerührten

die weißen Eier aus, sezt diese in eine Bratpfanne, gießt ein wenig

fette Fleischbrühe dazu, stellt sie eine Viertelstunde in ein Bratrohr

und läßt sie schön gelb backen.

244. Gefüllte Eier mit Spinat.

Man siedet die Eier hart, schält sie, legt sie in kaltes Wasser, kocht

ein wenig Spinat, wie zu einem Gemüse, drückt die Eiergelb darein, läßt

in einer Casserolle ein Stück Butter zergehen, dämpft den Spinat und die

Eiergelb darin, Salz und Muskatnuß dazu, füllt die Eierweiß damit aus,

drückt sie zusammen, daß sie aussehen wie ganze Eier; wendet die Eier in

verklopften Eiern und dann in geriebenem Brodmehl um und backt sie in

heißem Schmalz schön gelb.

245. Gefüllte Eier anderer Art.

Man siedet Eier hart, so viel man braucht, schält sie, legt sie in

kaltes Wasser, schneidet die Rinde von einem Wecken ab, weicht ihn in

Milch ein, drückt ihn aus, läßt ein Stück Butter in einer Casserolle

zerlaufen, dämpft den Wecken und das Eiergelb eine Viertelstunde

darein, schlägt noch ein ganzes Ei daran, füllt die Eierweiß damit aus,

schneidet hierauf für 2 Kreuzer mürbes Brod in Schnitten, gießt ein

wenig Milch darauf, daß sie weich werden, bestreicht ein Aufzugblech mit

Butter, bestreut es mit Zucker, legt die weichen Brodschnitten hinein,

sezt auf diese die Eier, schneidet 6 Stück gewaschene, ausgegräthete

Sardellen und etwas Schinken in Stückchen, legt sie um die Eier herum,

schlägt 3 ganze Eier an 1 Schoppen süßen Rahm, salzt es, reibt 4 Loth

Parmesankäs dazu, rührt Alles miteinander, gießt es über die Eier,

stellt das Aufzugblech in ein Bratrohr und läßt sie schön aufziehen.

246. Farcirte Eier.

Eier, so viel man braucht, siedet man hart, schält sie, legt sie in

kaltes Wasser, schneidet sie der Länge nach entzwei, nimmt das Gelbe

behutsam heraus, schneidet die harte Rinde von einem weißen Kreuzerbrod

ab, weicht es in's Wasser ein, drückt es fest aus, läßt ein Stück Butter

in einer Casserolle zerlaufen, thut das Brod und die hartgesottenen

Eiergelb dazu, nebst einer Hand voll sauber gewaschener kleiner

Weinbeeren, kocht dieses alles auf dem Feuer miteinander, schlägt noch

ein Ei daran, 2 Löffel voll sauren Rahm, Salz und Muskatnuß, rührt es

nochmals auf dem Feuer durcheinander, füllt die hartgesottenen Eierweiß

damit aus, verklopft auf der Platte, die man zur Tafel geben will, 3

Eiergelb in einem halben Schoppen süßen Rahm, gießt es über die Eier und

läßt sie in einem Bratrohr schön gelb werden; schlägt dann 3 Eiergelb in

eine messingene Pfanne, ein Stückchen Butter und einen halben Schoppen

süßen Rahm dazu, läßt dieses auf dem Feuer miteinander anziehen und

gießt die Sauce über die Eier.

247. Gerührte Eier auf Pariser Art.

Man schlägt 4 Eier in eine Schüssel (zu 6 Personen nimmt man 8 Eier),

salzt sie nach Belieben, läßt ein halbes Pfund Butter in einer

Casserolle zerlaufen, rührt die Eier langsam daran, unterm Kochen werden

2 Eßlöffel voll gute Jus daran gerührt; sind die Eier fertig, so thut

man sie auf die Platte, die man zur Tafel geben will, macht einen Kranz

davon, schlägt das Gelbe von 6 Eiern auf die Mitte der Platte, streut

ein wenig Salz und Pfeffer darüber, stellt sie auf kochendes Wasser,

daß die Eier anziehen, unterdessen schneidet man ein Stück Schinken

in kleine Stückchen, legt diese auf den Eierkranz und dazwischen eine

schöne Petersilie.

248. Verdeckte Eier.

Man siedet Eier hart, so viel man braucht, schält sie, legt sie eine

Weile ins kalte Wasser und schneidet sie in 4 Theile, bestreicht das

Geschirr, das man zur Tafel gibt, mit Butter, sezt die hartgesottenen

Eier darein, nimmt 3 Hände voll Geigenmehl, rührt es mit einem

Schoppen Milch glatt an, schlägt 3 ganze Eier daran, eine Hand voll

feingeschnittenen Schnittlauch, rührt Alles gut durcheinander, thut Salz

und Muskatnuß dazu, gießt es behutsam über die Eier, stellt das Geschirr

in ein Bratrohr und läßt es schön gelb aufziehen.

