Ein halbes Pfund Butter wird schaumig gerührt: eine Pomeranze an einem

Viertelpfund Zucker abgerieben, dieser fein gestoßen und mit dem Mark

der Pomeranze, welches in Blätter geschnitten wird, mit dem Obigen

gekocht; dann läßt man 4 Loth Zucker in einer messingenen Pfanne

so lange kochen, bis er Fäden spinnt, kocht dieses wieder mit dem

Besagten eine Viertelstunde, schlägt 6 Eiergelb daran, den Schnee von

den 6 Eierweiß dazu, nebst 2 Löffel voll feinem Mehl, bestreicht ein

Porzellangeschirr mit Butter, füllt den Auflauf darein und backt ihn

schön gelb im Backofen.

187. Pomeranzenauflauf anderer Art.

4 Kochlöffel voll Mehl rührt man in einer messingenen Pfanne mit Milch

glatt an, schlägt 6 Eiergelb daran, reibt 1 Pomeranze an 4 Loth Zucker

ab, thut diesen auch in die Pfanne, nebst dem Saft der Pomeranze, gießt

1 Schoppen Milch daran, kocht von Allem einen dicken Brei, rührt ihn

(vom Feuer weggenommen) bis er ein wenig erkaltet ist, nimmt zulezt den

Schnee von den 6 Eierweiß noch dazu und backt den Auflauf in einem mit

Butter bestrichenen Porzellangeschirr schön gelb im Ofen.

188. Gefüllter Reisauflauf.

Ein Viertelpfund Reis brüht man in kochendem Wasser 2- bis 3mal, läßt

ihn durch ein Haarsieb ablaufen, kocht ihn mit einer halben Maas Milch

und 4 Loth Butter in einer Casserolle, rührt 4 Loth Butter in einer

Schüssel, den Reis dazu, so lange, bis er erkaltet ist, mengt 1 Vierling

Zucker, an welchem eine Citrone abgerieben wurde, fein gestoßen, 6

Eiergelb und den Schnee von den 6 Eierweiß unter die Masse, bestreicht

ein Aufzugblech mit Butter, füllt die Hälfte der Masse hinein, 2 bis

3 Löffel voll eingemachte Johannisbeeren darauf, die andere Hälfte der

Masse darüber und backt den Auflauf im Ofen.

189. Reisauflauf anderer Art.

Ein Viertelpfund Reis brüht man in kochendem Wasser 2- bis 3mal, läßt

ihn in einem Haarsieb ablaufen, kocht ihn mit einer halben Maas Milch

und 4 Loth Butter in einer Casserolle; schält 12 Borsdorfer Aepfel,

nimmt das Kernhaus heraus, dämpft in einer Casserolle die Aepfel mit

einem Glas Wein in Butter halb weich, legt sie auf eine Platte und macht

folgende Fülle: man wiegt 2 Loth Pomeranzenschalen und Citronat, etwas

Citronenschale, 6 Stück abgezogene Mandeln nicht sehr fein, nimmt eine

Hand voll Rosinen dazu, füllt die Aepfel damit aus, rührt 5 Eiergelb,

den Schnee von den 6 Eierweiß, 4 Loth gestoßenen Zucker unter die Masse,

thut die Hälfte davon in ein mit Butter bestrichenes Aufzugblech, legt

die gefüllten Aepfel darauf, die andere Hälfte darüber und läßt den

Auflauf in einem Bratrohr aufziehen. Ist er fertig, so kommt er auf die

Platte, ein Schnee von 4 Eierweiß, mit Zucker vermischt, darauf, und

wird auf einem schwarzen Blech, auf dem Sand oder Salz ist, noch einmal

ins Rohr gestellt.

