Der Kohl wird sauber gepuzt, gewaschen, mit kochendem Wasser zugesezt,

weich gekocht, in einen Durchschlag geschüttet, kaltes Wasser darüber

gegossen, in einer Casserolle, worin Zwiebeln und Petersilie in einem

Stücke Fett gedämpft worden, eine Viertelstunde gekocht, Mehl, Salz,

Pfeffer, Muskatnuß, Fleischbrühe daran gethan und mit diesen vollends

ausgekocht.

~Anmerkung.~ Bei dieser Art von Gemüsen ist das Mehlstreuen besser

als das Rösten.

114. Winterkohl.

Der Kohl wird abgestreift, gewaschen, mit einem Stück Fett und kochendem

Wasser beigesezt, weich gekocht, abgeschüttet und eine Viertelstunde

in kaltem Wasser liegen gelassen; dann wird er fest ausgedrückt,

nebst Zwiebeln fein gewiegt, in einer Casserolle mit einem Stück

Schweins- oder Gänsefett, worin 3 Löffel voll Mehl geröstet worden,

eine Viertelstunde gedämpft, ein Schöpflöffel voll Fleischbrühe daran

gegossen, nebst Salz und Muskatnuß. -- Man kann ihn, wenn er auf der

Platte ist, mit glacirten Kastanien garniren.

115. Gedämpfte Kohlrabi.

Die Kohlrabi werden sauber geschält, fein geschnitten, gesalzen,

zugedeckt, eine Stunde stehen gelassen, mit kochendem Wasser zugesezt,

weich gekocht, abgeschüttet und kaltes Wasser daran gegossen, daß sie

weiß bleiben; dann dämpft man in einer Casserolle mit einem Stück Butter

fein gewiegte Zwiebeln und Petersilie, läßt die Kohlrabi eine Stunde

darin kochen und streut 3 Finger voll Mehl darauf, rührt sie um und

gießt 1 Löffel voll weiße Bouillon daran; auch Pfeffer und Muskatnuß.

116. Gefüllte Kohlrabi.

Man nimmt schöne, halb ausgewachsene, gleich große Kohlrabi, schält sie,

schneidet das Herzblatt sammt dem Deckel oben weg, kocht sie weich,

gießt sie durch ein Haarsieb ab und schüttet kaltes Wasser darüber. Nun

höhlt man die Kohlrabi aus und macht folgende Fülle dazu: ein Stück

kalter Braten wird gewiegt, ein eingeweichter und ausgedrückter Wecken,

nebst 3 Eiern, Salz, Muskatnuß, fein gewiegten Zwiebeln und Petersilie

miteinander vermengt, in einer Casserolle in einem Stück Butter

gedämpft, die Kohlrabenköpfe damit angefüllt, in einer Bratpfanne mit

ein wenig Fleischbrühe auf Kohlen gesezt, die abgeschnittenen Deckelchen

wieder darauf gelegt, Alles noch ein wenig gedämpft und eine Buttersauce

daran gemacht.

117. Gelbe Bodenkohlrabi.

Diese werden geschält, gewaschen, in Blätter oder in viereckige

Stückchen geschnitten, in einem Stück Butter weich gedämpft, Mehl darauf

gestreut, Fleischbrühe daran gegossen und noch eine Weile gekocht; wenn

man will, kann man auch ein wenig Zucker dazu nehmen.

118. Baierisch Kraut.

Dasselbe wird fein eingeschnitten, ein wenig gesalzen und mit einem

Stück Schweinfett und Zwiebeln in einer Casserolle weich gedämpft; ist

es weich, so gießt man ein halbes Glas Essig daran, ein Glas Wein, etwas

Fleischbrühe, streut ein wenig Mehl darauf, macht es unter einander und

läßt es auskochen.