249. Sardellen mit verlornen Eiern (nach der Suppe zu serviren).

Verlorene Eier werden in eine Platte, wie bei der Eierzubereitung

beschrieben worden ist, gethan; ein Stück schwarzes Brod wird in Schmalz

schön gelb gebacken und in eine Casserolle, nebst einem Stück braunen

Lebkuchen, einem Schoppen Wein und etwas Fleischbrühe gekocht, durch

ein Haarsieb gepreßt, wieder in der Casserolle mit dem Saft und dem

feingewiegten Gelben von einer Citrone aufgekocht, dann nimmt man ein

halbes Pfund sauber gewaschene Sardellen, macht die Gräthe davon los,

schneidet sie in kleine Stückchen, legt sie auf die Platte, auf der die

Eier sind, richtet die Sauce darüber an und gibt sie zur Tafel.

250. Verlorene Eier mit Jus.

In eine messingene Pfanne mit halb Wasser, halb Essig, schlägt man, wenn

das Wasser kocht, behutsam frisch gelegte Eier, nimmt sie so mit einem

Schöpflöffel heraus, legt sie ins kalte Wasser und macht so fort, bis

die Eier gar sind. Beim Anrichten nimmt man die Eier heraus, schneidet

sie zurecht, legt sie auf die Platte, die man zur Tafel geben will,

gießt einen Schöpflöffel voll starke Jus dazu, läßt es miteinander

anziehen und legt Pfeffer darauf. Das Wasser muß aber gesalzen werden.

251. Kaiserkuchen.

Man schneidet die Rinde von 4 Mundbroden ab, weicht die Brode in

Wasser ein und drückt sie aus, dämpft sie in einer messingenen Pfanne

mit einem Stück Butter ganz trocken, thut sie in eine Schüssel, rührt

10 Loth abgezogene, feingestoßene Mandeln, ein Viertelpfund Zucker,

auch fein gestoßen, 1 am Reibeisen abgeriebene Citrone und 6 Eiergelb

recht gut untereinander, nimmt noch ein Viertelpfund Zibeben und

Rosinen nebst dem Schnee der Eierweiß zu der Masse, backt den Kuchen

in einem mit Butter bestrichenen und mit Zucker bestreuten türkischen

Bund (Gogelhopfenmodel) schön gelb und macht eine Kirschensauce: Ein

halbes Pfund Kirschen stoßt man sammt den Steinen in einem Mörser

recht zusammen, läßt sie eine Viertelstunde mit einem Glas Wasser

kochen, treibt sie durch einen Seiher mit 1 Schoppen Wein, rührt in

einem andern Geschirr 2 Kochlöffel voll Mehl mit Wein glatt an, thut

die durchgetriebenen Kirschen dazu, läßt alles nebst 4 Loth Zucker, 2

Messerspitzen voll Zimmt und eben so viel Nelken mit einander kochen,

legt den Kaiserkuchen auf die Platte und gießt die Sauce daran.

252. Regenwürmer.

Man nimmt nach Belieben Mehl auf das Nudelnbrett, schlägt 3 Eierweiß

nebst 1 Messerspitze voll Salz daran, Hühnerei groß Butter und Milch,

bis man den Teig verarbeiten kann, wellt ihn mit der Hand so dünn wie

ein Federkiel und 1 Elle lang, macht in einem Plafond Milch heiß, thut

ein großes Stück Butter nebst den Nudeln darein und läßt es miteinander

kochen. Sie müssen etwas Saft haben; auch kann man sauren Rahm dazu

geben nebst Zucker und Zimmt.

253. Regenwürmer mit Brandteig.

Eine halbe Maas Wasser und ein Stückchen Butter, so groß wie ein

Hühnerei, läßt man in einer Pfanne kochen, rührt feines Mehl darein,

bis es einen dicken Teig gibt, rührt in einer Schüssel 2 bis 3

Eier, Salz und Zucker daran, streut Mehl auf ein Nudelnbrett, macht

fingerdicke Nudeln von dem Teig, bestreicht einen Plafond mit Butter,

gießt nagelhoch Milch darein, sezt die Nudeln, neben einander, aber

nicht zu nahe, hinein, deckt den Plafond zu, stellt es auf Kohlen oder

in einen Bratofen, läßt die Nudeln so lange kochen, bis kein Saft mehr

sichtbar ist, wendet sie mit dem Backschäufelchen um und streut Zucker

und Zimmt darauf.

