In siedende Fleischbrühe in einer Casserolle rührt man 4 Hände voll

Griesmehl, thut Hühnerei groß Butter dazu, läßt dieses eine Zeit lang

miteinander kochen, schlägt 2 Eiergelb in eine Suppenschüssel, rührt sie

glatt mit 2 Eßlöffel voll saurem Rahm, rührt die Suppe dazu und streut

Schnittlauch und Muskatnuß darauf.

30. Habergrützsuppe.

2 Hände voll sauber verlesene Habergrütze läßt man mit einer halben

Maas Wasser halb einkochen, rührt ein Stückchen Butter daran, läßt es

nochmals aufkochen, treibt es durch ein Haarsieb in ein anderes Geschirr

und rührt 2 Eiergelb, Salz und Muskatnuß daran.

Diese Suppe ist sehr gut für magere Leute, die eine trockene Natur haben.

31. Kartoffelsuppe.

Kartoffel werden roh geschält und gewaschen und mit einem Stück Fett

in einer Casserolle weich gedämpft. Deßgleichen werden Petersilie,

Sellerie und Schnittlauch zusammen weich gedämpft und durch einen Seiher

getrieben. Dann werden Zwiebel und Petersilie fein gewiegt und mit

einem Stücke Butter von der Größe eines Hühnereies in einer Casserolle

gedämpft. Hierauf kommt ein Kochlöffel voll Mehl und die Kartoffeln

dazu; das Ganze wird mit Fleischbrühe aufgegossen, worauf man es noch

einmal aufkochen läßt. Dann kommen zwei Eiergelb mit zwei Löffel voll

saurem Rahm in die Schüssel, und die Suppe wird angerichtet, auch

Muskatnuß und Salz daran gethan.

32. Karviolsuppe.

Schönen weißen Karviol macht man blumenweis aus, zieht die grüne Haut ab

und siedet ihn im Salzwasser weich. Hierauf rührt man einen Kochlöffel

voll Mehl in verlaufene Butter, wendet es einige Male um, gießt zuerst

ein Glas voll kaltes Wasser daran, rührt es schön glatt, dann einen

Schöpflöffel voll Fleischbrühe, thut den Karviol dazu und läßt es

langsam kochen.

Hiezu mache man einen Eierkäs auf folgende Art: In einer kleinen

Schüssel werden 6 Eier an einen Kochlöffel voll Mehl geschlagen und mit

diesem wohl verrührt; dann gießt man 1-1/2 Schoppen Milch dazu, schmiert

ein Geschirr mit Butter, schüttet die Masse in dasselbe, und stellt

es ins kochende Wasser oder in das Bratrohr und läßt die Masse darin

fest werden. Ist es Zeit zum Anrichten, so thut man den Karviol in die

Terrine, gießt Fleischbrühe daran, sticht mit dem Löffel Knödel aus dem

Eierkäs und thut sie in die Terrine, auch Salz und Muskatnuß dazu.

33. Körbelsuppe.

2 Hände voll sauber gewaschener Körbel werden fein gewiegt (wozu man

auch etwas Petersilienkraut nehmen kann) und 1/4 Stunde in einer

Casserolle in Butter gedämpft. Dann kommt ein kleiner Kochlöffel voll

Mehl daran, und so läßt man es in Fleischbrühe aufkochen. 2 Eiergelb

werden in die Suppenschüssel geschlagen, 2 Eßlöffel voll süße Milch dazu

gethan, und die Suppe darüber angerichtet, auch kommt Salz und Muskatnuß

daran. Hiezu können die unten beschriebenen Buttermocken gegeben werden.

Zu bemerken ist noch, daß im Monat Mai der Körbel am besten zu Suppen

taugt.

34. Kräutersuppe.

Körbelkraut, Petersilie, Sauerampfer, Gartenkresse und Schnittlauch

werden rein gewaschen und, nachdem das Wasser ausgedrückt, fein gewiegt

und mit einem Stück Butter in einer Casserolle eine Viertelstunde

lang gedämpft; dann kommt ein Kochlöffel voll Mehl dazu und wird

mit Fleischbrühe aufgegossen, worauf man Alles zusammen noch eine

Viertelstunde kochen läßt. Nachdem dieses über gebackene Semmelschnitten

angerichtet ist, werden drei Löffel voll saurer Rahm mit 2 Eiergelb

verrührt und darauf gethan.