119. Blaues Kraut.

Das Kraut wird fein eingeschnitten, in einer Casserolle eine

feingeschnittene Zwiebel gedämpft, das Kraut dazu gethan, ein Gläschen

Essig daran gegossen, eine Stunde lang gedämpft und wenn es recht weich

ist, ein wenig Mehl darauf gestreut, Fleischbrühe daran geschüttet, und

Zucker nach Belieben, noch ein halbes Glas Wein und Pfeffer und Salz

nach Gutdünken daran gethan.

120. Weißes Kraut mit saurem Rahm.

Man sticht den Strunk von 2 bis 3 Krautköpfen aus, legt sie eine Stunde

in frisches Wasser, kocht sie im Salzwasser halb weich, läßt sie in

einem Seiher ablaufen, schneidet jeden Kopf in zwei Theile, bindet

ihn mit Bindfaden wieder fest zusammen, legt das Kraut mit einem

Stück Butter in eine Casserolle, thut gewiegte Zwiebeln, Petersilie,

Körbelkraut, Estragon, Thimian und Basilikum dazu, auch ein Stück

geräuchertes Fleisch, deckt die Casserolle zu, kehrt das Kraut öfters um

und gießt etwas Jus daran, wenn es keinen Saft mehr haben sollte. Ist

das Kraut nun bald weich, so streut man ein wenig Mehl darauf, salzt

es, thut Muskatnuß und Pfeffer dazu, gießt eine halbe Stunde vor dem

Serviren eine halbe Maas dicken, sauren Rahm daran, nimmt das Fleisch

heraus, schneidet es in Stückchen, richtet das Kraut an, macht die

Bindfäden los und garnirt es mit dem geräucherten Fleisch.

121. Gedämpftes weißes Kraut.

Das Kraut wird fein geschnitten, die Rippen davon genommen, ein

Stück Butter und ein Stück Zucker, so groß wie ein Hühnerei, in eine

Casserolle gethan; ist der Zucker und Butter schön gelb, so legt man

das Kraut hinein, läßt es weich dämpfen, streut Mehl darauf, gießt

einen halben Schöpflöffel voll Fleischbrühe oder Jus daran und läßt es

auskochen.

122. Gefülltes weißes Kraut.

1 Kopf weißes Kraut wird in Salzwasser halb weich gekocht und eine Fülle

von Folgendem dazu gemacht: zu 1 Pfund Schweinbrät wird 1 eingeweichte,

fest ausgedrückte Wecke, Zwiebeln, Petersilie, fein gewiegt und 3-4

Eier genommen, der Kopf bis auf das Herzblatt abgeblättert, 1 Löffel

voll von der Fülle auf jedes Blatt gestrichen, der Kopf wie vorher

zusammengemacht, mit einem Bindfaden fest gebunden, in eine Bratpfanne

gesezt, ein wenig Fleischbrühe daran gegossen, im Ofen gebacken und

entweder eine Buttersauce daran gemacht oder mit Jus gegeben.

123. Baierische Rüben.

Die Rüben werden rein gewaschen, geschabt, in einer Casserolle mit

Schweinfett, ein wenig Fleischbrühe oder warmem Wasser eine Stunde

gekocht, und wenn sie weich sind, legt man ein Stück Schweinefleisch

dazu, röstet in einer Pfanne ein paar Löffel voll Mehl in einem Stück

Fett braun, löscht es mit Fleischbrühe ab, rührt es glatt, schüttet es

an die Rüben und läßt diese noch eine halbe Stunde kochen.

124. Baierische Rüben mit Kastanien.

Die Rüben werden, wenn sie gepuzt und geschnitten sind, im Zucker

gebräunt, die Kastanien, gebraten mit einem Schweinsfuß und einem

Schweinsohr, dazu gelegt; wenn Alles weich ist, schneidet man etliche

gebratene Bratwürste in kleine Stückchen, nimmt sie auch dazu und

richtet nun die Rüben an.

