liecht, das in der beginnusz gesprochen hat:[66] werde liecht, fewr, das

unverloschen ewig prinnet, anefang unde ende, erhore mich!

_H_eil unde selde uber alles heil unde selde, weg an allen irrsal zu

deme ewigen leben, bessers, ane das dann [Z. 5] nicht bessers ist,

leben, in dem alle ding leben, warheit uber alle warheit, weiszheit, die

umb fleusset alle weiszheit, aller sterk gewaltiger, recht und gerecht

hantbeschawer[67] und widerbringer, aller bruch gantz vermugender,

satung der durftigen, labung der krancken, sigel der allerhochsten [Z.

10] majestat, besliesung des himels armonei, einiger erkenner aller

menschengedenke, ungleicher bilder aller menschenantlitz,[68] gewaltiger

planete aller planeten, gantz wurkender einflusz alles gestirnes, des

himelhofes gewaltiger unde wunsamer hofmeister, zwang, von dem alle

himelische ordenung [Z. 15] ausz irem geewigten angel nimmer treten mag,

liehte sonne, erhore mich! Ewige lucern,[69] ewiges imerliecht, recht

varender marner, dein koke unterget nimer, panerfurer, unter des paner

niemant siglos wirt, der helle stifter, des erdenkloses pauwer, des

meres termer, der luft unstetikeit [Z. 20] mischer, des fewers hitz

kreftiger, aller element tirmer, doners, bliczen, nebels, schauwers,

snes, regens, regenbogens,

1. in der anbeginnisse _B_, in dem anfang _D_, in dem anbegyne der

welt _ab_. gegensprochen hat vnd werde _B_. 2. fewr _fehlt D_.

ewiglich _D_. Anfang _D_. 3. erhör _D_. 4. O heyl _AB_. H _roth a_,

H _fehlt b_. unde selde _fehlt Bab_. weg _fehlt ABD_. 5. on irren

_D_. bessers _bis_ bessers ist _fehlt b_. 6. lebenden _a_. in

_fehlt ABab_. 7. warheit fehlt _ABD_. weiszheit _fehlt B_. die

_fehlt ABD_. die do u. _ab_. umbe schloss _D_. 8. aller sterk

_fehlt a_. gewaltige rechte _D_. vnd gerecht _fehlt D_. gewaltiger

beschawerer der vngerechtn hant widerbringer _ab_. 9. gebrechen

_B_, gepresten _D_, pruche vnd felle _ab_. gantz vermugender _fehlt

ab_. stad vnd satung _B_, sattgundt _D_, setigung _b_. 10. der

kranken _fehlt ABDa_. spiegell _D_. 11. beslisser _D_. des himels

des armoney _Aa_, armarei _b_. 12. gedancken _ab_. 13 plonete

gewaltiger _A_. planer _b_. 14. hilshoffs _B_, des hymellischen

hofes _D_. 16. twang _ab_. 16. rechten angel getretten nymmer mag

_D_. nimmer _wiederholt A_. O liechte sonne _D_. 17. O ewige _A_.

E(wige) _roth a_. E _fehlt in b_. ymer werndes l. _D_. 18. dein

Schäff _D_. panerfüerr _B_. panertrager _D_. 19. unter dem _B_.

paner _fehlt B_. der helln _D_. der _AD_. 20. klosse _B_. tremmer

_A_, denner _B_. Schöpffer _D_. vnderstetigkeit _AD_, vnderstikeit

_B_. 21. e. wurcker _D_. 22. blixses _B_. schnesz reges _a_.

miltawes, windes und aller irer mitprauchung einiger essemeister,[70]

alles himelschen heres gewaltiger hertzog, unversagenlicher keiser,

allersenftigclichster, allersterkster, allerbarmhertzigister schopfer,

erparme dich unde erhore mich! Schatz, von dem alle schetz entsprissen,

ursprung, [Z. 5] ausz dem alle reine auszflusz fliesen, leiter, nach dem

niemant ververt in allen wegen, nothaft, zu dem alle gute ding als zu

dem weisel der pin nehen und halten, ursach aller sach, erhore mich!

