Der beste Platz für die Zimmerpflanzen ist das Fensterbrett eines
vorspringenden Erkers, der von drei Seiten Licht erhält. In einem solchen
Erker können die Pflanzen auch noch ohne Schaden etwas vom Fenster
entfernt stehen. Demnächst ist das Fensterbrett eines gewöhnlichen Zimmers
am vorteilhaftesten. Für härtere Pflanzen, namentlich diejenigen des
Kaplandes und Australiens, ist das Doppelfenster ein guter Platz. Leider
sind die Fensterbretter und die Doppelfenster in unseren modernen Häusern
so schmal, daß Pflanzen daselbst wenig Platz haben. Die Fensterbretter
verbreitert man am einfachsten durch ein Brett, welches man durch zwei
Streben stützt. Um die durch jedes Fenster eindringende kalte Luft von den
Töpfen fern zu halten, legt man auf das Fensterbrett quer einige Stäbe und
auf diese ein der Länge nach rechtwinklig gebogenes Stück Pappe, so, daß
die hochstehende Hälfte dem Fenster zugewendet ist. Die kalte Luft fließt
dann unter der Pappe ab.
Für den Erker sowohl als auch für das Zimmer am Fenster ist sodann der
Blumentritt sehr zu empfehlen. Derselbe soll nicht zu schmale Stufen
haben. Um das lästige Abtropfen beim Begießen zu vermeiden, werden auf die
Stufen am besten flache Zinkkästen gesetzt. Blumentritte lassen sich mit
Blattpflanzen sehr schön bestellen. Sie gewähren auf kleinem Raum einer
großen Anzahl Pflanzen Platz.
Weniger empfehlenswert sind Blumentische. Ganz zu verwerfen sind die
runden Tische, weil auf ihnen die Pflanzen nur teilweise Licht erhalten.
Etwas besser sind lange, schmale Tische, auf denen die Pflanzen nur in
einer, höchstens in zwei Reihen stehen können. Eine schöne Anordnung der
Pflanzen auf solchen Tischen ist jedoch selten möglich. Besser sind da
schon die Blumenständer für einzelne Pflanzen. Die denselben in der Regel
mitgegebenen großen Töpfe aus Porzellan oder Majolika sind aber
unbrauchbar, weil die Luft nicht an die hineingestellten Töpfe kommen
kann.
Für ganz zarte Pflanzen, welche beständig feuchte Luft brauchen, kommt die
Glasglocke und der Glaskasten in Anwendung. Glasglocken sollen keinen
Knopf haben. Da aber größere Dimensionen derselben teuer sind, empfiehlt
sich mehr der Glaskasten. Die einfachste Form desselben besteht aus
5 Scheiben, welche mit Papierstreifen und Eiweiß zusammengeklebt werden.
Mit einem solchen Kasten bedeckt man Pflanzen, deren Töpfe in einem
flachen Holz- oder Blechkasten stehen. Will man etwas mehr anwenden, so
lasse man sich vom Klempner ein einfaches Gestell aus Zinkblech, in das
Glasscheiben eingeschoben werden können, anfertigen. Das Gestell ist mit
einem Blechkasten aus Zinkblech fest verbunden. In einem solchen Kasten
kann man die empfindlichsten Blattpflanzen halten. Er läßt sich auch
leicht heizen, wenn der Boden von Eisenblech ist. Als Heizmaterial
verwendet man am einfachsten Brennöl. Ein Nachtlicht liefert genügend
Wärme.
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