Von 1 Pfund Ochsennierenfett, sauber abgehäutet und fein gewiegt, einem

halben Pfund großen und eben so viel kleinen Weinbeeren, einem halben

Pfund gestoßenem Zucker, dem gewiegten Gelben von einer Citrone, 8 Loth

geriebenen Wecken, 1 Kochlöffel voll feinem Mehl, einem halben Glas

Arak und 5 Eiern macht man auf einem Nudelnbrett, worauf ein wenig Mehl

gestreut worden, einen gutgearbeiteten Teig, treibt ihn aus, so gut

man kann, legt ein reines Tuch auf ein Kopfkissen und zieht ihn auf

diesem so fein wie möglich aus, läßt ihn ein wenig darauf abtrocknen,

legt ihn dann wieder aufs Nudelnbrett, streicht den halben Theil von

dem Angerührten darüber, alle Arten von eingemachten Früchten, nebst

ungefähr 8 Stück geschälten, in Scheiben geschnittenen guten Aepfeln

dazu, auf diese die andere Hälfte von dem Gerührten, rollt nun den

Pudding zusammen, formirt ihn zu einer Schnecke, bindet ihn fest in

ein nasses Tuch ein, läßt fingerbreit oben leer, läßt ihn im kochenden

Wasser 4 Stunden lang fortkochen und macht folgende Sauce dazu: 1

Schoppen Milch wird mit einem Stück Zucker siedend gemacht, 3 Eiergelb

in einem Topfe verklopft und diese an die siedende Milch gegossen, ein

halbes Glas Arak dazu genommen, und wenn der Pudding auf der Platte

liegt, diese Sauce darüber gegossen.

153. Englischer Pudding anderer Art.

Ein Viertelpfund Butter rührt man in einer Schüssel ganz schaumig,

stoßt ein Viertelpfund abgezogene Mandeln mit Eierweiß recht fein,

sodann werden ein Viertelpfund Zucker, woran eine Citrone abgerieben

wurde, ein abgeriebener, eingeweichter und fest ausgedrückter Wecken, 6

Eiergelb, das Weiße davon zu Schnee geschlagen, ein Viertelpfund Zibeben

und Rosinen mit den gestoßenen Mandeln recht schaumig gerührt (nur

darf der Schnee zulezt dazu gethan werden); nun breitet man ein nasses

Tuch auseinander, legt in die Mitte desselben eine halbe, ausgesteinte

Aprikose, neben herum große Zibeben, füllt die Masse darauf, bindet

das Tuch so zu, daß Finger breit leer bleibt, läßt ihn eine Stunde in

wenig gesalzenem Wasser kochen und macht folgende Citronensauce dazu:

2 am Zucker abgeriebene Citronen werden mit einem Kochlöffel voll

Mehl und kaltem Wasser gerührt, 1 Schoppen Wein daran gegossen, der

Citronenzucker dazu genommen, so wie auch der Saft derselben, und diese

Sauce an den Pudding gegossen.

~Anmerkung.~ Das Brod muß zu allem Pudding in Wasser eingeweicht

werden; es ist viel feiner und luftiger, als in der Milch.

154. Englischer Pudding anderer Art.

9 Loth Ochsennierenfett wird recht fein gewiegt, 20 Loth Mehl werden

mit der Hand gerieben und in das gewiegte Fett gerührt; an 8 Loth fein

gestoßenen Zucker, eine halbe Citrone, am Reibeisen abgerieben, 8 Loth

Citronat und Pomeranzenschalen, fein gewiegt, 8 Loth kleine Weinbeeren,

8 Loth große Weinbeeren, sauber gewaschen, schlägt man 4 ganze Eier,

macht Alles mit einem Kochlöffel durcheinander, wie einen Spatzenteig,

bindet die Masse in ein in kaltes Wasser getauchtes Tuch fest ein und

thut sie ins kochende Wasser. Sie braucht drei Stunden zum Kochen. Man

kann den Pudding mit Arak aufbrennen oder sonst eine beliebige Sauce

dazu geben.