_A_ller seuchen widerpringender artzt, meister aller meister, [Z. 10]

allein vater aller schopfung, allweg unde an allen enden gegenwertiger

zuseher, ausz der muter in der erden gruft selbmugender geleiter, bilder

aller formen, gruntfest aller guten werke, alte weltwarheit, hasser

aller unfletigkeit, loner aller guten ding, allein rechter richter,

einig ausz dem [Z. 15] anfang aller sachen, ewigclicher nimmerweicher,

erhore mich!

_N_othelfer in allen engsten, vester knode, den niemant aufgebinden mag,

volkomens wesen, das aller volkomenheit mechtig ist, aller heimlichen

niemant gewissener sachen warhaftiger erkenner, ewiger freuden spender,

irdischer [Z. 20] wunnen storer, wirt, ingesinde unde hauszgenoss aller

guten leute, jeger, dem alle spur unverborgen sein,[71] aller sinnen ein

feiner ingusz, rechter und zusammenhalter aller mittel und zirkelmasz,

genediger erhorer aller zu dir rufender, erhore mich!

1. multawes _A_, miltowes _B_. windes reiffs _ab_. brüchung _D_.

Regierer _D_. 2. Ertzmaister _D_. vnd gewaltiger _D_. 3.

vnverporgenlicher _a_. allersenftigclichster _bis_ schopfer _fehlt

ab_. _von_ allersterckster _bis_ zusamenhalter (_Zeile 23_) _fehlt

D_. 5. S _in A roth, fehlt b_. entspringen _B_, enspreiszen _ab_.

6. füerrer _B_. ir (yrr _ab_) wirt _Bab_. 7. in allen krfften _AB_.

8. wiesel _B_. pein _A_. nehenen _b_. sich ursach _A_. 10. A _roth

A, fehlt b_. seuchten _AB_. widerpringer _AB_. 11. allein _fehlt

ab_. geschopf _a_. allweg unde an _fehlt ab_. allen enden _fehlt

A_. 12. grunt _Ab_. 13. selbmuger _AB_. selbmugender geleiter

_fehlt ab_. a. sonne _A_, a. raine _B_. 14. alte weltwarheit _fehlt

ab_. beloner _ab_. 15. aller rechten _A_, allen r. _B_. richter

erhore mich _ab_. _Von_ einig _bis_ nimmer weicher _fehlt a_. _Von

da an fehlt b_. 16. ausz des anefangs allen sachen ewigclichen _A_.

erhore mich _fehlt AB_. 18. aufbinden _Ba_. wesens _A_. volkemhait

_B_. 20. spenner _B_. 21. storret _B_. ingesinne _B_. 22. geger

_a_. verborgen _B_. 23. sinner ingüs _B_. rechter _bis_ aller

_fehlt a_. aller gewaltigster zusammenhalter alles mittels _D_. 24.

_Von_ vnd zirkelmasz _bis_ aller bedurftigen _fehlt D_. aller die

zu d. ruffen _a_.

_N_ahender beistendiger aller bedurftigen, traurenwender aller in dich

hoffender, der hungerigen widerfuller, ausz nichts icht, ausz icht

nichts allein vermugender wurker, aller wesen zeitwesen unde immerwesen,

gantz mechtiger erquicker, aufhalter unde vernichter des wesens, aller

ding [Z. 5] aussrichter, visirer, entwerfer und abenemer, gut uber alle

gut, wurdigster ewiger herre Jesu, empfahe gutlichen die sele meiner

aller liebsten frauwen! Die ewige ruwe gib ir, mit deinen genadentawe

labe sie, unter den schatten deiner flugel behalte sie, nim sie, herre,

in die volkomen genuge, [Z. 10] do genugt den minsten als den grosten;

la sie, herre, von dannen sie komen ist, wonen in deinem reich bei den

uberselien geisten!

