„Ja, ich weiß. Sie haben mir’s schon vorhin gesagt, daß Sie in all
dem Wirrwarr keine Zeit hatten, auf die Bank zu gehen, aber was liegt
daran? Wenn Sie zurückkommen, geben Sie’s mir wieder. Die Geschichte
mit dem Klubkassierer bringe ich gleich nachher in Ordnung, und hier
sind zweitausend Mark -- Sie müssen entschuldigen, aber mehr habe ich
nicht bei mir. Ich schicke morgen einen Kranz, vielleicht haben Sie
die Güte, ihn auf das Grab Ihrer Frau Mutter zu legen. Sie war gut
und freundlich zu mir, und es tat mir damals von Herzen leid, daß
die Verhältnisse mich nötigten, nach so kurzer Bekanntschaft wieder
fortzugehen.“
Heino hatte mit einer mechanischen Bewegung das Geld in die Tasche
geschoben, eine ganze Weile saß er schweigend, nur seine Brust hob und
senkte sich in mächtiger Bewegung.
„Womit verdiene ich das alles bloß?“ Es klang fast wie ein Aufschrei.
Peter Brenitz aber lächelte nur trübe.
„Das haben Sie mich, wenn ich mich recht erinnere, schon einmal
gefragt, als ich mich wie ein Pharisäer über Sie erhob. Und da ist mir
nachher eingefallen, es wäre vielleicht manches besser auf der Welt,
wenn die Menschen einander nicht immer so viel nachrechnen wollten. Im
guten nicht und nicht im bösen ...“
Der lange Heino atmete tief auf und zog den andern in seine Arme, sah
ihm fest in die Augen.
„Es ist gut, Peter Brenitz, wollen nicht rechnen, sonst ständ’ ich
vielleicht noch kläglicher da. Aber der Teufel hol’ mich, wenn ich Dir
diese Stunde jemals im Leben vergesse!“ -- -- --
Peter hatte den Freund zur Bahn gebracht und, während sie in der weiten
Halle auf und nieder schritten, um den Zug zu erwarten, manches mit
ihm besprochen, was die nächste Zukunft anging. Heino, wie immer rasch
von Entschluß, hegte die Absicht, den ihm ohnedies wenig zusagenden
Beruf des Juristen an den Nagel zu hängen und sich der Bewirtschaftung
des heimatlichen Gutes zu widmen. Diesen Entschluß hielt er in seiner
Lage für den einzigen Weg, sich und der Schwester eine bescheidene
Existenz zu gründen, während ein schleuniger Verkauf bei der Lage der
Verhältnisse zu einem gänzlichen Zusammenbruche führen mußte. Peter
jedoch widersprach eifrig und führte allerhand Gründe ins Feld, die
diesen Plan wenig aussichtsvoll und verlockend erscheinen ließen. Zum
ersten verstände Heino doch wohl nicht genug von der Landwirtschaft, um
sich an eine so schwierige Aufgabe zu wagen, zum zweiten aber wäre er
nicht der Mann, bei so mühseliger und wenig Ertrag verheißender Arbeit
auszuharren. Anlage und Begabung wiesen ihm vielmehr den Weg zu einer
anders gearteten Tätigkeit, zu irgendeinem freien Berufe, mitten im
modernen, großzügigen Erwerbsleben, in dem er all seine reichen Gaben
und Fähigkeiten voll entfalten könnte.
In Heinos blauen Augen leuchtete es auf, er sah sich schon an der
Spitze eines riesenhaften Unternehmens, in dem er mit zäher Arbeit und
frisch zupackender Energie ungemessene Werte schuf.
„Das wär’ schon was für mich, aber wo herkriegen und nicht stehlen?“
„Man müßte eben danach suchen,“ erwiderte Peter, „und wenn es zu Anfang
vielleicht auch nur ein bescheidener Platz ist, so bietet er doch die
Gelegenheit zu raschem Aufsteigen. Da geht’s danach, was einer leistet,
nicht aber nach der Ochsentour der sogenannten Anciennität.“
Er hatte schon seinen Plan für die Zukunft des Freundes, nicht erst
seit heute und gestern, ehe er aber seiner Sache selbst noch nicht
sicher war, mochte er sich nicht näher darüber auslassen.