190. Weichselnauflauf.

Man legt 6 Loth Mandel-Makronen zu der Wärme, damit sie geröstet werden,

dann stoßt man sie im Mörser fein, legt sie in eine messingene Pfanne,

rührt sie mit 3 Kochlöffeln voll feinem Mehl, 3 Loth Zucker, 4 Eiergelb

und einem halben Schoppen süßen Rahm glatt und kocht sie zu einer dicken

Crême. Dann rührt man 4 Loth Butter und die Crême in einer Schüssel,

hernach noch 5 Eiergelb, eines nach dem andern, daran, schlägt das Weiße

von diesen Eiern zu Schnee, mischt ihn unter die Masse, eine halbe

Citrone, am Reibeisen abgerieben, dazu, bestreicht ein Aufzugblech

mit Butter, thut etwas von der Masse darein, eine Lage ausgesteinte

Weichseln darauf, gießt wieder etwas von der Crême daran, wieder

Weichseln darauf, die andere Crême darüber, stellt es in Ofen und läßt

es aufziehen.

191. Im Dampf Aufgezogenes.

3 Hände voll feines Mehl werden mit 1 Schoppen Milch glatt gerührt und

zu einem dicken Brei gekocht, man läßt ihn erkalten, rührt 6 Eiergelb,

sammt 4 Eßlöffeln voll Marasquino, einer Hand voll fein gestoßenem

Zucker und dem Schnee von den 6 Eierweiß dazu, rührt die Masse recht

untereinander, füllt sie in ein Geschirr, welches zu Tische kommt;

stellt dieses in ein Geschirr mit kochendem Wasser, deckt es fest zu,

legt glühende Kohlen auf den Deckel und gibt die Speise, nachdem sie

eine halbe Stunde gekocht hat, zu Tische.

192. Götterspeise.

Von einer halben Maas Milch kocht man einen dicken Kindsbrei, rührt ein

Viertelpfund Butter leicht, thut 1 Löffel voll Brei an die Butter,

schlägt ein Eiergelb daran, rührt es miteinander und macht auf diese Art

fort, bis der Brei zu Ende ist; dann werden 4 bittere Mandeln abgezogen,

im Mörser fein gestoßen, unter die Masse gerührt, 3 Loth gestoßener,

an einer Citrone abgeriebener Zucker, das Weiße von den Eiern, die

man zum Brei rührte, zu Schnee geschlagen, Alles zusammen unter das

Obige gemischt, eine blecherne Form mit Butter bestrichen, mit Zucker

bestreut, die Masse darein gefüllt, die Form fest zugemacht und 1 Stunde

im kochenden Wasser gekocht. Man stürzt diese Götterspeise auf eine

Platte und gibt Himbeer- oder Aprikosen-Gelée dazu.

193. Citronenbrei.

Man kocht einen guten dicken Brei, rührt 2 Eiergelb darein, reibt das

Gelbe von einer Citrone am Zucker ab, stoßt diesen und mischt ihn unter

den Brei.

194. Citronenbrei anderer Art.

Man kocht von einer halben Maas Milch einen guten dicken Brei, rührt

5 bis 6 Eiergelb in eine Casserolle, nebst 2 Loth Butter und 3 Loth

gestoßenem Zucker, woran vor dem Stoßen eine Citrone abgerieben worden,

nimmt 2 Eßlöffel voll kalte Milch dazu, läßt die Eier so lange kochen,

bis sie anfangen, dick zu werden, rührt dann den Brei dazu, läßt ihn

eine Scharre ziehen, richtet ihn auf eine Platte an, sticht die Scharre

sorgfältig von der Pfanne und legt sie oben auf den Brei.

195. Eierbrei.

Es wird ein dicker Brei gekocht, dann läßt man in einem Geschirr ein

Stückchen Butter zergehen, schlägt 2 bis 3 Eier hinein, rührt sie auf

dem Feuer, bis die Eier anfangen dick zu werden, rührt sie alsdann mit

dem Brei an und läßt an diesen eine Kruste kochen.