Mich rewet Margaretha, mein auszerweltes weip. Gunne ir, genadenreicher

herre, in deiner almechtigen unde ewigen [Z. 15] gotheit spigel sich

ewigclichen besehen, beschawen unde erfrewen, darin sich alle

engelischen kor erleuchten!

Alles, das unter des ewigen fanentragers fanen gehoret, es sei

welicherlei creature es sei, helfe mir ausz hertzengrunde seligclichen

mit innigkeit sprechen: Amen! [Z. 20]

1. N _roth a_. peistant _a_, peiwoner _D_. 2. aller die in dich

hoffen _a_. hungrigen erfüller _D_. 3. _Von_ ausz nichts _bis_

erquicker (_Zeile 5_) _fehlt D_. ausz nichts icht _fehlt B_. 4.

aller weyl wesen _A_, a. wissen wesen _B_. 5. erkicker

auffenthalter _D_. vermechter _B_, vermerer _D_. wesens auch als du

in der (dir _B_.) selber bist _AB_. _von_ aller ding _bis_ abenemer

_fehlt D_. 6. aussrichten visiren vnd (vnd _fehlt B_.) entwerfen

vnd abenemen (obneme _B_.) niemant kan gantz _AB_. uber alle gut

_fehlt D_. 7. allerwurdigster _AD_. ewiger _fehlt D_. Jesu christ

_D_. empfahe genediglichen den geiste empfahe gutlichen (tiklichen

_B_.) _AB_. sele _fehlt D_. 8. ewig rug _D_. 9. deiner _D_. taulab

_b_. vnd vnder deinem sch. _D_. _von_ deiner flugel _bis_ genuge do

_fehlt B_. 10. fligel behalt sie _fehlt D_. in deiner v. benügen

_D_. 11. do genugt _bis_ grosten _fehlt D_. benugt den wenigsten

_a_. lasz _AD_. dar von d. _D_. 12. vnd lasz sy wonen _D_. 13.

allerseligsten _D_. geisten _fehlt D_. uber _fehlt a_. 14. Margret

_B_. gonne _AB_, kunne _a_. gunne _bis_ herre _fehlt D_. 15. spigel

_bis_ erfrewen _fehlt D_. ersehen _B_. darumb _D_. 17. erleichtent

_D_. 18. das nun _D_. bandertregers banders _D_. 19. es sei

welicherlei creature es sei _fehlt D_. hilffe _AB_. 20. sölich

lachn _B_. s. innigklichen vnd demütigklichen sprechen Amen _D_.

Innigkeit meines herczen vnd ganczer begird s. _A_. Anno domini

1468. finis _D_.

ABHANDLUNG.

Die Quellen, auf denen meine Ausgabe des Ackermannes beruht, konnte ich

hier in Prag benutzen, wofür ich zugleich im Namen meines Lehrers

Professor Dr. E. Martin den Herren Vorständen der Bibliotheken zu

Stuttgart, Heidelberg, Wolfenbüttel und Dresden meinen verbindlichsten

Dank ausspreche.

Die Ueberlieferung.

Der =Ackermann aus Böhmen= ist uns überliefert in vier

Papierhandschriften und zwölf Drucken, von welch letzteren jedoch nur

die beiden ältesten Ausgaben kritischen Werth besitzen.