35. Reissuppe.

Der Reis wird gereinigt und mit siedendheißem Wasser angebrüht; so

läßt man ihn eine Viertelstunde stehen, dann wird er ausgewaschen und

wieder angebrüht und man läßt ihn nochmals eine Viertelstunde stehen;

dann kommt er in eine Casserolle, es wird sehr fette Fleischbrühe

daran gegossen und auf schwachem Kohlenfeuer langsam aufgekocht. Beim

Anrichten schon kann Parmesankäse in die Schüssel gethan, oder auch

besonders auf die Tafel gegeben werden.

36. Reissuppe anderer Art.

Es werden Brockelerbsen ausgemacht und mit Zwiebel, Petersilie und

Butter gedämpft bis sie weich sind; dann wird ein kleiner Kochlöffel

voll Mehl daran gerührt und etwas Fleischbrühe dazu gegossen; so läßt

man sie eine Viertelstunde, oder bis sie weich sind, kochen, und treibt

sie durch ein Haarsieb. Der Reis muß so behandelt werden wie bei No. 35;

dann wird beides miteinander angerichtet.

Auf einen Fasttag kann die nämliche Suppe mit dürren Erbsen gegeben

werden, nur mit dem Unterschied, daß der Reis mit Butter gekocht, dann

mit Wasser aufgegossen wird. Wenn der Reis weich ist, wird er mit

den Erbsen vermengt und noch eine Viertelstunde gekocht; sodann wird

Muskatnuß dazu gethan und angerichtet.

38. Reissuppe mit Schinken.

Es wird 1/2 Pfund Reis angebrüht und eine halbe Stunde stehen gelassen;

dann siedet man ihn ab, brüht ihn nochmals an und läßt ihn wieder

eine Viertelstunde stehen; dann wird er sauber ausgewaschen, es kommt

Fleischbrühe daran, und er wird damit weich gekocht; dann werden 1/2

Pfund Schinken und 1/4 Pfund Parmesankäs, der auf dem Reibeisen gerieben

ist, zusammen in die Suppenschüssel gethan, der Reis wird darüber

angerichtet und Muskatnuß darauf gerieben.

37. Sauerampfersuppe.

Man wiegt eine Hand voll sauber gewaschenen Sauerampfer und 2

Schalottenzwiebeln zusammen recht fein, thut ein Stück Butter in eine

Casserolle, dämpft Alles miteinander, rührt einen Kochlöffel voll

Mehl darein, gießt Fleischbrühe oder Jus daran, läßt es noch einmal

aufkochen, richtet über die unten beschriebenen Suppenknödel an, und

rührt 2 Eiergelb nebst 2 Löffel voll süßen Rahm daran, thut auch Salz

und Muskatnuß dazu.

39. Sagosuppe.

Ostindischer Sago braucht zwei Stunden zum Kochen; hieländischer nur

eine halbe Stunde. Man gießt in eine Casserolle helle Fleischbrühe, läßt

den Sago langsam dareinlaufen, deckt ihn zu, läßt ihn schön langsam

kochen, rührt ihn öfters um, gießt so viel Fleischbrühe daran, als man

Suppe braucht, schlägt 2 Eiergelb in die Suppenschüssel, zwei Löffel

voll süßen Rahm dazu, und richtet den Sago darüber an; Muskatnuß ist gut

daran. 1/4 Pfund Sago ist hinlänglich für 8 Personen.

40. Milchsagosuppe.

Mit einem Stückchen Butter von der Größe eines Hühnereies wird Milch ans

Feuer gesezt und darin 1/4 Pfund weißer Sago so lange gekocht, bis eine

Maas Milch eingekocht ist; hierauf kommt Zucker und Zimmt dazu und die

Suppe wird angerichtet.

41. Selleriesuppe.

Man läßt ein Stück Butter in einer Casserolle zergehen, schneidet 3

bis 4 sauber gewaschene und gepuzte Sellerie so fein wie geschnittene

Nudeln, und thut sie mit 2 fein gewiegten Schalottenzwiebeln und zwei

gewiegten Lauchstängeln in die Casserolle; dann deckt man dieselbe zu

und läßt die Sellerie weich dämpfen. Sind sie weich, so streut man so

viel Mehl darauf, als man zwischen drei Fingern fassen kann, gießt

Fleischbrühe oder Jus daran, so viel als man Suppe braucht, läßt es noch

eine Viertelstunde kochen, richtet es über geröstete Brodbrosamen an und

reibt Muskatnuß darauf.

