Die den Pflanzen in den Töpfen gebotene Nahrung reicht gewöhnlich nicht
lange aus, um sie zur höchsten Entwickelung zu bringen. Wir behelfen uns
deshalb in der Weise, daß wir die Pflanzen häufiger in größere Töpfe
pflanzen und ihnen bei dieser Gelegenheit frische, nahrhafte Erde geben,
oder in der Weise, daß wir die Pflanzen düngen. Im Zimmer sind für die
Düngung am besten die reinen Pflanzennährsalze geeignet und zwar in
Gestalt von phosphorsaurem Kali und salpetersaurem Kali, welche man zu
gleichen Teilen mischt. Man erhält diese beiden Salze in jeder Apotheke,
sowie bei jedem Drogisten. Von dem Gemisch gibt man *ein halbes* Gramm in
jedes Liter Gießwasser. Da es zu umständlich sein würde, jedesmal diese
Menge abzuwiegen, fertigt man sich eine konzentrierte Vorratslösung an,
von welcher man etwas zum Gießwasser zugießt. Bringt man z. B. in eine
Weinflasche 75 Gramm des Gemisches und füllt die Flasche dann voll Wasser,
so erhält man eine Zehntellösung. Um die richtige Verdünnung zu erhalten,
muß man also jeden Kubikzentimeter mit 199 Kubikzentimeter reinem Wasser
verdünnen. Man mißt zunächst den Inhalt der zum Begießen verwendeten
Gießkanne aus. Soviel Liter Wasser die Kanne enthält, soviel mal fünf
Kubikzentimeter der Vorratslösung muß man dem Gießwasser zusetzen. Da ein
Kaffeelöffel etwa 3 Kubikzentimeter enthält, so kann man auch in jedem
Liter Gießwasser zwei Kaffeelöffel der Vorratslösung zuschütten. Mit
dieser Vorratslösung reicht man eine ganze Weile. Man gießt mit der
Düngerlösung während der Vegetationsperiode anfänglich wöchentlich
zweimal, später täglich und läßt allmählich nach, wenn die Pflanze zur
Ruhe kommt. *Man hüte sich, mehr als die angegebene Menge zu geben, weil
man der Pflanze durch ein Mehr nicht nützt, sondern ihr nur schadet.*
[Illustration: Zerstäuberspritze »Komplett«]
Zu einem guten Gedeihen der Blattpflanzen im Zimmer ist ein häufiges
Überbrausen unbedingt erforderlich. Je feiner das Wasser zerstäubt wird,
desto besser ist es. Man hat im Handel viele Zerstäuber, die aber meist
den Fehler haben, daß sie leicht versagen oder zu grob zerstäuben, was für
das Zimmer nicht vorteilhaft ist. Ich möchte deshalb auf die ganz aus
Metall gearbeitete Zerstäuberspritze »Komplett« des Klempnermeisters
*E. Hildebrandt* in Lankwitz-Berlin hinweisen, welche sich nach meinen
Erfahrungen als absolut zuverlässig bewährt hat. Sie faßt etwa zwei Liter
und zerstäubt sehr fein. Die ersten Anschaffungskosten sind zwar etwas
hoch (17,50 Mk.); aber sie machen sich bald bezahlt, weil die Spritze
nicht nur zum Zerstäuben von reinem Wasser, sondern auch zum Zerstäuben
von Insekticiden vorzüglich zu brauchen ist. Als bestes Insekticid
empfehle ich Thripsolin, das alle an Zimmerpflanzen auftretende Schädlinge
schnell und sicher tötet. Es eignet sich, mit der Komplettspritze
zerstäubt, auch vorzüglich zur Bekämpfung aller tierischen Schädlinge im
Garten.
[Illustration: Heinemann’sche Zimmergießkanne]
Zum Begießen der Pflanzen im Zimmer eignet sich am besten die
Heinemann’sche Zimmergießkanne, welche etwa ein Liter Wasser faßt. Der
Gummischlauch gestattet es, auch bei dicht stehenden Pflanzen jedem Topfe
das nötige Wasser zu geben, ohne auch nur einen Tropfen Wasser daneben zu
gießen. Ich habe die Kanne bereits über ein Jahrzehnt im täglichen
Gebrauch. Zu beziehen ist die Kanne von *F. C. Heinemann* in Erfurt.
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