24 des tschechischen Werkes. Das Unglück sagt: ›Daher beklage nicht,
beweine nicht das, was vorüber ist, glaube nicht, du thust gut daran,
dass du nicht aufhören willst, vertraue nicht, du könnest etwas gegen
uns ausrichten, täusche dich nicht selbst mit deinem Vertrauen, wie
jener weise Avicenna gethan hat, von dem Aristoteles und dessen
Commentator im dritten Buche, das er geschrieben hat vom Himmel und der
Welt, sagt: Drei Dinge brachten es oft dahin, dass Avicenna irre ging in
natürlichen Dingen. Zuerst, dass er versuchte, wessen er nicht sicher
war und was er noch nirgend gesehen hatte; zweitens, dass er auf seinen
Verstand und seinen Scharfsinn in allen Dingen vertraute; drittens die
Unkenntnis der Logik, das ist der Kunst, die die Wahrheit von der
Unwahrheit unterscheiden kann‹. Auch im Deutschen findet sich jener
Avicenna erwähnt: in C. XXX (49, 3), und hier steht er unmittelbar
hinter Aristoteles. Aus diesem späten Anhänger der aristotelischen
Lehren, der im 11. Jh. n. Ch. lebte, macht nun der tschechische
Verfasser eine in den Werken des Aristoteles auftretende
Persönlichkeit, von der er offenbar gar nichts wusste, denn das hier
angeführte Citat lässt sich in Aristoteles nicht nachweisen, es ist eine
blosse Fiction. Die Absicht ist klar: er wollte möglichst grosse
Gelehrsamkeit entwickeln, und zu diesem Zwecke suchte er auch die
gelehrten Anspielungen im deutschen Werke so viel als möglich
auszunützen. Um sich nun den Schein von Selbständigkeit zu geben,
änderte er die betreffenden deutschen Stellen, ohne jedoch darauf zu
achten, ob die vorgenommene Aenderung Wahrscheinlichkeit besitze.
Eine weitere Stelle, die meine Behauptung, das tschechische Werk sei aus
dem deutschen entstanden, begründet, ist II, 41. Der Kläger sagt:
›Unglück, du thust wie der Basilisk. Dieser tödtet nach seiner Natur die
Leute mit seinem Blicke und richtet sie zu Grunde, wenn er sie ansieht,
und wenn er einen Menschen vernichtet und mit seinem Blicke getödtet
hat, so kommt er dann zu diesem Menschen und beweint ihn heftig, und
voll Leid klagt er über ihn und bejammert ihn: so thust auch du mir, du
hast mich all meines Trostes beraubt, der mit mir wie eines Sinnes war,
und thust, als bemitleidetest du mich heftig‹.
Wie unwahr und übertrieben diese Schilderung des Basiliskes ist, bedarf
wol keines Beweises; aber man sieht auch nicht, inwiefern das Unglück
mit einem Basiliske verglichen werden kann; hier allerdings ist ein
Vergleichungspunkt hinzugefügt: wie der Basilisk jammert und klagt, wenn
er jemanden getödtet, so jammert das Unglück über den unglücklich
Verliebten; doch eben diese Ausführung ist blosse Erfindung des
tschechischen Verfassers, denn wer hätte noch je von ›Basiliskenthränen‹
oder ›Basiliskengejammer‹ gehört? Diese Vorstellung war dem Mittelalter
fremd. Im Ackermann hingegen C. XVI (23, 14 ff.) sagt der Tod:
›_Pitagoras gleicht uns zu eines mannes schein, der het baseliscen
augen, die wanderten an allen enden der welte, vor des gesichte sterben
must alle lebendige creature_‹. Und diese Vergleichung des Todes mit
einem Manne mit Basiliskenaugen, die alles vernichten, ist gewiss sehr
treffend.