42. Spargelsuppe.

Man nehme Spargeln, schneide das Weiße davon, schabe sie ein wenig ab,

binde sie wieder in Büscheln zusammen und siede sie weich in kochendem

Salzwasser. Sind sie weich, so nehme man sie heraus, schneide die

Köpfchen davon, thue sie in die Suppenterrine, das Uebrige nehme man

in einen Mörser und stoße es. In einer Casserolle dämpft man mit Butter

die gestoßenen Spargeln, thut 2 gewiegte Schalottenzwiebeln dazu; haben

sie eine halbe Viertelstunde gedämpft, so rührt man einen Kochlöffel

voll Mehl an die Spargeln, gießt helle Fleischbrühe daran, läßt es eine

Viertelstunde aneinander kochen, zieht es durch ein Haarsieb, thut es

wieder in die Casserolle, läßt es noch einmal aufkochen, thut eine

Messerspitze voll gestoßene Muskatblüthe dazu, verrührt in einem kleinen

Geschirre 2 Eiergelb und 2 Löffel voll sauren Rahm, gießt sie in die

Suppenterrine an die Spargeln und richtet die Suppe an.

43. Weichselsuppe für Kranke.

Gedörrte Weichseln wascht man sauber in warmem Wasser, stoßt sie im

Mörser ganz fein, thut sie in eine Casserolle, gießt Wasser daran, so

viel man Suppe nöthig hat, läßt es eine halbe Stunde miteinander kochen,

zieht es durch ein enges Haarsieb, thut es nochmal in eine Casserolle,

läßt es noch einmal aufkochen, reibt ein Stück Zucker ein wenig an der

Citrone ab, und wenn es die Krankheit erlaubt, kann noch Wein und Zimmt

dazu genommen werden. Man richtet es über gebähte Brodschnitten an.

44. Suppe mit Rosolo.

Es wird Spinat gewaschen, ausgedrückt und mit Zwiebeln fein gewiegt;

auch kann etwas kalter Braten, oder in Ermangelung desselben können

2 hart gesottene Eier mit gewiegt werden. Dann wird von 2 Eiern ein

Nudelnteig gemacht und fein ausgetrieben. Der Spinat wird mit einem

Ei und dem Gelben von einem Ei angerührt, dann je ein Löffel voll

auf die Nudelkuchen aufgelegt, die man überschlägt, aussticht und in

Fleischbrühe aufkocht. Auch kommt Salz und Muskatnuß in den Spinat.

45. Brieschensuppe.

Man nimmt 2 Brieschen, blanchirt sie ein wenig ab, wiegt sie auf einem

Wiegblock, desgleichen auch Zwiebeln und Petersilie, leztere aber nicht

sehr fein, thut ein Stück Butter wie ein Hühnerei in eine Casserolle,

und das Gewiegte dazu, dämpft es eine halbe Stunde mit einander, rührt

2 Kochlöffel voll Mehl daran, gießt gute Bouillon dazu, rührt Alles

recht schön glatt, so daß es keine Knollen gibt. Dann gießt man so

viel Fleischbrühe daran, als man Suppe will, schlägt zwei Eiergelb in

die Suppenschüssel, zwei Löffel voll sauren Rahm und richtet die Suppe

darüber an, thut auch Salz und Muskatnuß daran.

46. Fischsuppe.

Schabe von einem Fisch, von welcher Gattung er ist (gewöhnlich nimmt

man Weißfisch, Asch oder Barbe, oder auch Aal) das Fleisch von den

Gräthen, thue in eine Casserolle ein Stück Butter, schneide Zwiebel,

für 2 Kreuzer Wecken, hacke die Fischgräthe, thue etwas Petersilie

dazu, dämpfe Alles zusammen in der Casserolle eine Stunde lang, gieße an

Fasttagen Wasser daran, lasse es eine Stunde kochen, dann gieße es durch

ein Haarsieb, thue es wieder in die Casserolle und lasse es nochmals

aufkochen. Von dem abgeschabten Fischbrät mache kleine Knödel, wie

öfters beschrieben wird, und richte das Gekochte darüber an.