155. Pudding von geriebener Gerste.

Man macht von 2 Eiergelb und so viel Mehl, als diese anschlucken, einen

Teig, wiegt ihn recht fein, kocht ihn in einem Schoppen Milch und läßt

ihn erkalten. Nun rührt man ein Viertelpfund Butter, 4 Loth an einer

Citrone abgeriebenen Zucker, 2 Loth abgezogene, gestoßene Mandeln, 6

Eiergelb und den Schnee von 6 Eierweiß miteinander, füllt die Masse

in eine mit Butter bestrichene und mit Zucker bestreute Kapsel, läßt

den Pudding eine Stunde im kochenden Wasser und macht folgende Sauce:

ein Viertelpfund Kirschen stoßt man sammt den Steinen tüchtig, kocht

sie eine halbe Stunde in einem Schoppen Wasser, treibt sie durch ein

Haarsieb, gießt einen Schoppen Wein daran, nebst einem Kochlöffel voll

Mehl, Zimmt und Nelken, rührt Alles recht glatt und läßt es mit einem

Stück Zucker aufkochen. Wenn der Pudding angerichtet ist, gießt man die

Sauce daran.

156. Hamburger Pudding.

Einen Schoppen Wasser und ein Viertelpfund Butter läßt man in einer

messingenen Pfanne miteinander kochen, rührt es in einer Schüssel mit

ein wenig Mehl locker durcheinander, daß es keine Knollen bekommt, nimmt

1/2 Vierl. kleine Weinbeeren und 3 Loth gestoßenen Zucker dazu, macht

Alles untereinander, bindet es in ein nasses Tuch ein, läßt es eine

halbe Stunde in kochendem Wasser und gibt gekochtes Obst, Zwetschgen,

Kirschen oder Aprikosen dazu.

157. Kaiserpudding.

Man stoßt ein halbes Pfund Mandeln mit Eierweiß so fein wie Brei,

wiegt die Schale einer Citrone, ein Viertelpfund Zitronat und

Pomeranzenschalen auch recht fein, rührt ein halbes Pfund Butter ganz

schaumig, rührt Obiges mit 10 Eiergelb, einem am Reibeisen abgeriebenen,

durch einen Seiher getriebenen weißen Kreuzerwecken und dem Schnee von

8 Eierweiß recht gut zusammen, wie zu einer Mandeltorte, bestreicht

einen Puddingmodel mit Butter, bestreut ihn mit Zucker, füllt die Masse

hinein, bestreicht auch den Deckel des Models mit Butter, macht ihn fest

zu, stellt ihn in kochendes Wasser und läßt ihn eine starke halbe Stunde

kochen. --  Man macht folgende Sauce dazu: 1-1/2 Schoppen Wein werden

mit ein wenig Citronenschalen und ganzem Zimmt gekocht, 3 Eiergelb und 3

Finger voll Mehl mit kaltem Wasser glatt gerührt, der kochende Wein wird

daran gegossen, mit dem Chokoladesprudel Alles so lange gesprudelt, bis

es über sich steigt, der Pudding nun angerichtet und die Chaudeausauce

durch ein Haarsieb dazu gegossen.