Die Hss., insgesammt der Mitte des 15. Jh. angehörig, sind die

folgenden:

_A_, Hs. der königlichen Handbibliothek zu Stuttgart _cod. phil. 23_ in

Folio. Sie ist geschrieben von zwei Händen. Von erster Hand stammen die

Stücke: ›_der ackerman aus beheim_‹, ›_der tewtsch katho_‹, ›_der

facetus moralis zu tewtsche_‹ und der ›_Belial_‹. Am Schlusse des

letztgenannten Stückes findet sich die Jahreszahl _xlix_, so dass auch

der Ackermann in dem Jahre 1449 geschrieben sein möchte. Die zweite Hand

schrieb den Rest der Hs., eine Anzahl gereimter Fabeln. Auf der

Innenseite des rückwärtigen Einbanddeckels findet sich folgende

Bemerkung: ›1566 [dann folgt ein Kleeblatt] _H. M. Andreas Venatorius,

Canzleyschreiber_‹. Vorne und rückwärts auf den hölzernen Einbanddeckeln

ist ein Kreuz ausgeschnitten. Der Ackermann, das erste Stück, nimmt 16

Blätter von je 2 Spalten auf der Seite und noch eine Spalte ein. Auf

jeder Spalte befinden sich 32 Zeilen. Die Ueberschriften der einzelnen

Capitel sind mit rother Tinte geschrieben, ebenso auch die Initialen

eines jeden Capitels, die die Höhe von 2-3 Zeilen erreichen. Besonders

gross und ausgezeichnet unter den Initialen ist das _J_, so Seite 2^b,

11^a und 17^a.

_B_, Handschrift aus Heidelberg _Cod. Pal. Germ. 76._ in Folio, ohne

Jahreszahl, 31 Blätter enthaltend, auf jeder Seite stehen 28 Zeilen. In

ihr befindet sich nur der Ackermann. Sie ist mit 35 colorierten Bildern

geziert. Auf jedem Bilde befinden sich zwei Figuren: ein Landmann mit

den Attributen seines Standes versehen, und der Tod, in Gestalt eines

Menschen mit eingetrockneter Haut,[72] eine Krone auf dem Kopfe, ein

Scepter oder einen Stock in der Hand. Die Scene ändert sich mit jedem

Bilde: bald befinden sich die beiden Personen im Freien, bald in einem

Zimmer. Die Farben sind sehr gut erhalten. Die Capitelüberschriften mit

Ausnahme der ersten fehlen, ebenso die Initialen: letztere sollten wol

nachgezeichnet werden. Auf dem ersten freien Blatte befinden sich zwei

Wappen: drei schwarze Geweihe auf gelbem Felde und ein weisses Kreuz auf

rothem Felde. Es sind das die Wappen von Würtemberg und Savoyen, und

Besitzer der Hs. war demnach wol Graf Ulrich, der 1453 sich mit

Margaretha, Tochter Amadeus VIII., vermählte: s. Stälin Wirtemberg.

Gesch. III, 500. Ulrich starb 1480, Margaretha 1479: a. a. O. III, 597.

Dies ist vielleicht dieselbe Hs, die in einer andern Heidelberger

Papierhandschrift auf dem 1. Blatte erwähnt wird: _Item zu Hagenow py

Dypold läber schreyber lert die kinder sind die bücher tütsch: ... item

der ackermann vnd belyal gemalt._ s. Gesch. der Bildung, Beraubung und

Vernichtung der alten Heidelbergischen Büchersammlungen von Friedrich

Wilken, Heidelberg 1817. S. 406. Nr. 314.

_C_, Hs. der königlichen Handbibliothek zu Stuttgart _cod. philos. 22_

klein 4^o aus dem Jahre 1470. Der Ackermann ist in dieser Hs. das letzte

Stück und steht auf 26 Blättern, die Seite zu je 24 Zeilen. Der Schluss

ist defect, es fehlen etwa 4 Blätter. Voran gehen in der Hs. der

›_Melibeus_‹, an dessen Schlusse sich die Jahreszahl _lxx_ findet, dann

die Romane von den sieben weisen Meistern und Alexander dem Grossen. Die

Capitelüberschriften im Ackermann sind hier ebenfalls roth, in gleicher

Weise auch die Initialen, in der Grösse von drei Zeilen.

