Wozu sonst wohl könnte er auch noch da sein. --

Die Türe zur Freitreppe öffnet sich.

Die Diener halten die weiten Flügel offen.

Die alten Exzellenzen treten heraus.

Junges Gevölk kommt plaudernd und lachend nach. Ein schwarzweißer Terrier

drängt sich ungestüm und rücksichtslos zwischen den Herrschaften durch, er

weiß, daß er sich alles erlauben darf. Mit kurzen belfernden Tönen stürmt

er allen voran, als müsse er die Stille des Gartens verbellen und mit

seinem Getöse erst das Element schaffen, in das sich der leere Lärm der

lachenden geschwätzigen Gesellschaft richtig einfügen kann.

Die alten Exzellenzen gehen mit ein paar Schritten durch den Garten,

schauen durch das Lorgnett zu den Rosen hin, die stramm stehen und

salutieren -- o sie haben etwas gelernt hier so nahe am vornehmen Hause.

Die jungen Damen und Herren sehen sich kaum um, sie haben alle Blicke und

Bewegungen, Stimme und Lächeln zu nötig, um sich untereinander zu fesseln,

zu verwirren, zu lieben und zu hassen, sie haben weder Zeit noch Kraft

übrig für das Glück der reinen Liebe, das im Garten blüht. Nur eines der

jungen Mädchen bleibt zurück und scheint verlangend nach den Rosen zu

blicken.

Der Sohn des Hauses winkt dem Gärtner. Der schneidet hastig die schönste

=La France= vom Stock -- die allerschönste, der Stolz des Bäumchens und

eben in der heutigen Sonne erblüht. Aber es zuckt mit keinem Blättchen, es

lächelt, wie vornehme Leute lächeln, wenn ihnen ein Weh geschieht. --

Vor der Türe draußen kurbelt das Auto, es stampft und quirlt und zischt,

der Hund bellt, die Jungen lachen und plaudern. Der blaue Qualm schwirrt

gegen den Sonnenglanz, Staub fliegt auf. --

Und so sausen diese Menschen, von Unruhe, Laune, Lachen, Geschwätz umgeben,

durch die Straßen hin, fort, weit weg zum nächsten Badeort, zu Souper und

Konzert.

Fort, weit weg von der sanften Stille ihres Gartens, dessen heilige

Geheimnisse sie nicht verstehen. Da ihre Seele ohne Traum und Ahnen ist.

Von den Gärten der Erde: Ein Buch der tiefen Stille · 第 13 / 111 题