47. Glacesuppe von Tauben.

Die Tauben werden ausgenommen, aber nicht gewaschen; die Brust wird

ausgeschnitten; der übrige Körper wird mit Leber, Herz und Magen,

nachdem der leztere aufgeschnitten und gereinigt ist, mit Rindsknochen

gehackt, mit Butter nach Belieben eine Stunde lang gedämpft und mit

Fleischbrühe, in Ermangelung derselben auch mit Wasser, aufgegossen. Die

Brust wird gesotten, in kleine Stücke geschnitten, mit 3 hartgesottenen,

feingewiegten Eiern und etwas Schnittlauch in die Schüssel gethan, durch

ein Haarsieb darüber angerichtet und Muskatnuß darauf gestreut.

48. Glacesuppe von Kalbsfüßen.

Es werden 6 Kalbsfüße rein gewaschen, abgezogen, in eine Casserolle oder

einen Topf gethan, mit Sellerie, Gelbrüben und Petersilie weichgekocht

und dann in kleine Stückchen geschnitten. Diese werden wieder in eine

Casserolle oder einen Topf gethan; die Brühe schüttet man durch einen

Seiher wieder an die Stückchen und läßt sie nochmals aufkochen. Von

Fischbrät können kleine Knödel darein gemacht werden. 2 Eiergelb werden

in die Schüssel gethan und darüber angerichtet; Muskatnuß und Salz dazu.

49. Hirnsuppe.

2 Kalbshirn legt man in laues Wasser und nimmt die Haut davon ab;

wiegt Zwiebel und Petersilie mit einander, und dämpft die Hirn mit dem

Gewiegten in einer Casserolle mit Butter eine halbe Viertelstunde lang.

Dann rührt man einen halben Kochlöffel voll Mehl an das Hirn, aber so,

daß das Hirn nicht ganz bedeckt ist; gießt Fleischbrühe daran und läßt

es aufkochen; Salz, Muskatnuß.

50. Kalbfleischsuppe.

2 Pfund Kalbfleisch, fein geschnitten, werden in einer Casserolle

mit einem Stück Butter, mit Sellerie, Pastinak und Petersilie sehr

weich gedämpft, 3 Kochlöffel voll Mehl darauf gestreut, 2 Löffel voll

Fleischbrühe darauf gegossen und noch eine halbe Stunde zusammen

gekocht; dann wird es durch ein Haarsieb getrieben und auf zwei Eiergelb

in die Suppenterrine angerichtet, auch etwas Muskatnuß und Schnittlauch

darauf gethan.

51. Königssuppe.

2 sauber gepuzte und gewaschene Hühner werden klein gehackt, ein Pfund

mageres Ochsenfleisch in kleine Stückchen geschnitten, und beides in

einer Casserolle, in welcher ein Stück Butter so groß wie ein Hühnerei

ist, mit einer Sellerie- und Pastinakwurzel zugesezt und 2 bis 3

Stunden gedämpft. Dann wird ein Kochlöffel voll Mehl darauf gestreut,

Fleischbrühe oder Jus daran gegossen und noch eine halbe Stunde gekocht.

Nach diesem treibt man es mit Fleischbrühe durch ein Haarsieb, läßt es

noch einmal aufkochen, schlägt vier Eiergelb in die Suppenterrine, thut

einen halben Schoppen dicken, süßen Rahm daran, und richtet die Suppe

darüber an. Salz, Muskatnuß.

52. Lebersuppe.

Man hackt eine Kalbsleber mit Zwiebeln, thut ein Stück Butter in eine

Casserolle, dämpft die Leber darin, schneidet für 2 Kreuzer Wecken

darein, dämpft es eine halbe Stunde miteinander, gießt Fleischbrühe oder

Jus daran, läßt es eine Stunde kochen, zieht es durch ein Haarsieb,

thut es wieder in die Casserolle, läßt es nochmals aufkochen, schlägt 2

Eiergelb in eine Suppenschüssel, 2 Löffel voll süßen Rahm und gebähte

Brodschnitten dazu, und richtet die Suppe darüber an; Salz, Muskatnuß.

53. Lungensuppe für Schwindsüchtige.

Eine Kalbslunge und etwas vom Herz schneidet man in kleine Stückchen;

die Lunge, wenn es möglich ist, muß gerade von dem Kalb genommen

werden; 6 Krebse stößt man lebendig und thut sie zu der Lunge; 1 Hand

voll Körbelkraut, eben so viel Ehrenpreis, etliche Kuhblätter, alles

wohlgewaschen, thut man in einen Topf, gießt 2 Maas Wasser daran, läßt

den halben Theil einkochen und zieht es durch ein Haarsieb. Man kann

gebähte Brodschnitten dazu geben oder mit Eiergelb abrühren.