_D_, Hs. zu Wolfenbüttel signiert _75. 10 Aug._ in Folio aus dem Jahre

1468, geschrieben von Konrad von Öttingen. Der Ackermann ist das vierte

Stück auf 24 Blättern zu je 33 gebrochenen Zeilen. Ihm voran gehen

›_Doctor Gottfrids von Witterben; Apollony strengez leben_‹, ›_die

liepliche hystory von Grysel_‹ und ›_Gwistardi und Sigismunda_‹. Die

Ueberschriften im Ackermann sind mit brauner Tinte geschrieben, die

Initialen haben verschiedene Grösse und Farbe. Am Schlusse findet sich

die Jahreszahl 1468 und der Name des Schreibers. Diese Hs. wird auch von

Lessing erwähnt; s. die Ausgabe von Lachmann-Maltzahn XIˇ2 S. 93.

Von den Drucken konnte ich bei der Textherstellung _a_ und _b_ benutzen.

Von _a_ hatte ich die Gottschedische Abschrift betitelt: ›Abschrift

eines alten Gespräches zwischen einem Wittwer und dem Tode, welches

ohngefähr 1400 u. etl. 60 zu Bamberg gedruckt und auf der herzoglichen

Wolfenb. Bibl. befindlich ist.‹ Diese Abschrift befindet sich auf der

königl. Bibliothek zu Dresden unter der Signatur _M. 90_. Eine

Beschreibung des Originales folgt unten.

Den Druck _b_ habe ich im Originale gebrauchen können. Das wie es

scheint einzige Exemplar befindet sich in der herzoglichen Bibliothek zu

Wolfenbüttel sign. _19. Z. Eth._ Es enthält 18 Blätter; hinter dem

dritten, achten und fünfzehnten fehlt je ein Blatt des Druckes, weshalb

jedesmal ein weisses Blatt zu etwaigem Nachtrage des Fehlenden

eingefügt ist. Ebenso fehlen das drittletzte und letzte Blatt, ohne dass

Ersatzblätter eingeheftet wären. Somit entgeht uns vom Texte dieser

Quelle das Ende von C. VII und Anfang von C. VIII, E. v. XVII und A. v.

XVIII, E. v. XVIII und A. v. XXIX, E. v. XXXI und A. v. XXXII und E. v.

XXXIV. Die letzten neun Zeilen des XXIII. C. befinden sich noch auf

Blatt 12^b, worauf ein freier Raum von einer halben Seite folgt. Die

Initialen sind bis C. XVIII incl. vorhanden, von C. XIX an fehlen sie.

Ueber die übrigen Drucke hat Herr Professor Martin mir gütigst Folgendes

mitgetheilt.

›Von der ältesten Ausgabe (_a_) des Ackermannes konnte ich das Berliner

Exemplar einsehn, welches aus dem Besitze v. Naglers in das k. Museum

gekommen ist, und dort im Kupferstichcabinet unter Nummer _D x 12_

aufbewahrt wird.

Der Director dieser Abtheilung, Herr Dr. Lippmann, machte mich auf die

Beschreibung dieser Ausgabe in der Bibliotheca Spenceriana von Dibdin,

Vol. I, London 1814 aufmerksam, worin jedoch meist nach Camus, Mémoires

de l’Institut app. vol. II p. 6-8 auf Grund eines in der k. Bibliothek

zu Paris vorhandenen Exemplars berichtet wird. Ferner fand ich

(Heinecken) Nachrichten von Künstlern und Kunst-Sachen Bd. II (Leipzig

1769) p. 21 angezogen, worin das Wolfenbüttler Exemplar kurz beschrieben

ist. Dasselbe ist mit Boners Fabelbuch, welches bei Pfister zu Bamberg

1461 gedruckt ward, zusammengebunden, und stammt nach der

Uebereinstimmung der Ausstattung aus derselben Druckerei und derselben

Zeit.