„Schön,“ sagte Heino, „aber meine Schwester? Ich kann das arme Ding
mit seinem Kummer doch nicht in ein Pensionat sperren, wenn ich hier
irgendwo als Lehrling anfange?“
Peter griff nach seinem Klemmer und sah ein wenig verlegen zur Seite,
denn er wußte jetzt ganz genau, daß er in diesem Augenblicke höchst
eigensüchtigen Zielen nachging.
„Fräulein Brigitte? Nun, was hindert Sie -- entschuldige -- was hindert
Dich daran, mit ihr hier eine gemeinschaftliche Wohnung zu beziehen?
Wenn ich mich recht erinnere, sprachst Du vor einiger Zeit davon,
sie hätte die Absicht, sich der Krankenpflege zu widmen. Wo könnte
sie diese Absicht besser verwirklichen als in Berlin? Niemand kennt
sie hier, niemand fragt nach ihren Gründen, und falls ihr der Beruf
eines Tages vielleicht nicht mehr zusagen sollte, wird’s ihr niemand
verargen, wenn sie ihn wieder aufgibt.“
Und Heino hatte den Freund verstanden. Trotz allen schweren Kummers
flog über sein Gesicht ein Lächeln.
„Das klingt nicht dumm und hat was für sich. Jedenfalls will ich’s
ernsthaft mit ihr besprechen!“
Und unwillkürlich flogen seine Gedanken zu einer Stunde zurück, da er
mit einer jetzt Dahingegangenen andere Pläne für Brigittes Zukunft
geschmiedet hatte. Seither hatten sich die Zeiten gewandelt und sein
Sinn mit ihnen. Was er damals mit schroffem Hochmute von sich gewiesen,
erschien ihm heute als ein erstrebenswertes Ziel, denn der Kleine da
neben ihm war ein herrlicher Mensch, ein besserer Edelmann vielleicht
als mancher, der sich stolz mit den Verdiensten seiner Ahnen brüstete
...
Der Zug, der nach dem Osten führte, rollte donnernd in die weite Halle.
Weißlicher Dampf erfüllte den hochgespannten Bogen. Gepäckträger und
hastende Reisende drängten eilig zu den geöffneten Türen. Heino schlang
dem Freunde den Arm um den Hals und küßte ihn auf den Mund.
„Leb wohl, kleiner Peter, Dank für alles! Und, wenn ich heimkomm’, darf
ich grüßen?“
Er schwang sich auf das Trittbrett. Der andere aber suchte nach
der passenden Erwiderung, bis der Zug sich schnaufend und fauchend
in Bewegung setzte. Eine jäh aufsteigende Hoffnung war ihm ins
Herz gedrungen und hatte ihm ein paar Augenblicke lang die Rede
verschlagen. Nachdem er aber endlich die richtigen Worte gefunden
hatte, war der Zug längst schon zur Halle hinaus, nur ein paar rote
Laternen leuchteten noch im Dunkel auf, um bei der nächsten Biegung
zu verschwinden. Der Bahnsteigbeamte zog an dem Signalmaste eine neue
Tafel, neue Fahrgäste drängten sich in der Halle, jeder seinem Ziele
zu. Peter aber stand noch geraume Zeit auf der Stelle, an der er von
dem Freunde Abschied genommen hatte. Und seine Gedanken flogen dem
eilenden Zuge voraus, an dem Ufer des Sees entlang, über kahle Hügel
mit dürftigem Wacholdergestrüpp und schweigendem Tannenwald zu einem
alten Hause unter ragenden Linden. Dort saß eine, lauschte dem Wehen
des Frühlingswindes, der hier sein heimliches Werben trieb wie dort,
und hielt mit bangem Herzen die Totenwacht am Bette der Mutter. Grämte
sich und barmte in ihrer Verlassenheit und wußte vielleicht nicht, daß
fern von ihr einer sich in Sehnsucht verzehrte, bereit, sein Leben
hinzugeben, um auf das Gesicht der armen Prinzessin wieder ein Lächeln
zu locken ...
