Ganz anders verhält es sich mit den Hülsenfrüchten. Diese wü

Neuestes

Süddeutsches Kochbuch

für alle Stände.

Eine Sammlung

von mehr als achthundert in vierzigjähriger

Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und

bürgerlichen Kochkunst,

herausgegeben

von

Viktorine Schiller.

Stuttgart.

~E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung.~

1843.

Vorwort.

Von vielen Seiten bin ich aufgefordert worden, meine Erfahrungen in der

~feinern Kochkunst~, die ich mir in mehr als vierzigjähriger Praxis,

sowohl bei Herrschaften als in großen Gasthöfen, in der ~Schweiz~,

in ~München~, ~Augsburg~, ~Ulm~, ~Stuttgart~, ~Frankfurt a. M.~,

~Heidelberg~, ~Heilbronn~ etc. gesammelt habe, durch den Druck bekannt

zu machen; ich beschäftigte mich daher schon seit mehreren Jahren damit,

und habe jezt die Freude, dem verehrlichen Publikum eine Sammlung

Rezepte der schmackhaftesten Speisen etc. übergeben zu können.

Alles, was ich hier beschrieben habe, ist hundert Mal durch mich selbst

erprobt worden; stets habe ich darauf Rücksicht genommen, daß meine

Speisen nichts der Gesundheit Nachtheiliges enthalten.

Ich habe mir zwar hauptsächlich die ~feinere~ Kochkunst zur Aufgabe

gewählt, doch ist die bürgerliche Küche keineswegs ausgeschlossen, so

daß das Buch in jeder Haushaltung mit Nutzen gebraucht werden kann.

Nicht durch unzweckmäßige Anhäufung von Rezepten, sondern durch gute

Auswahl derselben soll sich dieses ~Süddeutsche Kochbuch~ vor anderen

auszeichnen.

Viktorine Schiller.

Vorkenntnisse.

I. Kenntniß der Kochgeschirre.

Da man die Kochgeschirre nicht immer so, wie man wünscht, haben kann, so

wird es nicht überflüssig erscheinen, wenn wir eine kurze Beschreibung

derselben vorangehen lassen.

1) ~Verzinnte Kupfergeschirre.~

Verzinnte Kupfergeschirre sind oft verfälscht und der Gesundheit

nachtheilig. Diese erkennt man an der Farbe der Verzinnung, die stark

ins Bläuliche spielt und matten Glanz hat. Man probirt sie durch Reiben

mit einem Finger; wird dieser schwärzlich davon gefärbt, so ist der

Verdacht auf falsche Verzinnung schon sehr gegründet. Am sichersten aber

geht man zu Werke, wenn man Weinessig und Wasser zu gleichen Theilen in

das Gefäß gießt und zum Sieden bringt. Sodann gebe man Acht, ob sich

der Geruch ändert; ist dieß der Fall, so ist das erste Zeichen falscher

Verzinnung vorhanden. Darauf wirft man ein wenig Salz hinein, wovon die

Flüssigkeit trübe wird, wenn die Verzinnung unächt ist; gute Verzinnung

behält ihren silberartigen Glanz bei und die Flüssigkeit bleibt hell.

Siedet man endlich obige Mischung in dem Geschirre, so muß die Farbe

eines eisernen Nagels, den man in dieselbe hält, unverändert bleiben,

und die Flüssigkeit darf keinen Kupfergeschmack angenommen haben, wenn

die Verzinnung ächt seyn soll. Gießt man dann die Flüssigkeit aus, so

sieht eine gute Verzinnung wie neu aus.

Bei dem Gebrauche der verzinnten Geschirre aber hat man stets

darauf Bedacht zu nehmen, daß sich kein Grünspan ansezt, was von

zurückgebliebener Feuchtigkeit beim Reinigen derselben, auch nur

von hinzugekommener feuchter Luft leicht geschehen kann; daher ist

es nothwendig, daß die Geschirre vor dem Gebrauche jedesmal sauber

gereinigt werden.

2) ~Eiserne Kochgeschirre.~

Eine andere Gattung von metallenen Kochgeschirren sind die ~eisernen~,

die aber den verzinnten kupfernen weit nachstehen. Sie setzen leicht

Rost an, wenn nur die geringste Feuchtigkeit, ja nur feuchte Luft dazu

kommt; in diesem Falle sind sie der Gesundheit nachtheilig und müssen

mit dem größten Fleiße und großer Mühe wieder gereinigt werden.

Ein anderer Nachtheil der Eisengeschirre ist der, daß manche Speisen

darin die Farbe verlieren, daß z. B. sonst weiß aussehende Speisen eine

schwärzliche Färbung annehmen. Dieses geschieht besonders bei sauern

Speisen oder bei solchen, die aus dem Pflanzenreiche genommen sind.

Zu bemerken ist ferner, daß die eisernen Geschirre kein so starkes Feuer

wie die kupfernen aushalten, ohne zu springen.

3) ~Irdene Geschirre.~

Die irdenen Geschirre (Töpfergeschirre) sind bei uns am meisten im

Gebrauche, und man hält sie für die unschädlichsten.

Das Irdengeschirr ist jedoch sehr verschieden, und fast überall hört man

klagen, theils über die Schädlichkeit, theils über die Zerbrechlichkeit

desselben.

Eine geringe leichtauflösliche Glasur macht, daß das Irdengeschirr der

Gesundheit sehr nachtheilig wird, und über kurz oder lang auch die

derbste Natur, die beste Gesundheit zu untergraben und zu vernichten im

Stande ist.

Die Glasur des Töpfergeschirres soll eine so konsistente Masse seyn,

daß sie nicht nur in sich, sondern auch mit dem Geschirre, welches sie

überzieht, ~einen~ Körper bildet und unauflöslich ist. In holzarmen

Gegenden aber, welche hauptsächlich von dem Vorwurfe, schlechtes

Töpfergeschirr zu produziren, betroffen werden, wird die Waare nicht

gehörig gebrannt, sondern gleichsam nur gebacken. Zugleich werden häufig

nur solche Glasuren angewendet, welche selbst bei geringerem Hitzegrade

in Fluß gerathen, nachher aber einen, von jeder Säure auflöslichen, nur

dem äußern Scheine nach glasartigen Körper bilden, der manchmal sogar

in Blättchen abspringt und auf diese Weise sogar auf mechanischem Wege

verletzend wirken kann. Diesem Uebelstande vorzubeugen oder abzuhelfen,

ist auch kein anderes Mittel vorhanden, als daß die Polizeibehörden

ein wachsames Auge darauf richten und den Verkauf und Gebrauch eines

Geschirres, das erwiesenermaßen nachtheilig auf die Gesundheit einwirken

kann, durchaus hemmen.

Uebrigens kann man sich leicht von der Schädlichkeit der Töpferwaaren

überzeugen, wenn man guten und scharfen Weinessig in einem derartigen

Gefäße über Nacht stehen läßt, und der Essig beim Abgießen, statt

seine natürliche Weinfarbe behalten zu haben, trüb und grau erscheint.