Das Berliner Exemplar hat 23 Blätter, indem eins hinter Bl. 2 fehlt, das

die Worte des III. Cap. von _gethan. Wegt es selber_ an bis gegen den

Schluss des V. _wirdenloß und griß (gramig)_ enthielt.

Bl. 1^a ist leer. 1^b wird von einem Holzschnitt eingenommen, der wie

alle in diesem Exemplar coloriert ist. In einer Halle sitzt der Tod

gekrönt auf dem Thron, vor ihm ein Mann in der Kappe, von zwei Knaben

begleitet; rechts (vom Beschauer) liegt eine Frau im Leichentuch auf

einem Grabstein.

2^a (_G_, roth nachträglich eingemalt, wie alle Initialen) _rymmiger

abtilger aller leut_ usw. Auf der Seite stehn 28 Zeilen.

3^a ist leer, 3^b Holzschnitt: In einer Halle sitzt hinten der Tod auf

dem Thron, vor ihm steht der Ackermann; vorn kniet der Pabst und legt

die dreifache Krone nieder, neben ihm ebenso ein weltlicher Herrscher,

ein Mann mit einem Säckel, und noch ein vierter wird sichtbar.

8^b schliesst auf der fünften Zeile von unten.

9^a Holzschnitt: Oben jagt der Tod zu Pferd mit Pfeil und Bogen zwei

Rittern in ein Burgthor nach; unten mäht der Tod mit der Sense junge

Leute nieder; hinter ihm stehen Krüppel und Alte.

9^b _Des todes widerred das xiii. capitel._

_(W)asz poß ist das nenne gut. was gut ist das heiße_ usf.

16^b schliesst auf der fünften Zeile v. u.

17^a Holzschnitt: Oben thront der Tod im Freien, vor ihm steht der

Ackermann. Unten links treten Mönche aus einer Klosterpforte, rechts in

einem Garten bekränzt eine Frau einen Jüngling, eine zweite spricht mit

einem andern.

17^b _Des clagers widerred das xxvii. capitel_ usf.

21^a stehn nur die letzten 10 Zeilen aus dem XXXII. Capitel.

21^b Fünfter Holzschnitt: Oben erscheint Gott von Wolken getragen, von

zwei Engeln und von Sternen umgeben; er erhebt die Hände, auf denen

Wundenmale sichtbar sind. Unten stehn, durch einen Baum getrennt, der

Tod und der Ackermann (letzterer fehlt auf dem defecten Blatt des Berl.

Exemplars).

22^b Zeile 5 ff.

_Do pitt der clager fur seiner frauen sele. Die grossen rotē

puchstabē die nennē den clager. Vnd dies capitel stet eins gepetes

weiß das xxxiiij. capitel._

_(I)mmer wachēder wachter_ ...

Z. 17 _mich (O) licht_ ...

Z. 24 _(H)eile und selde_ ...

Bl. 23^a, 8 ... (_E)wige lucern_ ...

Z. 17 ... _(S)chaz_ ...

Z. 21 ... _(A)ller_ ...

Z. 26 ... _(N)othelffer_ ...

23^b, 6 ... _(N)ahender_ ...

26^b, Z. 3. v. u. Schluss: _mit innkieit_ (so!) _sprechen amen._

Druckort und Jahr sind also nicht angegeben, ebenso fehlen Signaturen

und Custoden.

Dieselben Lettern, dasselbe Format zu 28 Zeilen hat ein Druck ohne

Holzschnitte (_b_), welcher bereits oben beschrieben worden ist.

Alle späteren Drucke stammen wol aus einer andern handschriftlichen

Recension, welche _D_ sehr nahe stand: das beweist für die mir näher

bekannten schon die Uebereinstimmung des Titels, sowie dass überall der

Text beginnt _Grimmer_ (nicht _Grimmiger_), dass hinter _freisamer_ das

Wort _morder_ fehlt, und anstatt _unsælden merunge_ es nun heisst

_unselige m._

Nur aus Beschreibungen kenne ich

_c_: s. M. Jos. v. Rieder in (Jäck und Heller) Beiträge zur Kunst- und

Literaturgeschichte, I. und II. Heft. Nürnberg 1822 S. CXXI-CXXVIII.