125. Gelbe Rüben.

Die gelben Rüben werden abgeschabt, lang und fein geschnitten und in

einer Schüssel voll lauem Wasser mit der Hand gerieben, daß alles

Unreine davon kommt. Dann werden sie mit einem Stück Butter in einer

Casserolle nebst fein gewiegten Zwiebeln weich gedämpft, hierauf kleine

geschälte Kartoffeln dazu gethan und Alles miteinander weich gekocht.

Man schüttet etwas Fleischbrühe daran und beim Anrichten kommen die

gelben Rüben mitten in die Platte, die Kartoffeln werden um die Platte

herumgelegt.

126. Gelbe Rüben anderer Art.

Die Rüben werden ebenso wie die vorigen zubereitet; sie werden in einer

Casserolle mit feingewiegten Zwiebeln und Petersilie in Butter weich

gedämpft, ein halber Schoppen guter süßer Rahm daran gegossen, mit ein

wenig Mehl und Zucker bestreut und so noch eine Viertelstunde gekocht.

127. Weiße Rüben.

Die Rüben werden abgeschabt, fein und lang geschnitten, wie geschnittene

Nudeln, gewaschen und in einer Casserolle mit einem Stücke Fett weich

gedämpft. Dann streut man ein wenig Mehl darüber und gießt 2 Eßlöffel

voll sauren und eben so viel süßen Rahm daran.

128. Weiße Rüben anderer Art.

Die Rüben werden ebenfalls wie bei No. 127 vorbereitet; 3 Loth Zucker

röstet man in einer Casserolle mit Fett schön gelb, thut die Rüben

dazu und läßt sie eine Stunde lang kochen; sind sie weich, so streut

man einen Löffel voll Mehl darüber und macht sie mit einem Kochlöffel

untereinander, gießt einen Löffel voll Fleischbrühe daran und läßt sie

noch eine Stunde kochen.

129. Weiße Rüben auf polnische Art.

Nachdem die Rüben geschält und geschnitten sind, werden sie im heißen

Schmalz gebacken, in einer Casserolle mit Bouillon oder Jus gekocht, ein

wenig Mehl darauf gestreut, Zucker dazu genommen und noch einmal mit

aufgekocht. Man kann Carbonade, Schaf- oder Schweinefleisch dazu geben.

130. Sauerkraut mit saurem Rahm.

Man drückt das Kraut fest aus, legt ein Stück geschnittenen Speck, 2

große Zwiebeln, fein geschnitten, und das Kraut in eine Casserolle,

legt ein Stück von einem Hasen, einer wilden Ente, oder ein Stück

geräuchertes Fleisch dazu und läßt Alles miteinander dämpfen; sollte das

Kraut keinen Saft mehr haben, so muß saurer Rahm daran gegossen werden.

Eine Viertelstunde vor dem Serviren streut man 3 Finger voll Mehl und 1

Messerspitze voll Pfeffer auf das Kraut und gibt es mit dem Fleisch zu

Tische.

131. Sauerkraut mit Hecht.

Das Sauerkraut wird mit Wein, Cognak oder Arak weich gekocht; dann läßt

man es in einem Haarsieb gut ablaufen. Hat man einen übrig gebliebenen

Hecht, so ist es gut, wo nicht, so siedet man einen solchen blau ab,

gräthet ihn aus und schneidet ihn in kleine Stückchen. Frisch gesottene

Kartoffeln werden nun geschält, in Scheiben geschnitten, und in ein

Aufzugblech zuerst Kartoffeln, dann Kraut, dann der Hecht gelegt, wieder

Kraut, oben darauf noch einmal Kartoffeln, und so fort, bis das Geschirr

voll ist. Man rührt einen halben Vierling Butter und einen Kochlöffel

voll Mehl mit einem Ei an, gießt dieses über das Kraut, backt es im Ofen

und stürzt es vor dem Auftragen auf eine Platte.