Dieß wird bei schlecht glasirtem Geschirr noch mehr der Fall seyn,

wenn man eine Hand voll Salz dazu thut, wie dieses Mittel auch schon

oben bei Prüfung der Verzinnung der Kupfergeschirre empfohlen worden

ist. Am sichersten aber führt folgendes Mittel zur Gewißheit von dem

Vorhandenseyn eines schädlichen Metalls in der Glasur: man nehme aus

der Apotheke etwas Bleiprobe, gieße einige Tropfen davon in den über

Nacht in dem glasirten Gefäße gestandenen Weinessig, worauf, wenn

die Glasur wirklich schlecht ist, die Farbe des Essigs schwarz oder

dunkelbraun wird. Bei gutgebrannten und gut glasirten Geschirren werden

diese Proben nicht anschlagen und der Essig wird weder Farbe, noch

Geruch, noch Geschmack ändern.

Was die Zerbrechlichkeit des Irdengeschirres betrifft, so ist wohl das

Beste, recht behutsam damit umzugehen. Auch das Einflechten desselben

mit Draht hat wesentliche Vortheile, und die kleine Ausgabe, die es

verursacht, wird reichlich durch die größere Dauerhaftigkeit des

Geschirres ersezt. Wenn man aber keinen Drahtflechter (Drahtbinder,

Hafenbinder) zur Hand hat, so nehme man seine Zuflucht zu andern

Mitteln, seinem Irdengeschirre größere Dauerhaftigkeit zu geben, z. B.

man überstreiche mit einem Pinsel das Geschirr einige Male mit dünnem

Lehm, und wenn der Lehm trocken ist, mit Leinöl oder mit Eiweiß. Dieser

Ueberzug erhält am Feuer eine ungemeine Härte.

Ehe man aber ein neues irdenes Kochgeschirr gebraucht, mit Draht

einflechten läßt, oder ihm den Lehmüberzug gibt, ist nothwendig, ihm

zuvor den erdigen Geschmack zu nehmen, weil sonst die ersten Speisen,

die darin gekocht werden, ungenießbar wären. Man lege es nämlich einen

Tag lang in frisches Wasser und koche es dann bei gelindem Feuer aus.

Diejenigen irdenen Gefäße, welche am meisten zum Dämpfen und Braten

gebraucht werden, lassen sich am leichtesten reinigen, wenn man sie,

noch warm, mit eichenen oder buchenen Sägespähnen (Sägmehl), oder, in

Ermangelung derselben, mit Waizenkleie ausreibt.

Es ist oben gesagt, daß holzarme Gegenden das schlechteste Irdengeschirr

liefern, weil das gehörige Brennen desselben zu viel Holz erfordere

und das Geschirr zu sehr vertheuere. Die Töpfer in solchen Gegenden

nehmen daher leichtflüssige Glasur und brennen ihre Waare schlecht,

damit sie dieselbe doch zu dem verlangten wohlfeilen Preise abgeben

können. Wer aber ~gutes~ Töpfergeschirr haben will, darf nicht vom

wohlfeilsten nehmen. Die Mehrausgabe wird durch die Dauerhaftigkeit und

Unschädlichkeit des Geschirres wieder gut eingebracht.

Eine andere Gattung irdenen Geschirres ist das sogenannte

~Steingut~,

welches sich seiner Dauerhaftigkeit und Reinlichkeit wegen besonders

empfiehlt. Da es von Säuren nicht im mindesten angegriffen wird,

auch bei gehöriger Reinlichkeit nichts von scharfen Substanzen sich

ansetzen kann, so taugt das Steingut vor allen anderen Gefäßen gut zum

Ansetzen und Aufbewahren des Essigs, so wie zum Aufbewahren von Milch

und Butter. Bevor man aber ein Steingutgefäß zum Kochen verwendet, ist

nothwendig, daß man Milch darin siedet, was auch sehr zur Vermehrung

der Dauerhaftigkeit desselben beiträgt; außerdem würde es nur zum kalten

Gebrauche taugen.

II. Von der Reinerhaltung der Küchengeschirre.

Wenn metallene Geschirre nicht äußerst rein gehalten werden, so sind

sie der Gesundheit schädlich; es ist deßwegen bei der Behandlung und

Reinigung derselben die äußerste Vorsicht nothwendig. Es wird daher

nicht als überflüssig erscheinen, wenn hier einige allgemeine Regeln in

dieser Beziehung aufgestellt werden.

~Vor und nach dem Gebrauche müssen jedes Mal die Gefäße gereinigt

werden.~ Z. B. wenn in einem metallenen Mörser Etwas gestoßen wird, so

wische man ihn vor und nach dem Gebrauche sauber aus.

In metallenen Gefäßen darf man nie Speisen von einer Mahlzeit zur

andern, am wenigsten aber über Nacht stehen lassen, und nie in zinnernen

Schüsseln Speisen aufwärmen.

In wohlverzinnten Kupfergeschirren kann man jedoch ohne Bedenken

besonders solche Speisen zubereiten, welche stark kochen müssen und

viel Flüssigkeit zum Auskochen brauchen. Sollte sich aber bei aller

Behutsamkeit doch etwas am Boden ansetzen, so darf man es ja nicht

loskratzen, um es zu essen oder mit dem übrigen Gerüchte auf den Tisch

zu bringen; wenn dieß bei einigen Speisen nicht gerade schädlich ist, so

gibt es doch manche andere, welche das Metall angreifen, und dem, der

den Ansatz auf dem Boden des Gefäßes genießt, gefährlich werden. Bei

solchen verzinnten Gefäßen muß überhaupt fleißig nachgesehen werden, ob

nicht durch den öftern Gebrauch oder durch das Reinigen hin und wieder

etwas Zinn losgerissen sey, ob die Verzinnung nicht Ritze bekommen habe,

so daß das Kupfer durchscheint. Solche verdorbene Verzinnung wäre sofort

alsbald ausbessern zu lassen.

III. Von der Kenntniß der Materialien zu den Speisen, der Zeit ihrer

Anschaffung und Benützung und von ihrer Güte und Beschaffenheit.

Wir würden bei der besten Zubereitung unserer Speisen den Zweck

verfehlen, wenn wir nicht Sorgfalt trügen, alle Speisebedürfnisse

in größtmöglicher Güte zu erhalten, oder sie zu rechter Zeit

herbeizuschaffen und zu benützen, weil wenige das ganze Jahr hindurch

in gleichem Preise und in gleicher Menge zu haben sind; wollen wir aber

unsere Pflicht ganz erfüllen, so müssen wir auch noch auf ihren Einfluß

auf die menschliche Gesundheit Rücksicht nehmen, und unsere Küchenzettel

darnach ordnen. Endlich müssen wir auch unsere Aufmerksamkeit darauf

wenden, daß wir alle der Gesundheit nachtheilige Ingredienzen vermeiden

und die giftigen Mittel von den guten Lebensmitteln auf den ersten Blick

unterscheiden lernen.

Das Meiste, was wir in unsern Küchen gebrauchen, ist Fleisch zahmer

Thiere, worunter das Ochsenfleisch das erste ist, weil es am häufigsten

auf den Tisch gebracht wird oder werden kann. Es ist das ganze Jahr

hindurch von gleicher Güte, und sein Werth hängt blos von dem Alter

des Thiers und von dem Futter ab. Junges Rindfleisch hat einen sehr

großen Vorzug vor dem alten; denn, obgleich die Brühe vom leztern am

schmackhaftesten ist, so bleibt doch das Fleisch zäh, unschmackhaft und

unverdaulich. Das Fleisch von einem jungen Ochsen hat frische Röthe, das

Fett ist weiß und die Fasern sind zart; bei einem alten Ochsen ist das

Fleisch von einer matten Farbe, so daß es beinahe ins Bläuliche fällt,

und das Fett ist gelb. Das Rindfleisch ist an sich gesund und nahrhaft,

besonders wegen der kräftigen Brühe, welche es gibt; wenn man es aber

zu häufig genießt, beschwert es den Magen. Hartes und altes Fleisch ist

unverdaulich.