Das Exemplar, damals im Besitze Jos. Hellers, hatte 24 Bl. 4^o in 3

Lagen, die beiden ersten zu 10, die 3. zu 4 Bl. Auf voller Seite standen

28 Zeilen Text. Auf der ersten Seite stand der Titel:

_HIe nach volgend ettliche zů mole kluoger und subtiler rede

wissend Wie einer was genant der ackerman von böhem dem gar ein

schœne liebe frowe sin gemahel gestorben was Beschiltet den dot vnd

wie der dot im wider antwurt und setzet also ie ein cappittel vmb

das ander der cappittel sind xxxij. vnd vahet der ackerman an also

zů clagen._

Neben diesem Titel links und oben läuft eine Zierleiste hin; unter dem

Titel steht ein Holzschnitt, einen Bauern mit Dreschflegel und den Tod

mit einer Leichenbinde und von drei Schlangen umwunden darstellend.

Derselbe Holzschnitt, nur dass oben noch Gott Vater mit erhobenen Händen

erscheint, steht auch unter der Capitelüberschrift: _Der entscheit so

got der herre dut zwuschen dem tod und dem ackerman._ Ein drittes Bild

folgt S. 46: Auf einem Kirchhofe kniet der Bauer betend auf einem

Grabstein, rechts vor ihm die Frau im offenen Grabe in Leintücher

gehüllt, oben Gott Vater mit segnenden Händen.

Am Schluss steht die Zahl LXXIIII; also ist diese Ausgabe 1474 und wie

a. a. O. vermutet wird, von Conrad Finer von Gerhausen zu Esslingen

gedruckt.

Mit _c_ scheint sehr nahe zu stimmen _d_ eine von Merzdorf im Serapeum

1850 S. 19 beschriebene Incunabel der Oldenburger Bibliothek, allerdings

ein defectes Exemplar. 33 Bl. 4^o zu 24 Zeilen ohne Signaturen. Merzdorf

vermutet als Drucker: Sorg in Augsburg.

Selber vergleichen konnte ich auf der königl. Bibliothek zu Berlin

(ebenso wie _f k l m_) den Druck _e_. o. O. u. _J._ und ohne Signaturen.

36 Bl. klein 4^o. Unter dem Titel, der von dem in _c_ nur in der

Schreibung abweicht (_ze male ... tod_) steht ein Holzschnitt: die Frau

todt auf einem Bette, vor ihr der Tod mit einem Bogen, hinter ihr der

Ackermann mit einem Dreschflegel. Aus derselben Offizin stammen auch ein

Streit der Seele und des Leibes u. a. Incunabeln der Berliner

Bibliothek.

_f_: 18 Bl. 4^o gleichfalls ohne Ort und Jahr, aber mit Signaturen und

einem eigentümlichen Titel: _Der Ackerman auss behme beclaget den tod

seyner frawen_; darunter ein Holzschnitt: der Tod mit einer Sense hinter

einem Sarg, vorn der Bauer mit seinem Dreschflegel. Blatt A II beginnt

_(H)ienach_ u. s. f.

Die übrigen Ausgaben geben das Druckjahr an. Ueber die beiden zunächst

folgenden entnehme ich meine Angaben aus Hain, Repertorium, wo auch _a b

c_ verzeichnet sind.

_g_: 32 Bl. 4^o zu 22 Z. Am Schluss: _Hie endet sich der ackerman.