132. Sauerkraut mit Lerchen.

Das Kraut wird mit Schweinfett, Zwiebeln und einer Bouteille Champagner

weich gekocht; die Lerchen rupft man, nimmt die Augen heraus, steckt

den Kopf auf die Brust, dreht die Füße, steckt 6-7 Lerchen an einen

hölzernen Zweck und läßt sie in einer Casserolle mit einem Stück Fett,

Zwiebeln, Lorbeer, ganzem Pfeffer und Nelken eine Stunde kochen. Wenn

sie schön gelb sind, richtet man das Kraut an, legt die Lerchen schön

darauf, aber so, daß man ihre Köpfe sehen kann, und legt oben darauf

wieder Kraut; doch müssen die Köpfe immer sichtbar bleiben.

133. Sauerkraut mit Feldhühnern.

Das Kraut wird in einer Casserolle mit Schweinfett, Zwiebeln und

einem Glas Wein weich gekocht; die Feldhühner werden dressirt, in

Speck eingebunden, Salz, Pfeffer, Citronen, Nelken, Muskatblüthe,

Lorbeerblätter, Zwiebeln, gelbe Rüben, Sellerie und Citronenkraut dazu

gelegt, ein wenig Fleischbrühe daran gegossen und in einer zugedeckten

Casserolle eine Stunde lang gedämpft. Man nimmt nun den Deckel von der

Casserolle, läßt die Hühner schön gelb braten, schneidet die Brust von

ihnen ab, richtet das Kraut an, legt die Brüste schön darauf und gießt

das Fett, worin sie gebraten wurden, über das Kraut.

134. Schwarzwurzeln.

Man schabt die Wurzeln sauber ab und legt sie in ein Geschirr mit

kaltem Wasser, worein man eine Hand voll Mehl thut; sind die Wurzeln

alle geschabt, so reibt man sie mit der Hand sauber aus (sie dürfen nur

halbfingerlang geschnitten werden), thut sie in eine Casserolle, knetet

einen halben Vierling Butter mit einer Hand voll Mehl, legt es auf die

Schwarzwurzeln, gießt ein wenig Fleischbrühe, Salz und Muskatnuß nach

Belieben daran und läßt sie weich kochen.

135. Schwarzwurzeln anderer Art.

Sie werden gewaschen, gepuzt, gereinigt und im Salzwasser weich

gesotten; dann schält man Kartoffeln ab, schneidet sie in 4 Theile,

nimmt ein Stück Butter in die Casserolle, die Kartoffeln und ein wenig

süße Milch dazu und dämpft sie weich. Salz und Muskatnuß kommt auch

daran. Ist Alles weich, so legt man die Schwarzwurzeln zu den Kartoffeln

und gießt noch einen halben Schoppen sauren Rahm daran.

136. Gebackene Schwarzwurzeln.

Diese werden gepuzt, gewaschen, in fingerlange Stückchen geschnitten,

im Salzwasser weich gekocht und folgender Teig gemacht: 2 Hände voll

Mehl rührt man mit 1 Schoppen Weißbier oder Wein glatt, drückt die

Schwarzwurzeln in diesen Teig, backt sie in einer Pfanne mit heißem

Schmalz schön gelb und macht entweder eine Buttersauce dazu, oder gibt

man sie trocken zum Spinat.

137. Spargeln.

Die Spargeln werden gepuzt, geschabt, das Weiße davon geschnitten, und

in einer messingenen Pfanne in kochendem Wasser mit einer großen Hand

voll Salz weich gekocht, auf eine Platte angerichtet und folgende Sauce

dazu gemacht: 2 Kochlöffel voll Mehl rührt man in einer messingenen

Pfanne mit kaltem Wasser glatt an, schlägt 3 Eiergelb darein, den Saft

von einer halben Citrone, drei Löffel voll dicken sauren Rahm, Salz,

Muskatnuß, etwas Fleischbrühe und läßt dieses unter immerwährendem

Rühren, damit es nicht gerinnt, auf den Kohlen aufkochen.