196. Aufgezogener Eierbrei.

Ein halbes Pfund Butter, 8 Eierdotter, Zucker und Citronen werden

miteinander verrührt, das Weiße von den Eiern zu Schnee geschlagen, dazu

genommen, in ein dazu taugliches Geschirr gethan, oben und unten Gluth

dazu und aufgezogen.

197. Aufgezogener Mandelbrei.

Ein halbes Pfund geschälte, fein gestoßene Mandeln, ein halbes Pfund

Zucker, 8 Eiergelb, 2 Trinkgläser voll süßer Rahm und eine Hand voll

geriebener Wecken werden gut durcheinander gerührt, von dem Eiweiß ein

Schnee geschlagen, dazu genommen und in einem passenden Geschirr, unten

und oben in Gluth, aufgezogen.

198. Milchbrei.

Einen kleinen Kochlöffel voll Mehl rührt man mit süßem Rahm glatt an,

schlägt 6 ganze Eier daran, etwas Zucker, an einer Citrone abgerieben,

gießt eine halbe Maas Milch dazu, schmiert eine Schüssel mit Butter,

füllt die Masse darein und backt sie schön gelb.

199. Schneckenbrei.

Die Schnecken werden behandelt, wie schon öfters beschrieben wurde,

dann wiegt man sie, nebst einer halben Citronenschale, 1 Zwiebel und

einer Hand voll Petersilie sehr fein, läßt ein Achtelpfund Butter in

einer Casserolle zerlaufen, dämpft das Gewiegte mit den Schnecken darin,

streut 3 Finger voll Mehl darauf, gießt 1 Löffel voll Fleischbrühe

daran, thut Salz und Pfeffer dazu, nebst dem Saft einer halben Citrone

und läßt Alles mit einander noch einmal aufkochen.

200. Vanillebrei.

2 Eßlöffel voll geriebenes Weckenmehl und 2 Eßlöffel voll feines Mehl

rührt man mit kalter Milch glatt an, läßt einen Schoppen Rahm und ein

Stückchen Vanille eine Viertelstunde miteinander kochen, gießt das

Gerührte daran, läßt es gut miteinander auskochen, richtet es auf eine

Platte an und streut Zucker darauf.

201. Eierkuchen.

Man wiegt ein Viertelpfund abgezogene, fein gestoßene Mandeln,

worunter aber 6 bis 8 bittere seyn müssen, und von einer Citrone das

Gelbe recht fein, schüttet einen Schoppen süßen Rahm daran, schneidet

ein Viertelpfund Ochsenmark recht fein, nimmt 2 Messerspitzen voll

gestoßenen Zimmt, etwas Rosenwasser, 1 Messerspitze voll Salz, 8 Eier

dazu, rührt Alles durcheinander, bestreicht einen Plafond mit Butter,

füllt die Masse darein und backt den Kuchen im Ofen gelb aus.

202. Eierkuchen mit Aepfeln.

Rosenäpfel schält und schneidet man in kleine Stückchen, dämpft sie in

einem kleinen Stück Butter weich, thut sie in eine Schüssel, steint

4 bis 6 Stück Aprikosen aus, nimmt 4 Loth Zucker, 2 Messerspitzen

voll Muskatblüthe, 6 ganze Eier und einen halben Schoppen sauren Rahm

dazu, reibt eine halbe Citrone am Reibeisen ab, mengt Alles wohl

untereinander, bestreicht einen Plafond mit Butter, füllt die Masse

darein und backt den Kuchen auf dem Kohlenfeuer schön aus. Man macht ein

Citroneneis darüber, wie schon öfter beschrieben worden ist.

203. Gerührte Eier mit Sardellen.

Zu 8 Eiern nimmt man 4 Loth Sardellen, wascht die lezteren, gräthet

sie aus, legt sie eine Viertelstunde in frisches Wasser, läßt in

einer Casserolle ein Viertelpfund Butter zergehen, schlägt die Eier

hinein, schneidet die Sardellen in kleine Stückchen, rührt sie mit fein

geschnittenem Schnittlauch an die Eier und kocht Alles so lang auf dem

Feuer, bis es dick, aber nicht hart, wird.