Ihren Ursprung aus dem deutschen Werke verrathen auch deutlich noch
folgende Stellen des Tkadleček:
II, 50 sagt das Unglück: ›So geben wir uns dir zu erkennen und wollen
uns bekannt geben; so höre schon: Wir sind ein Bote aus Gottes Hand, zu
allen widerwärtigen Dingen ein jäher Vollstrecker, wir sind die biegsame
Peitsche und der Stock und der Prügel für alle Geschöpfe des Schöpfers,
wir sind der Mäher mit der stumpfen und ausgefeilten Sense, aller
Wiesen, aller Anger sowohl der welken wie der frischen. Unsere Sendung,
die wir vollstrecken, ist nicht umsonst. Wir sind das Peitschchen,
dessen Schlag heftig stäupt, nach dem es heftig brennt, womit wir mit
der Zeit keinen verschonen. Wir sind der Stock, der an Keinem sich
abschlägt, an Keinem sich krümmt, noch bricht; und Niemand kann sich vor
ihm sichern, wer sich ihm widersetzt. Niemandem verpflichten wir uns
unter keiner Bedingung. Wir sind der Mäher, dessen Sense hin und her
gefeilt ist, doch wird sie nie stumpfer, weder durch den Stein eines
harten Sinnes, noch durch die weiche Scholle einer guten Rede, noch
durch den Sand vieler Gedanken, noch durch die Graswurzeln grosser
List‹. Anschliessend an diese Stelle ist die folgende:
II, 51: ›Da versteckt sich vor uns nicht Viola[102] mit ihrer Macht und
ihrer lieblichen Farbe aller Beständigkeit, da entläuft uns nicht die
Lilie in ihrer Schönheit und Reinheit mit ihrer guten Hoffnung, da
entgeht uns nicht die rothe Rose mit ihrer Scharlachfarbe in brennender
Liebe; da verbirgt sich vor uns nicht der Klee, noch Epheu, nicht
Wolfsmilch, noch Immergrün, das im Anfange aller Liebe Führer ist, da
kann die Feldrose mit ihrer röthlichen Farbe aller Heimlichkeit vor uns
nicht entlaufen, da erhebt sich wider uns nicht die ausgedachte und
gestohlene Farbe Grau, zusammengesetzt aus vielen mit ihrem hohen Sinne;
da stellt sich uns nicht entgegen die himmelblaue Kornblume oder die
Zichorie mit ihrer schlimmen Hoffnung oder ihrer Vollkommenheit; da
hilft auch nicht gegen uns der Löwenzahn mit seinem Safte, mit seiner
gelben Farbe, die man als Scham auslegt‹.
Man vergleiche damit die Stelle in dem deutschen Werke. C. XVI (22, 5
ff.) spricht der Tod: ›_Du fragest wer wir sein. Wir sein gottes hant,
her Tot, ein rechter wurkender meder. Praun, grün, bla, gra, gel und
allerlei glantzplumen und grasz hew ich fur sich nider, irs glantzes,
irer kraft, irer tugend nichts geachtet. Do geneust der veiel nicht
seiner schonen varbe, noch seines reichen ruches_‹.
Wie heut zu Tage, so war auch im spätern Mittelalter die Darstellung des
Todes als Sensenmann etwas Gewöhnliches,[103] das Mähen als Zeichen der
Vernichtung diesem Attribute, so wie dem Berufe des Todes vollkommen
entsprechend: geradezu widersinnig ist es aber, auch dem Unglücke eine
Sense als Attribut zu geben; soll es etwa den Beruf jenes anzeigen, oder
soll man sich unter dem Mähen mit der Sense die Anfechtungen durch das
Unglück denken? Da wäre der Phantasie der Leser gewiss zu viel
zugemuthet! Diese Stelle lässt sich wieder nur daraus erklären, dass der
tschechische Verfasser die Worte aus dem deutschen Werke herübernahm,
ohne viel darauf zu achten, ob sie ihm in den Zusammenhang passen oder
nicht.
Auch noch in zwei andern Stellen des Tkadleček erscheint das Unglück
als Mäher mit einer Sense. Die eine II, 61, wo der Kläger sagt: ›Wie
kommt es denn, das sage mir, dass du bei Verwaltung deines Amtes, zu dem
du, wie du sagst, bestimmt bist, beim Mähen der Wiesen mit deinen
Unannehmlichkeiten und Widerwärtigkeiten immer mit deiner Sense früher
einen guten Menschen als einen schlimmen triffst und bewältigst und ihm
mehr Unannehmlichkeiten bereitest als dem Bösen, unterweise mich darin
und belehre mich‹.