138. Spinat.

Der Spinat wird sauber gelesen und gewaschen, mit Salzwasser zugesezt

und weich gekocht, eine Stunde in kaltes Wasser gelegt, fest

ausgedrückt, mit einem Zwiebel fein gewiegt, 2 Löffel voll Mehl in einem

Stück Butter hellgelb geröstet, der Spinat darin gedämpft, ein Löffel

voll Fleischbrühe daran gegossen und so gekocht. (Muskatnuß kann man

auch daran reiben.)

139. Fischpudding.

Ein Pfund Fischbrät, ein eingeweichter, fest ausgedrückter Wecken, eine

große, feingewiegte Zwiebel, welcher in 1/2 Vierl. Butter gedämpft

wurde, wird mit 3 Eiern eine Viertelstunde gerührt, 1/2 Quart Milch,

Salz und Muskatnuß dazu genommen, Alles noch einmal durcheinander

gemacht, die Masse in ein nasses Tuch fest eingebunden, in kochendem

Wasser eine Stunde gelassen und eine Brieschensauce dazu gemacht. -- Ein

Brieschen wird gereinigt, mit einer Zwiebel und dem Gelben von einer

Citrone fein gewiegt, in einer Casserolle mit einem Stück Butter

und dem Gewiegten gedämpft, ein halber Kochlöffel voll Mehl darauf

gestreut, mit kaltem Wasser glatt gerührt, mit einem Löffel voll guter

Fleischbrühe aufgekocht, Salz und der Saft von einer halben Citrone

dazu genommen, der Pudding auf die Platte gelegt und die Sauce darüber

gegossen. -- Fischbrät wird auf folgende Art gemacht: Man schuppt und

puzt den Fisch sauber, schabt das Fleisch von den Gräten, legt es ein

wenig in Milch und wiegt es dann recht fein.

140. Kartoffelknopf mit Schinken.

Gesottene, kalte Kartoffeln reibt man am Reibeisen, wiegt ein halbes

Pfund magern Schinken, nimmt einen eingeweichten und ausgedrückten

Wecken, nebst feingewiegten Zwiebeln, läßt ein Viertelpfund Butter in

einer Schüssel zerlaufen, thut alles Obige nebst 5 bis 6 Eiern dazu,

auch Schnittlauch, Salz und Muskatnuß, bindet die Masse in ein nasses

Tuch, läßt sie eine Stunde im Salzwasser kochen, richtet den Knopf an

und schmälzt ihn mit Butter und Brod ab.

141. Krebspudding.

Von 25 Krebsen nimmt man die Galle und Schwänze weg, stoßt leztere

mit Butter recht fein, dämpft mit einem Viertelpfund Butter in einer

Casserolle das Gestoßene so lange, bis es Schaum gibt, läßt sie mit

Wasser oder Fleischbrühe aufkochen, nimmt die Krebsbutter oben weg,

gießt sie in kaltes Wasser, rührt sie in einer Schüssel ganz weiß,

nimmt die Hälfte davon zu 2 eingeweichten, fest ausgedrückten Wecken, 5

Eiergelb, 1 geriebenen Muskatnuß, Salz, dem Schnee von den 5 Eierweiß,

rührt Alles recht untereinander, legt die Krebsschwänze auf ein nasses

Tuch, füllt die Masse darauf, bindet das Tuch zu, kocht den Pudding in

kochendem Wasser eine Stunde lang, und macht folgende Krebssauce: die

zweite Hälfte der Krebsbutter kommt mit 1 Kochlöffel voll Mehl in eine

Casserolle, wird einige Mal darin umgewendet, mit Wasser abgelöscht,

mit Fleischbrühe aufgefüllt, etwas von der Krebsbrühe, 1 Messerspitze

voll Muskatblüthe, Salz, 1 Löffel voll saurer Rahm dazu genommen und

miteinander aufgekocht, wenn es Zeit zum Anrichten ist, rührt man 2

Eiergelb daran und gießt die Sauce an den Pudding.