158. Kirschenpudding.

Von 3 Wecken schneidet man die Rinde ab, weicht sie ein, drückt sie

aus, stoßt ein Viertelpfund abgeschälte Mandeln mit Eierweiß, rührt ein

Viertelpfund Butter schaumig, nimmt ein Viertelpfund gestoßenen Zucker,

die Wecken, 6 Eiergelb, ein halbes Pfund ausgesteinte Kirschen und den

Schnee von 6 Eierweiß dazu, rührt Alles tüchtig untereinander, füllt

die Masse in ein nasses Tuch, bindet dieses fest zu, läßt den Pudding

eine Stunde in kochendem Wasser und gibt folgende Pomeranzensauce dazu:

Man reibt eine Pomeranze an Zucker ab, zieht die weiße Haut davon ab,

schneidet das Mark in kleine Stückchen, läßt in einer Casserolle das

Obige mit 1 Schoppen süßen Wein, dem abgeriebenen Zucker eine Zeit lang

kochen, gießt dann 1 Schoppen Milch dazu, läßt es wieder kochen, gießt

ein kleines Glas voll Kirschengeist nebst 2 Eiergelb daran, zieht die

Sauce durch ein Haarsieb und schüttet sie an den Pudding.

159. Mutschelpudding.

1 Vierling Butter wird in einer Schüssel leicht gerührt, 1 Vierling

abgezogene, fein gestoßene Mandeln dazu gethan, 8 Eiergelb, eins nach

dem andern, daran gerührt, von 6 Eiern ein steifer Schnee geschlagen,

8 Loth Geigenmehl mit dem Schnee unter die Masse gemengt, 1 Citrone

am Reibeisen abgerieben, auch dazu genommen, eine Puddingkapsel mit

Butter bestrichen und mit Zucker besäet, die Masse darein gefüllt und im

kochenden Wasser 3 Viertelstunden gelassen. -- Dazu macht man folgende

Sauce: Eine halbe Maas Milch, von einer halben Citrone das Gelbe und 3

Loth Zucker läßt man in einer messingenen Pfanne miteinander kochen;

hierauf schlägt man 3 Eiergelb in ein Geschirr, gießt ein halbes Glas

Marasquino und die kochende Milch langsam daran, thut es nochmals in die

Pfanne und läßt es anziehen; dann stürzt man den Pudding auf eine Platte

und gibt die Sauce dazu.

160. Neunlothpudding.

Für 6 bis 8 Personen sind 6 Loth hinreichend. In einer messingenen

Pfanne wird 1 schwacher Schoppen Wasser, 6 Loth Butter, 6 Loth Zucker,

woran eine halbe Citrone abgerieben wurde, 6 Loth fein gestoßene

Mandeln, 6 Loth feines Mehl zu einem dicken Brei zusammen gekocht,

die Masse in eine Schüssel gethan und 6 Eiergelb nacheinander dazu

genommen, das Weiße davon zu Schnee geschlagen, zulezt damit vermischt,

ein Puddingmodel mit Butter bestrichen, mit Zucker bestreut, die Masse

hineingefüllt und in kochendem Wasser eine Stunde gekocht. -- Man macht

eine Hagenbuttensauce auf folgende Art dazu: Man rührt 2 Löffel voll

Hagenbuttenmark und 1 Löffel voll feines Mehl in einer messingenen

Pfanne untereinander, gießt 1 Schoppen guten Wein daran, thut auch

Zucker dazu und läßt es miteinander aufkochen. Wenn der Pudding auf der

Platte liegt, gießt man die Sauce von der Seite daran.

161. Pudding von süßen Nudeln.

Von 1 Ei und 1 Dotter und so viel Mehl, als diese anschlucken, macht

man einen festen Teig, wellt Kuchen davon aus, schneidet diese 2

Messerrücken dick, siedet sie im Salzwasser, zieht sie durch kaltes

Wasser und läßt sie ablaufen; nun rührt man 1 Pfund Butter schaumig,

auch rührt man 5 Eiergelb, die Nudeln, 1 Pfund gewiegten Citronat

und Pomeranzenschalen, eine halbe Citronenschale, fein gewiegt, 4

Loth Zucker, 2 kleingeschnittene Aepfel, den Schnee von 5 Eierweiß

untereinander, füllt die Masse in ein nasses Tuch, bindet es fest

zu, kocht den Pudding 5 Viertelstunden lang in kochendem Wasser und

macht folgende Weinsauce dazu: Man läßt 1 kleinen Löffel voll Mehl mit

einem Stückchen Butter gelb anlaufen, löscht es mit Wein ab, Zucker,

1 Messerspitze voll Zimmt, eben so viel Muskatblüthe, läßt Alles mit

einander aufkochen und gießt diese Sauce an den Pudding.