Getruckt vn̄ vollendt durch Anthoni Sorgen zu Augspurg Am Freytage

nach Martini In dem LXXXIII. Jar._

_h_: 20 Bl. 4^o zu 32 Z. Bl. 1 vorn leer, auf der Rückseite ein

Holzschnitt. Am Schluss: _Gedruckt und volendet durch Heinrich

Knobloczer zu Heydelberg am dunerstag vor sant Margarethe tag in dem

LXXXX. Jar._

_i_ fand ich in einem Katalog der Berliner Bibliothek verzeichnet:

Strassburg, Joh. Schott 1500.

_k_ und die folgenden Drucke haben wieder einen neuen Titel: _Schone red

un widerred eins ackermans und des todes mit scharpffer entscheydung jrs

kriegs das eim iegklichen vast nutzliche vnd kurtzweillig zů lesen

ist. Pax legentibus._ Darunter ein Holzschnitt: Ein Sämann spricht mit

dem Tod, dahinter eine Egge von zwei Pferden gezogen, auf dem einen ein

Reiter mit Peitsche. Hinten Bauernhof. 18 Bl. 4^o; Rückseite des ersten

und des letzten leer. Am Schluss: _Getruckt zů Strassburg von Mathis

hüpfuff als man zalt von Christus geburt m.ccccc. vn zwey Jar._

_l_ ist ganz ähnlich. Der Titel ist erweitert _lesen, vnd auch gůt zu

hœren ist_. Am Schluss: _Getruckt zů Strasburg durch den erbaren

Martinum Flach. Als man zalt nach der gebůrt Christi. M. D. vnd. XX.

Jare._

_m_ trägt einen ganz ähnlichen Titel wie _k_. Der Holzschnitt stellt den

Tod mit Stundenglas und einen Mann im Pelzrock vor. Darunter _Zů

Basel by Rudolff Deck 1547_. 20 Bl. 4^o; der Ackermann endet auf Bl. 17

(E) Rückseite; dann folgt _Der Seelen clag, wider den abgestorbnen Lyb_.

_(H)Ie vor in eyner winther zyt

Bschach ein jæmerlicher strit_ u. ff.

Eine Umarbeitung des von Th. G. v. Karajan, Der Schatzgräber, Leipzig

1842 S. 128 mitgetheilten Gedichts‹.

Werth der Quellen.

Unter den Hss. sind deutlich drei Gruppen zu unterscheiden. Den besten

und auch relativ vollständigsten Text bietet die erste Gruppe, vertreten

durch die Hss. _A_ und _B_, die ohne Zweifel auf eine gemeinsame Vorlage

zurückgehen. Es sind dies auch die ältesten Hss., denn auch die

Entstehung von _B_ wird bald nach 1450 anzusetzen sein.

_A_ ist von einem gewissenhaften Schreiber geschrieben, nur selten hat

sie ganz unverständliche Worte oder Constructionen. Die Interpolationen,

deren es nur ganz wenige gibt, erstrecken sich meist nur auf einzelne

Worte und sind leicht zu erkennen; auch steht in diesen Fällen die Hs.

allein den andern gegenüber; so C. V (7, 9), C. XI (15, 8) u. a. Nur

einmal, in C. XXXIII 54, 1-54, 12 haben wir es offenbar mit einer

grössern Interpolation zu thun, die sich aber auch noch in _B_ und _D_

findet. Man vgl. die Anm. zu dieser Stelle. Auslassungen sind höchstens

zwei- oder dreimal zu verzeichnen. (s. Lesearten.)

Die Hs. _B_ hat zwar die Spracheigenthümlichkeit des Verfassers gänzlich

verwischt, entschädigt aber durch genauen Anschluss im Texte an _A_. Sie

ist offenbar von einem gedankenlosen Schreiber geschrieben ohne Absicht

zu ändern. Das zeigen die zahlreichen unverständlichen Worte, so wie die

Gewohnheit, Stücke zwischen zwei gleichen oder gleichschliessenden

Wörtern im Texte zu überspringen.

Der Ackermann aus Böhmen · 第 6 / 13 段