142. Italienischer Makaronipudding mit Schinken.

Man kocht ein Viertelpfund Makaroni im Salzwasser oder in Fleischbrühe,

zieht sie durch kaltes Wasser und läßt sie ablaufen; sodann wiegt

man ein halbes Pfund magern Schinken und macht dieses Alles in einer

Schüssel mit einer Hand voll geriebenem Parmesankäs, einem halben

Schoppen sauren Rahm, geriebener Muskatnuß untereinander, bindet die

Masse in ein nasses Tuch, läßt sie eine Stunde im Salzwasser kochen,

richtet den Pudding auf eine Platte an und schmälzt ihn mit nasser

Butter.

143. Nudelnpudding mit Morcheln.

Man macht Nudeln von 2 Eiern, gießt Salzwasser daran, zieht sie durch

kaltes Wasser, läßt sie ablaufen, rührt in einer Schüssel 1 Schoppen

sauren Rahm, 3 ganze Eier, 2 geschnittene Brieschen, 1 große Hand voll

Morcheln, Salz und Muskatnuß mit den Nudeln durcheinander, bindet

Alles in ein nasses Tuch, kocht den Knopf eine Stunde in kochendem

Salzwasser und gibt folgende Buttersauce dazu: ein Stück Butter, 1

feingewiegte Zwiebel und gewiegte Citronenschalen läßt man in einer

kleinen Casserolle mit 1 Kochlöffel voll Mehl gelb anlaufen, löscht es

mit kaltem Wasser ab, gießt 1 Schöpflöffel voll Fleischbrühe, ein halbes

Glas Wein, von einer halben Citrone den Saft daran, läßt Alles eine

Viertelstunde mit einander kochen, sezt den Pudding auf eine Platte und

gibt die Sauce dazu.

144. Speckknopf.

Ein halbes Pfund Speck schneidet man in kleine Würfel und legt die

Hälfte davon in eine Schüssel, die andere Hälfte läßt man in einer

Casserolle zerlaufen und röstet für 2 Kreuzer Weißbrod, auch in Würfel

geschnitten, darin; dann schneidet man noch einmal für 2 Kreuzer

Weißbrod in Würfel, feuchtet sie mit heißer Fleischbrühe an, macht das

Geröstete, nebst 4 Eiern, Salz, Muskatnuß und 2 kleinen Kochlöffeln voll

Mehl untereinander, bindet Alles in ein nasses Tuch, läßt den Knopf eine

Stunde kochen und gibt ihn zu eingemachtem Kalbfleisch.

145. Spinatknopf.

2 Hände voll Spinat brüht man im Salzwasser ab, schüttet ihn in einen

Seiher, gießt kaltes Wasser darüber, daß er schön grün bleibt, drückt

ihn fest aus und wiegt ihn recht fein. Nun wird ein halbes Pfund Kalbs-

oder Schweinebraten mit einer halben Citrone fein gewiegt, 2 Wecken

abgerieben, eingeweicht ausgedrückt, eine feingewiegte, gedämpfte

Zwiebel dazu genommen, 6 Loth Butter in einer Schüssel schaumig gerührt,

alles Obige dazu gethan, mit 6 Eiergelb, Salz, Muskatnuß, den Schnee

von den 6 Eierweiß untereinander gemischt, die Masse in ein nasses

Tuch gebunden und eine Stunde im kochenden Salzwasser gekocht und ein

Fricassée daran gemacht auf folgende Art: ein Kochlöffel voll Mehl wird

in einer messingenen Pfanne mit kaltem Wasser glatt gerührt, 2 Eiergelb

daran geschlagen, 1 Schöpflöffel voll Fleischbrühe, 2 Löffel voll saurer

Rahm mit Obigem gekocht und dieses über den Pudding angerichtet.