Es ist bekannt, daß das Kalbfleisch eine nahrhafte und gesunde Speise

ist, deren Genuß selbst den meisten Kranken erlaubt wird, und sollte es

auch Fälle geben, in welchen ihnen der Arzt eine zu schnell nährende

Kost untersagen müßte, so verbietet er ihnen doch schwerlich die

Brühe davon, welche von Kranken und Gesunden gerne genossen wird.

Das Kalbfleisch muß schön weiß und die Nieren müssen recht mit Fett

bewachsen seyn, sonst ist es ein Zeichen, daß das Kalb zu bald von der

Mutter weggenommen wurde; das Fleisch ist dann roth, unappetitlich und

unschmackhaft.

Beim Hammelfleisch macht nicht nur das Alter und das Geschlecht,

sondern auch die Jahreszeit, in der es geschlachtet wird, einen großen

Unterschied. Nicht das ganze Jahr hindurch ist dieses Fleisch genießbar

und schmackhaft, sondern die beste Schlachtzeit währt nur von Johannis

bis in den Spätherbst; zu anderer Zeit ist das Fleisch gewöhnlich mager

und zäh, so wie es auch immer von alten Thieren zu seyn pflegt. Gutes

Hammelfleisch muß fett und von frischer Fleischfarbe seyn, und muß

sich, wenn man es zwischen den Fingern drückt, weich anfühlen. Wenn

das Fleisch von einem jungen Thiere gekocht ist, so kann es wohl, ohne

Nachtheil für die Gesundheit, genossen werden; ist es aber alt und zäh,

so ist es höchst unverdaulich, und man muß es, ehe man es kocht, wie ein

großes Stück Rindfleisch, recht durchklopfen.

Von Wildbret kann nicht viel gesagt werden, indem man es an manchen

Orten selten bekommen kann. Viele ziehen das Rehfleisch dem andern

Wildbret vor, weil es allzeit mürber und milder ist; auch kann man es

beinahe das ganze Jahr hindurch haben. Je jünger das Wildbret ist, desto

delikater ist sein Fleisch, sowie man auch bei allen Arten das weibliche

dem männlichen vorzieht, weil es durchaus von zärterer Beschaffenheit

ist; nur in der Brunstzeit, welche im September anfängt und bis Ende

Oktober (jedoch nicht bei allem Wild) dauert, ist das Wildbret mager und

unschmackhaft, und sollte ohne Noth nicht genossen werden. Sonst zählt

man das Wildbret zu den gesundesten Speisen; denn es wird, ohne Speck

bei seiner Zubereitung anzuwenden, auch Kranken zu essen erlaubt.

IV. Von Giften, die in der Küche vorkommen.

Unter der allgemeinen Benennung »~Gift~« wird Alles verstanden, was

der Gesundheit nachtheilig ist und bei öfterem Genusse oft unheilbare

Krankheiten nach sich zieht. Darum ist oben, bei Beschreibung der

Kochgeschirre, schon angemerkt worden, daß sich in den kupfernen Gefäßen

bei feuchter Luft gerne an den Fugen oder am Boden Grünspan ansezt, und

wenn in einem solchen Geschirre gekocht würde, die schlimmsten Folgen

daraus entstehen könnten. Auch die zinnernen Geschirre können uns sehr

schädlich werden, weil das Zinn mehr oder weniger Arsenik enthält;

lassen wir saure Speisen: Salat, Eier, fette Brühe u. dgl. in zinnernen

Gefäßen stehen, so werden wir finden, daß das Zinn von sauren Sachen

blaue Flecken bekommt, von Eiern und Salz hingegen schwarze Flecken

entstehen; ein Beweis, daß etwas von seinen Theilen aufgelöst und in die

Speisen übergegangen ist. Alle Feuchtigkeiten, Säuren und Honig lösen

mit der Zeit das Zinn auf, und wäre in diesem auch kein Arsenik, so ist

doch das Blei, mit dem das Zinn häufig vermischt ist, schon nachtheilig

genug. Dieses Metall bewirkt Verstopfungen des Leibes, Lähmung und

Auszehrung. In geringer Menge in den Körper gebracht, verursacht es

wenigstens Magendrücken und Unverdaulichkeit.

Insofern nur Blei und andere Metalle zur Glasur der irdenen

Kochgeschirre angewendet werden, sind auch diese der Gesundheit

schädlich, wenn man nämlich Milch und saure Sachen so lange darin

aufbewahrt, daß sich die Glasur auflösen kann.

Muß man also beim Gebrauche der Küchengeschirre, um Gift zu vermeiden,

äußerst vorsichtig seyn, so ist dieses bei den Materialien zu den

Speisen selbst um so dringender zu empfehlen.

Das Fleisch und die Milch von krankem Vieh, ranziger Speck, ranzige

Mandeln und ranzige Oele, verdorbene Eier und Barbenrogen wirken als

heftige Gifte. Gleiche Vorsicht ist auch bei allen Arten von Schwämmen

anzuwenden, weil sich leicht giftige darunter befinden können, deren

Unterscheidung von den guten nicht so leicht ist. Ein Schwamm ist immer

verdächtig, wenn er eine bläuliche Farbe hat, oder überhaupt bunt und

hochgestielt ist. Zur Vorsicht muß man während des Kochens der Schwämme

eine weiße Zwiebel beilegen; wird diese schwarz, so ist es Zeit, das

Geschirr sammt dem Inhalte wegzuwerfen, weil dann gewiß giftige Schwämme

untermengt sind. Ebenso können schädliche Samen unter den Linsen und

andern Kernen und Früchten seyn, weßwegen sie sorgsam ausgeklaubt

(ausgelesen) werden müssen.

Im Pflanzenreiche finden wir noch eine Menge giftiger Stoffe,

worunter sich der ~Schierling~ vorzüglich auszeichnet. Der ~große,

wohlgefleckte, gemeine Garten-Schierling~ (_Conium maculatum_), den

man auch Hundspetersilie nennt, blüht im Juli und August; seine Wurzel

ist von mittlerer Dicke, runzlich, und von Geruch der Pastinakwurzel

ähnlich; daher hat man traurige Beispiele, daß dieser Schierling zu

Speisen genommen worden ist. Man unterscheidet den Schierling von

der Petersilie durch den Geruch; auch sind der lezteren Blätter viel

feiner und spitziger eingeschnitten, dunkler grün als die Blätter des

Schierlings, und die Samengipfel sind zahlreicher und größer. Durch

gleiche Merkmale unterscheidet er sich auch vom Körbel. Um seine Wurzel

nicht für Pastinak anzusehen und zu nehmen, müssen wir bemerken, daß

der Pastinak einen weißen Saft, eine reichere und dickere Wurzel

hat, die auch weniger in Aeste getheilt ist. Der ~kleine Schierling~

oder ~die Gartengleisse~ (_Aethusa Cynapium_) ist noch schwerer von

der Petersilie zu unterscheiden; das Auge des Unerfahrenen wird,

besonders wenn die Pflanze noch jung und am gefährlichsten ist, sehr

leicht getäuscht, und man muß die Nase zu Hülfe nehmen, um Gleisse

und Petersilie zu unterscheiden. Bei genauer Beobachtung merkt man

jedoch unter den Stielen der Blumen 3 lange spitzige Blättchen, welche

wie ein Bart hinabhängen, was bei der Petersilie nicht der Fall ist.