162. Plumpudding.

1 Pfund Ochsennierenfett häutet man sauber ab, schneidet es in ganz

kleine Stückchen, 1 Pfund geriebenes weißes Brod dazu, 3/4 Pfund fein

gestoßenen Zucker, 3/4 Pfund kleine und eben so viel gewaschene große

Weinbeeren, das gewiegte Gelbe von 1 Citrone, 1 Quint gestoßenen Zimmt,

2 Messerspitzen gestoßene Muskatblüthe, ein Glas Cognac, dieses Alles

macht man mit 13 Eiern untereinander, bindet den Pudding in ein nasses

Tuch ein und läßt ihn in kochendem, ein wenig gesalzenem Wasser 4 bis

5 Stunden lang kochen, stürzt ihn dann auf eine Platte, schneidet oben

eine kleine Oeffnung in den Pudding, worein man Zucker streut, Arak

gießt, diesen anzündet und den Pudding brennend aufträgt.

163. Reispudding.

Ein Viertelpfund sauber gewaschenen Reis kocht man ganz weich mit einer

halben Maas Milch, treibt ihn durch ein Haarsieb; dann rührt man ein

Viertelpfund Butter in einer Schüssel leicht, thut 8 Loth fein gestoßene

Mandeln und 6 Loth Zucker dazu, legt 1 Löffel voll Reis in die Butter

und 1 Eiergelb dazu; so macht man fort bis zum Ende. Zulezt rührt man

die Mandeln auch daran, schlägt von dem Eierweiß einen steifen Schnee,

rührt ihn langsam unter die Masse, bestreicht einen Melonenmodel mit

Butter, thut die Masse darein, stellt sie in den Ofen und läßt sie gut

ausbacken. In einer kleinen Stunde ist der Pudding gebacken. Daran macht

man eine Aprikosensauce aus 3 Löffel voll Aprikosenmarmelade und 1

Schoppen Rheinwein, läßt es miteinander aufkochen und gießt es auf den

Pudding.

164. Gefüllter Reispudding.

Ein Viertelpfund Reis brüht man mit kochendem Wasser an, läßt ihn

eine Viertelstunde stehen, kocht ihn mit 1/2 Vierl. Butter weich,

rührt ihn mit einem Viertelpfund gestoßenem Zucker und noch 1/2 Vierl.

Butter bis er kalt ist, schlägt 6 Eiergelb daran, eine halbe am

Reibeisen abgeriebene Citrone, den Schnee von den 6 Eierweiß, rührt

Alles miteinander, füllt die Hälfte der Masse in ein Aufzugblech, legt

oben darauf eine Oblate, auf diese etwas Eingemachtes, auf dieses die

andere Hälfte der Masse, backt den Pudding im Ofen und macht folgende

Sauce: 3 Loth abgezogene, feingestoßene Mandeln läßt man mit 1 Schoppen

süßen Rahm, 1 Schoppen Milch, 1 Citronenschale und einem Stück Zucker

aufkochen, verrührt 3 Eiergelb, gießt die kochende Milch daran, läßt

Alles noch einmal anziehen und gießt diese Sauce an den Pudding.