204. Gefüllte Flädlein mit saurem Rahm und Rosinen.

Man macht gewöhnliche Flädlein, bestreicht sie mit dickem, saurem Rahm,

bestreut sie mit gewaschenen Rosinen und Zibeben, streut Zucker und

Zimmt darüber, rollt sie zusammen, bestreicht ein Geschirr, welches man

zu Tisch geben will, mit Butter und legt die gefüllten Flädlein über's

Kreuz hinein, thut noch 2 Löffel voll Milch daran und läßt sie im Ofen

aufziehen.

205. Gefüllte Flädlein in Vanillecrême.

Man macht einen Teig von einer Hand voll feinem Mehl, rührt dieses mit

kalter Milch glatt, schlägt 4 Eier daran, bestreicht eine mittelgroße

Flädleinspfanne mit Speck, backt die Flädlein darin, legt sie auf einem

Nudelnbrett auseinander und macht folgende Vanillecrême: 1 Schoppen

Milch, ein Stück Vanille, 2 Loth Zucker und 3 Finger voll Mehl kocht

man miteinander, verklopft 4 Eiergelb, rührt sie an die kochende Milch,

läßt alles auf dem Feuer noch einmal anziehen, gießt die Crême durch

ein Haarsieb in ein Geschirr, läßt sie erkalten, streicht 2 Löffel voll

davon auf den Flädlein herum, rollt sie zusammen, legt sie in ein mit

Butter bestrichenes Geschirr quer übereinander, gießt 2 Löffel voll

süßen Rahm dazu, zieht sie im Ofen auf und streut Zucker darauf.

206. Hosenbändel.

Man nimmt so viel Mehl auf's Nudelnbrett als 3 Eier annehmen, Welschnuß

groß Butter, arbeitet den Teig gut zusammen, wellt ihn recht dünn aus,

schneidet halbfingerbreite Nudeln daraus, thut einen Theil davon in eine

Pfanne mit kochendem Wasser, worin eine Hand voll Salz aufgelöst ist,

fängt die Nudeln mit einem Schaumlöffel heraus auf eine Platte, läßt

die übrigen Nudeln in einem Pfändlein mit heißem Schmalz schön gelb

werden, gießt sie auf die gekochten Nudeln herum und streut etwas fein

geschnittenen Schnittlauch darauf.

207. Abgetrocknete Knöpflein (Klöße, Knödel).

Man dämpft 3 in Wasser eingeweichte, fest ausgedrückte Wecken in einer

Casserolle mit einem Stück Fett, nimmt eine Hand voll gedämpfte Zwiebeln

und Petersilie, 4 bis 5 Eier, Salz und Muskatnuß dazu, macht Knöpflein

von dem Teig, so groß wie ein Hühnerei, kocht sie eine Viertelstunde in

kochendem Wasser und schmälzt sie mit Butter und geriebenem Brod ab.

208. Frankfurter Brodknöpflein.

Man schneidet 4 Wecken in Würfel, röstet die Hälfte davon in Butter,

dämpft Zwiebeln und Petersilie, fein geschnitten, auch in Butter,

schlägt 6 Eier daran, 2 Kochlöffel voll feines Mehl, die ungerösteten

Weckenwürfel, Salz und Muskatnuß, mischt alles untereinander und macht

Knöpflein in der Größe eines Hühnereies aus dieser Masse, läßt sie eine

Viertelstunde im Salzwasser kochen, schmälzt sie mit Butter und Brod ab

und gibt sie zum Wildbret.

209. Leberknöpflein.

Eine Kalbsleber wird abgehäutelt, die Adern davon geschnitten, so fein

als möglich gewiegt, eine große Hand voll Zwiebeln in einem Stück Fett

gedämpft, 3 Eier und 2 Wecken dazu genommen, dieses alles eine halbe

Stunde gerührt, Knöpflein von der Masse im Salzwasser gekocht und mit

Butter und Zwiebeln geschmälzt.