Dieses sind neben dem Geruche die sichersten Kennzeichen, die Pflanzen

von der Petersilie und andern Gewürzkräutern zu unterscheiden. Beide

Schierlingsarten sind höchst schädlich, ja tödtlich, und gehören unter

diejenigen Gifte, die scharf und betäubend zugleich sind.

Noch ist zu bemerken, daß man ja bei Gemüsen, ehe man sie zum Feuer

bringt, im Klauben (Lesen) und Waschen äußerst vorsichtig seyn muß,

besonders des Mehlthaues wegen, der öfters auf den Blättern liegt und

der Gesundheit sehr nachtheilig werden kann. Ebenso kann ein Stückchen

Kalk, welcher von der Wand herab in das Kochgeschirr unversehens kömmt,

oft heftige Krankheiten verursachen.

V. Vom Holz und Wasser.

Man könnte glauben, es wäre ganz gleichgültig, was für Holz und Wasser

beim Kochen gebraucht wird; aber die Reinlichkeit u. a. m. belehrt eines

Andern. Wenn wir zu einem Spießbraten Feuer von weichem Holze machten,

so würde der Braten sammt der Sauce von den abgesprungenen Kohlen nicht

nur unappetitlich aussehen, sondern auch nicht so leicht ausgebraten

werden, weil hartes Holz immer ein langsameres, aber stärkeres Feuer

gibt. Zum Heizen der Bratöfen kommt aber nicht so viel darauf an; doch

ist immer zu bemerken, daß weiches Holz ein geschwindes und helles,

hartes ein gelinderes, aber doch mehr Hitze machendes Feuer gibt.

So müssen wir auch den Unterschied im ~Wasser~ bemerken, weil es auch in

~weiches~ und ~hartes~ eingetheilt wird. Zu trockenen Hülsenfrüchten,

wie auch zu trockenen Fischen, darf durchaus kein hartes Wasser

genommen werden; sie würden beide, auch bei anhaltendem Kochen, nicht

weich werden. Zum Waschen des Fleisches und der Gemüse ist es aber

gleichgültig, ob das Wasser hart oder weich ist. So kocht sich auch das

Fleisch in Wasser, das zu viel Salpetertheilchen enthält, roth, und

dieses Wasser ist es vorzüglich, welches auch am wenigsten zum Kochen

der Hülsenfrüchte taugt.

Eine ganz einfache Probe des Wassers besteht darin, daß man in eine

jede Art desselben ein Läppchen von Leinwand taucht; dasjenige, welches

das weiche Wasser in sich gezogen hat, wird geschwinder trocken als

dasjenige, welches mit dem harten Wasser befeuchtet wurde. Gutes Wasser

muß klar, ohne Geruch und Geschmack, auch leicht am Gewicht seyn und,

wenn man es schüttelt, stark Perlen werfen, aber keinen Schaum halten;

mit Seife, welche sich leicht darin auflöst, muß es stark schäumen;

sollte man aber an seinem Wohnorte modriges oder unreines Wasser haben,

so kann man ihm in etwas zu Hülfe kommen, wenn man zu verschiedenen

Malen glühendes Eisen darin ablöscht. Noch geschwinder erreicht man aber

seinen Zweck, wenn man Vitriolspiritus in das Wasser tröpfelt, oder,

wenn man diesen nicht bei der Hand hat, ein Glas voll Branntwein in das

Wasser gießt, welcher dann das Unreine unverzüglich zu Boden schlägt.

VI. Von dem Kochen.

Eigentlich kann man das Kochen in zwei Grade eintheilen: der erste

heißt Sieden, der andere Kochen. Bei dem ersten dürfen die Speisen nur

langsam aufwallen; bei dem Kochen aber müssen sie anhaltend im Sieden

erhalten werden, je nachdem die Speisen beschaffen sind. Sieden dürfen

aber nur diejenigen Speisen, welche Flüchtiges und Geistiges enthalten,

es mögen nun Flüssigkeiten, als Wein, Bier u. dgl., oder Speisen aus

dem Pflanzenreiche seyn, die sich durch einen gewürzhaften Geschmack

auszeichnen. Sieden müssen auch jene, welche sich leicht durch Wärme

auflösen; kochen muß hingegen Alles, was aus mehr festen Bestandtheilen

zusammengesezt ist, die entweder so trocken sind, daß sie Zeit brauchen,

Feuchtigkeit genug in sich zu saugen, oder die so zäh sind, daß sie

durch eine anhaltende Hitze allein mürbe gemacht werden können. Man

muß immer sorgfältig auf den Unterschied des Wassers Rücksicht nehmen,

da die Speisen bei hartem Wasser auch längere Zeit brauchen, um mürbe

zu werden; während dagegen die grünen Gemüse ihre Farben in Brühen von

hartem Wasser viel vollkommener beibehalten. Es ist aber auch nicht

einerlei, ob wir die Speisen mit kaltem oder mit warmem Wasser zum Feuer

bringen. Haben wir altes zähes Fleisch, so muß es früh mit kaltem Wasser

zugesezt, bei gelindem Feuer langsam zum Kochen gebracht und die Hitze

erst nach und nach erhöht werden. Bei diesem Verfahren wird die Brühe

kräftiger und schmackhafter als das Fleisch selbst befunden werden. Will

man hingegen die besten Säfte in dem Fleische behalten und dennoch eine

gute Brühe haben, so ist dem langsamen Kochen vorzuziehen, wenn man das

nicht gar zu alte Fleisch mit heißem Wasser zusezt und ihm dann bald

einen starken Grad von Hitze gibt. Junge Thiere, die an sich schon

zartes Fleisch haben, läßt man, nachdem sie blanchirt oder mit heißem

Wasser eine halbe Viertelstunde lang gekocht haben, auf ganz gelindem

Feuer langsam kochen. Grüne Gartenwächse darf man durchaus nicht mit

kaltem Wasser zum Feuer setzen und sie nach und nach zum Sieden bringen,

wenn sie nicht ohne Kraft und gutes Ansehen auf den Tisch kommen sollen;

vielmehr muß man sie mit siedendem Wasser anbrühen und unverzüglich zum

Kochen bringen, auch immer in vollkommenem Sude erhalten; daher man auch

beim Einkochen kein kaltes, sondern immer warmes Wasser nachgießen muß.

Ganz anders verhält es sich mit den Hülsenfrüchten. Diese würden bei

einem solchen Verfahren nimmermehr weich werden, und sie müssen eben

deßwegen mit kaltem Wasser zum Feuer gebracht werden. Zwar pflegen

Einige das erste Wasser abzugießen, sobald die Hülsenfrüchte zu sieden

angefangen haben, und füllen anderes heißes Wasser darauf, welches das

Weichwerden aber im geringsten nicht hindert. Man sucht ihnen durch

diese Behandlung die Eigenschaft, Blähungen zu verursachen, zu benehmen.

Andere wässern die Früchte, zur Beförderung des Kochens, eine Nacht über

ein, wodurch sie aber viel an ihrem eigentlichen Geschmacke verlieren.