165. Russischer Pudding.

1 Pfund gereinigtes Ochsenmark wird zu kleinen Stückchen geschnitten

und mit 6 Loth geriebenem Weißbrod, 7 Kochlöffeln feinem Mehl, einem

halben Pfund Zucker, einem halben Pfund großen und eben so viel

kleinen Weinbeeren, einem Glas starken Arak, dem gewiegten Gelben von

1 Citrone, Zimmt und 10 Eiern gut durcheinander gemacht, in ein nasses

Tuch, aber nicht fest, eingebunden und 2 Stunden in kochendem Wasser

gekocht. -- Man gibt folgende Sauce dazu: 1 Pomeranze reibt man am

Zucker, zieht die weiße Haut ab, nimmt die Kerne heraus, schneidet das

Mark in Stückchen, läßt dieses mit dem abgeriebenen Zucker, dem Saft von

1 Citrone und 1 Bouteille Wein miteinander aufkochen, schlägt 3 Eiergelb

in einen Topf, thut 3 Finger voll Mehl dazu, rührt es mit kaltem Wasser

glatt, nimmt den kochenden, gewürzten Wein dazu, läßt es noch einmal,

während es stark sprudelt, aufkochen und gießt die Sauce über den

angerichteten Pudding.

166. Aepfelauflauf.

Man rührt ein Viertelpfund Butter leicht, schneidet gute Aepfel in

kleine Stückchen, thut sie in die Butter, schneidet die harte Rinde

von 2 Wecken oder Milchbroden ab, das Weiche davon kocht man, klein

geschnitten, in einer messingenen Pfanne mit 1 Schoppen Milch wie

einen Brei, läßt es erkalten, nimmt es zu der Butter, 6 Loth Zucker,

5 Eiergelb, wenn es nöthig ist, noch 3 Löffel voll sauren Rahm dazu,

zulezt mischt man den Schnee von den 5 Eierweiß darunter, füllt den

Auflauf in eine mit Butter bestrichene Schüssel, zieht ihn gelb auf und

streut Zucker darüber.

167. Aepfelauflauf anderer Art.

Man dämpft 14 bis 16 Borsdorfer-Aepfel mit einem Stück Butter und einem

Stück Zucker in einer Casserolle nicht sehr weich, bestreicht das

Geschirr, in welchem man den Auflauf auftragen will, mit Butter und

sezt die Aepfel darein. Dann nimmt man gleich viel Eier, Zucker und

Mandeln an Gewicht, der Zucker wird fein gestoßen, die Mandeln geschält

und mit Eierweiß zu einem Brei am Reibstein gerieben; dann der Zucker,

die Eiergelb und die mit Eierweiß zerriebenen Mandeln wie zu einer

Mandeltorte gerührt, von den übrigen Eierweiß wird ein steifer Schnee

geschlagen und ebenfalls unter die Masse gemischt. Hiemit werden die

Aepfel übergossen und im Bratrohr schön gelb aufgezogen.

168. Aepfelscharlott.

Man schält die Aepfel, kocht sie in einer Casserolle mit einem

Viertelpfund Butter, einem Viertelpfund Rosinen und Zibeben, 2

Messerspitzen voll gestoßenem Zimmt und der halben Schale einer fein

gewiegten Citrone zu einem Brei und läßt sie erkalten. Dann schneidet

man Wecken- oder Milchbrodschnitten, backt sie im Schmalz gelb,

bestreicht ein ziemlich tiefes Backblech mit Butter, bestreut es mit

Zucker, legt den Boden mit einem Theil der gebackenen Schnitten aus,

legt auf diese eine Lage von den gekochten Aepfeln, darauf eingemachte

Früchte, dann wieder Aepfel und wieder Früchte, so macht man fort,

bis die Aepfel zu Ende sind; zulezt überlegt man die Speise oben mit

gebackenen Schnitten, stellt das Geschirr anderthalb Stunden in ein

Bratrohr, gießt nun 2 Löffel voll Himbeergelée darüber und eben so viel

an die Seite des Geschirres, daß die Schnitten weich werden.