54. Schneckensuppe.

50 Stück Schnecken werden wie gewöhnlich gesotten, sauber gepuzt,

abgeschleimt und noch eine halbe Stunde gekocht, dann gewiegt.

Gleichfalls wiegt man eine Hand voll Petersilie, eben so viel

Körbelkraut, eben so viel Sauerampfer recht fein zusammen, und

dämpft die Schnecken damit in zerlassener Butter eine Viertelstunde

lang; sodann läßt man sie mit einem Kochlöffel voll Mehl und einem

Schöpflöffel voll Fleischbrühe aufkochen (Fleischbrühe gießt man

nach, bis es genug ist). Diese Suppe wird nun über gebähte Schnitten

angerichtet und 2 Eiergelb mit 2 Löffeln voll saurem Rahm daran gerührt,

und mit Salz, Muskatnuß etc. nach Belieben gewürzt.

55. Citronensuppe für Kranke.

4 frische Eiergelb verrührt man in einem Topf, reibt ein Stückchen

Zucker an einer Citrone ab, von 2 Citronen den Saft, 1 Schoppen

Boragewasser, 1 Schoppen schwarzes Kirschenwasser rührt man auf einem

Kohlenfeuer so lange bis es anfängt zu kochen; wenn es die Krankheit

erlaubt, kann etwas Wein dazu genommen werden.

56. Suppe _à la Reine_ (sprich Rähn).

Von einer alten Henne wird die Brust ausgeschnitten; der übrige Körper

in Stückchen gehackt, mit etwas Kalbfleisch, allerlei Arten Wurzeln,

als: Pastinak, Sellerie, Gelbrüben, Lauch und Zwiebeln in 1/8 Pfund

Butter in einer zugedeckten Casserolle 1 Stunde lang gedämpft; eine

kleine Hand voll Mehl darauf gestreut, umgewendet und Fleischbrühe

darauf gegossen; hierauf läßt man das Ganze noch eine halbe Stunde

kochen. Die Brust von der Henne wird fein gewiegt, mit einem Ei und

etwas Butter im Mörser gestoßen und kleine Klöße daraus gemacht, die man

eine 1/8 Stunde kochen läßt. Das Glaß (_Glace_) wird durch ein Haarsieb

gegossen, und dann die Klöße, auch etwas Muskatnuß und Schnittlauch,

dazu gethan.

57. Welsche Suppe.

Von einem welschen Hahnen nimmt man die Füße, den Kragen und den Kopf,

auch die Flügel vom zweiten Gelenk an, und hackt alles ganz fein. Mit

einem Stücke Butter dämpft man sodann geschnittene Zwiebel, das Gehackte

und für 2 Kreuzer geschnittenes Milchbrod eine halbe Stunde lang; gießt

hierauf gute Jus dazu, läßt es eine Stunde lang mit einander kochen,

schlägt 3 Eiergelb mit 2 Löffeln voll saurem Rahm in die Suppenschüssel.

Die Suppe zieht man noch einmal durch ein Haarsieb, läßt sie in der

Casserolle wieder heiß werden, rührt sie in die Suppenschüssel und thut

Salz und Muskatnuß daran.

58. Kraftsuppe für Kranke.

Ein altes, sauber gepuztes und gewaschenes Huhn bratet man halbgar,

stoßt es in einem Mörser sammt den Knochen ganz fein, läßt es in einer

Casserolle eine Stunde lang kochen, indem man nach und nach 2 Maas

Fleischbrühe dazu gießt, preßt es durch ein reines Tuch, läßt es mit 1/4

Pfund abgezogenen, feingestoßenen Mandeln noch einmal aufkochen und kann

es dann über gebähte Weckenschnitten anrichten.

59. Kräutersuppe für Kranke.

Die jungen Blätter von Portulak, Endivie, Pfaffenöhrlein, Sauerampfer

(jedes 3 Loth), Körbelkraut (6 Loth), wascht man im lauen Wasser, drückt

es fest aus, wiegt es so fein als möglich, läßt es eine halbe Stunde mit

einem Stückchen Butter in einer Casserolle dämpfen, nimmt 3 Finger voll

Mehl dazu, löscht es mit Fleischbrühe ab und gibt es dem Kranken. Man

kann auch feine Knödel dazu geben.