Grüne Gartengemüse muß man, sobald sie zum Feuer gesezt werden, salzen;

sie behalten dann ihre grüne Farbe besser, und nehmen nicht so leicht

ein blasses Aussehen an.

Noch eine Hauptsache beim Kochen ist die, daß das Feuer immer in einem

gleichen Grade unterhalten wird, wie auch, daß nichts überläuft oder

zu stark einkocht, oder eben durch Lezteres gar am Geschirre abhängt.

Man muß darauf sehen, daß die Speisen durch das Kochen zur verlangten

Zeit weich und ausgekocht genug sind; denn bleiben sie zu hart, so

möchte sich unser Magen schlecht dabei befinden, so wie sie auch

auf Augen und Gaumen keinen angenehmen Eindruck machen möchten. Die

Speisen im Gegentheil, die zu weich geworden sind, so daß man sie mit

der Gabel allein tranchiren kann, sind eben so wenig angenehm. Will

man die Speisen schmackhaft kochen, so muß man sich auf dem Wege der

Erfahrung damit bekannt machen, wie viel Zeit wohl jede Gattung von

Fleisch, Fischen, Gemüsen etc. zum Weichkochen braucht, damit man sie

weder zu früh, noch zu spät zum Feuer bringe. Doch kommt es auch bei

manchen Speisen nicht auf die Dauer des Kochens, sondern oft auch auf

andere Umstände an, so macht z. B. hartes oder weiches Wasser einen

wesentlichen Unterschied, noch mehr aber die Art und Weise des Kochens.

Manche Speisen verlangen Brühe vollauf, andere werden hingegen mit

wenig Feuchtigkeit gedämpft; einige darf man im heißen Wasser nur

anziehen lassen, andere müssen zugedeckt oft Stunden lang kochen. Was

sich gern an das Geschirr anlegt, pflegt man in großen Küchen in ein

verschlossenes Gefäße, in einen Kessel mit siedendem Wasser, zu setzen

und darin zum Kochen zu bringen. Diese Vorrichtung nennt man in der

Kochkunst ein ~Marienbad~. Man erreicht durch diese Methode nicht nur

den Zweck, daß die Speisen nicht anbrennen können, sondern es werden

auch dadurch sehr kräftige Brühen erhalten, indem alle Säfte beisammen

bleiben, und nichts verflüchtigt. Ueberhaupt besteht die ganze Kochkunst

oder das Wesen derselben darin, daß man allen Speisen die gehörige

Weiche verschaffe, sie aber auch für den Gaumen angenehm und dabei der

Gesundheit zuträglich mache und bereite.

~Anmerkung.~ Das Essen macht gewiß den wichtigsten Theil menschlichen

Lebens aus, ja den nothwendigsten; denn der Arme wie der Reiche

muß essen, folglich kochen; warum hat man noch keine Kochschulen,

Kochinstitute, Kochereien oder wie man es nennen will, angelegt,

wo junge Leute männlichen und weiblichen Geschlechts wirklich gut,

zweckmäßig und nach verschiedenen Landesarten vom Grunde aus kochen

lernen können, nicht allein um gute und brauchbare, wirklich dienende

Köchinnen und Köche zu bilden, sondern auch Frauenzimmern aller

Stände diese edle Kunst gründlich beizubringen?

VII. Von den Zuthaten und vom Schmälzen.

Die schicklichsten Zuthaten sind ~Salze~, ~Butter~, ~Gewürze~, ~Zucker~

und ~Gewürzkräuter~.

Von den ~Salzen~ hier nur einige allgemeine Regeln. Z. B. Fleischspeisen

erfordern das meiste Salz, und wenn je irgendwo ein Uebermaß erlaubt

ist, so ist es hier; denn nichts ist gleichsam ekelhafter und der

Gesundheit nachtheiliger, als zu wenig gesalzene Fleischspeisen.

Wildbret erfordert wieder weniger Salz, und unter diesem muß wieder

fettes Fleisch am meisten gesalzen werden, wenn es nicht widerlich

schmecken und der Gesundheit nachtheilig seyn soll. Da das Salz beim

Kochen die Erhitzung des Wassers vermehrt, indem lezteres dadurch dicker

wird und die fetten Theile demnach mehr auflöst, so verliert auch

mancher Gegenstand durch zu langes Kochen in zu stark gesalzenem Wasser

seine beste Kraft. Es wäre gut, wenn wir unsere Speisen zweimal salzten,

ein Mal um die erste Absicht zu erreichen, d. h. um die Hitze des

Wassers zu vermehren und zugleich die Auflösung gehörig zu befördern,

das andere Mal kurz vor dem Anrichten als Würze, um den Wohlgeschmack

zu erhöhen; nur müßte man dabei bedenken, daß durch zu starkes Salzen

derselbe, statt verbessert, ganz verdorben werden kann.

Beim Abschöpfen des Fettes von dem Fleische und den Speisen muß man sich

vorzüglich bemühen, dabei das rechte Maß zu treffen. So unschmackhaft

eine Speise ist, welcher es am gehörigen Fette (Butter) fehlt, so

ekelhaft ist dagegen eine andere, die damit überladen ist, besonders

aber dann, wenn die Butter nur frisch daran gethan wird und keine

gehörige Verdämpfung und einige Mischung Statt findet.

Gleiche Bewandtnis hat es auch mit dem ~Essig~. Wenn man Fleisch mit

Essig durchdämpfen will, so kann man nicht sparsam damit umgehen,

sondern man muß ihn so zeitig daran gießen, daß er das Fleisch ganz

durchdringen kann; soll aber blos eine Sauce damit sauer gemacht werden,

so ist er sparsamer und später daran zu gießen, weil er durch das

Kochen zu sehr verdämpfen und die Sauce weniger pikant werden würde,

wenn man nicht wieder nachgöße, was aber eine Art von Verschwendung

wäre, da man ja mit weniger dasselbe ausrichten kann. Es ist also hier

wieder die Bemerkung, die bei dem Salzen schon gemacht worden, nöthig,

nämlich anfangs nur die Hälfte des zu verwendenden Essigs zu nehmen und

einige Zeit vor dem Anrichten den übrigen nachzugießen.

Eben dieses muß auch bei Anwendung der Gewürze beobachtet werden: sie

sind nämlich erst kurz vor dem Anrichten zu den Speisen zu bringen, wenn

es die Vorschrift nicht gerade anders erfordert. Der Fall, daß man die

Gewürze gleich zu Anfang der Zubereitung an die Speisen thut, tritt bei

dem Fleische ein, wenn man es mit kaltem Wasser zusezt; dadurch zieht

sich die Kraft der Gewürze, sowie sie sich auflösen, in das Fleisch.

Die Geschirre, worin man gewürzte Speisen kocht, müssen sorgfältig

zugedeckt erhalten werden, damit durch die Verdünstung nicht das

Wesentliche verloren gehe. So unentbehrlich indessen das Gewürz an den

Speisen ist, da es dieselben leichter verdaulich, folglich auch gesünder

macht, so muß man doch immer sparsam damit umgehen. Zu viele Gewürze

verursachen in manchem Körper unangenehme Wirkungen: das Blut geräth

in stärkere Bewegung; man fühlt mehr Hitze, schläft unruhig, und wird

mit der Zeit oft kränklich und hinfällig. Um nun verdauen zu können,

müssen alsdann die Speisen mit Gewürzen aller Art gleichsam überladen

werden. Auch werden die Speisen durch zu viele Gewürze nichts weniger

als schmackhaft; denn der ihnen eigenthümliche Geschmack wird dadurch

gänzlich verdrängt. Liebt man aber ja den Geschmack der Gewürze so sehr,

daß man ihn nicht entbehren kann, so haben wir unschädliche Gattungen

derselben in unsern Gärten genug.