Die andere Stelle ist II, 62: ›Nicht umsonst hast du dich in dem Stande,
in dem du deine Macht ausübst, einen Mäher genannt. Denn wenn ein
solcher die Wiesen mäht, was da guter Gräslein, riechender und anderer
Blumen ist, das mäht er nieder und andere Pflanzen, als Disteln oder
Weissdorn oder andere nicht sehr nützliche oder selbst schädliche
Kräuter, die lässt er stehen‹.
Im deutschen Werke finden wir das Vorbild zu diesen Stellen im C. XVII
(24, 15 ff.): ›_doch hewet ewer segensz neben recht. Mechtig plumen reut
sie ausz, die distel lasset sie stan. Unkraut bleibt, die guten kreuter
müssen verderben. Ir gicht, ewr segensz hawe fur sich. Wie ist dann dem,
das sie mer distel dann gut plumen, mer meusz dann cameln, mer boser
leut, dann guter unversert lest beleiben_‹.
II, 54 lässt der tschechische Verfasser das Unglück von sich erzählen,
wie es einst in bildlicher Darstellung aufgefunden worden war: ›Erfahre,
wie uns die Römer malten, die doch weise Leute waren, und diese haben
uns gemalt, wie sie es verstanden und wie sie uns kannten, doch nicht
vollkommen, wie wir in Person sind, sondern so wie sie uns beschrieben.
Höre! zur Zeit des Romulus, der Rom erbaute; dieser erbaute nach der
Gründung Roms einen Tempel, in dem er verschiedene Götter, das ist
Götzenbilder, aufstellen liess: unter allen seinen Göttern liess er uns
nun so malen und darstellen, und dann liessen seine Nachkommen, die mit
der Zeit mächtig geworden waren, uns aus Stein aushauen und zierlich und
verständig ringsum bemalen; es war dies die Person oder Gestalt eines
grossen Mannes, und dieser Mann sass auf einem Hirsche, dargestellt wie
zum Laufe oder Sprunge. Dieser Mann, der auf dem Hirsche sass, hatte die
Augen verbunden, dass er nichts sah. Diesem Manne sprühten aus dem Munde
feurige Funken, und diese Funken flogen hierhin und dorthin, einige
zündeten, wohin sie fielen, und breiteten sich weit aus, andre Funken
erloschen und verschwanden. Dieser Mann hielt auch in jeder Hand einen
beschriebenen Zettel: in der rechten Hand einen, auf dem also
geschrieben stand: Mit mir ist Widerwärtigkeit, in der linken Hand auf
dem andern Blatte stand geschrieben: Mit mir ist Trauer und Betrübnis.
Ueber dem Kopfe dieses besagten Mannes war, wie in der Luft, über ihm
ein Blatt, auf dem geschrieben stand: Ich bin die feindliche Macht und
Gewalt; unter den Füssen dieses Mannes war ein Blatt, auf dem also
geschrieben stand: Ich bin die Schnelligkeit und Hurtigkeit des
Augenblickes. Dieser Mann zog auch hinter sich einen fetten Ochsen mit
zehn Hörnern. Auf diesem Ochsen war anstatt eines Reisesackes ein
geflochtenes Netz. Gegen diesen Mann waren viele Leute mit verschiedenen
Waffen. Da war der Kaiser, da waren Könige, da waren Fürsten, da waren
Grafen, Ritter und Herren, da waren verschiedene Leute mancherlei
Standes, angreifend und sich vertheidigend mit verschiedenen Angriffs-
und Vertheidigungswaffen, vom höchsten Stande bis zum niedrigsten. Da
war auch eine Nonne mit ihrem Psalter und ihrem faltigen Schleier, da
war der Mönch mit seinem Antifonenbuche und seiner kurzen Kutte, da war
eine Städterin mit ihrem gesteiften Schleier, da war auch eine Hofdame
in stolzem Sinne und kühnem Schritte mit ihrem Bande und ihrem....[104]
Da war ein zahnloses Mütterchen, ein buckeliges, mit ihrem Spinnrocken.