Hinter einem der vergitterten Erdgeschoßfenster des Hauses Brenitz
in der Behrenstraße war Licht. Der alte Herr Geheimrat saß einsam in
seinem Privatkontor und sann irgendeinem weitausschauenden Plane nach.
Aber die sonst so schaffensbereiten Gedanken fügten sich nur mühsam
dem zwingenden Willen, ganz als wären sie müde geworden. Sie blieben
schließlich an einem leeren Platze haften, zu dem einer trotz aller
Mahnungen nicht den Weg finden wollte ..
Draußen im Flur erklang die Glocke. Der alte Herr hob überrascht den
Kopf, und eine kurze Weile danach trat der auf die Schwelle, dem
seine sehnenden Gedanken gegolten hatten. Und er nahm die plötzliche
Erscheinung als ein gutes Zeichen für die Erfüllung seiner heimlichen
Wünsche, aber er verbarg die unwillkürlich aufsteigende Bewegung hinter
einem Scherzwort.
„Nanu, Peter? Wo brennt’s denn, daß Du so spät noch Deinen alten Onkel
aufsuchst?“
Peter folgte nicht der einladenden Handbewegung, sondern blieb stehen.
Und in einem Atem sprudelte er das Anliegen heraus, das ihn in das
väterliche Stammhaus geführt hatte.
„Lieber Onkel, Du hast mich oft gefragt, ob ich nicht hier in diesem
Kontor den Platz einnehmen wollte, an dem einmal vor Zeiten mein Vater
gesessen hat. Ich selbst kann ihn nicht ausfüllen, denn mir fehlt
alles, was dazu nötig wäre, aber ich wüßte Dir einen, der an meine
Stelle treten könnte. Ein prächtiger Mensch, den der liebe Gott in
einer besonders guten Stunde erschaffen hat, treu, offen und bieder,
dabei aber von erlesener Klugheit. Wenn andere sich mühsam den Kopf
zerbrechen, hat er längst schon die Lösung. Er war bisher Jurist, aber
der eng umschlossene Beruf gewährt ihm wenig Befriedigung. Er sucht
etwas anderes, wo er seine großen Fähigkeiten besser verwerten könnte.“
„So, so,“ sagte der alte Herr. „Das klingt ja sehr verlockend und kommt
meinen Wünschen recht entgegen. Ich suche auch schon lange nach einem,
auf dessen Schultern ich ein Teilchen von meinen Lasten abladen könnte.
Nur vertrauen müßte ich ihm können wie Dir, denn hier in diesem Hause
spinnt sich manches an, was verfehlt wäre, wenn man’s vorzeitig auf die
Gasse tragen würde.“
„Vertrauen?“ Ueber Peters schmales Gesicht flog ein Lächeln. „Würde ich
wohl für ihn eintreten, wenn ich für ihn nicht bürgen könnte, wie für
mich selbst?“
Der Geheimrat Brenitz stand auf, der Fall fing an ihn zu interessieren.
„Wie heißt denn der Freund, für den Du Dich so ins Zeug legst?“
„Heino Freiherr von Bergkem!“
„Sieh mal an! Die Traditionen der Väter setzen sich also in den Söhnen
fort! Der Name ist immerhin eine gewisse Empfehlung. Aber, verzeih,
wenn ich in einer so wichtigen Frage ein wenig vorsichtig bin. Ein
junger Herr aus altadligem Hause, der sein Fortkommen in einem
Bankgeschäft sucht, ist eine etwas ungewöhnliche Erscheinung, Du wirst
es mir also wohl nachsehen, wenn ich nach den Gründen forsche.“
Da senkte Peter, ein wenig beklommen, den Kopf.
„Er ist heute im Assessorexamen durchgefallen und hat gestern im Klub
sein letztes Geld verspielt.“
Der alte Herr lachte belustigt auf.