VIII. Von Gewicht und Maas.

Gewicht und Maas betreffend, so habe ich bei meinen Rezepten das

bairische Gewicht und die bairische Schenkmaas angenommen, nämlich:

das bairische Pfund ist 9/8 des alten augsburger oder schwäbischen,

oder = 36 Loth württembergisch.

1 Quart = 1/4 Maas.

1 Maas bairisch ist = etwa 3 Schoppen }

1 Seidel = 1-1/2 Schoppen } württembergisch.

1 Bouteille = 1/2 Maas oder 2 Schoppen }

Suppen.

1. Gewöhnliche Fleischbrühe.

Bereitet man blos aus Rind- oder Ochsenfleisch, Wasser und ein wenig

Salz eine Fleischbrühe durch mehrstündiges Kochen, so ist dieses

~einfache~ oder ~gemeine Fleischbrühe~, wie sie in der Folge genannt

werden wird.

In größeren Küchen, an Höfen, in Gasthäusern und bei größeren Familien

fällt vom Geflügel Vieles ab, welches man reinlich abpuzt, mit einem

Faden zusammenbindet und entweder mit dem Fleisch kocht, oder in einem

eigenen Topfe, in welche einfache Brühe abgegossen worden, mitkochen

läßt; man legt auch wohl ein Stück Schinken, einen Kalbsknoten und

andere reinliche Knochen, welche vom Braten übrig geblieben sind, bei,

und kocht dieses immer mit dem Ochsenfleisch. Eine Köchin, welche sich

einen solchen Bouillontopf mit Ordnung und Reinlichkeit zuzurichten weiß

und hält, wird großes Lob davon tragen, besonders aber wird sie sehr

delikate Gemüse damit zubereiten können. Eine jede solche Fleischbrühe

nennt man eine ~gemischte Fleischbrühe~.

Sehr viele Menschen lieben auch den Geschmack einiger mit dem Fleische

gekochten Gemüse und vorzüglich der sogenannten Küchenwurzeln;

darunter versteht man gelbe Rüben, kleine Rüben (bairische Rüben),

Zwiebel, Schneidzwiebelröhren, Boragen, Sellerie, Petersilie, Wirsing

und Lorbeerblätter; auch Pfeffer und Ingwer im ungestoßenen Zustande

werden ebenfalls bei Bereitung einer kräftigen Fleischbrühe als Gewürze

angewendet. Man nennt dieß ~Fleischbrühe mit Kräutern, Wurzeln und

Gewürzen~. Sollten jedoch Einige diese nicht lieben, so kann man die

Wurzeln und Gemüse, nachdem sie sauber gepuzt und gewaschen sind, in

einem besondern Töpfchen nebenbei kochen, um sie, wenn sie zu andern

Sachen nothwendig sind, bei der Hand zu haben.

~Anmerkung.~ Die hier angegebenen Benennungen der Fleischbrühen

kommen bei der Bereitung anderer Speisen wieder vor; deßwegen

sind die Namen derselben mit gesperrter Schrift gedruckt, und ich

wiederhole, daß, wenn eine Köchin gute Brühen und Farcen, Fett

u. dgl. vorräthig hält, was ihr bei geregeltem Fleiße leicht werden

wird, sie dadurch den feinsten Gaumen befriedigen kann. Bei den

Fleischspeisen und namentlich bei dem Ochsenfleisch wird noch näher

angegeben werden, was auf den Wohlgeschmack und die Schönheit der

Zurichtung des Fleisches selbst Bezug hat.

2. Bouillon.

Man nimmt 2 Pfund Ochsenfleisch, eben so viel Kalbsknochen und eine alte

Henne, thut dieses zusammen in einen dreimäßigen Topf, und sezt es mit

kaltem Wasser und etwas Salz zum Feuer. Sobald es zu kochen anfängt,

nimmt man den Schaum fleißig ab, thut 2 geschabte und geschnittene

Selleriewurzeln, 2 Lorbeerblätter, eben so viele gelbe Rüben, Lauch,

Petersilienwurzel, nebst einer mit 4 Gewürznelken besteckten Zwiebel

dazu, und läßt es bei gelindem Feuer kochen bis das Fleisch weich ist.

Alsdann nimmt man dieses heraus, gießt die Brühe durch ein Haarsieb,

schöpft das Fett davon ab, und stellt sie an einen kühlen Ort. Diese

Bouillon wird zu allen weißen Saucen gebraucht.

3. Consommé.

Man nehme 10 bis 12 Pfund Ochsenfleisch, 4 bis 5 Pfund Kalbsknochen

und 6 Kalbsfüße, 3 alte sauber gepuzte Hühner, hacke Alles zusammen

in Stückchen, thue es in einen großen Kessel, gieße so viel Wasser

daran, daß es 3 Finger hoch darüber geht, lasse es 10 bis 12 Stunden

lang kochen und schäume es fleißig ab. Gesalzen darf es nicht werden,

und Kräuter und Wurzeln sollten nicht viel genommen werden, weil sie

das Sauerwerden leicht herbeiführen; während des Kochens muß öfters

aufgegossen werden. Man lasse es auf den halben Theil einkochen,

ziehe es sodann durch ein Haarsieb, und lasse es über Nacht stehen,

wenn es die Zeit erlaubt. Wenn man es am Tag darauf kochen will, so

nehme man das Fett oben ab, thue das Uebrige wieder in eine Casserolle

(Kastrol), und lasse es so lange kochen, bis eine Probe davon auf einem

Teller in Tropfen stehen bleibt. Während des Kochens muß die Consommé

immer abgeschäumt werden; sodann gieße man sie durch eine Leinwand

in ein flaches Geschirr, und schneide sie, wenn sie fest gestanden,

in Täfelchen wie Chokolade. Sie ist vorzüglich gut zu Geflügel und

zum Glasiren. Auch kann man aus solcher Consommé zu jeder Zeit die

kräftigste Fleischbrühe und davon die reinlichsten Suppen bereiten, wenn

man nur Wasser, Feuer und Brod hat. Deßwegen ist sie für Reisen sehr zu

empfehlen[A].

4. Coulis (sprich Kuli).

4 Pfund altes Ochsen- oder Kuhfleisch, 2 Kalbsknoten, 3 Kalbsfüße, 1

altes Huhn, allerlei Wurzeln, Zwiebel, Muskatblüthe, Alles in kleine

Stücke zerhackt, wird in einer bedeckten Casserolle oder Kessel mit 6

Maas Wasser 4 bis 6 Stunden gekocht. Ferner läßt man in einer Casserolle

1/2 Pfund Butter zerlaufen, rührt 2 starke Hände voll feines Mehl daran

und läßt es zwei Minuten mit einander kochen; dann gießt man ein halbes

Glas voll kaltes Wasser daran und rührt das Mehl damit glatt. Nun zieht

man obige Kraftbrühe durch ein Haarsieb, nimmt das Fett oben ab, gießt

die Brühe unter beständigem Rühren in die Casserolle und läßt sie mit

dem Mehl noch 2 Minuten lang kochen; darauf gießt man diese Coulis in

ein irdenes Geschirr und braucht sie zu allen weißen Saucen. Auf diese

Art werden auch die Coulissuppen bereitet.