60. Suppe für Genesende.

Ein frischgelegtes Ei wird gesotten, geschält, durch ein Haarsieb

getrieben, in einem Quart Wasser, einem Quart Wein, etwas Zucker

und Zimmt eine Viertelstunde gekocht, über gebähte Brodschnitten

angerichtet, und sollte der Wein noch zu stark für den Kranken seyn, so

kann Fleischbrühe dafür genommen werden.

Fußnote:

[A] Wollten sich einige meiner Leser und Leserinnen über die sonderbaren

Zusammensetzungen mancher Gerichte wundern, und in diesem Buche Dinge

finden, die nach ihrer Ansicht wohl hätten wegbleiben können, so mögen

sie bedenken, daß dieses Buch auch für solche geschrieben ist, die an

Höfen und in großen Häusern die Küche zu besorgen haben, daß diesen mit

Manchfaltigkeiten sehr gedient, und daß der Geschmack verschieden ist.

Sollte aber hier und da noch etwas mangeln, so bitte ich, Kleinigkeiten

nach eigenem Gutdünken ab- und zugeben zu wollen.

Suppenknöpflein (Klöße, Knödel).

61. Butterknöpflein.

Ein halb Pfund zerlassene Butter rührt man recht schaumig, nimmt 6 Eier

und zu jedem eine Hand voll geriebenes Mutschelmehl und einen Kochlöffel

voll feines Mehl (dieses wird aber nur nach und nach, nicht auf einmal,

zu der Butter gerührt), macht Knödel, so groß wie eine Welschnuß, die in

kochender Fleischbrühe gesotten werden. Man kann sie in die Suppe geben.

62. Markknöpflein.

Ein Viertelpfund Ochsenmark läßt man verlaufen, gießt es durch ein

Haarsieb auf kaltes Wasser, rührt es mit dem Wasser eine Viertelstunde,

gießt das leztere ab, läßt das Fett verlaufen, rührt es noch einmal mit

Wasser, bis es ganz weiß ist, schlägt nach und nach 5 Eier daran, mit

jedem derselben eine Hand voll geriebenes Mutschel- (Geigen-) Mehl,

läßt Alles eine halbe Stunde stehen, legt kleine Knödel von dem Teig in

kochende Fleischbrühe, läßt sie eine halbe Viertelstunde kochen und gibt

sie in die Suppe.

63. Bechemelle.

Kalbfleisch wird in kleine Stückchen geschnitten, in einer Casserolle

mit einem Stück Butter, Zwiebel, gelben Rüben und Sellerie weich

gedämpft, dann thut man 3 Hände voll Mehl dazu, läßt es nochmals

miteinander dämpfen, treibt Alles durch einen Seiher, schlägt 4 Eier

daran, rührt es mit Salz und Muskatnuß recht untereinander in einer

Schüssel, bestreicht eine lange Form mit Butter, füllt die Masse hinein,

siedet sie in Dunst, schneidet oder sticht Küchlein davon aus, wendet

sie in Eiern und geriebenem Brod um und backt die Küchlein im Schmalz.

64. Gebackene Griesknöpflein.

4 bis 5 Hände voll Gries kocht man in einer halben Maas Milch eine

Viertelstunde recht dick, rührt dann in einer Schüssel 4 Eier daran

(aber nur nach und nach) und backt im heißen Schmalz kleine Knödeln

davon.

65. Gezupfte Knöpflein.

Das Weiche von 3 Wecken wird zu kleinen Stückchen gezupft, ein halber

Vierling zerlassene Butter darüber gegossen, 3 Eier, Salz, Muskatnuß

damit verrührt, eine halbe Stunde stehen gelassen, und kleine Knödel, in

der Größe einer Welschnuß, in halb Wasser halb Fleischbrühe von dem Teig

eingelegt. Man gibt sie in die Suppe.

66. Bratknöpflein.

Ein Pfund Kalbs- oder Rindsbrät wird, wenn es nicht schon vom Metzger

mit Milch angemacht worden ist, mit einer halben Maas Milch gerührt,

das Gelbe von einer halben Citrone fein gewiegt, ein halber Vierling

verlaufene Butter wird mit dem Brät noch einmal recht untereinander

gerührt, die Knödel in laues Wasser eingelegt, aber nicht gekocht, sonst

werden sie rauh; wenn sie einen weißen Schaum werfen, sind sie fertig.