„Das ist allerdings eine seltsame Empfehlung! Und wenn ich sie in
einer trockenen Auskunft lesen würde, glaube ich nicht, daß ich mich
mit diesem Herrn von Bergkem noch lange beschäftigen würde. Aber ich
schätze, Du wirst nicht bloß in blinder Freundschaft gehandelt haben,
sondern aus dem Gefühl heraus, Deinem alten Oheim und der väterlichen
Firma einen Dienst zu erweisen?“
„Lieber Onkel,“ sagte Peter mit einem tiefen Aufatmen, „das ist das
rechte Wort. Und wer weiß, ob mein Freund Heino ohne dieses doppelte
Unglück sich bereit finden lassen würde, in irgend jemandes Dienste
zu treten. Trotz seines Durchfalles ist er vielleicht ein besserer
Jurist als alle, die neben ihm das Examen bestanden haben. Was aber
seine Leidenschaft für das Kartenspiel anlangt, so glaube ich aus
ganz besonderen Gründen, er ist geheilt für alle Zeiten. Seine Mutter
hat sich’s so zu Herzen genommen, daß sie darüber vor Kummer und Gram
gestorben ist.“
„Tut mir leid,“ erwiderte der Geheimrat Brenitz, aber es war ungewiß,
was er damit meinte. Den Tod der alten Dame oder die Heilung des
Freiherrn von Bergkem von seiner Leidenschaft. In der Schilderung
des Neffen war manches, was ihn lockte, diesen jungen, so vielfältig
begabten Menschen einmal anzusehen; wie es aber seine Art war, lenkte
er das Gespräch in eine andere Bahn, um unterdessen Zeit zu reiflicher
Ueberlegung zu finden. Und was hätte ihm wohl näher gelegen als die
Ereignisse in der eigenen Familie?
„Apropos, hast Du in der letzten Zeit mal die geborene Guggenheimer
gesehen? Nicht? ... Das tut mir leid, so klein ist sie nach der
Scheidung geworden!“ Und er deutete mit der Rechten eine ganz
unwahrscheinlich niedrige Entfernung vom Boden.
„Geht herum mit ’nem Gesicht, als wenn sie immer um Entschuldigung
bitten wollte, und interessiert sich neuerdings für die Liste der
unverheirateten Rechtsanwälte, was meiner Ansicht von vornherein das
Richtige gewesen wäre. Leider um einiges zu spät, denn meine arme
Aelteste hat erst den verfehlten Umweg über diesen adligen Herrn
von Krotthelm nehmen müssen, um einzusehen, daß sie eine närrische
Mutter hat, und ich bitte Dich -- was ist das schon für ’ne Sorte
Rechtsanwalt, unter der sie als Geschiedene jetzt noch die Auswahl
hat? Keiner aus dem Tiergartenviertel und aus den alten Familien, denn
die haben’s nicht nötig, ihre Frauen _second hand_ zu kaufen. Also
irgendeinen jungen Mann aus Breslau oder Posen oder noch weiter her.