254. Gefülltes Reis.

Man brüht ein halbes Pfund Reis in kochendem Wasser zwei- bis dreimal

an, wascht es sauber, thut es in eine Casserolle, gießt 2 Schöpflöffel

voll Fett dazu; hat man das nicht, so nimmt man ein Stück Butter,

stellt es auf schwache Kohlen und läßt es nur aufwallen; man nimmt ein

altes Huhn (auch junge Hühner können dazu genommen werden), kocht es

halb weich, steckt es in den Reis und läßt es gut weich kochen. Beim

Anrichten wird das Huhn nach dem Glied tranchirt, man thut 1 Löffel

voll Reis auf die Platte, streut 1 Hand voll Parmesankäs darüber, legt

von dem Huhn auf das Reis, dann wieder Reis und wieder von dem Huhn,

so lange bis es zu Ende ist. Dann läßt man ein Stück Butter in einem

Pfännchen heiß werden und schmälzt den Reis beim Anrichten ab; man kann

auch noch Parmesankäs dazu geben, wenn man es zur Tafel trägt.

255. Brodschnitten.

Mundbrode, so viel man braucht, werden am Reibeisen abgerieben, zu

Schnitten geschnitten, in ein Plafond gelegt, 4 Eier mit einer halben

Maas Milch verrührt, an die Schnitten gegossen und diese eine halbe

Stunde stehen gelassen. Dann werden noch einmal 2 Eier mit 1 Schoppen

Milch verrührt, die Schnitten darin umgekehrt und gelb gebacken.

256. Gebackene Griesschnitten.

Man kocht eine halbe Maas Milch und 4 bis 5 Hände voll Griesmehl zu

einem dicken Brei, rührt in einer Schüssel nach und nach 6 Eier daran,

ziemlich viel Schnittlauch, Muskatnuß und Salz dazu, backt den Teig in

einer mit Butter bestrichenen Form, schneidet es zu kleinen Schnitten

und gibt diese zur Suppe. Man kann sie zu Jussuppen oder zu Suppen _à la

Reine_ geben.

257. Schalotteis mit Schlagrahm.

Ein halbes Pfund Speckschwarten sezt man mit kaltem Wasser ans Feuer,

läßt sie zwei Minuten miteinander kochen, schüttet das Wasser davon,

nimmt die Schwarten auf ein reines Brett, schabt das Fett sauber ab,

thut die Schwarten wieder in ein reines Geschirr, gießt eine Maas Wasser

daran, läßt es bis auf 3 Schoppen einkochen, zieht es durch ein Haarsieb

oder ein wollenes Tuch, läßt es eine Viertelstunde stehen, gießt es

dann in eine messingene Pfanne, thut 6 Loth Zucker dazu, woran eine

Citrone abgerieben ist, gießt 3 Schoppen dicken süßen Rahm dazu, läßt

es miteinander so lang kochen wie ein hartes Ei, zieht es durch ein

Haarsieb und läßt es erkalten. Unterdessen schlägt man einen Schoppen

Schlagrahm in einer Schüssel mit einem weißen Beselchen oder einem

Chokoladesprudel ganz dick, legt ihn auf ein Haarsieb und läßt ihn

ablaufen; ist die Crême kalt, so mengt man den Schnee darunter, belegt

eine glatte tiefe Form durchaus mit Zuckerbrod, so daß eines an dem

andern ist, wie bei der Aepfelschalott, füllt die Crême darein, läßt es

fest stehen und stürzt es dann auf eine Platte.

258. Frankfurter Speise.

Man dämpft 16 bis 18 geschälte Borsdorferäpfel, von welchen das Kernhaus

ausgestochen wurde, in einer Casserolle mit 4 Loth Zucker und einem

Schoppen weißen Wein. Dann macht man eine Crême von Marasquino wie

folgt: 3 Schoppen Milch, 4 Loth Zucker und ein Stück Zimmt läßt man eine

Zeit lang miteinander kochen, rührt 8 Eiergelb und einen Kochlöffel voll

Mehl glatt an, gießt die kochende Milch daran, nebst einem halben Glas

Marasquino, läßt Alles noch einmal in der Pfanne anziehen, sprudelt

es in einem Topf recht stark, sezt die Aepfel auf eine Platte, macht

einen festen Wasserteig an und von diesem einen Kranz um die Platte,

bestreicht sie mit einem Ei, gießt die Crême über die Aepfel und läßt

sie in einem Bratrohr gelb backen.