Man gibt sie in Fleischbrühe.

Ochsenfleisch.

67. Ochsenfleisch gut zu sieden.

Es wird ein wenig geklopft, mit einem Bindfaden umwunden, mit kaltem

Wasser an's Feuer gesezt und zugedeckt. Ist es Zeit zum Abschäumen, so

nimmt man den Schaum so lange oben weg, bis es nicht mehr schäumt; dann

schneidet man Zwiebeln, gelbe Rüben, Sellerie darein, und läßt es sehr

langsam weich kochen. Eine halbe Stunde vor dem Anrichten wird es nach

Belieben gesalzen.

Es ist sehr gut, wenn man vor dem Anrichten des Fleisches einen

Schöpflöffel voll Jus auf die Platte gießt, auf der man es auftragen

will.

68. Ochsenfleisch auf englische Art.

Man siedet in 2 Maas Wasser ein Stück Ochsenfleisch von der Brust,

schneidet 3 Zwiebeln dazu, auch 2 Lorbeerblätter, eine in Stückchen

geschnittene Selleriewurzel, gelbe Rüben, ganze Nelken, und wenn das

Fleisch halb weich ist, gießt man 3 Maas süßen Rahm dazu, läßt es darin

vollends weich kochen, richtet es auf eine Platte an, zieht die Sauce

durch ein Haarsieb darüber und garnirt die Platte mit Petersilie.

69. Ochsenfleisch auf englische Art.

Ein Stück von der Brust stellt man in einem Topfe zum Feuer, schäumt es

gehörig ab, nimmt es, wenn es halb ausgekocht ist, aus dem Topfe auf

ein Brett, schneidet die Knochen heraus, wickelt und bindet es fest

zusammen, sezt es in einer Casserolle mit Speck, Zwiebeln, Sellerie,

gelben Rüben, Salz und Pfeffer, Citronen und Nelken wieder an's Feuer,

gießt ein Glas Wein und einen halben Schöpflöffel voll Fleischbrühe

daran, deckt die Casserolle zu und läßt es eine Stunde lang sieden. Ist

das Fleisch weich, so nimmt man es aus der Casserolle und stellt es

in einer Schüssel zur Wärme. Hierauf streut man ein wenig Mehl in die

Casserolle, treibt die Fleischbrühe durch ein Haarsieb, gießt sie wieder

in die erstere, legt das Fleisch wieder darein, thut das Gelbe von einer

halben Citrone, fein gewiegt, so wie auch den Saft derselben in die

Casserolle, und läßt das Fleisch auskochen.

70. Ochsenfleisch auf italienische Art.

Man spickt ein Stück Ochsenfleisch vom innern Schlägel, oder ein fettes

Schwanzstück mit Speck und Schinken, wendet es im Salz und Pfeffer

um, legt nun das Fleisch in eine Casserolle, thut 2 Lorbeerblätter,

3 Zwiebeln, gelbe Rüben, Sellerie dazu, stellt es auf ein starkes

Kohlenfeuer, gießt 1 Schoppen Wein und eine halb Maas Wasser daran, läßt

es 2 bis 3 Stunden so stehen, stößt ein Stück Speck, ein Stück Schinken,

2 Knoblauchszähnchen, Basilikum, Thimian, Estragon, Körbelkraut ganz

fein; wenn das Fleisch weich ist, legt man es in eine andere Casserolle,

nimmt das Fett von der Fleischbrühe ab, gießt die leztere wieder an das

Fleisch, das Gestoßene auch dazu, nebst einem Schöpflöffel voll Jus,

läßt nun Alles noch einmal miteinander aufkochen, richtet das Fleisch

an und gießt die Sauce darüber. Die Franzosen und die Deutschen essen

das Fleisch auf folgende Art gerne: Man läßt einen Kochlöffel voll Mehl

in einem Stück Butter gelb anlaufen, gießt einen Schoppen Wein, einen

Schöpflöffel voll gute Jus daran, läßt es stark mit dem Fleisch kochen,

richtet dieses an, zieht die Sauce durch ein Haarsieb darüber und drückt

den Saft von einer halben Citrone darauf.

71. Ochsenfleisch auf böhmische Art.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 2 / 25 段