2. KAPITEL. DIE STANDORTE FÜR ZIMMERPFLANZEN

Der beste Platz für die Zimmerpflanzen ist das Fensterbrett eines

vorspringenden Erkers, der von drei Seiten Licht erhält. In einem solchen

Erker können die Pflanzen auch noch ohne Schaden etwas vom Fenster

entfernt stehen. Demnächst ist das Fensterbrett eines gewöhnlichen Zimmers

am vorteilhaftesten. Für härtere Pflanzen, namentlich diejenigen des

Kaplandes und Australiens, ist das Doppelfenster ein guter Platz. Leider

sind die Fensterbretter und die Doppelfenster in unseren modernen Häusern

so schmal, daß Pflanzen daselbst wenig Platz haben. Die Fensterbretter

verbreitert man am einfachsten durch ein Brett, welches man durch zwei

Streben stützt. Um die durch jedes Fenster eindringende kalte Luft von den

Töpfen fern zu halten, legt man auf das Fensterbrett quer einige Stäbe und

auf diese ein der Länge nach rechtwinklig gebogenes Stück Pappe, so, daß

die hochstehende Hälfte dem Fenster zugewendet ist. Die kalte Luft fließt

dann unter der Pappe ab.

Für den Erker sowohl als auch für das Zimmer am Fenster ist sodann der

Blumentritt sehr zu empfehlen. Derselbe soll nicht zu schmale Stufen

haben. Um das lästige Abtropfen beim Begießen zu vermeiden, werden auf die

Stufen am besten flache Zinkkästen gesetzt. Blumentritte lassen sich mit

Blattpflanzen sehr schön bestellen. Sie gewähren auf kleinem Raum einer

großen Anzahl Pflanzen Platz.

Weniger empfehlenswert sind Blumentische. Ganz zu verwerfen sind die

runden Tische, weil auf ihnen die Pflanzen nur teilweise Licht erhalten.

Etwas besser sind lange, schmale Tische, auf denen die Pflanzen nur in

einer, höchstens in zwei Reihen stehen können. Eine schöne Anordnung der

Pflanzen auf solchen Tischen ist jedoch selten möglich. Besser sind da

schon die Blumenständer für einzelne Pflanzen. Die denselben in der Regel

mitgegebenen großen Töpfe aus Porzellan oder Majolika sind aber

unbrauchbar, weil die Luft nicht an die hineingestellten Töpfe kommen

kann.

Für ganz zarte Pflanzen, welche beständig feuchte Luft brauchen, kommt die

Glasglocke und der Glaskasten in Anwendung. Glasglocken sollen keinen

Knopf haben. Da aber größere Dimensionen derselben teuer sind, empfiehlt

sich mehr der Glaskasten. Die einfachste Form desselben besteht aus

5 Scheiben, welche mit Papierstreifen und Eiweiß zusammengeklebt werden.

Mit einem solchen Kasten bedeckt man Pflanzen, deren Töpfe in einem

flachen Holz- oder Blechkasten stehen. Will man etwas mehr anwenden, so

lasse man sich vom Klempner ein einfaches Gestell aus Zinkblech, in das

Glasscheiben eingeschoben werden können, anfertigen. Das Gestell ist mit

einem Blechkasten aus Zinkblech fest verbunden. In einem solchen Kasten

kann man die empfindlichsten Blattpflanzen halten. Er läßt sich auch

leicht heizen, wenn der Boden von Eisenblech ist. Als Heizmaterial

verwendet man am einfachsten Brennöl. Ein Nachtlicht liefert genügend

Wärme.

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Zimmerblattpflanzen · 第 12 / 43 题