169. Aepfelkunzen.

6 bis 8 Stück Breitling (Bachäpfel) werden geschält, geschnitten, in

einem Stück Butter und mit einem Stück Zucker nicht ganz weich gedämpft,

in einer Schüssel 10 Loth Butter, 4 Loth Zucker, woran eine Citrone

abgerieben wurde, leicht gerührt, 8 Eiergelb, eins nach dem andern,

dazu genommen, zu einem jeden Eiergelb ein kleiner Kaffeelöffel voll

Mehl, von den 8 Eierweiß ein Schnee geschlagen, Alles untereinander

vermischt, in eine mit Butter bestrichene Schüssel gefüllt, gelb

aufgezogen und Zucker darüber gestreut.

170. Aprikosenauflauf.

Man rührt 1 Schoppen sauren Rahm mit 4 Eiergelb und einem Viertelpfund

Zucker ganz dick, mengt 3 Loth Mehl und den Schnee von den 4 Eierweiß

unter die Masse, legt das mit Butter bestrichene Geschirr, das man zu

Tische gibt, mit Aprikosen (frischen oder eingemachten) aus, füllt die

Masse darauf, zieht den Auflauf gelb auf und streut Zucker darüber.

171. Breiauflauf.

Man kocht einen Kindsbrei von einer halben Maas Milch, rührt ihn mit 4

Loth Butter in einer Schüssel leicht, thut 5 Eiergelb, eins nach dem

andern, 4 Loth Zucker, woran eine Citrone abgerieben, fein gestoßen,

nebst 4 Loth Rosinen und dem Schnee von den 5 Eierweiß unter die Masse,

bestreicht eine Porzellanschüssel mit Butter, füllt den Auflauf hinein

und zieht ihn bei geringer Hitze auf.

~Anmerkung.~ Bei allen diesen Aufläufen ist ein Porzellangeschirr

besser als ein blechernes.

172. Schwarzbrodauflauf.

Ein Viertelpfund Butter wird in einer Schüssel schaumig gerührt und

nach und nach 6 Eiergelb daran gerührt, 8 Loth schwarzes Brod reibt man

am Reibeisen, feuchtet es mit einem Glas rothen Wein an, nimmt noch

eine geriebene Muskatnuß, eine Messerspitze voll Zimmt, eben so viel

Muskatblüthe, ein Viertelpfund Zucker, an einer Citrone abgerieben,

4 Loth Citronat und Pomeranzenschalen, fein gewiegt und zulezt die

Eierweiß zu einem Schnee geschlagen, dazu, mengt die Masse recht

untereinander und zieht nun den Auflauf in einer mit Butter bestrichenen

Porzellanschüssel im Ofen recht schön gelb auf.

173. Butterauflauf.

Ein Viertelpfund Butter wird schaumig gerührt, eine ganze Citrone an

einem Viertelpfund Zucker abgerieben, dieser fein gestoßen und mit

12 Eiergelb, zu welchem jedesmal eine Messerspitze voll feines Mehl

genommen wird, zu dem Obigen gerührt; sind nun die Eier alle daran, so

kommen noch 3 Eßlöffel voll saurer Rahm dazu, nebst dem Schnee von den

14 Eierweiß, man vermischt die Masse gut miteinander und zieht sie in

einem mit Butter bestrichenen Aufzugblech auf.

174. Chokoladeauflauf.

8 Loth Chokolade läßt man in einer messingenen Pfanne in 3 Eßlöffel voll

Wasser zerlaufen; dann thut man 2 Loth Butter und 3 Loth fein gestoßene

Mandeln dazu und läßt es ein wenig miteinander kochen, thut es sodann in

eine Schüssel, rührt 6 Eiergelb, eines nach dem andern, daran, schlägt

das Weiße zu Schnee, bestreicht ein Geschirr, das man zur Tafel geben

will, mit Butter, thut die Masse darein, stellt sie in den Ofen und läßt

sie schön aufziehen. In einer starken Viertelstunde ist er fertig.