210. Tyrolerknöpflein.

6 geschnittene Wecken werden in einer Schüssel mit 1 Schoppen heißer

Milch angefeuchtet, 1 Pfund geräucherter Speck und 1 Pfund geräuchertes

Fleisch, fein gehackt, eine Hand voll im Speck gedämpfte Zwiebeln, 3

Kochlöffel voll feines Mehl, Salz, 7 bis 8 Eier, alles durcheinander

gemischt, eine halbe Stunde zugedeckt stehen gelassen, damit es anzieht,

und nun von der Masse runde Kugeln gemacht und eine halbe Stunde im

Salzwasser gesotten. Man kann sie zu eingemachten Hühnern geben.

211. Krapfen von Lebkuchen.

Von einem Viertelpfund geriebenem, braunem Lebkuchen, 2 Loth fein

gestoßenem Zucker, 3 Eßlöffel voll Honig, etwas feinem Gewürz, 2 Loth

am Reibeisen geriebenen Mandeln, 1 Ei, 1 Eierklar, macht man auf einem

Nudelnbrett einen festen Teig, wellt ihn aus, sticht ihn mit einem

zackigten Mödelchen aus, legt die ausgestochenen Stückchen auf ein

schwarzes Blech und backt sie bei gelinder Hitze im Ofen, so daß sie

noch weiß, beinahe nur getrocknet sind.

212. Krautwürste.

Die Rippen werden vom Kraut ausgeschnitten, die Blätter mit kochendem

Wasser zugesezt und verwällt; worauf man sie ablaufen läßt. Dann wird

in einem Stück Butter ein abgeriebener, eingeweichter, ausgedrückter

Wecken, Zwiebel und Petersilie, nebst einem halben Pfund feingewiegten

Rindfleisch eine halbe Stunde miteinander gedämpft, 3 bis 4 Eier,

Salz und Muskatnuß dazu genommen, die Krautblätter mit dieser Fülle

bestrichen, zusammengerollt wie die Würste, in einer Bratpfanne mit

einem Stück Fett gelb gebacken, Fleischbrühe daran geschüttet und so

aufgekocht.

213. Lumsen oder Ulmerspeise.

Von 4 oder 5 Eiern macht man einen Nudelnteig, nimmt Welschnuß groß

Butter dazu, wellt ihn aus wie einen gewöhnlichen Nudelnteig, läßt 4

Loth Butter und Milch nach Gutdünken miteinander kochen, zerreißt diesen

Nudelnkuchen in Stücken, legt die Stücke in die gekochte Milch, thut

sie in einen Backofen, damit sie auf beiden Seiten eine Farbe bekommt;

hernach richtet man sie auf eine Platte an und streut Zucker und Zimmt

darauf.

214. Gebackene Milch.

5 ganze Eier, 5 Eierdotter und eine halbe Maas Milch rührt man gut

zusammen, nimmt ein Stück Zucker, an welchem eine Citrone abgerieben

wurde, dazu, röstet in heißem Schmalz 3 Löffel voll Mehl hellgelb, gießt

die Milch sammt den Eiern dazu, kocht alles so lang, bis es dick wird,

rührt es immerfort um, und sollte das Schmalz herauskochen, so muß es

abgeschöpft werden. Wenn der Brei auf der Platte ist, streut man Zucker

und Zimmt darauf.

