Die müde Sonne geht zur Neige,
Noch einmal streut sie im Verglühn
Ihr Märchengold durch alle Zweige
Des Waldes, auf sein Rot und Grün.
Des Abends Farben, sie ermatten,
Des Himmels warme Pracht erbleicht,
Schnell huscht wie eines Blitzes Schatten
Der Vogel, der vorüber streicht.
Ein Zauber quillt in tiefem Strome
Aus allen Dingen, leise rinnt
Er durch das Leben, dess' Atome
Beseligt, glücklich, göttlich sind.
Aus weiter Ferne hallt begehrlich
Der dumpfe Lärm der großen Stadt ...
Woher der Schreck, der unerklärlich
Die Seele mir benommen hat?
O Gott, wie uns die Weisheit blendet,
Wenn stumm wir vor den Dingen stehn,
Den Bettlern wird ein Mahl gespendet,
Die staunend diese Tafel sehn!
Die wir in Einfalt nach Dir streben,
Wir finden Dich zu jeder Frist,
O Gott, in diesem reichen Leben,
Der Du vielleicht nicht einmal bist.