Und ich, der Geheimrat Brenitz, muß tief in den Geldschrank steigen,
um seine Liebe zu wecken! ... Seit heute früh aber hat die geborene
Guggenheimer einen neuen Sport. Sie sucht nach ’nem Lebensretter für
meine Zweite, die Frida.“
„Verzeih,“ sagte Peter,„ aber das ist mir unverständlich.“
„Mir auch,“ erwiderte der Geheimrat, „aber sie sucht nach ihm und setzt
mir zu, mich an diesen Recherchen zu beteiligen. Am liebsten hätte sie
schon eine Annonce in ihrem Leiborgan losgelassen, aber ich hab’s ihr
begreiflich gemacht, der, den’s angehen könnte, schiene mir seinem
ganzen Verhalten nach kein gewerbsmäßiger Leser des Heiratsmarktes zu
sein.“
„Nimm’s mir nicht übel, lieber Onkel, aber das Ganze ist mir ein
Rätsel. Ist denn Frida irgendwie in Gefahr gewesen, daß Du von einem
Lebensretter sprichst?“
„Mein Söhnchen,“ erwiderte der alte Herr, „die Gefahr -- Gott behüte
-- würde vielleicht erst anfangen, wenn sie diesen sogenannten
Lebensretter persönlich kennen lernte. Ganz trocken aber erzählt,
liegt die Sache so. Meine Frau ist gestern nacht gegen zwei Uhr von
einem Wohltätigkeitsfest bei Kroll durch den Tiergarten nach Hause
gefahren. Unterwegs in der Lichtenstein-Allee hatten sie eine Panne,
und allerhand Gesindel sammelte sich um den Wagen. Da kam mit einem
Male ein elegant gekleideter junger Mann aus dem Dunkel, verdrosch das
Gesindel und entfernte sich nach getaner Arbeit wie der Ritter im
„Handschuh“ von Schiller. „Den Dank, Dame, begehr’ ich nicht!“ Das,
muß ich sagen, hat mir sehr gefallen, denn sonst sind solche Herren
meistens schnell bei der Hand, an der zuständigen Stelle die Quittung
zu präsentieren.“
„Hm,“ sagte Peter nachdenklich, „wie sah denn dieser Lebensretter aus?“
Eine gewisse Uebereinstimmung in der Zeit hatte ihn stutzig gemacht und
die nachträgliche Feststellung, daß der lange Heino ebenfalls gegen
zwei Uhr nachts den Weg nach dem Tiergarten eingeschlagen.
„Wie er aussah?“ erwiderte der Geheimrat, „nun, da gehen die
Schilderungen ziemlich weit auseinander. Meine Tochter Frida sagt
einfach, wie ein „Held“, in der Erzählung der geborenen Guggenheimer
ist’s ’ne Art Kreuzung des Apoll von Belvedere mit unserem Landsmann
Simson, der seinerzeit die Philister schlug. Mein Chauffeur aber sagt,
es wäre ein eleganter junger Mann gewesen in Zylinderhut und langem
Paletot, und er hätte mit der Rotte Korah erst sein lustiges Späßchen
getrieben, ehe er sich daran machte, sie zu verdreschen.“
Da lächelte Peter still vor sich hin, denn jetzt glaubte er’s ganz
genau zu wissen, wer dieser geheimnisvolle Lebensretter war, aber er
empfand fast ein Gefühl des Neides gegen den Bruder Leichtfuß, der
sich wieder einmal, vielleicht ohne es zu wollen, für seine zukünftige
Laufbahn das beste Bett bereitet hatte ...
Nach einer Weile fragte er: „Lieber Onkel, verzeih, aber Du bist mir
noch immer die Antwort auf meine Frage schuldig. Würdest Du also
vielleicht geneigt sein, den Herrn von Bergkem in Dein Geschäft
aufzunehmen? In irgendeiner Stellung, in der er nach angemessener
Vorbereitung seine besonderen Fähigkeiten zeigen könnte, als Volontär
etwa oder meinetwegen als Dein Privatsekretär?“
Der alte Herr Geheimrat hob den klugen Kopf mit dem mächtigen Schädel.
„Ich denke, darüber waren wir uns doch schon einig? Also schick’ ihn
her, Deinen Freund, und ich will ihn mir ’mal ansehen. Aber -- verzeih,
im Augenblick nämlich hab’ ich’s wieder vergessen -- wie hieß die
Schwester dieses Herrn von Bergkem mit Vornamen?“
„Brigitte,“ antwortete Peter rasch, und zu spät erst merkte er mit
jähem Erröten, daß er in eine geschickt gelegte Falle getreten war.
„So, so,“ sagte der alte Herr, „Brigitte! Ein sympathischer Name,
und ich erinnere mich jetzt, ihn mal vor Zeiten, ehe Du krank aus
Ostpreußen zurückkamst, in einer Auskunft gelesen zu haben. Du aber,
mein Söhnchen, nimm Dich in acht, daß er Dir nicht etwa auch hier das
Klima verleidet. Vielleicht ist’s nicht gesund für Dich, mit diesem
Fräulein Brigitte ein und dieselbe Luft zu atmen.“ -- -- --