215. Milchcrême mit einem Schneeberg.

Man läßt in einer messingenen Pfanne eine Maas Milch mit 4 Loth Zucker

und der Hälfte einer Citronenschale kochen. Dann schlägt man von 8

Eierweiß einen steifen Schnee, macht ihn mit der Hand recht hoch, läßt

ihn 3 bis 4 Minuten in der gekochten Milch kochen, wendet ihn behutsam

um, läßt ihn nochmals so lange kochen, nimmt ihn behutsam heraus, sezt

ihn in ein Haarsieb, daß er ablauft, rührt die 8 Eierdotter mit einem

kleinen Kochlöffel voll Mehl ganz glatt, schüttet die kochende Milch

daran, läßt es in der Pfanne nochmals anziehen, gießt die Hälfte von der

Milch durch ein Haarsieb auf die Platte, sezt den Schneeberg darein,

die übrige Milch darüber, streut rothen Streuzucker darauf und gibt die

Milchcrême im Sommer kalt, im Winter warm zu Tische.

216. Kachelmuß.

Zu einem Schoppen Milch nimmt man 6 Eier, zu jedem Ei 1 Kochlöffel voll

Mehl, rührt es mit der Milch glatt an, nimmt Zucker und Zimmt nach

Belieben dazu; alles wohl untereinander gerührt; dann bestreicht man

eine irdene Kachel mit Butter, füllt den Brei darein und stellt die

Kachel in ein Bratrohr oder auf Kohlen.

217. Kachelmuß anderer Art.

In einer messingenen Pfanne wird eine halbe Maas Milch mit einem Stück

Zucker, woran eine Citrone abgerieben wurde, siedend gemacht, dann

ein Löffel voll Mehl mit kalter Milch glatt gerührt, 3 Eier darein

geschlagen und an die Milch gerührt; eine Kachel mit Butter bestrichen,

das Angerührte mit einem kleinen Händchen voll Weinbeeren darein

gegossen und in einem Ofen oder zwischen Kohlen gebacken.

218. Karlsruher Muß.

Man rührt 6 Löffel voll feines Mehl und 8 Loth gestoßenen Zucker in

einer messingenen Pfanne mit Milch glatt an, nimmt 7 Eiergelb und eine

am Reibeisen abgeriebene Citrone dazu, gießt eine halbe Maas Milch

daran, kocht eine dicke Crême davon, stellt es vom Feuer, rührt es, bis

es ein wenig kalt ist, mischt den Schnee von den 7 Eierweiß darunter,

gießt alles in eine mit Butter bestrichene Platte, streut grobgestoßenen

Zucker, feingewiegte Mandeln darüber und läßt das Muß schön backen. In

einer halben Stunde ist es fertig.

219. Muß von Eierweiß.

4 Eierweiß werden mit 1 Löffel voll Zucker zu einem steifen Schnee

geschlagen (man kann den Zucker an einer Citrone abreiben), mit 1

Schoppen Milch in einer messingenen Pfanne gekocht, bis es anfängt dick

zu werden.

220. Kräftiges Muß für Schwache.

Gebähte Milchbrod- oder Weckschnitten werden mit Zimmt, Rosenwasser und

einem kleinen Stückchen Butter gekocht, mit Rosenwasser glatt gerührt

und Zimmt, nachdem das Muß angerichtet ist, darauf gestreut.

221. Maienmuß.

Ein halbes Pfund abgezogene Mandeln stoßt man mit Rosenwasser ganz fein,

rührt ein Viertelpfund Zucker darein, 1/8 Pfund Butter, rührt alles eine

halbe Stunde miteinander, formirt auf einem Geschirr, das nicht sehr

groß ist, einen Berg davon, besteckt ihn mit Mandeln und Blumen und gibt

es zur Tafel; man kann auch Zimmt darüber streuen.

222. Rahmmuß.

In einen halben Vierling feingeriebenen Zucker, 1 Eierweiß und 1

Eßlöffel voll Wasser rührt man eine halbe Stunde lang so viel Mehl, daß

es so dick wie ein Kindsbrei wird, bestreicht eine Kachel mit Butter,

füllt das Gerührte darein, stellt es in ein Rohr oder zwischen Kohlen

und backt es schön gelb.