Alle diese Leute waren gegen diesen Mann, indem sie auf ihn hieben und
schlugen, die Waffe auf ihn warfen, jeder mit dem, was er hatte, nach
seinem Stande, aber nichts konnten sie ihm schaden. Und, wenn du,
Tkadleček, von dieser Auslegung unserer Gestalt, die nicht wir,
sondern die Römer von uns berichten, wissen willst, so lies den
Fulgentius, diesen Meister, der in seinen Büchern von den Abbildungen,
Gestalten und Personen verschiedener Tugenden und Untugenden schreibt,
vielleicht findest du hier auch etwas von unserer Gestalt.‹
Die Vorlage, nach der er bei dieser Beschreibung gearbeitet, findet sich
im deutschen Werke C. XVI. (23, 5 ff.) welche lautet: ›_wann man uns
vand zu Rome in einen tempel an einer want gemalet, als ein man auf
einem ochsen sitzend, dem die augen verbunden waren. Derselbe man furet
ein hawen in seiner rechten hant unde ein schaufel in der linken. Domit
vacht er auf dem ochsen. Gegen im slug, warf und streit ein michel menig
volkes allerlei leut, igliches mensch mit seines hantwerks gezeuge. Do
was auch die nunne mit deme psalter. Die slugen und wurfen den man auf
dem ochsen. In unser gedechtnisz bestreit der tot unde begrub sie
alle._‹ Dass hier wirklich eine Darstellung des Todes zu Grunde liege,
ist wol nicht zu bezweifeln.
Wackernagel a. a. O. S. 337. Anm. 128 führt mehrere Beispiele des
=reitenden= Todes an, und S. 338 wird der Tod erwähnt fahrend auf einem
mit =Büffeln= bespannten Wagen.[105]
Eine Darstellung des Unglückes aber in der Weise, wie der tschechische
Verfasser es thut, ist ganz ohne Sinn und Bedeutung. Ausserdem aber
verräth sich die Stelle selbst als blosse Nachbildung des Deutschen, da
dieselbe in ihren einzelnen Theilen sich widerspricht, was nur daraus zu
erklären ist, dass der Verfasser Anfangs Zusätze macht, dann aber auch
Stellen aus dem Originale mit hineinbezieht, die den früheren Zusätzen
widersprechen.
Im Ackermann 23, 5 fg. heisst es: ›_wann man uns vand zu Rome in einen
tempel an einer want gemalet._‹ Das erschien dem tschechischen Verfasser
zu wenig gelehrt und so änderte er die Stelle in ›Höre zur Zeit des
Romulus, der Rom erbaute; dieser erbaute, nachdem er zuerst Rom
gegründet, einen Tempel‹ ... (s. o.), fügt aber gegen Schluss seiner
Beschreibung (II, 55) ganz harmlos bei: ›Da war eine Nonne mit ihrem
Psalter und ihrem faltigen Schleier, da war der Mönch mit seinem
Antifonenbuche und seiner kurzen Kutte‹. Mönch und Nonne lebten also
schon zur Zeit des Romulus! In dem deutschen Vorbilde fand er die Nonne;
und in seiner Geschwätzigkeit fügt er den Mönch auch mit bei. Zwar
liesse sich hier einwenden, dass der tschechische Verfasser die
unrichtige Vorstellung gehabt hätte, als könnte zur Zeit des Romulus
Mönch und Nonne d. h. das Christenthum gewesen sein. Dem aber
widerspricht die oben angeführte Stelle selbst; es heisst nämlich dort:
›Dieser (Romulus) erbaute nach der Gründung Roms einen Tempel, in dem
er verschiedene =Götter= das ist =Götzenbilder= aufstellen liess‹. Der
Verfasser wusste mithin ganz gut, dass damals noch das Heidenthum
herschte; es kann demnach diese Stelle nur gedankenlose Nachbildung des
Deutschen sein.