259. Schweizer Speise.

Die abgeschälte Rinde von 3 Wecken oder Milchbroden backt man in heißem

Schmalz und kocht sie mit einem Schoppen Wein in einer Casserolle wie

einen Brei, rührt sie dann in einer Schüssel mit 6 Loth feingestoßenem

Zucker, einer am Reibeisen abgeriebenen Pomeranze, 4 bis 5 Eiergelb und

dem Schnee von den Eiern miteinander und backt diese Masse in einem

Aufzugblech, worein man zuvor Butterteig legte. Dann läßt man ein

Viertelpfund Zucker mit 2 Eßlöffeln voll Wasser kochen bis er Fäden

spinnt, schlägt einen steifen Schnee von 4 Eierweiß, den Saft von einer

Pomeranze dazu, rührt es untereinander, stürzt den gebackenen Kuchen

auf eine Platte und gießt das Eis darüber. Diese Speise kann auch als

Pudding im Dampf gekocht und eine Pomeranzensauce dazu gegeben werden.

260. Stuttgarter Speise.

Man kocht eine halbe Maas Wasser, 3 Loth Butter, 1 Loth Zucker und

Mehl zu einem dicken Teig, thut ihn in eine Schüssel, schlägt 6 bis 8

Eiergelb daran, macht Welschnuß große Kügelchen von dem Teig, backt

sie im Schmalz und macht folgende Crême dazu: Man kocht eine halbe

Maas Milch mit 3 Loth Zucker und einer halben Citronenschale, rührt 5

Eiergelb mit 3 Fingern voll Mehl und kalter Milch glatt an, rührt die

kochende Milch dazu, läßt Alles nochmals in der Pfanne anziehen, gießt

einen Theil der Crême durch ein Haarsieb auf eine Platte, macht von

den gebackenen Küchlein eine Pyramide in die Crême, gießt die andere

Hälfte auch daran, schlägt einen Schnee von den 10 Eierweiß, macht einen

handhohen Kranz davon um die Pyramide herum, streut Zucker darauf und

stellt die Küchlein eine kleine Weile in den Ofen.

261. Wiener Speise.

Aepfel von gleicher Größe werden geschält, das Kernhaus heraus

genommen, die Aepfel in einem Stück Butter und einem Stück Zucker

halbweich gedämpft und, wenn sie kalt sind, in 2 verklopften Eiern,

dann in feingeriebenem Brod umgewendet, in ein Kuchenblech gesezt und

im Backofen schön gelb gebacken. Nun stoßt man 10 Loth Mandeln in der

Schale recht fein, ein Viertelpfund gestoßenen Zucker, eine Muskatnuß,

eine Messerspitze voll gestoßene Nelken, 4 Loth geriebenes schwarzes

Brod, schlägt 10 Eiergelb daran, rührt Alles so stark miteinander wie

eine Torte; zulezt kommt noch der Schnee von den 10 Eierweiß dazu; dann

legt man die Aepfel auf die Platte, füllt das Gerührte darauf und läßt

es im Backofen gelb backen.

262. Timbal von Makaroni.

Man siedet ein halbes Pfund italienische Makaroni recht weich, legt sie

in eine Schüssel und macht sie mit einem Pfund mageren, feingewiegten

Schinken, einem Schoppen sauren Rahm, 3 Eiern und einem Viertelpfund

geriebenen Parmesankäs untereinander, legt einen Melonenmodel mit

Butterteig aus, füllt die Masse darein, backt sie im Ofen und stürzt sie

hernach auf eine Platte.

263. Schlacht bei Austerlitz.

Ein altgebackenes Biscuit schneidet man zu fingerslangen Stückchen,

bestreicht eine blecherne Kapsel mit Butter, legt eine Lage Biscuit und

Weinbeeren, Biscuit und eingemachte Nüsse, Biscuit und Aprikosen darein,

und macht so fort, bis die Form voll ist, doch so, daß sie fingersbreit

leer bleibt, rührt 2 Eiergelb mit einem Schoppen süßen Rahm an,

übergießt die Masse damit, macht den Deckel fest zu, läßt den Pudding

eine halbe Stunde kochen und macht folgende Sauce dazu: Man stoßt 2 Loth

abgezogene Mandeln recht fein mit Milch, gießt einen Schoppen süßen

Rahm, 2 Loth Zucker, an einer Citrone abgerieben, läßt Alles miteinander

aufkochen, gießt ein halbes Glas voll Marasquino an die Sauce und

schüttet sie an den Pudding.

264. Königin von Brasilien.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 7 / 25 段