223. Gefüllte Omelette.

4 starke Löffel voll gestoßenen Zucker, 4 Eiergelb und eine halbe

am Reibeisen abgeriebene Citrone rührt man miteinander, bis es ganz

dick ist, mischt den Schnee von den 4 Eierweiß und 3 Finger voll Mehl

darunter, macht in einer Flädchenpfanne ein Stückchen Schmalz, so groß

wie ein Hühnerei, heiß, läßt es ein wenig erkalten, gießt die Masse

langsam hinein, deckt die Pfanne zu und läßt nun die Omelette auf heißer

Asche langsam backen, wendet sie um, backt sie auf der andern Seite auch

und schlägt sie übereinander; wenn alle gebacken sind, stellt man sie in

einer langen Platte noch eine Weile in den Bratofen und zieht sie auf.

224. Pfannenkuchen mit Gänseleber.

Man wiegt die Gansleber fein, schält 6 bis 8 Schalottenzwiebeln, eine

Hand voll Petersilie, dämpft dieses eine Weile miteinander, dann die

gewiegte Gansleber dazu, dämpft alles noch einmal, drückt von einer

halben Citrone den Saft und das gewiegte Gelbe von einer andern halben

Citrone dazu und macht nun folgenden Teig: Man schneidet 4 Wecken

so fein wie zu einer Suppe, läßt in einer messingenen Pfanne einen

Schoppen Milch mit einem Stück Butter aufkochen, gießt dieses an die

geschnittenen Wecken, deckt sie zu und läßt sie ein wenig stehen; nimmt

3 fein gewiegte Schalottenzwiebeln und einen Kochlöffel voll Mehl an

die Wecken, auch 4 Eier, eins nach dem andern, und ein wenig Salz; dann

macht man in einer flachen Pfanne Schmalz heiß, schüttet die Hälfte

von dem Teig darein, in die Mitte kommt die Gansleber, oben darauf die

andere Hälfte des Teiges, und so wird alles wie ein Kuchen gebacken; ist

er auf einer Seite fertig, so wendet man ihn um und backt ihn auch auf

der andern.

225. Aufgezogene Nudeln mit Krebsragout.

So viel Mehl als 2 ganze Eier und 3 Dotter annehmen, bearbeitet man auf

dem Nudelnbrett, wellt den Teig nicht sehr fein aus, schneidet Nudeln

so breit wie ein Messerrücken dick ist, siedet sie in kochendem Wasser

ab, gießt sie in einen Seiher und kaltes Wasser darüber. Unterdessen

siedet man 15 große Krebse in kochendem Wasser, macht die Schwänze und

Scheeren davon ab, reinigt die Körper sauber, stößt sie im Mörser mit

einem Viertelpfund Butter, thut sie in eine Casserolle, stellt sie auf

Kohlen und läßt sie gut aufdämpfen. Ist die Krebsbutter schön roth, so

treibt man sie durch ein Haarsieb, damit die Butter schön abläuft, rührt

sie leicht, schlägt 3 Eier darein, mengt die Nudeln langsam darunter,

streicht einen Melonenmodel mit Butter aus, schüttet den halben Theil

Nudeln darein, legt die Krebsschwänze und Scheeren auf die Nudeln, die

andere Hälfte darüber, stellt sie in den Ofen und läßt sie schön backen.

226. Baierische Dampfnudeln.

Man macht in einer Schüssel mit 2 Pfund feinem Mehl, 3 Löffel voll

Bierhefe und einem Schoppen lauer Milch ein Teiglein an, läßt es in

gelinder Wärme gut gehen, schneidet ein Viertelpfund Butter dazu, nebst

2 ganzen Eiern und Dottern, arbeitet nun den Teig so lange, bis er

Blasen wirft, läßt ihn in der Wärme gehen, und wenn er ganz reif ist,

nimmt man ein Tuch auf ein Nudelnbrett, streut Mehl darauf, sezt die

Nudeln, so groß wie ein Hühnerei, darauf und läßt sie noch ein wenig

gehen. Nun läßt man ein Viertelpfund Butter in einem passenden Geschirr

zergehen, aber nicht heiß werden, gießt ungefähr 1 Schoppen Milch daran,

1 Loth gestoßenen Zucker, sezt die Dampfnudeln in das Geschirr und

einen Deckel mit schwachen Kohlen darauf, stellt das Geschirr auf einen

Dreifuß, thut ein wenig Kohlen darunter und läßt es gar werden.