Ganz deutlich ist aber die gewaltsame Aenderung, die sich der
tschechische Verfasser mit der Stelle aus C. XVI (23, 18 ff.) des
deutschen Werkes erlaubt. Dort sagt der Tod: ›_Wir sein von dem
irdischen paradeise. Do tirmt uns gott unde nant uns mit unserm rechten
namen, do er sprach: Welliches tages ir der frucht empeissent, des todes
wert ir sterben._‹ Nun sehe man, was der tschechische Verfasser daraus
macht. II, 56 sagt das Unglück von sich: ›Unsere erste Macht und unsere
erste Widerwärtigkeit hat sich gezeigt an dem ersten Menschen Adam
darin, dass er durch das Kosten des Apfels unserer Macht überliefert
ward, damit er dem ewigen Tode übergeben werde. Da wurde auf unser
Veranstalten Adam dem ewigen Tode übergeben, und bis heute sind wir
Unglück in Gesellschaft des Todes.‹
Die Bibelstelle, auf die die Worte des Ackermannes sich beziehen, ist
Genes. II, 17. Hier ist aber nicht im entferntesten eine Andeutung einer
solchen Vermittlerrolle des Unglückes, wie der tschechische Verfasser
darstellt. Aber dieser lässt sich nicht beirren: mit geschwätziger
Breite schildert er die Coalition mit dem Tode und fügt dann mit
entsprechenden Aenderungen abermals eine Stelle aus dem deutschen Werke
an. Anschliessend an die oben angeführte Stelle heisst es weiter: ›Da
wurde uns und dem Tode volle Macht und Recht gegeben über alle seine
Nachkommen bis zum Ende der Welt, damit wir keinen mit unsrer
Widerwärtigkeit übergehen und diese Macht haben wir von dem hohen
Schöpfer Himmels und der Erde. Du selbst hast es uns vorgeworfen und
gesagt, du glaubest, dass wir mit dem Tode verbündet seien. Wisse das
ganz bestimmt, dass es oft geschieht, dass das, was wir beginnen, der
Tod vollendet. Hast du jemals unsre grossen Widerwärtigkeiten oder
grossen Ereignisse wahrgenommen, ohne dass der Tod gleich zu Hülfe
geeilt wäre? Das ist wol selten der Fall. Und wenn vielleicht der Tod
nicht gleich da ist, so wird er oft von vielen Leuten, die in unsre
Widerwärtigkeit fallen, erwünscht. Die in unsre Macht gelangen,
verlangen nach dem Tode und bedürfen ihn auch wirklich oft. Lies den
Aristoteles, der in seinen Büchern von dem Tode und Leben schreibt:
Leben und Tod sind allen gemein, und das siehst du wol selbst, dass es
nicht eben sehr wunderbar ist, dass das, was geboren wird, auch wieder
stirbt. Wir aber sagen, dass es ebenso auch von uns gilt, denn wie
alles, was geboren wird, wieder sterben muss, so muss auch alles, was
auf der Welt ist, unsrer Widerwärtigkeit untergeben sein. Das haben wir
auch schon früher gesagt. Und deshalb schreiben wir uns wegen dieser
Macht über alle Leute, aller Welt also auf unsern Zetteln: Wir Unglück,
Gottes Wille, Macht und Herrschaft aller Widerwärtigkeiten auf der Erde
und in der Luft vom Anfange der Welt bis zum Ende derselben, vom
Aufgange der Sonne bis zum Mittag, vom Mittag bis zum Untergange der
Sonne, bis zur Mitternacht und von Mitternacht bis wieder zum Aufgange
der Sonne haben wir die ganze Welt in unsrer Zucht, alle Welt ist uns zu
allen Widerwärtigkeiten vollständig in unsre Macht gegeben‹.
Was für eine breite Ausführung musste da der tschechische Verfasser
geben, bevor er einen noch leidlichen Uebergang zu der Stelle erhielt,
die im Deutschen unmittelbar an die oben angeführten Worte der Bibel
anschliesst (24, 2): ›_Darumb wir uns also schreiben: wir Tot, herre und
gewaltiger auf erden, in der luft und meres straum._‹