146. Arakpudding.

6 Löffel voll gestoßenen Zucker und 6 Eiergelb rührt man ganz dick, wie

einen Biscuitteig, nimmt 4 Loth feines Mehl, ein halbes Glas Arak, den

Schnee von den Eierweiß dazu, mischt Alles untereinander, bestreicht

eine blecherne Kapsel sammt Deckel mit Butter, füllt die Masse darein,

bindet die Kapsel fest zu, stellt sie eine Viertelstunde in kochendes

Wasser und macht folgende Sauce zu dem Pudding: man schält 4 gute

Aepfel, nimmt das Kernhaus heraus, dämpft sie in einem Stück Butter,

treibt sie durch ein Haarsieb, läßt sie mit einem Schoppen Wein, einer

Messerspitze voll Zimmt und einem Stück Zucker aufkochen und gießt die

Sauce an den Pudding.

147. Schwarzbrodpudding.

5 Loth schwarzes Brod, das aber nicht sauer seyn darf, wird gerieben,

wie auch eine ganze Muskatnuß, 2 Messerspitzen gestoßener Zimmt, 6

Loth abgeriebene, gestoßene Mandeln, 1 Messerspitze gestoßene Nelken,

wird Alles mit einem Glase voll Malaga angefeuchtet, ein Viertelpfund

Butter in einer Schüssel leicht gerührt, obiges Alles darein gethan, 6

Eiergelb, ein Viertelpfund gestoßener Zucker, von einer halben Citrone

die am Reibeisen abgeriebene Schale, der Schnee von den 6 Eierweiß

recht miteinander verrührt, ein schönes Flädlein gebacken, dieses in

ein nasses Tuch in Streifen kreuzweise in das Tuch gelegt, die Masse

darauf gefüllt, das Tuch fest zugebunden, eine Stunde im kochenden

Wasser gelassen und folgende Glühweinsauce dazu gemacht: Eine Bouteille

Wein läßt man in einem Geschirr mit 8 Loth Zucker zu einem Schoppen

einkochen, richtet nun den Pudding an und gießt den Wein durch ein

Haarsieb, in welchem ein Stück ganzer Zimmt und 6 Stück Nelken sind, an

den Pudding.

148. Chokoladepudding.

Ein Viertelpfund Chokolade wird am Reibeisen abgerieben, von 2 Wecken

oder Milchbroden die Rinde abgeschnitten, das Brod eingeweicht und

ausgedrückt, ein Viertelpfund Butter leicht gerührt, ein Viertelpfund

abgezogene, mit Milch recht fein gestoßene Mandeln, ein Viertelpfund

fein gestoßener Zucker, 6 Eiergelb, der Schnee von den 6 Eierweiß

wird Alles untereinander gerührt, eine blecherne Kapsel mit Butter

bestrichen, dann mit Zucker bestreut, die Masse in die Kapsel gefüllt,

diese eine Stunde im Dunst gekocht und folgende Sauce dazu gemacht: 3

Loth Chokolade werden mit so viel Milch, als dazu nöthig ist, in einer

messingenen Pfanne verrührt, eine Messerspitze gestoßener Zimmt dazu

genommen, miteinander aufgekocht, schaumig gesprudelt und an den Pudding

gegossen.

~Anmerkung.~ Es ist üblich, daß die Sauce nur von der Seite an den

Pudding gegossen wird, weil es schöner aussieht.

149. Chokoladepudding auf feine Art.

Ein Viertelpfund Vanillechokolade, eine halbe Tasse voll guten süßen

Rahm, 8 Loth Butter und 4 Loth feines Mehl läßt man in einer messingenen

Pfanne unter beständigem Rühren kochen, bis es sich von der Pfanne

ablöst, läßt es nun in einer Schüssel erkalten, rührt ein Viertelpfund

abgezogene, gestoßene Mandeln, 6 Eiergelb, ein Viertelpfund gestoßenen

Zucker, den Schnee von 6 Eierweiß miteinander, mengt dieses mit dem

Obigen zusammen, bestreicht eine Puddingkapsel mit Butter, bestreut

sie mit Zucker, stellt sie in ein Geschirr mit kochendem Wasser, läßt

den Pudding eine Stunde lang kochen und macht folgende Sauce dazu:

eine halbe Maas Milch, ein Stück Vanille und ein Stück Zucker läßt man

miteinander kochen, verklopft 2 Eiergelb, 3 Finger voll Mehl, rührt sie

mit kalter Milch glatt, schüttet dieses an die kochende Vanillemilch,

läßt Alles unter beständigem Rühren miteinander aufkochen, gießt die

Sauce durch ein Haarsieb und schüttet sie über den Pudding.

150. Citronenpudding.

Ein Viertelpfund abgezogene Mandeln stößt man recht fein mit Eierweiß

oder Rosenwasser, rührt ein Viertelpfund Butter in einer Schüssel

leicht, nimmt ein Viertelpfund fein gestoßenen Zucker und die Mandeln

dazu, schlägt 7 Eiergelb daran, rührt es eine Viertelstunde miteinander,

das Gelbe einer ganzen Citrone, am Reibeisen abgerieben, und den Saft

derselben nebst 2 Loth Geigenmehl und 2 Messerspitzen voll feines Mehl

dazu, schlägt von 5 Eierweiß einen dicken Schnee und mengt ihn mit dem

Uebrigen zusammen. Sodann wellt man einen Butterteig messerrückendick

aus, schneidet mit einem Backrädchen fingerbreite Streifen davon, belegt

eine Casserolle oder sonst ein Blechgeschirr so damit, daß die Streifen

über das Blech hängen und ineinander geflochten sind; dann füllt man

die Masse darein, schneidet die Streifen ringsum davon und läßt es im

Backofen schön backen (es braucht 1-1/2 Stunde dazu), stürzt es auf

eine Platte und macht folgende Sauce dazu: man nimmt 1 Schoppen Wein in

eine messingene Pfanne, thut 4 Loth Zucker darein, läßt es miteinander

kochen, schlägt 2 Eiergelb in ein Geschirr, 2 Messerspitzen voll feines

Mehl dazu, rührt es mit kaltem Wasser glatt an, gießt ein halbes Glas

Arak dazu, rührt den kochenden Wein dazu, thut es nochmals in die

Pfanne und läßt es anziehen, zieht es durch ein Haarsieb und gibt es

besonders zur Tafel.

151. Citronenpudding in Aprikosensauce.

In einer messingenen Pfanne läßt man einen Schoppen Wasser mit einem

Viertelpfund Butter eine Viertelstunde kochen, dann werden ein

Viertelpfund Zucker, woran 2 Citronen abgerieben wurden, der Saft von

einer Citrone, 4 Loth feines Mehl, 2 Loth bittere und 2 Loth süße

Mandeln ebenfalls so lange mit Obigem gekocht, bis sich die Masse von

der Pfanne losschält. Dann nimmt man es in eine Schüssel, schlägt

nach und nach 6 Eiergelb daran, das Weiße von den Eiern, zum Schnee

geschlagen, langsam darunter, streicht eine blecherne Kapsel mit Butter,

bestreut sie dann mit Zucker und füllt die Masse darein, macht die

Kapsel fest zu, stellt sie in eine bedeckte Casserolle mit siedendem

Wasser, läßt den Pudding 1-1/2 Stunden kochen und macht folgende

Sauce dazu: 8 Stücke ausgesteinte Aprikosen läßt man in einer kleinen

Casserolle mit 1 Schoppen Wein, 1 Schoppen Wasser und 6 Loth Zucker eine

Viertelstunde kochen, treibt dieses durch einen Seiher, thut es dann

noch einmal in die Casserolle, läßt es wieder heiß werden, richtet den

Pudding an und gießt die Sauce darüber.

152. Englischer Pudding.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 4 / 25 段