227. Krebsdampfnudeln.

Mit 2 Pfund feinem Mehl, 3 Löffeln voll guter Bierhefe und einem

Schoppen lauen Rahm macht man ein Teiglein und läßt es in der Wärme

gehen. Dann macht man ein halbes Pfund Krebsbutter, wie es öfters schon

beschrieben wurde, rührt ein Viertelpfund davon in einer Schüssel mit

3 Eiergelb, 2 Loth gestoßenem Zucker, 1 Messerspitze voll Salz recht

leicht, thut das angemachte Teiglein sammt dem Mehl zu der Krebsbutter,

macht einen guten Teig an, schlägt ihn eine Viertelstunde, stellt ihn

zur Wärme und läßt ihn gehen. Hierauf läßt man den andern Vierling

Krebsbutter in einem Dampfnudelngeschirr zergehen, gießt 1 Schoppen

Milch daran, sezt die Nudeln darein, deckt sie zu und läßt sie schön

backen. Man macht folgende Sauce dazu: Eine halbe Maas Milch, das

Gelbe von 1 Citrone, ein Stück ganzen Zimmt, 2 Loth Zucker, läßt man

miteinander kochen, schlägt 3 Eiergelb in einen Topf, rührt dieses mit

3 Fingern voll Mehl und mit kalter Milch glatt an, gießt die kochende

Milch nach und nach daran, läßt alles nochmals miteinander aufkochen,

gießt es durch ein Haarsieb und gibt es besonders zur Tafel. Die

Dampfnudeln werden auf eine Platte angerichtet.

228. Dukatennudeln.

Zu 1 Pfund feinem Mehl nimmt man 2 Löffel voll gute dicke Bierhefe,

einen halben Schoppen lauen süßen Rahm, macht ein Teiglein davon an,

läßt es schön gehen, schneidet ein Viertelpfund Butter und thut 4

Eiergelb dazu; sollte der Teig noch zu fest seyn, so nimmt man noch

ein wenig süßen Rahm dazu, klopft ihn dann eine halbe Stunde, thut 1

Loth Zucker nebst einer Messerspitze voll Salz daran, läßt ihn nochmals

gehen, ist er halb reif, so sticht man mit dem Löffel Küchlein, so groß

wie eine Welschnuß aus, legt sie auf ein mit Mehl bestreutes Blech, läßt

sie auf diesem vollends reif werden, läßt einen halben Vierling Butter

in einer Bratpfanne zergehen, gießt nagelhoch Milch daran, sezt die

Nudeln darein, deckt das Geschirr zu, legt heiße Asche auf den Deckel,

auch unter das Geschirr Kohlen, läßt die Nudeln aufkochen, gießt ein

halbes Glas Milch daran und legt sie nun mit Hülfe einer Backschaufel

auf eine Platte. Man kann Compote oder Citronensauce dazu geben.

229. Baierische Käsnudeln.

Man nimmt Mehl in eine Schüssel, macht darin von 2 Löffel voll Bierhefe

und einem halben Schoppen lauer Milch einen Vorteig, läßt in einem

Geschirr ein Viertelpfund Butter zergehen, rührt diesen mit 3/4 Pfund

Käs leicht, nimmt 3 Eierdotter dazu, arbeitet alles mit dem obenbesagten

Teig und Mehl zusammen, nimmt eine große Hand voll gewiegten

Schnittlauch und Salz dazu, stellt den Teig zur Wärme, daß er geht,

macht mit einem Löffel kleine Nudeln davon und backt diese in heißem

Schmalz.

230. Saure Rahmnudeln.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 6 / 25 段