5. Baumwollesuppe.

1/4 Pfund Butter wird in einer Schüssel ganz leicht verrührt, nach

und nach werden 4 Eier, 4 Eßlöffel voll süßer Rahm, 5 Kochlöffel voll

Mehl daran gerührt; dieser Teig wird mit einem Kochlöffel in kochende

Fleischbrühe gezettelt und Salz und Muskatnuß dazu gethan.

6. Biersuppe auf gewöhnliche Art.

Man läßt weißes Bier in einer messingenen Pfanne kochen, schöpft den

weißen Schaum mit einem Schaumlöffel ab, läßt in einer Casserolle ein

Stück Butter zerlaufen, gibt 1 Löffel voll Mehl dazu, läßt es nur wenig

anziehen, rührt es glatt mit dem Bier, gießt 1 Schoppen gute gekochte

Milch daran, läßt Alles nochmals miteinander aufkochen, schneidet ein

Brod in Würfeln, und richtet die Suppe darüber an. Auch ist Salz und

Muskatnuß nicht zu vergessen.

7. Biersuppe auf feine Art.

Man läßt eine halbe Maas Bier in einer messingenen Pfanne mit 6 Loth

Zucker, einem Stück Zimmt und dem Gelben einer halben Citrone kochen,

nimmt ein Stück Butter in eine Casserolle, läßt einen kleinen Löffel

voll Mehl anziehen, gießt einen halben Schoppen guten süßen Rahm

darein, ferner 2 Eiergelb und zieht das Bier durch ein Haarsieb in

die Casserolle, läßt es mit einander aufkochen, schneidet ein Brod zu

kleinen Stückchen, röstet sie im Schmalz schön gelb und richtet die

Suppe darüber an.

8. Brennsuppe.

Man röstet in einer Pfanne in heißem Schmalz 2 Löffel voll Mehl gelb,

löscht es mit kaltem Wasser ab, rührt es schön glatt, gießt so viel

Wasser daran, als man braucht, thut Salz und Muskatnuß dazu, schneidet

ein Brod in kleine Würfel und läßt es aufkochen, oder schneidet sie

gleich in das Geschirr, in dem die Suppe aufgetragen wird, und läßt die

Brühe durch einen Seiher darüber laufen.

9. Weiße Brodsuppe für Kranke.

2 Wecken werden eingeweicht, fest ausgedrückt, 3 Loth Mandeln mit

Rosenwasser recht fein gestoßen, 1 Schoppen Mandelmilch, wie gewöhnlich,

davon gemacht, mit den Wecken gut gerührt und gekocht, und wenn die

Suppe angerichtet ist, Zimmt darauf gestreut.

10. Blinde Chokoladesuppe.

Man nimmt ein Stück Butter in eine Casserolle, röstet 2 Löffel voll Mehl

hellgelb darin, rührt es mit guter Milch glatt an, gießt noch so viel

Milch daran, als man glaubt nöthig zu haben, thut 3 Loth Zucker und

gestoßenen Zimmt dazu, läßt es aufkochen, schneidet ein Brod in feine

Stücke zum Bähen und richtet die Suppe über die gebähten Schnitten an.

11. Braune Jussuppe.

Man lege ein Stück Butter, geschnittene Zwiebeln und gelbe Rüben in

eine Casserolle, schneide auch 3 Pfund mageres Ochsenfleisch in kleine

Stückchen und lasse sie in der Casserolle schön gelb anschlagen,

dann schneide man einen Kopf Weißkraut (Weißkohl) dazu und gieße

einen Schöpflöffel voll Wasser daran. Wenn es gelb ist, decke man die

Casserolle eine kleine Weile zu, gieße Fleischbrühe auf und lasse es 2

bis 3 Stunden kochen. Dann ziehe man es durch ein Haarsieb, thue es in

eine andere Casserolle und lasse es aufkochen. Dazu werden gebackene

Erbsen auf folgende Weise gemacht: man nimmt eine halbe Maas Wasser

in eine messingene Pfanne, thut ein Stück Butter von der Größe eines

Hühnereies dazu und läßt es mit einander kochen, sodann rührt man

feines Mehl daran, bis es ein dicker Brei ist. Diesen nimmt man in eine

Schüssel, schlägt 5 bis 6 Eier daran, und thut 2 Messerspitzen voll

Salz dazu. Diesen Teig treibe man durch einen Spatzenseiher in heißes

Schmalz, und backe darin die so verfertigten Erbsen schön gelb aus. Der

Spatzenseiher darf aber keine zu großen Löcher haben, und außerdem muß

man Bedacht darauf nehmen, daß der Teig nicht zu weich wird, weil sonst

die Erbsen nicht schön rund werden.

12. Französische Jussuppe.

Es kommt in eine Casserolle ein Stück Butter oder anderes Fett, der

Boden wird mit Zwiebeln, gelben Rüben und Sellerie belegt, dann werden

2 Pfund Ochsenfleisch in kleine Stückchen geschnitten und in die

Casserolle gethan, hat man noch übrige Knochen, so werden sie auch

dazu gethan. Dann wird die Casserolle zugedeckt, und man läßt es eine

Stunde dämpfen, hernach deckt man die Casserolle wieder ab und läßt das

Gedämpfte stark anschlagen; ist es gelb, so kommt ein Schöpflöffel voll

Wasser daran; sodann wird die Casserolle mit Fleischbrühe aufgefüllt und

man läßt es 2 Stunden kochen. Hierauf schneidet man von schwarzem Brod

Schnittchen und thut sie in die Casserolle. Wenn Alles eine halbe Stunde

mit einander aufgekocht hat, wird es durch ein Haarsieb getrieben. Dann

läßt man es noch einmal in der Casserolle aufsieden und richtet darnach

an. Wenn man will, kann man auch Eier in die Suppenschüssel schlagen.

13. Süße Milchsuppe.

Nehme 2 Loth abgezogene, fein gestoßene Mandeln, rühre sie nebst 3 Loth

Zucker und etwas Zimmt mit einer halben Maas Milch in einer messingenen

Pfanne an, lasse es mit einander aufkochen, schneide ein frisches Brod

in feine Schnittchen und richte die Milch darüber an.

14. Milchsuppe mit Mandeln.

Man sezt 3 Schoppen Milch ans Feuer, thut ein fingerlanges Stück

Vanille daran, läßt sie so lange kochen bis 1 Schoppen eingekocht ist.

Dann nimmt man die Vanille mit einem Schaumlöffel heraus, thut 4 Loth

abgezogene und fein gestoßene Mandeln und 2 Loth Zucker in die Milch,

nimmt von einem Stück Brod die harte Rinde ab und schneidet es in feine

Suppenschnittchen; darüber richtet man die Milch an.

