Und du wirst fest schlafen und gute Träume haben, mein Kind.
Die reine Luft und die warme Sonne, die duftenden Rosen und die grünen
Bäume haben dir alle von ihrem Leben gegeben, das trägst du nun heim
in deinem Herzen und du wirst schlafen und träumen und so froh wirst du
aufwachen morgen. --
Und morgen ja -- ja -- da kommen wir wieder her zu unserem Garten, der so
reich ist an heiligen Gottesgaben, die sie all meinem Kinde in den Schoß
schütten. --
So geht die Mutter mit dem kranken Kinde in den Träumen ihres Herzens durch
den Garten, den sie mit ihrer Seele sucht.
Und am Tage sucht sie weiter. Schaut in alle Ecken und Winkel und späht
und forscht zwischen Höhen und Stegen und lugt in alle ruhenden Gärten und
fragt sie alle -- bist du es, den ich suche -- bist du schön genug für mein
krankes Kind? --
Und so trägt sie den unsichtbaren Garten in ihrem Herzen, den nur das Auge
des Dichters sieht.
Und sie wird noch lange suchen, denn so schön, als sie ihn braucht für ihr
krankes Kind -- ist er nicht leicht zu finden.
Aber sie wird ihn finden, weil sie ihn mit dem Willen der Liebe sucht.