Katharina war erstaunt.
»Sieh mal an!« dachte sie.
Und laut sagte sie: »Ei, laßt' s doch stehn, wann's Euch net schmeckt!
Mir is des schnubbe!«
»Awwer #mir# is es net schnubbe!« begehrte Adolf auf und wunderte sich
über sich selbst. »Ich verlang 'n #ordentliche# Kaffee!«
»Unn ich verlang aach en ornliche Kaffee!« echote Bindegerst. »Zum
Donnerwedder noch emal!«
Käthchens Erstaunen wuchs.
»Ihr seid wohl verrickt, Ihr Zwaa? Ihr seid scheint's im Dheater
iwwergeschnappt?«
»Mir sin noch lang net so meschugge wie Du!« trumpfte Adolf, der
allmählich in Schwung kam.
»Noch lang net!« bestätigte Bindegerst.
»Unn so e Gesöff kimmt merr net mehr uff'n Disch!« erklärte Adolf.
Und wie er es bei Petruchio gesehen hatte, packte er die Tasse und
feuerte sie in die Zimmerecke, daß die Scherben flogen.
Er hatte erwartet, daß Käthchen nun in Tränen ausbrechen, daß sie um das
schöbe Geschirr jammern werde.
Aber es kam ganz, ganz anders.
»Da is noch #mehr# Platz!« sagte Katharina seelenruhig und schmiß
Kaffeekanne, Milchkanne, Zuckerdose und ihre eigene Tasse gegen die
Wand.
Dann ging sie hinaus, kam mit einem Arm voll Tellern wieder. »So, des
könne merr zum Iwwrige lege!« Und knax, holterdipolter, prasselten die
Teller auf den Boden.
Dann kamen die Gläser an die Reihe.
Und zuletzt hauchte der Ritter von Stolzenfels am Rhein sein Dasein aus.
»Seid'r jedz zufride?« frug Katharina.
Adolf und Bindegerst sahen sich an.
»Ich wer' an mei Arweit gehe!« sagte Bindegerst kleinlaut.
»Unn ich muß ins Geschäft!« fügte Adolf hinzu.
»Unn mir könnt'r de Buckel erunnerrutsche!« schloß Katharina das
Frühstück.
Mittags wartete Adolf vergebens aufs Essen.
Halb zwei Uhr war es schon geworden, um zwei mußte er im Geschäft sein,
und noch immer hatte Käthchen nicht angerichtet.