15. Suppe _à la patrie_.

Zu einem halben Schoppen Rahm, einem ganzen Ei und dem Gelben von einem

Ei rührt man so viel Mehl, daß es ein dicker Teig wird, den man auf

dem Nudelnbrett messerrückendick auswellt; mit kleinen Ausstechmödeln

sticht man verschiedene größere und kleinere Figuren davon aus, und

backt sie schön gelb im heißen Schmalz. Ferner macht man gebackene und

gesottene Klößchen von Geigen- (Gries-) Mehl, Spinatkräpfchen, gebackene

Rosolen, kleine Fischwürstchen, grüne Klöße von Spinat, Krebsschnitten,

gebackene Eierschnitten, gesottene Brätknödel aus Rindsbrät, gebackene

italienische Makaroni, Eierkäs (s. Fischsuppe); dieses Alles, gehörig

gesotten, gekocht und gebacken, wird zusammen in die Suppenschüssel

gethan und folgende Sauce daran gemacht: zu 1 Vierling Butter, in einer

Casserolle zergangen, rührt man 4 Löffel voll feines Mehl, läßt es ein

wenig anlaufen, gießt einen halben Schöpflöffel voll Wasser daran und

rührt es glatt, gießt Fleischbrühe daran, so viel als nöthig ist, läßt

es noch einmal aufkochen und richtet in die Suppenschüssel an; Salz,

Muskatnuß. (Es ist dieß in Baiern die gewöhnliche Suppe bei Hochzeiten.)

16. Panadesuppe.

Man schneidet 4 Mundbrod ein, wie zu einer Suppe, thuts in eine

Casserolle, gießt kaltes Wasser daran und läßt sie mit 3 Loth Butter

eine halbe Stunde lang kochen, treibt sie darauf durch ein Haarsieb in

die Casserolle und läßt es nochmal aufkochen; Salz, Muskatnuß; sodann

schlägt man 2 Eier in die Suppenschüssel, gießt ein wenig Milch daran,

richtet die Suppe darüber an und streut geschnittenen Schnittlauch und

Muskatnuß darauf.

17. Brodpanadesuppe.

Gebähte Schnitten von weißem Brod läßt man in einer Casserolle mit

schwacher Fleischbrühe weich kochen, treibt sie durch ein Haarsieb, läßt

sie in der Casserolle noch einmal anziehen und rührt ein Eiergelb daran.

18. Reispanadesuppe für Kranke.

4 Loth sauber gewaschenen Reis bindet man in ein leinenes Tüchlein,

doch so, daß noch 3 Finger breit leer bleibt, siedet den Reis in einem

Fußhafen mit halb Wasser und halb Fleischbrühe 2 bis 3 Stunden lang,

verrührt ihn mit 1 Eigelb und 1 Löffel voll süßen Rahm recht fein, läßt

es noch einmal anziehen und gibt dieses dem Kranken, je einen Löffel

voll.

19. Reisschleim für Kranke.

4 Loth sauber gewaschenen Karolinerreis stoßt man recht fein, läßt ihn

in einem kleinen Geschirr mit 1 Maas Wasser so lange kochen, bis er

anfängt dick zu werden, preßt den Reis durch ein leinenes, nicht sehr

festes Tuch, rührt ein Eigelb und einen Löffel voll süßen Rahm daran,

läßt den Schleim noch einmal anziehen, zuckert oder salzt ihn und gibt

dem Kranken je einen Löffel voll.

20. Tropfsuppe.

Man macht einen Teig von 2 Eiern, 2 Löffeln voll Mehl und Milch oder

Wasser; macht Fleischbrühe oder Wasser siedend und läßt den Teig über

einen Kochlöffel oder durch einen Schaumlöffel in die Casserolle

einlaufen und thut beim Anrichten Schnittlauch, Muskatnuß und Salz dazu.

21. Verlorene Eiersuppe.

Kochendes Wasser wird über fein geschnittenes, im Schmalz gelb

geröstetes schwarzes Brod gegossen und aufgekocht; dann werden so viele

Eier, als Personen am Tische sind, daran geschlagen; man läßt die Suppe

ein wenig anziehen, salzt sie und streut Muskatnuß darauf.

22. Ordinäre Wassersuppe.

Man schneidet recht feine Schnittchen von Brod, legt sie in die

Schüssel, gießt kochendes Wasser darüber, läßt die Suppe langsam

aufkochen und schmälzt sie mit heißem Schmalz, in welchem man zuvor

Zwiebeln gelb röstet, ab.

23. Weinsuppe.

Man gießt einen Schoppen Wein in eine Pfanne, rührt einen Kochlöffel

voll Mehl mit kaltem Wasser darein, schlägt 4 Eier daran und thut 3

Loth Zucker, woran eine halbe Citrone abgerieben ist, dazu, gießt noch

eine halbe Maas kaltes Wasser daran, läßt es unter beständigem Umrühren

kochen und richtet es über geröstete Brodstückchen an.

24. Weinsuppe anderer Art.

Ein Stück Butter läßt man in einer Casserolle verlaufen, thut 1

Kochlöffel voll Mehl dazu und läßt es anlaufen, alsdann löscht man es

mit kaltem Wasser ab, gießt einen Schoppen Wein dazu, wirft 3 Loth

Zucker, ein Stück Zimmt, von einer Citrone das Gelbe hinein, läßt es mit

einander aufkochen und richtet es über geröstete Brodstückchen an.

25. Weinsuppe mit süßem Rahm.

Man macht 1 Schoppen Rahm und 1 Schoppen Wein warm (jeden Theil aber

allein), kocht einen halben Vierling Zucker, welcher an einer Citrone

abgerieben wurde, mit 4 Eigelb und dem Wein und Rahm mit einander,

röstet gewürfelt geschnittene Wecken im Schmalz, legt sie in die dazu

bestimmte Schüssel, gießt das Gekochte daran und streut Safran auf die

Suppe.

26. Endiviensuppe.

Man legt ein Stückchen Butter in eine Casserolle und dämpft darin ganz

fein geschnittene, sauber gewaschene, schöne gelbe Endivie gut weich,

streut sodann so viel Mehl darauf, als man zwischen 3 Fingern fassen

kann, gießt Fleischbrühe daran, läßt sie noch einmal aufkochen und

richtet über 2 der Länge nach geschnittene und auf dem Rost schön gelb

gebähte Mundbrode an; Salz, Muskatnuß.

27. Franzosensuppe.

1 Kopf Weißkohl, Wirsing, 2 Kohlrabi, 2 Sellerie, 2 gelbe Rüben, 1

weiße Rübe, 1 Hand voll Petersilienkraut; dieses Alles wird so fein

geschnitten, wie Nudeln, und mit kaltem Wasser ans Feuer gesezt, wo

man es halbweich kochen läßt. Sodann gießt man es durch ein Haarsieb

und wieder kaltes Wasser daran, läßt es sauber ablaufen und kocht es

in einer Casserolle in Fleischbrühe weich. Wenn man hat, kann man auch

Leber, Magen und Herz von Geflügel, in Stückchen geschnitten, dazu thun

und fein geschnittenes Brod damit aufkochen; auch kann man Alles so

weich kochen, daß es sich durch einen Suppenseiher treiben läßt. Doch

läßt man in diesem Fall den Kohl und die Leber weg.

28. Geriebene Gerstensuppe.

Mache von 1 bis 2 Eiern und Mehl einen festen Teig und reibe diesen

auf dem Reibeisen, dann streue das Geriebene, sobald es ein wenig

abgetrocknet ist, unter immerwährendem Rühren in siedende Fleischbrühe.

Beim Anrichten streut man Schnittlauch darauf.

29. Griessuppe.

Neuestes Süddeutsches Kochbuch für alle Stände Eine Sammlung von mehr als achthundert in vierzigjähriger Erfahrung erprobter Rezepte der feinen und bürgerlichen Kochkunst · 第 1 / 25 段