175. Gerührter Chokoladeauflauf.

6 starke Löffel voll Zucker werden mit 6 Eiergelb so lange gerührt, bis

die Masse ganz dick ist, dann kommt eine Messerspitze voll Zimmt, ein

Viertelpfund geriebene Vanillechokolade, 1 Loth feines Mehl und der

Schnee von den 6 Eierweiß dazu; Alles wird miteinander vermischt, eine

Schüssel mit Butter bestrichen, die Masse darein gefüllt, im Ofen schön

gelb aufgezogen und Zucker darauf gestreut.

176. Chokoladeauflauf mit Brod.

3 Wecken oder Milchbrod, welche fein geschnitten werden, wie zur Suppe,

kocht man mit 1 Schoppen Milch wie Brei, nimmt sie in eine Schüssel,

rührt 6 Loth Butter, 4 Loth gestoßenen Zucker, 5 Eiergelb und ein

Viertelpfund geriebene Chokolade mit dem Brei eine starke Viertelstunde,

schlägt von den 5 Eierweiß einen Schnee, mengt diesen auch unter die

Masse, bestreicht eine Schüssel mit Butter, schüttet die Masse hinein,

läßt den Auflauf schön gelb aufziehen und streut Zucker darauf.

177. Gerührter Citronenauflauf.

Man rührt in einer Schüssel 6 Löffel voll Zucker, 6 Eiergelb, Salz, 2 am

Reibeisen abgeriebene Citronen, den Saft von diesen, so lange bis die

Masse dick ist, schlägt einen steifen Schnee von den 6 Eierweiß, mischt

mit diesem 2 Loth Mehl darunter, bestreicht eine Schüssel mit Butter,

füllt die Masse hinein, läßt den Auflauf in einem nicht sehr heißen Ofen

schön gelb backen und streut Zucker darauf.

178. Citronenauflauf anderer Art.

Von einer halben Maas Milch kocht man einen dicken Brei, thut ihn in

eine Schüssel, 8 Loth Butter, 8 Loth gestoßenen Zucker, 2 am Reibeisen

abgeriebene Citronen, das Mark von diesen in Blätter geschnitten, 5

Eiergelb daran, rührt Alles eine Viertelstunde recht stark, schlägt

von den 5 Eierweiß einen steifen Schnee, vermischt ihn auch damit,

bestreicht die Schüssel, die man zu Tisch geben will, mit Butter,

schüttet die Masse darauf, läßt den Auflauf schön gelb aufziehen und

streut Zucker darauf.

179. Crêmeauflauf.

An 4 Kochlöffel voll Mehl, in einer messingenen Pfanne, rührt man 4

Eiergelb, gießt einen halben Schoppen Milch dazu und kocht dieses

zu einer dicken Crême. Diese thut man in eine Schüssel, 4 Loth fein

gestoßenen Zucker daran, eine halbe Citrone am Reibeisen abgerieben,

rührt noch 4 Eiergelb, eines nach dem andern, daran, schlägt das Weiße

zu Schnee, mengt es langsam unter die Masse, bestreicht ein Aufzugblech

mit Butter und läßt sie im Ofen schön aufziehen. In einer Viertelstunde

ist der Auflauf fertig.

180. Auflauf von geriebener Gerste.

2 Eiergelb und so viel Mehl, was diese anschlucken, wiegt man so fein

wie möglich miteinander, kocht in einer halben Maas Milch einen dicken

Brei davon und läßt ihn in einer Schüssel erkalten. Dann rührt man

ein Viertelpfund Butter leicht, nimmt 4 Loth an einer halben Citrone

abgeriebenen Zucker, 6 Eiergelb, eine Hand voll Rosinen und Cibeben, 2

Loth geschnittenen Citronat, nebst dem Schnee von den 6 Eierweiß zu der

Butter, den Brei dazu, mischt alles wohl untereinander, bestreicht ein

Geschirr mit Butter, füllt die Masse darein, läßt den Auflauf schön gelb

aufziehen und streut Zucker darauf.

181. Süßer Kartoffelauflauf.

Man reibt 1 Pfund gesottene, kalte Kartoffeln, stoßt 1 Viertelpfund

abgezogene Mandeln und 1 Viertelpfund an einer Citrone abgeriebenen

Zucker recht fein und thut es zu den Kartoffeln; dann läßt man ein

Viertelpfund Butter in einer Schüssel zergehen, thut das Obige mit 6

Eiergelb und einem halben Schoppen saurem Rahm dazu, rührt Alles eine

Viertelstunde lang miteinander, mischt den Schnee von den 6 Eierweiß

damit, läßt den Auflauf in einer mit Butter bestrichenen Schüssel gelb

aufziehen und streut Zucker darauf.

182. Kapuzinerauflauf.

2 feingeschnittene Wecken feuchtet man mit einem Glas siedendem Wein

an, rührt 1 Pfund Butter schaumig, thut das Brod, nebst 1 Viertelpfund

Zucker, an welchem eine Citrone abgerieben wurde, fein gestoßen, dazu;

schält 4 Rosenäpfel, schneidet sie zu kleinen dünnen Schnittchen, 1

Viertelpfund Cibeben und Rosinen, alle Arten gekochter Früchte, 6

Eiergelb, zulezt den Schnee von den Eierweiß darunter, mischt die ganze

Masse gut untereinander und zieht den Auflauf in einem mit Butter

bestrichenen Aufzugblech im Ofen auf.

183. Mandelauflauf.

1 Viertelpfund geschälte Mandeln werden im Mörser mit Milch fein

gestoßen, in einer Pfanne mit 3 Kochlöffeln voll feinem Mehl glatt

gerührt, 4 Loth an einer Citrone abgeriebener Zucker dazu genommen, 1

Schoppen Milch daran geschüttet und nun ein nicht gar dicker Brei davon

gekocht, 4 Loth Butter dazu geschnitten, 6 Eiergelb daran gerührt, das

Weiße davon zu einem Schnee geschlagen, damit vermischt, Alles recht

untereinander gekocht, eine Schüssel mit Butter bestrichen, die Masse

darein gefüllt, in einem nicht sehr heißen Ofen aufgezogen und Zucker

darauf gestreut.

184. Nudelnauflauf.

Man macht von 3 Eiern ganz feine Nudeln, röstet sie mit einem Stück

Butter gelb, läßt sie in einem Haarsieb ablaufen, läßt 4 Loth Butter in

einer Schüssel zergehen, mischt diese und 3 Löffel voll sauren Rahm, 6

Loth gestoßenen Zucker, woran eine Citrone abgerieben wurde, 5 Eiergelb

und zulezt den Schnee von diesen mit den Nudeln untereinander, füllt die

Masse in eine mit Butter bestrichene Schüssel, backt den Auflauf schön

gelb und streut Zucker darauf.

185. Nudelnauflauf anderer Art.

Von einem ganzen Ei, einem Dotter und Butter von Hühnereigröße macht man

einen Nudelnteig wellt die Kuchen so fein wie möglich aus, schneidet sie

aber nicht sehr fein, kocht sie in Milch, daß sie saftig sind, schneidet

6 geschälte, gute Aepfel in kleine Stückchen, nimmt 4 Loth Rosinen, 4

Loth gestoßenen Zucker, bestreicht eine Schüssel mit Butter, legt unten

von den Nudeln darein, dann geschnittene Aepfel und Rosinen, Nudeln,

Aepfel und Rosinen und macht so fort, bis Alles zu Ende ist. Nun schlägt

man 3 Eier in ein Geschirr, einen halben Schoppen sauren Rahm und einen

halben Schoppen süße Milch dazu, rührt es durcheinander, gießt es über

die Nudeln, zieht sie auf und streut Zucker darüber.

186. Pomeranzenauflauf.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 5 / 25 段